Trocken und elementar wichtig – Bürokratie rund um die Ehe

Hallo,zum Ende des Wochenendes gibt es ein auf den ersten Gedanken hin trockenes, auf den zweiten aber elementar wichtiges Thema: Die Bürokratie rund um die Hochzeit und die darauf folgende Ehe. Versicherungen wollen geändert, neue Dokumente für den Namenswechsler rechtzeitig beantragt und vielleicht eine gegenseitige Patientenverfügung aufgesetzt werden.

Die Hochzeit ist in Augen vieler ein zutiefst romantischer Akt. Nach der aufregenden Verlobung und anschließenden Planung des großen Tages kommen nach und nach die bürokratischen Hürden und Besonderheiten auf. Diesen gehe ich heute auf den Grund – nur Ausschnittsweise und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn alles wissen wir rund 6 Wochen vor unserer Hochzeit noch nicht. Zu gegebener Zeit werden Updates folgen, die neue Erkenntnisse und persönliche Entscheidungen enthalten.

Mit diesem Artikel zählen wir den Countdown bis zu unserer Hochzeit weiter herunter: noch 4 Artikel in 4 Wochen bis zum großen Tag!

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

Bürokratie der Eheschließung

 

Um zu heiraten steht einiges an Bürokratie im Vorfeld auf der Tagesordnung.

Bürokratie ist trocken, ätzend und verdirbt den Spaß – noch dazu führt kein Weg drumherum.

Umso wichtiger, dass Ihr Euch bewusst werdet, wie (lebens-)wichtig einige dieser Entscheidungen sind. Wenn Du direkt ns Eingemachte eintauchen willst, lies bei den Versicherungen für eine ruhige Ehe weiter.

 

Standesamt

Um offiziell eine Ehe zu schließen, muss diese auf dem Standesamt geschlossen werden. Die Anmeldung und damit auch offizielle Terminsicherung kann in der Regel ab sechs Monate vor dem Hochzeitstermin erfolgen. Grundsätzlich könnt Ihr bei jedem Standesamt heiraten – die erste Anmeldung sollte bei dem Eures Heimatortes erfolgen und dieses leitet die Unterlagen an das Standesamt Eurer Wahl weiter.

Um Eure Ehe anzumelden, ist es empfehlenswert einen Termin mit dem Standesamt zu vereinbaren. Denn es gibt einige Unterlagen, die geprüft und verschiedenste Punkte rund um den Ablauf, die besprochen werden müssen.

Beide Partner müssen folgende Unterlagen mitbringen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Aktuelle Aufenthaltsbescheinigung  mit Nachweis des aktuellen Familienstandes (bei Heirat im Heimatort, liegt dies direkt im Standesamt vor)
  • Aktuelle beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister vom Standesamt des Geburtsortes

Weitere Unterlagen werden nötig, wenn einer von beiden schon einmal verheiratet war, eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, nicht in Deutschland geboren, adoptiert oder im Ausland geschieden wurde. Ebenso wenn minderjährige gemeinsame Kinder oder Kinder aus vorherigen Beziehungen existieren.

 

Was kostet der Spaß ?

Die Gebühren unterscheiden sich von Stadt zu Stadt und Standesamt zu Standesamt – Zusatzkosten gibt es für verschiedenste Dinge. Eine Beispielrechnung könnte wie folgt aussehen:

  • Prüfung der Ehevoraussetzungen / Anmeldung zur Eheschließung: 42 €
  • Nachweis des Wohnsitzes: je 5 €
  • Vornahme der Eheschließung in den Amtsräumen während der allgemeinen Öffnungszeiten: 42 €
  • Eheurkunde: 11 €
  • Stammbuch: 18 €

Ergibt 123 Euro – genau der Betrag, den wir selbst im Standesamt Oberursel gezahlt haben. Hier wären Zusatzkosten für eine Trauung am Samstag oder generell außerhalb der normalen Öffnungszeiten, aber auch für eine andere Location (beispielsweise das Oberurseler Brauhaus oder das alte Rathaus).

 

Namensänderung

Durch die Ehe wird es Zeit für einen Familiennamen. In Deutschland ist es allerdings keine Pflicht den Namen zu ändern – es ist auch möglich, dass beide Partner weiterhin den Geburtsnamen führen. Alternativ kann die Wahl auf einen Doppelnamen fallen oder eben einer entscheidet sich den Nachnamen des anderen anzunehmen.

