Ihr wollt einen ETF kaufen? Hier ist Euer ultimativer ETF-Guide!

Sparbuch? Gibt doch in 2021 ohnehin keine Zinsen für die Anleger – und das seit vielen Jahren!

Gesetzliche Rente? Bekommst Du zwar, die Höhe und die Kaufkraft sind jedoch ungewiss! 

Was tun? Einen ETF kaufen!

Am besten jeden Monat 25 Euro in Eure Geldanlage sparen und Dein eigenes ETF-Depot aufbauen. Das ist der Tipp, den Dir Finanzzeitschriften, Bekannte und Finanzblogger gerne geben.

Doch wie machst Du das überhaupt? Als Geldanlage einen ETF kaufen? Die für Dich passende ETF Anlage mit einer guten Rendite finden? Und beim richtigen Anbieter Deinen ersten passiven Fonds kaufen? Und was bringen ETFs an Möglichkeiten für Euch als Paar gemeinsam zu investieren? 

Fragen, die viele vom guten Plan in ETFs zu investieren ziemlich schnell wieder abbringen. 

 

Damit es bei Euch anders läufst und Ihr die Wertentwicklung Eurer Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen könnt, gibt es heute den ultimativen ETF-Guide für Euch!

Diesen ultimativen ETF Guide, um Deine ersten ETFs zu kaufen, hat Marielle für Dich verfasst.

Was ist ein ETF und wieso solltest Du ihn kaufen?

Frage Nummer 1 beantworten Dir diverse Finanzseiten und -bloggerkollegen umfassend. Als absolutes Standardwerk in Print-Form empfehlen wir gerne den Klassiker vom ETF-Papst Dr. Gerd Kommer „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“*. Dieses Buch gibt es inzwischen in mehreren Auflagen und es ist auch in 2021 definitiv noch aktuell – allerdings auch ein wenig trocken geschrieben für manchen Geschmack 😉 

Daher unsere 3-Sätze Erklärung, die für heute ausreichen soll:

  1. Ein ETF ist ein an der Börse gehandelter Indexfonds, der darauf abzielt die Wertentwicklung eines Index für den Anleger nachzubilden.
  2. Er steht mit seinen Eigenschaften zwischen aktiv (durch Fondsmanager) gemanageten Investmentfonds und Einzelaktien.
  3. Mit Deiner Investition in einen ETF streust Du folglich Dein Investment (bei einem Aktienindex bspw. in eine Vielzahl von Aktien oder bei einem Anleihenindex in ganz viele verschiedene Anleihen) und profitierst aufgrund des passiven Management des Fonds von deutlich geringeren Kostenstrukturen sowie der Möglichkeit jederzeit genau zu wissen, welche Einzelwerte Teil Deines Portfolios sind.

Hast Du ein Wort in den 3 Sätzen verstanden? Nein? Macht nichts. So ging es uns zu Beginn auch. Daher hier nochmal in einfachen Worten:

  1. Ein ETF bildet einen Index ab. Ein Index ist beispielsweise der DAX (Deutscher Aktien Index), der aus den 30 größten, deutschen Unternehmen besteht. Kaufst Du einen ETF, der den DAX abbildet, wäre es so als würdest Du Wertpapiere aller 30 DAX-Unternehmen gleichzeitig kaufen. Nur gehören Dir keine Anteile am Unternehmen sondern an dem Indexfonds, der diese Anteile zusammenfasst.
  2. Welche Aktien im ETF abgebildet sind, ergibt sich durch den Index. Alle Indizes (die Mehrzahl von Index) haben bestimmte Regeln: Im DAX können nur die 30 größten, deutschen Unternehmen vertreten sein. Hingegen wählt ein Fondsmanager eines aktiv gemanagten Investmentfonds die Aktien nach seinen eigenen Kriterien aus. Dadurch fallen zusätzliche Bearbeitungsgebühren und Provision für aktive Fonds an, die bei einem ETF nicht vorhanden sind. Im Vergleich zu Einzelaktien investierst Du bei einem ETF in ein Aktienbündel – beim DAX eben in ein Bündel mit 30 Unternehmen.
  3. Jetzt verstehst Du auch den dritten Satz, oder?

Für mehr Details empfehlen wir Dir eine kurze Internet-Recherche zu Fonds – die Frage wurde bereits ausführlich an vielen Stellen beantwortet. Ganz vorne mit dabei ist der größte ETF-Verfechter unter den Bloggern – der Finanzwesir mit seiner ausführlichen Erklärung, die wir Dir sehr empfehlen können.

ETF-Konto

 

Auf welche Kriterien kommt es beim ETF an?

Auf dem Weg zum richtigen ETF gibt es eine Vielzahl an Kriterien, nach denen Du filtern und entscheiden kannst. Die Fragen, die Du Dir stellen kannst, sind:

 

1) Ist der ETF groß und alt genug?

In jedem Anlageprospekt zu angebotenen ETFs erkennst Du schnell, seit wann es diesen ETF gibt und wie hoch das Gesamtvolumen des Fonds ist. Dein Broker ist verpflichtet, Dir diesen Anlageprospekt zum Download anzubieten. 

Bis ca. 10 Millionen Euro Volumen des Fonds ist ein ETF eher klein. Und wie es immer so ist: Je größer der Fonds desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF geschlossen wird, da er unrentabel für den Anbieter wird.

Aus dem Alter der ETFs wiederum können Anleger abschätzen, wie lange die Fonds bereits „funktionierten“. Ein gerade erst 2021 aufgesetzter Indexfonds würde beispielsweise nicht den Weg in unser Depot finden. 

Beides sind Kriterien, bei denen Du Deine Grenzwerte und Mindestgrößen als Anleger individuell bestimmen kannst – es kommt darauf an mit wie viel Risiko für Deine Anlage Du Dich wohl fühlst.

 

2) Schüttet der ETF aus oder reinvestiert er?

Wenn Du bereits Einzelaktien, Anleihen oder Fonds besitzt kennst Du diese Unterscheidung bereits:

Möchtest Du Dividenden, die Dein Investment erzielen ausgeschüttet bekommen und Dich dadurch weiter motivieren lassen?

Oder präferierst Du, dass Deine Rendite direkt im ETF wieder angelegt wird, sodass Du Dich nicht jedes Jahr wieder um die Versteuerung und Wiederanlage des Betrages kümmern musst?

Die Fachbegriffe dahinter? Ersteres ist ein ausschüttender ETF und die zweite Variante findest Du bei thesaurierenden ETFs. 

Auch hier gibt es kein besser oder schlechter – Es kommt darauf an, was in Deiner Situation passender ist.

 

3) Wer steckt hinter diesem ETF?

Für die relevantesten Märkte (und damit Indizes) gibt es mehrere Anbieter, die im Großen und Ganzen dasselbe abbilden.

Comstage, iShares, Deutsche Bank, Lyxor sind die bekanntesten Anbieter und bei fast jedem Broker erhältlich – daneben gibt es viele weitere! Schau Dir an, worin sich die ETFs der Anbieter unterscheiden. Lege fest, welche Kriterien für Dich entscheidend sind. Und entscheide dann, welchem Anbieter Du vertrauen möchtest.

 

4) Ist der ETF sparplanfähig?

Möchtest Du den ETF nicht nur einmalig kaufen, sondern hast vor über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu sparen? Dann solltest Du prüfen, ob der ETF bei Deiner Depot-Bank sparplanfähig ist.

Das spart Dir eine Menge Orderkosten. Durch monatliche oder vierteljährliche Investitionen in den ausgewählten ETF streust Du das Risiko zum „genau falschen Zeitpunkt“ zu investieren und erreichst einen besseren Durchschnittskostenpreis.

Zudem ist regelmäßiges Besparen eines Fonds für einen Großteil der Anleger motivierender. Du kannst mit geringen Beträgen von meist 25 Euro monatlich starten und sorgst dafür langfristig dran zu bleiben.

 

5) Wie sieht es mit den Gebühren des ETF aus?

Die Kosten von ETFs sind aufgrund des passiven Management-Ansatzes im Allgemeinen deutlich geringer als bei aktiven Fonds. Das ist schon einmal super.

Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen den Anbietern und Märkten, die über die Gebühren der Broker und ETFs abgebildet werden.

Die Gesamtkosten des ETFs setzen sich zusammen aus der dem Total Expense Ratio (TER), der bei einem ETF in der Regel zwischen 0,2 und 0,8 % pro Jahr liegt, und den Orderkosten Deiner Depotbank.

Die Unterschiede in den Gesamtkosten zwischen den unterschiedlichen ETFs sind schlussendlich meist nicht groß – einen Blick sind sie wert, jedoch lohnt es bei den geringen Differenzen kaum, die Gebühren als Kriterium zu priorisieren.

 

6) Wie gestaltet sich die Replikationsmethode des ETF?

Jetzt wird’s kompliziert – aber keine Sorge. Replikationsmethode klingt schlimmer als es ist.

Schlussendlich hat der ETF-Anbieter drei Möglichkeiten seine Wertpapiere für Anleger kaufensfähig zu machen:

1) Physische Replikation:

Die genaue Nachbildung des Indexes, was bedeutet, dass alle Aktien, die im Index enthalten sind tatsächlich gekauft werden. Und das im selben Verhältnis, wie sie auch im Index vertreten sind.

2) Sampling:

Einzelne Aktien sollen den ganzen Index abbilden. Der Index besteht bspw. aus 1000 verschiedenen Wertpapiere, der ETF investiert jedoch nur in die Hälfte davon und geht davon aus, dass bspw. die 6 verschiedenen Auto-Aktien des Portfolios auch durch 2 davon abgebildet werden können. Die Auswahl erfolgt so, dass der ETF möglichst identisch wie der eigentliche Index verläufst.

3) Synthetische Nachbildung:

Durch Swaps (Tauschgeschäfte) wird der Index nachgebildet, ohne die enthaltenen Aktien überhaupt zu besitzen. Dies darf der Anbieter nur mit maximal 10 % des Volumens des Fonds machen – denn das Risiko ist deutlich höher. Dafür erhält der Anleger meist eine genauere Abbildung des Index-Verlaufes.

Über die Vor- und Nachteile der drei Möglichkeiten ließen sich ebenfalls zahllose Artikel schreiben. Auch hier möchten wir gerne wieder auf unsere Bloggerkollegen und natürlich Dr. Gerd Kommer verweisen.

Die Replikationsmethode kann ein Kriterium für Anleger und Deine Auswahl sein. Muss sie jedoch nicht!

Die Entscheidung für einen bestimmten ETF triffst Du am Ende aus einer Kombination dieser und eventueller zusätzlicher individueller Kriterien. Die entscheidende Frage ist jedoch:

In welchen Markt – die Welt, Europa, Nordamerika, Asien, Emerging Markets oder eine bestimmte Unternehmensgröße – möchtest Du anlegen?

Die entscheidenden Fragen, bevor Du Deinen ersten ETF Kauf tätigst!

Viel wichtiger als alle Vor- und Nachteile des einzelnen ETFs genau zu analysieren, ist es, dass Du vor Deinem ersten ETF-Kauf die folgenden Fragen mit einem klaren Ja! beantwortest:

 

1) Bist Du liquide?

In ETFs oder jegliche andere Börsen-Produkte zu investieren macht erst Sinn, wenn Du eine Liquiditätsreserve aufgebaut hast. Das heißt: Ersparnisse sind elementar!

Ein Fonds oder ETF zu kaufen, ist weniger risikobehaftet als Einzelaktien – das stimmt. Allerdings unterliegen auch diese Produkte Schwankungen, wenn auch geringeren.

Alles Geld, das Du für die kaputte Waschmaschine oder einen plötzlichen Arbeitsplatzverlust in einem gewissen Zeitraum in der Zukunft brauchen wirst, gehört keinesfalls in einen ETF investiert.

Dieses Geld gehört auf Dein Tagesgeldkonto und dient als Dein Sicherheitspuffer!

Hast Du darüber hinaus etwas übrig? Und das auch noch jeden Monat?

Super – dann bist Du bereit für Deinen ersten ETF-Kauf!

 

2) Bist Du – in gewissem Maße – risikoaffin?

ETF werden häufig als risikolos im Vergleich zu Einzelaktien hingestellt. Das sind sie jedoch keineswegs. Das Ausfallrisiko für die Anleger ist zwar sehr gering. Die Schwankungen, die an der Börse nun einmal normal sind, können aber durchaus langen Atem fordern!

Deshalb gilt: An der Börse – und auch beim ETF kaufen – wird nur das Geld investiert, auf das Du im Alltag verzichten kannst. Geld, das im kommenden Jahr für den Autokauf benötigt wird, gehört nicht an die Börse!

 

3) Fühlst Du Dich wohl?

Hast Du das Gefühl, dass Du verstanden hast, was der ETF macht, den Du ausgeguckt hast?

Wenn alle Unklarheiten beseitigt sind und Du das Produkt einer anderen Person gut erklären kannst – beispielsweise Deinem Partner – dann hast Du es ausreichend verstanden und der Wohlfühlfaktor kann eintreten.

Bist Du überzeugt, den richtigen ETF für Dich gefunden zu haben? Super, vermutlich fühlst Du Dich schon viel wohler . Um langfristig an einer Strategie festhalten zu können, ist es unerlässlich, dass Du Dich damit wohl fühlst.

Also erst starten, wenn Du auch hier Ja sagen kannst 🙂

Euch fehlt noch der nötige Überblick für einen ETF?

Mit unserem Workbook bringt Ihr Ordnung in Eure Finanzen. Ihr Findet unter anderem heraus, an welcher Stelle Ihr sparen könnt, um dieses Geld zu investieren – beispielsweise durch eine ungenutzte Mitgliedschaft.

Verschafft Euch endlich einen Überblick Eurer Finanzen und erhaltet gratis den Finanzplaner für Paare kostenlos dazu.

Schritt für Schritt: Wie Du Deinen ersten ETF kaufst

Jetzt aber mal ganz konkret. Was musst Du unternehmen, um Deinen ersten ETF zu kaufen?

Eine komprimierte Schritt für Schritt Anleitung für den ersten ETF-Kauf haben wir Dir angekündigt – hier bekommst Du sie:

In nur 5 Schritten wirst Du Deinen ersten ETF kaufen – versprochen!

 

1) Festlegen, welchen Betrag Du anlegen möchtest

Hierzu gehört zu entscheiden, ob Du Dein Geld einmalig anlegen oder mittels eines monatlichen festen Betrags den ETF besparen möchtest.

Sparpläne beginnen bei den meisten Depotbanken ab 25 Euro Anlagebetrag im Monat. Selbstverständlich kannst Du auch den monatlichen Gesamtbetrag auf 2 oder mehr ETFs für verschiedene Märkte aufteilen.

Prüfe genau, wie viel Geld Du aktuell oder monatlich entbehren kannst und lege so Deinen individuellen Anlagebetrag fest.

 

2) ETF auswählen

Anhand der beschriebenen Kriterien, unzähligen Berichten und der Verkaufsprospekte der verschiedenen ETF kannst Du Deine Entscheidung fundiert treffen.

Wichtig: Ewige Recherche wird Dich im Zweifel nur mehr verwirren als erhellen.

Daher unser Tipp: Entscheide Dich zuerst, in welchen Markt Du investieren möchtest und lege dann 2-3 Kriterien fest, auf deren Basis Du die verschiedenen Angebote vergleichen möchtest.

So wird es einfacher – bei wenigen Prozenten Unterschied, ist es deutlich wichtiger zeitnah durchzustarten als jedes Detail im Vorfeld auswendig zu kennen.

 

3) Depotbank auswählen

Typischerweise bieten die verschiedenen Depotbanken unterschiedliche Konditionen für einzelne ETF-Anbieter an. Je nach ETF kann es also Sinn machen, Dein Depot bei einer anderen Bank zu eröffnen. Neben den Gebühren sind auch die Bedienbarkeit und andere Kriterien wichtig für Deine Entscheidung für oder gegen eine Bank – wie bei der Eröffnung eines „normalen“ Bankkontos auch. 

Wenn Du bereits ein Depot bei einem Broker hast, macht es Sinn Schritt 2 und 3 zu tauschen – es kann die ETF-Auswahl einschränken, wenn Du weißt, dass Du bei Deinem bisherigen Depot bleiben und kein zusätzliches eröffnen möchtest.

Ein weiteres Depot – nur aufgrund minimal geringerer Gebühren – zu eröffnen? Überlege Dir, ob der Aufwand sich wirklich lohnt.

Wir selbst kaufen unsere ETFs bei der Consorsbank und für unseren Babyinvestor bei der Comdirect Bank in einem Junior-Depot* – bei Fragen, kontaktiert uns gerne!

 

4) Order oder Sparplan einrichten

Depot eröffnet, ETF entschieden, Betrag steht?

Super, dann gilt es jetzt nur noch den Sparplan (oder die Einzelorder) einzurichten.

Für eine Einzelorder

  • wählst Du den entsprechenden ETF aus
  • rechnest Dir aus wie viele Anteile Du für Dein Kapital erhältst
  • setzt eine Limitorder (damit vermeidest Du unliebsame Überraschungen)

Für einen Sparplan

  • wählst Du den entsprechnend ETF aus
  • legst eine Kategorie fest (bei Consors: Kind, Immobilie, etc)
  • gibst dem Sparplan einen Namen
  • legst das Sparintervall fest (bei Consors: monatlich, zweimonatlich, viermonatlich, halbjährlich)
  • legst fest, wann gespart werden soll (bei Consors: am 01. oder 15. des Monats)
  • legst fest, wann die Geldanlage starten soll
  • optinal kannst Du ein Enddatum festlegen
  • gibst Deine Sparrate an (bspw. 100 Euro)
  • optional kannst Du eine Dynamik festlegen (um wie viel Prozent die Sparrate pro Jahr automatisch erhöht werden soll)
  • erteilst ein SEPA-Lastschriftmandat
  • gibst den TAN ein und bestätigst Deine neue Order

 

5) Abwarten, Durchhalten und Dranbleiben!

Bis hierhin war es echt einfach!

Der schwierige Part folgt jetzt: Bleibe motiviert und bedenke, dass ein ETF (vor allem in Form einer kontinuierlichen Anlage Deines Geldes!) langfristig sein volles Potential entfaltet.

Es gilt Durststrecken durchzuhalten, selbstbewusst nachzukaufen und die Zeit für Dich arbeiten zu lassen.

 

Als Paar einen ETF kaufen?

Habt Ihr Euch – wie wir – entschieden gemeinsam zu investieren werdet Ihr Euch fragen, ob es als Paar auch Sinn macht einen ETF zu kaufen.

Als Paar an der Börse zu investieren macht aus diversen Gründen – Kostenaufteilung, geteilter Rechercheaufwand, etc. – Sinn. Doch gemeinsam ETFs besparen?

Grundsätzlich sehen wir hierfür drei mögliche Anwendungsfelder:

  1. Gemeinsame Altersvorsorge
  2. Gemeinsame Vorsorge für den Nachwuchs
  3. Individuelle (Alters-)Vorsorge und Ausgleich

Gemeinsame Altersvorsorge

In Zeiten des Demografiewandels möchten sich viele Paare neben der gesetzlichen Rente, weitere Standbeine aufbauen.

ETF sind ein spannendes Instrument für die Altersvorsorge – egal ob für einen oder zwei Menschen. Investiert Ihr regelmäßig arbeitet der berühmte Zinseszins über Jahrzehnte für Euch.

Möchtet Ihr als Paar für Euer Alter vorsorgen, können ETF Euer Mittel der Wahl sein. Gemeinsam sucht Ihr die passenden Indizes für Euch aus und investiert gemeinsam.

