Digitale Bank: Wohin geht die Reise? | Transactions19

Gerade erst kam das Bundeskabinett zur Digital-Konferenz zusammen.  Einige Tage später berichtet Sascha Lobo auf der Transactions 19, dass die Glasfaseranbindung  /-verbreitung in Deutschland auf dem selben Level wie in Angola sei.

​Halt Stopp – Transactions? Was ist das denn nun für eine Veranstaltung? Und was hat diese mit einem Finanzblog zu tun?

Mit der Transactions 19 wurde ein ​neues Veranstaltungsformat geschaffen für die Payments- und Bankingbranche – der Tag in Offenbach ​am Main brachte die Vertreter und Experten der Branche sowie weitere Interessierte (zu denen auch wir gehörten) zusammen.

​Der Transparenz wegen sei an dieser Stelle gesagt, dass wir die Tickets zur Transactions 19 kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen haben und im Gegenzug diesen Artikel verfassen. Ein reguläres Ticket hätte 499 Euro (399 Euro im Vorverkauf) gekostet.

​Transactions19 – Was ist passiert?

Auf der Bühne fanden verschiedene Panel-Diskussionen und Keynotes statt. Jede einzelne Session war hochkarätig besetzt – so waren beispielsweise ​Sibylle Strack (Geschäftsführerin von Kontist), Dr. Reiner Brüggestrat (Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank) und Annette Siragusano (Leiterin der Unternehmenskommunikation der Comdirect Bank AG) im Panel rund um’s „Banking 3.0“ vertreten.

Die erste Keynote des Tages hielt ​Prof. Dr. Gunther Dueck zum Kern-Thema des Tages „Digitalisierung, Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Auswirkungen auf die Bank & Payment-Branche“.

Die letzte war ​vom Autor und Digitalisierungs-Experte Sascha Lobo, der einmal mehr bewiesen hat, dass er ​das Thema unterhaltsam und einprägend aufbereiten kann.

Zum Ausklang des Events wurde der Fintech-Award vergeben – in zwei Kategorien mit jeweils einem Jurypreis sowie einem Publikumspreis. Gewonnen haben:

​FinTech des Jahres 2019 (Jury): ​Klarna

​FinTech des Jahres 2019 (Publikum): ​N26

NewComer des Jahres 2019 (Jury): Trade Republic

NewComer des Jahres 2019 (Publikum): Tomorrow

Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an die Gewinner und auch alle anderen Nominierten!

Transaction 19 – Wie fanden wir die Veranstaltung?

Im Vorfeld konnten wir uns unter der Transactions 19 wenig vorstellen. Doch das Format erschien uns von Anfang an spannend und die Speaker überzeugten sowohl im Vorfeld als auch ​vor Ort. Denn jeder einzelne ist ein wahrer Experte seines Fachs und hat wertvollen Input zur Veranstaltung beigetragen.

​Es war sehr spannend zu sehen, wie weit die Technologien in anderen Ländern vorangeschritten sind. Den Januar verbringen wir in Malaysia und Thailand – mal sehen, ob wir den dargstellten Unterschied zwischen Asien und Europa merken werden.

​Für Deutschland und Europa sind solche Veranstaltungen wichtig. Die Transactions 19 hat es geschafft, Menschen zu vernetzen und einen Austausch anzuregen. Mit einem Shift von „was haben wir alles verpasst“ hinzu „wie können wir unsere Zukunft gestalten“ würde dem Ganzen die Krone aufsetzen.

​Der Sound

Die Location – der alte Stahlbau in Offenbach – war super weitläufig und gab der Transactions 19 einen passenden Rahmen. ​Darunter litt allerdings die Soundqualität, denn in den hinteren Reihen war es nur schwer möglich das Gesagte zu verstehen.

​Von einigen Speakern erfuhren wir im direkten Gespräch, dass sie sich selbst und die anderen Panelteilnehmer auf der Bühne kaum verstehen konnten.

​Vermutlich hätten Boxen rund um die Sitzplätze geholfen, das Verständnis zu erhöhen.

Und für alle, die nicht alles verstanden haben gibt es gute News: Die Diskussionen und Vorträge sollen nach und nach noch im paymentandbanking Podcast​ erscheinen und können so nachgehört werden.

Das Mindset

​Alle Veranstaltungspunkte hatten eins gemein: Sie legten die Probleme und Herausforderungen der Branche in Europa und Deutschland in Bezug auf bestimmte Bereiche sehr klar und nachvollziehbar dar.

Was uns fehlte waren adäquate Lösungsvorschläge. Vielleicht ist es ein typisch deutsches Mindset, Herausforderungen negativ zu sehen und ausführlich zu analysieren, was in der Vergangenheit alles falsch (oder fälschlicherweise nicht) gelaufen ist.

Doch um aus einer solchen Veranstaltung motiviert herauszugehen und zu wissen, was die nächsten Schritte sein sollten, braucht es Lösungsansätze und kreative Ideen für die Zukunft.

Davon wünschen wir uns nächstes Jahr definitiv mehr!

Transactions19 – Was nehmen wir mit?

Die Top Erkenntnisse aus dem Tag waren für uns:

  • Die Banking-Branche steht vor enormen Herausforderungen: ​veränderte Prioritäten der Kunden, Digitalisierung und wachsende Konkurrenz.
  • Die Payments-Möglichkeiten unterliegen einem rapiden Wandel und sind abhängig von kulturellen Gegebenheiten – es bleibt spannend, wann und ob wir in Deutschland das Bargeld durch Mobile Payment oder eine Weiterentwicklung davon ersetzen.

Darüber hinaus, war die Transactions 19 ein tolles Event für uns ​persönlich, die Payments- und Bankingsbranche noch genauer kennenzulernen. Es gab leckeres Essen, viele spannende und sympatische Menschen und sehr viel Fachwissen.

Für diejenigen innerhalb der Branche war es die perfekte Gelegenheit sich weiter zu vernetzen, über aktuelle Trends zu diskutieren und von anderen Experten zu lernen.

Unsere Empfehlung ist klar: Lasst die Transactions ​zu einer etablierten Veranstaltung ​heranwachsen – wir freuen uns schon auf die weiterentwickelte Transactions 20 und möchten viele von Euch dort treffen!

Essensideen für Zwei: Geld sparen mit einem Essensplan für eine Woche

Was kochen wir heute? Und was essen wir eigentlich morgen? Hast Du schon für die Woche eingekauft? Wie bitte, wir haben diesen Monat fast 500 Euro für Lebensmittel bezahlt?

Kennt Ihr eine oder alle dieser Fragen? Bei uns sind sie viel zu oft Thema in unserem Alltag. Damit ist jetzt Schluss. Denn wir helfen Dir, dass Ihr Euch keine davon mehr stellen müsst.

Wie das gehen soll?

Mit unserer Essenschallenge voller Essensideen für 2 – verpackt in einem 4-Wochen Essensplan für Paare und vier entscheidenden Tipps für einen gesunden, günstigen und abwechslungsreichen Speißeplan.

Essensplan für Paare

Worum geht’s bei der Essenschallenge?

Um die obigen Fragen ein für allemal zu klären, haben wir Anfang 2019 eine Essenschallenge ausgerufen.

Das Ziel
​​Mit einem 4 Wochenplan ​als Paar weniger als 333 Euro für ​Lebensmittel auszugeben und dabei gesund und abwechslungsreich zu speisen.

Doch wie schafft man es, günstig und gleichzeitig gesund zu essen

Essen wir jeden Tag zum Mittagessen eine Fertigpizza für 1,49 Euro und Abends eine Scheibe Brot mit Käse sind die 333 Euro keine Herausforderung. Besonders gut für unseren Körper wird das jedoch auch nicht sein. Um eine gute Balance zwischen Genuss und Preisbewusstsein zu erreichen, haben wir 4 Tipps für Euch gesammelt und in unserem Essensplan für Euch umgesetzt:

Lecker, gesund und günstig essen mit diesen Tipps

Tipp Nr. 1: Planung Eurer Mahlzeiten

Ein guter Plan für Eure täglichen Mahlzeiten ist der Schlüssel zum gesunden und sparsamen Essen.

Durch einen Esssensplan für eine Woche erspart Ihr Euch die tägliche Frage, nach einer passenden Essensidee. Dabei vermeidetIhr zu schnellen Fertiggerichten zu greifen, weil Euch nach dem anstrengenden Arbeitstag nichts besseres einfällt.

Zudem hilft ein Essensplan dabei, wirklich nur die Dinge einzukaufen, die für die geplanten Gerichte benötigt werden. Das spart Geld und minimiert gleichzeitig noch Abfälle.

Super, oder?

Zu Beginn der Essenschallenge haben wir einen Essensplan für vier Wochen aufgestellt. Erstellt haben wir das Ganze in Trello. Denn dort können wir Links zu Rezepten sowie Fotos aus unseren Kochbüchern ganz einfach ​speichern und die Gerichte hin und her schieben.

Diese Übersicht hat uns geholfen, Reste direkt für die Gerichte der Folgetage einzuplanen und einen Überblick zu behalten, sodass unsere Speißen abwechselungsreich sind.

Dabei haben wir darauf geachtet, dass es bei (fast) jeder Mahlzeit Gemüse (oder Obst) und nicht jeden Tag Fleisch gibt. ​Gemüse ist übrigens auch eine alternative Beilage zu Nudeln, Reis und Kartoffeln. Auch Salat ist eine hervorragende und leckere Beilage.

Ein weiterer Punkt auf dem Weg zu einem gesunden Essensplan war, dass wir mindestens einmal pro Woche Fisch einplanen wollten.

Zusätzlich gibt es jeden Morgen etwas Obst zum Frühstück, um direkt mit Vitaminen in den Tag zu starten. Schließlich gilt das Frühstück als die wichtigste Mahlzeit am Tag.

​Rezept​ unter ​8,00 ​Euro

Fisch, Spinat und Kartoffel

​Tipp Nr. 2: Einkaufen mit Liste 

​Basierend auf unserer Planung k​önnen wir für jede Woche eine Einkaufsliste erstellen. Denn durch den Einkauf mit einer solchen Liste, ist die Versuchung, zusätzliche Dinge zu kaufen deutlich geringer.

In den Supermarkt gehen und genau wissen, was gebraucht wird führt neben der Geldersparnis auch zu deutlichen Einsparungen bei der benötigten Zeit ​für den Einkauf. Schließlich kennt Ihr alle nötigen Zutaten​. Kein langes hin und her überlegen: Nudeln, Reis oder doch lieber Kartoffeln? Brauchen wir noch Salz? Und wir könnten auch mal wieder Salat essen!

​Kennst Du das auch?

Da entdeckt man hier und da etwas. Geht dann noch einmal zurück, denn zu dem ​tollen Fleisch braucht Ihr doch noch ein anderes leckere Gemüse als Beilage. Und das Eis im Angebot landet ohne Liste auch ​schnell im Einkaufswagen​.

Eine Einkaufsliste macht ​all dies einfacher. Daher haben wir für unseren 4 Wochenplan direkt noch die zugehörigen Listen erstellt.

Ein einmaliger Aufwand, der uns zukünftig immer wieder helfen wird!

Mit der Liste und dem ​Wochenplan ist es ​​völlig unnötig jeden Abend noch schnell in den Supermarkt zu gehen, um das nötigste zu holen. Ein ​großer Einkauf pro Woche reicht aus ​und durch eine Einkaufsliste spart Ihr ​Geld und Zeit!

​Rezept​ unter ​3,00 ​Euro

Gesunde Brokkoli-Suppe

Tipp Nr. 3: Kochmengen skalieren

Kocht Ihr ​mehr als zwei Portionen, spart ihr zusätzliches zum Geld ​auch Zeit. Denn natürlich benötigt Ihr für 6 anstelle von 2 Personen beim Chili con carne ​3x so viel Fleisch, Bohnen, Soße… dazu noch ein Brot. Allerdings könnt Ihr größere Packungen kaufen, die meist pro Gramm günstiger sind.

Beispiel: Die 500g Dose Kidneybohnen kostet weniger als doppelt so viel, wie die 250g Dose.

Kocht Ihr von solchen Gerichten mehr, habt Ihr am nächsten Tag weniger Aufwand oder könnt es noch für das Mittagessen verwenden. Denn einfaches Aufwärmen, geht um einiges schneller als der gesamte Kochvorgang.

Besonders Suppen – z. B. aus Kartoffeln – lassen sich toll einfrieren und ​in größeren Mengen vorbereiten. Durch unterschiedliche Kombinationen (bei einer Suppe kann dies ein Würstchen als Einlage oder ein Brot als Beilage sein) entsteht durch leichte Abwandlungen trotz des Vorkochens Eurer Mahlzeiten ein abwechslungsreicher Speiseplan.

In unserem Essensplan für Paare sind die Mengen für Gerichte, bei denen es sich anbietet mehr zu kochen, direkt angepasst und die entsprechenden Mahlzeiten und Reste ​für die kommenden Tage eingeplant. ​Spart Zeit, kostet weniger und schmeckt lecker.

​Rezept​ unter 5,50 Euro

Asiatisches Geschnetzeltes mit Reis

Tipp Nr. 4: Saisonale Produkte und Angebote nutzen

​Das Vorurteil, dass frische Küche gleich teuer ist, können wir nicht bestätigen. Der Trick ist, die frischen Zutaten zu wählen (besonders beim Gemüse und Obst), welche Saison haben ​und derzeit günstiger ​​sind.

Ob wir eine Kürbissuppe im Herbst oder Frühjahr gekocht haben, ob wir zu den Pfannkuchen Apfelmus oder frische Erdbeeren genießen oder ob wir das Geschnetzelte mit dem Putenfleisch aus dem Angebot oder dem Bio-Hähnchen frisch von der Metzgertheke wählen – all diese Entscheidungen haben einen großen Einfluss auf die Preise unserer Mahlzeiten.

Doch egal, wie wir uns in diesen Fällen entscheiden – ​ob wir die teurere oder günstigere Variante wählen – eine abwechslungsreiche und gesunde Küche ist uns gewiss.

​Wir empfehlen Gemüse und Früchte, die keine Saison haben links liegen zu lassen oder auf die Tiefkühl-Variante zurückgreifen. Denn wie wir ​wissen: Direkt nach der Ernte schockgefrostet, ist oft gesünder als weit gereiste, ausgefallene Früchte, die dann auch noch viel teurer sind.

​Daher: ​Clever einkaufen und flexibel kombinieren für ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für 333 Euro 4 Wochen essen

​Fazit zum Essensplan für Zwei

Bestimmt hast Du schon gemerkt: Dieser Artikel ist etwas anders als sonst. ​Es geht nicht um ein abstraktes Problem, ein theoretisches Vorgehensmodell oder hoch-emotionale Beziehungstipps.

Mit unserem Essensplan für Paare haben wir ein ganz praktisches Problem unseres Alltags gelöst!

Wir essen endlich kostengünstig und gesund ohne, dass wir jeden Tag erneut darüber nachdenken müssen.

Durch die Dokumentation aller Rezepte haben wir unser eigenes kleines Rezeptbuch geschaffen. Und damit sparen wir jeden Monat Geld und vor allem eine Menge Zeit!

Erhalte den ​kompletten Essensplan für ​5 Tage – mit allen Rezepten ​unter ​55 Euro für 2 Personen:

Im Anschluss erhältst Du unseren Newsletter und bleibst auf dem Laufenden!

Der Praxistest ist bereits gelaufen – alle Gerichte sind gekocht, wir haben nach unseren Einkaufslisten eingekauft und bewiesen, dass wir unter 333 Euro bleiben und dennoch super lecker essen können.

​Diesen Essensplan teilen wir auch mit Euch per E-Mail! ​Wie bei den obigen Rezept-Beispielen, werdet Ihr für jedes Gericht erfahren, in welcher Preiskategorie es sich befindet und was Ihr für die Zubereitung benötigt.

Meldet Euch an für den ​kostenlosen 5-Tage ​Essensplan per E-Mail. Dann erhältst Du jeden Tag einen Rezeptvorschlag, verschiedene günstige Frühstücksideen und zusätzlich Einkaufs- und Spartipps. ​Seit dabei und iss mit uns jederzeit lecker und günstig!

​Oder sichere Dir sofort den gesamten Plan für 4 Wochen mit allen Rezepten für 9,99 ​Euro​.

Einsam statt Zweisam auf der gemeinsamen Reise

Ihr wollt einen ETF kaufen? Hier ist Euer ultimativer ETF-Guide!

Sparbuch? Gibt doch in 2021 ohnehin keine Zinsen für die Anleger – und das seit vielen Jahren!

Gesetzliche Rente? Bekommst Du zwar, die Höhe und die Kaufkraft sind jedoch ungewiss! 

Was tun? Einen ETF kaufen!

Am besten jeden Monat 25 Euro in Eure Geldanlage sparen und Dein eigenes ETF-Depot aufbauen. Das ist der Tipp, den Dir Finanzzeitschriften, Bekannte und Finanzblogger gerne geben.

Doch wie machst Du das überhaupt? Als Geldanlage einen ETF kaufen? Die für Dich passende ETF Anlage mit einer guten Rendite finden? Und beim richtigen Anbieter Deinen ersten passiven Fonds kaufen? Und was bringen ETFs an Möglichkeiten für Euch als Paar gemeinsam zu investieren? 

Fragen, die viele vom guten Plan in ETFs zu investieren ziemlich schnell wieder abbringen. 

Alles über ETF kaufen

Damit es bei Euch anders läufst und Ihr die Wertentwicklung Eurer Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen könnt, gibt es heute den ultimativen ETF-Guide für Euch!

Diesen ultimativen ETF Guide, um Deine ersten ETFs zu kaufen, hat Marielle für Dich verfasst.

Was ist ein ETF und wieso solltest Du ihn kaufen?

Frage Nummer 1 beantworten Dir diverse Finanzseiten und -bloggerkollegen umfassend. Als absolutes Standardwerk in Print-Form empfehlen wir gerne den Klassiker vom ETF-Papst Dr. Gerd Kommer „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“*. Dieses Buch gibt es inzwischen in mehreren Auflagen und es ist auch in 2021 definitiv noch aktuell – allerdings auch ein wenig trocken geschrieben für manchen Geschmack 😉 

Daher unsere 3-Sätze Erklärung, die für heute ausreichen soll:

  1. Ein ETF ist ein an der Börse gehandelter Indexfonds, der darauf abzielt die Wertentwicklung eines Index für den Anleger nachzubilden.
  2. Er steht mit seinen Eigenschaften zwischen aktiv (durch Fondsmanager) gemanageten Investmentfonds und Einzelaktien.
  3. Mit Deiner Investition in einen ETF streust Du folglich Dein Investment (bei einem Aktienindex bspw. in eine Vielzahl von Aktien oder bei einem Anleihenindex in ganz viele verschiedene Anleihen) und profitierst aufgrund des passiven Management des Fonds von deutlich geringeren Kostenstrukturen sowie der Möglichkeit jederzeit genau zu wissen, welche Einzelwerte Teil Deines Portfolios sind.

Hast Du ein Wort in den 3 Sätzen verstanden? Nein? Macht nichts. So ging es uns zu Beginn auch. Daher hier nochmal in einfachen Worten:

  1. Ein ETF bildet einen Index ab. Ein Index ist beispielsweise der DAX (Deutscher Aktien Index), der aus den 30 größten, deutschen Unternehmen besteht. Kaufst Du einen ETF, der den DAX abbildet, wäre es so als würdest Du Wertpapiere aller 30 DAX-Unternehmen gleichzeitig kaufen. Nur gehören Dir keine Anteile am Unternehmen sondern an dem Indexfonds, der diese Anteile zusammenfasst.
  2. Welche Aktien im ETF abgebildet sind, ergibt sich durch den Index. Alle Indizes (die Mehrzahl von Index) haben bestimmte Regeln: Im DAX können nur die 30 größten, deutschen Unternehmen vertreten sein. Hingegen wählt ein Fondsmanager eines aktiv gemanagten Investmentfonds die Aktien nach seinen eigenen Kriterien aus. Dadurch fallen zusätzliche Bearbeitungsgebühren und Provision für aktive Fonds an, die bei einem ETF nicht vorhanden sind. Im Vergleich zu Einzelaktien investierst Du bei einem ETF in ein Aktienbündel – beim DAX eben in ein Bündel mit 30 Unternehmen.
  3. Jetzt verstehst Du auch den dritten Satz, oder?

Für mehr Details empfehlen wir Dir eine kurze Internet-Recherche zu Fonds – die Frage wurde bereits ausführlich an vielen Stellen beantwortet. Ganz vorne mit dabei ist der größte ETF-Verfechter unter den Bloggern – der Finanzwesir mit seiner ausführlichen Erklärung, die wir Dir sehr empfehlen können.

ETF-Konto

 

Auf welche Kriterien kommt es beim ETF an?

Auf dem Weg zum richtigen ETF gibt es eine Vielzahl an Kriterien, nach denen Du filtern und entscheiden kannst. Die Fragen, die Du Dir stellen kannst, sind:

 

1) Ist der ETF groß und alt genug?

In jedem Anlageprospekt zu angebotenen ETFs erkennst Du schnell, seit wann es diesen ETF gibt und wie hoch das Gesamtvolumen des Fonds ist. Dein Broker ist verpflichtet, Dir diesen Anlageprospekt zum Download anzubieten. 

Bis ca. 10 Millionen Euro Volumen des Fonds ist ein ETF eher klein. Und wie es immer so ist: Je größer der Fonds desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF geschlossen wird, da er unrentabel für den Anbieter wird.