Falls Ihr Euch für eine Namensänderung entscheidet, gibt es einiges zu tun – manches kostet richtig Geld, manches nur etwas Zeit:

  • Neuen Personalausweis (ab 24 Jahren 28,80 €) und Reisepass (ab 24 Jahren 59 €) beantragen
  • KFZ-Zulassungsstelle und Führerscheinstelle – hier kannst Du Dir ein neues Dokument ausstellen lassen, es besteht allerdings keine Pflicht!
  • Finanzamt und Arbeitgeber informieren
  • Banken für alle Konten und Kreditkarten informieren (die Ausstellung von neuen Karten kann eine Gebühr nach sich ziehen!)
  • Informieren der Post, des Telefon- und Internetanbieters, von Versicherungen, der Krankenkasse und ggf. Bausparkasse
  • Auch nicht den Hausverwalter / Vermieter sowie Gas- und Stromversorger vergessen
  • Vereinsmitgliedschaften und anderen laufende Verträge bspw. Zeitschriftenabonnoments umschreiben
  • Namensschilder ändern: Türschild, Klingelschild, Briefkasten, Visitenkarten, usw.
  • E-Mail-Adresse und Webseiten-Impressum (letzteres ist vor allem für Blogbetreiber wichtig :-P)

Eine lange Liste und sehr viel Arbeit für denjenigen mit der Namensänderung. Ob, und in welcher Form Ihr diese Änderung vornehmt liegt bei Euch. Wir haben uns für einen Familiennamen entschieden, da wir mit Blick auf die Zukunft als Familie wahrgenommen werden wollen. Wir finden es doof, wenn die Kinder anders heißen als einer der Ehepartner.

 

Versicherungen für eine ruhige Ehe

 

Schon vor über einem Jahr haben Mike und ich eine gemeinsame Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Auch andere Versicherungen wie die Hausratversicherung könnt Ihr als Paar abschließen ohne dass Ihr verheiratet sein müsst. Eine Lebensgemeinschaft reicht aus um hier zu „sparen“.

Neues Absicherungsbedürfnis

Mit der Ehe versprecht Ihr zukünftig als Familie zu agieren, zusammenzuhalten und den anderen in guten wie in schlechten Zeiten zu unterstützen. Mit diesem Versprechen kann ein neues Absicherungsbedürfnis entstehen. Denn gesetzlich ist dies keine Floskel – selbst nach Scheidung und Tod seid Ihr für einander verantwortlich.

Mögliche Szenarien umfassen die Arbeitslosigkeit oder die Berufsunfähigkeit eines Partner. Das absolute Horrorszenario ist der plötzliche Tod des Ehepartners. Neben der emotionalen Belastung, die in diesen Situationen eine große Herausforderung für beide Partner ist, gilt es die finanziellen Sorgen möglichst gering zu halten.

Denn sich zusätzlich überlegen zu müssen, wie die Familie (eventuell dann mit Kindern) zukünftig über die Runden kommen soll, kann die Ehe und auch die individuelle Gemütslage enorm belasten.

Versicherungen sind aufgrund Ihrer Eigenschaft, verdammt ernst zu nehmen. Wenn Ihr Euch einen neuen TV kauft, merkt dass dieser nicht zu Euch passt, könnt Ihr ihn binnen 14 Tage zurückgeben. Ob eine Versicherung zu Eurem Risikoprofil passt, merkt Ihr allerdings erst, wenn die Katastrophe vorbei ist. Ein spontaner Wechsel ist nicht mehr möglich.

 

Gedanklicher Austausch in ruhigen Minuten

Viel besser könnt Ihr mit solchen Extremsituationen umgehen, wenn Ihr Euch im Vorfeld – am besten in ruhigen und rationalen Minuten – Gedanken darüber gemacht habt, wie Ihr hier agieren möchtet.

Durch Versicherungen, denen wir bisher keine Aufmerksamkeit haben zukommen lassen, ist es möglich für Entspannung im Fall der Fälle zu sorgen:

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder auch eine Grundfähigkeitsversicherung kann dafür sorgen, dass im Falle einer eingeschränkten oder keiner Arbeitsfähigkeit statt dem Arbeitseinkommen eine monatliche Rente zum Familieneinkommen beiträgt.

Auch eine Lebensversicherung wird – gerade mit Kindern – interessanter. Denn die Entscheidung für eine Familie fällt in der Regel gemeinsam. Die Machbarkeitsüberlegungen, was die Finanzierung des Lebensunterhaltes, der Ausbildung und gemeinsamer Urlaube angeht, werden gemeinsam angestellt. Tritt der traurige Fall ein und einer steht plötzlich alleine da, kann dies ein finanzielles Disaster bedeuten.

