Abhängig vom eigenen Partner: Mit mehr Freiheit zur glücklichen Beziehung

Mittwochabend.

Und Du sitzt alleine zu Hause.

Dank Netflix und Co ist es egal, das mal wieder nichts in der Flimmerkiste läuft.

Dein Partner trifft sich mit Freunden, ist arbeiten, engagiert sich ehrenamtlich oder geht seinem Hobby nach.

„Es fällt mir schwer ihm seine Freizeit zu gönnen.“ Dieses Gefühl begleitet Dich durch die Abende hindurch.

Szenenwechsel.

Ferne. Erholung. Reisen. Eure Urlaubsplanung steht an.

Zum fünften Mal werdet Ihr zu seinem Favouriten fliegen.

Vor den Kindern war das noch anders. Du hattest Dein eigenes Einkommen und konntest Dich an den Kosten gleichmäßig beteiligen.

Je weniger Du verdienst, desto weniger räumst Du Dir selbst Mitbestimmungsrechte ein.

Szenenwechsel.

Post vom Finanzamt.

Irgendwelche Rückfragen zu Angaben in der Steuererklärung.

Du hast keine Ahnung was sie von Dir wollen. Deadline: 20 Tage von heute.

Um Finanzen hat sich Deine Frau gekümmert. Du wolltest damit nichts zu tun haben.

Jetzt bist Du auf Dich alleine gestellt und musst Dich neben dem anderen Mist damit beschäftigen.

„Hätte ich mich doch früher Mal dazu gesetzt!“ ist ein scheiß Gefühl.

Emotionale und finanzielle Abhängigkeiten können miese Begleiter Eurer Beziehung sein. Warum gegenseitige Schulden etwas positives sind, wann die Abhängigkeit gefährlich wird und wie Ihr sie erkennt, erfährst Du in diesem Artikel. Am Ende geben wir Dir noch fünf Möglichkeiten mit auf den Weg, wie Ihr zurück zu Eurem Gleichgewicht findet.

Abhängigkeit vom Partner als Basis für eine funktionierende Beziehung

Was ist der Unterschied zwischen einer Freundschaft/Liebesbeziehung und einer Geschäftsbeziehung?

 

Letztere begleichen offene Rechnungen. Wenn Du ein Auto kaufst, begleichst Du den Wert des Fahrzeugs mit der entsprechenden Menge Geld. Das Auto und die Geldmenge sind in den Augen der Geschäftspartner gleich viel wert.

Wieso ist das wichtig?

Sobald die Transaktion vollzogen wurde, widmet sich der Händler seinem neuen Kunden und Du fährst in Deiner neuen Karre auf und davon. Eure Schulden sind beglichen und Ihr braucht zukünftig nicht mehr miteinander zu interagieren.

Solltest Du ein neues Auto benötigen und zum selben Händler zurückkehren wird eine neue Geschäftsbeziehung eröffnet. Wieder mit dem Ergebnis, dass Ihr danach nie wieder miteinander interagieren müsstet.

Freundschaften und Paarbeziehung sind keineswegs einzelne Interaktionen mit einem definierten Ende. Sie basieren darauf, dass nach der Handlung zumindest ein Teil der Rechnung offen bleibt.

Auf’s Auto bezogen: Wenn der Wagen 5.000 Euro wert ist. Dann sollte in diesem Fall entweder weniger 4.000 bis 4.500 Euro oder mehr 5.500 bis 6.000 Euro bezahlt werden. Gerne werden solche Szenen mit einem „Weil Du’s bist!“ begleitet.

Es wird sichergestellt, dass die gegenseitige Abhängigkeit bestehen bleibt. Und somit die Freundschaft weiterhin bestand haben kann.

Dieser Prozess steht in einem Gleichgewicht, sodass mal der Eine eine offene Rechnung hat, Mal der Andere. Wenn dies „normal“ ist, warum kann es gefährlich werden?

Wenn die Abhängigkeit des Partners zur Belastung wird

 

Kleine Schulden sind leicht zu begleichen.

Blumen. Welness-Wochenende. Tickets zum Lieblingskonzert. Gehör und Umarmung in schwierigen Zeiten.

Nur was wenn das Schuldenloch 152m tief ist und nur noch im Sommer um 12 Uhr mittags die Sonne den Boden erreicht?

Bestenfalls erkennen beide, dass die Abhängigkeitsspirale schleunigst gestoppt werden sollte. Im Horrorszenario steht einer vor den Trümmern der eigenen Existenz, zieht den Partner in die Verantwortung und die Anwälte füllen ihre Sparschweine.

Die eingangs erwähnten Szenarien sind für beide problematisch. Selbst abhängig zu sein, birgt einige negative Gefühle wie Einsamkeit, Unterdrückung oder Frustration. Allerdings fühlen sich die Schuhe des anderen nicht viel besser an. Wieso?

Beziehungen versuchen, um ein Gleichgewicht zu pendeln, gerät dieses in krasse Schieflage, wird an anderer Stelle versucht, es wieder herzustellen. Sexentzug? Unterstützungsverweigerung? Echauffieren über Kleinigkeiten?

Dieser erste Blick, dass nur der Abhängige leidet, ist Blödsinn.

Beide leiden – daher arbeitet zusammen und bringt die Waage zurück ins Schwanken.

12 Anzeichen, dass einer von Euch vom Partner abhängig ist

1. Dein Partner ist Dein Entertainer und Du kannst Dich alleine nicht beschäftigten

2. Du versuchst Deinen Partner zu kontrollieren und Freiheiten einzuschränken

3. Du verweigerst Deine Unterstützung – vor allem, wenn es selbstverständlich wäre, dass Du Deinem Partner zur Seite stehst

4. Ohne Deinen Partner bist Du motivationslos und desinteressiert

5. Eure Finanzen sind ein blinder Fleck für Dich

6. Du hast keine Ahnung, warum Du wie viel Taschengeld bekommst

7. Du triffst keine (finanziellen) Entscheidungen in Eurer Beziehung

8. Wärst Du plötzlich alleine, wüsstest Du nicht wie Du Deinen Unterhalt bestreiten solltest

9. Du suchst nach permanenter Bestätigung und zwingst Deinen Partner Dinge zu äußern, die er andernfalls nicht sagen würde

10. Du bist besitzergreifend und lässt keine anderen Frauen/Männer in der Nähe zu

11. Du denkst, dass Du kein Mitbestimmungsrecht bei (wichtigen) Entscheidungen wie Urlaube oder Anschaffungen hast

12. Das Gefühl weniger wert als Dein Partner zu sein, ist Dein dauerhafter Begleiter

Nicht alle Anzeichen müssen auf einmal auftreten. Auch bedeutet nicht jedes Anzeichen, dass Ihr Euch in einer Mausefalle befindet. Diese 12 Punkte dienen als ersten Impuls Eure Beziehung zu reflektieren.

Häufig reicht ein klärendes Gespräch und das direkte Ansprechen der eigenen Gefühlslage. Oder Dir wird bewusst, dass Du Dich in Finanzdinge doch besser einlesen solltest, um zu verstehen, was alles geregelt werden muss und was mit Deinem Geld passiert.

Wie kommt es zu schädlichen Abhängigkeiten unter Partnern?

Familiengründung. Arbeitslosigkeit. Ängste – Verlust oder Versagen. Handlungsverweigerung. Ignoranz.

Welcher Grund es auch sein mag – selten ist es auf die Handlung einer einzelnen Person zurückzuführen.

Höchstwahrscheinlich bist Du genauso Schuld wie Dein Partner, der die Abhängigkeit (bewusst oder unbewusst) missbraucht.

Kaum etwas ist negativer behaftet in unserer Gesellschaft als „Schuld sein“ oder „Fehler begehen“. Aber ist es wirklich so? Sind Schuld und Fehler etwas negatives?

Nein.

Schuld haben bedeutet, dass Du gehandelt hast. Deine Aktionen haben dazu geführt, dass der jetzige Zustand ist wie er ist.

Ok. Das klingt erstmal beschissen.

Wenn Du für den jetzigen Zustand (mit) verantwortlich bist, dann bist Du auch fähig die Situation zu verändern. Du hast die Möglichkeit aus Deinen Fehlern zu lernen, Deine Handlungen anzupassen und Deine Umgebung zu Deinen Gunsten zu verändern.

Ob das im Sinne Eurer Beziehung oder nur für Dich selbst positiv ist, sei dahingestellt. Wie bekommst Du es hin die Abhängigkeit hinter Dir zu lassen?

 

Wie Ihr Euch aus den Klauen der Abhängigkeit befreit

Erstens: Gesteht die Abhängigkeit ein. Egal wie Ihr in diese Situation gerutscht seid, akzeptiert die momentane Situation. Sie zu leugnen zögert den Prozess nur hinaus und verschlimmert Eure Beziehung unter Umständen unnötig. Desto früher Ihr an diesem Punkt ankommt, desto eher könnt Ihr das Ruder rumreißen.

Zweitens: Übernehmt Verantwortung. Glückwunsch, Ihr habt akzeptiert, dass Ihr Euch in einer prekären Situation befindet. Jetzt gilt es Verantwortung zu übernehmen. Ja, Ihr habt die Abhängigkeit verbockt. Nein, es ist nicht der Staat, auch nicht Euer Arbeitgeber oder die Gesellschaft – selbst der Kindergarten und dessen Platzvergabe ist völlig unschuldig.

Drittens: Situation Evaluieren. In welcher Sparte besteht die Abhängigkeit? Ist sie finanziell oder ist sie emotional? Was ist die Ursache? Und wie hoch ist nach erster Einschätzung der Aufwand sie zu beseitigen? Stellt Euch die unangenehmen Fragen, auf die Ihr im ersten Moment keine passende Antwort habt und bohrt nach.

Viertens: Veränderung herbeiführen. Eventuell könnt Ihr die Abhängigkeit vom Partner durch wiederkehrende Gespräche aufheben? Zum Beispiel durch die Suche eines Hobbies. Vielleicht lässt sich an der Abhängigkeitssituation vorerst nichts ändern? Beispielsweise einseitige Einkommensverhältnisse aufgrund von Elternzeit oder Krankheit.

Was könnte Euch in solchen Fällen helfen? Wahrgenommene Abhängigkeit ist das Entscheidende – objektive Abhängigkeit fällt nicht sonderlich ins Gewicht. Bedeutet, dass Urlaubsorte oder Anschaffungen im Einvernehmen ausgesucht und bestimmt werden. Dass Haushaltsarbeit als vollwertiger Job betrachtet wird. Oder, dass Ihr gemeinsame Finanzen wie die Steuererklärung auch zusammen erledigt.

Fünftens: Kernthemen zusammen behandeln. Unabhängig davon, ob Ihr Euch in einer Abhängigkeit befindet oder sich die Waage im Gleichgewicht befindet, schützt dies Eure Existenz. Kernthemen wie Steuererklärung, Vermögensaufbau oder größere Anschaffungen gehören auf den gemeinsamen Tisch. Es ist grob fahrlässig nicht im Bilde über existenzielle Inhalte zu sein.

Trennung, Unfälle, Krankheiten. Alles unvorhersehbar und mit dem Resultat ahnungslos ran zu müssen.

Fazit zur Abhängigkeit in der Beziehung

Wo Abhängigkeit vom eigenen Partner beginnt und wo sie aufhört, ist ein fließender Übergang. Wo Eure Grenze beginnt und wo sie aufhört, könnt Ihr anhand der 12 Anzeichen hinterfragen.

Dennoch haben alle gemein, dass der Punkt, an dem sich einer abhängig fühlt oder einer empfindet, der andere sei von ihm abhängig, am besten gar nicht erreicht werden sollte.

Sollte es doch dazu kommen, ist es wichtig frühzeitig zu handeln!

Ob (finanzielle) oder eine andere Art der Abhängigkeit vom Partner – langfristig wird sie kaum einer Beziehung gut tun. Nicht zu verwechseln mit gegenseitigen Gefälligkeiten, Unterstützung und Wohlwollen. Letztere sind wiederum absolut notwendig – denn welches Paar möchte schon eine reine Geschäftsbeziehung unterhalten?

Leseliste zum Thema „(finanzielle) Abhängigkeit vom Partner“:

Michael Mary erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe des Themas „Geld“ in der Beziehung: Liebes Geld: Vom letzten Tabu in Paarbeziehungen

Robin Norwood hat vor über 25 Jahren einen Bestseller zur „emotionalen Abhängigkeit von Frauen in Beziehungen“ veröffentlicht, der bis heute aktuell ist: Wenn Frauen zu sehr lieben: Die heimliche Sucht, gebraucht zu werden

Katharina Martin erklärt, was es mit „finanzieller Gewalt“ in Beziehungen auf sich hat: Bis das Geld euch scheidet.

Geld ohne Arbeit: Die 4 größten Lügen des passiven Einkommens

Bevor Du beginnst diesen Artikel zu lesen, schaue Dir das 14-sekündige Video an.

Hast Du es gesehen?

Ja?

Gut.