Ihr könntet dabei die Höhe eurer monatlichen Sparraten Euren Gehaltseingängen anpassen. Gehört Euch das Depot 50:50 könnt Ihr etwaige Einkommensunterschiede so wunderbar ausgleichen – bei der gesetzlichen Rente lässt sich dies nicht entsprechend abbilden.

 

So sorgt Ihr bei gemeinsamen ETF-Investitionen fürs Alter nicht nur für Euch, sondern auch füreinander vor! Und was gibt es beruhigenderes als zu wissen, dass es dem Partner im Alter – ab einem gewissen Zeitpunkt eventuell auch alleine – wenigstens nicht an finanziellen Mitteln mangeln muss?

Voraussetzungen, um als Paar in ETFs zu investieren?

Ihr benötigt ein gemeinsames Depot!

Wir raten strikt davon ab, den gemeinsamen Sparplan über ein individuelles Depot laufen zu lassen.

Für eine geeignete Kontenstruktur, empfehlen wir Euch unseren Artikel zum Haushaltskonto.

 

Gemeinsame Vorsorge für den Nachwuchs

Früher wurde mit der Geburt des Kindes oft ein Sparbuch auf dessen Namen eröffnet. Dorthin wurde ein Teil des Kindergeldes oder Geldgeschenke der Großeltern, Tanten und Onkel gespart. Typisches Sparziel: Der Führerschein oder das Studium für den Nachwuchs.

Heute gibt es kaum noch Zinsen. Damit ist das Sparbuch obsolet geworden. Ein ETF auf die Weltwirtschaft erwirtschaftet ca. 7 % Rendite jährlich (mal mehr, mal weniger ;-)).

Ein ETF ist damit eine tolle Alternative, um für Euren Nachwuchs vorzusorgen. Denn: Auch hier wirkt der Zinseszins-Effekt. Investiert Ihr monatlich oder quartalsweise für Euer Kind bis dieses 18 Jahre alt wird, kommt eine stattliche Summe zusammen – ihr habt ja Zeit! Was möglich ist, hat der finanzglückliche Nico ausführlich vorgerechnet.

Am Besten ist natürlich, wenn das Geld mit 18 nicht sofort benötigt wird, sondern ein etwaiges schlechtes Börsenjahr ausgesessen werden kann.

Ihr wollt auch für Euren Nachwuchs anlegen?

Wir selbst investieren in zwei ETFs für unseren Babyinvestor mit dem kostenlosen Junior-Depot der Comdirect*

Entscheidungen, die Ihr treffen müsstet

Spart Ihr für Euer Kind auf Eurem eigenen Depot? Oder richtet Ihr ein separates Depot für Euer Kind ein?

Außerdem stellt sich die Frage nach dem Broker – nicht alle Depotbanken bieten überhaupt ein Junior-Depot an. Vielleicht braucht Ihr dies aber auch gar nicht. 

Zu diesen Entscheidungen wird demnächst ein weiterer Artikel folgen. Beides trägt Konsequenzen mit sich.

 

Individuelle (Alters-)Vorsorge und Ausgleich

Gerade, wenn Kinder ins Spiel kommen, setzt auch in Zeiten von Emanzipation oft die Frau noch für einige Jahre im Job aus. Inzwischen stecken mehr Männer in der Karriere zurück und die Partnerin verdient einige Jahre mehr Geld als der Mann.

Egal wie rum, wenn einer für die gemeinsame Familie beruflich zurücksteckt, bedeutet dies, dass er oder sie auch eine geringere Rentenzahlung erwarten kann.

Durch das Investment in ETFs kann dieses Zurückstecken ausgeglichen werden. Zahlt der Partner für den geringer Verdienenden eine monatliche Summe in ETFs ein, kann eine kleine Zusatzrente aufgebaut werden.

ETF-Konto

Diese gleicht dann im Alter den Unterschied aus, der aufgrund der gemeinsamen Familienentscheidung entstanden ist.

 

Wann lieber nicht als Paar in einen ETF investieren?

Mittel- und kurzfristige Investitionen in ETFs sind weder als Paar noch als Einzelperson empfehlenswert – bei Einzelaktien ist das Renditepotential deutlich höher. ETF entfalten ihr Potential besonders bei langfristigen Investments der Anleger, wie die obigen Beispiele illustrieren.

Möchtet Ihr unabhängig voneinander bleiben und gemeinsame Investitionen im Zweifel schnell beenden, sind ETF zwar ebenso schnell wie Aktien verkauft. Aus Renditegesichtspunkten sind Einzelwerte für kurz- und mittelfristige Spekulationen als Paar jedoch interessanter.

Ordergebühren sind bei ETF-Sparplänen vergleichsweise so gering, dass diese kein Argument sein sollten, um ausschließlich deswegen gemeinsam in ETFs zu investieren!

Als Paar gibt es für kurz- und mittelfristige Zeiträume deutlich bessere Investitionsmöglichkeiten als ETF-Käufe.

 

Fazit zum ersten ETF-Kauf als Paar oder alleine

Und was ist Dein Gefühl?

Ist doch gar nicht so schwer zu beginnen und den ersten ETF zu kaufen. Als Paar oder als kleine Familie stehen Euch einige Kombinationsmöglichkeiten offen.

Was ist jetzt zu tun? Wägt Eure Optionen ab, entscheidet Euch zunächst für eine Variante und beginnt mit dem Investieren!

Für welche Variante habt Ihr Euch entschieden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Bei Fragen schickt uns eine Mail an info [at] beziehungs-investoren.de

Du hast Deine Motivation gefunden, einen ETF-Sparplan aufzusetzen? Hervorragend. Aber irgendwie willst Du mehr. Du hast Bock auch Einzelaktien zu handeln. Mit dem Schwester-Artikel „Dein Ultimativer Aktienguide: wie Du mit nur 1 Aktie die Börse verstehst“ erweist Dir dabei gute Dienste!

 

Haushaltskonto: Unser Kontenmodell für eine faire und gleichberechtigte Beziehung

Unkraut.

Die unliebsamen Pflanzen sprießen so schnell aus dem Boden wie Sebastian Vettel um die Kurve fährt.

Deine einzige Möglichkeit? Beete anlegen und Dich um Deinen Garten kümmern.

Früher war das noch einfacher, da hattest Du lediglich ein paar Pflänzchen in einem Kübel auf Deinem Balkon.

Doch seitdem Ihr in das neue Haus gezogen seid, steht viel mehr Grünzeug hinter den eigenen vier Wänden.

Wenn Dir ein Gärtner zu teuer ist und nicht alles zuwuchern soll, dann musst Du Dich darum kümmern.

So sieht es auch mit Euren Finanzen aus.

Levermann Strategie: Die 4 Schritte der Beziehungs-Investoren

​Kennst Du das Gefühl, dass Deine Emotionen die Hosen anhaben?

Bei klarem Verstand würdest Du anders handeln. Doch, wenn Freude, Wut, Euphorie, Trauer oder Ekel in Dir aufkeimen, gibst Du das Zepter ab.

Keine Bange.

Damit bist Du nicht alleine. Wir kennen etliche dieser Situationen.

Emotionen sind gut – sie bestärken Dein Handeln und bewahren Dich davor Dummheiten zu tun.

In einem speziellen Fall können sie jedoch sehr hässlich werden.

Die Kombination aus Geld und Tilt!

Tilt nennen Pokerspieler den Moment, in dem sie Entscheidungen nicht mehr aufgrund von Wissen und Wahrscheinlichkeiten treffen, sondern durch ihre Emotionen.

Das ist der Moment an dem es gefährlich wird. Alle Alarmglocken schreien. Und Du die Finger von Entscheidungen lassen solltest.

Ansonsten brennst Du Dich schneller durch Dein Konto als Dein Verstand seine Hosen wieder anziehen kann.

Die beste Waffe gegen Tilt?

Eine glasklare Strategie und Deine Verpflichtung Dich an sie zu halten – no matter what!

Am Ende dieses Artikels kennst Du unsere Levermann Strategie mit der wir unsere Emotionen schachmatt setzten! Und Du erfährst, wie Du Deine eigene Aktienstrategie auf die Beine stellst.

Wie kamen wir zur Levermann Strategie?

Zu Beginn unserer Investitionskarriere verbrannten wir Geld.

Wieso?

Auch wir hatten unsere Emotionen nicht im Griff.

Eine passende Strategie musste her und dabei half uns eine spezielle Angewohnheit.

Jeden Abend vor dem Schlafengehen hören wir eine Podcastfolge.

Unsere Hörliste ist lang und wird wöchentlich länger.

Als Bewunderer des Finanzrocker Podcasts hörten wir auch dessen Folge zur Levermann Strategie.

Eine weitere Eigenschaft brachte die Investitionswende: Neugier.

Da ich sehr anfällig für Neues bin, habe ich mir zehn Stunden später das Buch von Frau Levermann selbst gekauft. Und verschlungen!

 

Wieso die Levermann Strategie?

Levermann bietet mit ihrer Strategie große Gestaltungsfreiräume und Anpassungsmöglichkeiten.

Diese existieren allerdings nur im Vorfeld.

Sobald die Strategie von uns festgelegt wurde, gab es klare Regeln, an die wir uns zu halten hatten.

Emotionsloses investieren – mit Levermann schien dies möglich.

Zuvor war es ein nervenaufreibendes Hin und Her. Die Aktien fallen, die Aktien steigen und ich wusste nicht, ob ich jetzt in das Unternehmen investieren oder aussteigen soll.

Viel zu viele Emotionen eben.

 

Wie funktioniert unsere Levermann Strategie?

Insgesamt besteht unser Vorgehen aus vier Teilen:

1. Interessante Aktien auswählen – Wo wenden wir Levermann an?

2. ​Quantitative Bewertung des Unternehmens – Der Kern der Levermann Strategie!

3. ​Qualitative Bewertung des Unternehmens

4. Verhalten nach dem Kauf einer Aktie

Unser Depot haben wir bei:

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Schritt 1: Interessante Aktien auswählen – Wo wenden wir Levermann an?

Weltweit existieren vermutlich 35 000 Unternehmen, die ihre Anteile an der Börse anbieten.

Welche sind für Dich interessant?

Du könntest Dich auf bestimmte Regionen konzentrieren: Deutschland, Europa, USA, Asien, …

Auf die Stärke der Industrie: Industrieländer (Deutschland, USA) vs Schwellenländer (Indien, Brasilien)

Oder auf Branchen: Dienstleistung, Holzverarbeitung, Maschinenbau, …

Zurzeit betrachten wir deutsche Aktien aus dem DAX, TecDAX, MDAX, SDAX und indexlose Werte, sowie die 30 Unternehmen aus dem Dow Jones. Mittlerweile haben wir unsere Liste durch Global Players ergänzt. Alles zusammen etwa 600 Werte.

Angefangen hatten wir mit dem DAX und haben anschließend unser Einzugsgebiet stetig erweitert.

Mit mehr Wissen, nehmen wir Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern hinzu.

Dein Einstieg hängt von Deinem Wissen ab. ​Wo kennst Du Dich aus und möchtest starten?

 

Schritt 2: 10 Kennzahlen prüfen und beobachten – Der Kern der Levermann Strategie!

Emotionsfilter.

Das ist die Aufgabe dieses Schrittes. Und der Kern der Levermann Strategie.

Für jede Kennzahl gibt es Schwellenwerte, die Auswirkungen auf die Vergabe von Punkten haben.

Jede Kennzahl kann die Ausprägung -1, 0 oder +1 annehmen. Am Ende werden die Punkte addiert. Dieses Vorgehen basiert auf der Levermann-Strategie.

Hier sind die 13 Kennzahlen, die in der Levermann-Strategie verwendet werden und die wir übernommen haben:

Eigenkapitalrendite:

Sie gibt die Verzinsung des Eigenkapitals an. Zwischen zehn und 20 Prozent Eigenkapitalrendite erhält ein Unternehmen 0 Punkte. Darüber +1 und darunter -1 Punkt.

EBIT-Marge:

Ist das operative Ergebnis eines Unternehmens. Also das Verhältnis zwischen dem Gewinn vor Steuern und Zinsen und dem Umsatz des Unternehmens. Bei einer EBIT-Marge von sechs bis zwölf Prozent erhält das Unternehmen 0 Punkte. Darüber +1 und darunter -1 Punkt.

Eigenkapitalquote:

Zeigt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapitals ist. Umso höher die Quote umso höher ist die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Zwischen 15 und 25 Prozent Eigenkapitalquote erhält das Unternehmen 0 Punkte. Darüber +1 und darunter -1 Punkt.

​Cashflow je Aktie:

​Der Cashflow je Aktie drückt die Finanzkraft eines Unternehmens aus. Das heißt, wie gut kann das Unternehmen in Zukunft Investitionen tätigen, Schulden abbauen oder Gewinne in Form von Dividenden ausschütten. Bei den Punkten haben wir uns am derzeitigen Durchschnitt deutscher Unternehmen orientiert. Bei weniger als 0 Euro je Aktie gibt es -1 Punkt. Bei mehr als 3 Euro je Aktie vergeben wir +1 Punkt. Dazwischen gibt es 0 Punkte.

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

Hier wird der aktuelle Kurs ins Verhältnis zu dem durchschnittlichen Gewinn der vergangenen zwei, dem laufenden und den kommen zwei Geschäftsjahren gesetzt. Bei einem durchschnittlichen 5-Jahres-KGV zwischen zwölf bis 16 Prozent erhält ein Unternehmen 0 Punkte. Darüber -1 und darunter + 1 Punkt.

​​Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

Liegen die Kurse zwischen +5 und -5 Prozent auseinander, gibt es 0 Punkte. Darüber +1 Punkt und darunter -1 Punkt.

Aktueller Kurs vs. Kurs vor zwölf Monaten:

Liegen die Kurse zwischen +5 und -5 Prozent auseinander, gibt es 0 Punkte. Darüber +1 Punkt und darunter -1 Punkt.

​Liquide Mittel:

​Liquide Mittel sind notwendig, um die laufenden Kosten bezahlen zu können. Liquide Mittel sind die Vermögenswerte eines Unternehmens, die sofort zur Zahlung zur Verfügung stehen. Auch hier haben wir uns am Durchschnitt orientiert. Weniger als 2 Euro je Aktie gibt -1 Punkt. Bei mehr als 6 Euro je Aktie vergeben wir 1 Punkt und dazwischen die 0 Punkte.

Dividendenrendite – Entwicklung der letzten 5 Jahre:

Ist die Entwicklung der Dividendenrendite in den letzten fünf Jahren im Schnitt höher als 1,5 % vergeben wir 1 Punkt. Bei weniger als 1 % gibt es -1 Punkt und dazwischen gibt es 0 Punkte.

​Gewinnwachstum:

Hier vergleichst Du den bisherigen Gewinn je Aktie mit dem vorhergesagten Gewinn je Aktie. Steigt der Gewinn um mehr als fünf Prozent an, vergibst Du +1 Punkt. Bei weniger als -5 Prozend ziehst Du -1 Punkt ab. Und dazwischen erhält das Unternehmen 0 Punkte.

 

Jetzt addierst Du alle Punkte auf. Bei vier Punkten gehen wir zu Schritt 3 unserer Levermann Strategie über. Alles was darunter ist, interessiert uns vorerst nicht weiter.

​Wir überprüfen die Punte einmal im Monat und weichen damit stark von der eigentlichen Strategie ab, die eine wöchentliche Überprüfung voraussetzt. Da wir insgesamgt daran interessiert sind, unsere Aktien möglichst lange zu halten, ist dies sinnvoller. Mit der monatlichen Überprüfung können wir uns entscheiden frisches Geld unserem Depot zukommen zu lasssen.

 

Schritt 3: Einzelaktien genauer anschauen – Wissensaufbau und Entscheidungsfindung

Verstanden?

Einen der tödlichsten Fehler, den wir in der Vergangenheit begangen haben: Keine Ahnung, was das Unternehmen macht und wie es Geld verdient.

Daher: Wir investieren in kein Unternehmen, das wir nicht verstehen!

Im letzten Schritt schauen wir uns den Geschäftsbericht des Unternehmens an. Und orientieren uns an folgenden Leitfragen:

  • Verstehen wir das Geschäftsmodell des Unternehmens?
  • Womit verdient das Unternehmen Geld?
  • Wo entstehen Ausgaben für das Unternehmen?
  • Welche Wettbewerbsvorteile hat das Unternehmen?
  • Sind die Wettbewerbsvorteile nachhaltig?
  • Baut das Unternehmen die Wettbewerbsvorteile weiter aus?
  • Ist das Unternehmen im digitalen Bereich vertreten?
  • ​Wie ist das Management und die Führungsebene aufgebaut? Sind dies langjährige Unternehmensmitarbeiter oder Noteinkäufe, um das Ruder herumzureißen?

 

Schritt 4: Verhalten nach Kauf der Aktie

Bisher haben wir es geschafft, annähernd emotionslos zu kaufen. Unsere Strategie gibt uns vor, wann wir was zu tun haben. – Vorausgesetzt, es ist genügend Geld vorhanden.

Doch was passiert nach dem Kauf?

Trump wird gewählt – Brexit wird beschlossen – die Banken verzocken sich.

Irgendwo passiert immer was und wenn nur der nächste Crash-Prophet vom Berge schreit.

Auch hier gilt es Ruhe zu bewahren und die Strategie für sich arbeiten zu lassen.

Welche Szenarien können eintreten und wie gehen wir damit um?

Preis der Aktie fällt

Gibt es Gründe für den Preissturz? Hat das Unternehmen einen klaren Wettbewerbsnachteil erfahren? Kann es das neue Problem lösen?

Bei unlösbaren Problemen und einer klar veränderten Situation zur Kaufentscheidung bleibt nur der Verkauf der Unternehmensanteile.

In allen anderen Fällen bleiben wir investiert und warten auf einen erneut guten Zeitpunkt nachzukaufen.

 

Preis bleibt unverändert

Stagnation ist unschön, veranlasst uns aber nicht direkt zur Handlung. Wir haben aus Überzeugung in ein Unternehmen investiert, wenn der Markt eine Pause braucht, bleiben wir geduldig. Erst eine (unlösbare) Verschlechterung der Eingangssituation würde zum Verkauf führen.

Ansonsten würden wir mit frischem Kapital aufstocken.

 

Preis steigt

​“Gewinne laufen lassen“ heißt es so schön. Bei Unternehmen, bei denen es keinen Grund zur Annahme einer Kehrtwende gibt, bleiben im Depot.

​Ansonsten arbeiten wir mit einem Trailing Stop Loss. Dieser wandert mit einem gewissen Abstand dem Aktienpreis hinterher. Den Abstand setzen wir außerhalb der einfachen Standardabweichung, die ​wir an der Volatilität des vergangenen Jahres bemessen.

 

Die Regeln unserer Levermann Strategie

  1. ​Schritte 1 bis 3 gelten für alle Investitionsentscheidungen in Aktien
  2. Für keine Aktien darf eine Änderung an der Strategie vorgenommen werden.
    1. Wenn eine Änderung vorgenommen wird, dann unabhängig von einer Investitionsentscheidung und im Sinne der Weiterentwicklung unserer Levermann Strategie.
  3. ​​Wir entscheiden ​uns unabhängig wie viel Kapital individuell investiert werden soll.
  4. Nach der Kaufentscheidung ist der Preis der Aktie irrelevant.
  5. ​Stark fallende Kurse führen ​zur erneuter Evaluation des Unternehmens.
    1. Aufgrund von News (z. B. Brexit) die das Geschäftsmodell des Unternehmens nicht beeinträchtigen, kaufen wir nach (Siehe Regel 3).
    2. Aufgrund von veränderten Bedingungen, die Einfluss auf das Geschäftsmodell des Unternehmens haben (z. B. EEG auf RWE und E.On) verkaufen wir unsere Beteiligung.
  6. ​Einmal jährlich evaluieren wir unsere Investitionen erneut und handeln entsprechend der neuen Erkenntnisse.