Aus dem Alter der ETFs wiederum können Anleger abschätzen, wie lange die Fonds bereits „funktionierten“. Ein gerade erst 2021 aufgesetzter Indexfonds würde beispielsweise nicht den Weg in unser Depot finden. 

Beides sind Kriterien, bei denen Du Deine Grenzwerte und Mindestgrößen als Anleger individuell bestimmen kannst – es kommt darauf an mit wie viel Risiko für Deine Anlage Du Dich wohl fühlst.

 

2) Schüttet der ETF aus oder reinvestiert er?

Wenn Du bereits Einzelaktien, Anleihen oder Fonds besitzt kennst Du diese Unterscheidung bereits:

Möchtest Du Dividenden, die Dein Investment erzielen ausgeschüttet bekommen und Dich dadurch weiter motivieren lassen?

Oder präferierst Du, dass Deine Rendite direkt im ETF wieder angelegt wird, sodass Du Dich nicht jedes Jahr wieder um die Versteuerung und Wiederanlage des Betrages kümmern musst?

Die Fachbegriffe dahinter? Ersteres ist ein ausschüttender ETF und die zweite Variante findest Du bei thesaurierenden ETFs. 

Auch hier gibt es kein besser oder schlechter – Es kommt darauf an, was in Deiner Situation passender ist.

 

3) Wer steckt hinter diesem ETF?

Für die relevantesten Märkte (und damit Indizes) gibt es mehrere Anbieter, die im Großen und Ganzen dasselbe abbilden.

Comstage, iShares, Deutsche Bank, Lyxor sind die bekanntesten Anbieter und bei fast jedem Broker erhältlich – daneben gibt es viele weitere! Schau Dir an, worin sich die ETFs der Anbieter unterscheiden. Lege fest, welche Kriterien für Dich entscheidend sind. Und entscheide dann, welchem Anbieter Du vertrauen möchtest.

 

4) Ist der ETF sparplanfähig?

Möchtest Du den ETF nicht nur einmalig kaufen, sondern hast vor über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu sparen? Dann solltest Du prüfen, ob der ETF bei Deiner Depot-Bank sparplanfähig ist.

Das spart Dir eine Menge Orderkosten. Durch monatliche oder vierteljährliche Investitionen in den ausgewählten ETF streust Du das Risiko zum „genau falschen Zeitpunkt“ zu investieren und erreichst einen besseren Durchschnittskostenpreis.

Zudem ist regelmäßiges Besparen eines Fonds für einen Großteil der Anleger motivierender. Du kannst mit geringen Beträgen von meist 25 Euro monatlich starten und sorgst dafür langfristig dran zu bleiben.

 

5) Wie sieht es mit den Gebühren des ETF aus?

Die Kosten von ETFs sind aufgrund des passiven Management-Ansatzes im Allgemeinen deutlich geringer als bei aktiven Fonds. Das ist schon einmal super.

Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen den Anbietern und Märkten, die über die Gebühren der Broker und ETFs abgebildet werden.

Die Gesamtkosten des ETFs setzen sich zusammen aus der dem Total Expense Ratio (TER), der bei einem ETF in der Regel zwischen 0,2 und 0,8 % pro Jahr liegt, und den Orderkosten Deiner Depotbank.

Die Unterschiede in den Gesamtkosten zwischen den unterschiedlichen ETFs sind schlussendlich meist nicht groß – einen Blick sind sie wert, jedoch lohnt es bei den geringen Differenzen kaum, die Gebühren als Kriterium zu priorisieren.

 

6) Wie gestaltet sich die Replikationsmethode des ETF?

Jetzt wird’s kompliziert – aber keine Sorge. Replikationsmethode klingt schlimmer als es ist.

Schlussendlich hat der ETF-Anbieter drei Möglichkeiten seine Wertpapiere für Anleger kaufensfähig zu machen:

1) Physische Replikation:

Die genaue Nachbildung des Indexes, was bedeutet, dass alle Aktien, die im Index enthalten sind tatsächlich gekauft werden. Und das im selben Verhältnis, wie sie auch im Index vertreten sind.

2) Sampling:

Einzelne Aktien sollen den ganzen Index abbilden. Der Index besteht bspw. aus 1000 verschiedenen Wertpapiere, der ETF investiert jedoch nur in die Hälfte davon und geht davon aus, dass bspw. die 6 verschiedenen Auto-Aktien des Portfolios auch durch 2 davon abgebildet werden können. Die Auswahl erfolgt so, dass der ETF möglichst identisch wie der eigentliche Index verläufst.

3) Synthetische Nachbildung:

Durch Swaps (Tauschgeschäfte) wird der Index nachgebildet, ohne die enthaltenen Aktien überhaupt zu besitzen. Dies darf der Anbieter nur mit maximal 10 % des Volumens des Fonds machen – denn das Risiko ist deutlich höher. Dafür erhält der Anleger meist eine genauere Abbildung des Index-Verlaufes.

Über die Vor- und Nachteile der drei Möglichkeiten ließen sich ebenfalls zahllose Artikel schreiben. Auch hier möchten wir gerne wieder auf unsere Bloggerkollegen und natürlich Dr. Gerd Kommer verweisen.

Die Replikationsmethode kann ein Kriterium für Anleger und Deine Auswahl sein. Muss sie jedoch nicht!

Die Entscheidung für einen bestimmten ETF triffst Du am Ende aus einer Kombination dieser und eventueller zusätzlicher individueller Kriterien. Die entscheidende Frage ist jedoch:

In welchen Markt – die Welt, Europa, Nordamerika, Asien, Emerging Markets oder eine bestimmte Unternehmensgröße – möchtest Du anlegen?

Die entscheidenden Fragen, bevor Du Deinen ersten ETF Kauf tätigst!

Viel wichtiger als alle Vor- und Nachteile des einzelnen ETFs genau zu analysieren, ist es, dass Du vor Deinem ersten ETF-Kauf die folgenden Fragen mit einem klaren Ja! beantwortest:

 

1) Bist Du liquide?

In ETFs oder jegliche andere Börsen-Produkte zu investieren macht erst Sinn, wenn Du eine Liquiditätsreserve aufgebaut hast. Das heißt: Ersparnisse sind elementar!

Ein Fonds oder ETF zu kaufen, ist weniger risikobehaftet als Einzelaktien – das stimmt. Allerdings unterliegen auch diese Produkte Schwankungen, wenn auch geringeren.

Alles Geld, das Du für die kaputte Waschmaschine oder einen plötzlichen Arbeitsplatzverlust in einem gewissen Zeitraum in der Zukunft brauchen wirst, gehört keinesfalls in einen ETF investiert.

Dieses Geld gehört auf Dein Tagesgeldkonto und dient als Dein Sicherheitspuffer!

Hast Du darüber hinaus etwas übrig? Und das auch noch jeden Monat?

Super – dann bist Du bereit für Deinen ersten ETF-Kauf!

 

2) Bist Du – in gewissem Maße – risikoaffin?

ETF werden häufig als risikolos im Vergleich zu Einzelaktien hingestellt. Das sind sie jedoch keineswegs. Das Ausfallrisiko für die Anleger ist zwar sehr gering. Die Schwankungen, die an der Börse nun einmal normal sind, können aber durchaus langen Atem fordern!

Deshalb gilt: An der Börse – und auch beim ETF kaufen – wird nur das Geld investiert, auf das Du im Alltag verzichten kannst. Geld, das im kommenden Jahr für den Autokauf benötigt wird, gehört nicht an die Börse!

 

3) Fühlst Du Dich wohl?

Hast Du das Gefühl, dass Du verstanden hast, was der ETF macht, den Du ausgeguckt hast?

Wenn alle Unklarheiten beseitigt sind und Du das Produkt einer anderen Person gut erklären kannst – beispielsweise Deinem Partner – dann hast Du es ausreichend verstanden und der Wohlfühlfaktor kann eintreten.

Bist Du überzeugt, den richtigen ETF für Dich gefunden zu haben? Super, vermutlich fühlst Du Dich schon viel wohler . Um langfristig an einer Strategie festhalten zu können, ist es unerlässlich, dass Du Dich damit wohl fühlst.

Also erst starten, wenn Du auch hier Ja sagen kannst 🙂

Euch fehlt noch der nötige Überblick für einen ETF?

Mit unserem Workbook bringt Ihr Ordnung in Eure Finanzen. Ihr Findet unter anderem heraus, an welcher Stelle Ihr sparen könnt, um dieses Geld zu investieren – beispielsweise durch eine ungenutzte Mitgliedschaft.

Verschafft Euch endlich einen Überblick Eurer Finanzen und erhaltet gratis den Finanzplaner für Paare kostenlos dazu.

Schritt für Schritt: Wie Du Deinen ersten ETF kaufst

Jetzt aber mal ganz konkret. Was musst Du unternehmen, um Deinen ersten ETF zu kaufen?

Eine komprimierte Schritt für Schritt Anleitung für den ersten ETF-Kauf haben wir Dir angekündigt – hier bekommst Du sie:

In nur 5 Schritten wirst Du Deinen ersten ETF kaufen – versprochen!

Ersten ETF kaufen

1) Festlegen, welchen Betrag Du anlegen möchtest

Hierzu gehört zu entscheiden, ob Du Dein Geld einmalig anlegen oder mittels eines monatlichen festen Betrags den ETF besparen möchtest.

Sparpläne beginnen bei den meisten Depotbanken ab 25 Euro Anlagebetrag im Monat. Selbstverständlich kannst Du auch den monatlichen Gesamtbetrag auf 2 oder mehr ETFs für verschiedene Märkte aufteilen.

Prüfe genau, wie viel Geld Du aktuell oder monatlich entbehren kannst und lege so Deinen individuellen Anlagebetrag fest.

 

2) ETF auswählen

Anhand der beschriebenen Kriterien, unzähligen Berichten und der Verkaufsprospekte der verschiedenen ETF kannst Du Deine Entscheidung fundiert treffen.

Wichtig: Ewige Recherche wird Dich im Zweifel nur mehr verwirren als erhellen.

Daher unser Tipp: Entscheide Dich zuerst, in welchen Markt Du investieren möchtest und lege dann 2-3 Kriterien fest, auf deren Basis Du die verschiedenen Angebote vergleichen möchtest.

So wird es einfacher – bei wenigen Prozenten Unterschied, ist es deutlich wichtiger zeitnah durchzustarten als jedes Detail im Vorfeld auswendig zu kennen.

 

3) Depotbank auswählen

Typischerweise bieten die verschiedenen Depotbanken unterschiedliche Konditionen für einzelne ETF-Anbieter an. Je nach ETF kann es also Sinn machen, Dein Depot bei einer anderen Bank zu eröffnen. Neben den Gebühren sind auch die Bedienbarkeit und andere Kriterien wichtig für Deine Entscheidung für oder gegen eine Bank – wie bei der Eröffnung eines „normalen“ Bankkontos auch. 

Wenn Du bereits ein Depot bei einem Broker hast, macht es Sinn Schritt 2 und 3 zu tauschen – es kann die ETF-Auswahl einschränken, wenn Du weißt, dass Du bei Deinem bisherigen Depot bleiben und kein zusätzliches eröffnen möchtest.

Ein weiteres Depot – nur aufgrund minimal geringerer Gebühren – zu eröffnen? Überlege Dir, ob der Aufwand sich wirklich lohnt.

Wir selbst kaufen unsere ETFs bei der Consorsbank und für unseren Babyinvestor bei der Comdirect Bank in einem Junior-Depot* – bei Fragen, kontaktiert uns gerne!

 

4) Order oder Sparplan einrichten

Depot eröffnet, ETF entschieden, Betrag steht?

Super, dann gilt es jetzt nur noch den Sparplan (oder die Einzelorder) einzurichten.

Für eine Einzelorder

  • wählst Du den entsprechenden ETF aus
  • rechnest Dir aus wie viele Anteile Du für Dein Kapital erhältst
  • setzt eine Limitorder (damit vermeidest Du unliebsame Überraschungen)

Für einen Sparplan

  • wählst Du den entsprechnend ETF aus
  • legst eine Kategorie fest (bei Consors: Kind, Immobilie, etc)
  • gibst dem Sparplan einen Namen
  • legst das Sparintervall fest (bei Consors: monatlich, zweimonatlich, viermonatlich, halbjährlich)
  • legst fest, wann gespart werden soll (bei Consors: am 01. oder 15. des Monats)
  • legst fest, wann die Geldanlage starten soll
  • optinal kannst Du ein Enddatum festlegen
  • gibst Deine Sparrate an (bspw. 100 Euro)
  • optional kannst Du eine Dynamik festlegen (um wie viel Prozent die Sparrate pro Jahr automatisch erhöht werden soll)
  • erteilst ein SEPA-Lastschriftmandat
  • gibst den TAN ein und bestätigst Deine neue Order

 

5) Abwarten, Durchhalten und Dranbleiben!

Bis hierhin war es echt einfach!

Der schwierige Part folgt jetzt: Bleibe motiviert und bedenke, dass ein ETF (vor allem in Form einer kontinuierlichen Anlage Deines Geldes!) langfristig sein volles Potential entfaltet.

Es gilt Durststrecken durchzuhalten, selbstbewusst nachzukaufen und die Zeit für Dich arbeiten zu lassen.

 

Als Paar einen ETF kaufen?

Habt Ihr Euch – wie wir – entschieden gemeinsam zu investieren werdet Ihr Euch fragen, ob es als Paar auch Sinn macht einen ETF zu kaufen.

Als Paar an der Börse zu investieren macht aus diversen Gründen – Kostenaufteilung, geteilter Rechercheaufwand, etc. – Sinn. Doch gemeinsam ETFs besparen?

Grundsätzlich sehen wir hierfür drei mögliche Anwendungsfelder:

  1. Gemeinsame Altersvorsorge
  2. Gemeinsame Vorsorge für den Nachwuchs
  3. Individuelle (Alters-)Vorsorge und Ausgleich 

Gemeinsame Altersvorsorge

In Zeiten des Demografiewandels möchten sich viele Paare neben der gesetzlichen Rente, weitere Standbeine aufbauen.

ETF sind ein spannendes Instrument für die Altersvorsorge – egal ob für einen oder zwei Menschen. Investiert Ihr regelmäßig arbeitet der berühmte Zinseszins über Jahrzehnte für Euch.

Möchtet Ihr als Paar für Euer Alter vorsorgen, können ETF Euer Mittel der Wahl sein. Gemeinsam sucht Ihr die passenden Indizes für Euch aus und investiert gemeinsam.

Ihr könntet dabei die Höhe eurer monatlichen Sparraten Euren Gehaltseingängen anpassen. Gehört Euch das Depot 50:50 könnt Ihr etwaige Einkommensunterschiede so wunderbar ausgleichen – bei der gesetzlichen Rente lässt sich dies nicht entsprechend abbilden.

Altersvorsorge mit ETF

So sorgt Ihr bei gemeinsamen ETF-Investitionen fürs Alter nicht nur für Euch, sondern auch füreinander vor! Und was gibt es beruhigenderes als zu wissen, dass es dem Partner im Alter – ab einem gewissen Zeitpunkt eventuell auch alleine – wenigstens nicht an finanziellen Mitteln mangeln muss?

Voraussetzungen, um als Paar in ETFs zu investieren?

Ihr benötigt ein gemeinsames Depot!

Wir raten strikt davon ab, den gemeinsamen Sparplan über ein individuelles Depot laufen zu lassen.

Für eine geeignete Kontenstruktur, empfehlen wir Euch unseren Artikel zum Haushaltskonto.

 

Gemeinsame Vorsorge für den Nachwuchs

Früher wurde mit der Geburt des Kindes oft ein Sparbuch auf dessen Namen eröffnet. Dorthin wurde ein Teil des Kindergeldes oder Geldgeschenke der Großeltern, Tanten und Onkel gespart. Typisches Sparziel: Der Führerschein oder das Studium für den Nachwuchs.

Heute gibt es kaum noch Zinsen. Damit ist das Sparbuch obsolet geworden. Ein ETF auf die Weltwirtschaft erwirtschaftet ca. 7 % Rendite jährlich (mal mehr, mal weniger ;-)).

Ein ETF ist damit eine tolle Alternative, um für Euren Nachwuchs vorzusorgen. Denn: Auch hier wirkt der Zinseszins-Effekt. Investiert Ihr monatlich oder quartalsweise für Euer Kind bis dieses 18 Jahre alt wird, kommt eine stattliche Summe zusammen – ihr habt ja Zeit! Was möglich ist, hat der finanzglückliche Nico ausführlich vorgerechnet.

Am Besten ist natürlich, wenn das Geld mit 18 nicht sofort benötigt wird, sondern ein etwaiges schlechtes Börsenjahr ausgesessen werden kann.

Ihr wollt auch für Euren Nachwuchs anlegen?

Wir selbst investieren in zwei ETFs für unseren Babyinvestor mit dem kostenlosen Junior-Depot der Comdirect*

Entscheidungen, die Ihr treffen müsstet

Spart Ihr für Euer Kind auf Eurem eigenen Depot? Oder richtet Ihr ein separates Depot für Euer Kind ein?

Außerdem stellt sich die Frage nach dem Broker – nicht alle Depotbanken bieten überhaupt ein Junior-Depot an. Vielleicht braucht Ihr dies aber auch gar nicht. 

Zu diesen Entscheidungen wird demnächst ein weiterer Artikel folgen. Beides trägt Konsequenzen mit sich.

 

Individuelle (Alters-)Vorsorge und Ausgleich

Gerade, wenn Kinder ins Spiel kommen, setzt auch in Zeiten von Emanzipation oft die Frau noch für einige Jahre im Job aus. Inzwischen stecken mehr Männer in der Karriere zurück und die Partnerin verdient einige Jahre mehr Geld als der Mann.

Egal wie rum, wenn einer für die gemeinsame Familie beruflich zurücksteckt, bedeutet dies, dass er oder sie auch eine geringere Rentenzahlung erwarten kann.

Durch das Investment in ETFs kann dieses Zurückstecken ausgeglichen werden. Zahlt der Partner für den geringer Verdienenden eine monatliche Summe in ETFs ein, kann eine kleine Zusatzrente aufgebaut werden.

ETF-Konto

Diese gleicht dann im Alter den Unterschied aus, der aufgrund der gemeinsamen Familienentscheidung entstanden ist.

 

Wann lieber nicht als Paar in einen ETF investieren?

Mittel- und kurzfristige Investitionen in ETFs sind weder als Paar noch als Einzelperson empfehlenswert – bei Einzelaktien ist das Renditepotential deutlich höher. ETF entfalten ihr Potential besonders bei langfristigen Investments der Anleger, wie die obigen Beispiele illustrieren.

Möchtet Ihr unabhängig voneinander bleiben und gemeinsame Investitionen im Zweifel schnell beenden, sind ETF zwar ebenso schnell wie Aktien verkauft. Aus Renditegesichtspunkten sind Einzelwerte für kurz- und mittelfristige Spekulationen als Paar jedoch interessanter.

Ordergebühren sind bei ETF-Sparplänen vergleichsweise so gering, dass diese kein Argument sein sollten, um ausschließlich deswegen gemeinsam in ETFs zu investieren!

Als Paar gibt es für kurz- und mittelfristige Zeiträume deutlich bessere Investitionsmöglichkeiten als ETF-Käufe.

 

Fazit zum ersten ETF-Kauf als Paar oder alleine

Und was ist Dein Gefühl?

Ist doch gar nicht so schwer zu beginnen und den ersten ETF zu kaufen. Als Paar oder als kleine Familie stehen Euch einige Kombinationsmöglichkeiten offen.

Was ist jetzt zu tun? Wägt Eure Optionen ab, entscheidet Euch zunächst für eine Variante und beginnt mit dem Investieren!

Für welche Variante habt Ihr Euch entschieden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Bei Fragen schickt uns eine Mail an info [at] beziehungs-investoren.de

Du hast Deine Motivation gefunden, einen ETF-Sparplan aufzusetzen? Hervorragend. Aber irgendwie willst Du mehr. Du hast Bock auch Einzelaktien zu handeln. Mit dem Schwester-Artikel „Dein Ultimativer Aktienguide: wie Du mit nur 1 Aktie die Börse verstehst“ erweist Dir dabei gute Dienste!

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Haushaltskonto: Unser Kontenmodell für eine faire und gleichberechtigte Beziehung

Unkraut.

Die unliebsamen Pflanzen sprießen so schnell aus dem Boden wie Sebastian Vettel um die Kurve fährt. Deine einzige Möglichkeit? Beete anlegen und Dich um Deinen Garten kümmern.

Früher war das noch einfacher, da hattest Du lediglich ein paar Pflänzchen in einem Kübel auf Deinem Balkon.

Doch seitdem Ihr in das neue Haus gezogen seid, steht viel mehr Grünzeug im Garten hinter den eigenen vier Wänden.

Wenn Dir ein Gärtner zu teuer ist und nicht alles zuwuchern soll, dann musst Du Dich darum kümmern.

Genau so sieht es auch mit Euren Finanzen aus:

Garten und Finanzen

Als Du noch alleine gelebt hast, war das kein Problem. Du hattest ein Konto, vielleicht auch zwei oder drei.

Mit einem gemeinsamen Haushalt, der doppelten Anzahl an Konten und der Ungewissheit was die Zukunft bringt, kann aus dem kleinen Durcheinander ein problematisches Chaos werden.

Doch wie bekommt Ihr diese Vergrößerung in den Griff und wir könntet Ihr der chaotischen Situation vorbeugen?

Wir stellen Euch unser Haushaltskonto-System vor und erklären Schritt für Schritt unseren Aufbau für eine faire und (finanziell) erfolgreiche Beziehung!

Diesen Artikel hat Mike für Dich verfasst.