Wenn Du selbst nicht arbeiten willst (den Stift bewegen), dann muss Deine Handlung (Stift anstarren) einen Anreiz bieten (Irritation), damit jemand anderes die Arbeit für Dich erledigt (Stift bewegen lassen).

Menschen reden und schreiben über passives Einkommen oder davon, dass sie nicht mehr arbeiten um Geld zu verdienen. Was sie wirklich meinen, hat Phoebe gerade verdeutlicht.

Papier ist geduldig – das Internet vergisst Nichts. Kein Wunder, dass die vier größten Lügen hartnäckig geteilt, geteilt und geteilt werden.

Dieser Artikel wurde von Mike für Dich verfasst.

Inspiration das Thema aufzugreifen lieferte die Blogparade von FreakyFinance und dem passenden Kongress der Vermögens-Akademe von Eva Abert.

Lüge Nr. 1: Geld ohne Arbeit – die größte Lüge

Phoebe musste nicht arbeiten während der Stift sich bewegte, korrekt?

Dafür musste Phoebe arbeiten bevor der Stift sich bewegte.

Ihre Arbeit bestand darin, den Stift intensiv anzuschauen. Zu warten bis sich jemand zu ihr setzte. Sie fragte, was sie vor hat. Erzählen was ihr Bestreben ist. Und hoffen, dass die andere Person den Stift bewegt.

Geld ist wie der Stift.

Das Geld, das in Zukunft auf Dein Konto fließen soll, liegt auf einem anderen Konto. In einem anderem Geldbeutel. Oder auf dem Tisch vor Deiner Nase.

Und da wird es vor sich hin rotten, bis es bewegt wird.

Du siehst es gibt keine Möglichkeit das Geld zu bewegen, außer dass Arbeit investiert wird. Dies gilt sogar, wenn…

(1) Wind das Geld in Deine Hände weht

​Ja, jetzt hast Du nichts mehr dazu beigetragen. Das Geld flog in Deine Hände.

Doof nur, Du musst das Geld zurückgeben. Das war’s also schon wieder mit dem passiven Einkommen.

Sind wir mal ehrlich: Wie oft passiert das in 80 Jahren? Damit es sich rentiert, muss es in den ersten 40 Jahren passieren und der Betrag hoch genug sein, dass Du weitere 40 Jahre leben kannst.

(2) Mami oder Papi haben das Vermögen erarbeitet

​​Als Spiegelbild der gesellschaftlichen Abneigung gegenüber Reichtum hast Du in jungen Jahren reich geerbt.

Um Dich nicht als Vollwaise darzustellen, nehmen wir an, Deine Eltern zahlten Dir Dein Erbe vorab mit 30 aus.

Wahrlich passiv. Du musstest keinen Finger krumm machen. Jemand anderes hat die Arbeit für Dich übernommen.

Deine einzige Aufgabe? Gib das Geld nicht zu schnell aus, sodass es bis zum eigenen Tod reicht.

Leider auch falsch gerechnet. Du hast Dir das Geld verdient, indem Du das Vertrauen Deiner Eltern gewonnen hast. Oder, indem Du in jungen Jahren ​den Rest Deines Lebens ohne Eltern verbringen musst.​

 

Merke Dir: Ohne Arbeit wirst Du kein Geld bekommen

​Du hast keine Chance Geld zu generieren, ohne dafür einen Finger zu krümmen. Aus der Traum vom Leben als Bankwärmer.

Wenn Du unzufrieden bist, was Du in der Stunde verdienst, dann schaue Dir Lüge Nr. 2 an.

Reich werden? Finanziell frei sein?​ Dir bleibt nichts anderes übrig als die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken. Mehr schuften als alle anderen schuften. Und dabei nicht vergessen: Du brauchst einen Mehrwert für andere – ein Loch buddeln und wieder zu schütten, hilft zu wenigen Menschen.

Ähnlich deutlich hat es Felix ausgedrückt: Klingt halt schön. Mehr aber nicht.

Lüge Nr. 2: Die Formeln mit denen Du Geld verdienst, ohne zu arbeiten

 

Im Netz kursieren drei Formeln. Zwei versprechen passives Einkommen und werden als Beweis für grenzenlose Geldströme verwendet.

Die Dritte gilt es zu überwinden, zu bekämpfen und hinter sich zu lassen. Denn sie bringt die wahren Nachteile mit sich.

Auch das ist völliger Bullshit – hier ist die zweite Lüge und wieso Du ohne Arbeit kein Geld verdienen kannst.

 

Formel 1: Einkommen = eingesetztes Kapital x Rendite

Life is simple.

Du hast zwei Möglichkeiten Dein Einkommen unbegrenzt zu steigern. Ausgangssituation: 10.000 Euro x 5 % = 500 Euro

Erstens: Kapital erhöhen: 100.000 Euro x 5 % = 5.000 Euro

Zweitens: Rendite erhöhen: 10.000 Euro x 20 % = 2.000 Euro

Rendite erhöhen funktioniert nur begrenzt. Investitionsmöglichkeiten: Auf dem Tagesgeld sind es zurzeit 0,3 Prozent. ETFs bieten etwa 7 %. Und Aktien sind ungewiss. P2P-Kredite weiß noch niemand.

Hinzu kommt, dass Rendite unter anderem von Risiko kommt. Es kann auch gen Süden gehen. Dann sieht die das Ergebnis wie folgt aus:

10.000 Euro x -15 % = -1.500 Euro

Du denkst, das ist unangenehm? Hier das wirklich Unangenehme:

Woher kommt das Kapital?

Ist das Kapital erarbeitet, gibt es viele Strategien mit denen Du es vermutlich vermehrst (z. B. Levermann, Buy & Hold oder Dividenden)

 

Formel 2: Einkommen = Anzahl Nutzer x Nutzungsgebühr je Nutzer

​Life is rich.

Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Deine Eingangsbasis: 1.000 Nutzer x 50 Euro/Nutzer = 50.000 Euro

Erstens: Nutzeranzahl erhöhen: 2.000 Nutzer x 50 Euro/Nutzer = 100.000 Euro

Zweitens: Gebühr erhöhen: 1.000 Nutzer x 60 Euro/Nutzer = 60.000 Euro

Letzteres ist nur begrenzt möglich. Da der Markt den Preis bestimmt. Wenn Nike seine Schuhe morgen nicht mehr für 130 Euro, sondern 400 Euro verkauft, sinken die Absatzzahlen dramatisch.

Ersteres ist mit verdammt viel Arbeit verbunden. Und woher kommen die ersten 1.000 Nutzer? Woher kommt Dein Produkt?

Und ist es eine einmalige Einnahme? Was willst Du mit einmal 50.000 Euro für den Rest Deines Lebens? Falls es ein Abo ist, dann erwarten Deine Kunden steti ge Verbesserungen, neue Angebote, einen Kundenservice, … Machst Du das alles selbst oder bezahlst Du eine andere Person?

Du ahnst es: Woher kommt das Kapital? Das fehlte doch schon in Formel 1.

Formel 3: Einkommen = Anzahl Zeiteinheiten x Einkommen je Zeiteinheit

​Die Angestelltenformel. Als armer Sack musst Du für Dein Geld ackern.

Du hast zwei Möglichkeiten Dein Einkommen zu steigern. Eingangszustand: 20 Euro/Stunde x 160 Stunden/Monat = 3200 Euro/Monat

Erstens: Arbeitsstunden steigern: 20 Euro/Stunde x 200 Stunden/Monat = 4000 Euro/Monat

Zweitens: Stundenlohn erhöhen: 40 Euro/Stunde x 160 Stunden/Monat = 6400 Euro/Monat

Ist die Stundenanzahl begrenzt, die Du arbeiten kannst? Ja, mit Sicherheit. Ist das Einkommen pro Zeiteinheit begrenzt? Never ever!

Hier kommt das Schöne an der Formel:

100.000 Euro/Stunde x 5.000 Stunden/Monat = 500.000.000 Euro/Monat

Fünfhundertmillionen Euro in einem Monat einnehmen und fünftausend Stunden arbeiten?

Ja!

Prozesse können automatisiert und Arbeit kann delegiert werden (Eigener Stundenlohn & Stundenlohn des Arbeitnehmers). Möglichkeiten gibt es viele wie Martin und Pia von Zinskraft zeigen.

Deine eigene Arbeitskraft hat Grenzen, sie kann aber beliebig erweitert werden. Formel 1 & 2 sind lediglich Erweiterungen von Formel 3 – diese bildet die Basis.

 

Merke Dir: Deine Arbeitskraft ist das Fundament für beliebige Erweiterungen

Du kannst kein Kapital und auch keine Kunden aus dem Nichts zaubern.

Allerdings bist Du in der Lage Deinen Stundenlohn von 10 Euro auf 20 Euro auf 200 Euro auf 5.000 Euro steigern.

Mach es Dir bewusst.

 

Lüge Nr. 3: Nach Initialzündung, hörst Du auf zu arbeiten und verdienst Geld ohne Mühe

Du hast Lüge 1 und Lüge 2 überwunden. Hast geackert ohne Ende und Dein Stundenlohn in die Stratosphäre gehoben.

Jetzt kannst Du Dich endlich zurücklegen, die Füße baumeln lassen und langsam vor Dich hin vegetieren!

Kennst Du das Gesetz der Entropie?

Vermutlich nicht. Deshalb solltest Du jetzt mit Adleraugen lesen.

 

Alles verfällt in Chaos.

​Du glaubst mir nicht?

Wann wird Deine Wohnung unordentlich: Wenn Du den gesamten Tag zu Hause bist oder wenn Du nur morgens und abends für eine Stunde wach bist?

Noch ein Beispiel.

Was passiert mit Deinem Auto, wenn Du es vier Monate nicht bewegst?

Und noch eins, weil es so schön ist.

Warum sind die Reifen Deines Rads nach dem Winter im Keller platt?

 

Ordnung bedarf eines permanenten Energiezuflusses

​Um Ordnung zu erhalten, muss der Haushalt aufgeräumt, Dein Auto bewegt, und das Rad aufgepumpt werden. Ansonsten verfällt es in Chaos.

Entropie ist der Drang des Universums zu immer größer werdenden Unordnung. Diese macht bei uns keine Ausnahme.

Auch Dein mühsam aufgebautes System fällt der Entropie zum Opfer.

Einziges Gegenmittel: Weitere Energie investieren. Regelmäßig.

 

Merke Dir: Ordnung bleibt nur durch permanente Energiezufuhr erhalten

Ab jetzt brauchst Du nicht mehr die Energie wie bei der Initialzündung.

Stattdessen läufst Du auf Sparflamme weiter und erhältst Dein System.

Aber pass auf – sonst ergeht es Dir wie Nokia und Dein System läuft zwar weiter, ist aber überflüssig geworden!

 

Lüge Nr. 4: Unabhängigkeit, der wahre Grund an Geld ohne Arbeit zu kommen

 

Nun. Es gibt viel wovon Du abhängig sein kannst und unabhängig werden möchtest:

  • Arbeitgeber
  • Ort
  • Einkommen
  • Staat

Sicher das ist alles irgendwie möglich. Wenn Du Dich auf die Suche begibst, wirst Du hunderte Antworten und tausende Ratschläge finden.

Was die meisten nur verschweigen.

Es ist ein Tauschgeschäft.

Neue Abhängigkeiten entstehen, wenn Du Dich von alten befreist.

 

Der passende Mobilfunkmast muss in Deiner Nähe stehen

​Mit Deinem erfolgreichen Online-Business kannst Du endlich ortsunabhängig leben. Du kannst Dir die Welt anschauen und jeden Tag woanders hinfahren.

Falsch!

Du hast lediglich den Rahmen, in dem Du Dich bewegen kannst, vergrößert.

Anstatt einen Umkreis von 100 km um Deinen Arbeitsplatz, kannst Du überall dort hingehen, wo Du einen Internetanschluss findest.

 

Die Symbiose Deines Systems und der Plattform muss fortbestehen

​YouTube, Instagram, Facebook und Pinterest machen es möglich. Du hast Geldströme abseits Deiner Arbeit aufgebaut.

Ab sofort bist Du unabhängig von Deinem Arbeitgeber.

Richtig. Zusätzlich bist Du abhängig von der Plattform, die Dich für sie arbeiten lässt.

Geht das Unternehmen pleite oder ändert seine Richtlinien war’s das auch für Dich.

 

Dividendenzahler müssen Dividenden bis ans Ende zahlen

​RWE zahlt 2017 erneut keine Dividenden. Eine Katastrophe für die Kommunen, die mit dieser Einnahme fest kalkuliert hatten.

Fukushima zum ersten, Fukushima zum zweiten, das EEG zum Dritten. Und das war’s mit RWE, E.on und Co.

Kannst Du einen derartigen Verlust auffangen? Mit 30? 50? 70?

 

Merke Dir: Du kannst Abhängigkeiten austauschen, Dich aber nie von ihnen befreien

Das gilt sogar, wenn Du Dich von allem lossagst, in eine verlassene Region ziehst und als Selbstversorger lebst.

Ab diesem Zeitpunkt wärst Du abhängig von Deiner körperlichen Leistung, Deiner Gesundheit und dem Wetter.