​Willst Du dasselbe Depot wie wir?

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Vorteile unserer Levermann Strategie

(1) Du hast ein klares Regelwerk, ob und wann Du Aktien käufst.

(2) Du kannst Deine Emotionen aus dem Spiel lassen.

(3) Nach Automatisierung der Kennzahlen ist Dein zeitlicher Aufwand gering (~ 1,5 Stunden pro ​Monat)

(4) Du hast eine hohe Lernkurve: Beispielsweise bekommst Du ein bessere Verständnis für die Geschäftsmodelle der Unternehmen und was die Kennzahlen im Einzelnen bedeuten.

(5) Geringe Orderkosten, da Du im Gegensatz zur reinen Levermann-Strategie, nicht ständig die Aktien austauschen musst.

 

Nachteile unserer Levermann Strategie

(1) Hoher zeitlicher Aufwand bis zur Automatisierung.

(2) Hoher Lernaufwand bis Du die Kennzahlen verstanden hast und mit dem Lesen von Geschäftsberichten vertraut bist.

(3) Dein Geld ist länger in einer Aktie gebunden als bei der reinen Levermann-Strategie. Das bedeutet, dass Du auf manche „Kaufempfehlung“ der Kennzahlen verzichten musst, wenn Du gerade kein weiteres Kapital zur Verfügung hast.

 

Fazit und Ausblick

Eine Strategie hat immer Vorteile gegenüber blindem Handeln. Ein klares Regelwerk kann zwar verlustorientiert arbeiten, dafür können Fehler erkannt und behoben werden. Dies ist beim „chaotischem“ Kaufen und Verkaufen nicht möglich.

Wir praktizieren diese Aktienstrategie seit Anfang 2016 und fahren damit sehr gut. Sowohl den Brexit als auch den schwächsten Börsenstart ins neue Jahr (in 2016) seit langer Zeit haben wir ohne große Kurseinbrüche überstanden. Nach dem Brexit-Votum ist unser Depot sogar angestiegen, da die Kurse unserer Aktien aus dem Dow Jones positiv reagiert haben.

Was ist denn Deine Strategie?

Das Update zum Crowdinvesting: Learnings nach 22 Monaten als Crowdinvestorin

​Vor 22 Monaten habe ich mein erstes Investment über Zinsland in Immobilien getätigt und bin damit zur Crowdinvesterin geworden. Höchste Zeit also für ein Update an dieser Stelle. Weiter unten findest Du auch noch mein erstes Update, das ich nach 9 Monaten, vor etwas über einem Jahr verfasst habe.

Diese Updates hat Marielle für Dich verfasst.

​Update Crowdinvesting nach 22 Monaten: Zeit für eine Entscheidung?

 

​Im ​Spätsommer 2017 habe ich mein erstes Investment via Zinsland in ein Crowdinvesting-Projekt getätigt.

Inzwischen sind die ersten Rückzahlungen geflossen, ganz aktuell traten die ersten Ausfälle auf und in neue Projekte habe ich auch noch investiert.

Seit Monaten habe ich in unserem Newsletter ​wieder und wieder ein Update zum Thema Crowdinvesting angekündigt.

Jetzt soll es endlich soweit sein. Denn meine Zweifel aus dem letzten Update (dieses findest Du weiter unten) sind weiter gewachsen.

Doch immer der Reihe nach. Was ist passiert?

Gute Neuigkeiten rund um’s Crowdinvesting​

Beginnen wir mit den positiven Erfahrungen, die ich sammeln konnte: Die ersten drei Projekte wurden im Rahmen der vereinbarten Projektzeiträumen zurückgezahlt.

​Aus dem Projekt „Alex 65“ habe ich 5 % Rendite über ein Zeitfenster von 9 Monaten erwirtschaftet. Dieses Bauprojekt ist in Frankfurt realisiert worden und ich habe das Ergebnis bereits selbst vor Ort angesehen.

Mein allererstes Investment in das „mein Lorenz“ Mehrfamilienquartier in Lübeck wurde nach knapp 12 Monaten mit 6 % verzinst zurückgezahlt. Sogar etwas früher als ursprünglich mit 18 Monaten avisiert.

Und auch meine Investition im Raum München in der „Ulrich-von-Hüttenstr.“ wurde nach den vereinbarten 18 Monaten mit 6,5 % Zinsen zurückgezahlt.

Drei von meinen insgesamt 12 Investitionen über Zinsland waren folglich von Erfolg gekrönt. Das sind doch schon einmal gute Neuigkeiten!

An welchen Stellen die Zweifel bleiben

Doch nicht alles lief so erfolgreich.

Das Projekt „Königin Luise“ mit dem ein Villenbau mit mehreren Wohnheiten im Berliner Großraum konnte bisher nicht erfolgreich umgesetzt werden. Die Statusberichte, die ich von Zinsland erhielt, liesen ​weitere Verzögerungen verlauten.

​Im Herbst vergangenen Jahres wurde es dann Gewissheit: Das Projekt wird nicht in der geplanten Form umgesetzt und die Rückzahlung verzögert sich. Derzeit ist geplant, dass die Gesellschaft aus einem anderen Projekt die entsprechenden Mittel verwendet, um die Crowdinvesting-Investoren zu vergüten.

Durch die Verzögerung wird zusätzlich zu den versprochenen 6 % ein Strafzins fällig, wodurch ich für den Zeitraum November 2018-Juli 2019 sogar 9% Verzinsung erwarte.

Allerdings bringt diese Zinserhöhung ​nur etwas, wenn die Zahlungen am Ende auch fließen. Es bleibt also spannend, ob dieses Projekt noch zum Erfolg (aus Anlegersicht) wird oder es doch noch zum Totalausfall kommt.

​Darüber hinaus laufen weitere 5 Investments noch regulär in den nächsten Monaten weiter – die ​Rückzahlungstermine liegen zwischen Juni diesen Jahres und Juli 2021.

Ein weiteres Projekt wartet noch auf meine Einzahlung und bei zwei gibt es leider sehr schlechte Neuigkeiten:

Die Horrorszenarien sind eingetreten: Totalausfall von zwei Crowdinvesting-Projekten!

Letzte Woche wurde aus einer unschönen Vorahnung leider Realität. Mich erreichte die Nachricht von der Insolvenz der AZP Holding GmbH.

Die bedeutet, den Totalausfall zweier Projekte, in die ich direkt vor der Haustüre investiert habe:

​Mit den Projekten „Steinbacher Terrassen“ und „Nassauer Hof“ sollten Mehrfamilienkomplexe in Steinbach und Kronberg im Taunus realisiert werden.

Wir wohnen in Oberursel – einer Nachbarstadt der beiden Städte – und können regelmäßig an den Baustellen vorbeifahren. Besonders das Steinbacher Projekt wirkte von Außen bereits wie kurz vor der Fertigstellung.

Doch der Schein trügt: Das Unternehmen hat Insolvenz eingereicht – die vermeintlichen Gründe sind ein schlecht arbeitendes Architekturbüro, das für viele bauliche Mängel verantwortlich sein soll sowie der plötzliche Tod eines Geschäftsführers der AZP GmbH.

​Nach Recherche im Internet finden sich weitere Gründe. Dazu gehört auch, dass die Zahlen bereits vor dem Projektstart nicht ​sauber wirkten.

Lange Rede kurzer Sinn: Noch ist nicht klar, ob die Investitionssummen ​gegebenenfalls doch noch zurückgezahlt werden können. Derzeit rechne ich nicht damit. Im Zinslandkonto ist als Rückzahlungszeitpunkt „unbekannt“ vermerkt.

Diese Entwicklung ist selbstverständlich sehr enttäuschend.

Meine ganz persönlichen Gedanken zu​ der Pleite:

Tatsächlich frustriert mich die Information über die Insolvenz deutlich weniger als ich erwartet hätte.

Ich war mir über das Risiko von vorneherein bewusst. Zwar hätte ich es bei ausgerechnet diesen beiden Projekten nicht erwartet, dass ich mein Geld nicht wieder bekomme. Ich musste lernen, dass ein erfolgreiches Immobilienprojekt deutlich mehr Abhängigkeiten hat als nur die Lage. Denn letztere ist für beide Objekte sehr gut und ich kenne die Standorte persönlich. Ich habe mich von der Annahme, dass die Wohnungen schnell verkauft sein würden – wie alles hier in der Region – blenden lassen. Ein Fehler meinerseits!

Allerdings habe ich mittels Crowdinvesting lediglich eine Geldsumme investiert, deren Totalverlust ich verschmerzen kann. Selbstverständlich ist mein Ziel mit Crowdinvesting eine höchstmögliche Rendite. Diese zwei Ausfälle können durch meine 10 anderen Projekte nicht kompensiert werden.

Dies würde eine deutlich höhere Gesamtsumme und höhere Streuung in verschiedene Projekte erfordern. Heute habe ich Zweifel, ob ich diese als Privatanleger mit meinem  verfügbaren Investitionskapital überhaupt erreichen kann. Ein weiteres Beispiel von: Aus Fehlern lernt man?

Ich habe die Hoffnung tatsächlich noch nicht ganz verloren. Ich bin gespannt, ob die Bauprojekte von einer anderen Gesellschaft übernommen werden. Die Abwicklung der Insolvenz wird eine ganze Weile in Anspruch nehmen. Vielleicht sehe ich am Ende mein Geld doch wieder? Wir werden es sehen und ich werde im nächsten Update darüber berichten!

Ein Zwischenfazit nach 22 Monaten als Crowdinvestorin

Das Ergebnis aus den Erfahrungen, die ich in den letzten Monaten im Crowdinvesting sammeln durfte, fällt gespalten aus. Einerseits finde ich die Investitionsform weiterhin super spannend. Die beiden Ausfälle und die damit verbundende Negativrendite sind aber ​sehr ärgerlich.

Rational betrachtet sollte ich wohl die vorhandenden Projekte auslaufen lassen und den Verlust als Lehrgeld betrachten.

​Ich überlege jedoch auch, ob meine Auswahlkriterien einfach verändert werden müssen. Würden meine Erfahrungen vielleicht positiver sein, wenn ich nicht zwei Projekte bei derselben Gesellschaft gewählt hätte? Der Anteil der bei nur 12 Investments auf dieses eine Unternehmen entfällt, ist definitiv zu hoch und hat nichts mit guter Streuung zu tun.

Ein weiterer Aspekt ist, die Projekt- und Rückzahlungsart. Inzwischen bin ich mit dem Projekt „Krempelhof“ auch in ein Sanierungsprojekt investiert, aus dem ich halbjährlich Zinszahlungen erhalte. Hier wird das Objekt kernsaniert und zeitgleich bleiben manche Wohnungen vermietet oder werden bereits neu vermietet. Durch den Cashflow wird das Risiko eines Totalausfalls aus meiner Sicht deutlich vermindert.

Mike hat vor einigen Monate ebenfalls sein erstes Crowdinvestment gewählt – über Exporo – ebenfalls in ein Bestandsobjekt aus dem er quartalsweise Zinsen erhält.

​Ich überlege also noch, ob ich durch kleine Anpassungen vielleicht doch noch zur alten Begeisterung übers Crowdinvesting zurückkommen kann.

Ein nächstes Update soll zum Jahresende 2019 folgen – bis dahin werde ich eine Entscheidung über das zukünftige Vorgehen getroffen haben und kann hoffentlich auch bereits mehr berichten, wie die Insolvenzabwicklung gelaufen ist.

Bis dahin freue ich mich über Deine Ideen und Gedanken zum Crowdinvesting in den Kommentaren. Hast Du auch bereits Verluste in diesem Bereich wegstecken müssen und hast noch einen wichtigen Tipp für mich?

​​Update Crowdinvesting nach 9 Monaten: Was hat sich verändert?

In vier Monaten geschieht beim Crowdinvesting überschaubar viel. Denn logisch: Die Projekte kommen bei nur einer Plattform regelmäßig, jedoch dabei mit entsprechendem Abstand rein. Das Geld, das für Investitionen zur Verfügung steht wächst noch immer nicht auf Bäumen und Neuigkeiten gibt es von den bestehenden Projekten lediglich zu Meilensteinen.

Dennoch ist in den vergangenen vier Monaten seit meinem ersten Artikel über Crowdinvesting einiges geschehen:

 

2 Neue Crowdinvesting-Projekte für mein Portfolio

 

Definitiv bin ich wählerischer geworden. Habe ich in 2017 in nur 3 Monaten in 5 Projekte investiert, waren es in den vergangenen 4 Monaten lediglich 2 neue Projekte. Entschieden habe ich mich gegen vier oder fünf andere. Gründe dafür waren vielfältig:

  • Keine Zeit zur Recherche
  • Gefühlt zu lange Projektlaufzeiten für zu wenig Zinsen
  • Begrenztes zur Verfügung stehendes Kapital

Entschieden habe ich mich für folgende zwei Projekte:

 

Nassauer Hof in Kronberg im Taunus

Kronberg ist eine Nachbarstadt unseres Wohnortes Oberursel. Im reichen Taunus gelegen wird hier von der AZP Holiding GmbH ein Gebäudekomplex mit 10 Wohnungen sowie einer Gewerbeeinheit und Tiefgarage errichtet.

Als Crowdinvestorin bekomme ich hier – einen erfolgreichen Abschluss des Projektes vorausgesetzt – 6,5 % p.a. bei einer Laufzeit von ca. 18 Monaten. Im Juni 2019 rechne ich mit der Rückzahlung.

Besonders an einem solchen Investment um die Ecke ist, dass ich dort jederzeit vorbeifahren und mir den Baufortschritt selbst anschauen kann. Die Risiken für ein solches Projekt bleiben jedoch bestehen.

Dennoch war gerade diese räumlichen Nähe ein Hauptgrund weswegen ich mein Geld in den Bau des Gebäudes gesteckt habe: Ich kenne Kronberg, ich weiß, dass die Stadt als drittreichste in ganz Deutschland gilt und dass dort – wie im ganzen Rhein-Main-Gebiet eine hohe Nachfrage nach Wohnungen, v.a. Eigentumswohnungen besteht.

Daher bin ich zuversichtlich, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt und ich mein Investment verzinst und pünktlich zurückerhalten werde.

 

Am Stener Berg in Berlin

Berlin-Pankow und Einfamilienhäuser. Zwei Begriffe mit denen ich sonst wenig zu tun habe.

Die deutsche Hauptstadt kenne ich nicht gut, dass die Preise für Immobilien in den letzten Jahren stetig gestiegen sind, habe ich sehr wohl registriert.

Dass gerade in einem Außenbezirk Berlins viele junge Familien nach einem Einfamalienhaus suchen, ist beim Boom der Region nachvollziehbar.

Auch dieses Projekt läuft 18 Monate. In diesem Zeitraum sollen 41 Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften errichtet und im Idealfall direkt an einen institutionellen Investor veräußert werden. Auch hier sind 6,5 % Zinsen p.a. vertraglich festgehalten.

In dieses Projekt Am Stener Berg kannst Du noch ca. 2 Wochen investieren – es fehlen noch etwa 35.000 € bis das Funding-Ziel von 1,2 Millionen Euro erreicht ist.

 

Projekt-Updates im Briefkasten

 

Interessant ist für mich, dass ich inzwischen im etwa 14-tägigen Rythmus Updates von einem der Projekte, in die ich im letzten Jahr investiert habe, in meinem Mail-Postfach vorfinde. Diese berichten mir in kurzer und prägnanter Form, was derzeit passiert. Details sind selten, die Informationen gleichen eher Statusmeldungen:

  • So wird beim Berliner Villen-Projekt Königin.Luise87 in den nächsten Wochen mit dem Bau begonnen und konkrete Gespräche mit Kaufinteressenten finden statt – wird ja auch Zeit, denn bereits im August liegt der avisierte Rückzahlungszeitpunkt!
  • Bei meinem ersten Investitionsobjekt Gemeindeamtsstraße in Leipzig werden gerade die ersten Kaufanfragen bearbeitet. Sobald die interne Vorverkaufsquote erreicht ist, kann mit dem Bau begonnen werden – avisiert ist dies für Juni diesen Jahres – gut, dass die Baugenehmigungen und Teilungserklärungen bereits vorliegen, das beruhigt!
  • Anderes Bild beim Projekt in der Lübecker Innenstadt mein LORENZ: Hier sind bereits 85 % der Wohneinheiten verkauft und der Bau ist fast abgeschlossen – da frage ich mich, warum mein Geld erst im März 2019 zurückgezahlt werden soll, ob sich da wohl noch etwas ändert? 
  • Im Süden der Republik, am Rande von München, ist der Vertriebsstart für das Projekt Ulrich-von-Huttenstrasse im Januar erfolgt und die Teilungserklärung ist inzwischen beurkundet. Die ersten Arbeiten am Gelände wurde beauftragt – im September werde ich in München sein und bin gespannt, ob ich dann schon etwas vom Baufortschritt bestaunen kann!
  • Mein bisheriges Highlight-Investment sind die Steinbacher Terrassen, denn auch dieses Projekt wird direkt bei uns um die Ecke gebaut, den Rohbau habe ich bereits mit eigenen Augen gesehen und im Januar waren bereits 33 der 34 Wohnungen verkauft – ob ich wohl jemanden kenne, der dort einzieht?

Diese Updates sind extrem unterschiedlich – sowohl in ihrem Fortschritt als auch ihrem Informationsgehalt. Alle rufen bei mir einen hohen Lerneffekt vor. Ich bekomme eine Vorstellung über den Ablauf, die wichtigen Schritte und die Kalkulation solcher Großprojekte – ganz unabhängig von der erhofften Zins- und Rückzahlung am Ende der Laufzeit, bekomme ich hier definitiv mehr für mein Geld als würde es einfach auf einem Konto herumliegen.

 

Update Crowdinvesting: Was ist neu?

Seit 9 Monaten bin ich unter die Crowdinvestoren gegangen, noch kein Jahr. War ich zu Beginn extrem euphorisch und konnte gar nicht abwarten, dass ein neues Projekt auf die Plattform kommt, sodass ich investieren kann, hat sich meine Gefühlswelt in dieser Zeit sehr verändert.Zweifel und Zeitprobleme

Durch viele Gespräche mit anderen Investoren kam die Frage auf, weswegen Unternehmer auf Crowdinvesting-Gelder zurückgreifen? Wäre ein Bankkredit nicht viel weniger Aufwand? Sind die Konditionen aus Bau-Unternehmer-Sicht wirklich so viel besser? Oder bekommen sie einfach nicht genug Kredite und MÜSSEN sie Crowdinvesting nutzen, um ihr Projekt zu realisieren?

Alle diese Fragen führen mich zwangsläufig zur Hinterfragung, wie sicher mein investiertes Geld in Crowdinvesting ist?

Bei jedem Investment lese ich den Warnhinweis zum hohen Risiko der Nachrangdarlehen. Wirklich verinnerlichen werde ich diesen wahrscheinlich erst mit dem ersten Ausfall. Auch wenn mir bewusst ist, dass dieser kommen wird und ich nur die Mindestbeträge in jedes Objekt investiere – ein unangenehmes Gefühl wird es sicherlich.

Dazu kommt, dass ich zu Beginn sehr viel Zeit in die Recherche der Unternehmen und Projekte investieren konnte. Ich konnte auch danach selektieren, welchen Eindruck der Bauherr oder Projektentwickler auf mich machte und wie deren Erfolgshistorie aussah. Bei einer extra für das Projekt gegründeten Gesellschaft hätte ich mein Geld für mich behalten. Bei Zweifeln an der Seriosität war ich ebenso raus.