Der richtige Kniff für Euer Haushaltskonto

Die Organisation der Kontenstruktur kann eine Herausforderung für Single-, Paar- oder Familienhaushalte sein. Mehr Haushaltsmitglieder bedeutet in den meisten Fällen auch mehr Konten. In der Literatur wirst Du immer wieder das 6-Konten-Modell oder ähnliche Vorschläge für die finanzielle Organisation in der Beziehung finden.

Mehrere Konten bergen die Gefahr, dass zu viel Geld ausgegeben wird, da wir unser eigenes Vermögen überschätzen.

Dazu hat Claudia Hammond in Ihrem lesenswerten Buch Erst denken, dann zahlen* eine Vielzahl an Studien dargelegt.

Selbst bei drei Konten geht die Übersicht flöten und wir geben mehr Geld aus als wenn wir lediglich ein einziges Konto hätten.

Doch, wenn wir uns mit einem Girokonto ohne oder gar negativ Zinsen nicht begnügen wollen, benötigen wir mehrere Konten.

Doch wie können wir diese Zwickmühle auflösen?

Hosen runter: Unsere Struktur unseres Haushaltskontos

Schon im Artikel Vermögen aufbauen: 12 Schritte zu organisierten Finanzen in Eurer Beziehung haben wir auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hingewiesen, welche grundlegenden Varianten es für organisierte Finanzen als Paar geben könnte.

Heute zeigen wir Euch, wie sich unser Konten-System über den Verlauf unserer Beziehung entwickelt hat – so könnt Ihr für Euch, das Modell entwickeln, das für Eure individuelle Situation am besten passt:

Unsere Basis – Haushaltskonto Stufe 1

Wir haben uns individuell für ein drei Kontensystem entschieden: Jeder hält ein Geldeingangs- und Rücklagenkonto und gemeinsam führen wir ein Geldausgangskonto.

Kontenstruktur als Paar

Unser Gehalt und sonstige Einkünfte landen auf dem jeweiligen Geldeingangskonto.

Von diesem zweigen wir etwa 50 % ab und packen diesen Betrag in unsere individuelle Rücklage – direkt am Monatsanfang. Dies ist unsere Versicherung bei Arbeitslosigkeit oder sonstigen Zwischenfällen des Lebens genügend Geld für laufende Fixkosten zu besitzen.

Weitere 20 % fließen auf unser gemeinsames Ausgabenkonto. Davon zahlen wir Miete, Essen, Internet, gemeinsame Versicherungen, Rundfunkgebühren, gemeinsame Freizeitaktivitäten und sonstigen Konsum.

Die übrigen 30 % unseres monatlichen Einkommens stehen für individuelle Ausgaben zur Verfügung oder werden in Schritt 2 für Investitionen genutzt.

Mit diesem Kontenmodell begannen wir, nachdem die Zettelwirtschaft und gegenseitiges Aufrechnen nicht mehr funktioniert haben. Seit Beginn nutzen wir das kostenlose Girokonto der DKB und sind hochzufrieden mit den Leistungen und der Freiheit, die es uns in unseren Finanzen bietet.

Dort bekommen wir zu unserem Girokonto eine kostenlose Kreditkarte, welche gleichzeitig als Tagesgeldkonto fungiert und als unser individuelles Rücklagenkonto herhält. Beide haben mit individuellen Log-In Daten Zugriff auf individuelle Konten sowie das gemeinsame Konto.

Ihr wollt auch ein Gemeinschaftskonto anlegen? Das kostenlose Konto der DKB empfehlen wir sehr gerne weiter: Das Konto für zwei – DKB-Cash Gemeinschaftskonto*

Individuelle Investitionen – Haushaltskonto Stufe 2

Im zweiten Schritt kamen bei uns individuelle Investitionen hinzu als wir in unseren Jobs durchstarteten und nicht mehr von Studentenjobs leben mussten.

Zur Vereinfachung habe ich unsere Sparpläne mit in diesen Schritt aufgenommen.

Finanzen als Paar organisieren

Wenn Du unseren Blog aufmerksam liest, weißt Du, dass unsere Sparpläne erst Ende 2015 das Licht der Welt erblickt haben. Unsere individuellen Investitionen laufen hingegen eine geraume Zeit länger.

Heute würden wir direkt mit dem Investieren mittels ETF-Sparplänen beginnen, weshalb dieser Aufbau durchaus sinnvoll ist und das Depot vorher nicht benötigt wird.

Für Schritt 2 haben wir 20 % unserer Sparquote aus den Rücklagen in unser ETF-Depot verschoben.

Da wir von unseren 30 % – welche im ersten Schritt auf dem Eingangskonto verweilten – weit über die Hälfte übrig hatten, entschlossen wir uns diesen Anteil ebenfalls zu investieren.

Korrekterweise müsste noch eine gestrichelte Linie von unserem Rücklagenkonto ins Depot führen. Ab einem bestimmten Betrag – etwa dem 5-fachen Nettoeinkommen – ist das Konto voll. Dieses übrige Geld nutzen wir ebenfalls für Investitionen.

Das gemeinsame Depot – Haushaltskonto Stufe 3

Mit wachsendem Vertrauen und Fortschreiten unserer Beziehung entschlossen wir uns Transaktionskosten einzusparen und unsere Investitionen zusammen zu legen.

Gemeinsam Investieren als Paar

2016 stellten wir fest, dass unsere Investitionsgedanken sehr ähnlich sind. Wir entschieden uns eine gemeinsame Strategie zu entwerfen und nach dieser zu handeln. Heraus kam unsere Adaption der Levermann Strategie.

Damit konnten wir Kosten wie Ordergebühren und Zeit für Recherchearbeit einsparen. Unter dem Strich ist es vor allem wertvolle Lebenszeit, die wir hier zurückgewinnen konnten.

Bereits gehandelte Werte verblieben in den Einzeldepots und werden nach und nach verkauft, sofern sich die Gelegenheit bietet.

Alle drei Depots haben wir seit Jahren bei der Consorsbank. Besonders praktisch ist, dass Steuern im gemeinsamen Depot direkt 50:50 aufgeschlüsselt werden und wir beide mit unserem individuellen Login die gemeinsamen Aktien und die jeweiligen individuellen Werte auf einen Blick sehen.

Wollt Ihr auch ein gemeinsames Depot eröffnen? Wir empfehlen aus eigener Erfahrung das Depot bei der Consorsbank:

Sparplan

Gemeinsame Rücklagen – Haushaltskonto Stufe 4

Dies ist gleichzeitig die bisher letzte bzw. finale Stufe. In unserer bisherigen Entwicklung haben wir unsere Ausgabenseite nie verändert. Nach wie vor verlassen etwa 20 % unseres Geldeingangskonto in Richtung gemeinschaftliches Ausgabenkonto – vorrangig für unsere gemeinsamen Fixkosten. 

Gemeinsames Rücklagenkonto

Nach unserer Eheschließung haben wir uns entschlossen, ein gemeinsames Rücklagenkonto zu etablieren. Wieso?

Mit weiteren potenziellen Lebensereignissen wie Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit oder Unfällen kann es passieren, dass einer von uns für einen begrenzten Zeitraum ein geringeres Einkommen hat als der Partner.

Dem wollen wir vorbeugen, sodass wir 10 % unserer Einnahmen in ein gemeinsames Rücklagenkonto legen. Auf diese Weise wollen wir zukünftigen Missverhältnissen vorbeugen und mögliche Diskussionen vermeiden. Dazu gleich mehr.

 

Haushaltskonto in der Beziehung: Vor- und Nachteile unseres Systems

Wir dachten viel über unser Konstrukt für unsere Einnahmen und Ausgaben nach und für uns bedeutet es, in der aktuellen Lebenssituation die optimale Lösung.

Die Vorteile überwiegen für uns eindeutig. Uns ist gleichzeitig bewusst, dass ein derartiges System auch mit Nachteilen behaftet ist.

Doch wie sehen die Vor- und Nachteile unseres Kontensystems genau aus?

Vor und Nachteile Kontensystem

Langfristige Fairness in der Beziehung

Dies ist der wichtigste Vorteil unseres Haushaltskonto-Systems. Wir sind guter Dinge, dass unsere Ehe auch die nächsten 100 Jahre wachsen und gedeihen wird. Dies denken vermutlich fast alle Paare, die heiraten.

Dennoch liegt die Scheidungsquote bei aktuell 50 Prozent. Wie kann das sein?

Überschätzung: „Uns passiert sowas!“ – „Ja, aber das gilt nur für andere!“

Bei 50 % sind wir uns bewusst, dass auch wir darunterfallen können – denn wir besitzen keine Glaskugel und können nicht vorhersehen, wie die nächsten Sekunden, Tage oder Jahre für uns aussehen werden.

Dies bedeutet, dass wir unnötige Diskussion bei Veränderungen in unserem Leben vermeiden wollen.

Vorteil:

Durch unser Konstrukt sorgen wir dafür, dass jeder einzelne in guten Zeiten mehr auf das Haushaltskonto einzahlt und in schlechten weniger.

Anschaffungen bei (un)geplanten Einkommensausfällen

Das Vermögen auf dem gemeinsamen Rücklagenkonto gehört uns jeweils zu 50 Prozent.

Zukünftige Anschaffungen werden wir von diesem Konto bezahlen. Darunter fallen vor allem größere Beträge für Möbel oder Haushaltsgeräte.

Momentan ist unser monatliches Einkommen fast identisch, sodass wir Anschaffungen auch ohne gemeinsames Konto 50/50 aufteilen könnten und würden.

Nun kann sich unsere Situation von heute auf morgen verändern: Arbeitslosigkeit, Unfälle oder Schwangerschaft und anschließende Elternzeit führen (schnell) zu Einkommensausfälle. Einer von uns wird deutlich weniger verdienen und 8 Wochen später geht die Waschmaschine kaputt.

Die Einkommensverhältnisse sind nicht mehr 50/50 sondern 90/10 – wer bezahlt jetzt wie viel an der Waschmaschine? Richtig – es gibt keine Patentlösung und egal, welches Resultat – es wird sich vermutlich unfair anfühlen.

Das wollen wir vermeiden. Daher fließen 10 % unserer Einnahmen auf das gemeinsame Rücklagenkonto. Im Fall des Falles zahlen wir unsere Konsum-Ausgaben davon und die Gegenstände gehören uns dennoch 50:50.

Vorteil:

Die Diskussion fand in ruhigen Zeiten statt. In schlechten Zeiten können wir uns auf Lösungen für vorhandene Probleme konzentrieren. Beide haben das Gefühl fair behandelt zu sein.

Klare Definition für mehr Fairness bei Trennung

Wie geschrieben, nehmen wir uns aus der aktuellen Scheidungsquote nicht aus. Dies bedeutet nicht, dass wir planen uns zu trennen. Lediglich akzeptieren wir, dass sich unsere Lebensumstände (dramatisch) ändern könnten.

Alles in einen Topf zu werfen, kann eine romantische Vorstellung sein, für uns bedeutet es eine Einschränkung unserer Freiheit, die wir nicht eingehen wollen.

Mit unserem Kontensystem ist klar definiert, welches Konto und welches Vermögen Marielle besitzt und welches meinem Eigentum zugeschrieben wird.

Kommt es hart auf hart, hat jeder von uns seinen Wohlfühlbetrag, über den er auch in schwierigen Situationen frei verfügen kann.

Vorteil:

Sollten wir irgendwann auseinander gehen, können wir auch die finanziellen Töpfe relativ einfach wieder trennen.

Klingt das fair für Dich?

Diversifikation schadet der Übersichtlichkeit – das kostet Geld!

Hast Du gezählt, wie viel Konten wir in dieser Struktur besitzen?

In der letzten Darstellung erkennst Du 6 Konten und 3 Depots. Jedes Depot hat ein weiteres Verrechnungskonto, auf dem wir Geld parken, wenn wir Aktien kaufen oder verkaufen.

In Summe macht das 12 Konten auf denen potenziell Geld liegt und 9 Konten auf denen unser Vermögen aufgeteilt ist.

Dies führt dazu, dass wir nicht mehr auf einen Blick erkennen, wie viel Geld wir alleine oder zusammen besitzen. Du denkst, das sei nicht so schlimm?

Nachteil:

Menschen tendieren dazu, ihr Vermögen zu überschätzen, wenn es auf mehreren Konten verteilt ist. In Gedanken besitzen wir mehr Geld als auf unserem Konto. Das wirkt sich auf unseren Konsum aus.

Wenn wir denken, dass wir mehr besitzen, geben wir mehr aus – logisch oder?

Unsere Lösung: Ein Haushaltsbuch!

Monatlich erfassen wir unsere Einnahmen, Ausgaben und unsere Vermögensstände. Wir fassen unsere 12 Konten einmal monatlich auf ein Konto bzw. in einem Excel-Dokument zusammen.

Jetzt wissen wir, wie hoch unser Vermögensstand ist und müssen beim Konsumieren nicht raten! Raffiniert – aber wie funktioniert das am besten?

Tobias Lindner und Lars Wrobbel haben dazu Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch geschrieben*. Wir können es wärmstens empfehlen und hatten die leidenschaftlichen Sparer auch schon im Hörspiel der besten Finanzbücher zu Gast.

Finanzüberblick für Paare – Das Workbook für Euer Geld

Erfahrt alles über mögliche Kontenmodelle und das Führen eines Haushaltsbuchs als Paar. Lernt, wie Ihr Euer Budget aufstellen und Eure Finanzen langfristig im Blick behalten könnt. Setzt alles direkt mit dem Workbook und inkludierten Budgetierungstool um.

Finanziell erfolgreicher in der Beziehung

Unser Haushaltskonto-System sorgt für Transparenz und Vertrauen – für uns noch bedeutender ist die Zusammenarbeit.

Wir schreiben ausführlich über unsere gesetzten Ziele. Eines davon ist der gemeinsame Vermögensaufbau, um unabhängiger agieren zu können.

Sowohl die vorgestellte Kontenkonstrukt als auch das Führen des monatlichen Haushaltsbuches halfen uns den Turbo zu zünden. Wir ziehen gemeinsam an einem Strang und behalten dabei die Übersicht über unsere Ausgaben und unsere Geldeingänge. 

Nachvollziehen kannst Du dies in unseren Monatsabschlüssen.

Kontensystem für Paare

Hier verzeichnen wir regelmäßig neue Höchstmarken und kommen somit unseren Zielen näher und näher.

Gleichzeitig kann jeder von uns auch mal eigene Wege gehen – so investiert Marielle in Crowdinvesting-Projekte und wir besparen unterschiedliche ETF-Sparpläne für unsere Altersvorsorge.

Hätten wir alles Geld in einem Topf wäre dies nur schwer möglich, wenn wir uns gleichzeitig das Gefühl von Transparenz und Fairness gegenüber dem Partner erhalten wollten.

Die dennoch vorhandenen gemeinsamen Konten dienen der Praktikabilität im Alltag. Die totale Offenheit (nicht nur bzgl. der Finanzen) gegenüber dem Partner führt zu einer perfekten Vertrauensbasis und schlussendlich erfolgreicherem Vermögensaufbau – gemeinsam als auch für jeden individuell.

 

Fazit zu unserem Haushaltskonto-System

Unser Kontensystem ist von einer strengen Trennung hin zu absoluter Offenheit gewachsen. Dieser Prozess hat einige Jahre und Beziehungs-Meilensteine gedauert. 

Unsere Lösung mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen. Unser Haushaltskonto ermöglicht uns eine faire und erfolgreiche Beziehung in Finanzangelegenheiten.

Jedes Paar braucht das beste System für den eigenen Alltag und die individuelle Situation. Das kann das berühmte 6-Konten-Modell oder eine ähnlich persönliche Lösung wie die unsrige sein. 

Einmal eingerichtet, empfinden wir unsere Lösung als praktikabel. Dennoch wird das finanzielle System sicherlich nicht für immer so aussehen, sondern sich wie in den letzten Jahren auch kontinuierlich weiterentwickeln – so wie sich die Prioritäten in unserer beider Leben fortlaufend verändern.

Wie sieht Euer Haushaltskonto aus? Und was hältst Du von unserem Kontenmodell?

 

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Wie gemeinsame Finanzen Eure Beziehung stärken (und nicht ruinieren)!

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Ein beliebtes Sprichwort, dass wir nur allzu oft gehört haben.

Doch so einfach, wie es diese Binsenweisheit uns verkaufen will, ist es nicht.

Es gibt Situationen, da ist Schweigen tatsächlich Gold.

Zum Beispiel, wenn Dir Dein Lieblingsmensch etwas erzählt. Dann bedeutet Schweigen, dass Du zuhörst, aufmerksam und interessiert bist.

Genauso gibt es Situationen, da ist Reden Gold.

Zum Beispiel, wenn Du Dich über etwas freust, wenn Dich etwas bedrückt oder Du Deine Bedürfnisse mitteilen möchtest.

Wie sehen solche Situationen konkret aus?

Wir haben eine handvoll Geschichten mitgebracht. Diese haben wir entweder selbst erlebt oder wurden uns erzählt. Es sind also echte Fälle.

Jede Geschichte handelt von Geld und Liebe, wie die Kombination drohte die Beziehung zu ruinieren und wie sie letztendlich gestärkt werden konnte.

​Story I: Ausgaben verteilen – doch es wird sich nicht dran gehalten

​Als Marielle und ich zusammenzogen, war uns klar, dass wir die Ausgaben aufteilen mussten. Bisher hatte jeder seine eigenen Ausgaben gehabt und war verantwortlich, dass die Rechnungen bezahlt wurden.

Doch jetzt veränderte sich die Situation und wir hatten Ausgaben, für die wir beide verantwortlich waren: Miete, Lebensmittel, Strom & Wasser, Internet und vieles mehr.

Die wiederkehrenden Aufgaben hatten wir schnell organisiert. Marielle würde sie zahlen und ich richtete einen Dauerauftrag für die Hälfte der Ausgaben ein.

Für schwankende Ausgaben wie Lebensmittel entschieden wir uns die Kassenbons aufzuheben, diese in eine Box in der Küche zu werfen und am Ende des Monats zusammen zu rechnen.

Mir war Geld zu diesem Zeitpunkt alles andere als wichtig und mir war es auch egal, wer von uns 30 Euro mehr oder weniger zahlen würde. Marielle jedoch verstand schon damals, dass es wichtig für uns sein würde, unsere Ausgaben zusammen zu organisieren.

Ich vergaß also den einen oder anderen Zettel, Marielle rechnete zusammen und das Ergebnis stimmte nie. Da sie alles sorgfältig dokumentierte, stimmten ihre Ausgaben.

Marielle regte auf, dass meine Bons nicht da waren. Mich regte auf, dass ich jeden Monat drauf zahlte und es sich eben nicht die Waage hielt.

Dieses Durcheinander ging über mehrere Monate und mit jedem Monat wurde die Stimmung gereizter. ​Es musste sich etwas ändern oder wir mussten uns ändern. So konnte es jedenfalls nicht weiter gehen.

W​ie konnten wir unsere Beziehung stärken und was hätte sie ruinieren können?

​Was hätte unsere Beziehung ruinieren können?

​Wir waren schon auf dem besten Weg unsere Beziehung herauszufordern. ​

Marielle sagte: „Du bist selbst dran Schuld. Nimm doch einfach die Bons mit und werfe sie in die Box. Dann passt alles.“

Ich entgegnete: „Wieso ich? Du beharrst doch auf diesem System.“

Das sind die ersten Vorboten für eine ausgewaschene Krise.

​Bei diesen Aussagen wäre Schweigen wahres Gold gewesen.

Zugespitzt hätte sich die Situation, wenn wir auf unseren Positionen verharrt geblieben wären, den Kontakt nicht gesucht hätten und uns nicht an die eigene Nasenspitze gefasst hätten.

Wie konnten wir unsere Beziehung stärken?

Wir taten das, was wir bereits aus früheren Situationen gelernt hatten:

Hinsetzen, zuhören, reden.

Marielle: „Wie kann ich Dich unterstützen, dass Du Deine Ausgaben sammelst?“

Mike: „Keine Ahnung. Ich finde es einfach total nervig permanent an diesen Bon zu denken.“

Marielle: „Okay. Mir ist es wichtig, dass wir unsere Ausgaben gleichmäßig verteilen. Was meinst Du dazu?“

Mike: „Ja. Das können wir gerne machen. Gibt es denn eine andere Möglichkeit?“

Es kann so einfach sein. Nach gefühlten vier Sätzen (wer’s glaubt :D) waren wir am Punkt neue Möglichkeiten abzuwägen, die folgendes erfüllten:

​Gleichmäßige Verteilung der Ausgaben ohne auf Zettel und Bons achten zu müssen.

Wir entschlossen uns nach einigem Abwägen ein gemeinsames Konto zu eröffnen. Auf dieses würden wir einen gleich hohen und festen Betrag überweisen. Das Konto würde fortan für unsere gemeinsame Ausgaben genutzt werden. Es muss einfach alles mit EC-Karte gezahlt werden.

​Dieses Konto nutzen wir bis heute. Es vereinfacht die Organisation unserer gemeinsamer Finanzen und stärkte unsere Beziehung.

​Story II: Mike war pleite – wie konnte das nur passieren?

​Anfangs sprachen wir zwar über Geld, aber nicht regelmäßig und wir tauschten auch keine Tipps & Tricks aus.

Viel mehr waren es Dinge, wie wir die Ausgaben für das Auto aufteilen, wie wir mit der Miete umgehen wollen oder wie viel der nächste Urlaub kosten darf.

​Wir sprachen also über Geld ohne wirklich über Geld zu sprechen.

Deutlich wurde es uns an jenem Tag als Marielle mit der grandiosen Idee von der Arbeit kam, eine Safari in Kenia zu buchen.

