Sparbuch? Gibt doch ohnehin keine Zinsen - und das seit Jahren!

Gesetzliche Rente? Bekommst Du zwar, die Höhe und vor allem die Kaufkraft sind jedoch ungewiss!

Was tun? Einen ETF kaufen! Am besten per Sparplan jeden Monat 25 Euro investieren und Dein eigenes ETF-Depot aufbauen. Das ist der Tipp, den Dir Finanzzeitschriften, Bekannte und Finanzblogger gerne geben.

Doch wie machst Du das überhaupt? Einen ETF kaufen? Den für Dich passenden ETF kaufen? Und beim richtigen Anbieter Deinen ersten ETF kaufen? Und was bringen ETFs an Möglichkeiten für Euch als Paar gemeinsam zu investieren?

Fragen, die viele vom guten Plan in ETFs zu investieren ziemlich schnell wieder abbringen. Damit es bei Euch anders läufst und Ihr Eure Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen könnt, gibt es heute den ultimativen ETF-Guide für Euch!

Diesen ultimativen ETF Guide, um Deinen ersten ETF zu kaufen, hat Marielle für Dich verfasst.

 

Was ist ein ETF und warum solltest Du einen ETF kaufen?

Frage Nummer 1 beantworten Dir diverse Finanzseiten und -bloggerkollegen umfassend. Als absolutes Standardwerk in Print-Form empfehlen wir gerne den Klassiker vom ETF-Papst Dr. Gerd Kommer "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs"*.

Daher unsere 3-Sätze Erklärung, die für heute ausreichen soll:

(1) Ein ETF ist ein an der Börse gehandelter Indexfonds, der darauf abzielt die Wertentwicklung eines Index nachzubilden.

(2) Er steht mit seinen Eigenschaften zwischen aktiv (durch Fondsmanager) gemanageten Investmentfonds und Einzelaktien.

(3) Mit Deiner Investition in einen ETF streust Du folglich Dein Investment (bei einem Aktienindex bspw. in eine Vielzahl von Aktien) und profitierst aufgrund des passiven Management von deutlich geringeren Kostenstrukturen sowie der Möglichkeit jederzeit genau zu wissen, welche Einzelwerte Teil Deines Portfolios sind.

Hast Du ein Wort in den 3 Sätzen verstanden? Nein? Macht nichts. So ging es uns zu Beginn auch. Daher hier nochmal in einfachen Worten:

(1) Ein ETF bildet einen Index ab. Ein Index ist beispielsweise der DAX (Deutscher Aktien Index), der aus den 30 größten, deutschen Unternehmen besteht. Kaufst Du einen ETF, der den DAX abbildet, wäre es so als würdest Du in alle 30 DAX-Unternehmen gleichzeitig investieren. Nur gehören Dir keine Anteile am Unternehmen.

(2) Welche Aktien im ETF abgebildet sind, ergibt sich durch den Index. Der Index hat bestimmte Regeln: Im DAX können nur die 30 größten, deutschen Unternehmen vertreten sein. Hingegen wählt ein Fondsmanager eines aktiv gemanagten Investmentfonds die Aktien nach seinen eigenen Kriterien aus. Dadurch fallen zusätzliche Beabreitungsgebühren und Provision an, die bei einem ETF nicht vorhanden sind. Im Vergleich zu Einzelaktien investierst Du bei einem ETF in ein Aktienbündel - beim DAX eben in ein Bündel mit 30 Unternehmen.

(3) Jetzt verstehst Du auch den dritten, kurzen Satz.

Für mehr Details empfehlen wir Dir eine kurze Internet-Recherche - die Frage wurde bereits ausführlich an vielen Stellen beantwortet. Ganz vorne mit dabei ist der größte ETF-Verfechter unter den Bloggern - der Finanzwesir mit seiner ausführlichen Erklärung, die wir Dir sehr empfehlen können.

 

Die Kriterien, die Du vor dem ersten ETF Kauf kennen solltest

Auf dem Weg zum richtigen ETF gibt es eine Vielzahl an Kriterien, nach denen Du filtern und entscheiden kannst. Die Fragen, die Du Dir stellen kannst, sind:

 

1) Ist der ETF groß und alt genug?