Mit ein paar Überlegungen und einem Verständnis von Deinen Zielen, kannst Du allerdings die Abhängigkeiten gegeneinander austauschen.

Beispielsweise bin ich lieber vom Internet als von meinem Arbeitgeber abhängig. Auch ziehe ich die Abhängigkeit zu meinen Investitionen vor als die zur staatlichen Rente.

 

Geld ohne Arbeit – das Ende der Illusion

 

​Zeit für eine Zusammenfassung:

Erstens: Geld ohne dafür zu arbeiten funktioniert nicht. Um Geld von A nach B zu bewegen, ist Arbeit nötig.

Zweitens: Steigere Dein Stundenlohn und Deine Arbeitsstunden. Warte auf keinen Fall, dass Kapital oder Nutzer von Zauberhand entstehen.

Drittens: Weitere Energie ist nötig, um Dein System am laufen zu halten. Dabei ist es nicht vor Innovation geschützt.

Viertens: Du kannst Dich entscheiden, von was Du abhängig sein möchtest. Unabhängig bist Du nie.

Wenn Du realisiert hast, dass Geld nicht vom Himmel fällt, spontan entsteht oder Dir in maßloser Güte geschenkt wird, bist Du den ersten Schritt gegangen.

Wie können Deine nächsten Schritte aussehen?

 

(1) Finde heraus, was Du willst.

​Abgedroschen?

Warum wolltest Du passives Einkommen erreichen? Wieso hast Du diesen Artikel gelesen? Warum soll Dein Stundenlohn steigen und Deine Arbeitszeit sinken?

Alle paar Tage lese ich, dass finanzielle Freiheit nicht erstrebenswert ist, da die Person nicht weiß, was sie danach tun sollte. In dem Fall ist sie auch nicht erstrebenswert. Sie würde mehr schaden als den bisherigen Lebensstil fortzuführen.

Also: Was willst Du? Und was motiviert Dich dazu?

 

(2) Beginne Deine Strategie aufzubauen und auszuprobieren

​Wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du beginnen in die Richtung loszulaufen.

Laufe los bevor Du den Weg kennst.

Löse Dich vom Gedanken einen Weg zu Fuß mit 499.320km vorab planen zu können.

Unterwegs wirst Du merken, welche Abzweigungen und Abkürzungen funktionieren und welche sich als Irrweg herausstellen. Fehler zu begehen gehört dazu und helfen dir langfristig zum Erfolg.

 

(3) Mach Dich nützlich

​Wenn Du nicht nützlich bist, wirst Du Deinen Stundenlohn nicht erhöhen können.

Egal, ob als Beamter, Angestellter oder Unternehmer.

Andere denken Du bist etwas Wert -> Du wirst entlohnt.

Denken sie hingegen Du bist ein Taugenichts, bekommst Du ein paar Krümmel hingeschmissen. Nicht aus Gnade, sondern damit Du aufhörst zu nerven.

Fazit: Geld ohne Arbeit – gab’s nicht – gibt’s nicht – wirds nie geben?

​​Momentan diskutieren Politiker, Medienvertreter und Stammkneipen heiß über das bedingungslose Grundeinkommen.

1.000 Euro bar auf die Kralle. Naja wohl eher auf’s Konto.

Wenn dem so kommt, hätten wir ein passives Einkommen. Jeder von uns.

Erstmal schön – dann kann ich sofort kündigen und mehr Energie in meine Projekte stecken oder auf der Couch chillen oder reisen.

Fraglich ist, wie der Markt darauf reagieren wird. Bleiben die Preise gleich oder passen sich Lebensmittel und Co. dem neu verfügbaren Kapital an? Schließlich wird kurzfristig die Kaufkraft vieler Menschen erhöht. Die Nachfrage sollte steigen (denn wer spart das Geld schon?) und somit auch die Preise.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt und ob die Politik und der Markt mich bald Lügen strafen.

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​[shariff]

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Der 21. des Monats. Das nächste Gehalt wird am 28. auf dem Konto erwartet.

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Wir präsentieren Dir unsere 5-Punkte-Strategie, um aus der Pleite in der Beziehung nachhaltig herauszukommen.

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

1) Ansprechen der Pleite in der Beziehung

Nicht über die finanzielle Situation miteinander zu sprechen ist fata und kann das Aus für Euch bedeuten.

Kommunikation ist die Grundlage – hier sind noch einige weitere Gründe warum Ihr mit Eurem Partner über Geld sprechen solltet.

Spätestens in unserem Beispiel wird es allerhöchste Zeit Deinen Mut zusammen zu nehmen, eine ruhige Minute zu suchen und Offenheit an den Tag zu legen.

Unsere wichtigsten Tipps, wie Du in der Beziehung ansprechen kannst, dass Du pleite bist:

  • Sage Deinem Partner, dass Du ein wichtiges Thema besprechen möchtest und vereinbart dafür einen festen Zeitpunkt
  • Nehmt Euch Zeit für dieses erste Gespräch
  • Verlagert die unangenehme Konversation auf einen neutralen Ort – ein Spaziergang tut dem heiklen Thema deutlich besser als das eigene Wohnzimmer

Spannend ist, wie Dein Partner reagiert. Verständnisvoll? Panisch? Mit direkten Lösungsideen? Agressiv? Verständnislos? Mitleidig? Mitfühlend?

Vielleicht geht es Euch beiden sogar ähnlich und Dein Partner ist froh, dass Du es ansprichst (und ihn damit von seiner Last befreist).

Ganz egal, wie die Reaktion ist. Hauptsache das Problem kommt auf dem Tisch.

Der Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, wenn Ihr Euch entscheidet an einem Strang zu ziehen, anstatt Euch durch unnötige Kosten immer weiter gegenseitig nach unten zu ziehen.

Denk dran, Dein Partner kann nicht riechen, was in Dir vorgeht. Möchtest Du unterstützt werden und mehr Verständnis erhalten, dann braucht es viel Offenheit.

Entscheidet Ihr Euch nicht, in die selbe Richtung agieren zu wollen, steht ein handfester Konflikt ins Haus – aber gilt in dem Fall nicht der gute Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende?

 

2) Feststellen des Ausmaßes der Pleitesituation in der Beziehung

Egal, ob einer von Euch beiden in der Beziehung pleite ist, oder ob Ihr beide der Pleite nahe seid. Ihr wollt gemeinsam an der Situation arbeiten und Euch unterstützen. Im nächsten Schritt gilt es das Ausmaß der Pleite in der Beziehung zu analysieren. Der Planungstisch füllt sich: Fakten kommen hinzu.

 

Buchhaltung aus der Pleite

Eine Einnahmen und Ausgabenaufstellen ist der erste Schritt zur Offenheit und dem wirklichen Annehmen des Problems.

Zuerst wird eine Aufstellung der Fixkosten erstellt – Miete, Strom, Internet – und anschließend geht es ans Eingemachte: die zusätzlichen Ausgaben!

Mit Hilfe von Kontoauszügen ist ein erster Eindruck möglich. Um wirklich alle Ausgaben zu erfassen und nichts mehr durchrutschen zu lassen, empfielt es sich ab sofort ein Haushaltsbuch zu führen. Ihr könnt dafür selbstverständlich ein einfaches Buch nutzen* und jeden Abend alle Ausgaben erfassen.

Genau so bin ich während meines Studiums vorgegangen. Jeden Abend habe ich alles notiert, was ich ausgegeben habe. Unmittelbar nach dem Auszug, wollte ich wissen, ob mein Einkommen aus dem dualen Studium alle Kosten abdecken kann oder ich automatisch an meine Waisenrenten-Zahlungen gehen musste.

Alternativ gibt es inzwischen eine Vielzahl von praktischen Apps. Das Smartphone ist ohnehin immer dabei und mittels der direkten Eingabe in die App geht nichts mehr verloren! Viel Gutes haben wir von Money Control* gehört, es gibt allerdings inzwischen auch viele Alternativen wie Daily Budget* oder MyBudget2*.

Wir selbst zahlen inzwischen fast alles mit EC-Karte und erfassen unsere Ausgaben am Monatsende in einem selbstgebauten Excel-Dokument.

Analyse der Pleite in der Beziehung

Bis Ihr zu diesem Punkt kommt, kann es eine Weile dauern. Unser Empfehlung: Bekommt einen Überblick der vergangenen 3 und der zukünftigen 2 Monate.

Damit bekommt Ihr einen ersten Eindruck über Euer Ausgabenverhalten. Je länger Ihr Eure Finanzen checkt, desto mehr Regelmäßigkeiten könnt Ihr feststellen.

Wir empfehlen für diesen Schritt erneut drei bis fünf ruhige Stunden zu nutzen. Geht gemeinsam alle Posten durch und beantwortet folgende Fragen individuell und gemeinsam:

  • Was hat Dich überrascht?
  • Welche Posten sind niedriger als gedacht? Oder höher?
  • Welche Ausgaben waren wirklich nötig? Und welche waren eher Impulskäufe?
  • An welchen Stellen könntest Du ohne Probleme weniger ausgeben und etwas einsparen? An welchen nicht?

Klar, dass die vier Party-Abende in dem Monat Spaß gemacht haben. Logisch, dass die neuen Schuhe super zum Bürooutfit passen. Selbstverständlich, dass die Einkaufsrechnung jedes Mal von der Schokolade nach oben getrieben wird.

Niemand – auch nicht Euer Partner – will Dir alles wegnehmen, das Dir Freude bereitet.

Genügen auch zwei Party-Abende im Monat? Hätten die alten Schuhe nicht auch noch ein halbes Jahr super gepasst? Und wäre es für die Figur nicht ohnehin besser auf die Schokolade zu verzichten?

Beantwortet diese Fragen ehrlich – auch wenn es an manchen Stellen schmerzt.

Die schmerzhaften Stellen bringen häufig die schnellste Heilung.

Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Ihr die Analyse Eurer Einnahmen und Ausgaben zusammen durchführt. Gegenseitige Kontrolle und die Notwendigkeit die Ausgaben und deren Rechtfertigung, dem Partner zu erklären, können Wunder wirken um aus der Pleite in der Beziehung herauszukommen.

 

3) Ausarbeitung des Schlachtplans gegen die Pleite in der Beziehung

Alle relevanten Fakten liegen jetzt auf dem Tisch. Und Ihr seid Euch über das Ausmaß des Problems im Klaren.

Und sind Euch bei der Analyse die ersten Handlungsmöglichkeiten aufgefallen?

Auch wir haben Posten, die wir uns monatlich sparen könnten – zum Beispiel Fast-Food-Besuche. Seitdem wir unseren Monatsabschluss verfassen, ist unser Burger & Co Konsum drastisch gesunken.

Punkt 3 unserer empfohlenen 5-Punkte-Strategie gegen die Pleite in der Beziehung baut stark auf dem vorherigen auf:

  1. Diskutiert miteinander, worauf Ihr verzichten könnt und worauf nicht
  2. Entscheidet gemeinsam, an welchen Stellen Ihr zukünftig sparen möchtet
  3. Haltet die Ergebnisse schriftlich fest, damit sie mehr Verbindlichkeit bekommen

Wählt die Zielsetzungstechnik, die für Euch beide am besten passt. Vielleicht startet Ihr auch mit individuellen Zielen und Plänen und bringt diese erst in einem zweiten Schritt auf einen Nenner?

Der gemeinsam erarbeitete Schlachtplan gegen die Pleite in Eurer Beziehung sollte für beide Partner umsetzbar und akzeptabel sein.

Es tut keiner Beziehung gut, wenn einer ständig zurückstecken oder der andere immer aushelfen muss. Bei der Ausarbeitung dürfen selbstverständlich Diskussionen entstehen und ausgefochten werden. Am Ende hilft Euch lediglich eine Einigung weiter, ob eine neue Sparsamkeit oder Unerstützung bei der Erhöhung des Einkommens Euer Mittel der Wahl sein soll – oder beides!

Schreibt alles auf, sodass niemand den anderen falsch verstehen kann und die Fronten wirklich geklärt sind. Setzt Euch ein Datum zur Evaluation Eures Erfolges bei dem Weg aus der Pleite in der Beziehung. Zielsetzung ist in der Beziehung nicht nur in Finanzdingen wichtig – das Thema kann aber ein erster Schritt sein.

4) Höhere Einnahmen und niedrigere Ausgaben als Geheimwaffe im Kampf gegen die Pleite in der Beziehung

Neben dem Sparen gibt es die Möglichkeit, die andere Seite zu erhöhen. Gerade, wenn Du bisher ein sehr geringes Einkommen und alle Sparpotentiale aufgedeckt hast, lohnt ein Blick in die Zukunft und die Erschließung neuer Einkommensquellen.

Doch wie soll das aussehen mit dem höheren Einkommen oder den niedrigeren Ausgaben in der Beziehung?