Lohnt es sich für 6-7% Zinsen (vor Steuern!) und dem hohen Risiko aufgrund mangelnder verfügbarer Informationen wirklich in Crowdinvesting-Projekte zu investieren?

Meine Zweifel sind in den letzten Monaten gestiegen, meine Neugier und mein Interesse an Immobilien überwiegen weiterhin. Ich bin wählerischer und kritischer geworden.

 

Börsentag und der Marktwächter Finanzen

Beim Börsentag in Frankfurt im Februar besuchte ich den Vortrag der Verbraucherzentrale Hessen mit dem Titel „Marktwächter Finanzen: Was Sie beim Crowdinvesting beachten sollten“.

Versprochen hatte ich mir davon zu lernen, worauf ich achten könnte, um meine Entscheidung für oder gegen einzelne Projekte zu treffen.

Leider wurde diese Hoffnung enttäuscht.

Der Vortrag beschäftigte sich ausschließlich mit den Nachteilen des Crowdinvestings. Es wurde vor dem hohen Risiko gewarnt und die eigenen Studienergebnisse sehr pauschalisiert dargestellt.

Die Studie beschäftigte sich mit mit den Vertragsbedingungen und dem Vermögenanlagen-Informationsblatt. Eigentlich ein sehr interessantes Thema! Denn die Ergebnisse zeigten, dass die Qualität der Unterlagen und vor allem die Übereinstimmungen der verschiedenen Unterlagen und Ausschreibungen zu einem und demselben Projekt teils mangelhaft waren. Und so etwas würde mich definitiv davon abhalten, in ein gewisses Projekt zu investieren.

Allerdings gab es auch Positivbeispiele unter den getesteten Plattformen und Projekten – leider wurden diese im Vortrag verschwiegen und so blieb es ein Geheimnis, welche Anbieter seriös und welche weniger glaubwürdig sind.

Was bleibt?

Eine eigene Recherche ist notwendig! Ich möchte für meine zukünftigen Crowdinvestings die vorgestellten Kriterien untersuchen, um ein besseres Gefühl zu bekommen.

Habe ich die seitenlangen Dokumente meiner bisherigen Investments nachgeprüft? Nein!

Der Vortrag hat schlussendlich bei mir zu mehr Verunsicherung als zu mehr Klarheit geführt. Ich habe mein Vorhaben weitere Crowdinvesting-Plattformen zu betrachten und dazu zu nehmen aufgrund des gefühlt hohen Aufwands des Seriositätschecks verschoben. Daher bin ich mit der Situation eher unzufrieden.

Die Frage bleibt, ob diese Art der Aufklärung für mich sinnvoll oder eher schädlich war. Im nächsten Update habe ich dazu hoffentlich mehr zu berichten!

 

Zwischenfazit zum Crowdinvesting

 

Nach 9 Monaten als Crowdinvestorin bin ich immernoch voll dabei! Ich finde die Investitionsform enorm spannend, die anfängliche uneingeschränkte Begeisterung ist jedoch abgeflacht und mehr Realismus gewichen.

Habe ich mich zu Beginn gefragt, welche Plattform ich als nächstes nutzen und in welches weitere Objekt ich investieren könnte, stelle ich mir jetzt andere Fragen. Ich investiere inzwischen selektiver, benötige mehr Zeit, um das tatsächliche Risiko noch besser einzuschätzen zu lernen.

Im Sommer steht meine erste Rückzahlung an. Ich bin gespannt, welches Gefühl dann in mir aufkommt. Und, ob ich mein Engagement – vielleicht auf einer weiteren Plattform – bis dahin ausgebaut oder eine völlig andere Investitionsform für mich entdeckt habe.

Bis dahin freue ich mich auf die anstehenden Entwicklungen meiner bestehenden Investments – hinter jedem einzelnen stehe ich weiterhin und dieses Gefühl bestätigt, dass Crowdinvesting ein für mich passendes Investitionsmodell ist. Ich habe den Eindruck mit jedem Projekt etwas zu lernen und Spaß machen mir Immobilien ohnehin.

Wie stehst Du zu den Risiken des Crowdinvestings und auf welchen Plattformen außer Zinsland investierst Du?

AirBnB Erfahrung: Die wichtigstens Fragen und Antworten, wenn Ihr Eure gemeinsame Wohnung privat vermieten möchtet

Nächstes Wochenende ist es soweit. Dein 3-Tages-Seminar findet in 200 km Entfernung statt. Du entscheidest Dich vor Ort zu übernachten, doch die Hotels auf booking.com zeigen geringe Standards, sind zu teuer oder hässlich. Was ist Deine Alternative?

Ihr liebt Städtereisen – neue Menschen kennenzulernen; Euch vorzustellen, wie es wäre dort zu wohnen; andere Städte erkunden. Das ist genau Euer Ding. Wie und wo ist das am besten möglich?

Euer nächster Urlaub ist eine Rundreise durch ein noch unbekanntes Land. Allerdings sind Pauschalreisen teuer und geben Euch einen festen Zeitplan vor. Ihr mögt es hingegen flexibel und unkompliziert. Wie seid Ihr in der Vergangenheit damit umgegangen?

Eine Möglichkeit für all diese Reisen heißt AirBnB und bietet Euch Übernachtungen in passenden Unterkünften direkt an Euren Reiseorten!

Ihr schlaft bei Privatleuten zu Hause. Diese vermieten Ihre Wohnungen, ein einzelnes Zimmer oder ein Sofa als Schlafgelegenheit in ihrer Unterkunft.

Die Miete ist meist deutlich günstiger als Hotels. Zusätzlich erhältst Du von vielen Gastgebern persönliche Tipps und Tricks für die örtliche Umgebung und Du lernst viele interessante Menschen kennen. AirBnB Unterkünfte gibt es überall auf der Welt – auch in unserer Wohnung.

Euch gefällt diese Art zu reisen und Ihr habt bereits erste AirBnB Erfahrung gesammelt? Vielleicht steht Ihr gerade vor der Überlegung Eure gemeinsame Wohnung privat zu vermieten?

Hier ist ein Erfahrungsbericht nach über einem Jahr bei AirBnB als Gastgeber.

Diesen Artikel hat Mike für Dich verfasst.

AirBnb Gastgeber werden: Eure Wohnung privat vermieten

Ihr spielt mit dem Gedanken Vermieter bei AirBnB zu werden? Doch wie mit allem stehen zu Beginn ein paar Fragen, die beantwortet werden wollen. In den vergangenen Monaten als Vermieter wurden wir häufiger gefragt:

  • Ist das nicht komisch fremde Menschen in Eurer Wohnung zu haben?
  • Was ist, wenn ich etwas nicht möchte?
  • Wie ist das, wenn in meiner Unterkunft etwas kaputt geht?
  • Was müssen wir beim Inserat als Gastgeber beachten?
  • Mit welchen Einschränkungen müssen wir rechnen, wenn wir unsere Wohnung vermieten?
  • Funktioniert das überhaupt bei uns? Hier ist doch nichts los.
  • Wie läuft das mit dem Geld für die Vermieter ab?
  • Was sollten wir noch beachten, bevor der erste Gast ankommt?

 

Ist das nicht komisch fremde Menschen in Eurer Wohnung zu haben?

Nein.

Zumindest nicht für uns. Wir sind sehr gerne auf Reisen und lernen neue Menschen kennen. Auf unseren Urlauben kommen wir leicht in den Kontakt mit unseren Gastgebern, anderen Urlaubern oder den Locals.

Es ist total spannend die einzelnen Geschichten zu erfahren.

Und kaum zu glauben. Durch unsere Gäste haben wir mehr über unsere Region und deren Angebote erfahren.

Wir würden allerdings auch lügen, wenn wir sagen würden, dass alle Erfahrungen positiv sind. Beispielsweise hatten wir einen Gast, der unangekündigt seine Frau oder Freundin mit in die Wohnung über die Nacht gebracht hat.

Aber in solchen Fällen hat AirBnB einen sehr guten Support für alle Buchungen über ihre Plattform. Innerhalb kürzester Zeit war die Angelegenheit geklärt und wir erhielten eine zusätzliche Entlohnung, da für den Zusatzgast vorher nicht gebucht war.

 

Bevor Ihr Gastgeber bei AirBnB werdet, empfehlen wir Euch folgende Fragen zu beantworten:

  • Lernen wir gerne und einfach neue Menschen kennen?
  • Haben wir Lust auf abendlichen Smalltalk?
  • Wie würden wir mit Situationen umgehen, die nicht 100 Prozent unseren Vorstellungen entsprechen?

Was ist, wenn ich etwas nicht möchte?

Ihr könnt in AirBnB selbst sehr viel einstellen und damit Euer Inserat Euren Bedürfnissen anpassen. Beispielsweise wie Eure Gäste ihre Buchung durchführen können:

  • Sofort buchen (ohne Einschränkungen)
  • Sofort buchen (unter Bedingungen wie Verifizierungen oder Bewertungen)
  • Immer anfragen vor der Buchung

Exkurs: Sofortbuchung vs. Anfrage

Sofort buchen erhöht den Dienstleistungsgedanken und reduziert die eigene Arbeit. Allerdings habt Ihr nur bei Anfragen die Möglichkeit diese abzulehnen, ohne eine Konsequenz zu erhalten, wenn Ihr eine gebuchte Unterkunft dann doch nicht zur Verfügung stellen wollt.

Konsequenzen einer Absage einer Buchungen, die bereits fest gebucht ist, sind vielfältig. Die schlimmste ist im Algorithmus eine Nullnummer zu sein und kaum mehr ausgespielt zu werden. Denn dann wird Eure Unterkunft einfach weniger vermietet.

Auch, ob Ihr Frühstück anbietet, Euren Föhn zur Verfügung stellt oder Eure Gäste die Waschmaschine nutzen können, könnt Ihr bereits im Inserat anpassen. So wissen potentielle Mieter bereits vor Ihrer Buchung, welchen Service sie von ihrem Gastgeber erwarten können.

AirBnB will für eine möglichst hohe Transparenz vor Reiseantritt sorgen und das gelingt.

Für Eure Hausregeln empfiehlt sich ein Infozettel für Eure Gäste zusammenzustellen, diesen auszudrucken und zu laminieren. In deutscher und englischer Fassung legt Ihr diesen anschließend auf das Gästebett. Bei uns stehen dort beispielsweise diese Infos drauf:

  • Essen & Trinken
  • WLan-Passwort
  • Check-Out-Zeit
  • wichtige Hausregeln wie bspw. Ruhezeiten
  • öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe
  • Google-Maps-Karte auf der Rückseite mit den wichtigsten Orten in der Umgebung der Unterkunft

W​ie ist das, wenn etwas kaputt geht?

Diebstahl und Sachschäden in AirBnB Unterkünften sind unschön, braucht kein Mensch und dennoch kommen sie vor. Daher verständlich, dass wir auch diese Frage bei fast jedem Gespräch zu AirBnB gestellt bekommen.

AirBnB vergibt eine Gastgeber-Garantie und versichert Euch als Vermieter während des Aufenthaltes Eures Gastes bis zu einer Versicherungssumme von 800.000 Euro.

​Wir haben (noch) keine Erfahrung gesammelt, falls tatsächlich ein Schaden entstehen sollte. Allerdings hatten wir ein paar Mal Kontakt mit dem Kundensupport und der ist aus unserer Erfahrung einmalig.

Bisher kenne ich kein anderes Unternehmen, dass so viel Wert darauf legt, dass die Nutzer zufrieden sind, sich sicher fühlen und die positive Erfahrung genießen können.

Was ​müssen wir beim Inserat beachten?

AirBnB führt Euch perfekt durch die Erstellung Eures Inserates. Zunächst baut der Algorithmus mit Euch ein rudimentäres Inserat basierend auf Euren Antworten zu verschiedenen Fragen auf. Nach Erfüllung der Mindestanforderungen werdet Ihr aufgefordert weitere Angaben und Beschreibungen zu tätigen.

5 Fotos werden das Minimum sein, bevor AirBnB aufhört Euch nach weiteren Fotos zu bitten.

Ausführliche Beschreibungen der Unterkunft und der Umgebung erzeugen weiteres Vertrauen bei Euren potentiellen Gästen.

Zu welcher Zeit sollten Eure Gäste bei Euch einchecken und was ist die späteste Uhrzeit, zu der sie Eure Wohnung verlassen haben sollten?

Habt Ihr Eure Termine der nächsten 4 Wochen im Blick und könnt diese aus dem Kalender streichen?

​AirBnB ist ebenfalls eine Suchmaschine. Daher gilt es im Namen des Inserats Eure Vorzüge anzupreisen und dafür zu sorgen, dass die Zimmer auf den Fotos voll ausgeleuchtet sind. 

Bei den Texten im Inserat empfehlen wir Euch, Euren potenziellen Mieter direkt anzusprechen und ihm oder Ihr die Vorteile Eurer Wohnung darzulegen. 

Mit welchen Einschränkungen müssen wir bei der Vermietung rechnen?

​Eure Wohnung privat zu vermieten, kommt auch mit ein paar Einschränkungen. Sich diesen bewusst zu sein, ist der erste Schritt.

In einem zweiten Schritt überlegt Ihr dann, ob diese für Euch akzeptabel sind bzw. welche Ihr durch einfache, aber klare Regeln ausmerzen könnt.

Damit Ihr sie nicht alle selbst herausfinden müsst, hier eine kleine Liste typischer Einschränkungen (abhängig von der Größe Eurer Wohnung):

 

  • Euer Bad, Eure Küche, Euer Wohnzimmer wird von einer weiteren Person benutzt. Absprachen müssen neu getroffen werden, wann nutzt wer was?
  • Ein Raum ist für einen gewissen Zeitraum gebucht und nicht frei nutzbar. Wie groß diese Einschränkung ist, hängt stark von Eurer Wohnungsgröße ab.
  • Zeitliche Verfügbarkeit und terminliche Vorausplanung sind elementar. Spontane Verabredungen können erschwert werden und Ihr müsst dank denken, den AirBnB Kalender aktuell zu halten, damit Buchungen getätigt werden können.
  • Wäsche waschen, Bett & Unterkunft vorbereiten, Kommunikation mit dem Gast. Vor dem Besuch ist einiges in AirBnB Wohnungen zu erledigen. Dies muss in den Tagesablauf integriert werden. Wie voll ist Euer Tag und haben diese Aufgaben noch Platz?
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung müssen in Eurer Steuererklärung angegeben werden. Dies bedeutet ein Mehraufwand und zusätzliche Steuerabgaben. Gleichzeitig könnt Ihr viele Mehrausgaben steuerlich geltend machen.

​Finanzüberblick für Paare Das Workbook für Euer Geld

​Erfahrt alles über mögliche Kontenmodelle und das Führen eines Haushaltsbuchs als Paar. Lernt, wie Ihr Euer Budget aufstellen und Eure Finanzen langfristig im Blick behalten könnt. Setzt alles direkt mit dem Workbook und inkludierten Budgetierungstool um.

Funktioniert AirBnB im „Dorf“ überhaupt?

AirBnB funktioniert – auch in den kleinsten Städten oder Dörfern. In Neuseeland findest Du beispielsweise Unterkünfte in Ortschaften mit maximal 30 Häusern. Dort in der Nähe befindet sich ein Tourstop auf einem Berg oder eine besondere Landschaft oder es liegt günstig auf der Reiseroute.

Was ist die Botschaft dahinter?

Auch, wenn Ihr denkt, dass Ihr zu weit außerhalb wohnt oder bei Euch ohnehin nichts Interessantes in der Umgebung stattfindet, werden Euch Eure Gäste eines Besseren belehren und Eure Unterkunft sicherlich buchen.

In Bad Homburg befindet sich ein Zentrum für eine alternative Schmerztherapie. Dort finden regelmäßig Seminare statt und die Teilnehmer suchen günstige Unterkünfte in der Umgebung. Zack, Oberursel wird mit fünf Kilometer Entfernung zum attraktiven Standort.

 

Anderes Beispiel: Freitagabend klingelte ein Mann mit einer sehr langen Tasche und wollte sein gebuchtes Zimmer in unserer Wohnung beziehen. Es stellte sich heraus, dass in der Nähe ein zweitägiger Wettkampf zur japanischen Schwertkunst stattfindet.

Ihr werdet von Euren Gästen einiges zu Eurer Umgebung und Euren Möglichkeiten kennen lernen!

Wie läuft das mit dem Geld ab?

Geld für den Vermieter gibt es schon vor der Abreise aus der Wohnung. Genauer: Einen Tag nach der Anreise in Eurer Unterkunft veranlasst AirBnB die Überweisung auf Euer Konto. Während des gesamten Kontakts mit Eurem Mieter bleibt Geld eine Nebensache. Die Abwicklung Eures Guthaben übernimmt AirBnB vollständig für Euch.

Dazu stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

  1. Überweisung an Paypal: Das Geld ist innerhalb von 4 Stunden auf Eurem Konto und Ihr überweist das Guthaben von dort auf eines Eurer Konten weiter.
  2. Als reguläre Banküberweisung. Da lässt sich AirBnB 5 bis 7 Werktage für Zeit. Erfahrungsgemäß erwartet Euch die Auszahlung allerdings nach den üblichen zwei Werktagen auf Eurem Konto.

Was sollten wir noch beachten, bevor der Gast unsere Wohnung betritt?

Euer Inserat ist online und Ihr seid bereit für Eure erste Buchung. Fast! Um Eurem Gast das perfekte Erlebnis zu bieten und dadurch selbst am meisten aus der AirBnB Erfahrung mitzunehmen, solltet Ihr folgende Punkte umsetzen:

  • Erstellt einen „Wichtige Informationen“ Zettel auf Deutsch und Englisch für Euren Gast über Eure Unterkunft.
  • Bezieht das Bett für Euren Gast mit frischgewaschener Bettwäsche.
  • Räumt ein Fach in Eurem Kühlschrank frei.
  • Kauft mehr Frühstücksutensilien: Müsli, Toast, Belag, Milch.
  • Stellt Wasser und ein Glas ins Zimmer Eures Gastes.
  • Legt ein kleines und großes Handtuch parat.
  • Lüftet vorher nochmals Eure Wohnung.

Fazit zum AirBnB-Gastgeber Dasein

Mit AirBnB holt Ihr Euch die Welt nach Hause. Gerade in Zeiten, in denen der nächste eigene Urlaub weit weg ist, ist es aufregend Gäste aus aller Welt bei Euch zu Hause zu begrüßen und so etwas von der Welt (und der eigenen Heimat) zu entdecken.

Gleichzeitig ist es eine zusätzliche Einnahmequelle, die eigene Wohnung privat zu vermieten. Es gibt von der steuerlichen Behandlung über die richtige Vor- und Nachbereitung jeder Buchung einiges zu beachten – dies birgt gleichzeitig wieder viel Lernpotential für Euch.

Seit Anfang Februar durften wir eine deutlich höhere Anzahl an Gästen auf unserer Wohnzimmercouch beherbergen als wir es für unser beschauliches Oberursel erwartet hätten. Und wurden bisher nur positiv überrascht: von tollen Menschen, spannenden Geschichten und neuen Tagesabläufen.

Von unserer Seite gibt es daher ein klares: Go for it!

 

Vermögen aufbauen: 12 Schritte zu organisierten privaten Finanzen in Eurer Beziehung

Auf unserem Blog propagieren wir regelmäßig, dass Ihr Eure Finanzen gemeinsam voranbringen, zusammen am Vermögensaufbau arbeiten und das liebe Geld kein Tabuthema sein lassen sollt.