Für all diese Versicherungen ist die individuelle Situation entscheidend. Überlegt Euch, welche „Worst-Case-„Szenarien eintreten könnten und wie Ihr damit umgehen könntet. Würde die Versicherung in Eurer individuellen Situation helfen?

Wir machen uns derzeit noch Gedanken. Erst dachten wir, dass wir nach der Hochzeit erst einmal nichts ändern werden. Sondern erst, wenn gemeinsame Kinder im Spiel sind. Mit zunehmenden Gedankengut verändert sich unsere Haltung.

 

Versicherungen – auch ohne Kinder

Inzwischen fällt uns auf, dass auch ohne Kinder die Verpflichtungen der Ehe vermehrt Gedanken über die oben beschriebenen Fälle nötig werden lassen. Eine Lebensversicherung ist vielleicht noch nicht wichtig. Eine Grundfähigkeits- oder sogar Berufsunfähigkeit könnte auch ohne Kinder wichtig werden.

Denn weder Mike noch ich möchten, dass der andere dafür aufkommen muss, wenn man selbst plötzlich nicht mehr arbeiten kann. Das Leid des einen soll nicht das Wohl aller gefährden. Auch die gegenseitige Pflege und das Aufwachsen der Kinder wird erleichtert, wenn finanzielle Sorgen durch passende Versicherungen entfernt werden können.

Wenn einer plötzlich für zwei (oder mehr) alleine aufkommen müsste, würde diese Freiheit enorm eingeschränkt werden. Mike könnte seine unternehmerischen Pläne wahrscheinlich nicht mehr in der Form verfolgen, denn er müsste meinen Verdienstausfall kompensieren und kann weniger Risiken eingehen. Ich würde im umgekehrten Fall nicht mehr in der Form Reisen, wie es mir wichtig ist – denn mein Geld muss für uns beide und könnte nicht mehr für meine individuelle Horizonterweiterung ausreichen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Extremsituation ist äußerst gering  – daher das Beiwort „extrem“. Dennoch stellen wir uns die Frage: „Können wir das Risiko alleine tragen oder wollen wir es verkaufen?“

 

Patientenverfügung und Testament, bis dass der Tod die Ehe scheidet

Füreinander da zu sein, bis dass der Tod Euch scheidet, ist das Kernversprechen einer jeden Hochzeit. Um sich auch bis zum Ende im Sinne des anderen um den Partner kümmern zu können, können verschiedene Dokumente hilfreich sein.

 

Betreuungs- und Vorsorgevollmachten

Sollte der Fall eintreten, dass ein Mensch nicht mehr für sich selbst Entscheidungen treffen kann, wird ein Betreuer nötig. Es kann sich nur um einzelne Lebensbereiche (bspw. die Finanzen) für die ein Betreuer bestellt wird, aber auch um eine allumfassende Betreuung handeln.

Solche Vollmachten können vom Betreuungsgericht, das feststellt, dass eine Person aufgrund von gesundheitlichen Rahmebedingungen (das können psychische, körperliche oder andere Vorfälle sein) nicht mehr in der Lage ist, selbst für sich zu entscheiden und zu sorgen, angeordnet werden.

Ein Betreuer kann eine fremde Person oder eine Person aus dem privaten Umfeld sein. Möchtet Ihr der potentielle Betreuer füreinander sein, ist es empfehlenswert diesen Wunsch in gegenseitigen Vollmachten festzuhalten. Der Partner, kennt Deine Wünsche und ist i.d.R. die Person, der Du uneingeschränkt vertauen kannst. Er wird in Deinem Sinne für Dich entscheiden, wie Du es auch für ihn tun würdest.

 

Patientenverfügungen

 

Eine besondere Form der Vollmacht ist die Patientenverfügung. Sie dient der Vorabentscheidung, wie Ärzte in medizinischen Notfällen agieren sollen, wenn Du selbst den Willen nicht mehr äußern kannst.

Auch dies ist ein Thema, das mit dem Ehepartner besprochen werden sollte. Denn selbst wenn unterschiedliche Auffassung über manche Situationen herrschen, die Wünsche zu besprechen und den Partner einzubeziehen kann im Worst-case entscheidend sein. Es entstehen keine bösen Überraschungen und vor allem wird schlussendlich (hoffentlich) in Deinem Sinne gehandelt!