 

Niedrigere Ausgaben gegen die Pleite in der Beziehung

Aus Euren individuellen Ausgabenaufstellungen werdet Ihr viele Sparpotentiale selbst erkennen können. Zusätzlich könnt Ihr Eure Ausgaben aufgrund Eurer Beziehung evaluieren. Stellt Euch beispielsweise folgende Fragen:

  • Lädt immer derselbe, den anderen ein? Ist das fair?
  • Überdenkt Ihr bei der Planung Eurer Freizeitaktivitäten auch das Budget des jeweils anderen?
  • Werden Ausgaben des Einen regelmäßig durch gemeinsames Einkommen bezahlt, obwohl sie dem anderen überhaupt nicht wichtig sind?

Diese drei Fragen verdeutlichen, dass hier Konfliktpotential herrscht. Für eine faire Lastenverteilung ist es jedoch essentiell diese offen und ehrlich zu beantworten.

Ist es für den Partner wirklich in Ordnung gewisse Kosten zu übernehmen oder sollten wir an manchen Stellen die Ausgaben lieber sauber trennen? Oder manchmal auch dem Partner und dessen Geldbeutel zur Liebe einen schönen Tag zuhause verbringen?

Gemeinsame Freizeit brauch nicht teuer sein. Gerade im Sommer gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten, die gemeinsame Zeit kostengünstig zu gestalten und zu sparen. Wenn Ihr gemeinsam überlegt, was Euch Spaß machen könnte, ohne viel Geld auszugeben, findet Ihr sicherlich genügend Dinge – es bedarf lediglich einen zweiten Gedanken, den wir uns oft nicht nehmen.

 

Höhere Einnahmen gegen die Pleite in der Beziehung

Neben dem eigentlichen Job das Einkommen zu erhöhen, geht mit weiterer Arbeit einher.

Die einfachste Möglichkeit ist ein Nebenjob – allerdings kann die Zeit schnell eine knappe Ressource werden. Zur Überbrückung eines kurzfristigen Engpasses oder dem Aufbau eines ersten Sicherheitspolsters mag ein Nebenjob eine gute Option sein.

Eine andere Idee ist der Aufbau eines eigenen Nebengewerbes*. Vielleicht gibt es etwas, das Du schon immer umsetzen wolltest – ob online oder offline. Jetzt ist die beste Zeit dafür! Im Gegensatz zu einem Nebenjob, ist ein eigenes kleines Unternehmen etwas, an dem Du wahrscheinlich länger festhalten wirst. Wenn Du ein Produkt oder Thema hast, hinter dem Du voll und ganz stehen kannst, wird es sicht oft nicht als zusätzliche Arbeit, sondern als Hobby anfühlen.

Egal für welche der beiden Optionen (oder auch eine ganz andere – wie ausmisten und verkaufen von nicht mehr benötigten Gegenständen) Du Dich entscheidest. Sorge dafür, dass Dein Partner hinter Dir steht. Wenn Ihr all die vorherigen Schritte gemeinsam absolviert habt, werdet Ihr auch hier eine gemeinsame Linie finden. Ein Nebenjob oder Nebengewerbe bindet viel Zeit – Zeit, die für die Beziehung verloren geht.

Bei einem Nebenjob wird es schwer, bei einem eigenen Unternehmen könnt Ihr die Gemeinsamkeit eventuell umsetzen und das Projekt zusammen angehen. Der Aufbau eines Nebengewerbes zur Steigerung Euer beider Einkommen hat noch die positiven Nebeneffekte, dass Ihr zusammen etwas erreicht und weniger Zeit habt, Geld auszugeben.

Verständnis füreinander ist der Schlüssel zum Erfolg – egal für welchen Weg Ihr Euch entscheidet!

5)  Die Pleite nachhaltig aus der Beziehung verjagen

Der Plan steht und Ihr seid mitten in der Umsetzung. Plötzlich ist mehr Geld vorhanden und der Gedanke an frühere Zeiten rückt weiter nach hinten im Gedächtnis.

Jetzt gilt: Weiter machen! Nachhaltig wirtschaften!

Die neue komfortable Situation bleibt, wenn Ihr langfristig vorausschaut.

Euer zusätzliches Geld könnt Ihr ab sofort sinnvoll und überlegt investieren. Aktien, Immobilien, Anleihen, ETFs – Möglichkeiten gibt es viele.

Wenn Ihr noch keine Ahnung vom Investieren habt, gibt es sehr gute Anlaufstellen im Internet. Zum Einstieg empfehlen wir Daniel den Finanzrocker oder Albert den Finanzwesir. Hier erhaltet Ihr geballtes Finanzwissen – kostenlos! Oder Ihr besucht unser nächstes Lesertreffen.

Wir raten Euch am Monatsbeginn den von Euch definierten Sparbetrag auf ein Sparkonto zu überweisen. So gewöhnt Ihr Euch schnell daran, diesen Betrag nicht mehr zur Verfügung zu haben.

Das Gefühl die Ersparnisse wachsen zu sehen, wird Euch nachhaltig motivieren, dran zu bleiben und Eure Sparquote vielleicht sogar zu erhöhen. Wenn Ihr den für Euch definierten Sicherheitspuffer aufgebaut habt, könnt Ihr beginnen ans Investieren zu denken.

Aktien, Immobilien und alle anderen Anlageformen stehen Euch zur Verfügung – es müssen nicht immer Anlageprodukte sein, in die Ihr Eure Ersparnisse investiert!

Ihr seid gemeinsam aus der Pleite in der Beziehung herausgekommen, also solltet Ihr die neue komfortable Situation auch für Eure Beziehung nutzen und in diese investieren!

Zeit füreinander, Gespräche über anstehende Projekte, auch ein gemeinsames schönes Erlebnis (das durchaus auch mal etwas kosten darf) sind wichtige Investitionen in Eure Beziehung. Ihr seid einen weiten Weg miteinander gegangen, um aus der Pleite in der Beziehung in eine bessere Situation zu kommen. Beide Partner mussten Einschnitte machen und bestimmt einmal über ihren Schatten springen – belohnt Euch dafür!

 

Fazit

Unsere 5-Punkte-Strategie zur Bekämpfung der Pleite in der Beziehung habe ich hier nochmal für Dich zusammengefasst:

  1. Offene Kommunikation – das Geldproblem sollte lieber heute als morgen auf Tisch
  2. Haushaltsbucherstellen – welche Ausgaben und Einnahmen stehen sich gegenüber
  3. Ziele formulieren – Ausarbeiten eines klaren Vorgehens mit Terminen zur Evaluation
  4. Einnahmen steigern & Ausgaben senken – Umsetzung Eures Schlachtplans
  5. Nachhaltige Investitionen – Überschüssiges Geld zur Seite packen

Mike war vor zwei Jahren noch in einer sehr ähnlichen Situation. Am Ende des Monats war sein Geld aufgebraucht – Schulden hatte er keine.

Mit dem vorgestellten Plan zündete er den Turbo. Und bricht fast monatlich alte Höchstmarken.

Und auch bei mir kam mehr Schwung in den Vermögensaufbau. Ich war zwar schon vorher ein Sparbrötchen, aber mir fehlte die Disziplin alle 5 Punkte Monat für Monat umzusetzen.

Kennst Du das Gefühl am Monatsende im Dispo zu sein? Was sind Deine wichtigsten Tipps, um aus der Pleite in der Beziehung zu kommen?

Lesertreffen Frankfurt – 15 Begeisterte folgten der Einladung

Lesertreffen Frankfurt der Finanzwesirzelle: Samstag, 15.07.2017 um 17 Uhr im Zimt & Korriander.

Fast 5 Stunden diskutierten 15 begeisterte Finanzinteressierte über Aktien, Immobilien und den Sinn des Investierens.

Um 21 Uhr waren wir noch zu 8 und dann fiel uns auf, dass wir noch ein Foto bräuchten. Also habe ich schnell die Kamera gezückt und aus dem Handy und dem Kellerraum alles rausgeholt 😀

 

Gäste beim Lesertreffen Frankfurt

2 Frauen.

13 Männer.

2 Paare.

Weiteste Anreise aus Montabaur.

Sonst: Darmstadt, Rüsselsheim, Rodgau, Dreieich, Mainz, Frankfurt, Oberursel.

3 Blogger: Stefan von Kritische-Anleger.

4 Thunfisch- und 2 Putenbrustsalate.

25 bis 48 Jahre.

4 Männer, die gerne ihre Freundin/Frau dabei gehabt hätten.

Vom Investitionsanfänger bis hin zu 20 Jahren Erfahrungen an der Börse.

 


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Gesprächsstoff beim Lesertreffen Frankfurt

Über den Abend frühstückten wir alle Großthemen des Investierens ab. Spannend: Der zu Beginn befürchtete ETF-Hype blieb aus – hingegen wurde das Anlageprodukt kritisch beäugt.

Wir starteten mit einer Vorstellungsrunde. Wobei einige Aussagen sofort auf das Interesse der Gruppe stießen und manche tiefergehende Fragen stellten. Insgesamt benötigten wir fast eine Stunde um einmal die Runde zu drehen.

Steckbrief unseres Wer-bin-ich:

  • Name?
  • Stadt?
  • Über welchen Blog gekommen? – alle vom Finanzwesir
  • Anlagestrategie (Einzelaktien vs ETFs vs was anderes)?
  • Motivation für die Teilnahme? – Alle suchen Gleichgesinnte
  • Bei welcher Bank liegt das Depot?

Das lieferte ordentlich Stoff für die kommenden Stunden. Eines war jedoch erstaunlich. Und das kannten Marielle und ich noch nicht von anderen Treffen.

Unser Austausch fand hauptsächlich in der großen Gruppe statt und alle lauschten gebannt, wenn jemand anderes erzählte.

Erst gegen Ende bildeten sich zwei Grüppchen, die unterschiedliche Themen behandelten. Wir waren so vertieft bei Geld in der Beziehung und wie das mit dem Ehevertrag funktioniert, sodass wir keine Ahnung haben, worüber die anderen sprachen.

Zuvor tauschten wir uns zusammen über Immobilien, Einzelaktien, Anlagestrategien, ETF-Kritik, Beziehung und Kommunikation aus.

Schnell wurde allen klar, dass das eine Treffen nicht ausreichen wird. Doch wie soll die Fortsetzung gestaltet sein?

 

Und wie sieht die Zukunft beim Lesertreffen Frankfurt aus?

Nächsten zwei Treffen finden im September und November statt. Der Wunsch nach mehr war eindeutig.

Allgemeiner Konsens war auch: Festes Tagesthema, um in die Tiefen des Investierens abzutauchen.

Unser Blogthema „Beziehung und Geld in Einklang bringen“, stieß ebenfalls auf weit geöffnete Ohren.

Nach 48 Stunden grübeln haben wir uns für folgendes Szenario entschieden:

  • Lesertreffen bekommt zwei Teile
  • Erstens: Festes Thema mit maximal 15 Personen zwischen 60 und 90 Minuten
    • Vorstellungsrunde – jeder skizziert kurz seine Motivation und Kenntnisse zum Thema
    • Mini-Vortrag (max. 10 Minuten) für Diskussionsbasis (von uns oder einem anderen Experten)
    • Offener Austausch mit maximalem Mehrwert für die Teilnehmer
  • Zweitens: Kennenlern- und Netzwerrunde für den restlichen Abend
    • Wen das Thema nicht interessiert hat, kann hier hinzustoßen
    • Essen, Trinken, Schnacken

Um Dir ein gelungenes Lesertreffen Frankfurt No. 2 zu bieten, brauchen wir die Antwort auf zwei Fragen:

  1. Welches Thema interessiert Dich brennend?
  2. Was sind Deine Location-Vorschläge für den ersten Teil (z. B. Restaurant, Seminarraum zum Selbstkostenpreis, unter freien Himmel am Main)?

Pack die Antworten in die Kommentare oder schicke uns eine Mail an info [at] beziehungs-investoren.de

 


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Fazit

Geil war’s!

Wir hatten einen super Austausch. Und haben lauthals gelacht!

So wird das auch was mit der Vermögensbildung: Mit Spaß ans Geld – schließlich heißt es 30 bis 50 Jahre durchzuhalten. Ohne Freude ist das undenkbar.

Auf’s nächste Treffen freuen wir uns riesig und können es kaum erwarten, Dich wiederzusehen und neue Gesichter kennenzulernen.

Beste Grüße
Mike

Geld in der Beziehung – 3 Tipps, mit denen es klappt

Geld in der Beziehung – warum es häufig der unsichtbare Dritte ist und dabei der Beziehung schadet! – 3 Tipps wie es mit dem Geld in der Beziehung klappt und wie wir begonnen haben Geld in unsere Beziehung zu integrieren.

Wie Ihr Eure Finanzen in der Ehe richtig organisiert!

Inzwischen haben wir in mehreren Artikeln verschiedenste Aspekte der Eheschließung und der anschließenden Ehe beleuchtet. Zum Abschluss unserer Hochzeits- und Ehe-Artikelserie stehen heute noch einmal die Finanzen im Vordergrund. Ein Artikel voller Kontosysteme, Kostenstrukturen und Buchhaltung in der Ehe.

Ob nun langjährige Beziehung oder eine Ehe – in beiden Fällen ist es wichtig, dass Ihr Eure gemeinsamen Finanzen im Griff habt und ein passendes Organisationsmodell für Euch identifiziert.