Heute gehen wir einen Schritt zurück – auch auf Wunsch von Lisa, einer unserer Leserinnen. Sie schrieb uns, dass sie sich einen Artikel zum Thema „Wie organisiere ich meine Finanzen“ wünscht.

Diese Frage haben wir für heute etwas abgewandelt. Denn wie Du Deine privaten Finanzen organisieren kannst, erklären viele andere Blogs oder tolle Finanzbücher, wie das vom Finanzrocker oder vom Finanzwesir. Wir geben Dir und Euch heute 12 Schritte wie Ihr in Eurer Beziehung durch Struktur, smarte Geldanlage und Organisation langfristig ein Vermögen aufbauen könnt.

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

Schritt 1: Organisiert Eure privaten Finanzen um Vermögen aufzubauen

Habt Ihr Euch entschieden Eure Finanzen endlich zu organisieren?

Es ist super, wenn Ihr Euch einig seid, Eure Beziehung läuft bereits eine Weile und jetzt wird es Zeit für mehr Struktur!

Einen Überblick haben bedeutet: Was kommt rein im Monat und was ist zu schnell wieder weg.

Doch wie fangt Ihr am Besten an?

Der erste Schritt – egal ob individuell oder direkt gemeinsam – zu organisierten privaten Finanzen ist die Dokumentation der Ist-Situation.

Egal, ob auf einem Zettel, mittels einer App​, einem typischen oder individuellen Haushaltsbuch oder ​in Excel – wichtig ist, dass Ihr beginnt alles aufzuschreiben. Wirklich alles!

​Unsere Geschichte

Wir selbst haben mit der berühmt berüchtigten Zettelwirtschaft begonnen unsere gemeinsamen Finanzen zu organisieren. Jeder von uns trug am Abend ein, was heute an gemeinsamen Ausgaben getätigt wurde.

Dies diente erst einmal nur dem finanziellen Ausgleich des Partners.

Zusätzlich hatte ich eine Excelliste für meine eigenen Ausgaben zu Beginn des Studiums – ich wollte verstehen, wie hoch die Kosten für den ersten eigenen Haushalt nun seien. Mike hatte lediglich den groben Überblick über die Ein-und Ausgänge auf seinem Konto.

Seit Ende 2015 pflegen wir eine Excel-Liste. Eine gemeinsame mit separaten Tabellenblätter für jeden von uns. Inzwischen nutzen wir unseren Budgetierungstool Finanzüberblick für Paare. Hier dokumentieren wir immer am Monatsanfang die Vermögensstände:

  • Wie viel Geld liegt auf welchem Konto?
  • Welche Zinsen oder andere Erträge haben wir erhalten?
  • Welchen Gesamtwert hat das Depot mit unseren Aktien, Fonds und ETFs?
  • Und wie viel unseres Vermögens liegt in anderen Wertgegenständen?
  • Welche Rendite hat unsere Geldanlage erzielt?

Zusätzlich schauen wir auf unsere Kontoauszüge und erfassen die Ausgabenposten. Wir zahlen inzwischen fast immer per Karte – somit wird der Großteil bereits angezeigt.

Die Kleinigkeiten die fehlen, decken wir über den Posten „Abhebungen“ ab – denn auch diese sind ja dem Kontoauszug zu entnehmen. Letzteren Block ordnen wir dann meist der Kategorie „Freizeit“ zu.

Die Ergebnisse unserer Dokumentation halten wir in unseren Monatsabschlüssen hier auf dem Blog fest.

Eure erste Aufgabe

​Blogartikel müsst Ihr nicht verfassen. Dennoch macht es Sinn, dass Ihr ​regelmäßig Eure Einnahmen und Ausgaben erfasst​, dieses ​gemeinsam tut und die Ergebnisse zusammen reflektiert.

Schreibt alles auf. Alles was raus geht. Alles was rein kommt.

Wir haben zu Beginn auch gedacht, dass wir alles auf dem Schirm hätten. Es ist beeindruckend, wie viel Geld Du tatsächlich für Essen, Klamotten oder Geschenke im vergangenen Monat ausgegeben hast. Gleichzeitig motiviert es, beispielsweise vermeintlich niedrige Zinsen in der Summe schwarz auf weiß zu sehen. Und das Monat für Monat!

 

Schritt 2: Verteilt die Kosten in Eurer Beziehung für einen fairen Vermögensaufbau

Durch die Dokumentation und Organisation Eurer privaten Finanzen werdet Ihr wissen, welche Ausgaben bei Euch monatlich anfallen.

Hier könnt Ihr zwischen individuellen und gemeinsamen Kosten unterscheiden. Zu den individuellen gehören typischerweise das Mittagessen auf der Arbeit, das Geburtstagsgeschenk für die beste Freundin oder die neuen Laufschuhe. Die gemeinsamen Kosten umfassen die Miete für die Wohnung, die Einkäufe im Supermarkt oder den Unterhalt des gemeinsam genutzten Autos.

Die Zuordnung der individuellen Ausgaben ist schnell geklärt. Aber wie sieht es mit den gemeinsamen aus?

In vielen Beziehungen entwickelt sich mit der Zeit, wer welche Kostenblöcke übernimmt. In anderen wird anhand des Einkommens oder des Ausgabenanteils genau berechnet, wie viel jeder Partner prozentual beizusteuern hat.

​Wie sieht unsere Aufteilung unserer Kosten aus?

​Da unser beider Einkommen recht identisch sind, ​teilen wir alle gemeinsamen Kosten 50:50.

Dazu gehören Miete, Strom, Internet & Telefon sowie Lebensmittel/Haushaltswaren. Auch Anschaffungen wie ein ​Fernseher​, Blumenübertöpfe oder Wandfarbe kommen von diesem Topf.

Nicht dazu gehört die individuelle Shoppingtour, Geschenke, das tägliche Mittagessen oder die Bahntickets zur Arbeit.

Die Entscheidung liegt bei Euch

​So individuell wie die Einkommenverhältnisse und die Absprachen in einer Beziehung, so individuell wird auch Eure Kostenaufteilung sein. 20:80, 60:40 oder 50:50 – alles ist möglich!

Für eine faire Aufteilung organisiert Ihr Eure privaten Finanzen, erfasst Ihr alle gemeinsamen Kosten, evaluiert diese regelmäßig (z. B. einmal im Jahr) und legt fest,wie diese beglichen werden. Ein Beispiel findet Ihr in unserem dritten Schritt.

Schritt 3: Baut das richtige Kontensystem für Euer Vermögen

​Nachdem Ihr Eure ​Finanzen organisiert habt, wird die nächste Frage, die der praktischen Umsetzung sein. Je nach Abmachung bei der Kostenverteilung, wird ein anderes Kontensystem Sinn machen.

Typische Optionen für die Organisation der ​Konten in Beziehungen sind:

  1. Ein gemeinsames Konto: Auf diesem Konto erfolgen alle Geldeingänge und alle Ausgaben – egal ob individuell oder gemeinsam – werden davon beglichen
  2. Drei-Konten-Modell – Variante A: Jeder Partner hat ein eigenes Konto. Dort erfolgen die Geldeingänge und die individuellen Geldausgänge. Zudem existiert ein gemeinsames Konto. Auf dieses überweisen beide monatlich einen festgelegten Betrag (in unterschiedlicher oder identischer Höhe). Alle gemeinsamen Ausgaben werden von diesem Konto beglichen.
  3. Drei-Konten-Modell – Variante B: Alle Geldeingänge wandern auf das gemeinsame Konto. Alle regulären Ausgaben werden von diesem beglichen. Zusätzlich hat jeder Partner ein eigenes Konto. Hier​hin wird ein monatliches „Taschengeld“ vom gemeinsamen Konto überwiesen – ​für Geschenke oder persönliche Ausgaben.

Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung. Wie so oft muss das gewählte Modell zu Eurer Situation und Beziehung passen. Elementar ist, dass Ihr gemeinsam darüber entscheidet.

Solltet Ihr schon Depots für Aktien, Anleihen oder Fonds besitzen oder einrichten wollen, funktioniert die Aufteilung nach dem selben Prinzip. Wir fahren auch hier ein 3-Depot-Modell für unsere Investments an der Börse.

​Für welche Konten-Variante haben wir uns entschieden?

​Wir haben Variante 2 ​gewählt. Für das Grundprinzip haben wir uns ​schon früh in unserer Beziehung entschieden.​

Unser gemeinsames Konto, sowie die individuellen Konten sind alle bei der ​DKB – entsprechend kann jeder im Online-Banking auf einen Blick das eigene sowie das gemeinsame Konto einsehen. ​Zu Monatsbeginn tätigen wir die Überweisung auf das gemeinsame Konto und bestreiten damit unsere gemeinsamen Ausgaben.

Wir planen dieses Modell ​beizubehalten, da wir uns damit sehr wohl fühlen. Den Betrag werden wir sicherlich mit steigendem Lebensstandard anpassen.

Ein weiterer Vorteil: Das Geld muss für alle gemeinsamen Ausgaben reichen. Da wir seit unserer Studienzeit keine Erhöhung der monatlichen Einzahlung vorgenommen haben,​ ist unser Lebensstandard unverändert. Dadurch erreichen wir Sparquoten von 50 bis 80 % ​monatlich und können kontinuierlich Vermögen aufbauen.

Und Euer Modell?

​1,2 oder 3? Vielleicht auch 4 und es gibt kein gemeinsames Konto? Die Möglichkeiten sind groß und Eure Aufgabe besteht darin, die Vor- und Nachteile für euren Lebensstil abzuwägen!

Abhängig von Eurer Kostenverteilung ​macht ein unterschiedliches System Sinn. Daher sollte dieser Schritt ​nach dem zweiten ​Schritt erfolgen. Anpassungen dürft Ihr jederzeit vornehmen!

Schritt 4: Richtet Daueraufträge für organisiertere private Finanzen ein

Wer kennt es nicht: Neuer Monat, Miete abgebucht und plötzlich im Minus. Weil wieder mal einer von beiden vergessen hat seinen Anteil aufs gemeinsame Konto zu überweisen. Das strapaziert Euren Dispo und hat im Zweifel auch Auswirkungen auf Eure Schufa-Auskunft.

Eine Situation, die echt unnötig und schädlich für Euren gemeinsamen Vermögensaufbau ist. Denn wofür gibt es Daueraufträge? ​

​Welche Daueraufträge haben wir eingerichtet?

Zum letzten des Monats überweisen wir eine festgelegte Summe auf unser gemeinsames Konto. Dieser deckt die alle Ausgaben, die uns beide betreffen.

Am ersten eines jeden Monats wird automatisch in unsere ETF Sparpläne eingezahlt. Das Geld ist kaum auf dem Konto, da verschwindet es sofort in das Depot. Wir kommen dadurch nicht in die Versuchung es auszugeben.

Welche Möglichkeiten habt Ihr?

​Ihr habt vereinbart, wer wie viel monatlich aufs gemeinsame Konto überweist? Dann macht einen Dauerauftrag dafür!

Ihr überweist jedes Quartal wieder manuell den Rundfunkbeitrag – nach der ersten Mahnung? Ein Dauerauftrag hilft den nervigen Termin nicht zu vergessen!

Ihr habt vereinbart monatlich einen identischen Geldbetrag auf ein separates Sparkonto zu überweisen, um Euch die Hochzeit zu finanzieren? Durch einen Dauerauftrag musst Du nicht jeden Monat erneut die Tan-Liste verzweifelt suchen!

So ein Dauerauftrag ist kein großer Aufwand und erspart Euch viel Stress in der Zukunft beim Vermögensaufbau:

Regelmäßigkeit führt zu mehr Struktur und mehr Struktur zu mehr Sicherheit. Jeder weiß, welche Beträge an welchem Tag im Monat fällig sind und es gibt kein drumherum: Sie werden einfach abgebucht und die Gelegenheit Schulden aufzubauen, entsteht gar nicht erst.

 

Noch ein Tipp: 

Wenn der Monat länger wird als das Gehalt, sorge dafür dass Geld in Deine Rücklage gebucht und alle Kosten beglichen wurden. Mit dem was übrig ist, musst Du anschließend den Monat aushalten.

Schritt 5: Plant Meilensteine für Euren Vermögensaufbau in Eure Beziehung ein

Mit der Klärung und Verteilung der gemeinsamen Ausgaben ist ​ein großer Schritt in Richtung vermögend werden getan.

Aber Du weißt​ selbst – das Leben kommt mit Auf und Abs und mit (teilweise unerwarteten) Sonderausgaben. Und dies​e gilt es einzuplanen!

Aus gemeinsamen Träumen werden gemeinsame Ziele: Eine große gemeinsame Reise, das Familien-Eigenheim, eine ​Unternehmensgründung zu Zweit oder die neue Küche. Alles kostet Geld!

Dazu kommen unplanbare Sonderausgaben. Das Familienauto ist früher kaputt als gedacht oder eine medizinische Behandlung erfordert private Zuzahlungen.

Unsere Meilensteine in 2017

Im Juni heirateten wir mit etwa 100 Gästen und dies kostete eine Menge Geld. Zudem verbrachten wir unsere Flitterwochen ​in Australien und Neuseeland​.

Beides haben wir geplant – wir steckten uns eine klare Obergrenze, die unsere weiteren Ziele und Träume nicht gefährden würde.

Das Ergebnis?

Wir hatten eine wunderschöne Hochzeit, wir ​genossen aufregende Flitterwochen erleben und wir sind etwa 30 % unter unserer Obergrenze für beide Events geblieben, ohne Einbußen.

Für unplanbare Ereignisse legen wir 10 % unserer Einnahmen auf ein gemeinsames Sparkonto. Seit Mitte 2018 sparen wir weitere 10% unserer Einnahmen auf ein zusätzliches Tagesgeldkonto – als zusätzliche Rücklage für unsere Immobilien. Seit 2020 sparen wir weitere 10 % für gemeinsames Investieren an der Börse auf ein separates Konto. Alles was darüber hinaus geht, legen wir individuell zurück und bauen damit unser privates Vermögen weiter auf.

Was sind Eure Meilensteine?

Damit solche Ereignisse und Kosten Euch nicht aus der Bahn werfen, ist es wichtig finanziell vorzusorgen. Wo immer möglich, macht Euch einen Plan, wie lange Ihr für Eure gesetzten Ziele sparen müsst.

Übersteigt Eure Budgets nicht! Habt Ihr gemeinsam festgelegt, dass der neue Schreibtisch nicht mehr als 250 € kosten soll, dann haltet Euch daran! Es hatte einen Grund, weswegen Ihr Euer Budget so gesetzt habt.

​In ungeplanten Situationen, habt Ihr emotional schon genug zu bewältigen. Wenn dann ​noch Geldsorgen dazukommen, ist das echt unangenehm. Daher solltet Ihr kontinuierlich am Aufbau Eures individuellen und ​gemeinsamen Vermögens arbeiten – denn unvermutete Situationen entstehen bei jedem Paar irgendwann einmal.

Planung ist wichtig, Flexibilität ist es eben auch – ​letztere wird durch kluges Planen möglich!

Schritt 6: Besprecht finanzielle Spielräume und Eure Sparquoten um Vermögen aufzubauen

Eng mit dem vorherigen Schritt für Euren Vermögensaufbau verbunden ist auch Spielräume und Sparquoten zu besprechen.

Warum Du mit Deinem Partner über Geld und Deine Ersparnisse sprechen solltest?

Ganz einfach: Es schafft Verständnis!

Wenn Dein Partner nicht weiß, wie groß das Loch ist, das der nächste gemeinsame Urlaub in Deine Finanzen reißen wird, wie soll er dann Deine Unlust auf den teuren Ausflug verstehen, den er unbedingt noch buchen möchte?

​Offenlegen unserer privaten Finanzen und Vermögen

Ersteres führte zu Beginn zu einigen Diskussionen und Unannehmlichkeiten, da Mike’s Spielräume geringer ausfielen als meine.

Im Alltag war dies nicht entscheidend – dafür in der Urlaubszeit. Während meine Kosten sich auf den Urlaub beschränkten und ich durch ​meinen Angestelltenjob dabei Geld verdiente, summierten sich bei Mike die Kosten: Urlaubsausgaben + kein Gehalt, da auf Honorarbasis!

Unsere Sparquoten sind seit 2015 kein Geheimnis mehr. Zuvor hatten wir uns nur nicht darum gekümmert. Zurückblickend ein sehr großer Fehler!

Wann wird es höchste Zeit für ein Geldgespräch?

Spätestens wenn es ans gemeinsame Eigenheim geht, müsst Ihr voneinander wissen, wie viel Geld jeder monatlich zurücklegen kann.

Durch den Austausch miteinander kommen neue Ideen, um Euren wirtschaftlichen Spielraum oder Eure Sparquote zu erhöhen.

Bei gleichem Verdienst und ​stark unterschiedlichen Sparquoten ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer vom anderen noch lernen könnte, hoch. Nutzt das Wissen des Partners und spornt Euch gegenseitig beim Vermögensaufbau an!

Schritt 7: Senkt gemeinsam Eure Ausgaben um Euren Vermögensaufbau voranzutreiben

Wenn Ihr jetzt eine Übersicht über Eure privaten Finanzen habt und Euch durch Daueraufträge und feste Sparquoten Zeit freigeschaufelt habt, geht es an den nächsten Schritt: Gemeinsam ​schmälert Ihr die Ausgabenseiten ​und schafft Euch mehr Freiräume um nachhaltig Vermögen aufbauen zu können.

Nach dem ersten Statusreport werdet Ihr bereits feststellen, dass Ihr an vielen Stellen sparen könnt. Sparpotentiale gibt es bei fast jedem Lebensstil – ​vieles wird Euch gar nicht weh tun.

​Wo senken wir unsere Ausgaben?

​Das größte Sparpotential, das wir als Paar gegenüber dem vorherigen Single-Haushalt ​nutzen, sind alltägliche Ausgaben:

Egal ob eine oder zwei Personen im Haushalt -​ Putzmittel, Staubsaugerbeutel oder Spülmaschinentabs ​benötigen wir nicht doppelt so viel nur weil wir zu Zweit sind.​ Gemeinsam sind wir effizienter.​ Lebensmittel, die wir kaufen sind ​qualitativ besser und die Verpackungsgrößen sind zu zweit deutlich ​passender als alleine.

Mike und ich sparen auch dadurch, dass wir gemeinsam jeden Monat einen Blick auf unsere Finanzen werfen – sozialer Druck, nicht der verschwenderische Part der Beziehung zu sein, hilft beim Ziel die Sparquote zu erhöhen.

Sagt den Doppelausgaben: Tschüss!

​Durch die Erstellung Eurer gemeinsamen Finanzübersicht, erfahrt Ihr von unnötigen Doppelausgaben: Als Paar genügt eine Hausratversicherung – die beiden aus den vorherigen Single-Haushalten machen keinen Sinn mehr. Das gilt für viele andere Versicherungen und Alltagsgegenstände ebenso. ​Vielleicht ein Thema für einen nächsten Artikel?

Auch hier werden die Ideen des ​Partners manchmal übertrieben oder einschränkend wirken – einen zweiten Gedanken sind die meisten dennoch wert. Denn d​ein Lieblingsmensch geht weniger emotional an Deine Freizeitausgaben heran als Du!

Und vielleicht kommt Ihr gemeinsam auch auf tolle neue, kostengünstige Hobbys, die ihr gemeinsam verfolgen könntet…

Schritt 8: Kontrolliert Eure monetäre Entwicklung auf dem Weg zum vermögenden Paar regelmäßig

Einmalig Eure privaten Finanzen​ zu organisieren ist ein wichtiger Schritt​. Langfristigen Erfolg beim Vermögensaufbau werdet Ihr ​haben, wenn Ihr Euch regelmäßig selbst kontrolliert!