Dank ihrer Ausbildung in der Tourismusbranche würde sie einen großzügigen Rabatt erhalten und wir könnten die Safari deutlich günstiger bekommen als zu einem ​späteren Zeitpunkt.

Kurzum Marielle war Feuer und Flamme.

Doch als sie die Zahl nannte, wurde mir klar, dass ich mir vor Ort nicht einmal Essen ohne schlechtes Gewissen leisten konnte. Mir würde nur ein paar Hundert Euro auf dem Konto verbleiben.

Zu wenig, um den nächsten Monat und die anstehenden Semestergebühren zu bezahlen.

Wie hätten wir unsere Beziehung in dieser Situation ruinieren können und wie haben wir sie gestärkt?

​Wie hätten wir unsere Beziehung ruinieren können?

Schweigen wäre zu diesem Zeitpunkt sicherlich kein Gold gewesen. Eher faule Eier.

Hast Du mal an faulen Eiern gerochen? BÄH!

Schweigen hätte bedeutet, dass ich der Reise einfach zugestimmt, meinen Kontostand in eine gefährliche Lage gebracht und während der Safari dem Geld hinterher getrauert hätte.

Damit wäre es das auch erstmal gewesen. Abgesehen von der mangelnden Freude während des Urlaubs hätte es vorläufig keine Beziehungskrise gegeben.

​Die käme erst später…

Was, wenn ich tatsächlich die Studiengebühren nicht hätte zahlen können?

Was, wenn etwas wichtigs – wie mein Laptop – kaputt gegangen wäre?

Wären Vorwürfe oder schnippige Antworten beim Ausgeben von Geld in unsere Beziehung gewandert?

Die Lage zu verschweigen hätte einen Keim des Misstrauens und der Angst in unsere Beziehung gebracht. Mit der Zeit wäre dieser gewachsen und hätte unsere Beziehung ernsthaft gefährden können.

Das war es definitiv nicht wert.

Wie konnten wir unsere Beziehung stärken?

Glücklicherweise waren wir nach 2 Jahren Beziehung bereits an dem Punkt, dass wir solche Dinge direkt offen angesprochen haben.

Dies gab uns die Möglichkeit der Sache auf den Grund zu gehen.

Natürlich hatte ich Lust mit nach Kenia zu fliegen und Löwen und Elefanten in freier Wildbahn zu sehen. Doch ​das jahreslange Missmanagement meines Geldes hätte mich um ein Haar dieser Erfahrung beraubt.

Marielle sicherte mir zu, bei zukünftigen finanziellen Engpässen aus der Patsche zu helfen. Gleichzeitig gab sie mir zu verstehen, dass dies aber gar nicht nötig sei.

Ich sollte meine Finanzen organisieren und sie würde mir dabei helfen.

Wir schauten uns gemeinsam an, wie hoch meine Einnahmen waren und was ich wofür im Monat ausgab. Danach erstellten wir einen Plan, welche Ausgaben ich (stark) reduzieren oder sogar ganz weglassen konnte.

Zwar dauerte es noch 3 weitere Jahre bis wir mit unserem gemeinsamen Haushaltsbuch begannen. Damals legten wir definitiv die Grundlage dafür.

​Einmal mehr merkte ich, dass wir offen über ​schwierige Themen sprechen konnten. Und Marielle spürte, dass ich bereit bin Verantwortung für mein Handeln (und mein Geld) zu übernehmen.

Mit diesem Gefühl ging es ab in den Urlaub. Eine fantastische Reise! 🙂

Story III: Mein Mann hätte auch gerne Elternzeit genommen, aber…

​…uns fehlt leider das Geld.

​Letztes Jahr haben wir ein Haus gekauft und müssen jetzt die Kreditrate begleichen. Da können wir es uns einfach nicht leisten, dass wir beide Zuhause bleiben.

Eigentlich hätten wir es gerne gemacht. Mein Mann verdient etwas mehr als ich. Mit seinem Gehalt können wir den Kredit bedienen und uns ab und zu noch was leisten. Zum Beispiel zusammen in den Urlaub fahren.

Unsere Ersparnisse hatten wir verwendet, um unseren Teil des Kaufpreises zu zahlen und das Haus gemütlich einzurichten.

Immerhin hat er ja zwei Monate nehmen können. Die kriegen wir auch mit dem Elterngeld, das ​wir bekomme​n hin.

Wir finden es sehr schade, dass mein Mann so viel arbeiten muss und zu wenig mit unserer Kleinen verbringen kann. Das hatten wir uns anders vorgestellt.

​Diese und ähnliche Geschichten haben wir viel zu oft im vergangenen Jahr erzählt bekommen oder sie in den vielen Mama- und Papagruppen gelesen.

​Im Kern geht es um die gemeinsame Zukunft und diese zu planen. Wie kann damit die Beziehung ruiniert oder gestärkt werden?

Wie kann die Zukunftsplanung die Beziehung ruinieren?

​Das Beispiel dieses Paares zeigt, dass die Erwartungen und Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Die Freude über das Haus ist längst dem Bedauern über die verlorene Elternzeit gewichen.

Statt sich auf die junge Familie zu konzentrieren, muss der Mann arbeiten gehen.

​​​Kritisch wird es, wenn ​die vorhandene Situation weiter vor sich hinplätschert. ​Was sind die Bedürfnisse der Frau? Welche hat der Mann? Wie sieht es mit der Tochter aus? Was braucht die Beziehung und was die Familie?

Bleiben diese Fragen unbeantwortet​, kommt die Abwärtsspirale so richtig in Gang.

Die Frau gestaltet ihren Alltag mit Kind, Freunden und Familie. Der Mann verbringt seinen Tag auf der Arbeit, in Meetings und mit seinen Kollegen.

Irgendwann sind die Abhängigkeiten zu groß oder die Distanz zwischen den Eheleuten zu weit oder Liebe zu wenig gelebt.

​Mir ist bewusst,  dass das ein ziemliches Horrorszenario ist und noch weitere Dinge hineinspielen. Doch 50 % der Ehen werden geschieden und noch viel mehr Beziehungen gehen in die Brüche.

Der Beginn sind unerfüllte Bedürfnisse und Erwartungen, die zu einer Vernachlässigung der Beziehung führen. Besonders schlimm wird es, wenn Geld wie ein Gefängnis wirkt.

Also lasst uns lieber die Beziehung stärken! Das macht mir mehr Spaß 🙂

Wie kann die Zukunftsplanung die Beziehung stärken?

Im obigen Beispiel steht die Familie ganz am Anfang ihres Familienglücks und der Immobilienfinanzierung. Es gibt also einige Möglichkeiten, wie die Familie zu mehr Geld und damit zu mehr gemeinsamer Zeit kommen kann. Was können sie also tun?

  • ​​Zunächst sich austauschen, wie die momentane Lage ist: Was fehlt? Was soll sich in Zukunft ändern?
  • Welche Möglichkeiten besitzen wir, die Situation zu ändern? Zusätzliche Einnahmen, beide Teilzeit, etc.
  • Wie möchten wir ab jetzt unsere Zukunft planen?

Die verzwackte Situation bietet die Möglichkeit sehr viel stärker als Paar zusammen zu wachsen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Durch Finanzen Beziehung stärken

​Schweigt ihr noch oder redet ihr schon? – Was​ hätte in allen drei Geschichte anders laufen können?

Zweifelsohne halfen die Erlebnisse, dass die Beziehung gestärkt werden konnte. Doch ist es wirklich wichtig, erst am Rande des Abgrunds zu sein?

Nein. Definitiv nicht.

​Wir hätten uns in Geschichte ​1 nicht so streiten müssen. Durch regelmäßige Geldgespräche und das passende Kontemodell hätten ​es bereits im Vorfeld gelöst werden können.

Geschichte 2 war auch nicht nötig. Ein Haushaltsbuch und das Bewusstsein für die eigenen Einnahmen und Ausgaben hätten mir und auch unserer Beziehung viel Ärger erspart.

Das Paar in Geschichte 3 hat sich ebenfalls selbst in diese Lage gebracht. Dabei war es nicht nötig. Eine vorherige Planung und das Aussprechen der Bedürfnisse hätte ergeben, dass die Elternzeit wichtig ist, als der Kauf des Hauses. Wäre beides wichtig gewesen, wären bereits im Vorfeld Sparmaßnahmen und zusätzliche Einkommensquellen erschlossen werden können.

Es klingt so einfach, wenn man einmal weiß wie es geht.

Und jetzt das richtig Coole!

Ihr müsst diese Situationen nicht durchleben, um Eure Finanzen gemeinsam zu organisieren und Eure Zukunft zu planen. Ihr braucht auch nicht Eure Beziehung schwächen und gefährden, um danach mit etwas Glück stärker dazustehen.

Wir unterstützen Euch bei Euren Finanzen und Ihr könnt bequem von unseren Erfahrungen lernen. Das ist sogar besser, weil Ihr alle Erkenntnisse ohne den Ärger bekommt.

Wie das geht?

Schaut Euch auf unserem Blog um. Hier gibt es über 100 Artikel zu entdecken, die alle nur dazu dienen Euch bei Euren Finanzen in Eurer Beziehung zu unterstützen.

[shariff]

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Finanzen als Schulfach – Ist das überhaupt möglich und sinnvoll?

​“Wofür brauche ich das?“ war die beliebteste Frage zu meiner Schulzeit. 

Die häufigste Antwort lautete: „Für die Klausur in zwei Wochen.“

13 Jahre nach meinem Abitur kann ich kein Gedicht mehr analysieren, keine Kurve diskutieren und habe sämtliche Geschichtsdaten vergessen.

Nichts davon hat mir geholfen Verträge zu schließen, mich zu bewerben, zu vernetzen oder kluge Finanzentscheidungen zu treffen.

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​Teilnahme an Dominik’s Blogparade  „Finanzbildung als Schulfach

​Dieser Artikel wurde von ​Mike verfasst.

Verschlimmbesserung durch wirtschaftliche Schulfächer

Finanzen als Schulfach

​Wirtschaftliche Schulfächer sind keine Neuheit. 

In Hessen heißt das Fach „PoWi“, was für Politik und Wirtschaft steht. Bayern trumpft mit „Wirtschaft & Recht“ auf.

Beide Länder haben die Relevanz von wirtschaftlichen Zusammenhängen erkannt und versuchen diese ihren Schülern zu vermitteln.

Doch gelingt ihnen der Spagat komplexe Systeme alltagsrelevant darzustellen?

​Was sind die Inhalte?

​Ziel ist die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.

Dabei sollen die Schüler nachvollziehen was die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der EU sind, wie Zölle entstehen und was Zinsen sind.

Inhalte Wirtschaftsfach

​Quelle:​ Lehrplans gymnasiale Oberstufe Politik und Wirtschaft. Kultusministerium Hessen. Seite 8.

Was fehlt?

Unberücksichtigt bleiben dabei privatwirtschaftliche Themen wie Vertragsabschlüsse, Investitionen und die private Finanzorganisation.

Damit kommen junge Menschen aus der Schule und haben ein unzureichendes Verständnis eines unendlich komplexen Systems. Dafür fehlt ihnen ​jegliches Verständnis, welche Möglichkeiten sie zur Verwendung ihres eigenen Geldes besitzen.

Am Ende fehlt die persönliche Relevanz des Schulfachs – egal, wie es nun heißen mag. 

​Was passiert?

Halbwissen. Ungewissheit. Handlungsstopp.

​​Die Globalisierung und internationale wirtschaftliche Zusammenhänge sind zu komplex, als dass sie in zwei Unterrichtsstunden abgebildet werden können.  

Schüler bekommen damit lediglich Halbwissen vermittelt, da stets mit äußerst vereinfachten Modellen gearbeitet werden muss.

Was bleibt ist Ungewissheit über die tatsächlichen Zusammenhänge in Deutschland, Europa und der Welt.

Ungewissheit ist wiederum ein sehr schlechter Ratgeber für Handlungen. Entweder verbrenne ich mir die Finger oder ich fange erst gar nicht an.

Verbrannte Finger können zumindest einen Lernprozess auslösen. Ein Handlungsstopp kann keinen Lerneffekt haben.

Führt die schulische Wirtschaftsbildung zur Lähmung bei den eigenen Finanzen? Keine Ahnung. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Geld fördert sie jedenfalls nicht.

Auf den Punkt gebracht

​Schulfächer behandeln wirtschaftliche Zusammenhänge, aber verpassen dabei ​die Relevanz ​für den Alltag zu verdeutlichen.

  • Wirtschaftliche Fächer sind bereits Teil des Lehrplans.
  • Sie beinhalten abstrakte, länder-, nationen- und kontinentübergreifende Phänomene.
  • Irrelevanz und Bedeutungslosigkeit für den eigenen Alltag ist die Folge.

​Isoliertes Fächerdenken, statt übergreifendes Wissen

Finanzwissen für Schüler

​Schule denkt in Fächern – die Realität in Projekten. 

​Wenn Du ein ​Glas mit Wasser vor Dir stehen hast und möchtest daraus trinken, dann gibst Du Deinem Körper den Befehl  „​Ich will trinken.“ Daraufhin werden die nötigen Impulse gesendet und verarbeitet, sodass die Handlung geschehen kann. 

​Wieso würdest Du nie sagen: „Beuge den Arm. Strecke den Arm. Öffne den kleinen Finger, den Ringfinger, den Mittelfinger, …“ ?

  • ​Es würde zu lange dauern.
  • ​Auf den ersten Blick haben die Anweisungen nichts mit Deinem Ziel zu tun.
  • Die Frustration ist erreicht, bevor, dass Ziel ersichtlich wird.

Dennoch passiert genau das in der Schule.

Mathe, Deutsch, Sport, Kunst, Physik, PoWi und vieles mehr wird isoliert betrachtet. Doch abgesehen von Klausuren Bedarf eine Tätigkeit in der Realität mehr Verständnis als isoliertes Wissen. 

​​Hinderliche Isolation

​Erinnerst Du Dich noch an Deine Schulzeit? Wie war das als Ihr Euer Leid von zu viel Hausaufgaben einem Lehrer geklagt habt?

„Mein Fach ist aber wichtiger als das andere Fach. Deshalb haben diese Hausaufgaben ​Vorrang.“

Nun bei uns war es egal, um welches Fach es sich handelt. Klar Mathematik, Deutsch und Englisch haben sich eine besondere Krönung versprochen. Mitunter getrieben durch die Elternschaft, die diesen Fächern besondere Magie zuspricht. Dennoch kamen die Sprüche auch aus der Kunst-, Musik- und Sachunterrichtfraktion.

Anstatt darum zu buhlen, wer das wichtigste Fach hat, wäre es sinnvoller zu überlegen, wie die Kompetenzen aus den eigenen Fächern zur Umsetzung schulinterner- und externer Projekte beitragen können.

Eigene Finanzen als Projekt

Finanzen in der Schule lernen

​Um mit dem eigenen Geld haushalten zu können, sich Freiheiten zu schaffen und daraus resultierend sein Leben, nach seinen Wünschen zu gestalten, benötigen junge Menschen fächerübergreifendes Wissen.

Welches Wissen und welche Fächer helfen Dir beim Umgang mit dem eigenen Geld?

Mathe hilft um die Zahlen und den Zinseszins zu verstehen. Deutsch und Recht, um mit den Verträgen klar zu kommen. Physik, um die Bewegung von Geld zu verstehen. Wirtschaft, für ein Verständnis von Unternehmen und dem (freien) Markt.

​Hinzu kommen Bereiche, die in der Schule nicht abgebildet werden: Verhandlungen, Zielsetzung, eine Vorstellung des eigenen Lebens, Austausch und Vernetzung mit anderen Menschen und vieles mehr.

 

​Auf den Punkt gebracht

​Schulisches Fächerdenken als Gegensatz zur Projektarbeit in der Realität:

  • ​Isolierte Fächer mit isolierten Übungen im Vergleich zu komplexen, multiprofessionellen Projekten.
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​Wenn die eigenen Finanzen in der Schule thematisiert werden sollen, braucht es dann zunächst ein eigenes Fach im Lehramtsstudium oder im Referendariat?

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Doch bevor Halbwissen und Angst – zum Beispiel vor Aktien – verbreitet wird, ist es besser gar nichts dazu zu sagen und den Job anderen zu überlassen.

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Es wird an dieser Stelle eine Erwartungshaltung aufgebaut, ohne dafür Sorge zu leisten, dann die nötigen Werkzeuge mit an die Hand gegeben werden. Fortbildungen, Supervisionen, kollegialer Austausch ist rar gesät.

Das Studium funktioniert wie die Schule

​Themen werden isoliert und abstrakt behandelt. Der tatsächliche praktische Bezug kommt viel zu spät. Und die Erwartungen im Referendariat führen reihenweise zum Burnout bevor der eigentliche Job begonnen hat.

Was ist nach dem Referendariat? Ein paar weitere Unterrichtsbesuche tröpfeln daher und diese werden schweißgebadet und mit nächtlicher Schlaflosigkeit irgendwie überstanden.

​Diese Berichte ähneln derer der Schulabsolventen. Was bleibt übrig? Eine negative Konnotation von Lernen und Prüfungen.

Damit Finanzen in der Schule (und Schule im ​Allgemeinen) funktionieren können, benötigt es zunächst eine Änderung im Ausbildungssystem und anschließender Arbeitsweise von Lehrkräften.  

​Auf den Punkt gebracht.

​Unwissenheit bei Lehrkräften führt im schlimmsten Fall zu höherem Stress, Fehlinformationen und einer negativen Vermittlung im Umgang mit Geld.

  • ​Lehrkräfte benötigen Werkzeuge, um mit den gestellten Erwartungen umgehen zu können.
  • ​Das Lehramtsstudium selbst ist zu verschulischt und bereitet nur im geringen Maße auf die ​Anforderungen außerhalb der Schule vor.
  • ​Finanzen zu Lehren funktioniert nur, wenn Lehrkräfte entsprechendes Wissen mitbringen. Dies ist zurzeit nicht der Fall.

​Unabhängigkeit und Alltagsnähe als Erfolgsfaktor

Unabhängige Finanzbildung

​Finanzbildung sollte mindestens zwei Voraussetzungen erfüllen, damit eine positive Entwicklung im Umgang mit dem eigenen Geld möglich wird. 

​Bevor ich zu den beiden Punkten komme, ein kurzer Abstecher zu den Zielen von Finanzbildung. 

Ziele von finanzieller Bildung

Bildung bedeutet, denjenigen, der die Bildung erfährt zu eigenen Handlungen, Gedanken und Meinungen zu bemächtigen. Eine gebildete Person hat demzufolge eine größere Auswahl an Handlungsmöglichkeiten.

Praktisch bedeutet dies, Werkzeuge zu besitzen, um Schulden fernzubleiben, sich nicht in die Abhängigkeit von Arbeitgebern und der Politik zu begeben und in der Lage zu sein, selbst für sein zukünftiges Leben vorzusorgen.

Ob die Person sich schlussendlich dafür entscheidet oder doch ein abhängiges Verhältnis zum Sozialstaat und Arbeitgebern eingeht, ist einzig ihr allein überlassen.

Momentan jedoch, kennen viele Menschen gar keine Alternative als genau das zu sein. Abhängig von der staatlichen Rente und dem Gehaltscheck des Arbeitgebers.

Was ist dafür nötig?

Erstens: Unabhängige Finanzbildung.

​Bildung darf nicht wie folgt funktionieren: Investieren in die eigene Altersvorsorge ist wichtig, weil die Rentenlücke Dich sonst in Armut befördert. Damit Dir das nicht passiert, haben wir hier das passende Produkt für Dich.

Das bedeutet, dass Bildung nicht ​zum Zweke des Verkaufs einen anderen Produktes verwendet werden darf, um die oben genannten Ziele zu ​erreichen.

Zweitens: Alltagsnahe Finanzbildung.

Niemandem ist geholfen, die privaten Finanzen anhand von globalwirtschaftlichen Zusammenhängen näher gebracht zu bekommen. Bildung funktioniert dann am besten, wenn sie mit den Lebensinhalten der Person verknüpft wird.

Abstraktes Wissen ist für die wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung relevant und nicht für die ​Privatmenschen, die ihr eigenes Leben gestalten wollen.

Kann Schule das leisten?

Jein. Momentan könnte Schule die Unabhängigkeit leisten. Schule selbst hat die Bildung im Sinn und nicht den Verkauf von anschließenden Finanzprodukten.

Doch die Schule bekommt die persönliche Relevanz nicht transportiert. Hier fehlt es derzeit an Wissen, Struktur und der Bereitschaft zur Veränderung.

Dennoch wäre es wünschenswert und zwingend notwendig, wenn Schule alltagsrelevante Themen aufgreift und diese lehrt. Denn in Deutschland ist die Schule, die einzige Möglichkeit jede Person zu erreichen.

Dies wird jedoch verfehlt.

​Auf den Punkt gebracht

​Unabhängigkeit und Alltagsnähe als Voraussetzung für finanzielle Bildung kann von Schulen derzeit nur bedingt geleistet werden.

  • ​Bildung dient der Bemächtigung neuer Handlungsmöglichkeiten und nicht dem Verkauf eines anderen Produkts.
  • ​Bildung gelingt dann am besten, wenn  sie die persönliche Relevanz aufzeigen kann.
  • ​Schule kann die Alltagsnähe zurzeit nicht leisten. Dafür sind tiefgehende Veränderungen nötig.

​Kommt die Lösung aus der Wirtschaft?

Wie kann Finanzbildung funktionieren

​Die Digitalisierung, Globalisierung und der demographische Wandel sorgen für gewaltige Turbulenzen in unserer Gesellschaft, dem Klima und der Politik. 