Der erste Schritte ist mit dem Partner über Geld und alles was damit zusammenhängt zu sprechen. Um den zweiten geht es heute:

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

Welche Möglichkeiten habt Ihr in Eurer Ehe Eure Finanzen zu organisieren?

Bei den meisten Paaren beginnen die Fragen mit dem Zusammenziehen:

Wer übernimmt welche Kosten?

Zahlen beide gleich viel?

Verdient Ihr unterschiedlich und übernimmt daher einer einen größeren Anteil der gemeinsamen Lebenshaltungskosten?

Spätestens bei der Eheschließung sollten diese Fragen geklärt sein.

Stattdessen tauchen neue auf – denn Ihr seid jetzt füreinander verantwortlich. Gab es vorher zwei separate Steuererklärungen, war jeder für sein eigenes Chaos verantwortlich und Ihr musstet nicht zwingend Verantwortung füreinander übernehmen, ändert sich dies jetzt radikal.

Neue Fragen können sein:

Wer macht die gemeinsame Steuererklärung?

Wo liegen alle benötigten Dokumente für die Steuer und welche Verträge hat der Partner abgeschlossen?

Im Fall des Falles – was will der Partner, welche Vollmachten liegen vor und wie kann die Verantwortungsübernahme aussehen?

Gemeinsame Steuererklärung als Ehepaar

Ausnahmen können – wie immer im deutschen, komplexen Steuersystem – dazu führen, dass die Einzelveranlagung sinnvoller ist als die Zusammenveranlagung. Dazu gehört zum Beispiel der Erhalt einer Abfindung und die damit verbundenen steuerlichen Vorteile, Einkünfte als Selbstständige oder dem Wegfall von Alleinerziehendenentlastungsbeträgen.

Im Regelfall (wie auch unsere Ehe es sein wird) greifen die oben beschriebenen Vorteile der Zusammenveranlagung und es gilt: Je größer der Einkommensunterschied, desto größer die Steuerersparnis durch die gemeinsame Steuererklärung.

Wichtig ist: Einkommen  ungleich Gehalt. Unser beider Gehalt ist fast identisch unser Jahreseinkommen dennoch stark unterschiedlich. Dies liegt an den höheren Kapitalerträgen, die Marielle erwirtschaftet.

Steuererklärung – Die Umsetzung

Um auf unsere Frage zurückzukommen: Wer übernimmt die gemeinsame Steuererklärung?

Hier könnt Ihr überlegen, wie Ihr es bisher gehandhabt habt. Hat jeder seine eigene Steuererklärung gemacht? Hattet Ihr Hilfe von einem Steuerberater? Vielleicht hat einer von Euch ein besonderes Interesse am Thema Steuern?

Grundsätzlich habt Ihr verschiedene Möglichkeiten:

  1. Ihr engagiert einen Steuerberater – falls Ihr bisher unterschiedliche genutzt habt, steht hier ein Abwägen und eine Einigung für Euch an.
  2. Einer von Euch übernimmt die gemeinsame Steuererklärung – der andere sorgt dafür, dass alle Unterlagen von seiner Seite vorliegen und unterschreibt am Ende mit.
  3. Ihr erstellt die Erklärung gemeinsam – und stellt damit das 4-Augen-Prinzip sicher.

Spätestens im Juli grüßt Euch jedes Jahr die Abgabe der Steuererklärung. Falls es nicht im Chaos enden soll, empfehlen wir Euch, Euch frühzeitig auf einen Weg zu einige. Und diesen anschliend verlässlich zu verfolgen.

Wir werden einen gemeinsamen Steuerordner (digital oder analog) anlegen und alle relevanten Dokumente in diesem sammeln. Nach der Steuererklärung kommen sie in eine Ablage, in der sie die nächsten 10 Jahre verweilen können. Dadurch erhoffen wir uns eine stressfreie Steuererklärung – ohne hektisches Gesuche nach relevanten Dokumenten.

Marielle ist unsere Steuerbeauftragte und erstellt diese jährlich mit der Steuersparerklärung* – so hat sie es bereits gemacht, als wir noch nicht verheiratet waren und es klappt jedes Jahr ganz entspannt. 

Gemeinsame Finanzen als Ehepaar organisieren

 

Zur gemeinsamen Steuererklärung und für alle anderen gemeinsamen Finanzthemen organisiert Ihr Euch zukünftig gemeinsam. Dies bedeuted, dass für Euch ein praktikables und transparentes Konten- und Ablagesystem sinnvoll wird, indem Ihr Euch beide zurechtfindet.

Kontensystem für die Ehe

Diese Frage klären viele Paare lange vor der Ehe: Gemeinsames Konto, ja oder nein?

Wenn ja, behält jeder sein eigenes und wohin fließen die Gehälter? Auch hier gibt es  grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Ein gemeinsames Konto – alle Geldeingänge fließen hierhin, alle Abgänge gehen von hier ab. Dies ist wohl das klassischste Vorgehen.
  2. Getrennte Konten – jeder hat seine eigenen Geldeingänge, wer gemeinsame Ausgaben begleicht wird entweder individuell besprochen oder es existieren Regeln. Dieses Vorgehen ist vor allem in den ersten Jahren einer Beziehung sehr häufig, doch auch in der Ehe ist dies weiterhin vertreten!
  3. Mix aus beidem – Geldeingänge kommen zuerst auf die individuellen Konten, jeder überweist anschließend einen Anteil auf das gemeinsame Konto, von dem gemeinsame Ausgaben beglichen werden. In Zeiten von Online-Banking und gelebter Emanzipation ist dies das aufstrebende Model.

Wir haben uns vor einigen Jahren für Möglichkeit 3 entschieden – nachdem Variante 2 immer wieder zu Diskussionen geführt hat, weil sie zu ständigen Aufrechnen führen kann. Dies funktioniert für uns wunderbar. Die anderen Optionen erleben wir auch im Bekanntenkreis hin und wieder. Das wichtigste ist, dass Ihr darüber gesprochen habt und Euch einig seid, welches System Ihr nutzen möchtet.

Ablagesystem für organisierte Paarfinanzen

Hier wird es schon kniffliger – denn wer räumt schon gerne auf? Und dann auch noch das Chaos von jemandem anderen! Mit gemeinsamen Finanzen, einer gemeinsamen Steuererklärung und höchstwahrscheinlich mehr gemeinsamen Verpflichtungen (z. B. ein Kredit fürs Familienzuhause, Kosten für eine gemeinsame Reise oder Einkommensausfall eines Partners) wird es zunehmend wichtiger, dass beide Partner einen Durchblick über wichtige Unterlagen und Dokumente haben.

Der klassische Tipp ist sicherlich ein Ordner für jedes Jahr oder Thema anzulegen und dort alle gemeinsamen und eigenen Dokumente zu sammeln. Jeder kann jederzeit finden, was benötigt wird – vorausgesetzt die Dokumente werden umgehend – und nicht lediglich einmal im Jahr – abgelegt.

Hier stehen wir noch am Anfang: Bisher pflegt jeder von uns sein eigenes Chaos. Mit der Hochzeit und unserem Plan einer gemeinsamen Steuererklärung werden wir ab diesem Jahr einen gemeinsamen Ordner für unsere Dokumente führen. Anlegen werden wir diesen voraussichtlich direkt in der Woche nach der Hochzeit und all die Namensänderungs-Dokumente von mir einsortieren.

(Anmerkung Mike: Klüger wäre der 01. Januar gewesen 😀 )

Sonderthemen, wie Immobilien oder unser bald zu gründendes Unternehmen, werden separate Ordner erhalten. Somit werden wir eine Mischung aus Jahres- und Themenordnern erstellen, die wir hoffentlich beide durchschauen.

Auch, wenn es in der Ehe nochmals wichtiger wird, empfehlen wir frühzeitig mit einer organisierten Finanzstruktur Eure Beziehung zu führen. Das System zu finden, dass zu Euch passt, ist entscheidend, um nicht im Streit und schlussendlich finanziellen Fiasko zu enden!

Vorsorgen für den Fall des Falles

 

Mit der Ehe entscheidet Ihr Euch dafür füreinander da zu sein – unabhängig von der Situation. Mit dieser Entscheidung und der Verantwortungsübernahme für den anderen gehen auch ein paar organisatorische Themen einher, die Ihr bedenken solltet.

In einem früheren Artikel haben wir darüber geschrieben, wie wichtig es ist, für den Ernstfall vorbereitet zu sein und sich gemeinsam um Themen wie Patientenverfügung und Versorgungsvollmachten zu kümmern. Aber auch auf der Finanzseite gibt es ein paar Tipps, die im Ernstfall Gold, Zeit sowie bares Geld wert sein können:

Tipp Nr. 1: Zugangsdaten für Konten und Depots

Im Fall, dass einer von Euch unerwartet nicht mehr zurechungsfähig ist, sind Finanzthemen meist erst einmal zweitrangig. Ein Aktien-Depot braucht in bestimmten Zeiten eine gewissen Pflege und Aufmerksamkeit. Vielleicht ist es aber auch nur die Kleinigkeit, dass der Partner monatlich einen variablen Betrag vom Angesparten auf seinem Tagesgeld für eine Sonderausgabe (wie die Auto-Leasingrate) aufs gemeinsame Girokonto überweist, sollte dies nicht von den normalen Einnahmen zu decken sein.

Für solche Fälle benötigt der Partner als nahestehenste Vertrauensperson Zugang zu den individuellen Konten/Depots. Abgesehen vom reinen Austausch der Zugangsdaten, gibt es rechtssichere Möglichkeiten. Beispielsweise habe ich bei meinem Depot eine Vollmacht für meine Mutter eingerichtet – sie kann jederzeit (mit ihren eigenen Zugangsdaten) mein Depot und Konto bei dieser Bank einsehen. Im Notfall, kann sie die Bankgeschäfte für mich übernehmen und die Bank weiß Bescheid, dass sie das darf. Nach der Hochzeit werde ich diese Vollmacht auf Mike übertragen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die persönlichen Zugangsdaten an einem vereinbarten Ort aufzubewahren. Dies kann ein weiterer gemeinsamer Vertrauter (oder sogar ein Anwalt) oder ein vereinbartes „Versteck“ in den gemeinsamen Unterlagen sein. Im Notrfall ist sichergestellt, dass nur der Partner weiß, wo er die Daten des anderen findet und diese aber nicht jederzeit mit sich herumträgt.

Tipp Nr. 2: Eintragung in Versicherungen

Habt Ihr eine Lebensversicherung?

Dann lohnt sich nach der Hochzeit der Blick in die Unterlagen.

Wer ist als Leistungsempfänger eingetragen? In vielen Fällen sind es die Eltern. Möchtet Ihr, dass im Versicherungsfall Euer Ehepartner berechtigt ist, die Prämie zu erhalten, könnt Ihr die Verträge nach Euren Wünschen anpassen.

Auch in Fällen, bei denen Ihr vielleicht gar nicht daran denkt, dass es einen Berechtigten außer Euch geben könnte, lohnt sich der Blick in die Unterlagen: Bei mir steht beispielsweise in der Riester-Rente und auch im Bausparvertrag meine Mutter als Berechtige im Vertrag, falls ich vor Zahlungsbeginn sterben sollte. Wann und wie ich diese Verträge umschreiben kann und will, weiß ich noch nicht. Wichtig ist für uns, dass wir uns diesen Themen gemeinsam annehmen, um für geklärte Verhältnisse zu sorgen!

Tipp Nr. 3: Testament

Noch ein To-Do, um Eure Finanzen in der Ehe geordnet zu bekommen: Entspricht die gesetzliche Erbfolge nicht Euren Vorstellungen? Dann könnt Ihr dies in einem bestimmten Rahmen festhalten. Möglichkeiten gibt es viele.

Ihr könnt ein „Berliner Testament“ aufsetzen, sodass im Todesfall eines Partners erst einmal nur der andere erbt – dies kann zwar zu einem für die eine Person hohen Erbbetrag (und damit etwaige Erbschaftssteuer) führen, kann allerdings auch gemeinsam aufgebautes Vermögen (bspw. in Form eines Unternehmens oder Immobilien) vor der Zerschlagung schützen.

Nicht jedes Ehepaar benötigt ein Testament, da in vielen Fällen die gesetzliche Erbfolge funktioniert. Auch hier gilt: Redet miteinander auch über diesen Fall, um zu wissen, was für Euch und Eure Beziehung das richtige Modell ist.

Fazit zu organisierten Finanzen als Ehepaar

Unfassbar!

Unser Countdown ist beendet. Alle Punkte der Hochzeits-Checkliste sind erledigt.

Am Dienstag werden wir uns standesamtlich trauen und am Samstag steht die freie Trauung bei schönstem Wetter an.

Mittlerweile sind wir mega aufgeregt und mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt.

Daher werden wir unsere erste Artikelpause einläuten. In der nächsten Woche wird es keinen Artikel geben. Allerdings haben wir uns etwas anderes für Dich überlegt.