Als Ehepaar macht es durchaus Sinn Patientenverfügungen zu erstellen und diese dem Partner zur Verwahrung zu geben. Das Dokument sollte im Notfall schnell greifbar sein und für Klarheit in der vielleicht undurchsichtigen Situation sorgen.

 

Testament

Am Ende wird einer der beiden Eheleute zuerst gehen müssen. Gibt es kein Testament wird die gesetzliche Erbfolge eintreten.

Vereinfacht bedeutet dies, dass neben dem Partner entweder die Eltern, Geschwister oder Kinder die andere Hälfte des Vermögens erben.

Gerade wenn ein gemeinsames Unternehmen den größten Vermögensteil ausmacht, kann dies zu Problemen führen. Denn einer könnte das Unternehmen alleine weiterführen – müsste dafür aber den/die Miterbe/n auszahlen. Wenn dies nicht möglich ist, kann das das Ende der Unternehmung bedeuten.

Auch Eltern junger Kinder möchten oft, dass diese nicht in jungen Jahren groß erben. Lieber soll der Partner alles erben und die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt der „Schlusserbe“ der Beziehung sein.

Um den Ehepartner als Alleinerben einzusetzen, bietet sich das „Berliner Testament“ an. Auch hier lassen sich andere Erben nicht völlig ausschließen – ein Pflichtteilanspruch besteht weiterhin. Dieser ist jedoch deutlich kleiner als der Anspruch aus der gesetzlichen Erbfolge.

 

Fazit

Harter Tobak dieser Artikel! Ist bei der Anmeldung zur Eheschließung beim Standesamt die Bürokratie noch erträglich und sogar aufregend, sind die Versicherungs- und Vorsorge-Themen weniger schön. Dafür ein paar Zacken wichtiger!

Für Dich bedeutet dies:

Setze Dich mit Deinem Partner aktiv auseinander;

Redet über Eure Wünsche und Erwartungen;

Packt den Tod und sonsige Katastrophen auf den Tisch;

Und trefft Enscheidungen!

Ansonsten besteht eine reale Gefahr, dass Missverständnisse Eure Lebenszufriedenheit und Euren Vermögensaufbau negativ belasten!

Dass die Mehrheit der Menschen dies nicht verstanden haben, merken wir an dem unaufhörlichen Gejammer in den Medien und der Politik. Gut, dass Ihr nicht dazu gehören werdet!

Jede Beziehung und Ehe ist individuell. Es kann gut sein, dass Ihr keine neue Versicherung abschließen, keine Patientenverfügung und auch kein Testament erstellen müsst – das entbindet Euch nicht davon, darüber zu sprechen. Am Ende sollte eine für Euch passende Lösung stehen!

Viele Grüße
Marielle

Hochzeit: Tradition oder Geldverschwendung – was ist Euch wichtig?

Hey,

in unseren Hochzeitupdates haben wir mehrfach über den Sinn und Unsinn einiger Traditionen diskutiert. Im Blog ging es am Häufigsten um Eheringe. Privat galten der fehlende Verlobungsring und der nicht vorhandene Kniefall als Diskussionsstoff.

Da viele Kommentare, Emails und Unterhaltungen auf Tradition hinausliefen, betrachten wir diese nun aus zwei Perspektiven: Erstens mit der philosophischen und zweitens mit der finanziellen Brille. Beide sind nicht zu Hunderprozent voneinander zu trennen, da das eine häufig das andere beeinflusst.

Bei meiner Recherche bin ich auf über 20 Traditionen gestoßen, die in Deutschland praktiziert werden. Regional wird es einige Abwandlungen geben. Ich werde nicht alle in dem Artikel verwenden, sondern einige Punkte exemplarisch aufgreifen.

Eine Vielzahl der Traditionen findet Ihr auch in unserer großen Checkliste für Eure Hochzeit wieder – einfach mal reinschauen und abhaken, was Ihr bereits vorbereitet habt!

Dieser Artikel wurde von Mike für Dich verfasst.

Kniefall – hoffentlich gibt das keine blauen Flecken

Von langer Hand geplant, beginnt der traditions-geschmückte Weg in die Ehe, mit dem – häufig viel länger ersehnten – Kniefall. Beim Anblick des Falles würden die Zuschauer im Kino sofort zum Taschentuch greifen und schluchzend die darauffolgenden Szenen verschwommen durch ein Meer an Tränen bestaunen.