​Unser Vermögensturbo war die Kontrolle

Wir betrachten jeden Monat unsere Finanz-Entwicklung – seit Dezember 2015.

Jeder von uns erfasst ​alle Ausgaben und Einnahmen sowie die derzeitigen Konto- und Depotstände in unserem​ Excel „Finanzüberblick für Paare“. Zusätzlich berechnen wir (bzw. das Budgetierungstool Kennzahlen wie die Sparquote oder Vermögenssteigerung im Vergleich zum Vormonat und Jahresbeginn.

Seit Dezember 2015 bedeutet dies für Mike eine Rendite von 450 % – der Vergleichszeitraum zuvor bietet nur niedrige zweistellige Verbesserungen.

Bewusstes Haushalten als Vermögenskatapult

Eine regelmäßige Kontrolle gewährleistet, dass Du Dir bewusst wirst, welche Ausgaben von der Sonderausgabe ​zur ​Gewohnheit werden. Durch einen regelmäßigen Check wirst Du ei​n besseres Gefühl bekommen, wie hoch Deine Ausgaben tatsächlich sind und was typische Vorgänge sind. Mit der Zeit wirst Du Einsparungspotentiale ganz automatisch erkennen.

Unser Gehirn schummelt den einen oder anderen Posten einfach durch. Schwarz auf Weiß ​gibt es kein Verdrängen mehr.

Durch die Regelmäßigkeit gibt es keine bösen Überraschungen , sondern ​für jeden von Euch neue Erkenntnisse.

Durch die Gemeinsamkeit des Reviews erhaltet Ihr eine zusätzliche kritische Instanz und stellt sicher, dass beide einen Überblick haben. Gerade wenn es an gemeinsame Familienfinanzen geht, ist es elementar, dass beide über die Situation Bescheid wissen.

Klar kann es sein, dass einer von Euch die Hosen an hat was ​Geld in Eurer Beziehung und die Organisation Eurer privaten Finanzen angeht. Dennoch sollten beide zumindest informiert sein – und dies gelingt über Regelmäßigkeit!

 

Schritt 9: Organisiert Euren Vermögensaufbau in der Beziehung im Rahmen fester Termine

Direkt an den vorherigen Punkt anschließend,​ empfehlen wir feste Termine für Eure Reviews und ​Geldgespräche. Über Finanzierungsprobleme des neuen Autos beim abendlichen Abwasch zu diskutieren ist nicht zielführend.

Geld ist ein sensibles Thema. Es hat zu tun mit Macht, Vertrauen und vielleicht auch der Angst, benachteiligt zu werden. Dementsprechend benötigen Gespräche über Eure privaten Finanzen genügend Raum und vor allem den richtigen Ort und Zeitpunkt.

​Wann ist unser Datum?

Bei uns hat es sich eingebürgert, dass wir am 30./31. des Monats oder 01. des Folgemonats unseren Monatsabschluss erstellen. Dies macht jeder von uns individuell. Der Termin ist jedoch fest vereinbart.

Rund um die Erstellung des Monatsabschluss-Artikels sprechen wir auch über unser Erreichtes. Oder über das, was im vergangenen Monat nicht so gut gelaufen ist. Und natürlich über das, was im kommenden Monat so ansteht.

Über Projekte mit größerer monetärer Belastung – unsere Hochzeit, eine große Reise oder die Grundausstattung für unser Baby – sprechen wir zu festen Terminen. Ist das Budget erst einmal festgelegt, gibt es nicht viel zwischendurch zu diskutieren oder zu zweifeln. Denn jeder weiß, was möglich ist und kann in diesem Rahmen frei agieren.

Die festen Termine für die Organisation eurer privaten Finanzen schaffen…

… Freiheit: Denn darumherum könnt Ihr beide frei agieren und handeln.

… Sicherheit: Denn jeder weiß, dass der richtige Zeitpunkt für das Gespräch über Geld ​ist und ​muss es nicht zwischendurch erledigen.

… Vertrauen: Denn ein unendliches Verschieben unangenehmer Themen ​gehört der Vergangenheit an – das nächste Finanzdate kommt bestimmt!

Finanzdate – ein toller Begrif​f!

Verbindet doch das Angenehme mit dem Nützlichen und vereinbart einen festen Tag im Monat und bestimmt ihn zu Eurem​ Geldtag.

Hier macht Ihr den Monatsabschluss und diskutiert anschließend bei einem gemeinsamen Spaziergang alles, was Euch zum Thema Geld auf dem Herzen liegt.

Zum Abschluss des Tages verbringt Ihr den Abend gemeinsam, esst etwas leckeres und redet dabei über Eure Ziele und Träume in der Zukunft.

Ein perfektes Finanzdate mit ​Deinem Lieblingsmenschen 😉

​Schritt 10: Legt Euren gemeinsamen Sicherheitspuffer fest

​Eine hohe Sparquote habt Ihr erreicht. Jeden Monat seht Ihr in Eurer Übersicht, wie Euer Bargeldbestand ansteigt.

Ein super Gefühl oder? Aber wie lange soll das so gehen?

Um das zu entscheiden, geht es an die berühmte „Sicherheitszone“. Ihr diskutiert und vereinbart, wie viel Geld Ihr ansparen möchtet. Gibt es eine Grenze, ab der ich Euch sicher fühlt? Ab welchem Vermögen möchtet Ihr euer Geld für andere Projekte, den nächsten Urlaub oder wirkliche Investitionen als Paar verwenden?

Viele​ Experten empfehlen, dass Du drei Monatsgehälter zurücklegen solltest. Andere sprechen von sechs oder mehr.

Die Wahrheit sieht ​sehr individuell aus.

​Unser Sicherheitspuffer

Mike und ich sind seit vielen Jahren zusammen. Wir teilen sehr viele Werte. Diese sind die Säulen unserer Beziehung. Das Sicherheitsempfinden gehört nicht dazu!

Die Höhe des Betrages, der für uns Sicherheit bedeutet unterscheidet sich stark. Und hat sich im Laufe der Jahre verändert. Sicherlich wird er sich noch weiter an unsere Erfahrungen und unseren Lebensstandard ​anpassen.

Mike hatte zu Beginn unserer Beziehung zwischen einem und zwei Monatsgehältern als Sicherheitspuffer. Inzwischen weiß er genau, was seine Lebenshaltungskosten im Jahr sind – und diese Summe will er auch auf dem Konto haben. Im Notfall könnte er ein Jahr von seinen Ersparnissen leben. Alles darüber hinaus, ist er bereit zu investieren -nicht zu verkonsumieren.

Bei mir drückte sich das Sicherheitsbedürfnis von Anfang an in einer deutlich höheren Summe aus. Mit nur einem Monatsgehalt auf der hohen Kante hätte ich niemals ruhig schlafen können. Mit steigendem Einkommen, steigt auch meine Rücklage. Allerdings nicht gleich stark. Ich stehe bei einer Summe auf dem Tagesgeldkonto mit dem ich mich sehr sicher fühle. Mir geht es mehr um einen stabilen Anteil am Gesamtvermögen und nicht um eine bestimmte Menge an Geld.

Zusätzlich zu unseren individuellen Ersparnissen haben wir ​gemeinsame Rücklagen. Hier zahlen wir monatlich 10% unserer Einnahmen ein. Erstes Ziel ​waren 5.000 € ​für unvorhergesehen Ausgaben. Inzwischen besparen wir den Topf immer weiter und entnehmen größere Ausgabenblöcke (bspw. die Nabelschnurblut-Einlagerung für unseren Babyinvestor) daraus. Da wir ab kommendem Jahr unseren Immobilienkredit zu tilgen haben, gibt es inzwischen ein weiteres Rücklagenkonto. Hier sparen wir weitere 10% unserer Einnahmen darauf – als Sicherheitspuffer für unsere Immobilien. Gleichzeitig nutzen wir diese Ersparnisse zukünftig für Sondertilgungen sollten wir sie nicht für Instandhaltungen gebraucht haben.

Gemeinsamer oder individueller Sicherheitspuffer?

Diese Entscheidung liegt darin, ob Ihr gemeinsam Euer Vermögen aufbauen ​oder doch lieber individuell beginnen möchtet. Wir haben uns erst nach der Hochzeit für gemeinsame Rücklagen entschieden – nach 7,5 Jahren Beziehung.

Wenn Ihr ​lieber individuell sparen möchtet, macht es dennoch Sinn über Eure ​Sicherheitszonen miteinander zu sprechen. Der Partner hinterfragt Deine Gedanken und Finanzplanung ganz anders als Du selbst. Zwei Köpfe denken ​an mehr als nur einer!

​Schritt 11: Beginnt zu investieren um Vermögen aufzubauen

Der Sicherheitspuffer ist erreicht.

Was jetzt nicht passieren darf: Das übrige Vermögen einfach ausgeben. Etwas gönnen ist selbstverständlich von Zeit zu Zeit sinnvoll und motiviert auch wieder aufs Neue.

Allerdings ist es für Euren langfristigen Vermögensaufbau und Wohlstand unerlässlich, dass Ihr einen Teil Eurer Einkünfte investiert.

Investieren heißt, das Geld nicht auf dem Tagesgeldkonto versauern zu lassen, sondern durch smarte Geldanlage – bspw. an der Börse – das Geld zu erhalten und zu vermehren. Besprecht Investitionsmöglichkeiten für Euer gemeinsam Erspartes.

Als Paar habt Ihr bessere Ausgangsvoraussetzungen für gemeinsame Kapitalanlagen mit einer langfristig höheren Rendite als alleine!

 

Die (Hinter-)Gründe unserer Börsenaktivitäten

Für uns sind die beiden entscheidenden Vorteile, für eine Geldanlage als Paar anstatt alleine, die besseren Entscheidungen und die Synergieeffekte.

Bessere Entscheidungen kommen durch den Austausch mit dem Partner zu Stande. Bevor wir eine Aktie kaufen, sprechen wir intensiv darüber. Mike liest den Geschäftsbericht und erzählt mir davon. Es reicht nicht, dass er vom Geschriebenen überzeugt wurde – er muss mich mit dem Gesprochenen ebenfalls überzeugen.

Mike ist begeisterungsfähiger als ich. Ich hinterfrage kritischer. Gemeinsam kommen wir zu guten Entscheidungen für unsere Anlagen.

Jeder Kauf und Verkauf von Aktien für unser Depot bringt Kosten mit sich. Durch den gemeinsamen Kauf von Einzelaktien, sparen wir Gebühren. Diese durch zwei zu teilen, mag nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein – aber immerhin. Weiteres Sparpotential entfaltet sich bei der Steuer: Durch die gemeinsamen Investitionen stehen uns zwei Freibeträge von jeweils 801 Euro für unsere Kapitalerträge zur Verfügung. Lange Zeit hätte Mike diesen alleine mit seinen Aktien nicht ausschöpfen können und gleichzeitig konnte ich davon ganz legal profitieren. Jetzt als Ehepaar mit einer gemeinsamen Steuererklärung ist es natürlich noch einfacher.

In ETFs investieren wir übrigens immernoch ausschließlich individuell. Dies liegt an dem Zeithorizont, den wir für diese Geldanlage für unsere Altersvorsorge vorsehen.

Erst schlau machen, dann gemeinsam investieren

Nutzt die Zeit, die Ihr für den Sicherheitspuffer benötigt, um euch zu informieren:

Ihr müsst keine Aktien kaufen. Wenn Euch das zu kompliziert ist, beginnt mit ETFs oder Fonds. Vielleicht sind auch Immobilien, Anleihen oder Crowdinvesting eher Euer Ding. Auch Rohstoffe oder Kapitalanlagen in Unternehensanteile abseits der Börsen dieser Welt, sind Möglichkeiten für Euch als Paar Vermögen aufzubauen.

 

​Schritt 12: Dokumentiert alle Investitionen, Finanzentscheidungen und Abmachungen auf Eurem Weg zu organisierten privaten Finanzen

​Das Kapitel „Die Beziehung vom Ende her denken“ des Buches Liebes Geld von Michael Mary hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Es empfiehlt, wie der Titel schon sagt, sich nicht in der Verliebtheit zu verlieren, sondern eine Beziehung rational vom Ende her zu denken:

  • Was passiert, wenn Ihr Euch trennt?
  • Wer bekommt was?
  • Und welche Regelungen sind Euch sonst wichtig?

Viele werden​ sagen, das ist unromantisch. Mag sein. Aber wie sehr zerstört der Streit nach einer Beziehung die Erinnerungen an all die tollen romantischen Stunden, die Ihr gemeinsam hattet? Ist es nicht viel romantischer und ehrlicher, auch unangenehme Themen zu besprechen? Und in guten, einander wohlgesonnenen Zeiten, akzetable Regelungen für beide Parteien zu finden?

Aus unserer Sicht ist eine saubere Dokumentation ​der gemeinsamen Finanzen die halbe Miete um späteren Streit zu vermeiden.

​Unser Automatismus beim Vermögensaufbau

Ganz automatisch haben wir ab dem Moment, in dem wir gemeinsame Aktien erworben haben, eine Excel-Tabelle geführt, die alles festhält. Wie viel hat Mike investiert, wie viel ich. So dokumentieren wir bis heute alle gemeinsamen und individuellen Geldanlagen ganz genau.

Zinsen oder Erträge aufgrund von Verkäufen oder Dividenden können wir immer leicht verteilen. Denn wir wissen genau, wem wie viel Prozent der Rendite wem zustehen. Ohne Diskussionen, Streit oder Vermögensschäden.

​Erweitert Euer Haushaltsbuch um ein Investitionsbuch

Dokumentiert alle, was auf Euren Konten passiert!

Leiht einer dem anderen eine größere Summe Geld – schreibt es auf!

Einigt Ihr Euch, dass einer dem anderen einen Beitrag zur Altersvorsorge leistet, um bspw. einen Einkommensverzicht aufgrund von Elternzeit, auszugleichen. Setzt einen Vertrag darüber auf, wenn einer für den anderen in einen ETF spart, um einen Ausgleich zu schaffen.

Dinge schriftlich festzuhalten hat nichts mit Misstrauen gegenüber Eurem Partner zu tun. Im Gegenteil!

Es ist eine Frage des Respekts und der Liebe zum Partner. Niemand weiß, ob die Beziehung halten wird. Im Trennungsfall sind viele verletzte Gefühle im Spiel, sodass der eine oder andere nicht mehr so rational handelt, wie vorher gedacht.

Dann sind oben beschriebene Vereinbarungen bares Geld wert. Und bleibt Ihr für immer und ewig zusammen, umso besser! Lieber eine Dokumentation zu viel, als eine zu wenig…

 

​Extra Tipp zum Vermögen aufbauen: Redet miteinander!

Last but not least: Redet miteinander!

Dies ist der wohl universale, wichtigste und logischste Tipp, den wir Euch mit auf den Weg zu geordneten Finanzen in Eurer Beziehung geben möchten.

Probleme in der Beziehung lassen sich durch offene Kommunikation fast immer vermeiden oder mindestens ausräumen. Gemeinsam ​geht Ihr Schwierigkeiten einfacher an als alleine. Seid Euch bewusst: Eine zweite Meinung hilft ​immer!

Wir haben bereits einige Artikel geschrieben, die erklären, warum Du mit Deinem Partner über Geld sprechen solltest, wie Du mit ihm darüber reden kannst und wie es mit Geld in Eurer Beziehung einfach besser klappt. Alle haben gemeinsam, dass Ihr miteinander redet!

Der Beginn mag schwierig sein. Die Mühe lohnt sich aber allemal. Über Aktien oder Finanzen zu reden, ist nicht unromantisch, sondern wird Eure Beziehung langfristig enorm weiterbringen.

Teilt Eure Geldsorgen mit dem Partner, entwickelt gemeinsam neue Ideen für mehr Einnahmen, eine klügere Geldanlage und versteht, welche Bedeutung Geld für den anderen hat.

 

​Alle Schritte für organisierte private Finanzen im Überblick:

  1. Schritt – Organisiert Eure Einnahmen und Ausgaben
  2. Schritt – Verteilt die Kosten auf Eure Beziehung
  3. Schritt – Wählt das richtige Kontensystem für Eure Finanzen
  4. Schritt – Richtet Daueraufträge für mehr Organisation ein
  5. Schritt – Plant Meilensteine in Eurer Beziehung
  6. Schritt – Besprecht materielle Spielräume und Eure Sparquoten
  7. Schritt – Senkt gemeinsam Eure Ausgaben
  8. Schritt – Kontrolliert Eure finanzielle Entwicklung regelmäßig
  9. Schritt – Organisiert Eure Finanzen in der Beziehung im Rahmen fester Termine
  10. Schritt – Legt Eurem gemeinsamen Sicherheitspuffer fest
  11. Schritt – Beginnt zu investieren
  12. Schritt – Dokumentiert alle Investitionen, Finanzentscheidungen und Abmachungen

Extra-Tipp – Redet miteinander!​

Finanzen überblicken mit einem Haushaltsbuch – oder wie machst Du das?

Dezember 2015 trafen wir eine Entscheidung, die nachhaltig unser Leben veränderte.

Zu diesem Zeitpunkt stand mein (Mike) Konto bei etwa 2.800 Euro. Die Jahre zuvor pendelte zwischen 1.000 und 4.000 Euro hin und her.

Ein Witz!

Lächerlich.

Ich hatte nicht einmal in die Rentenkasse eingezahlt. An private Altersvorsorge war nicht zu denken.

Heute besitzen wir stetig wachsende Aktiendepots inklusive ETF-Sparpläne. Unsere Rücklage würde uns durch 5 bis 10 Jahre Arbeitslosigkeit bringen. Wir investieren gerade in eine Innenstadt-Immobilie in Hanau.

Welche Entscheidung trafen wir im Dezember 2015?

Wir entschieden uns ein Haushaltsbuch zu führen und unsere Finanzen zu überblicken.

Das veränderte zunehmend und vor allem nachhaltig unser Spar-, Konsum- und Investitionsverhalten.

Ende 2018 denken wir uns, dass wir damit unmöglich alleine sein können und rufen zur Blogparade auf.

Aufruf zur Blogparade

Wie überblickst Du Deine Finanzen? 

Was hat sich dadurch bei Dir verändert?

Hast Du Lust Deine Erfahrung mit vielen Menschen zu teilen? Dann freuen wir uns, wenn Du an unserer Blogparade teilnimmst.

Wie kannst Du teilnehmen?

  • Schreibe Deine Erfahrung und Gedanken zu den Fragen „Wie überblickst Du Deine Finanzen?“ und „Was hat sich dadurch bei Dir verändert?“ auf.
  • Verlinke diesen Artikel (https://beziehungs-investoren.de/warum-solltet-ihr-ein-haushaltsbuch-fuehren/) in Deinem Beitrag auf eines der folgenden Wörter: „Haushaltsbuch“, „Haushaltsbuch führen“, „Finanzen überblicken“, „Beziehungs-Investoren“
  • Poste den Link zu Deinem Beitrag bis zum 30. November in die Kommentare

Du hast keinen Blog und möchtest dennoch teilnehmen? Schreibe uns Deine Gedanken direkt in die Kommentare oder schicke uns eine Mail an info [ at ] beziehungs-investoren.de

Nachfolgend findest Du unsere Gedanken zu einem Finanzüberblick und welche Vorteile wir daraus gezogen haben. Wir werden Eure Argumente, Ideen und Erfahrungen im Dezember in diesen Text einarbeiten und damit eine tolle Sammlung erstellen.

Hättest Du gerne Captain Jack Sparrows Kompass?