Diese sich täglich ändernde Welt ist für ein System, dessen letzte große Änderung die Abschaffung der Prügelstrafe darstellt, zu viel. Unser Bildungssystem ist zu langsam und hat sich in den letzten 150 Jahren kaum verändert.

Dies bietet Platz und Möglichkeiten für wirtschaftliche Lösungen. Der Bedarf ist vorhanden, der Schmerz oft groß genug und die Zahlungsbereitschaft für Bildung steigt.

Finanzbildung in der Bloggerszene

Inzwischen entsteht eine Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Finanzbildung in Deutschland selbst in die Hand zu nehmen. ​Ganz unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen sorgen dafür, dass für jeden das passende Angebot dabei ist.

​Wir begrüßen diese Entwicklung und freuen uns über jeden der dazu beiträgt, dass Finanzen es in die eigenen vier Wände schaffen.

Die meisten dieser Angebote sind kostenfrei und eine unendliche Flut an Informationen ist frei zugänglich. Zusätzlich entstehen Bildungsprodukte, die etwas kosten. Dabei wird eine Frage heiß diskutiert:

​Darf Bildung etwas kosten? 

Ja.

Bildung ist Wissen, dass ein Mensch einem anderen Menschen zur Verfügung stellt. Wir zahlen schließlich auch für ​den Führerschein.

Zudem ist Bildung jetzt schon zu keiner Zeit kostenlos. Schule kostet etwas. Zwar wird sie quersubventioniert über die Steuer und somit kostet sie unterschiedlich viel für jeden einzelnen. Aber den Anspruch zu haben Bildung sei kostenlos, ist an den Haaren herbei gezogen.

Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder es Dir selbst über Versuch und Irrtum beizubringen. Dies dauert sehr lange und endet meist vor dem Erfolg. Oder jemanden zu bezahlen, der das Wissen bereits besitzt und es in leicht verdauliche Häppchen zubereitet und Dich bei der Umsetzung unterstützt.

Schlussendlich steigerst Du durch Bildung Deinen eigenen Wert und bist in der Lage Kosten zu senken oder selbst mehr Geld zu verdienen.

Bildung ist daher eine Investition. Vermutlich die Beste.

Was tun wir für die Finanzbildung?  

Mit Beziehungs-Investoren haben wir uns zum Ziel gesetzt Paare in ihrer Beziehung und ihren Finanzen zu organisieren. Wie klappt das mit dem Zusammenziehen? Wie viel Geld ist sinnvoll für den Nachwuchs auszugeben? Wie können wir gemeinsam investieren?

Dazu veröffentlichen wir regelmäßig Artikel, geben Interviews und sind bei Veranstaltungen vor Ort, um direkt mit Paaren zu sprechen. Zusätzlich bieten wir Produkte wie unseren Finanzüberblick für Paare oder den Essensplan an. Alles mit einer hohen Praxisrelevanz.

Mit Senkrechtdenker setzen wir nun das um, was ich mir während und nach meiner Schulzeit gewünscht hätte. Unabhängiges und praktisches Finanzwissen für Schulabgänger und Berufseinsteiger.

Mit Afterwork-Veranstaltungen, Workshops und Online-Kursen bereiten wir relevantes Finanzwissen auf und begleiten junge Menschen bei der Umsetzung. 

Unser Ziel mit Senkrechtdenker? Aus jungen Menschen kompetente Finanzentscheider machen.

Finanzbildung für junge Menschen

Momentan steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen. Eine Website existiert bereits und Feedback nehmen wir sehr gerne entgegen. Die ersten Inhalte bereiten wir gerade auf und werden im April mit den ersten Angeboten starten. 

​Auf den Punkt gebracht

​Bildung darf etwas kosten und bringt die höchste Rendite.

  • ​Bildung ist nicht kostenlos. Auch nicht in der Schule.
  • ​Blogger nehmen momentan die Finanzbildung in die Hand.
  • ​​Beziehungs-Investoren und Senkrechtdenker sind unser Beitrag zur Finanzbildung in Deutschland.
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12 Glaubenssätze: Wenn die Frau mehr als der Mann verdient

Alex kommt abends heim. Nach einem anstrengenden Arbeitstag, steht endlich Feierabend auf dem Programm.

Das Essen steht schon duftend auf dem Tisch. Kim hatte tagsüber den Haushalt geschmissen und für Alex eine Leibspeise zubereitet.

Alex bringt das Geld nach Hause, während Kim die Kinder erzieht und die Wohnung putzt. Nebenher geht Kim einem Halbtagsjob nach, um ein wenig für die Familienkasse zu verdienen. Und Alex hilft am Wochenende mit den Kindern und dem Haushalt.

Stereotype in der Liebe

Dachtest Du Alex ist ein Mann? Und Kim ist natürlich eine Frau?

Falsch. Alex ist kurz für Alexandra. Und Kim ist ein moderner Hausmann. Welche Stereotype Dich an dieser Schlussfolgerung hindern und wie Du mit ihnen umgehen kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

​Dieser Artikel wurde von ​Mike verfasst.

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W​ieso es für die Frau hart ist, wenn sie mehr verdient als ihr Mann

Peng!

Peng! Peng!

Peng! Peng! Peng!

6 Glaubenssätze knallte Marielle auf den Tisch, nachdem ich sie fragte, wie es für sie sei, dass sie mehr verdient als ich. Alle verbreiten Unwohlsein. Vor allem, wenn die Frau dauerhaft mehr verdient als der Mann.

Manche Stereotype sind besonders hartnäckig. Als kleines Mädchen werden sie Dir einverleibt.

Frau verdient mehr als Mann

Nach 20 Jahren Gehirnwäsche sitzen die Gefühle tief. Und sie werden getriggert, selbst wenn der rationale Verstand etwas anderes behauptet.

​#1 „Lass Dich niemals ausbeuten“ – Das gilt auch, wenn die Frau mehr als der Mann verdient!

Reiche Frau, armer Mann

Ohne Geld wird Mädchen schon beigebracht, das sie sich nicht verarschen lassen sollen.

„Lass Dich nicht ausbeuten. Du arbeitest nicht für ihn. Und Du schuldest ihm nichts!“

Der Mann verdient und der Mann zahlt. Als Hausfrau kommt kein Geld rein, was aber nicht bedeutet, dass Dein Mann über Dich bestimmen kann. Korrekt.

Was ist aber, wenn Du mehr verdienst und Dein Mann zum Hausmann wird.

Schuldet er Dir dann auch nichts? Kann er einfach so Dein Geld ausgeben, so wie Du seins ausgeben würdest? Vermutlich nein.

Denn Du hast beigebracht bekommen: „Lass Dich nicht ausbeuten. Was Dir ist, ist Dir!“

 

Liebe Leserin: Es hat nichts mit ausbeuten zu tun

​Das gemeinsame Familien- oder Haushalts​konto hat nichts mit Ausbeute zu tun. Egal in welche Richtung. Wenn Du Dich überproportional benachteiligt fühlst, dann sprich es an. Fordere Deinen Mann auf, mit Dir an einer fairen Lösung zu arbeiten.

Damit gehst Du den ersten Schritt diesen hinderlichen Glaubenssatz zu verbannen und besser damit klar zu kommen, wenn Dein Mann weniger als Du verdient und beisteuert.

Die Schritte, die unter den nächsten Stereotypen stehen, werden Dir dabei ebenfalls helfen.

 

Lieber Leser: Auch Du musst Dich nicht ausbeuten lassen

Als Mann wird von Dir erwartet, dass Du alles bezahlst, wenn Du das Einkommen mit nach Hause bringst. Auch das ist nicht nötig und im Zweifel darfst Du Dich ebenfalls unfair behandelt fühlen. Die Lösung: Ansprechen und Aussprechen! 

Egal wer mehr verdient, macht Euch von vornherein Gedanken über Eure Finanzen – weit vor dem Zusammenziehen in der ersten gemeinsamen Wohnung und dem ersten​ Finanzüberblick als Paar

Wenn Du Geringverdiener bist und auf das Einkommen Deiner Frau angewiesen bist, dann ​rede mit Ihr darüber, wie Du Dich fühlst. Es zu verheimlichen und die Probleme unter den Tisch fallen zu lassen, verschlimmert die Situation nur ​zusätzlich. 

​#2 Plötzlich unabhängig durch ein höheres Gehalt als Dein Mann

P​uppenspiele im Kindergarten. Der Hausmannsladen oder die Küchenzeile erfreuen sich bei Mädchen (und teils Jungen) großer Beliebtheit. Doch wie sieht das Spiel aus?

Marielle erinnert sich: Schon damals waren die Frauen zu Hause und haben sich um die Hausarbeit und die Kindererziehung gekümmert. Der Mann war weg – er musste arbeiten und das Geld nach Hause bringen. Der Puppenmann kam erst abends zum Essen nach Hause.

Doch woher kommt diese Vorstellung?

Kennst Du ein Kinderbuch, das von einem Mann erzählt, der finanziell von seiner Frau abhängig ist? Mir ist zumindest keines bekannt. Es gibt aber hunderte Bücher, die die Hausfrau porträtieren.

25 Jahre später kommt alles ganz anders: Die Frau ist finanziell unabhängig von ihrem Mann. Drastischer noch: Dein Mann ist abhängig von Deinem Einkommen.

Entgegen aller Vorstellungen befindet sich das finanzielle Zepter in weiblicher Hand. Das bedeutet Druck. Jede Menge Druck. Denn mit dem Zepter liegt auch die Verantwortung bei der Frau.

Doch wie sollst Du damit umgehen? Schließlich hat es Dir niemand beigebracht. Alle sprachen von dem Scheiß-Prinzen auf dem Pferd, aus dem Brunnen oder mit dem Gewehr.

Abhängigkeit wegen Geld

Der Druck hat nur seine Form geändert

In klassischer Rollenverteilung hättest Du in der Beziehung und während der Ehe geringeren finanziellen Druck. Dafür käme er umso heftiger, wenn Eure Beziehung in die Brüche geht und Eure Ehe im Rosenkrieg endet.

Ohne gelernt zu haben, wie Du mit Geld(-sorgen) und finanzieller Verantwortung umgehen sollst, stehst Du vor dem Nichts: Keine Karriere, die Ausbildung liegt 15 Jahre zurück und praktische Erfahrung kannst Du zwar im Haushalt und der Kindererziehung aufweisen – das ist für die meisten Jobs jedoch nicht ausreichend.

Demgegenüber steht Deine Erfahrung während der Beziehung und der Ehe mit dem Druck des Alltags umzugehen. Als Unterstützung beim Erlernen des Umgangs mit allen wichtigen Geldfragen, könntest Du in guten Zeiten Deinen Freund heranziehen – er ist diesem Druck seit er denken kann, ausgesetzt.

 

Du kennst die Tonnen auf der Schulter, also helfe Deiner gut verdienenden Frau. 

​Die Versorgung der Familie abzugeben, ist für Dich eine ebenso große Herausforderung wie für Deine Frau die finanzielle Versorgung leisten zu müssen. Unterstütze sie die Säcke auf den Schultern tragen zu können. Beispielsweise könntest Du Dich in die Investitionswelt einlesen und weniger Geld für Technikschnickschnack ausgeben.

Wenn Ihr an einem Strang zieht und Euch die Aufgaben im Geldmanagement aufteilt, trägt jeder seine Portion der Verantwortung. Der Kuchen ist groß genug. Und Fehler begehen, gehört nun mal auch dazu – sprecht drüber und sucht nach Lösungen. So verteilt Ihr den Druck rund um’s Geld fair und unterstützt Euch gegenseitig. 

 

​#3 „Männer sind Schweine“ – doch was, wenn er weniger als die Frau verdient?

Kommen Dir diese Worte bekannt vor? Sie sind so selbstverständlich, dass die Ärzte es 1998 in einem ihrer berühmtesten Lieder auf die Schippe nehmen. (Glücklicherweise, denn es war mein erster Kontakt mit dem einzig wahren Gott – BelaFarinRod.) Zur Erinnerung – hier das Meisterwerk mit Tombraider.

​In jedem Mann steckt doch immer ein Schwein.Männer sind Säue.Glaube ihnen nicht ein Wort.Sie schwör’n Dir ewige Treueund dann am nächsten Morgen sind sie fort.

​Das Lied ist die Spitze. Die Spitze eines tiefen Eisbergs.

Hollywood, Bücher und Hörspiele sind voll mit Ermahnungen an die Frau. „Männer betrügen“, „Irgendwann holt er sich eine jüngere“, „pass auf, dass er nicht irgendwann abhaut“.

Achtung! Der sicherste Hinweis, dass die Glaubenssätze stinken wie faule Eier: sie widersprechen sich.

Du sollst das klassische Frauenbild erfüllen und abhängig von Deinem Mann sein und zeitgleich ihm zutiefst misstrauen, denn er haut ohnehin ab und lässt Dich im Stich. Hä?

Und, wenn Du unabhängig von Deinem Mann bist, dann behalte alles für Dich und teile nichts. Rette, was zu retten ist, denn er ist ohnehin wertlos. „Meins ist meins und wird auch immer meins bleiben. Deins ist aber unseres – so solls sein!“

Was für ein gequirlter Mist!

Streit Partnerschaft

Wenn Du ​zutiefst misstrauisch bist, während Du mehr verdienst

​Mann ungleich Mann. Wie bei Frauen gibt es charmante, liebevolle und umsorgende Männer, die das Beste für Dich und Euch wollen. Und es gibt perfide Arschlöcher, die Dich seelisch und körperlich misshandeln​ – so wie es davon Frauen gibt. Das Verhältnis ist in etwa gleich. Beide Geschlechter sind zu Gräultaten und zu Harmonie fähig.

Versuche Deinen Mann als Individuum zu betrachten und erinnere Dich an Deine Erfahrungen mit ihm. Hat er Dir stets Grund zum Vertrauen geliefert oder nur Argumente ihm zu misstrauen?

Für Eure Beziehung würde es den Untergang bedeuten, wenn Du Deinen Mann als Prototypen für das gesellschaftliche Männerbild nimmst.

 

Lieber geringer verdienender Mann, 

rede mit Deiner Frau. Über alles – Deine Sorgen, Deine Gefühle, Deine Ängste, Deine Wünsche, Deine Begierden.

Egal, ob Du eine andere heiß findest, Geld verloren hast oder Deinen Job los bist. Deine Frau kann Dir nur vertrauen, wenn Du ehrlich mit ihr und Dir bist. Dinge zu verstecken ist, als würdest Du den Lauf eines Revolvers verstopfen und dann abdrücken.

​#4 Rabenmutter-Stempel als Dankeschön für die besser verdienende Frau 

Frau verdient viel

Dicker Bauch. Im neunten Monat. Bald kommt Euer erstes Kind auf die Welt.

Freude und der schönste Moment.

Du verdienst deutlich mehr als Dein Mann. Üblicherweise bleibt die Frau zu Hause und kümmert sich um den Nachwuchs. Doch das macht bei Euch keinen Sinn, denn Du verdienst das Doppelte. Was tun?

Rational gesehen, teilt Ihr Euch die 14 Monate Elternzeit auf, sodass Ihr als junge Familie die gemeinsame Zeit genießen könnt. Danach willst Du arbeiten gehen und Dein Mann nimmt weiter Elternzeit als Vater und kümmert sich ums Baby.

Emotional gibt es leider eine traurige Wahrheit. Würde Dein Mann weiter arbeiten gehen, würde er positive Eigenschaften hinzugewinnen. Neben der zugeschriebenen Kompetenz, würde er ​als Vater auch noch als herzlicher, wärmer und freundlicher wahrgenommen werden. Doch was passiert mit Dir als Frau?

Du kannst nur eine Eigenschaft haben. Zumindest in der Wahrnehmung anderer Leute. Entweder bist du warmherzig und freundlich, dann aber bitte als Hausfrau und Mutter.

Oder Du bist kompetent und selbstbewusst, dann aber als Karrierefrau ohne Kind. Als Mutter verlierst Du im Job die Kompetenzzuschreibung und als Mutter, die arbeitet und viel verdient, Deine Wärme und Herzlichkeit.

Und was darf’s für Dich sein – Pest oder Cholera?

 

Gibt es ein Gegengift für die Mutter, die besser als der Vater verdient?

Mir ist nur eines bekannt. Wenn Dir auffällt, dass Du stereotypisch behandelt wirst, sprich es direkt an. Frage nach, warum Du plötzlich als inkompetenter behandelt wirst und bohre so lange bis die Argumente ausbleiben und der wahre Grund auf dem Tisch liegt.

Wenn Du als Rabenmutter bezeichnet wirst, drehe den Spieß um und frage, ob ein Rabenvater besser wäre? 

Das Gefühl zwischen den Partnern ist das Wichtige!

​Als Mann kannst Du Deiner Frau helfen diese Stereotype loszuwerden. Behandele sie als das was sie ist: Eine liebevolle Mutter und eine kompetente Arbeitnehmerin/Unternehmerin.

Mit dem Rückhalt von zu Hause und der eigenen Familie, wächst das Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung. Mit der Zeit verschwinden dummen Kommentare – auch wenn es dauern kann, lange.

 

#5 Über die Frauenquote, Karrieregeilheit und warum Frauen, die mehr als ihr Mann verdienen, asozial sind. 

Wenn die Frau mehr verdient

Ja, mehr Frauen gehören in Führungspositionen. Sie besitzen andere Kernkompetenzen, die ​männlichen Streithähnen mit ihrer Hackordnung gut tun würden.

Leider erschweren politische Vorgaben, den Werdegang der Frauen, die ihn gehen möchten. Eine Position aufgrund genetischer Merkmale zu erhalten anstelle von selbsterarbeiteter Leistung und Dispositionen nagt an dem sonst so großen Selbstbewusstsein.

Frauenquoten sind eine gute Idee – führen aber leider zur Diskriminierung.

In Kindergärten und Grundschulen fehlen Männer an allen Ecken und Kanten. Und gibt es eine Männerquote? Nein. Denn es wird davon ausgegangen, dass ein kompetenter Mann sich in diesem Gebiet selbst zu Recht findet.

Selbst in einer Belegschaft von 25 Frauen und 1 Mann gibt es Frauenbeauftragte, aber keinen Männerbeauftragten. Systematisch brauchen Frauen Hilfe, während sie Männern verwehrt bleibt. Ob das sinnvoll ist und der Emanzipation dient?

Als Konsequenz wird bei Frauen gemunkelt, ob sie nie heiraten will, keinen Partner habe oder Kinder hasst. Aus welchem anderen Grund sollte sie sonst so viel Zeit in ihre Karriere investieren? Und da ist er.

Der Asozialenstempel.

Dieser ist Frauen vorbehalten – zumindest an dieser Stelle. Männer werden schließlich auf andere Art diskriminiert („Stell Dich nicht so an. Ein Indianer kennt kein Schmerz.“)

Selbes Problem – andere Verkleidung 

Wie im Glaubenssatz zuvor hilft hier auch nur eins:

Direktes Ansprechen bei Bekanntwerden von Gemunkel oder unfairer Behandlung.

Kommunikation ist der Schlüssel zur Befreiung von diesen Ketten. Dennoch ist Vorsicht geboten. Die Ansprache sollte stets aus der Position der Stärke fallen und kein Gejammer ausdrücken. Ansonsten führt es zum Gegenteil.

 

Männer, ich kopiere Euch die Aussage von oben

​“Als Mann kannst Du Deiner Frau helfen diese Stereotype loszuwerden. Behandele sie als das was sie ist, eine liebevolle Mutter und eine kompetente Arbeitnehmerin/Unternehmerin. Mit dem Rückhalt von zu Hause und der eigenen Familie, wächst das Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung. Mit der Zeit verschwinden die dummen Kommentare – auch wenn es dauern kann, lange.“

​#6 Das einzige Statussymbol der Frau verdient weniger – woher kommt jetzt die soziale Anerkennung? 

Reiche Frau als Statussymbol

„Ach, die Frau Doktor! Wie geht es Ihnen denn heute?“ -„Wirklich? Das freut mich total für Sie. “ – „Gibt es denn was Neues von Ihrem Mann? Hat er wieder eine spektakuläre OP hinter sich?“ – „Echt? Und zur Feier hat er Ihnen diese Ohrringe geschenkt?“

Leider ist dies kein erfundener Dialog. Stattdessen ziert er regelmäßig die Kinoleinwand und Buchseiten.

Der erfolgreiche Mann ist das Statussymbol der liebenden Frau.

Was aber, wenn die Frau selbst das Statussymbol ist. Und „Frau Doktor“ sich nicht länger auf die herausragenden Leistungen des Mannes, sondern auf die eigenen hervorragenden Fähigkeiten bezieht?

Je mehr der Mann verdient, desto höher steigt das Ansehen seiner Frau in der Gesellschaft. Doch, was ist, wenn die Frau deutlich mehr verdient als der Mann?

Sie steigt gesellschaftlich auf und ihr Mann sinkt im Ansehen!

Und wieder ist die Beziehung in Gefahr. Er fühlt sich minderwertig, ihm fehlt die Beachtung in der Gesellschaft – und er wird lustloser. Sie bekommt Bestätigung von allen Seiten, vermisst sie zu Hause und baut Abneigungen auf.

 

​Welches Statussymbol ist das Richtige für die gut verdienende Frau?

​Zunächst: Braucht es wirklich welche? Und dann: Egal in welcher Lage: Ist der Mann das richtige Statussymbol – Geschenke des Mannes einbezogen?

Vielleicht ist an dieser Stelle ein Umdenken nötig und es gibt andere Dinge, die Dich definieren und über die Dich Deine Umwelt wahrnehmen kann. Es muss weder der Mann noch die Handtasche oder die Schuhe sein.