Selbstverständlich schafft es nicht jeder Antrag auf die Leinwand – laut eigenen Erzählung der zukünftigen Braut hätte er allerdings definitiv nach Hollywood gehört.

Im 21. Jahrhundert trauen sich zunehmen Frauen den ersten Schritt zu. Die Emanzipation schreitet voran, sodass sich ab sofort beide Geschlechter den Kopf darüber zerbrechen dürfen, ob denn der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Und in welcher Form der Antrag auszuführen sei.

Das Prozedere von der Entscheidung die alles entscheidende Frage zu stellen bis hin zum eigentlichen Fall kann  zu den treibenden Kosten zählen. Im schlimmsten Fall steht am Ende auch noch ein „Nein“. Und der vierstellige Betrag wurde grundlos dem Juwelier, dem Restaurant und dem Star-Geiger überreicht. Im schlimmsten Fall ist der Ring recycelbar und kann bei der nächsten Liebe wiederverwendet werden.

Heutzutage ergibt sich eine breite Palette an möglichen Verlobungen: Gemeinsame Entscheidungen, einfaches Fragen ohne Ring bis hin zu allem Pipapo. Was davon zu Euch passt, könnt im gemeinsamen Dialog im Vorfeld herausfinden. Mit etwas Fingerspitzengefühl kann daraus ein romantisches Gespräch entstehen und die Zuneigung stärken.

Trotz aller Romantik habe ich bei jeder Verlobung das Gefühl, dass der eine den anderen reservieren möchte. Der Wert der Reservierung wird am Karat des Diamanten ermittelt. Als weiche Faktoren kommen Aufwand und Romantik hinzu. Ob das die richtige Basis für gemeinsame Jahre (Jahrzehnte) ist?

Unsere Verlobung…

…fand während eines lauen Frühlingabends beim auswärtigen Abendessen statt. Der Gesprächsverlauf hatte ungefähr die folgenden Eckpunkte:

Investmentstrategie für Immobilien

Gemeinsame vs. individuelle Investition

Steuervorteile und Erbrecht

Hochzeit wäre praktisch und würde uns im Falle des Ablebens des anderen sichern

Es wäre schön unsere Beziehung mit unserer Familie und unseren Freunden zu feiern

Dann sollten wir heiraten

Zu Marielles Geburtstag im letzten Jahr verbrachten wir ein Wochenende in einem romantischen Schlossturm. Dort besiegelten wir unsere Heiratsabsichten  – ohne Kniefall und ohne Verlobungsring.

JGA – Verabschiedung in ein neues Leben

Irgendwann zwischen der Verlobung und dem Tag der Eheschließung werden Braut und Bräutigam von ihren Trauzeugen geschnappt, entführt und in Ethanol getränkt. Anschließend werden sie zahnlos und mit einem Gesichtstattoo dem Partner zurückgegeben.

Unter dem Motto „Ein letztes mal drauf machen.“ werden die Verlobten in das Gefängnis der Ehe verabschiedet. Ab dem Ja-Wort gilt es Treue zu halten und da dies schwer fällt, wird die Untreue ein letztes Mal in vollen Zügen praktiziert. Sozusagen die letzte Zigarette, bevor morgen endlich aufgehört wird.

Weitere Bedeutung erhält der Junggesellenabschied durch das Amüsement der besten Freunde. Dieses wird durch besonderes Bloßstellen der zentralen Person in äußerstem Ausmaß erreicht. Für Beobachtungen im freien Feld, empfehle ich das Gebiet rund um den Kölner Dom.

Glücklicherweise gibt es eine dritte Variante eines solchen Abschiedes. Die Trauzeugen und besten Freunde interpretieren den Brauch uneigennützig um. Herauskommen kann ein gelungener Tag (oder Nacht oder Wochenende), der im Sinne der Freundschaft die gelungene Beziehung zelebriert. Im Sinne eines Tributes an das, was war und Vorfreude auf das, was kommt.

Kostspielig ist der JGA sicherlich nicht – zumindest nicht für das Brautpaar. Die Kosten tragen die Freunde, allerdings entscheiden diese ebenfalls was unternommen wird und ob ein Abschied stattfindet.

Marielle ging Zelten?

Am Tag vor Marielles JGA erhielt ich die Bitte bestimmte Klamotten und Utensilien für sie zusammen zu packen. Zum Schmunzeln brachte mich vor allem ein Gegenstand. Abends bat ich Marielle ihre Tasche für eine Übernachtung zu packen und fügte zwei, drei geheime Dinge hinzu.