Stellt Euch vor Ihr bräuchtet nur an Euer Ziel zu denken und auf magische Weise werdet Ihr dort hingeführt.

Captain Jack Sparrow erreicht auf exakt diese Art die Orte, an die seine Gedanken ihn führen.

Egal, ob auf der Black Pearl oder einer sinkenden Nussschale.

Im Laufe des Films landet Captain Jack Sparrow genau an seinem Wunschort.

Wie macht er das?

Durch Kraft seiner Gedanken und seines Herzens.

Jack Sparrow folgt seinem Herzen und stellt sich vor, wie er den nächsten kostbaren Gegenstand in Händen hält.

Getrieben von Reichtum und Abenteuer durchkreuzt er die stürmische See.

Sparrow besitzt abseits seiner Gedanken noch ein wichtiges Instrument.

Hast Du es schon gesehen und von ihm gehört?

Richtig. Sein Kompass.

Unabhängig davon wo sich Captain Jack Sparrow gerade aufhält, zeigt die Nadel in seine Wunschrichtung.

Fantastisch, oder? So lange der Captain weiß, was er will und wohin er möchte, führt ihn der Kompass ans Ziel.

Wäre es praktisch so einen Kompass für Eure Finanzen zu besitzen?

Auf jeden Fall.

Ihr gebt vor, wo es hin gehen soll und dieser Kompass zeigt Euch die Richtung.

Jetzt kommt das Beste.

Es gibt einen solchen Kompass.

Nur heißt er bei Euren Finanzen anders.

Habt Ihr eine Idee, was dieser Kompass sein könnte?

Die Antwort ist so einfach und dennoch ignorieren sie die meisten Menschen.

Der Kompass ist das Haushaltsbuch.

Das Haushaltsbuch zeigt Euch die Richtung.

Wollt Ihr Schulden abbauen? Das Haushaltsbuch weiß wie.

Ihr wollt Ausgaben einsparen? Das Haushaltsbuch weiß wo.

Wollt Ihr Vermögen aufbauen? Das Haushaltsbuch zeigt Euch wie.

Allein diese drei Bereiche zeigen, wie mächtig dieses Werkzeug ist.

Wollt Ihr das Haushaltsbuch als Paar nutzen?

Dann ist das Werkzeug noch viel mächtiger.

Welche unfairen Vorteile Ihr mit einem Haushaltsbuch habt, zeigt Euch dieser Artikel.

Die 6 Vorteile wurden von Mike für Euch verfasst.

Vorteil 1 – Gemeinsamer Überblick aller Finanzen

Geld liegt überall herum in der Wohnung.

Ein paar Münzen rollten unter das Bett. Andere fielen in die Sofaritze.

Kleingeld wird schnell auf Tischen oder Schränken abgelegt, damit es aus der Hosentasche raus ist.

Beim Waschen finden wir dennoch weiteres Geld.

Die Lösung für dieses Problem: Geld gehört konsequent in den Geldbeutel.

Was ist der Vorteil an diesem Vorgehen?

Du hast Dein gesamtes Kleingeld im Blick und kannst Entscheidungen treffen:

  • Reicht mein Geld für die kommenden Einkäufe?
  • Sollte ich weiteres Geld abheben?
  • Besitze ich zu viel Kleingeld und möchte ich einen Teil zur Bank bringen?

Digitales Geld verteilt sich ebenfalls an längst vergessene Stellen.

Ritzen, Schränke und Hosentaschen werden ersetzt durch Konten, Depots und Verträge.

Das Haushaltsbuch übernimmt die Aufgabe Eures Geldbeutels.

Ihr sammelt im Haushaltsbuch Euer digitales Geld und bringt es an einen Ort.

Wieso ist das nützlich?

Ohne nachzuprüfen wie Euer tatsächlicher Stand ist: Wie lauten Eure Antworten auf diese Fragen:

  • Wie viel Geld ist auf Euren Konten (Giro-, Spar-, Tagesgeld- & Festgeldkonten) vorhanden?
  • Wie viele Verträge (Riester, Bausparer, Versicherungen, etc.) besitzt Ihr, die Euch (langfristig) Geld einbringen?
  • Wie viel Geld bringen Euch diese Verträge zu welchem Zeitpunkt ein?
  • Wie viele Verträge (Versicherungen, Mitgliedschaften, etc.) besitzt Ihr, die Euch Geld kosten?
  • Wie viel Geld kosten Euch diese Verträge im Monat oder Jahr?
  • Wie hoch ist Eure aktuelle Rücklage?
  • Wie viele Monate könntet Ihr ohne Einkommen von Euren Rücklagen leben?
  • Wie hoch sind Eure Einnahmen im Monat?
  • Wie viel Eures Geldes ist investiert (Aktien, ETFs, etc)?

Sind diese Fragen entscheidend für Euch?

Wäre es wichtig für Euch zu wissen, wie viel Geld in Eurer Rücklage ist, wenn Eure Waschmaschine oder Auto kaputt geht?

Durchaus.

Wäre es wichtig zu wissen, wie Eure Ausgaben und Einnahmen aussehen, wenn Ihr überlegt einen weiteren Vertrag abzuschließen oder einen Kredit aufzunehmen?

Auf jeden Fall. Banken verlangen dies sogar für einen Kredit.

Wäre es wichtig für Euch, zu wissen, wie gut Ihr abgesichert sein, sollte einer oder beide in die Arbeitslosigkeit rutschen?

Definitiv.

Diese Informationen helfen Euch Entscheidungen zu treffen, rational abzuwägen und entspannt(er) in Krisensituationen zu agieren.

Bonus-Tipp

Manchmal entsteht ein solches Kontenwirrwarr, dass es selbst im Haushaltsbuch schwer ist, die Übersicht zu behalten. Ist dies bei Euch der Fall?

Vorteil 2 – Aufteilung gemeinsamer Kosten

Zieht Ihr zusammen? Werdet Ihr heiraten? Bekommt Ihr Nachwuchs? Stehen größere Anschaffungen bevor?

Dann stehen Veränderungen an.

Jedes dieser Beispiele ist mit Kosten verbunden.

Bei der ersten gemeinsamen Wohnung sind bereits beim Umzug finanzielle Entscheidungen zu treffen. Besonders spannend wird die Zeit nach dem Umzug.

Wie verteilt Ihr die Fixkosten? Wie geht Ihr mit variablen Kosten um?

Heiraten und Nachwuchs bekommen, können Eure bisherige, finanzielle Aufstellung ebenfalls durcheinander wirbeln.

Wer übernimmt welche Kosten bei der Heirat? Das Kleid oder der Anzug soll 2.000 Euro kosten oder der extravagante Sportwagen soll für zu viel Geld gemietet werden?

Wie könnt Ihr mit einseitigen Einkommensausfällen bei der Erziehung Eures Nachwuchs umgehen? Und wer bezahlt die Grundausstattung Eures Babys?

Euer Haushaltsbuch liefert Euch die nötigen Informationen.

  • Wie viel Geld liegt auf der hohen Kante?
  • Welche Einkommensausfälle sind verkraftbar?
  • Bleibt noch Geld übrig, wenn einer nicht mehr arbeiten geht, um einen Ausgleich zu zahlen?
  • Was könnte eine faire Aufteilung sein?

Vorteil 3 – Zusammen Ziele setzen und verwirklichen

Einmal im Jahr trefft Ihr Euch, um Euch gemeinsame Ziele zu setzen.

Hervorragend.

Damit wisst Ihr bereits, wo Ihr hin möchtet.

Jetzt benötigt Ihr noch den Kompass.

Richtig. Der Kompass ist das Haushaltsbuch.

Eines Eurer finanziellen Ziele könnte wie folgt aus sehen:

Dieses Jahr möchten wir 5.000 Euro in ETF-Sparpläne investieren.

Wisst Ihr, wann Ihr Euer Ziel erreicht haben werdet?

Sicher. Am Ende des Jahres überprüft Ihr, ob Ihr 5.000 Euro in Eure ETF-Sparpläne eingezahlt habt. Im Laufe des Jahres könnt Ihr checken, wie viel Euch noch fehlt, um Euer Ziel zu erreichen.

Doch ist dieses Ziel sinnvoll und realistisch?

Schwer zu sagen, ohne Eure finanzielle Situation zu kennen.

Erkennt Ihr den nächsten Vorteil ein Haushaltsbuch zu führen?

Ihr wisst, wie viel Geld Ihr pro Monat zusätzlich zur Verfügung habt. Zudem kennt Ihr Eure Rücklagen und wie viel dort eingezahlt werden sollte.

Angenommen Ihr hättet pro Monat 500 Euro zum Investieren. Zu Beginn entscheidet Ihr Euch lediglich ETFs zu kaufen.

Rechnerisch sind das 6.000 Euro im Jahr, die Ihr Euch für Eure Investition zum Ziel setzen könntet.

Im zweiten Schritt könntet Ihr sogar hergehen und eine weitere Stufe Eures Ziels hinzufügen.

Dieses Jahr möchten wir mindestens 6.000 Euro in ETF-Sparpläne investieren. Durch steigern unseres Einkommens und verringern unserer Ausgaben wollen wir zusätzliche 1.000 Euro in ETF-Sparpläne investieren.

Auch bei diesem Ziel wird das Haushaltsbuch Euch unterstützen.

Beispielsweise könnte es aufzeigen, wo Ihr doppelte oder unnötige Verträge abgeschlossen habt. So könnte neues Kapital frei werden.

Im Einkommen könntet Ihr feststellen, dass Ihr Zinsen und Dividenden erhaltet und diese zusätzlich investieren. Oder Ihr tätigt Verkäufe von gelesenen Büchern oder ungetragener Kleidung.

Euer finales Ziel könnte also lauten:

Dieses Jahr möchten wir mindestens 6.000 Euro in ETF-Sparpläne investieren. Durch Kündigen unnötiger Verträge und durch Verkäufe investieren wir weitere 1.000 Euro in unsere ETF-Sparpläne.

Vorteil 4 – Gesprächsstoff für Eure Geldgespräche

Über Geld spricht man nicht diese Phrase ist ausgelutscht und überholt.

Warum solltet Ihr in einer glücklichen und langfristigen Beziehung ein derart wichtiges Thema auslassen?

Schließlich unterhaltet Ihr Euch auch über Reisen, Euren Alltag, Sex und Zukunftspläne. Bei allem spielt Geld eine Rolle.

Doch was sind die Inhalte dieser Geldgespräche?

Nun. Es können allgemeine Themen wie die Finanzierung Eurer Zukunftspläne sein. Vielleicht wollt Ihr zusammen die Börse verstehen? Oder Ihr trefft Entscheidungen wie Ihr Geld ausgeben oder zurücklegen möchtet.

Wie Euch das Haushaltsbuch in diesen allgemeinen Fragen unterstützen kann, habt Ihr im Vorteil 3 kennengelernt.

Ein Haushaltsbuch zu führen bedeutet auch, dass automatisch immer neuer Gesprächsstoff entsteht.

Wie könnte sowas aussehen?

  • Unsere Rücklage übersteigt nächsten Monat unsere Mindestgröße. Wie wollen wir mit dem zusätzlichen Geld umgehen?
  • In den letzten sechs Monaten sind unsere Ausgaben kontinuierlich gestiegen. Woran liegt das? Wollen wir dies? Wie gehen wir damit um?
  • Wie haben wir es geschafft so geringe Ausgaben im letzten Monat zu haben?
  • Sind wir zufrieden mit unseren Einnahmen, Ausgaben oder unserer Sparquote? Welche Möglichkeiten besitzen wir, etwas daran zu ändern?

Vorteil 5 – Potenziale aufdecken und nutzen

Isla de Muerta.

Im Universum von Captain Jack Sparrow galt diese Insel als unauffindbar.

Sie war unsichtbar.

Wer nicht wusste, wo sich die Isla de Muerta befand, konnte sie nicht aufsuchen.

Lediglich der Kompass vom Captain war in der Lage, ihn zu seinem Ziel zu navigieren.

In Euren Finanzen sind überflüssige Verträge, zu teure Abschlüsse und zusätzliche Einnahmequellen wie die Isla de Muerta.

Sie sind unsichtbar.

Das Haushaltsbuch übernimmt einmal mehr die Funktion des Kompass und navigiert Euch zu dem liegengebliebenen Potenzial.

Es ist erschreckend wie viele Kosten mit der Zeit unsichtbar wurden.

Sie verstecken sich in Kreditkartenabrechnungen oder rätselhaften Kürzeln.

Durch das Haushaltsbuch spürt Ihr sie auf. Einen Posten nach dem anderen.

Entdeckt Ihr etwas neues könnt Ihr Euch in einem Geldgespräch (Vorteil 4) darüber austauschen, wie Ihr in Zukunft damit umgehen wollt (Vorteil 3).

Auf Dauer ist kein Versteck mehr sicher vor Euch und Ihr erlangt den Überblick über Eure Finanzen.

Vorteil 6 – Gemeinsame Entwicklung verfolgen

Warum machen die meisten Computer- und Handyspiele süchtig?

Es ist dieser winzige Gedanke.

Dieser Gedanke motiviert uns noch ein bisschen weiter zu spielen.

Und noch ein bisschen.

Und noch ein bisschen.

Nur noch bis dahin.

Das noch schaffen, dann ist Schluss.

In Spielen entwickelst Du einen Charakter, bekommst Boni freigeschaltet oder erhältst Fähigkeiten.

Die besten Spiele liefern Dir exakt die Menge Neues, die Dich im Spiel gefesselt hält.

Mit Euren Finanzen verhält es sich auf dieselbe Art und Weise.

Wie würde sich folgende Situation auf Eure Motivation auswirken?

Es ist der erste des Monats. 

Ihr fertigt Euren Monatsabschluss an. Tragt Eure Einnahmen und Ausgaben zusammen. Stellt Euer Vermögen mit allen Konten und Depots auf. 

Dabei stellt Ihr fest, dass Euer Vermögen auf 48.375 Euro angewachsen ist. 

Ihr wisst, dass Ihr im Monat etwa 800 Euro zurücklegen könnt. 

Es würde also noch 3 Monate dauern, bis Ihr die 50.000 Euro in Euer Haushatsbuch eintragen könntet.

Würde Euch das Wissen, dass Ihr kurz vor den 50.000 Euro steht, motivieren mehr als die 800 Euro im Monat zu sparen?

Vielleicht motiviert es Euch sogar so sehr, dass Ihr die 50.000 Euro bereits im nächsten Monat knacken wollt?

Runde Zahlen, Schnappszahlen, besondere Zahlen wirken auf uns magisch.

50.000 Euro sieht doch viel besser aus als 48.375 Euro oder? Und 55.555 Euro sieht noch viel toller aus?

Abgesehen von dieser Magie, wirken Vergleiche wunder.

Wie würdet Ihr Euch fühlen, wenn Ihr folgendes feststellt:

  • Diesen Monat hatten wir die höchsten Einnahmen im gesamten Jahr.
  • So niedrige Ausgaben wir diesen Monat konnten wir noch nie verzeichnen.
  • Unser Vermögen ist dieses Jahr um 74 % oder 35.870 Euro gewachsen.

Motivation pur, oder?

Ohne ein Haushaltsbuch wären diese Infos nicht vorhanden.

Damit würde Euch diese Motivation vollständig fehlen.

Pro Monat käm Geld auf Eure Konten und einiges davon würde wieder abgehen.

Am Ende des Monats ist noch Geld auf dem Konto oder auch nicht.

Besonders cool wird es, wenn Ihr die Motivation mit den anderen Vorteilen verknüpft.

Durch die Motivation setzt Ihr Euch neue Ziele, nutzt Eure Zeit für gemeinsame Geldgespräche und findet Eure verstecken Potenziale heraus.

Warum solltet Ihr als Paar ein Haushaltsbuch führen?

Im Verlauf des Artikels habt Ihr 6 Vorteile eines Haushaltsuchs kennengelernt.

Für einen besseren Überblick und damit Ihr alle Vorteile auf einen Blick seht, haben wir sie an dieser Stelle erneut zusammen gefasst.

  • 1Gemeinsamer Überblick aller Finanzen
  • 2Aufteilung gemeinsamer Kosten
  • 3Zusammen Ziele setzen und verwirklichen
  • 4Gesprächstoff für Eure Geldgespräche
  • 5Potenziale aufdecken und nutzen
  • 6Gemeinsame Entwicklung verfolgen

Jetzt bist Du dran.

  • Führt Ihr bisher ein Haushaltsbuch?
  • Was hat Euch dazu bewegt mit Eurem Haushaltsbuch zu beginnen?
  • Was hält Euch davon ab ein Haushaltsbuch zu führen?

Fincamp 2018 – Spaß, Lernen und Vernetzen in München

​Eine Woche vor dem Start des Oktoberfestes pilgerten 150 Menschen aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich in den Süden der Republik. Zu teures Bier, Weiswurst oder Schunkelmusik sind nicht der Grund!

​Stattdessen geht es um’s Geld! Der Finanzwesir Albert hat geladen zum ersten Fincamp in der bayerischen Landeshauptstadt.

Eingeladen hat er auch uns als Referenten. Da Mike bereits einen anderen Termin an diesem Wochenende hatte, bedeutete der Platz auf dem Podium gleichzeitig das erste Wochenende unseres Baby-Investors alleine mit Mama auf großer Reise. Das Fincamp wurde damit zum doppelten Erlebnis für uns!

Sprechen durfte ich gemeinsam mit der Geldfrau Dani und dem Frugalisten Oliver über das richtige Mindset zum Umgang mit Geld und für erfolgreichen Vermögensaufbau.  

Diesen Nachbericht hat Marielle für Dich verfasst.

FinCamp 2018 – Was ist das überhaupt?

Das FinCamp 2018 war die erste Veranstaltung ihrer Art. Entsprechend schwierig war es sich im Vorfeld vorzustellen, wie der Tag ablaufen würde.

Klar war von ​Beginn an: Es soll um erfolgreichen Vermögensaufbau und Ideen, wie dieser erreicht werden kann.

Verschiedene Blogger und Autoren, die alle ihr eigenes Geld investieren, sollten von ihren Erfahrungen mit (Dividenden-)Aktien, Immobilien, p2p-Krediten oder auch Bitcoins berichten, sodass die Teilnehmer davon lernen können.

Was das FinCamp nicht sein wollte: Eine Verkaufsveranstaltung derjenigen, die das Event sponsern voller realitätsferner Theorien.

Stattdessen ging es darum, aus der Anleger-Praxis zu berichten und alle Fragen der Teilnehmer zu beantworten.

Am Morgen wurde als Ziel für den Tag ausgegeben:

  • Spaß haben
  • Etwas neues lernen
  • Nette Leute treffen und vernetzen

​Ziel erreicht beim Fincamp 2018?

Zuerst sei gesagt: Zwar war ich in erster Linie als Referentin beim FinCamp, allerdings sind die drei gesetzten Ziele auch für diese Rolle passend. Denn ein Tag ohne nette Menschen, ohne Spaß und ohne etwas neues zu lernen, gleicht einem verlorenen Tag.

Und jetzt Butter bei die Fische – was hat der Tag gebracht?

Nette Leute treffen und vernetzen

Einige meiner Mit-Referenten kannte ich bereits von der Finanzbloggerkonferenz in Kassel oder anderen Veranstaltungen in den letzten beiden Jahren. Andere durfte ich jetzt kennenlernen. Die Dynamik im Referententeam war toll und jeder einzelne war – aus meiner Sicht – eine Bereicherung für das FinCamp und seine Teilnehmer.