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So vermeidet Ihr die Kostenexplosion bei Eurer Hochzeit

Hallo,mächtig viel Kohle kann bei einer Hochzeit verbrannt werden. Wer kennt sie nicht, die Kostenexplosion? Die Planung fängt minimalistisch an – mit der Zeit schwindet allerdings die Zuversicht diesen Finanzplan einhalten zu können.

Neben den großen Kostenblöcken kommen Kleckerbeträge hinzu. Diese leeren das Konto schneller als 1.000 Heuschrecken einen Baum. Damit Ihr nicht in diese Fall tappt und die Heuschrecken um Euren Baum einen Bogen ziehen, haben wir ein paar Tipps für Euch.

Diesen Beitrag hat Mike für Euch verfasst.

Die Frage nach dem Warum

Warum?

Diese Frage begleitet einige unserer Beiträge, zum Beispiel zu Hochzeitstraditionen.

Fast all unsere Handlungen verlaufen im Autopiloten. Dies ist zwingend notwendig, da wir sonst nicht lebensfähig wären. Stellt Euch nur vor, Ihr müsstet Eurem Körper jedes Mal exakt mitteilen, welche Bewegungen für das Laufen einer Treppe nötig sind.

Die Schattenseite dieses praktischen Systems, sind wichtige Entscheidungen. Wir tendieren dazu, auch diese im Autopilot zu treffen und werden uns erst im Nachhinein über das Ausmaß bewusst.

Daher hier 3 Fragen, die Ihr Euch stellen solltet:

 

1. Was ist Euch wichtig bei der Location?

Für uns war schnell klar: Wir wollen ungestört auf einer schönen Wiese unsere Beziehung mit unseren Familien und Freunden feiern. Hinzu kommt, dass wir beide ungläubig sind und somit eine kirchliche Trauung ausgeschlossen ist. Vielmehr ist für uns der persönliche Bezug sehr wichtig. Es soll ein Erlebnis sein, mit dem wir uns zu 100 Prozent identifizieren können.

Danach begannen wir verschiedene Locations zu suchen, uns mit Freunden auszutauschen und Szenarien durchzuspielen. Von Restaurants über Schlösser hin zu Vereins- und Privatgelände.

Durch unser Wissen, was wir wollen und uns vorstellen konnten, fiehlen 95 Prozent der Möglichkeiten weg.

Am Ende wurde es das Wanderheim in Marielles Heimatstadt. Hier haben wir alles, was wir uns vorgestellt haben:

  • Eine schöne Wiese
  • Privatsphäre
  • Einen persönlichen Bezug
  • Die Möglichkeit der freien Trauung

Unsere erste Wahl kostet uns 100 Euro zuzüglich Getränke. Dafür bekommen wir eine große Wiese, eine überdachte Terasse, das Wanderheim und Unterstützung beim Getränkeausschank und Kuchenaufteilen.

Grundsätzlich hätten wir das 100-fache für eine geeignete Location ausgeben können. Selbst unsere zweite Wahl (Abstriche bei Privatsphäre) hätten wir über 500 Euro bezahlen müssen ebenfalls ohne Getränke.

Zu wissen, was Euch wichtig ist, kann unter Umständen eine echte Ersparnis darstellen.

 

2. Welche Traditionen sind Euch wichtig?

Nicht alle Traditionen passen zu Euch, nicht alle werdet Ihr toll finden – an manchen kommt Ihr eventuell dennoch nicht vorbei. Trotzdem gilt auch hier:

Warum wollt Ihr welche Tradition einbringen?

Das Hochzeitskleid fängt bei 750 Euro bis 1000 Euro an. Eine Steigerung nach oben ist ohne weiteres möglich – 2.000 Euro, 5.000 Euro oder 10.000 Euro könnt Ihr an dieser Stelle locker machen. Ich habe inzwischen von Paaren gehört, die sich für ein Dirndl oder ein Sommerkleid entschieden haben. Preislich fangen diese bei 100 Euro bis 300 Euro an und können zu anderen Anlässen erneut getragen werden.

Eheringe haben uns selbst sehr lange beschäftigt. Wir sind keine Schmuckträger – Marielle hat zwar Ohrlöcher und trägt hin und wieder eine Kette, allerdings hatte sie noch nie einen Ring am Finger. Meinen letzten Schmuck – in Form einer Uhr – habe ich zuletzt mit 13 Jahren getragen. Da es für Marielle zur Hochzeit dazugehört und sie sich sehr schöne Zukunftsmomente ausgemalt hat, haben wir uns für eine Testphase entschieden: Zwei Ringe für zusammen 350 Euro, die wir an der Hochzeit tauschen und danach Testtragen werden.

Unsere ersten Versuche Ringe zu erwerben, begonnen bei 1200 Euro und wurden uns als untere Preiskategorie angepriesen. Schließlich sollten sie bis ans Lebensende halten, besonders schön aussehen und im Alltag tragbar sein. Für uns definitiv zu hoch, wenn wir noch nicht wissen, ob wir Ringe mögen.

Je nach Antwort auf diese Fragen ist ein vierstelliger Betrag gespart.

 

3. Welches Essen passt zu Euch?

Marielles Mutter hatte zu ihrem 50. Geburtstag einen Caterer engagiert. Dieser zauberte ein super leckeres drei Gänge Menü und lies die Gormetherzen ihrer Gäste höher schlagen.

Naheliegend, dass wir die Kontaktdaten erfragten und bekamen.

Schon bei der Anfrage fühlte sich diese Form des Essens nicht nach uns an. Zwar besuchen wir sehr gerne kulinarisch gehobenere Restaurants – Fleisch und Pommes bekommen wir eben auch selbst hin – aber es wirkte uns für unsere Hochzeit zu formell.

Mit etwas Recherche entdeckten wir ein Food-Startup aus Aschaffenburg. Unser Gefühl war sofort ein anderes und wir ließen uns ebenfalls ein Angebot unterbreiten.

Und was soll ich sagen? Zu unserer Hochzeit kommt ein Foodtruck mit Smoker und richtigem Barbecue-Feeling. Schon vorab gehört dies zu den Highlights, da es sich die wenigsten vorstellen können.

Auf unser Gefühl zu hören und die Frage nach dem Warum zu stellen, hat uns hier etwa 6000 Euro erspart.

 

Mein erster Autokauf und wieso er uns heute Geld spart

19 Jahre jung und naiv.

Letzten Monate in der Schule – über 30 Stunden Leistungssport in der Woche – kein festes Einkommen.

Nur durch die Bürgschaft meiner Eltern und das Abschließen eines Leasing-Vertrages war ich in der Lage mir ein Auto zuzulegen.

Warum? Weil es meine Fahrtzeiten um 80 Prozent reduzierte!

Nach längerem Suchen fand ich einen Autohändler, der trotz meiner Position, bereit war einen Vertrag abzuschließen. Und das richtige Auto war innerhalb von 30 Minuten gefunden.

Eine ausführliche Probefahrt später, saßen wir im Büro des Verkäufers. Dieser erklärte uns die Vertragsmodalitäten und was die Basisausstattung beinhaltete.

Meine zukünftige monatliche Rate würde sich auf 185 Euro belaufen. Nach fünf Jahren blieb eine Restschuld von etwa 4500 Euro und Anzahlungen wären auch nicht fällig.

„Super“, dachte ich: „dass kann ich locker monatlich aufbringen – auch in knappen Zeiten.“

 

Folgender Dialog bescherte mir jahrelanges Lehrgeld

Verkäufer: „Zu den eben genannten Bedingungen bekommen sie die Basisausstattung.“

Ich: „Okay, was bedeutet das?“

Verkäufer: „Nun, das Auto, das Sie Probegefahren sind, hatte die Comfortausstattung. Da fehlen Ihnen einige Dinge.“

Ich: „Aha und was zum Beispiel?“

Verkäufer: „In der Basisausstattung können Sie Ihre Seitenspiegel nicht elektronisch einstellen. Dies könnte auf der Beifahrerseite für Sie umständlich werden.“

Ich: „Ja, das ist extrem doof. Was kostet es denn, wenn ich die Spiegel automatisch einstellen kann?“

Verkäufer: „Hmm, lassen Sie mich kurz nachschauen. Ahja, das würde Sie weitere 8 Euro im Monat kosten.“

Ich: „Naja, 8 Euro macht das Ding nicht fett. Das ist es mir wert, mich nicht ständig abzumühen.“

Verkäufer: „Okay, dann buche ich das hinzu. Und wie sieht es mit dem CD-Spieler aus? Normalerweise hätten Sie jetzt nur ein Radio.“

Wie der Dialog weiterverlief, kannst Du Dir sicherlich vorstellen. Meine endgültige Rate lag bei 275 Euro Monat für Monat für Monat über 5 Jahre hinweg.

 

Was hat es mit unserer und Eurer Hochzeit zu tun?

Wir haben unsere Basisausstattung vor Monaten fertig gebucht. Die für uns wichtigsten Dinge wie Location, Essen und Kleidung waren gebucht und teils bezahlt.

Seit ein paar Wochen beginnen die Extras aus dem Boden zu ploppen. Alle paar Tage kommen neue Ideen um die Ecke, die wir noch unbedingt benötigen. Die Liste an To Do’s für die Traumhochzeit ist unendlich.

Beispielsweise hatten wir uns gegen Gastgeschenke entschieden. Auf unseren bisherigen Hochzeitsbesuchen fanden wir es eher nervig, unbrauchbar oder ein nettes Gimmick, das in Zukunft staub fängt. Aus dem Nichts kamen zig Ideen zu Gastgeschenken auf die Agenda: Von Herzchen Seifen in Größe einer Kirschtomate, personalisierte Shampoos von Balea oder mitnehmbare Tischgedecke. Kosten pro Idee etwa 75 bis 200 Euro.

Oder der inflationäre Gebrauch von Blumen. Bisher wusste ich nicht einmal, wofür bei einer Hochzeit alles Blumen benötigt werden. Tischdeko, Traudeko, Anzugdeko, Autodeko, Standesamtstrauß, Brautstrauß, Treppendeko und so weiter und so fort. Pro Blume 25 Cent bis 3 Euro, pro Strauß 30 bis 100 Euro.

Diese Liste ist schier unendlich. Wenn Du einen Eindruck bekommen möchtest, besuche bei Facebook die Hochzeitsgruppen oder schau die auf Pinterest die Ideengebungen an.

Jedes Gimmick, jede Deko oder jeder Zusatz für sich sind günstig und fallen im Vergleich zu den Kostenfressern nicht ins Gewicht.

Wenn Ihr zuvor Euch entschieden habt 3000 Euro für das Essen auszugeben, das Kleid 1000 Euro kostete und der Anzug für 400 Euro den Eigentümer wechselte, dann sind Beträge von 5 bis 50 Euro nicht entscheidend.

Gefährlich ist die Masse: Das noch und das noch und das noch und das noch. Und, ach schau Mal, das ist soooo toll und kostet gar nicht viel.

Am Ende steht für den Schnickschnack eine vierstellige Summe!

 

DIY und LSEDI

Viele, was Euch wichtig ist und etwas über Euch aussagt, könnt Ihr selbst basteln. Und dafür müsst Ihr weder künstlerisch begabt sein, noch unendlich viel Zeit mitbringen.

Wir haben uns mittlerweile einige Spielerein und Erzählungen überlegt, die wir als Überraschung für unsere Gäste bereithalten. Daher können wir diese hier noch nicht preisgeben – das ergänzen wir nach der Hochzeit; versprochen!

Neben Euren eigenen Händen gibt es in Eurem Freundes- und Familienkreis viele Menschen, die Euch nahstehen und sehr gerne helfen oder Kontakte haben. Vielleicht kennt jemand, jemanden, der jemanden kennt, der super leckere Torten backen kann. Oder jemand kennt eine Location, die Euren Vorstellungen entspricht. Oder sie backen Kuchen und bereiten Salate zu, um das Buffet zu ergänzen.

Der innere Drang alles selbst zu machen, kann manchmal sehr groß werden. Aber wer kann schon alles machen? Und ist es nicht viel schöner mit Freunden und Familienmitgliedern zusammenzuarbeiten? Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir während den gesamten Vorbereitung erhalten haben und die wir an unserem schönsten Tag erhalten werden!

Und die Kosten? 0 Euro – und bei nächster Gelegenheit das eigene Wissen, die eigenen Kontakte oder die eigene Zeit zur Verfügung stellen! Für mehr miteinander!

 

Fazit

Mit den richtigen Fragen, der Obacht bei Krimskrams und die Zusammenarbeit mit Freunden und Familie lässt sich ein kleines Vermögen bei der Hochzeit sparen. Dieses kann an anderer Stelle in tolle gemeinsame Erfahrungen investiert werden und sorgt für langanhaltende Erinnerungen und Freuden!

Nach unserer Hochzeit werden wir uns hinsetzen und unsere Erstkalkulation mit unserer Endabrechnung vergleichen. Wir sind gespannt wie das Ergebnis ausfällt und werden Euch davon berichten!

Was sind Eure Tipps und Tricks die Kostenexplosion zu vermeiden? Lasst unsere Community teilhaben und schreibt sie in die Kommentare! Wir freuen uns.