Als Highlight präsentierte ich ihr den wichtigsten Gegenstand, von dem ich wusste, dass sie fassungslos reagieren würde. Mit entsetztem Blick, offenem Mund und einer seltenen Form der Sprachlosigkeit hielt sie meinen Schlafsack in den Händen.

Freitag nach der Arbeit ging es los Richtung Darmstadt, an Mannheim vorbei weiter nach Karlsruhe. Dort wurde zum American Diner ein Zwischenstopp eingeplant. Weiter ging es nach Freiburg. Auf meine Vermutung hin, dass es zum Europapark ging, schickte mir Marielle ein Foto mit einem Tipi und den Achterbahnen im Hintergrund.

Abends gabs Lagerfeuerstimmung und Rodeoreiten. Am Tag darauf musste sie 200 Punkte sammeln, um wieder mit nach Hause genommen zu werden. Ansonsten drohte der Flixbus und eine Fahrtverlängerung um drei Stunden. Marielle’s Ehrgeiz wurde belohnt und sie erreichte kurz vor knapp die 200 Punkte. Alle Fahrgeräte, Dips und etliche Unterschriften brachten ihr eine Mitfahrgelegenheit bei ihren Freundinnen.

Scherben bringen Glück – aber bitte kein Glas!

Über Tage, Wochen und Monate hinweg wird der funkelnde Diamant in alle Gesichter gehalten. Dabei kommt es hin und wieder zu Verletzungen am Auge, da die überschwängliche Freude in unkontrollierbare Bewegungen ausartet.

Während all dem Zeigen, bleibt nur wenig Zeit zum Planen der Hochzeit. Insgeheim ist das der Grund, warum Feiern mit gerade Mal 100 Gästen Tag und Nacht für mindestens ein Jahr geplant werden.

Am Abend vor der Hochzeit – wobei dies auch zwei, drei oder vierzehn Tage bedeuten kann – kommen Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen und Bekannte zu Besuch. Leider kommen sie nicht allein, sondern bringen ihr altes Geschirr mir.

 

An dieser Stelle die Empfehlung: Seid nicht die ersten die in Eurem Kreis heiraten! Sonst sind Eure Poltergäste schwer bewaffnet und das Kehren zieht sich über Stunde oder Tage. Einige Scherben sind hartnäckig und krabbeln erst aus dem Versteck, wenn sie sich in Sicherheit fühlen.

Eure Gäste poltern, um böse Geister zu vertreiben. Und kehren muss das Brautpaar, um ihre Zusammenarbeit zu testen. Allerdings wird die Frage: „Wohin soll Porzellan/Keramik entsorgt werden?“ im Internet mit: „Auf dem nächsten Polterabend.“ beantwortet. Sollte dieser nicht zur Verfügung stehen, dann im Supermarkt am schwarzen Brett für den Polterabend anbieten.

Bei der Hochzeit ist die Gästeanzahl häufig limitiert, sodass sich die Frage nach entfernteren Freunden und Bekannten stellt. Daher ist es beliebt einen Polterabend auszurichten, um diese Personengruppen aufzufangen und mit ihnen zu feiern. Alternativ nutzen viele den Sektempfang nach dem Standesamt oder der kirchlichen Trauung.

Ob der Polterabend zu Euch passt, entscheidet sich maßgeblich an der Organisation Euer Feierlichkeiten. Viel Geld wird er nicht kosten, da mit einem großen Top Chili, etwas Fingerfood, ein paar Drinks und guter Mukke der Abend geritzt ist. Eventuell kommen zusätzliche Kosten beim Abliefern der Scherben auf dem Wertstoffhof auf Euch zu.

Solltet Ihr gläubig sein, achtet darauf, dass keiner Eurer Gäste Glas mit zum Polterabend bringt. Laut Überlieferung bringt das Zerschlagen von Glas Pech.

Ohne Kehren in die Ehe

Wir haben uns bewusst gegen das Poltern entschieden. Lieber gehen wir mit unserer Familie und den engsten Freunden nach der standesamtlichen Trauung Essen. Zwei Feiern sind ausreichend und an das Austreiben von bösen Geistern glauben wir nicht.

Top Secret: Das Kleid!