In jedem Anlageprospekt zum ETF erkennst Du schnell, seit wann es diesen ETF gibt und wie hoch das Fondsvolumen ist.

Bis ca. 10 Millionen Euro ist ein ETF eher klein. Und wie es immer so ist: Je größer desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF geschlossen wird, da er unrentabel für den Anbieter wird.

Aus dem Alter des ETFs widerrum kannst Du abschätzen, wie lange er bereits "funktioniert".

Beides sind Kriterien, bei denen Du Deine Grenzwerte und Mindestgrößen individuell bestimmen kannst - es kommt darauf an mit wie viel Risiko Du Dich wohl fühlst.

 

2) Schüttet der ETF aus oder reinvestiert er?

Wenn Du bereits Einzelaktien oder Fonds besitzt kennst Du diese Unterscheidung bereits:

Möchtest Du Dividenden, die Dein Investment erzielen ausgeschüttet bekommen und Dich dadurch weiter motivieren lassen?

Oder präferierst Du, dass Deine Rendite direkt im ETF wieder angelegt wird, sodass Du Dich nicht jedes Jahr wieder um die Versteuerung und Wiederanlage des Betrages kümmern musst?

Auch hier gibt es kein besser oder schlechter - Es kommt darauf an, was in Deiner Situation passender ist.

 

3) Wer steckt hinter diesem ETF?

Für die relevantesten Märkte (und damit Indizes) gibt es mehrere Anbieter, die im Großen und Ganzen dasselbe abbilden.

Comstage, iShares, Deutsche Bank, Lyxor sind die bekanntesten Anbieter - daneben gibt es viele weitere! Schau Dir an, worin sich die ETFs der Anbieter unterscheiden. Lege fest, welche Kriterien für Dich entscheidend sind. Und entscheide dann, welchem Anbieter Du vertrauen möchtest.

 

4) Ist der ETF sparplanfähig?

Möchtest Du den ETF nicht nur einmalig kaufen, sondern hast vor über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu investieren? Dann solltest Du prüfen, ob der ETF bei Deiner Depot-Bank sparplanfähig ist.

Das spart Dir eine Menge Orderkosten. Durch monatliche oder vierteljährliche Investitionen in den ausgewählten ETF streust Du das Risiko zum "genau falschen Zeitpunkt" zu investieren und erreichst einen besseren Durchschnittskostenpreis.

Zudem ist regelmäßiges Besparen eines Produktes für einen Großteil von uns motivierender. Du kannst mit geringen Beträgen von meist 25 Euro monatlich starten und sorgst dafür langfristig dran zu bleiben.

 

5) Wie sieht es mit den Kosten des ETF aus?

Die Kosten eines ETF sind aufgrund des passiven Management-Ansatzes im Allgemeinen deutlich geringer als bei aktiven Fonds. Das ist schon einmal super.

Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen den Anbietern und Märkten, die abgebildet werden.

Die Gesamtkosten des ETFs setzen sich zusammen aus der dem Total Expense Ratio (TER), der bei einem ETF in der Regel zwischen 0,2 und 0,8 % pro Jahr liegt, und den Orderkosten Deiner Depotbank.

Die Unterschiede in den Gesamtkosten zwischen den unterschiedlichen ETFs sind schlussendlich meist nicht groß - einen Blick sind sie wert, jedoch lohnt es bei den geringen Differenzen kaum, die Kosten als Kriterium zu priorisieren.

 

6) Wie gestaltet sich die Replikationsmethode des ETF?

Jetzt wird's kompliziert - aber keine Sorge. Replikationsmethode klingt schlimmer als es ist.

Schlussendlich hat der ETF-Anbieter drei Möglichkeiten das Produkt für Dich kaufensfähig zu machen:

1) Physische Replikation:

Die genaue Nachbildung des Indexes, was bedeutet, dass alle Aktien, die im Index enthalten sind tatsächlich gekauft werden. Und das im selben Verhältnis, wie sie auch im Index vertreten sind.