Leistung, Wissen, Persönlichkeit sind die nachhaltigeren Statussymbole innerhalb der Gesellschaft.

Männer brauchen Erfolge für ihren Status

​​Anstatt dem sinkenden Schiff des gesellschaftlichen Status zuzusehen, suche Dir lieber Dinge, über die Du Dich identifizieren und Anerkennung sammeln kannst. Einkommen ist eine Möglichkeit – jedoch nur eine von vielen!

Handwerkliches und sprachliches Geschick werden sehr bewundert. Die richtigen Worte zur richtigen Zeit können die entscheidenden persönlichen Erfolge einbringen. Ganz egal was auf ​deiner oder ihrer Gehaltsabrechnung steht.

Zwischenfazit über die leidenden, besser verdienenden Frauen

​Wenn Du jetzt schon ein besseres Verständnis für Deinen Gegenüber hast, dann freut mich das sehr. Als Frau erfolgreich zu sein, kommt mit einigen Hürden. Sowohl die weibliche als auch die männliche Perspektive tragen dazu bei.

Diese zu verstehen ist der erste Schritt zu mehr Emanzipation.

Kommen wir zu den Männern und warum sie leiden, wenn ihre Frau das Geld nach Hause bringt.

Frau verdient mehr

Warum ​der Mann leidet, wenn seine Frau mehr verdient

Für die Frau ist es verdammt schwer.

Dir wurde beigebracht: Putzen, kochen, gebären und ernähren lassen. Gleichzeitig schwebt das Damokles-Schwert über Deinem Kopf.

Die permanente Gefahr nach der Scheidung vor den Trümmern der eigenen Existenz zu stehen. Noch schlimmer ist die eigene Handlungsunfähigkeit.

Heute sieht es anders aus. Frauen sind handlungsfähig, entscheidungsfreudig und verdienen immer besser. Die Folge?

Ohnmacht vor dem Druck. Aber ist das für Männer nicht die gleiche Situation?

Nein! Seit Generationen müssen sie ernähren, aushalten und Verantwortung übernehmen. Und plötzlich darfst Du Dich auch zurücklehnen? Wie soll das nur funktionieren?

Hier sind 6 Stereotype, die den (semi-) modernen Mann in die Hölle setzen. Direkt in einen Whirlpool aus blubbernde Lava.

​#1 Drei-Tage-Woche und die Blicke im Supermarkt, für den weniger verdienenden Mann 

Vertausche Rollen

Arbeitszeit reduzieren. Stundenlohn erhöhen. Geld, ohne zu arbeiten erhalten. Glückwunsch an den, der es schon geschafft und die finanzielle Freiheit erreicht hat. 

Was ist aber, wenn die 3-Tage-Woche kein Ziel, sondern bittere Wahrheit ist? Unfreiwillig nur 20 Stunden in der Woche Geld zu verdienen, kann schnell im Psychoterror enden.

Folgende Situation: Dienstag. 10 Uhr. Schlendern durch den Supermarkt. Die beste Einkaufszeit – die Regale sind frisch eingeräumt und keine Sau befindet sich im Laden. Nur eine Hand voller Mütter und einige Rentner. Vielleicht hat sich auch ein anderer Mann dorthin verirrt?

 

​Variante No. 1: „Ich kann es mir erlauben, jetzt einzukaufen. Denn mein Konto füllt sich dabei von alleine.“

​Coole Sache. Die verstohlenen Blicke werden als Neid empfunden. „Ja, sieh‘ ruhig her. Ich kann auch zur besten Zeit hier sein. Geile scheiße, oder?“

Beim Einkaufen nebenbei das Ego poliert bekommen. So soll’s sein.

Variante No. 2: „Ich sollte mich vielleicht lieber bends ins Gedränge stellen. Dann fällt es weniger auf, dass ich als Mann, um diese Uhrzeit zuhause bin und einkaufen kann.“

​Die selben Blicke. Entgegengesetzte Interpretation. Auf einmal kann es sich der Mann ist es ein aufgezwungenes Privileg anstelle einer freien Entscheidung.

Was sagen die Blicke jetzt? Hausmann. Arbeitslos. Kann die Familie kaum ernähren. Warum sonst sollte er hier sein?

Der aufsteigende Scham kann dafür sorgen, dass Du als Mann ​abends einkaufen geht. Im Gedränge und mit den anderen Kerlen, die ihr Feierabendbier holen, ​versteckst Du Dich. 

Was hilft, wenn Du davon betroffen bist und als Hausmann weniger verdienst als Deine Frau?

​Als Empfänger bestimmst Du die Nachricht. Deine Interpretation ist ausschlaggebend wie Du Dich fühlst. Rufe Dir die Vorzüge Deiner Situation ins Gedächtnis:

  • Der Einkauf dauert nur halb so lange
  • Du hast mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben (was auch immer es ist, einkaufen wird kaum die Erfüllung Deines Daseins sein)

Wie können die gut verdienenden Frauen unterstützen? 

​Zur Emanzipation gehört auch, dass Dein Mann dienstags um 10 Uhr einkaufen geht. Weil er zu Hause ist und sich um den Haushalt kümmert. ​Weil Du die besseren Karrierechancen hast.

Freut Euch über jeden einzelnen, der das moderne Familienbild mitträgt. Bestärke Deinen Mann und lass ihn wissen, dass Du dankbar bist, dass er diesen Teil Eures gemeinsamen Lebens übernimmt und im Griff hat. 

 

​#2 Aushalten = Männlichkeit. Doch, was wenn der Mann von seiner besser verdienenden Frau ausgehalten wird?

Aushalten in Beziehung

Seit Generationen ist es Brauch, dass der Mann die Frau aushält. Finanziell natürlich!

„Bis dass der Tod Euch scheidet.“ bedeutete vor allem eins: Auch nach der Scheidung finanzierte der Mann den Unterhalt für die Frau und eventuelle Kinder weiter.

Durch Gesetzesanpassungen ist dies heutzutage eingeschränkter – dennoch verweilt das Pflichtbewusstsein tief in den grauen Zellen.

Es ist so tief verankert, dass es als männlich gilt, die Frau einzuladen, zu ernähren und etwaige Schuh- und/oder Handtaschenticks zu finanzieren.

Der Spieß dreht sich. Was ist, wenn die Frau mehr verdient als der Mann und dieser sich aushalten lassen muss?

Den neusten Technikschnickschnack, die Fußballtickets oder die Restaurantrechnung übernimmt die Frau. Der Mann bekommt sie als Geschenk präsentiert.

Und schnürt es Dir schon die Kehle zu?

Als Mann ist es selbstverständlich einzuladen – aber es Bedarf ein gänzlich anderes Selbstbewusstsein sich regelmäßig einladen zu lassen.

​​

​Was hilft, wenn Deine Männlichkeit aufgrund von Geld in Gefahr ist?

Tief durchatmen. Nochmal. Und nochmal.

Deine Männlichkeit wird selten dadurch definiert, wer heute wen einlädt. Eine Einladung bedeutet in Deinem Kopf: „Du hast nicht die Mittel mich zu finanzieren, deshalb übernehme ich das heute.“ Stattdessen kann sie auch vermitteln: „Du bist mir wichtig und ich möchte Dir etwas Gutes tun.“

Lass Dich einladen und fange bei Kleinigkeiten an. Pommes rot-weiß für 2,50 kratzt an keinem Ego. Denn die Welt weiß, dass Du Dir die 5 Euro leisten kannst – egal wie wenig Geld auf Deinem Konto ist.

Definiere Dich über andere Tätigkeiten: Kochen, Wasserkästen schleppen, Möbel montieren, Fußball spielen – etwas bei dem Du Dich männlich fühlst. Und rede mit Deiner Freundin über Deine Gefühlslage – gib Ihr die Chance Dich zu verstehen.

Hier ein wenig Unterstützung vom Männerversteher schlecht hin.

Gib ihm das Gefühl, ein Mann zu sein – egal, was er verdient

​Männern fehlt die Vermittlung, was es heißt ein Mann zu sein. Denn unser Erziehungs-, Bildungs- und Arbeitssystem schränkt den Kontakt ein. Das Aufeinandertreffen von Jungen und Männern ist im Alltag äußerst selten. Über 90 % Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen und Hausfrauen. Wo soll ein Junge erfahren, was es bedeutet ein Mann zu sein?

Was Männe​r in Wirklichkeit lernen ist, keine Frau zu sein. Aber das ist was völlig anderes.

Wenn Du Deinen Freund finanzierst, dann gib ihm an anderer Stelle das Gefühl männlich zu sein. Was das ist? Kommt auf den Mann an – vermutlich das was er sehr gerne unternimmt.

​#3 „Hausmann? Okay, aber was machst Du wirklich?“ – Fragen, die ein Mann gestellt bekommt, wenn seine Frau mehr verdient

„Hausfrau? Mutter? Okay, aber was machst Du wirklich?“ – Eine Frage, die keiner Mutter jemals gestellt wurde.

Als moderner Hausmann wirst Du mit dieser Frage konfrontiert. Angenehm ist definitiv etwas anderes.

Kindererziehung, Haushalt, eventuell ein Halbtagsjob und jede Menge Kleinigkeiten, die erledigt werden müssen. Was für Frauen als 50 bis 60 Stundenwoche akzeptiert wird, wird beim Mann nicht ernst genommen.

Doch wem gegenüber ist dies despektierlich? Der Frau, weil ihre Leistung insgeheim doch nicht anerkannt wird. Oder dem Mann, weil er doch die Familie ernähren und beschützen soll.

Da stellt sich die Frage, ob Kochen, Wohnungspflege und Erziehung nicht auch zur Ernährung und zum Schutz der Familie gehören?

Misstrauen wegen Geld

Was antworten, wenn Dir die Frage gestellt wird? 

​Antwort: „Ich ​kümmere mich um meine Familie und unseren Haushalt, das füllt meine Woche aus. Wie sieht es bei Dir aus: Was machst Du sonst noch neben Deiner Arbeit?“

Solche Fragen sind Ausdruck eines tiefsitzenden Glaubenssatz. Derjenige hat kein Bewusstsein dafür, welchen Bullshit er gerade von sich gegeben hat. Seine Realität besitzt eine klare Form – meistens eine Kugel. Bekommt diese eine Kante, wird der Spachtel rausgeholt.

Mit ein paar einfachen Nachfragen kannst Du diese Person in Verlegenheit und Bedrängnis bringen. Sei Dir allerdings im Klaren, dass Du selbst verletzend wirst.

 

Bist Du eine Frau und stellst einem Mann diese Frage? 

​Dann stelle sie doch das nächste Mal Deiner Freundin, die der gleichen Tätigkeit nachgeht. Hausfrau.

​#4 Was mein ist, ist auch Dein – die Selbstverständlichkeit alles mit der Familie zu teilen 

Mehr Geld in der Beziehung

Unter Punkt 2 hatte ich diesen Glaubenssatz schon angedeutet. Wenn die Frau mehr verdient als der Mann wird „was mein ist, ist auch Dein“ problematisch.

Vom Mann wird erwartet, dass er alles teilt. Sein Einkommen, sein Vermögen, seine Immobilien – eben alles was einen Wert hat.

Besonders eindeutig wird dies bei Scheidungen. Im klassischen Rollenbild wird an diesem Punkt das aufgebaute Vermögen des Mannes halbiert.

Und es ist akzeptiert. Seit Generationen akzeptieren Männer, dass 50 Prozent an den Staat und mind. 25 Prozent an die Frau gehen.

Wenn das passiert, gibt es keinen Hehl, keine Vorwürfe und kein Dissen. Es ist normal. Und der Mann kommt in den Club der Ausgebeuteten.

Umgekehrt ist es keine Selbstverständlichkeit – siehe den ersten Glaubenssatz der Frau.

Mächtig Zündstoff unter der Haube. Denn die Konsequenz ist, dass die Frau hortet und der Mann weiter alles teilt. Ultimativ führt es zu einer noch größeren Kluft zwischen dem Mann und der besser verdienenden Frau.

Was, wenn Du alles teilen willst? 

Jetzt ist klares Geldmanagement angesagt. Schnapp Dir Deine Freundin, sprich über Deine Geldsorgen und arbeitet einen (fairen) Haushaltsplan heraus. Dieser sollte tägliche Ausgaben wie Essen und Miete sowie Sonderposten wie Urlaube oder Anschaffungen enthalten.

Wie Du Deinen Freund unterstützen kannst? 

Geh auf seinen Wunsch ein, einen gemeinsamen Finanzüberblick anzufertigen. Schlägt er diese Lösung nicht vor, lege Du sie auf den Tisch. Teilen ist schwer, am Ende lohnt es sich für Euch beide. Denn vieles was Du teilst, wird mehr.

#5 Reich und sexy oder arm und hässlich. Das Aussehen des Mannes ist dabei egal – es geht nur darum, was er verdient. 

Rollenbilder in Finanzfragen

Wieso greifen reiche Männer in den Goldtopf im Genpool und sehen verdammt gut aus? Und warum scheinen arme Säue stets in die Gülle zu greifen?

Vermögen strahlt Sicherheit, Nahrung, Unabhängigkeit und einiges mehr aus, was wir als äußerst attraktiv empfinden. Leider verschwinden diese Gesichtspunkte sofort, wenn das Konto leergeräumt wurde.

Macht also der Anzug den Mann attraktiv aufgrund der Passgenauigkeit, des feinen Stoffes oder des edlen Aussehens? Oder, weil er Vermögen suggeriert und damit diese furchtbar attraktiven Eigenschaften?

Mach doch einfach Mal die Probe. Setz‘ Dich in die Bahn und versuche das Vermögen von Anzugträgern und das von Jogginghosenträgern zu schätzen. Und hast Du eine klare Meinung?

Wenn Du schon dabei bist, schätze auch sein Selbstbewusstsein, sein Wissen und seine Kompetenz…

Kleider machen Männer – und nun? 

In einem Forum las ich vor kurzer Zeit, dass arme Männer sich einer Sache sicher sein können, die reiche Männer nie bekommen werden.

Die Gewissheit, dass Deine Frau aufgrund der Persönlichkeit – Deines Wesens anstelle des Geldes – mit Dir  zusammen ist.

Na das lässt sich sehr einfach lösen: Finde die Liebe Deines Lebens, wenn Du noch mittellos bist und werde erst danach reich. Dann hast Du beides: die Gewissheit und das Vermögen.

Ansonsten – es gibt noch andere Einflussfaktoren auf die wahrgenommene Attraktivität. Charme, Selbstbewusstsein, Freundlichkeit…

 

Wenn Du mehr als Dein Mann verdienst, dann…

Mach Dir bewusst, warum Du mit Deinem Mann zusammen bist. Und lass es ihn wissen. Komplimente helfen Euch beiden weiter und Ihr könnt eine nachhaltige Beziehung aufbauen.

#6 Vom Biertrinken, dem Einladen und einer überforderten Kellnerin

Donnerstagabend vor 10 Jahren.

Ich hatte ein zweites Date. Wir trafen uns auf der Zeil und gingen zu einem Italiener essen.

Schon damals trank ich keinen Alkohol, sodass ich mir eine Apfelsaftschorle bestellte. Sie hingegen mochte den Geschmack von Bier und orderte ein kühles Gezapftes.

Eine kleine Falte auf der Stirn der Kellnerin deutete an, dass sie das komisch fand.

Zwei Minuten später flogen unsere Getränke heran. Nicht anders gewohnt stellte mir die junge Dame das Bier vor die Nase. Irritiert und peinlich berührt, entschuldigte sie sich als ich das Bier zu meiner Begleitung hinüber stellte und auf meine Apfelsaftschorle wartete: „Oh, tut mir leid. Ich dachte ja nur…“

Beim Essen gab es keinerlei Vorfälle – warum auch? Pizza Hawaii und Pasta besitzen keine Vorurteile.

Wir verbrachten einen sehr schönen Abend und wollten unsere Location ändern. Was war zu tun?

Richtig. Die Rechnung bezahlen. Wir bestellten – die Kellnerin kam und legte mir die Rechnung vor die Nase.

Was die Arme nicht wusste: Zuvor hatten mein Date und ich uns über eben diese Stereotype unterhalten. Also entschloss sie prompt mich einzuladen.

Für die Bedienung brach in dem Moment als die Frau mir gegenüber die Rechnung ergriff, eine Glaubenswelt zusammen.

Die Worte: „Ich übernehme die Rechnung!“ gaben ihr offensichtlich den Rest. In ihrem Gesicht war eine Mischung aus Entsetzen, Unverständnis und dem Frankfurter Bahnhof zu sehen.

Ich bedankte mich. Wir verabschiedeten uns. Und ließen eine perplexe Kellnerin zurück.

Frau verdient mehr und lädt ein

Wenn Du kein Bier trinkst und weniger als Deine Frau verdienst

Es dauert etwa fünf bis acht Jahre bis Dein Umfeld sich daran gewöhnt hat, dass Du kein Alkohol trinkst. Wie lang es noch dauert, dass es Okay ist, dass Du Dich einladen lässt? Keine Ahnung.

Mit einem Ehering am Finger ist es einfacher – die zugeworfenen Blicke sind dennoch vorhanden. Selbst, wenn es sich um ein gemeinsames Konto handelt.

Warum ich die Situation damals und heute lustig finde?

Die Kellnerin hat keine Information über uns gehabt. Sie hatte keine Informationen, warum ich kein Bier trinke oder warum mein Date die Rechnung bezahlte. Wir hätten damals schon ein gemeinsames Konto haben können.

Heute ist es nicht anders. Die Menschen um uns herum haben keine bis sehr wenig Ahnung wie unsere Beziehung funktioniert. Ihnen fehlt das Wissen, wie wir mit Geld umgehen und wie viel wir uns darüber austauschen. Sie wissen auch nicht, dass Marielle mehr verdient als ich.

Und es ist auch egal – hauptsache Ihr seid Euch einig, wir Ihr Eure Finanzen regelt.

Reiche Deinen Geldbeutel niemals unter dem Tisch rüber

Du meinst es vermutlich nur gut. Und willst ihn in der Öffentlichkeit gut dastehen lassen. Als Versorger, als Ernährer, als Hosenanhaber.

Aber alles was Du vermittelst ist, dass es doch besser ist, wenn er die Rechnung bezahlt. Dass Du von ihm erwartest, dass er Dich durchfüttert. Und, dass es für alle anderen in Ordnung ist, ihm dafür Bullshit zu geben, wenn er es nicht tut.

Sei selbstbewusst und zahle selbst, wenn Du zahlst!

Fazit über die gut verdienende Frau und den armen Mann 

Partnerschaftsfinanzen

​Frauen haben es schon schwer mit den Stereotypen – Männer aber anscheinend ebenso.

Wie so oft ist der Schlüssel zum Umgang mit den Stereotypen die Kommunikation. Zuerst einmal miteinander.

Seid Ihr Euch als Paar einig, wer wie viel beisteuert, wer welche Rechnungen übernimmt und wer welche Pflichten in Eurem Haushalt und Eurer Familie übernimmt, könnt ihr dies in einem zweiten Schritt selbstbewusst nach Außen kommunizieren.

Eine Beziehung scheitert nicht daran, wer mehr oder weniger Geld verdient. Eine Beziehung scheitert daran, dass einer still vor sich hin leidet, da er mit einer Situation nicht so umgehen kann, wie er es sich wünscht oder vorgenommen hat.

Redet darüber und findet eine Lösung für Eure Beziehung – denn grundsätzlich ist es toll, wenn die Frau mehr verdient als die Durchschnittsverdienerin. Seid gemeinsam stolz darauf und nutzt Euer Familieneinkommen weise.

Empfehlenswerte Literatur zum Thema: 

​Liebes Geld: Vom letzten Tabu in Paarbeziehungen*

Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch: Wie du deine Finanzen einfach in den Griff bekommst*

Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt: Vier Schritte zu einer einfühlsamen Kommunikation*

Nichts für schwache Nerven – noch ein besonderes Video zu Stereotypen und warum es wichtig ist, miteinander zu reden: 

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Mach‘ mit bei der Sparchallenge 2019

Neues Jahr, neues Glück. Hast Du eine Menge guter Vorsätze für 2019 gefasst? ​Wie wäre es in 2019 mehr Geld zu sparen?

Damit dieser Vorsatz ganz einfach Realität wird, haben wir heute die besten ​Sparchallenges für 2019 zusammengefasst. Such Dir aus, welcher für Dich am Besten funktioniert und fang direkt an! 

Damit wir gemeinsam Sparen zum Kinderspiel werden lassen, haben wir uns noch etwas ganz besonderes ausgedacht:

Sparchallenge2019

​Die große Sparchallenge 2019

​Mach mit, gehe direkt zu ​Challenge Nr. 5 und spare jeden Sonntag mit uns gemeinsam!

​Dieser Artikel wurde von ​Marielle verfasst.

​Spar​challenge Nr. 1 – die Konsumdiät

​Damit im neuen Jahr Geld zum Sparen übrig bleibt, gilt es Ausgaben zu senken. Denn wer weniger ausgibt, aber genauso viel einnimmt wie vorher, kann mehr sparen. ​ 

Spartipp Nr. 1 ist daher eine Konsumdiät.

Ihr könnt Euch entweder vornehmen, einen gewissen Zeitraum auf etwas bestimmtes zu verzichten. Ein weit verbreitetes Vorgehen ist es, sich ein Jahr lang keinerlei neue Kleidung zu kaufen.

Weitere Ideen könnten der Verzicht auf den morgendliche Coffee-to-go, Einkaufen ohne Einkaufsliste oder ​Spontankäufen ​sein.