Beste Grüße
Mike

Als Duett in die Altersvorsorge – was sich in der Ehe ändert

Die Altersvorsorge.

„Endlich ein Thema in der Ehe zu dem im Internet positiv diskutiert wird.“, dachte ich, bevor ich mich an die Tastatur setzte.

Jetzt würden auf den ersten Seiten in Google zahlreiche Schriftstücke zu ETFs, Versicherungen und Anlagen für Kinder erscheinen, die ich gewinnbringend in diesen Artikel einbringen könnte.

Doch ich wurde bitterlich enttäuscht.

Egal hinter welchem Titel stieß ich auf „Altersvorsorge nach der Ehe“, „Wie sich die Scheidung auf die Altersvorsorge auswirkt“ oder „Männer sind keine Altersvorsorge – Scheidung!“

Selbst der Tod und die Übertragbarkeit der Altersvorsorge auf den Ehepartner standen als Randerscheinungen im Schatten.

Daher mein Versprechen an Dich – in diesem Artikel erfährst Du unsere Gedanken zur gemeinsamen Altersvorsorge in einer intakten Ehe bis, dass der Tod uns oder Euch scheidet.

Dieser Artikel wurde von Mike für Dich verfasst.

Techniken bleiben die Gleiche

Mit dem Ja-Wort ändert sich vieles und glücklicherweise nicht alles. Keine Sorge, Ihr müsst nach der Trauung das Laufen oder Geldanlegen nicht neu lernen oder erfinden.

Was vorher für Euch funktioniert hat, wird auch danach für Euch funktionieren. Damit meine ich nicht, dass Ihr ein angenehmes und unbekümmertes Gefühl bei der Altersvorsorge habt. Denn das Geld auf dem Sparbuch oder auf dem Tagesgeld verwelken zu lassen, funktioniert allenfalls für den Moment – egal ob verheiratet oder ledig.

Grundvoraussetzung sind die gemachten Hausaufgaben – wenn Ihr erst in die Altersvorsorge einsteigt, dann bieten verschiedene Artikel des Finanzrockers einen guten Einstieg. Die Finanzblogosphäre ist gefüllt mir Anlagetipps, um die Rentenlücke zu schließen oder früher in die Rente einzutreten. Am Ende habe ich drei Artikel verlinkt, die einen ersten Überblick verschaffen und die Notwendigkeit verdeutlichen.

Euren Mix aus ETFs, Anleihen, Aktien, Immobilien oder anderen Vermögenswerten könnt Ihr auch nach dem Ja-Wort weiterführen. Ein unmittelbares Umschiften wird nicht nötig sein. Allerdings entstehen durch die Eheschließung ein paar Besonderheiten.

 

Rahmenbedingungen ändern sich

Durch die Eheschließung entstehen eine handvoll Änderungen in den Rahmenbedingungen. Diese wirken sich nicht unmittelbar auf Eure Strategie zur Altersvorsorge aus, können auf lange Sicht dennoch einen Unterschied bewirken.

1. Gesetzliche Verantwortlichkeit füreinander

Ist unsere Ehe eingetragen, stehen wir füreinander ein. Dies bedeutet, dass die Arbeitslosigkeit einer Person nicht mehr durch den Staat, sondern erst einmal den Partner abgefangen wird. Somit kann das gemeinsame Einkommen von heute auf morgen halbiert werden, während die Kosten konstant bleiben. Unangenehmer wird die Situation, wenn das höhere Einkommen auf unbestimmte Zeit wegfällt oder nachhaltig dezimiert wird.

Gleiches gilt für die Altersvorsorge. Sollte einer von Euch keine Rente, Vermögen oder passives Einkommen für den Ruhestand aufgebaut haben, bezahlt der andere mit.

Somit erhöht sich das Risiko in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten erheblich. Vor allem, wenn dieses nicht einkalkuliert wird und der Lebensstandard auf das gesamte Einkommen ausgelegt ist. Fällt dann für einen (unbekannten) Zeitraum ein (erheblicher) Teil des Einkommens weg, wird es unnötig brenzlig!

Blauäuigkeit, Unwissenheit und etwas Pech ebenen den Weg für Peter Zwegat und sein TV-Team.

2. Synergien und Diversifikation

Mit der Eheschließung ist auch klar, dass der Planungshorizont nicht mehr nach folgender Faustformal angesetzt werden kann: Dauer der Beziehung geteilt durch Zwei.  Bei 8 Jahren Beziehung, wären entsprechend 4 Jahre Voraussplanung sinnvoll.

Die Ehe gilt bis beide Partner verstorben sind. Sollten Kinder in die Welt gesetzt worden sein, selbst darüber hinaus.

Umso wichtiger werden Synergieeffekte und Diversifikationsmöglichkeiten, die alleine nicht vorhanden wären. Diese könnt Ihr schon lange vor und auch ohne die Ehe einsetzen, nach der Eheschließung erhalten sie lediglich eine höhere Bedeutung.

Wir nutzen unsere Synergien beispielsweise bei den Orderkosten für Aktienkäufe, Hotelkosten bei Urlauben oder Arbeitsteilung in der Altersvorsorge.

Durch unsere Arbeitsverhältnisse, Anlagen und Projekte können wir enorm diversifizieren. Mit zunehmenden Alter stabilisieren und diversifizieren sich unsere Einkommensquellen weiter. Allein unsere unterschiedliche Branchenzugehörigkeit unserer Arbeitgeber sorgt für eine Risikoverteilung.

Geschicktes Einsetzen unserer Möglichkeiten mindert das Risiko in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

3. Auszahlungsberechtigung bei Versicherungen

Die Ehe birgt nicht nur Pflichten, sondern räumt auch einige Rechte ein. Beispielsweise könnt Ihr Euch als Auszahlungsberechtigte für bestimmte Versicherungen eintragen lassen, bei denen das zuvor nicht möglich war.

Hierzu zählt vor allem die Altersvorsorge!

Rentenversicherung und Riester-Rente werden im Falle des vorzeitigen Ablebens (teilweise) an den Ehepartner ausgezahlt.

Die (gemeinsame) Vorsorge löst sich demnach nicht in Rauch auf, sondern wird auf den Liebsten übertragen. Und nennt sich Witwen- oder Hinterbliebenenrente. Somit wird im Todesfall eines Partners durch die regelmäßige Rentenzahlung wenigstens der finanzielle Verlust ausgeglichen. Denn die Familienplanung und Altersvorsorge-Planung ist gemeinsam erfolgt. Wie tragisch wäre es dann, wenn neben dem emotionalen Verarbeiten eines vielleicht viel zu frühen Todes, auch noch finanzielle Not plötzlich auf der Tagesordnung des Zurückgebliebenen stünde.

Beim Riestern gelten im Todesfall eigene Bestimmungen. Dabei wird zwischen der Anspar- und Auszahlungsphase sowie zwischen Erben (Kinder, Eltern) und Eheleuten unterschieden. In den meisten Fällen muss die staatliche Förderung zurückgezahlt werden, das angesparte Kapital wird hingegen veerbt. Der Ehepartner hat allerdings die Möglichkeit, die Riesterrente bei Todesfall in der Ansparphase auf sich übertragen zu lassen und somit vom eingeahlten Kapital und der Förderung profitieren zu können. In der Auszahlungsphase geht dies nur, wenn eine Rentengarantiezeit vereinbart wurde.

Durch diese Handhabung und Regelungen minimiert sich das Risiko bei Verlust des Partners auch noch ohne Vorsorge dazustehen.

4. Weitere Faktoren, …

… die nicht zwingend mit der Ehe einhergehen, aber meistens in dieser entstehen und Eure Altersvorsorge maßgeblich beeinflussen.

(1) Plant Ihr Kinder zu bekommen?

(2) Wenn ja, wie viele und in welchem zeitlichen Abstand?

(3) Wollt Ihr ein Haus kaufen?

(4) Versteht Ihr Euch auf der finanziellen Ebene?

(5) Und könnt auf dieser offen kommunizieren?

(6) Wie stellt Ihr Euch Eure Rente vor?

(7) Und wann wollt Ihr diese antreten?

Diese sieben Fragen dienen nur als Denkanstoß. Ich bin mir sicher, dass Dir spontan noch mehr einfallen. Und, wenn Du Dich mit Deinem Partner austauschst, Ihr noch mehr Fragen (ohne Antworten) finden werdet.

 

Auswirkung auf die Strategie

Zu Beginn des Artikels hatte ich vorausgesetzt, dass Ihr eine Strategie für Eure Altersvorsorge habt. Sollte dies nicht der Fall sein und Du hast dennoch bis hier hin gelesen, dann nimm Dir einen Zettel und einen Stift und beginne Deine Gedanken, Sorgen und Wünsche aufzuschreiben. Sodass Du Dich mit Deinem Partner austauschen kannst.

Habt Ihr Eure Strategie, dann stelle ich Euch jetzt die Frage: „Entspricht Eure Strategie auch nach der Ehe noch Eurem Risikoprofil?“

Wir werden in diesem Jahr keine Änderungen vornehmen. Unser Ziel besteht weiterhin darin, in 2017 unsere erste Immobilie zu kaufen, unsere Aktienbestände auszubauen und fünf Wochen durch Australien und Neuseeland zu touren. Hinzukommen unternehmerische Projekte, die Startkapital und Zeitinvestitionen benötigen. Dass wir damit ein höheres Risiko eingehen als in den Jahren zuvor ist uns bewusst.

Ebenfalls wissen wir, dass wir unsere Risikobereitschaft in Zukunft etwas drosseln müssen, um sie einige Jahre später erneut erhöhen zu können.

Dies könnte bedeuten, dass wir einen größeren Puffer an Kapital auf unseren Tagesgeldkonten ansammeln. Oder unsere Aktienkäufe drosseln, dafür allerdings unsere ETF-Sparquote erhöhen und Anleihe mit ins Portfolio aufnehmen. Auch das Reduzieren von Baufinanzierungskrediten könnte in einer solchen Phase vermehrt im Fokus stehen, um die monatliche Belastung im Extremfall zu minimieren.

 

Fazit

Aus 1 mach 2 heißt es bei der Altersvorsorge in der Ehe. Dieses Thema ist von großer Bedeutung für Euch beide – über die zukünftige Altersvorsorge vor der Hochzeit miteinander zu sprechen und dieses To Do auf Eurer Hochzeits-Checkliste abzuhaken, sollte hoch priorisiert sein.

Denn eines sollte Euch zu 100 Prozent bewusst sein: Ihr tragt die Verantwortung füreinander. Das bedeutet, dass Ihr Euch beide mit der (gemeinsamen) Altersvorsorge auseinandersetzen solltet!

Übertragt Ihr dieses wichtige Thema auf eine einzelne Person und diese hat Pech, ist der Rosenkrieg vorprogrammiert. Vorwurfsvolles Gejammer ist das Resultat mangelnder Kommunikation und blinder Verantwortungsübertragung!

Selbst, wenn sich nur einer von Euch um den operativen Teil kümmert, gebt Ihr beide die Richtung vor. Denn am Ende der Arbeitszeit wollt Ihr beide von Eurer Vorsorge profitieren und diese in vollen Zügen genießen. Und Arbeitslosigkeit, Handlungsunfähigkeit oder Tod können leider jeden von Euch treffen.

Beste GrüßeMike

P.S.: Wie versprochen zwei Artikel vom Finanzrocker:

Altersvorsorge: Die 8 Schritte zum passenden Sparen

Altersvorsorge 4.0

Clevere Altersvorsorge und schrumpfende Rentenlücke

Der Generationenvertrag als Basis unserer Altersvorsorge funktioniert nicht mehr. Wie die berühmte Rentenlücke entsteht und was Du trotz niedriger Zinsen für Deine Altersvorsorge tun kannst, darf kein Tabuthema sein.

Dieser Artikel liefert unsere Erfahrung mit der Rentenlücke und die damit verbundenen Probleme für die Altersvorsorge. Möglichkeiten wie wir der Altersarmut entgegen wirken und Geld für die Zukunft ansparen, erfährst Du natürlich auch.

Anmerkung: Aufgrund von Krankheit haben wir einen Einschub im Redaktionsplan. Die geplanten Artikel für diese Woche sind nur aufgeschoben, nicht aufgehoben! Vielen Dank für Dein Verständnis.

Das Problem

In  Deutschland werden zu wenige Kinder geboren. Gleichzeitig schreitet die Medizin weiter voran, die Lebensbedingungen werden besser und die durchschnittliche Lebenserwartung steigt weiter an.

Was für den Einzelnen eine tolle Sache ist, ist in Kombination mit der geringen Kinderzahl ein echtes Problem für das deutsche Rentensystem. Denn in Deutschland existiert der „Generationenvertrag“. Dies bedeutet, dass die jeweils arbeitende Generation für die Generation der Rentner zahlt – jeder zahlt, wenn er ohnehin gut verdient und diejenigen, die nicht mehr arbeiten, erhalten eine Rente durch die Umverteilung. Sie können sich die 40 Jahre, die sie zuvor für den allgemeinen Wohlstand gearbeitet haben, bezahlen lassen.