2) Sampling:

Einzelne Aktien sollen den ganzen Index abbilden. Der Index besteht bspw. aus 1000 verschiedenen Aktien, der ETF investiert jedoch nur in die Hälfte davon und geht davon aus, dass bspw. die 6 verschiedenen Auto-Aktien des Portfolios auch durch 2 davon abgebildet werden können. Die Auswahl erfolgt so, dass der ETF möglichst identisch wie der eigentliche Index verläufst.

3) Synthetische Nachbildung:

Durch Swaps (Tauschgeschäfte) wird der Index nachgebildet, ohne die enthaltenen Aktien überhaupt zu besitzen. Dies darf der Anbieter nur mit maximal 10% des Fondsvolumens machen - denn das Risiko ist deutlich höher. Dafür erhältst Du meist eine deutlich genauere Abbildung des Index-Verlaufes.

Über die Vor- und Nachteile der drei Möglichkeiten liesen sich ebenfalls zahllose Artikel schreiben. Auch hier möchten wir gerne wieder auf unsere Bloggerkollegen und natürlich Dr. Gerd Kommer verweisen.

Die Replikationsmethode kann ein Kritierum für Dich und Deine Auswahl sein. Muss sie jedoch nicht!

Die Entscheidung für einen bestimmten ETF triffst Du am Ende aus einer Kombination dieser und eventueller zusätzlicher individueller Kriterien. Die entscheidende Frage ist jedoch:

In welchen Markt - die Welt, Europa, Nordamerika, Asien, Emerging Markets oder eine bestimmte Unternehmensgröße - möchtest Du investieren?

 

Die entscheidenden Fragen, bevor Du Deinen ersten ETF Kauf tätigst!

Viel wichtiger als alle Vor- und Nachteile des einzelnen ETFs genau zu analysieren, ist es, dass Du vor Deinem ersten ETF-Kauf die folgenden Fragen mit einem klaren Ja! beantwortest:

 

1) Bist Du liquide?

In ETFs oder jegliche andere Börsen-Produkte zu investieren macht erst Sinn, wenn Du eine Liquiditätsreserve aufgebaut hast. Das heißt: Ersparnisse sind elementar!

ETF sind weniger risikobehaftet als Einzelaktien - das stimmt. Allerdings unterliegen auch sie Schwankungen, wenn auch geringeren.

Alles Geld, das Du für die kaputte Waschmaschine oder einen plötzlichen Arbeitsplatzverlust in einem gewissen Zeitraum in der Zukunft brauchen wirst, gehört keinesfalls in ETF investiert.

Dieses Geld gehört auf Dein Tagesgeldkonto und dient als Dein Sicherheitspuffer!

Hast Du darüber hinaus etwas übrig? Und das auch noch jeden Monat?

Super - dann bist Du bereit für Deinen ersten ETF-Kauf!

 

2) Bist Du - in gewissem Maße - risikoaffin?

ETF werden häufig als risikolos im Vergleich zu Einzelaktien hingestellt. Das sind sie jedoch keineswegs. Das Ausfallrisiko ist zwar sehr gering. Die Schwankungen, die an der Börse nun einmal normal sind, können aber durchaus langen Atem fordern!

Deshalb gilt: An der Börse - und auch in ETF - wird nur das Geld investiert, auf das Du im Alltag verzichten kannst. Geld, das im kommenden Jahr für den Autokauf benötigt wird, gehört nicht an die Börse!

 

3) Fühlst Du Dich wohl?

Hast Du das Gefühl, dass Du verstanden hast, was der ETF macht, den Du ausgeguckt hast?

Wenn alle Unklarheiten beseitigt sind und Du das Produkt einer anderen Person gut erklären kannst - beispielsweise Deinem Partner - dann hast Du es ausreichend verstanden und der Wohlfühlfaktor kann eintreten.

Bist Du überzeugt, den richtigen ETF für Dich gefunden zu haben? Super, vermutlich fühlst Du Dich schon viel wohler . Um langfristig an einer Strategie festhalten zu können, ist es unerlässlich, dass Du Dich damit wohl fühlst.