Letztere lassen sich wunderbar durch eine Wunschliste vermeiden: Möchtest Du etwas ​kaufen, kommt es zuerst auf die Liste. Nach einigen Wochen prüfst Du erneut, ob Du den Gegenstand weiterhin unbedingt benötigst oder nach dem Notieren ohnehin keinen Gedanken mehr daran verschwendet hast.

Geht Ihr die Konsumdiät als Paar an, wird es noch leichter. Denn ein gemeinsamer Vorsatz und gegenseitige Unterstützung hilft dabei, das Vorhaben auch wirklich umzusetzen!

Sparchallenge 2019

​Spar​challenge Nr. 2 – 5-Euro-Schein-​Herausforderung

Es benötigt Durchhaltevermögen und klare Regeln, um am Sparen über einen längeren Zeitraum dranzubleiben.

Eine tolle Variante ist die 5 Euro-Challenge:

Danach landet jeder 5 Euro-Schein, den Du erhältst, direkt im Sparschwein. Sobald 100 Scheine beisammen sind, gehst Du damit zur Bank​.

​Welche Möglichkeiten stehen Dir nun zur Verfügung?

​Du könntest das Geld auf Dein Tagesgeld legen und damit Deinen Rücklagen zu führen. Wie wäre es mit der Erfüllung eines Wunsches? Also etwas, dass Du seit mindestens drei Monaten haben möchtest?

​Oder Du investierst die 500 Euro. Vielleicht kaufst Du einen ETF oder eine Aktie​ und verstehst dabei noch die Börse?

Als Paar könnt Ihr noch eine Zusatzherausforderung einbauen: Wer schafft es zuerst die 500 Euro zur Bank zu bringen? 

​Spar​challenge Nr. 3 ​​- die 52 Wochen ​Herausforderung

​Ein Jahr ist lang. Jede Woche bewusst zu sparen, lässt Dir das Geld weglegen anstatt es auszugeben in Fleisch und Blut übergehen. 

Die 52-Wochen-Challenge ist dafür ideal! 

​Um Spartipp Nr. 3 umzusetzen, legst Du einen Tag in der Woche fest. Dieser ist Dein Spartag. Am Spartag gibst Du jede Woche einen Euro mehr in Dein Sparschwein. 

​In der ersten Woche 1 €, in der zweiten 2 € und in der letzten Woche 52 €.

​Jede Woche wird die Herausforderung größer das benötigte Bargeld zusammenzubekommen. Du wirst kreativ werden, um im Dezember so viel Geld zur Seite legen zu können. 

Das Tolle an dieser Challenge: Am Jahresende hast Du damit voll automatisch 1.378 € gespart, die jetzt angelegt oder ausgegeben werden können.

Macht Ihr diese Challenge zusammen, könnt Ihr Euch abwechseln – so ist jeder​ alle zwei Wochen dran und es wird besonders am Ende einfacher. Das gesammelte Geld könnt Ihr ​für einen gemeinsamen Wunsch oder eine Reise ausgeben. 

Sparen in 2019

​Spar​challenge Nr. 4 – Verträge aktualisieren

​Der Jahreswechsel ist auch die Zeit der Budgetierung. Beim Notieren aller Ausgaben des Vorjahres entdeckst Du fast immer Einsparungspotential. 

​Spartipps Nr. 4 lautet, alle bestehenden Verträge – wirklich alle – zu prüfen und direkt zum Jahresstart die überflüssigen zu kündigen und die teuren zu wechseln.

Typische Verträge für die es inzwischen bessere Angebote gibt, sind Strom / Energie, Internet & Telefon sowie Handy, Fitnessstudio und Versicherungen.

​Besonders als Paar, das gerade die erste gemeinsame Wohnung bezogen hat, lassen sich viele Synergien nutzen: Ihr benötigt nur eine gemeinsame Haftpflicht- (oder Hausrat-) Versicherung und besonders bei Strom und Internet lohnt sich ein regelmäßiger Wechsel in vielen Fällen.

​Spar​challenge Nr. 5 – Kleingeld gehört ins Schwein

Gibst Du auch regelmäßig Bargeld aus, weil das Getränk unterwegs oder die Blumen an der Ecke ja nur ein paar Euro kosten? Sind diese Dinge wirklich nötig oder kaufst Du sie nur, weil es gerade so einfach ist?

Bestimmt kennst Du es, dass Kleingeld im Geldbeutel ohnehin nur schwer ist und das Portemonnaie fast zum Platzen bringt. Mit der Sparchallenge 2019 werden kleine Spontanausgaben vermieden und automatisch das nervige Kleingeld-Rumtragen reduziert.

Unsere Sparchallenge 2019 funktioniert wie folgt:

Spartipps und Challenge

  • Jeden Sonntag Geldbeutel ausleeren
  • Alles Kleingeld zählen
  • Die Geldstücke ins Sparschwein werfen

​Fertig! Einfach oder?

Wir werfen in 2019 alles Münzgeld in unser Sparschwein und sparen so ganz automatisch eine ganze Menge Geld. In der ersten Woche sind 3,43 € zusammengekommen. Lass uns in den Kommentaren Deinen Tipp da, wie viel Geld wir am Jahresende 2019 im Sparschwein haben werden – wir sind gespannt, wer am nächsten dran ist!

​Für noch mehr Motivation, teilen wir jeden Sonntag auf Instagram, wie viel in dieser Woche zusammengekommen ist.

Mit dem #Sparchallenge2019 kannst auch Du mitmachen und wir am Jahresende sehen, wer am meisten gespart hat. 

P. S.: Noch drei Extratipps für das Gelingen Eurer Sparchallenge findet Ihr bei den Kleingeldhelden.  

Sparen in 2019

​Jetzt bist Du dran

  • ​Wie sparst Du in 2019?
  • ​Dein Tipp: Wie viel Geld ist am 31.12.2019 in unserem Sparschwein?
  • ​Wie hoch war Deine durchschnittliche Sparquote in 2018 und wie wirst Du sie in diesem Jahr übertreffen?

​[shariff]

Vermögen aufbauen: 12 Schritte zu organisierten privaten Finanzen in Eurer Beziehung

Auf unserem Blog propagieren wir regelmäßig, dass Ihr Eure Finanzen gemeinsam voranbringen, zusammen am Vermögensaufbau arbeiten und das liebe Geld kein Tabuthema sein lassen sollt.

Heute gehen wir einen Schritt zurück – auch auf Wunsch von Lisa, einer unserer Leserinnen. Sie schrieb uns, dass sie sich einen Artikel zum Thema „Wie organisiere ich meine Finanzen“ wünscht.

Diese Frage haben wir für heute etwas abgewandelt. Denn wie Du Deine privaten Finanzen organisieren kannst, erklären viele andere Blogs oder tolle Finanzbücher, wie das vom Finanzrocker oder vom Finanzwesir. Wir geben Dir und Euch heute 12 Schritte wie Ihr in Eurer Beziehung durch Struktur, smarte Geldanlage und Organisation langfristig ein Vermögen aufbauen könnt.

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

Schritt 1: Organisiert Eure privaten Finanzen um Vermögen aufzubauen

Habt Ihr Euch entschieden Eure Finanzen endlich zu organisieren?

Es ist super, wenn Ihr Euch einig seid, Eure Beziehung läuft bereits eine Weile und jetzt wird es Zeit für mehr Struktur!

Einen Überblick haben bedeutet: Was kommt rein im Monat und was ist zu schnell wieder weg.

Doch wie fangt Ihr am Besten an?

Der erste Schritt – egal ob individuell oder direkt gemeinsam – zu organisierten privaten Finanzen ist die Dokumentation der Ist-Situation.

Egal, ob auf einem Zettel, mittels einer App​, einem typischen oder individuellen Haushaltsbuch oder ​in Excel – wichtig ist, dass Ihr beginnt alles aufzuschreiben. Wirklich alles!

​Unsere Geschichte

Wir selbst haben mit der berühmt berüchtigten Zettelwirtschaft begonnen unsere gemeinsamen Finanzen zu organisieren. Jeder von uns trug am Abend ein, was heute an gemeinsamen Ausgaben getätigt wurde.

Dies diente erst einmal nur dem finanziellen Ausgleich des Partners.

Zusätzlich hatte ich eine Excelliste für meine eigenen Ausgaben zu Beginn des Studiums – ich wollte verstehen, wie hoch die Kosten für den ersten eigenen Haushalt nun seien. Mike hatte lediglich den groben Überblick über die Ein-und Ausgänge auf seinem Konto.

Seit Ende 2015 pflegen wir eine Excel-Liste. Eine gemeinsame mit separaten Tabellenblätter für jeden von uns. Inzwischen nutzen wir unseren Budgetierungstool Finanzüberblick für Paare. Hier dokumentieren wir immer am Monatsanfang die Vermögensstände:

  • Wie viel Geld liegt auf welchem Konto?
  • Welche Zinsen oder andere Erträge haben wir erhalten?
  • Welchen Gesamtwert hat das Depot mit unseren Aktien, Fonds und ETFs?
  • Und wie viel unseres Vermögens liegt in anderen Wertgegenständen?
  • Welche Rendite hat unsere Geldanlage erzielt?

Zusätzlich schauen wir auf unsere Kontoauszüge und erfassen die Ausgabenposten. Wir zahlen inzwischen fast immer per Karte – somit wird der Großteil bereits angezeigt.

Die Kleinigkeiten die fehlen, decken wir über den Posten „Abhebungen“ ab – denn auch diese sind ja dem Kontoauszug zu entnehmen. Letzteren Block ordnen wir dann meist der Kategorie „Freizeit“ zu.

Die Ergebnisse unserer Dokumentation halten wir in unseren Monatsabschlüssen hier auf dem Blog fest.

Eure erste Aufgabe

​Blogartikel müsst Ihr nicht verfassen. Dennoch macht es Sinn, dass Ihr ​regelmäßig Eure Einnahmen und Ausgaben erfasst​, dieses ​gemeinsam tut und die Ergebnisse zusammen reflektiert.

Schreibt alles auf. Alles was raus geht. Alles was rein kommt.

Wir haben zu Beginn auch gedacht, dass wir alles auf dem Schirm hätten. Es ist beeindruckend, wie viel Geld Du tatsächlich für Essen, Klamotten oder Geschenke im vergangenen Monat ausgegeben hast. Gleichzeitig motiviert es, beispielsweise vermeintlich niedrige Zinsen in der Summe schwarz auf weiß zu sehen. Und das Monat für Monat!

Vermögen aufbauen als Paar

Schritt 2: Verteilt die Kosten in Eurer Beziehung für einen fairen Vermögensaufbau

Durch die Dokumentation und Organisation Eurer privaten Finanzen werdet Ihr wissen, welche Ausgaben bei Euch monatlich anfallen.

Hier könnt Ihr zwischen individuellen und gemeinsamen Kosten unterscheiden. Zu den individuellen gehören typischerweise das Mittagessen auf der Arbeit, das Geburtstagsgeschenk für die beste Freundin oder die neuen Laufschuhe. Die gemeinsamen Kosten umfassen die Miete für die Wohnung, die Einkäufe im Supermarkt oder den Unterhalt des gemeinsam genutzten Autos.

Die Zuordnung der individuellen Ausgaben ist schnell geklärt. Aber wie sieht es mit den gemeinsamen aus?

In vielen Beziehungen entwickelt sich mit der Zeit, wer welche Kostenblöcke übernimmt. In anderen wird anhand des Einkommens oder des Ausgabenanteils genau berechnet, wie viel jeder Partner prozentual beizusteuern hat.

​Wie sieht unsere Aufteilung unserer Kosten aus?

​Da unser beider Einkommen recht identisch sind, ​teilen wir alle gemeinsamen Kosten 50:50.

Dazu gehören Miete, Strom, Internet & Telefon sowie Lebensmittel/Haushaltswaren. Auch Anschaffungen wie ein ​Fernseher​, Blumenübertöpfe oder Wandfarbe kommen von diesem Topf.

Nicht dazu gehört die individuelle Shoppingtour, Geschenke, das tägliche Mittagessen oder die Bahntickets zur Arbeit.

Die Entscheidung liegt bei Euch

​So individuell wie die Einkommenverhältnisse und die Absprachen in einer Beziehung, so individuell wird auch Eure Kostenaufteilung sein. 20:80, 60:40 oder 50:50 – alles ist möglich!

Für eine faire Aufteilung organisiert Ihr Eure privaten Finanzen, erfasst Ihr alle gemeinsamen Kosten, evaluiert diese regelmäßig (z. B. einmal im Jahr) und legt fest,wie diese beglichen werden. Ein Beispiel findet Ihr in unserem dritten Schritt.

Schritt 3: Baut das richtige Kontensystem für Euer Vermögen

​Nachdem Ihr Eure ​Finanzen organisiert habt, wird die nächste Frage, die der praktischen Umsetzung sein. Je nach Abmachung bei der Kostenverteilung, wird ein anderes Kontensystem Sinn machen.

Typische Optionen für die Organisation der ​Konten in Beziehungen sind:

  1. Ein gemeinsames Konto: Auf diesem Konto erfolgen alle Geldeingänge und alle Ausgaben – egal ob individuell oder gemeinsam – werden davon beglichen
  2. Drei-Konten-Modell – Variante A: Jeder Partner hat ein eigenes Konto. Dort erfolgen die Geldeingänge und die individuellen Geldausgänge. Zudem existiert ein gemeinsames Konto. Auf dieses überweisen beide monatlich einen festgelegten Betrag (in unterschiedlicher oder identischer Höhe). Alle gemeinsamen Ausgaben werden von diesem Konto beglichen.
  3. Drei-Konten-Modell – Variante B: Alle Geldeingänge wandern auf das gemeinsame Konto. Alle regulären Ausgaben werden von diesem beglichen. Zusätzlich hat jeder Partner ein eigenes Konto. Hier​hin wird ein monatliches „Taschengeld“ vom gemeinsamen Konto überwiesen – ​für Geschenke oder persönliche Ausgaben.

Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung. Wie so oft muss das gewählte Modell zu Eurer Situation und Beziehung passen. Elementar ist, dass Ihr gemeinsam darüber entscheidet.

Solltet Ihr schon Depots für Aktien, Anleihen oder Fonds besitzen oder einrichten wollen, funktioniert die Aufteilung nach dem selben Prinzip. Wir fahren auch hier ein 3-Depot-Modell für unsere Investments an der Börse.

​Für welche Konten-Variante haben wir uns entschieden?

​Wir haben Variante 2 ​gewählt. Für das Grundprinzip haben wir uns ​schon früh in unserer Beziehung entschieden.​

Unser gemeinsames Konto, sowie die individuellen Konten sind alle bei der ​DKB – entsprechend kann jeder im Online-Banking auf einen Blick das eigene sowie das gemeinsame Konto einsehen. ​Zu Monatsbeginn tätigen wir die Überweisung auf das gemeinsame Konto und bestreiten damit unsere gemeinsamen Ausgaben.

Wir planen dieses Modell ​beizubehalten, da wir uns damit sehr wohl fühlen. Den Betrag werden wir sicherlich mit steigendem Lebensstandard anpassen.

Ein weiterer Vorteil: Das Geld muss für alle gemeinsamen Ausgaben reichen. Da wir seit unserer Studienzeit keine Erhöhung der monatlichen Einzahlung vorgenommen haben,​ ist unser Lebensstandard unverändert. Dadurch erreichen wir Sparquoten von 50 bis 80 % ​monatlich und können kontinuierlich Vermögen aufbauen.

Und Euer Modell?

​1,2 oder 3? Vielleicht auch 4 und es gibt kein gemeinsames Konto? Die Möglichkeiten sind groß und Eure Aufgabe besteht darin, die Vor- und Nachteile für euren Lebensstil abzuwägen!

Abhängig von Eurer Kostenverteilung ​macht ein unterschiedliches System Sinn. Daher sollte dieser Schritt ​nach dem zweiten ​Schritt erfolgen. Anpassungen dürft Ihr jederzeit vornehmen!

Schritt 4: Richtet Daueraufträge für organisiertere private Finanzen ein

Wer kennt es nicht: Neuer Monat, Miete abgebucht und plötzlich im Minus. Weil wieder mal einer von beiden vergessen hat seinen Anteil aufs gemeinsame Konto zu überweisen. Das strapaziert Euren Dispo und hat im Zweifel auch Auswirkungen auf Eure Schufa-Auskunft.

Eine Situation, die echt unnötig und schädlich für Euren gemeinsamen Vermögensaufbau ist. Denn wofür gibt es Daueraufträge? ​

​Welche Daueraufträge haben wir eingerichtet?

Zum letzten des Monats überweisen wir eine festgelegte Summe auf unser gemeinsames Konto. Dieser deckt die alle Ausgaben, die uns beide betreffen.

Am ersten eines jeden Monats wird automatisch in unsere ETF Sparpläne eingezahlt. Das Geld ist kaum auf dem Konto, da verschwindet es sofort in das Depot. Wir kommen dadurch nicht in die Versuchung es auszugeben.

Welche Möglichkeiten habt Ihr?

​Ihr habt vereinbart, wer wie viel monatlich aufs gemeinsame Konto überweist? Dann macht einen Dauerauftrag dafür!

Ihr überweist jedes Quartal wieder manuell den Rundfunkbeitrag – nach der ersten Mahnung? Ein Dauerauftrag hilft den nervigen Termin nicht zu vergessen!

Ihr habt vereinbart monatlich einen identischen Geldbetrag auf ein separates Sparkonto zu überweisen, um Euch die Hochzeit zu finanzieren? Durch einen Dauerauftrag musst Du nicht jeden Monat erneut die Tan-Liste verzweifelt suchen!

So ein Dauerauftrag ist kein großer Aufwand und erspart Euch viel Stress in der Zukunft beim Vermögensaufbau:

Regelmäßigkeit führt zu mehr Struktur und mehr Struktur zu mehr Sicherheit. Jeder weiß, welche Beträge an welchem Tag im Monat fällig sind und es gibt kein drumherum: Sie werden einfach abgebucht und die Gelegenheit Schulden aufzubauen, entsteht gar nicht erst.

Keine Schulden aufbauen

Noch ein Tipp: 

Wenn der Monat länger wird als das Gehalt, sorge dafür dass Geld in Deine Rücklage gebucht und alle Kosten beglichen wurden. Mit dem was übrig ist, musst Du anschließend den Monat aushalten.

Schritt 5: Plant Meilensteine für Euren Vermögensaufbau in Eure Beziehung ein

Mit der Klärung und Verteilung der gemeinsamen Ausgaben ist ​ein großer Schritt in Richtung vermögend werden getan.

Aber Du weißt​ selbst – das Leben kommt mit Auf und Abs und mit (teilweise unerwarteteten) Sonderausgaben. Und dies​e gilt es einzuplanen!

Aus gemeinsamen Träumen werden gemeinsame Ziele: Eine große gemeinsame Reise, das Familien-Eigenheim, eine ​Unternehmensgründung zu Zweit oder die neue Küche. Alles kostet Geld!

Dazu kommen unplanbare Sonderausgaben. Das Familienauto ist früher kaputt als gedacht oder eine medizinische Behandlung erfordert private Zuzahlungen.

Unsere Meilensteine in 2017

Im Juni heirateten wir mit etwa 100 Gästen und dies kostete eine Menge Geld. Zudem verbrachten wir unsere Flitterwochen ​in Australien und Neuseeland​.

Beides haben wir geplant – wir steckten uns eine klare Obergrenze, die unsere weiteren Ziele und Träume nicht gefährden würde.

Das Ergebnis?

Wir hatten eine wunderschöne Hochzeit, wir ​genossen aufregende Flitterwochen erleben und wir sind etwa 30 % unter unserer Obergrenze für beide Events geblieben, ohne Einbußen.

Für unplanbare Ereignisse legen wir 10 % unserer Einnahmen auf ein gemeinsames Sparkonto. Seit Mitte 2018 sparen wir weitere 10% unserer Einnahmen auf ein zusätzliches Tagesgeldkonto – als zusätzliche Rücklage für unsere Immobilien. Seit 2020 sparen wir weitere 10 % für gemeinsames Investieren an der Börse auf ein separates Konto. Alles was darüber hinaus geht, legen wir individuell zurück und bauen damit unser privates Vermögen weiter auf.

Was sind Eure Meilensteine?

Damit solche Ereignisse und Kosten Euch nicht aus der Bahn werfen, ist es wichtig finanziell vorzusorgen. Wo immer möglich, macht Euch einen Plan, wie lange Ihr für Eure gesetzten Ziele sparen müsst.

Übersteigt Eure Budgets nicht! Habt Ihr gemeinsam festgelegt, dass der neue Schreibtisch nicht mehr als 250 € kosten soll, dann haltet Euch daran! Es hatte einen Grund, weswegen Ihr Euer Budget so gesetzt habt.

​In ungeplanten Situationen, habt Ihr emotional schon genug zu bewältigen. Wenn dann ​noch Geldsorgen dazukommen, ist das echt unangenehm. Daher solltet Ihr kontinuierlich am Aufbau Eures individuellen und ​gemeinsamen Vermögens arbeiten – denn unvermutete Situationen entstehen bei jedem Paar irgendwann einmal.

Planung ist wichtig, Flexibilität ist es eben auch – ​letztere wird durch kluges Planen möglich!

​Finanzüberblick für Paare – Das Workbook für Euer Geld

​Erfahrt alles über mögliche Kontenmodelle und das Führen eines Haushaltsbuchs als Paar. Lernt, wie Ihr Euer Budget aufstellen und Eure Finanzen langfristig im Blick behalten könnt. Setzt alles direkt mit dem Workbook und inkludierten Budgetierungstool um.