Während der funkelnde Schatz jeder erdenklichen Person präsentiert wird, wird an anderer Stelle für größte Geheimhaltung gesorgt. Ziel einer jeden Braut ist das Level der Coca-Cola-Rezeptur zu erreichen. Nur ein ausgewählter Kreis darf im Vorfeld das Hochzeitskleid bestaunen: Verkäuferin, Kassierer, Trauzeuginnen und Mutter.

Traditionsgemäß wird das Brautkleid in weiß gehalten, was die Unschuld und Jungfreulichkeit der holden Dame in früheren Tagen symbolisieren sollte. Heute sieht es schön aus. Oder würdest Du ein Pferd kaufen, ohne es vorher geritten zu haben?

Deshalb treten an Stelle der weißen Unschuld andere Farben: Rot wie die Liebe – eignet sich auch als Wutsymbol im späteren Rosenkrieg oder Blau wie der Himmel – oder die emotionale Kälte. Symbole sind eben trickreich, da die Interpretation stark von der Situation abhängt. Daher klare Empfehlung: Weniger Symbolik mehr Schönheit. Hat zwar nicht den selben Tiefgang, sorgt dafür auch für weniger Kopfzerbrechen.

Geheimgehalten wird das Kleid aus Glücksgründen. Sollte der Bräutigam vorher einen Blick erhaschen bringt dies Unglück über die bevorstehende Ehe. Platt gesagt: Sollte Dein Mann es vor der Trauung sehen, blast die Hochzeit am besten ab. Ihr werdet ohnehin vom Pech verfolgt.

Wirtschaftlich floppt der Kauf des Kleides wie kein anderes Gut in unserer Gesellschaft. Zwischen zwei bis fünf Nullen könnt Ihr ohne Weiteres an eine Zahl von 1 bis 9 hängen. Kaum hast Du es bezahlt, darfst Du es niemandem zeigen. Am Tag der Tage wird das Prachtstück wie kein anderes Kleidungsstück inszeniert, nur um im Anschluss für immer und ewig im Keller zu hängen. Einmal getragen ist das Brautkleid wertlos. Manch eine Ehefrau versucht sich an der Ebay-Versteigerung, nur um festzustellen, dass der Wertverfall noch größer ist als bei einem Neuwagen.

 

Wenns hart auf hart kommt, entscheidet sich Braut oder Bräutigam kurz vor der Eheschließung um. Ungetragen verliert das Kleid aufgrund von Salz- und Schokoflecken jeglichen Wert.

Da bin ich froh, dass ich meinen Anzug auch im Geschäftsalltag, zu weiteren Veranstaltungen und Events tragen kann. Zudem erhalte ich für 200-400 Euro gute Qualität, die einige Jahre hält. Für gewöhnlich ändert sich die Mode schneller, als dass der Anzug vergeht.

Marielle, die Geheimniskrämerin

Sie nimmt diese Tradition sehr ernst. Bisher verbietet sie Menschen in meiner Umgebung sogar über das Kleid zu reden, sofern ich anwesend bin. Lediglich die Farbe ist mir bekannt. Da Marielle von dem Traum in Weiß unsere halbe Beziehung schwärmt, war das nicht schwer zu erraten.

Wie das Kleid nun wirklich aussieht, kann ich Dir erst nach der Hochzeit verraten. Dann siehst Du es vermutlich auch auf zahlreichen Fotos.

Vom Mythos der sparsamen Braut

Liebe Herren der Beziehungs-Investoren-Community,

in der Finanzblogosphäre wird stets und ausgiebig über die Sparquote berichtet. Eine möglichst hohe kann das frühzeitige betreten des Rentnerdaseins bedeuten. Mit der gewonnen finanziellen Freiheit könntet Ihr Eure Träume und Wünsche erfüllen, wärt unabhängig von Vater Staat und Eurem Arbeitgeber.

Da drängt sich mir die Frage auf, wie können wir Männer zuverlässig feststellen, ob unsere zukünftige Frau die Sparquote unterstützt? Denn was bringt uns die beste Sparquote und die ausgeklügelste Investmentstrategie, wenn unsere Ehegattin diese durch die neuste Handtasche ersetzen möchte?

Vergesst die Predigt der offenen Kommunikation. Ihr müsst nicht miteinander reden, wenn Ihr auf dieses kleine Detail achtet!

Bevor ich den wahren Trick verrate, wie Du eine sparsame Braut erkennst, hier die ersten drei Anzeichen:

Erstens: Deine Freundin hat nie Kupfergeld im Portmonnaie

Zweitens: In die gemeinsame Wohnung brachte sie eine Kiste voller Schweine

Drittens: Nach der Verlobung besorgt sie sich eine Schubkarre

Na, hast Du es erraten, was eine sparsame Frau ausmacht? Nein?