Also erst starten, wenn Du auch hier Ja sagen kannst 🙂

 

Schritt für Schritt: Wie Du Deinen ersten ETF kaufen wirst

Jetzt aber mal ganz konkret. Was musst Du unternehmen, um Deinen ersten ETF zu kaufen?

Eine komprimierte Schritt für Schritt Anleitung für den ersten ETF-Kauf haben wir Dir versprochen - hier bekommst Du sie:

ETF kaufen schritt für schritt

 

1) Festlegen, welchen Betrag Du anlegen möchtest

Hierzu gehört zu entscheiden, ob Du einmalig investieren oder mittels eines monatlichen festen Betrags den ETF besparen möchtest.

Sparpläne beginnen bei den meisten Depotbanken ab 25 Euro im Monat pro Sparplan. Selbstverständlich kannst Du auch den monatlichen Gesamtbetrag auf 2 oder mehr ETF für verschiedene Märkte aufteilen.

Prüfe genau, wie viel Geld Du aktuell oder monatlich entbehren kannst und lege so Deinen individuellen Anlagebetrag fest.

 

2) ETF auswählen

Anhand der beschriebenen Kriterien, unzähligen Berichten und der Verkaufsprospekte der verschiedenen ETF kannst Du Deine Entscheidung fundiert treffen.

Wichtig: Ewige Recherche wird Dich im Zweifel nur mehr verwirren als erhellen.

Daher unser Tipp:Entscheide Dich zuerst, in welchen Markt Du investieren möchtest und lege dann 2-3 Kriterien fest, auf deren Basis Du die verschiedenen Angebote vergleichen möchtest.

So wird es einfacher - bei wenigen Prozenten Unterschied, ist es deutlich wichtiger zeitnah durchzustarten als jedes Detail im Vorfeld auswendig zu kennen.

 

3) Depotbank auswählen

Typischerweise bieten die verschiedenen Depotbanken unterschiedliche Konditionen für einzelne ETF-Anbieter an. Je nach ETF kann es also Sinn machen, Dein Depot bei einer anderen Bank zu eröffnen.

Wenn Du bereits ein Depot hast, macht es Sinn Schritt 2 und 3 zu tauschen - es kann die ETF-Auswahl einschränken, wenn Du weißt, dass Du bei Deinem bisherigen Depot bleiben und kein zusätzliches eröffnen möchtest.

Ein weiteres Depot - nur aufgrund minimal geringerer Gebühren - zu eröffnen? Überlege Dir, ob der Aufwand sich wirklich lohnt.

 

4) Order oder Sparplan einrichten

Depot da, ETF entschieden, Betrag steht?

Super, dann gilt es jetzt nur noch den Sparplan (oder die Einzelorder) einzurichten.

Für eine Einzelorder

  • wählst Du den entsprechenden ETF aus
  • rechnest Dir aus wie viele Anteile Du für Dein Kapital erhältst
  • setzt eine Limitorder (damit vermeidest Du unliebsame Überraschungen)

Für einen Sparplan

  • wählst Du den entsprechnend ETF aus
  • legst eine Kategorie fest (bei Consors: Kind, Immobilie, etc)
  • gibst dem Sparplan einen Namen
  • legst das Sparintervall fest (bei Consors: monatlich, zweimonatlich, viermonatlich, halbjährlich)
  • legst fest, wann gespart werden soll (bei Consors: am 01. oder 15. des Monats)
  • legst fest, wann der Sparplan starten soll
  • optinal kannst Du ein Enddatum festlegen
  • gibst Deine Sparrate an (bspw. 100 Euro)
  • optional kannst Du eine Dynamik festlegen (um wie viel Prozent die Sparrate pro Jahr automatisch erhöht werden soll)
  • erteilst ein SEPA-Lastschriftmandat
  • gibst den TAN ein und bestätigst Deinen neuen Sparplan

 

5) Abwarten, Durchhalten und Dranbleiben!

Bis hierhin war es echt einfach!

Der schwierige Part folgt jetzt: Bleibe motiviert und bedenke, dass ein ETF (vor allem in Form eines Sparplans!) langfristig sein volles Potential entfaltet.

Es gilt Durststrecken durchzuhalten, selbstbewusst nachzukaufen und die Zeit für Dich arbeiten zu lassen.