Darüber hinaus konnte ich mich mit einigen Teilnehmern toll unterhalten. Jede Pause war gefühlt sofort wieder herum und auch beim abendlichen Dinner im kleinen Teilnehmerkreis, entstanden tolle Gespräche – sowohl über Geld, als auch andere Themen des Lebens.

  • ​Ziel Nr. 1 – Check!

Etwas neues lernen

Das Programm des FinCamp war großartig und so vielfältig wie die Referenten.

Die meisten Themen waren für mich kein Neuland. Ich beschäftige mich seit Jahren mit Geldanlage und lerne regelmäßig neue Anlagestrategien kennen. Dennoch konnte ich auch zu mir sehr vertrauten Bereichen, wie Dividendenstrategien oder die Anlage in ein ETF-Depot, noch neues mitnehmen – denn aus der Praxis erzählt zu bekommen, ist eben doch etwas anderes als Blogs und Finanzbücher zu verschlingen.

Darüber hinaus habe ich abgesehen vom Inhalt des Tages für mich mitgenommen, dass unser Sohnemann und ich ein tolles Team sind – denn in seinem Tragetuch (und dank des liebevollen Kuschelns mit den Großeltern am Vormittag während meines Einsatzes auf der Bühne) hat er 12 Stunden ohne zu Murren am Veranstaltungsort mit mir verbracht.

  • ​Ziel Nr. ​2 – Check!

​Spaß haben

Spaß kann man schwer verordnen oder unbedingt haben wollen.

Beim FinCamp 2018 kam der Spaß von ganz alleine! Die Vorträge und Panels waren unterhaltsam, die Teilnehmer und Referenten sympatisch und durch leckeres Essen in den Pausen war gute Laune aus allen Richtungen zu spüren.

  • ​Ziel Nr. ​3 – Check!

​Mein Fazit zum FinCamp 2018 ist also ganz klar: Ziel erreicht, es war ein toller Tag!

Und diese Meinung teilten auch all diejenigen Teilnehmer, mit denen ich Gelegenheit hatte persönlich zu sprechen.

Der Ruf nach Wiederholung kam nicht erst beim Abschluss-Panel auf. Und nicht nur ich warte gespannt, ob der Finanzwesir aus diesem tollen Event einen neuen regelmäßigen Treffpunkt (ob weiterhin in München und zu diesem Zeitpunkt des Jahres) für Finanzinteressierte in Deutschland macht. Beim nächsten Mal freut sich dann auch Mike dabei zu sein – und unser Superbaby kann dann vielleicht schon „Geld“ sagen 🙂

Wir sind gerne wieder dabei! Danke für die tolle Organisation an Albert und Henrik, an Paul für die tollen Bilder und an alle Teilnehmer, dass Ihr den Tag zu einem Erfolg gemacht habt!

 

 

Dein ultimativer Aktienguide: Wie Du mit nur 1 Aktie die Börse verstehst

Du bist gerade dabei Dich über Aktien schlau zu machen? Du hast schon den einen oder anderen Artikel gelesen? Du hast Lust die Börse und die Aktienkultur kennenzulernen?

Dann hast Du bestimmt auch schon folgende Empfehlung erhalten:

Lege Dir für 25 Euro im Monat einen Sparplan an und fang an.

Bullshit!

Wenn Du wirklich Interesse daran hast, zu verstehen, wie die Börse funktioniert und was es mit diesen ominösen Aktien und ETFs auf sich hat, dann vergiss diesen Tipp. Damit lernst Du (fast) nichts.

Hand auf’s Herz.

Du bist motiviert.

Du hast Bock.

Du willst loslegen.

Und alles was zu tun ist, ist einen Sparplan über 25 Euro im Monat anzulegen und die Füße still zu halten? Tschüss!

Tschüss , oh Du liebe Motivation.

Dieser Tipp ist gut, wenn Du null Bock hast, Dich mit der Börse zu beschäftigen. Wenn Du sagst: „Ich will meine Rentenlücke füllen, ohne mich mit dem Produkt zu beschäftigen.“, dann ist die Sache so simpel wie die erste Klasse.

  1. Wie hoch werden Deine Kosten in der Rente sein?
  2. Wie hoch wird Deine voraussichtliche Rente sein (Zahl auf Rentenbescheid * 0,25)?
  3. Kosten – Rente = Lücke
  4. Lücke * 12 Monate * Jahre, die Du leben willst = Cash, den Du benötigst
  5. Cash, den Du benötigst : Jahre bis zu Rente : 12 = Cash, den Du im Monat zur Seite legen musst
  6. Cash, den Du im Monat zur Seite legen musst : 2 = Summe, die Du im Monat in einen ETF (MSCI World) packst
  7. Depot eröffnen
  8. Sparplan anlegen
  9. Zur Rente wieder reinschauen
  10. Nie wieder einen Finanzblog anschauen

In Zahlen:

  1. 2.000 Euro
  2. 400 Euro
  3. 1.600 Euro
  4. 1.600 * 12 * 30 = 576.000 Euro
  5. 675.000 : 35 : 12 = 1.371 Euro
  6. 1.371 : 2 = 685 Euro

Verdammt viel Geld – Du kannst Deinen Mund jetzt wieder schließen.

(Sehr vereinfacht dargestellt. Logisch fehlen Zinseszinzeffekte und dass Kapital bei etwa 4 % Entnahme vermutlich erhalten bleibt. Dafür ist es einfach!)

Den ultimativen Aktienguide, um die Börse zu verstehen, hat Mike für Dich verfasst.

 

DER entscheidende Börsen-Tipp:

Kaufe Dir 1 einzelne Aktie

Während unseren Geld und Liebe Stammtischen und Coaching-Sessions mit Paaren werden wir häufig gefragt: „Wie mache ich das nun mit den Aktien? Wo fange ich an? Wie können wir als Paar an der Börse investieren?

Auf diese Frage entgegnen wir exakt diesen Tipp: „Kaufe Dir 1 einzelne Aktie.“

Entrüstung. Verwirrte Blicke. Fragen: „Ist das nicht völliger Schwachsinn?“ oder „Die Kosten sind doch viel zu hoch!“

Ja, es ist völliger Schwachsinn, wenn Du die Börse verstanden hast und bereits Aktien handelst. Bist Du neu im Thema, ist es genial!

Ja, die Kosten sind sehr hoch, wenn Du mit Aktien (strategisch) handeln willst.  Für die erste Aktie ist es die günstigste, effizienteste und nachhaltigste Lehrmethode, die wir kennen.

Folgend erhältst Du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung die Börse wirklich zu verstehen – inklusive Aufgaben und jeweiligen Learnings.

Dieser Guide funktioniert genauso gut, wenn Ihr gemeinsam als Paar investieren wollt! Los geht’s…

Börse verstehen Step I: Was sind Deine Lieblingsprodukte?

Energiegeladen hüpfst Du wie eine junge Göttin aus Deinen Federn. Trällernd führt Dich Dein Weg in die Küche und zu Deiner morgendlichen Tasse Kaffee.

Während diese durchläuft, schnell ein Abstecher ins Bad. Zähne putzen. Duschen.

Zack, was aus dem Kleiderschrank gezogen, etwas zwischen die Zähne geschoben, den Kaffee geschlürft und ab ins Auto.

Wie viele Produkte hast Du in diesen 30 bis 60 Minuten verwendet?

Du schläfst auf einer Matratze in einem Bett.

Deinen Kaffee bekommst Du aus einer Maschine oder old-school aus einer Drück-Kanne serviert.

Woher kommt Dein Frühstück? Wie viele Herrsteller sind daran beteiligt? Wo werden die Lebensmittel gekühlt?

Hygieneprodukte: Welche Marke hat Deine Zahncreme, Dein Shampoo oder Dein Makeup?

Welches Auto fährst Du?

Im Laufe des Tages benutzt Du hunderte, vermutlich tausende Produkte. Welche davon landen immer wieder in Deinem Einkaufswagen?

Aufgabe:

Mach Dir eine Liste Deiner 10 bis 20 Lieblingsprodukte.

Learning

Du bekommst ein Bewusstsein für die Fülle an Produkten, die Du jeden Tag verwendest.

Börse verstehen Step II: Welche Unternehmen stecken hinter Deinen Lieblingsprodukten?

Kaufst Du Perwoll oder Persil? Fährst Du einen Mercedes? Trinkst Du gerne Nesquik?

Hinter jedem Produkt stehen Unternehmen. Diese entwickeln, produzieren und verkaufen die Annehmlichkeiten, die unseren Alltag erleichtern.

Welches Unternehmen steckt hinter Perwoll oder Persil? Richtig. Henkel – ein DAX-Unternehmen.

Wie sieht es mit Mercedes aus? Mercedes ist eine Marke des Unternehmens „Daimler“. Daimler ist ebenfalls im DAX vertreten und wird häufig als das Lieblingsunternehmen der Deutschen bezeichnet.

Bleibt noch Nesquik. Das Kakao-Produkt wird vom schweizer Unternehmen „Nestlé“ hergestellt.

Du siehst es gibt jede Menge Investitionsmöglichkeiten!

Aufgabe

Finde heraus, welche Unternehmen Deine Lieblingsprodukte herstellen.

Learning

Du bekommst ein Bewusstsein, welche Produkte zu welchen Unternehmen gehören. Viele Marken nehmen wir als unabhängig voneinander wahr, obwohl sie zum selben Konzern gehören.

Börse verstehen Step III: Welche Unternehmen sind an der Börse vertreten?

Nicht alle Unternehmen sind an der Börse vertreten. Beispielsweise könnte es sein, dass Du gerne bei EDEKA einkaufen gehst. Du findest, dass EDEKA tolle Produkte vertreibt, freundliches Personal einstellt und sehr saubere Filialen führt. Daher ist EDEKA eines Deiner Lieblingsunternehmen. Doch ist EDEKA an der Börse gelistet?

An der Börse können nur Aktiengesellschaften gelistet werden. Aktiengesellschaften sind eine besondere Geschäftsform. Andere Beispiele sind die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Diese können nicht an einer Börse gelistet werden.

Zugleich wird nicht jede AG sofort an der Börse gelistet. Das Listing muss zunächst beantragt und geprüft werden. Dadurch sind zwar alle an der Börse gelisteten Unternehmen Aktiengesellschaften, aber nicht jede Aktiengesellschaft ist an der Börse gelistet.

Du kannst durch Plattformen wie OnVista herausfinden, ob Dein Lieblingsunternehmen gelistet ist. Gib dazu den Namen des Unternehmens im Suchfeld ein.

Aufgabe

Finde heraus, welche Deiner Lieblingsunternehmen an der Börse gelistet sind.

Learning

Du bekommst ein Bewusstsein, welche Geschäftsformen vertreten sind und welche Unternehmen an der Börse gelistet und für Dich handelbar sind.

Börse verstehen Step IV: Eröffne Dein erstes Depot

Ist keines Deiner Lieblingsunternehmen an der Börse gelistet? Dann gehe nochmal zurück zu Step I und suche nach neuen Produkten, die Dich begeistern.

Du hast mittlerweile Dein Lieblingsunternehmen gefunden, das eine AG und an der Börse gelistet ist? Hervorragend. Als nächstes benötigst Du ein Depot, um eine Aktie des Unternehmens kaufen zu können.

Hier hast Du verschiedene Broker (Banken, die den Aktienhandel für Dich abwickeln) zur Verfügung:

Consorsbank*comdirect*DKB* oder eine andere Bank

Wir sind seit Beginn bei der Consorsbank* Kunde und sind mit den Möglichkeiten sehr zufrieden. Für einen detaillierten Vergleich empfehlen wir Dir die unabhängige Vergleichsseite „Kritische Anleger„.

 

Aufgabe

Eröffne Dein erstes Depot.

Learning

Du setzt Dich mit der Angebotsvielfalt auseinander und bekommst ein Gefühl für die Kostenstruktur der verschiedenen Broker.

Börse verstehen Step V: Kaufe 1 Aktie

Ja.

Du hast richtig gelesen. Die nächste Aufgabe wird sein, dass Du 1 einzelne Aktie kaufst. Das mag auf den ersten Blick bescheuert klingen, ist es aber nicht und Du erfährst auch gleich warum:

(Selbstverständlich wirst Du bei Deinem zweiten Aktienkauf eine andere Ordergröße wählen.)

Mit dem Erwerb einer einzelnen Aktie musst Du den gesamten Kaufprozess durchgehen und Dich mit allen Einstellungen auseinandersetzen.

Aufgabe

Kaufe 1 Aktie. Ja. 1 Aktie, nicht 2, 3 oder 50. Nur 1 Aktie. Wie hoch ist der Preis Deiner Lieblingsunternehmen?

Aktien kosten Geld. Mit einer Aktie kaufst Du eine Beteiligung am Unternehmen. Je nach Wert des Unternehmens schwankt der Preis für einen Anteil.

Learnings

  • Wie finde ich die Aktie bei meinem Broker?
  • Wie setze ich eine Order auf?
    • Auf welchem Konto benötige ich Geld?
    • Was bedeuten die Orderoptionen wie limited/unlimited?
  • Wie lange dauert es bis meine Order ausgeführt wird?
  • Wo finde ich meine Aktie in meinem Depot?
  • Wo finde ich die Abrechnung meines Aktienhandels?
    • Wie viel Geld hat mich der Handel gekostet (Ordergebühren + Provision)?

Börse verstehen Step VI: Schon in den Briefkasten geschaut?

Mit Deiner einzelnen Aktie im Depot bist Du ab sofort an dem Unternehmen beteiligt. Einmal im Jahr findet die Hauptversammlung Deines Lieblingsunternehmens statt.

Im Vorfeld bekommst Du über Deinen Broker eine Nachricht übermittelt, dass Du zu dieser Hauptversammlung eingeladen und stimmberechtigt bist.

In der Regel flattert eine Hochglanzbroschüre samt Einladung des Unternehmens in Deinen Briefkasten. Persönlich finde ich dies ärgerlich, da ich lieber eine höhere Dividende erhalte als die Einladung und das Begleitheft im Qualitätsdruck in den Papierkorb zu befördern. Denk dran: Obwohl Dir nur 1 einzige Aktie des Unternehmens gehört, erhältst Du exakt dieselben Unterlagen, Informationen und Einladung wie alle anderen Aktionäre.

Aufgabe

Finde heraus, wann und wo die Hauptversammlung Deines Unternehmens stattfindet und reserviere Dir den Tag im Kalender. Sobald die Einladung im Postfach landet, meldest Du Dich für die Hauptversammlung an und freust Dich auf eine kleine Reise. Studiere das Begleitheft und die Einladung.

Learnings

Aktiengesellschaften halten einmal im Jahr die Hauptversammlung ab. Zur Vorbereitung findest Du Antworten auf folgende Fragen:

  • Welche Rechte habe ich auf der Hauptversammlung?
  • Welche Ausschüttung (Dividende) wird vorgeschlagen?
  • Wie ist der Ablauf der Hauptversammlung?

Börse verstehen Step VII: Das Neuaktieninhaberhighlight des Jahres

Die Hauptversammlung bietet Dir grenzenlose Möglichkeit Dich zu entwickeln und dazu zu lernen, wie die Börse genau funktioniert. Als Aktionär besitzt Du Stimm- und Rederecht. Du bekommst hautnah mit, welche Berichte der Vorstand liefert, welche Fragen gestellt werden und, dass Menschen wie Warren Buffett eigene Bodyguards bekommen.

Aufgabe

Stelle dem Vorstand Deines Unternehmens eine Frage – egal welche. Mache Gebrauch von Deinem Rederecht: Ergreife das Mikrofon und spreche für zwei Minuten über ein Dir wichtiges Thema. Nutze Dein Stimmrecht.

Learnings

Jetzt weißt Du wie es sich anfühlt vor hunderten oder tausenden Menschen zu stehen und etwas zu erzählen, dass nur Dich interessiert. Zudem kennst Du den Ablauf einer Hauptversammlung und weißt, welche Berichte der Vorstand liefert.

Hoffentlich hast Du etwas zur (geschönten) Zukunft des Unternehmens erfahren.

Börse verstehen Step VIII: Die Dividende wird ausgezahlt

Sofern Dein Lieblingsunternehmen zu den Unternehmen zählt, die eine Dividende ausschütten, kommst Du einige Tage nach der Hauptversammlung in diesen Genuss. Leider ist die Freude nicht von langer Dauer. Spätestens mit einem Blick auf den Preis weißt Du warum Dividenden keine Zinsen sind.

Aufgabe

Beobachte den Preis Deiner Aktie am Tag der Ausschüttung: Was ist auffällig?

Learnings

Dividenden sind keine Zinsen, sondern eine Gewinnausschüttung eines realen Unternehmens. Sie gehören damit nicht zu einem Geschäftsmodell (wie Zinsen), sondern sind das Resultat daraus. Dies hat Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens – siehe Aktienpreis.

Börse verstehen Step IX: die Suche nach großartigen Unternehmen

Hatte Dich zu Beginn der Frankfurter Flughafen begeistert, dann wirst Du etwa 45 Euro + Gebühren und Provision für Deine Aktie bezahlt haben. Hingegen hättest Du für Deine Faszination der ProSiebenSat.1 Programme nur etwa 8 Euro für deine Aktie bezahlt.

Je nach Unternehmen hast Du für Deine Learnings etwa 10 bis 200 Euro bezahlt. Ein durchaus herausragender bis akzeptabler Preis für die Inhaltsmenge. Mit etwas Glück hat sich in der Zeit der Aktienpreis erhöht und Du würdest durch den Verkauf für das Handeln nach dem ultimativen Aktienguide sogar bezahlt werden!

Du bist fit für die Börse, hattest hoffentlich jede Menge Spaß und weißt jetzt, „wie Du mit nur 1 Aktie die Börse verstehst“.

Mittlerweile hat sich Dein Blick auf die Welt verändert. Läufst Du an einem Fielmann-Geschäft vorbei und denkst Dir: „Warum sehe ich dort nie Kunden?“ oder Dir fällt der nächste Pandora-Laden in den Blick und erneut stehen die Menschen dort Schlange.

Welche Geschäftsmodelle besitzen die Unternehmen? Warum stehen Menschen Schlange? Welche Konkurrenz ist auf dem Markt vorhanden? Kaufst Du selbst dort ein oder kennst Freunde und Bekannte, die dort kaufen? Welches Verbesserungspotenzial besitzt das Unternehmen und arbeitet es daran? Hast Du Geschäftsideen, die gut zu dem Unternehmen passen würden und arbeitet das Unternehmen vielleicht daran?

Aufgabe

Finde großartige Unternehmen und lerne sie kennen. Nutze die zahlreichen Finanzblogs für unabhängige Informationen rund um die Börse!

Learnings

Je mehr Du Dich für Unternehmen und ihre Funktionsweise interessierst, desto mehr Kennzahlen wirst Du aufnehmen und verstehen.

Fazit

Die Börse istspannend und fast überall vertreten. Aus Büchern kommt nur eine abstrakte Welt, die sich nicht automatisch erschließt. Es ist trocken, langweilig und enthält viel zu viele abstrakte Zahlenwerke. Allein durch den Gedanken verliere ich die Lust mich damit zu beschäftigen.

Tauche daher in die Realität der Börse ein und finde großartige Unternehmen. Mit der Zeit stellst Du weitere Fragen, die weitere Antworten suchen. Finanzkennzahlen wie Cashflow, EPS oder EBIT erklären sich von alleine, da sie in Deiner Gedankenwelt Anschluss finden.

Bist Du schon Aktionär? Wenn nein, bist Du jetzt motiviert und hast Lust? Wenn ja, wie hast Du Dir die Börse erschlossen?

Noch eine Bitte: Wenn Du Dich strikt an Step VII hältst, freuen wir uns über Deinen Videobeweis 🙂