Schritt 6: Besprecht finanzielle Spielräume und Eure Sparquoten um Vermögen aufzubauen

Eng mit dem vorherigen Schritt für Euren Vermögensaufbau verbunden ist auch Spielräume und Sparquoten zu besprechen.

Warum Du mit Deinem Partner über Geld und Deine Ersparnisse sprechen solltest?

Ganz einfach: Es schafft Verständnis!

Wenn Dein Partner nicht weiß, wie groß das Loch ist, das der nächste gemeinsame Urlaub in Deine Finanzen reißen wird, wie soll er dann Deine Unlust auf den teuren Ausflug verstehen, den er unbedingt noch buchen möchte?

​Offenlegen unserer privaten Finanzen und Vermögen

Ersteres führte zu Beginn zu einigen Diskussionen und Unanehmlichkeiten, da Mike’s Spielräume geringer ausfielen als meine.

Im Alltag war dies nicht entscheidend – dafür in der Urlaubszeit. Während meine Kosten sich auf den Urlaub beschränkten und ich durch ​meinen Angestelltenjob dabei Geld verdiente, summierten sich bei Mike die Kosten: Urlaubsausgaben + kein Gehalt, da auf Honorarbasis!

Unsere Sparquoten sind seit 2015 kein Geheimnis mehr. Zuvor hatten wir uns nur nicht darum gekümmert. Zurückblickend ein sehr großer Fehler!

Wann wird es höchste Zeit für ein Geldgespräch?

Spätestens wenn es an’s gemeinsame Eigenheim geht, müsst Ihr voneinander wissen, wie viel Geld jeder monatlich zurücklegen kann.

Durch den Austausch miteinander kommen neue Ideen, um Euren wirtschaftlichen Spielraum oder Eure Sparquote zu erhöhen.

Bei gleichem Verdienst und ​stark unterschiedlichen Sparquoten ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer vom anderen noch lernen könnte, hoch. Nutzt das Wissen des Partners und spornt Euch gegenseitig beim Vermögensaufbau an!

Schritt 7: Senkt gemeinsam Eure Ausgaben um Euren Vermögensaufbau voranzutreiben

Wenn Ihr jetzt eine Übersicht über Eure privaten Finanzen habt und Euch durch Daueraufträge und feste Sparquoten Zeit freigeschaufelt habt, geht es an den nächsten Schritt: Gemeinsam ​schmälert Ihr die Ausgabenseiten ​und schafft Euch mehr Freiräume um nachhaltig Vermögen aufbauen zu können.

Nach dem ersten Statusreport werdet Ihr bereits feststellen, dass Ihr an vielen Stellen sparen könnt. Sparpotentiale gibt es bei fast jedem Lebensstil – ​vieles wird Euch gar nicht weh tun.

​Wo senken wir unsere Ausgaben?

​Das größte Sparpotential, das wirl als Paar gegenüber dem vorherigen Single-Haushalt ​nutzen, sind alltägliche Ausgaben:

Egal ob eine oder zwei Personen im Haushalt -​ Putzmittel, Staubsaugerbeutel oder Spülmaschinentabs ​benötigen wir nicht doppelt so viel nur weil wir zu Zweit sind.​ Gemeinsam sind wir effizienter.​ Lebensmittel, die wir kaufen sind ​qualitativ besser und die Verpackungsgrößen sind zu zweit deutlich ​passender als alleine.

Mike und ich sparen auch dadurch, dass wir gemeinsam jeden Monat einen Blick auf unsere Finanzen werfen – sozialer Druck, nicht der verschwenderische Part der Beziehung zu sein, hilft beim Ziel die Sparquote zu erhöhen.

Sagt den Doppelausgaben: Tschüss!

​Durch die Erstellung Eurer gemeinsamen Finanzübersicht, erfahrt Ihr von unnötigen Doppelausgaben: Als Paar genügt eine Hausratversicherung – die beiden aus den vorherigen Single-Haushalten machen keinen Sinn mehr. Das gilt für viele andere Versicherungen und Alltagsgegenstände ebenso. ​Vielleicht ein Thema für einen nächsten Artikel?

Auch hier werden die Ideen des ​Partners manchmal übertrieben oder einschränkend wirken – einen zweiten Gedanken sind die meisten dennoch wert. Denn d​ein Lieblingsmensch geht weniger emotional an Deine Freizeitausgaben heran als Du!

Und vielleicht kommt Ihr gemeinsam auch auf tolle neue, kostengünstige Hobbys, die ihr gemeinsam verfolgen könntet…

Schritt 8: Kontrolliert Eure monetäre Entwicklung auf dem Weg zum vermögenden Paar regelmäßig

Einmalig Eure privaten Finanzen​ zu organisieren ist ein wichtiger Schritt​. Langfristigen Erfolg beim Vermögensaufbau werdet Ihr ​haben, wenn Ihr Euch regelmäßig selbst kontrolliert!

​Unser Vermögensturbo war die Kontrolle

Wir betrachten jeden Monat unsere Finanz-Entwicklung – seit Dezember 2015.

Jeder von uns erfasst ​alle Ausgaben und Einnahmen sowie die derzeitigen Konto- und Depotstände in unserem​ Excel „Finanzüberblick für Paare“. Zusätzlich berechnen wir (bzw. das Budgetierungstool Kennzahlen wie die Sparquote oder Vermögenssteigerung im Vergleich zum Vormonat und Jahresbeginn.

Seit Dezember 2015 bedeutet dies für Mike eine Rendite von 450 % – der Vergleichszeitraum zuvor bietet nur niedrige zweistellige Verbesserungen.

Bewusstes Haushalten als Vermögenskatapult

Eine regelmäßige Kontrolle gewährleistet, dass Du Dir bewusst wirst, welche Ausgaben von der Sonderausgabe ​zur ​Gewohnheit werden. Durch einen regelmäßigen Check wirst Du ei​n besseres Gefühl bekommen, wie hoch Deine Ausgaben tatsächlich sind und was typische Vorgänge sind. Mit der Zeit wirst Du Einsparungspotentiale ganz automatisch erkennen.

Unser Gehirn schummelt den einen oder anderen Posten einfach durch. Schwarz auf Weiß ​gibt es kein Verdrängen mehr.

Durch die Regelmäßigkeit gibt es keine bösen Überraschungen , sondern ​für jeden von Euch neue Erkenntnisse.

Durch die Gemeinsamkeit des Reviews erhaltet Ihr eine zusätzliche kritische Instanz und stellt sicher, dass beide einen Überblick haben. Gerade wenn es an gemeinsame Familienfinanzen geht, ist es elementar, dass beide über die Situation Bescheid wissen.

Klar kann es sein, dass einer von Euch die Hosen an hat was ​Geld in Eurer Beziehung und die Organisation Eurer privaten Finanzen angeht. Dennoch sollten beide zumindest informiert sein – und dies gelingt über Regelmäßigkeit!

Monatsabschluss machen

Schritt 9: Organisiert Euren Vermögensaufbau in der Beziehung im Rahmen fester Termine

Direkt an den vorherigen Punkt anschließend,​ empfehlen wir feste Termine für Eure Reviews und ​Geldgespräche. Über Finanzierungsprobleme des neuen Autos beim abendlichen Abwasch zu diskutieren ist nicht zielführend.

Geld ist ein sensibles Thema. Es hat zu tun mit Macht, Vertrauen und vielleicht auch der Angst, benachteiligt zu werden. Dementsprechend benötigen Gespräche über Eure privaten Finanzen genügend Raum und vor allem den richtigen Ort und Zeitpunkt.

​Wann ist unser Datum?

Bei uns hat es sich eingebürgert, dass wir am 30./31. des Monats oder 01. des Folgemonats unseren Monatsabschluss erstellen. Dies macht jeder von uns individuell. Der Termin ist jedoch fest vereinbart.

Rund um die Erstellung des Monatsabschluss-Artikels sprechen wir auch über unser Erreichtes. Oder über das, was im vergangenen Monat nicht so gut gelaufen ist. Und natürlich über das, was im kommenden Monat so ansteht.

Über Projekte mit größerer monetärer Belastung – unsere Hochzeit, eine große Reise oder die Grundausstattung für unser Baby – sprechen wir zu festen Terminen. Ist das Budget erst einmal festgelegt, gibt es nicht viel zwischendurch zu diskutieren oder zu zweifeln. Denn jeder weiß, was möglich ist und kann in diesem Rahmen frei agieren.

Die festen Termine für die Organisation eurer privaten Finanzen schaffen…

… Freiheit: Denn darumherum könnt Ihr beide frei agieren und handeln.

… Sicherheit: Denn jeder weiß, dass der richtige Zeitpunkt für das Gespräch über Geld ​ist und ​muss es nicht zwischendurch erledigen.

… Vertrauen: Denn ein unendliches Verschieben unangenehmer Themen ​gehört der Vergangenheit an – das nächste Finanzdate kommt bestimmt!

Finanzdate – ein toller Begrif​f!

Verbindet doch das Angenehme mit dem Nützlichen und vereinbart einen festen Tag im Monat und bestimmt ihn zu Eurem​ Geldtag.

Hier macht Ihr den Monatsabschluss und diskutiert anschließend bei einem gemeinsamen Spaziergang alles, was Euch zum Thema Geld auf dem Herzen liegt.

Zum Abschluss des Tages verbringt Ihr den Abend gemeinsam, esst etwas leckeres und redet dabei über Eure Ziele und Träume in der Zukunft.

Ein perfektes Finanzdate mit ​Deinem Lieblingsmenschen 😉

​Schritt 10: Legt Euren gemeinsamen Sicherheitspuffer fest

​Eine hohe Sparquote habt Ihr erreicht. Jeden Monat seht Ihr in Eurer Übersicht, wie Euer Bargeldbestand ansteigt.

Ein super Gefühl oder? Aber wie lange soll das so gehen?

Um das zu entscheiden, geht es an die berühmte „Sicherheitszone“. Ihr diskutiert und vereinbart, wie viel Geld Ihr ansparen möchtet. Gibt es eine Grenze, ab der ich Euch sicher fühlt? Ab welchem Vermögen möchtet Ihr euer Geld für andere Projekte, den nächsten Urlaub oder wirkliche Investitionen als Paar verwenden?

Viele​ Experten empfehlen, dass Du drei Monatsgehälter zurücklegen solltest. Andere sprechen von sechs oder mehr.

Die Wahrheit sieht ​sehr individuell aus.

​Unser Sicherheitspuffer

Mike und ich sind seit vielen Jahren zusammen. Wir teilen sehr viele Werte. Diese sind die Säulen unserer Beziehung. Das Sicherheitsempfinden gehört nicht dazu!

Die Höhe des Betrages, der für uns Sicherheit bedeutet unterscheidet sich stark. Und hat sich im Laufe der Jahre verändert. Sicherlich wird er sich noch weiter an unsere Erfahrungen und unseren Lebensstandard ​anpassen.

Mike hatte zu Beginn unserer Beziehung zwischen einem und zwei Monatsgehältern als Sicherheitspuffer. Inzwischen weiß er genau, was seine Lebenshaltungskosten im Jahr sind – und diese Summe will er auch auf dem Konto haben. Im Notfall könnte er ein Jahr von seinen Ersparnissen leben. Alles darüber hinaus, ist er bereit zu investieren -nicht zu verkonsumieren.

Bei mir drückte sich das Sicherheitsbedürfnis von Anfang an in einer deutlich höheren Summe aus. Mit nur einem Monatsgehalt auf der hohen Kante hätte ich niemals ruhig schlafen können. Mit steigendem Einkommen, steigt auch meine Rücklage. Allerdings nicht gleich stark. Ich stehe bei einer Summe auf dem Tagesgeldkonto mit dem ich mich sehr sicher fühle. Mir geht es mehr um einen stabilen Anteil am Gesamtvermögen und nicht um eine bestimmte Menge an Geld.

Zusätzlich zu unseren individuellen Ersparnissen haben wir ​gemeinsame Rücklagen. Hier zahlen wir monatlich 10% unserer Einnahmen ein. Erstes Ziel ​waren 5.000 € ​für unvorhergesehen Ausgaben. Inzwischen besparen wir den Topf immer weiter und entnehmen größere Ausgabenblöcke (bspw. die Nabelschnurblut-Einlagerung für unseren Babyinvestor) daraus. Da wir ab kommendem Jahr unseren Immobilienkredit zu tilgen haben, gibt es inzwischen ein weiteres Rücklagenkonto. Hier sparen wir weitere 10% unserer Einnahmen darauf – als Sicherheitspuffer für unsere Immobilien. Gleichzeitig nutzen wir diese Ersparnisse zukünftig für Sondertilgungen sollten wir sie nicht für Instandhaltungen gebraucht haben.

Gemeinsamer oder individueller Sicherheitspuffer?

Diese Entscheidung liegt darin, ob Ihr gemeinsam Euer Vermögen aufbauen ​oder doch lieber individuell beginnen möchtetet. Wir haben uns erst nach der Hochzeit für gemeinsame Rücklagen entschieden – nach 7,5 Jahren Beziehung.

Wenn Ihr ​lieber individuell sparen möchtet, macht es dennoch Sinn über Eure ​Sicherheitszonen miteinander zu sprechen. Der Partner hinterfragt Deine Gedanken und Finanzplanung ganz anders als Du selbst. Zwei Köpfe denken ​an mehr als nur einer!

​Schritt 11: Beginnt zu investieren um Vermögen aufzubauen

Der Sicherheitspuffer ist erreicht.

Was jetzt nicht passieren darf: Das übrige Vermögen einfach ausgeben. Etwas gönnen ist selbstverständlich von Zeit zu Zeit sinnvoll und motiviert auch wieder aufs Neue.

Allerdings ist es für Euren langfristigen Vermögensaufbau und Wohlstand unerlässlich, dass Ihr einen Teil Eurer Einkünfte investiert.

Investieren heißt, das Geld nicht auf dem Tagesgeldkonto versauern zu lassen, sondern durch smarte Geldanlage – bspw. an der Börse – das Geld zu erhalten und zu vermehren. Besprecht Investitionsmöglichkeiten für Euer gemeinsam Erspartes.

Als Paar habt Ihr bessere Ausgangsvoraussetzungen für gemeinsame Kapitalanlagen mit einer langfristig höheren Rendite als alleine!

 

Die (Hinter-)Gründe unserer Börsenaktivitäten

Für uns sind die beiden entscheidenden Vorteile, für eine Geldanlage als Paar anstatt alleine, die besseren Entscheidungen und die Synergieeffekte.

Bessere Entscheidungen kommen durch den Austausch mit dem Partner zu Stande. Bevor wir eine Aktie kaufen, sprechen wir intensiv darüber. Mike liest den Geschäftsbericht und erzählt mir davon. Es reicht nicht, dass er vom Geschriebenen überzeugt wurde – er muss mich mit dem Gesprochenen ebenfalls überzeugen.

Mike ist begeisterungsfähiger als ich. Ich hinterfrage kritischer. Gemeinsam kommen wir zu guten Entscheidungen für unsere Anlagen.

Jeder Kauf und Verkauf von Aktien für unser Depot bringt Kosten mit sich. Durch den gemeinsamen Kauf von Einzelaktien, sparen wir Gebühren. Diese durch zwei zu teilen, mag nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein – aber immerhin. Weiteres Sparpotential entfaltet sich bei der Steuer: Durch die gemeinsamen Investitionen stehen uns zwei Freibeträge von jeweils 801 Euro für unsere Kapitalerträge zur Verfügung. Lange Zeit hätte Mike diesen alleine mit seinen Aktien nicht ausschöpfen können und gleichzeitig konnte ich davon ganz legal profitieren. Jetzt als Ehepaar mit einer gemeinsamen Steuererklärung ist es natürlich noch einfacher.

In ETFs investieren wir übrigens immernoch ausschließlich individuell. Dies liegt an dem Zeithorizont, den wir für diese Geldanlage für unsere Altersvorsorge vorsehen.

Erst schlau machen, dann gemeinsam investieren

Nutzt die Zeit, die Ihr für den Sicherheitspuffer benötigt, um euch zu informieren:

Ihr müsst keine Aktien kaufen. Wenn Euch das zu kompliziert ist, beginnt mit ETFs oder Fonds. Vielleicht sind auch Immobilien, Anleihen oder Crowdinvesting eher Euer Ding. Auch Rohstoffe oder Kapitalanlagen in Unternehensanteile abseits der Börsen dieser Welt, sind Möglichkeiten für Euch als Paar Vermögen aufzubauen.

 

​Schritt 12: Dokumentiert alle Investitionen, Finanzentscheidungen und Abmachungen auf Eurem Weg zu organisierten privaten Finanzen

​Das Kapitel „Die Beziehung vom Ende her denken“ des Buches Liebes Geld von Michael Mary hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Es empfiehlt, wie der Titel schon sagt, sich nicht in der Verliebtheit zu verlieren, sondern eine Beziehung rational vom Ende her zu denken:

  • Was passiert, wenn Ihr Euch trennt?
  • Wer bekommt was?
  • Und welche Regelungen sind Euch sonst wichtig?

Viele werden​ sagen, das ist unromantisch. Mag sein. Aber wie sehr zerstört der Streit nach einer Beziehung die Erinnerungen an all die tollen romantischen Stunden, die Ihr gemeinsam hattet? Ist es nicht viel romantischer und ehrlicher, auch unangenehme Themen zu besprechen? Und in guten, einander wohlgesonnenen Zeiten, akzetable Regelungen für beide Parteien zu finden?

Aus unserer Sicht ist eine saubere Dokumentation ​der gemeinsamen Finanzen die halbe Miete um späteren Streit zu vermeiden.

​Unser Automatismus beim Vermögensaufbau

Ganz automatisch haben wir ab dem Moment, in dem wir gemeinsame Aktien erworben haben, eine Excel-Tabelle geführt, die alles festhält. Wie viel hat Mike investiert, wie viel ich. So dokumentieren wir bis heute alle gemeinsamen und individuellen Geldanlagen ganz genau.

Zinsen oder Erträge aufgrund von Verkäufen oder Dividenden können wir immer leicht verteilen. Denn wir wissen genau, wem wie viel Prozent der Rendite wem zustehen. Ohne Diskussionen, Streit oder Vermögensschäden.

​Erweitert Euer Haushaltsbuch um ein Investitionsbuch

Dokumentiert alle,was auf Euren Konten passiert!

Leiht einer dem anderen eine größere Summe Geld – schreibt es auf!

Einigt Ihr Euch, dass einer dem anderen einen Beitrag zur Altersvorsorge leistet, um bspw. einen Einkommensverzicht aufgrund von Elternzeit, auszugleichen. Setzt einen Vertrag darüber auf, wenn einer für den anderen in einen ETF spart, um einen Ausgleich zu schaffen.

Dinge schriftlich festzuhalten hat nichts mit Misstrauen gegenüber Eurem Partner zu tun. Im Gegenteil!

Es ist eine Frage des Respekts und der Liebe zum Partner. Niemand weiß, ob die Beziehung halten wird. Im Trennungsfall sind viele verletzte Gefühle im Spiel, sodass der eine oder andere nicht mehr so rational handelt, wie vorher gedacht.

Dann sind oben beschriebene Vereinbarungen bares Geld wert. Und bleibt Ihr für immer und ewig zusammen, umso besser! Lieber eine Dokumentation zu viel, als eine zu wenig…

Finanzen dokumentieren

​Extra Tipp zum Vermögen aufbauen: Redet miteinander!

Last but not least: Redet miteinander!

Dies ist der wohl universalste, wichtigste und logischste Tipp, den wir Euch mit auf den Weg zu geordneten Finanzen in Eurer Beziehung geben möchten.

Probleme in der Beziehung lassen sich durch offene Kommunikation fast immer vermeiden oder mindestens ausräumen. Gemeinsam ​geht Ihr Schwierigkeiten einfacher an als alleine. Seid Euch bewusst: Eine zweite Meinung hilft ​immer!

Wir haben bereits einige Artikel geschrieben, die erklären, warum Du mit Deinem Partner über Geld sprechen solltest, wie Du mit ihm darüber reden kannst und wie es mit Geld in Eurer Beziehung einfach besser klappt. Alle haben gemeinsam, dass Ihr miteinander redet!

Der Beginn mag schwierig sein. Die Mühe lohnt sich aber allemal. Über Aktien oder Finanzen zu reden, ist nicht unromantisch, sondern wird Eure Beziehung langfristig enorm weiterbringen.

Teilt Eure Geldsorgen mit dem Partner, entwickelt gemeinsam neue Ideen für mehr Einnahmen, eine klügere Geldanlage und versteht, welche Bedeutung Geld für den anderen hat.

 

​Alle Schritte für organisierte private Finanzen im Überblick:

  1. Schritt – Organisiert Eure Einnahmen und Ausgaben
  2. Schritt – Verteilt die Kosten auf Eure Beziehung
  3. Schritt – Wählt das richtige Kontensystem für Eure Finanzen
  4. Schritt – Richtet Daueraufträge für mehr Organisation ein
  5. Schritt – Plant Meilensteine in Eurer Beziehung
  6. Schritt – Besprecht materielle Spielräume und Eure Sparquoten
  7. Schritt – Senkt gemeinsam Eure Ausgaben
  8. Schritt – Kontrolliert Eure finanzielle Entwicklung regelmäßig
  9. Schritt – Organisiert Eure Finanzen in der Beziehung im Rahmen fester Termine
  10. Schritt – Legt Eurem gemeinsamen Sicherheitspuffer fest
  11. Schritt – Beginnt zu investieren
  12. Schritt – Dokumentiert alle Investitionen, Finanzentscheidungen und Abmachungen

Extra-Tipp – Redet miteinander!​

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