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Als Paar einen ETF kaufen?

Habt Ihr Euch - wie wir - entschieden gemeinsam zu investieren werdet Ihr Euch fragen, ob es als Paar auch Sinn macht einen ETF zu kaufen.

Als Paar an der Börse zu investieren macht aus diversen Gründen - Kostenaufteilung, geteilter Rechercheaufwand, etc. - Sinn. Doch gemeinsam in einen ETF investieren?

Grundsätzlich sehen wir hierfür drei mögliche Anwendungsfelder:

  1. Gemeinsame Altersvorsorge
  2. Gemeinsame Vorsorge für den Nachwuchs
  3. Individuelle (Alters-)Vorsorge und Ausgleich

 

Gemeinsame Altersvorsorge

In Zeiten des Demografiewandels möchten sich viele Paare neben der gesetzlichen Rente, weitere Standbeine aufbauen.

ETF sind ein spannendes Instrument für die Altersvorsorge - egal ob für einen oder zwei Menschen. Investiert Ihr regelmäßig arbeitet der berühmte Zinseszins über Jahrzehnte für Euch.

Möchtet Ihr als Paar für Euer Alter vorsorgen, können ETF Euer Mittel der Wahl sein. Gemeinsam sucht Ihr die passenden Indizes für Euch aus und investiert gemeinsam.

Ihr könntet dabei die Höhe eurer monatlichen Sparraten Euren Gehaltseingängen anpassen. Gehört Euch das Depot 50:50 könnt Ihr etwaige Einkommensunterschiede so wunderbar ausgleichen - bei der gesetzlichen Rente lässt sich dies nicht entsprechend abbilden.

So sorgt Ihr bei gemeinsamen ETF-Investitionen fürs Alter nicht nur für Euch, sondern auch füreinander vor! Und was gibt es beruhigenderes als zu wissen, dass es dem Partner im Alter - ab einem gewissen Zeitpunkt eventuell auch alleine - wenigstens nicht an finanziellen Mitteln mangeln muss?

Voraussetzungen, um als Paar in ETFs zu investieren?

Ihr benötigt ein gemeinsames Depot!

Wir raten strikt davon ab, den gemeinsamen Sparplan über ein individuelles Depot laufen zu lassen.

Für eine geeignete Kontenstruktur, empfehlen wir Euch unseren Artikel zum Haushaltskonto.

 

Gemeinsame Vorsorge für den Nachwuchs

Früher wurde mit der Geburt des Kindes oft ein Sparbuch auf dessen Namen eröffnet. Dorthin wurde ein Teil des Kindergeldes oder Geldgeschenke der Großeltern, Tanten und Onkel gespart. Typisches Sparziel: Der Führerschein oder das Studium für den Nachwuchs.

Heute gibt es kaum noch Zinsen. Damit ist das Sparbuch obsolet geworden. Ein ETF auf die Weltwirtschaft erwirtschaftet ca. 7 % Rendite jährlich (mal mehr, mal weniger ;-)).

Ein ETF ist damit eine tolle Alternative, um für Euren Nachwuchs vorzusorgen. Denn: Auch hier wirkt der Zinseszins-Effekt. Investiert Ihr monatlich oder quartalsweise für Euer Kind bis dieses 18 Jahre alt wird, kommt eine stattliche Summe zusammen - ihr habt ja Zeit! Was möglich ist, hat der finanzglückliche Nico ausführlich vorgerechnet.

Am Besten ist natürlich, wenn das Geld mit 18 nicht sofort benötigt wird, sondern ein etwaiges schlechtes Börsenjahr ausgesessen werden kann.

Entscheidungen, die Ihr treffen müsstet

Spart Ihr für Euer Kind auf Eurem eigenen Depot? Oder richtet Ihr ein separates Depot für Euer Kind ein?

Zu dieser Entscheidung wird demnächst ein weiterer Artikel folgen. Beides trägt Konsequenzen mit sich.