Dieses Prinzip funktioniert bei einigermaßen ausgeglichenen Zahlen. Werden die Menschen immer älter und müssen damit länger finanziert werden, werden auch mehr zahlende Kinder und junge Menschen benötigt. Gibt es weniger Arbeitnehmer der jungen Generation, bleibt weniger Geld, das an die Rentner umverteilt werden kann.

Rentenlücke?!

Dieser Zustand führt zur berüchtigten Rentenlücke. Es ist heute unklar, was wir (25 & 30 Jahre) für eine Rentenhöhe erreichen werden. Unklar ist auch, ab wann wir die Rente beziehen können – können wir dies wie bisher mit 65-67 nach 40 Beitragsjahren? Oder müssen wir gar bis 70 oder 75 Jahre arbeiten? Und wenn ja, wäre das schlimm?

Wie für jede Generation ist die Zukunft ungewiss. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rentenzahlungen sinken werden, ist hoch. Verstärkt wird dies durch den unterschiedlichen Anstieg der durchschnittlichen Rentenerhöhung und der durchschnittlichen Inflation. Ein erheblicher Verlust der Kaufkraft ist die Folge – aus 1200 Euro heutiger Kaufkraft auf unserem Rentenbescheid werden schnell 600 Euro Kaufkraft in 40 Jahren. Ab 2040 sind 100 % der Renteneinkünfte steuerpflichtig, hinzukommen außerdem Sozialversicherungsabgaben.

Wir müssen uns daher auf diese zwei Faktoren einstellen: Erstens eine kleinere Nachfolgegeneration, die uns vermutlich nicht versorgen kann. Zweitens der gravierende Unterschied zwischen dem erzielten Einkommen und der zu erwartenden Rente.

Das wird sie sein – die Rentenlücke!

Aber was tun?

Wir kümmern uns selbstständig um unsere Altersvorsorge – denn nur auf die staatliche Rente zu setzen, führt uns offensichtlich geradewegs in die Altersarmut. Unser Plan könnte aus einer strikten monatlichen Sparquote sowie dem Sparen von Zusatzeinkommen oder Erbschaften bestehen.

Auch hier gibt es ein Problem: Die Zinsen sind auf einem historisch niedrigen Level. Die ersten Banken verlangen inzwischen für Girokonten-Bestände sogar Gebühren und wir befinden uns damit nicht einmal mehr in einer Niedrig-Zinsphase, sondern eher in einer Null- und Negativzinsphase.

Altersvorsorge

Laut Bankberatern haben wir endlose Möglichkeiten unsere Altersvorsorge zu gestalten. Von klassischen Versicherungsprodukten über spezielle Fonds-Sparpläne bis hin zu hoch riskanten Immobilieninvestitionen in Schwellenländern, bietet das Bankenportfolio alles an.

Abhängig von unserem „Risikoprofil“ würde der Berater uns ein individuelles Paket zusammenstellen. Die Qualität eines solchen Pakets hängt (fast) nur von unserem eigenen Wissen ab. Unsere Erfahrung hat gezeigt: Niedriges Wissen bedeutet hohe jährliche Gebühren und Verkaufsprovisionen. Hohes Wissen lässt den Bankberater überflüssig werden.

In jedem Fall gilt, kaufe nie ein (Finanz-)Produkt, das Du nicht selbst verstehst. Ansonsten droht ein Verlustgeschäft, da die Kosten die jährliche Rendite auffressen. Oben drauf kommt die Inflation und die Altersarmut ist perfekt.

Wir empfehlen, dass Du Dich mit dem Thema „Altersvorsorge“ genauer und unabhängig von einem Bankberater, der seine Produkte verkaufen möchte, beschäftigst. Nur so ist eine für Dich oder Euch passende Entscheidung möglich! Seriöse Möglichkeiten gibt es viele – vermeintlich risikoreiche Anlageformen wie Aktien, Immobilien oder Fonds werden sinnvoll, sobald Du diese verstehst und das Risikoprofil einschätzen kannst.

Zwischenfazit

Die Rentenlücke wird immer realer und die Altersvorsorge gehört in Deine eigenen Hände. Entscheidend ist, dass Du Dir bewusst bist, welche Rentenhöhe Du ab wann erwarten kannst und Dir dann überlegst, ob zusätzliche Bemühungen Deinerseits nötig sind oder die Summe ausreichend sein wird. Nur auf den Staat als Rentenzahler oder den Partner, die Kinder oder sonst einen nahen stehenden Unterstützer zu hoffen, ist keine Alternative!

Möglichkeiten zur Altersvorsorge

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten vorzusorgen – die ersten drei, die mit mehr oder weniger großem Aufwand umsetzbar und in Null-Zinsphasen sinnvoll sind, möchten wir heute vorstellen:  Aktien, ETF-Sparpläne und Immobilien.

In Zeiten von Null- oder sogar Negativzinsen für die Ersparnisse auf dem Sparbuch, Girokonto oder Tagesgeld neigen viele Deutsche dazu den Kopf in den Sand zu stecken und nichts mehr zu tun. Dieses straußenähnliche Verhalten wird durch die fortlaufende Diskussion über die Rentenlücke und die bevorstehende Altersarmut noch bestärkt. Dabei gibt es in Niedrigzinsphasen Möglichkeiten für die Altersvorsorge alleine oder gemeinsam als Ehepaar vorzusorgen.

Aktien-Investitionen

Die Börsen werden in den Medien oft als böse und riskant bezeichnet. Doch was bedeutet die Investition in Aktien für Dich?

Aktien – was heißt das überhaupt genau?

Eine Aktie steht für einen Anteil am Unternehmen. Kaufst Du eine Aktie, erwirbst Du einen Teil des Unternehmens. Ist das Unternehmen erfolgreich und das Interesse an diesem steigt mit dem Erfolg weiter an, steigt auch der Wert Deines Unternehmensanteils. An der Börse kannst Du diesen jederzeit wieder verkaufen – zum tagesaktuellen Wert des Unternehmens, der je nach derzeitiger Interessenslage höher oder niedriger sein kann. Zusätzlich schütten viele Unternehmen ihren Anteilseignern regelmäßig (in Deutschland i. d. R. jährlich) Dividenden aus. Sie verteilen also den Unternehmensgewinn auf die Unternehmenseigentümer – zum Beispiel an Dich.

Investieren in Aktien

Die Investition in Aktien erfordert, dass Du Dir ein Depot bei einer Bank einrichtest und Dich informierst, welche Unternehmen für Dich in Frage kommen. Welche Kriterien Du ansetzt, ist dabei sehr individuell! Es kann sein, dass Du Dir den Gewinn der letzten Jahre, genaue Bilanz-Kennzahlen oder aber die Zukunftsaussichten des Unternehmens anschaust. In jedem Fall erfordert langfristiges Investieren an der Börse, dass Du Dir für Dich wichtige Kriterien überlegst und eigenverantwortliche Entscheidungen fällst.

Dieser Ertrag kommt durch das Tragen eines Risikos zu Stande – beispielsweise könnte das Unternehmen insolvent gehen und der Börsenpreis auf wenige Cent fallen. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es zu empfehlen die Investitionen auf mehrere Unternehmen zu verteilen, nicht vorschnell zu handeln („Hin und Her macht Taschen leer“ – denn jeder Kauf oder Verkauf kostet Gebühren und optimale Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkte sind fast unmöglich zu erreichen) und nie Geld zu investieren, auf das Du morgen angewiesen bist und dann in einem ungünstigen Moment mit Verlust verkaufen musst.

Wenn Du Dir im Laufe der Jahre ein breit gefächertes Aktienportfolio aufgebaut hast, kannst Du im Rentenalter nicht nur von den Zusatzeinnahmen durch die Dividenden profitieren, sondern nach und nach die Werte (hoffentlich mit Gewinn) wieder verkaufen und kommst so an Dein aufgebautes Vermögen heran.

ETF-Sparpläne

In den letzten Jahren haben ETFs und dazugehörige Sparpläne immer mehr Aufmerksamkeit erreicht.

Was sind ETFs?

Der Begriff ETF steht für „Exchange-Traded-Fund“. Ein ETF wird im Gegensatz zu einem klassischen Fonds nicht aktiv gemanagt, sondern bildet passiv einen Index nach.

Ein klassischer Fonds wird aktiv von einer Fonds-Gesellschaft gemanagt – dies bedeutet, dass diese aktiv (hoffentlich entsprechend der angepriesenen Strategie) Einzelaktien dazukauft oder verkauft. Der Anleger investiert in den Fonds und damit in das Gesamtpaket an Aktien, die darin enthalten sind. Die Diversifikation ist also größer als beim Kauf von Einzelaktien.

Ein ETF wird entsprechend nicht ständig einzelne Werte hinzukaufen oder verkaufen, sondern orientiert sich wie oben geschrieben an einem Index. Ein solcher Index kann beispielsweise der DAX sein. Ein ETF auf den DAX wird daher Anteile von allen Unternehmen des DAX in einer fast identischen Verteilung umfassen. Somit verläuft der ETF analog zum DAX – entwickeln sich die größten 30 Unternehmen positiv, entwickelt sich auch der DAX positiv, befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer Krise, gilt dies wahrscheinlich auch für den DAX-ETF.

Warum ETFs?

Der Vorteil ist, dass Du Dich deutlich weniger mit dem Produkt beschäftigen musst, als mit Einzelaktien. Denn der Diversifikationsaspekt wird bei Fonds für Dich übernommen. Der Vorteil eines ETFs gegenüber einem Fonds ist, dass die Gebühren deutlich geringer sind – denn die Fondsgesellschaft, die bezahlt werden will, fällt an dieser Stelle weg. Wenn Du also daran glaubst, dass die Weltwirtschaft langfristig steigen wird, ist ein MSCI World-ETF vielleicht das Richtige für Dich und Deine Altersvorsorge.

Auch bei ETFs (oder normalen Fonds) gibt es solche, die regelmäßig Gewinne ausschütten. Du kannst auch hier von der Dividende Deine Einnahmen erhöhen. Wieder andere reinvestieren die Gewinne direkt in das Fonds-Vermögen – in solchen Fällen wird Dein Vermögen im Produkt gesteigert und Du erhältst die Rendite erst mit dem Verkauf. Welche Form für Dich und Deine Altersvorsorge die Beste ist, ist ebenfalls sehr individuell, da dies von Deinem Alter, Deinem sonstigen Einkommen, Deinem individuellen Steuersatz und weiteren Faktoren abhängig ist.

Immobilien-Investments

Bei den Menschen in Deutschland erfreut sich der Kauf eines Eigenheimes größter Beliebtheit und zählt zu den Standardlebenszielen unserer Gesellschaft. Nur weil Du im Alter noch in Deinem Haus wohnen möchtest und fortlaufend Instandhaltungskosten anfallen, ist dies noch lange kein Investment in die Altersvorsorge. Letzteres kannst Du durch Immobilien nur erreichen, wenn Du Dich für Investitionen in Kapitalanlagen – also Vermietungsobjekte – entscheidest.

Der Kauf einer Wohnung, die Du vermietest, ist von unseren drei Möglichkeiten wahrscheinlich die mit dem größten Aufwand. Denn Besichtigungen sind nötig, Du musst die Entscheidung muss exakt abgewägen und danach zahlst Du einige Jahre einen Kredit ab.

Das Vermieter-Dasein erfordert das einen größeren zeitlichen Invest: Von Zeit zu Zeit wird Dein Mieter Anliegen haben, Du musst neue Mieter finden oder etwas reparieren lassen und es finden regelmäßige Eigentümerversammlungen statt. Dafür ist hier der Hebel für Deine Altersvorsorge am Größten. Kontinuierliche Miteinnahmen sollten dabei Deinen Kredit abbezahlen.

Wichtig ist, dass Du eine Wohnung in einer Zuzugsgegend  (einer großen Stadt) erwirbst und Deine Mieter gut auswählst. Denn nur so sind langfristig die Mieteinnahmen sicherzustellen und keine großen Mietausfallzeiten zu erwarten. Die Investition in eine Kapitalanlage erfordert oft hohes Startkapital – aber vielleicht hast Du dieses in den Vorjahren in Aktien (und damit kleineren Einzelbeträgen) angespart und kannst Dein Risiko bis zum Ruhestand gut verteilen.

Ist die Wohnung abgezahlt, erhältst Du monatlich die Mietzahlungen und musst nur noch die Steuern davon abführen. Bei steigender Inflation wird auch Dein Mieteingang entsprechend steigen. Je nach dem, in welchem Alter Du die Wohnung erwirbst, kannst Du spätestens zum Renteneintritt Deine Rentenlücke mit den Mieteinnahmen auffüllen.

Fazit

Abhängig davon, wie viel Zeit und Erspartes Du bereit bist zu investieren, bieten Dir die oben beschriebenen Möglichkeiten einen ersten Startpunkt auf dem Weg zum Schließen Deiner Rentenlücke. Selbstverständlich ist das beste Vorgehen immer abhängig von der eigenen Situation, den Voraussetzungen und Möglichkeiten zu wählen.

Mit welchen Komponenten sorgst Du fürs Alter vor?