 

Individuelle (Alters-)Vorsorge und Ausgleich

Gerade, wenn Kinder ins Spiel kommen, setzt auch in Zeiten von Emanzipation oft die Frau noch für einige Jahre im Job aus. Inzwischen stekcen mehr Männer in der Karriere zurück und die Partnerin verdient einige Jahre mehr Geld als der Mann.

Egal wie rum, wenn einer für die gemeinsame Familie beruflich zurücksteckt, bedeutet dies, dass er oder sie auch eine geringere Rentenzahlung erwarten kann.

Durch das Investment in einen ETF kann dieses Zurückstecken ausgeglichen werden. Zahlt der Partner für den geringer Verdienenden eine vereinbarte monatliche Summe in einen ETF-Sparplan ein, kann darüber eine kleine Zusatzrente aufgebaut werden.

Diese gleicht dann im Alter den Unterschied aus, der aufgrund der gemeinsamen Familienentscheidung entstanden ist.

 

Wann lieber nicht als Paar in einen ETF investieren?

Mittel- und kurzfristige Investitionen in ETF sind weder als Paar noch als Einzelperson empfehlenswert - bei Einzelaktien ist das Renditepotential deutlich höher. ETF entfalten ihr Potential besonders bei langfristigen Investments, wie die obigen Beispiele illustrieren.

Möchtet Ihr unabhängig voneinander bleiben und gemeinsame Investitionen im Zweifel schnell beenden, sind ETF zwar ebenso schnell wie Aktien verkauft. Aus Renditegesichtspunkten sind Einzelwerte für kurz- und mittelfristige Spekulationen als Paar jedoch interessanter.

Orderkosten sind bei ETF-Sparplänen vergleichsweise so gering, dass diese kein Argument sein sollten, um ausschließlich deswegen gemeinsam in ETFs zu investieren!

Als Paar gibt es für kurz- und mittelfristige Zeiträume deutlich bessere Investitionsmöglichkeiten als ETF-Käufe.

 

Fazit

Und was ist Dein Gefühl?

Ist doch gar nicht so schwer zu beginnen und den ersten ETF zu kaufen. Als Paar oder als kleine Familie stehen Euch einige Kombinationsmöglichkeiten offen.

Was ist jetzt zu tun? Wägt Eure Optionen ab, entscheided Euch zunächst für eine Variante und beginnt mit dem Investieren!

Für welche Variante habt Ihr Euch entschieden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Bei Fragen schickt uns eine Mail an info [at] beziehungs-investoren.de

Du hast Deine Motivation gefunden, einen ETF-Sparplan aufzusetzen? Hervorragend. Aber irgendwie willst Du mehr. Du hast Bock auch Einzelaktien zu handeln. Mit dem Schwester-Artikel "Dein Ultimativer Aktienguide: wie Du mit nur 1 Aktie die Börse verstehst" erweist Dir dabei gute Dienste!

 

 

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2 Gedanken zu „Ihr wollt einen ETF kaufen? Hier ist Euer ultimativer ETF-Guide!

  • 22. Juli 2018 um 13:51
    Permalink

    Ich finde den Einstieg in das Anlageuniversum an der Börse ist mit ETFs sehr leicht und man kann nicht viel falsch machen, wenn Mann einfach mit einem MSCI World startet.
    Das wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man sich traut anzufangen.
    Wenn einmal begonnen wurde zu investieren, lässt auch die Angst die viele haben sehr schnell nach und es kann sich wer will noch mehr mit der Börse beschäftigen.
    Sehr schöner Artikel, auch wenn er sehr umfangreich ist.

    Antworten
    • 22. Juli 2018 um 14:30
      Permalink

      Hallo Jan,
      da bin ich vollkommen bei Dir – das wichtigste ist echt einfach anzufangen. Wir haben auch irgendwann mal unsere ETF-Aufteilung festgelegt und diese dann einfach einige Monate bespart bevor nochmal eine Anpassung nötig wurde. Diese wären ohne das vorherige Anfangen jedoch gar nicht möglich gewesen, weil wir dadurch bereits so viel gelernt und verstanden haben, was für uns wichtige Kriterien sind.
      Freut uns, dass Dir der Artikel gefallen hat und wenn wir bald wieder von Dir lesen.
      LG
      Marielle

      Antworten

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