Laut Tradition ist eine Braut dann sparsam, wenn sie als Kind Kleingeld in ihr (Spar-) Schwein zurücklegte. Kurz vor der Hochzeit begibt sich die Braut mit ihrer Schubkarre voller Kleingeld in den nächsten Schuhladen und erwirbt dort die pompösesten Schuhe.

Achte unbedingt auf die drei Anzeichen. Sollten sie nicht vorhanden sein, wird es Zeit für ein ernsthaftes Gespräch über die Zukunft eurer Beziehung und die erforderliche Sparquote!

Marielle hatte ihre Schuhe mit Karte bezahlt. Ein echt schlechtes Zeichen. Ich hoffe, dass die Sparpläne, Aktienkäufe, Immobilienkäufe und Investitionen in Bildung und Reise ein ausreichendes Indiz für mangelnde Geldverschwendung sind.

Kleine Gesten versüßen das Leben – Teil I

1500 Wörter und wir befinden uns auf unserer Reise noch vor der Trauung. Unsere traditionsreiche Gesellschaft fährt eben auf Bürokratie ab. Selbst, wo keine Formulare gesucht, ausgefüllt und abgegeben werden müssen, drängt der soziale Zwang zur Geduld. Insbesondere Frauen müssen sich das Ja-Wort hart erarbeiten. Kein romantischer Szenenschnitt und schon steht das Paar nach der Verlobung vor dem Altar. Nein, hier wurden Aufgaben ausgearbeitet, die gemeistert werden sollen.

Bevor es mit dem Ja weitergeht, benötigt die Braut vier Gegenstände. Jeder einzelne muss eine bestimmte Eigenschaft aufweisen: alt, blau, neu, geliehen.

Alt steht für die Vergangenheit

Neu für die Zukunft

Geliehen wird von der Mutter oder einer (anderen) glücklich Verheirateten und soll Geborgenheit  und Freundschaft ausdrücken

Blau steht für die Treue – die beim JGA abschließend mit Ethanol und Strippern eingeläutet wurde

Ist dies geschafft, schläft die Braut in der letzten Nacht im Familienhaus (oder der Familienwohnung – Deutsche sind eher sparsam, was Häuser angeht). Zum ersten Hahngekrächze marschieren Freunde und Verwandte als Spielmannszug verkleidet vor der Haustür auf. Mit Böllern, Gewehren, Topfdeckeln und barbarischen Geschrei wird die Braut geweckt und nebenbei die bösen Geister vertrieben. Nur zur Sicherheit, falls es beim Polterabend etwas gemächlicher zuging!

 

Bevor die Braut den langen Teppich betritt und unter hunderten Augen dahinschmilzt, kommen die wahren Stars auf die Bühne. Blumenkinder oder Ringträger (können auch Hunde, Affen oder Wellensittiche sein) marschieren voraus. Endlich werden sie aufgefordet eine (wunderschöne) Sauerei zu veranstalten. Während sie ihre gesamte Kindheit zum aufräumen genötigt werden, dürfen sie hier Blumen aus einem Korb auf den Boden werfen. Kein Wunder, dass die Kleinen überglücklich von einem Ohr zum anderen strahlen.

Finanziell ist keiner der drei Bräuche entscheidend. Außer ihr legt Wert auf einen dressierten Wellensittich, der auf Hochzeitsfeiern spezialisiert ist und extra aus der Schweiz eingeflogen werden muss, sollte eine schwarze Null dahinter stehen.

Kleid, Ohrringe, Kette und Schuhe

Praktikabel wie eh und je, ist Marielles something new ihr Hochzeitskleid. In diesem Tonus geht es weiter, ihre Ohrringe symbolisieren something old.

Von ihrer Mama bekommt sie eine Perlenkette geliehen. Diese symbolisiert something borrowed. Und zu guter letzt sind ihre Brautschuhe something blue.

Allgemein sind die vier Gegenstände schwer voneinander zu trennen. Denn die Schuhe sind ebenfalls neu und die Kette ebenfalls alt. Vermutlich gibt es noch mehr Dinge, die sie am Tag an sich trägt, die in die eine oder andere Kategorie fallen. Festgelegt wurden von ihr allerdings die vier vorgestellten.

Finanzielle Freiheit durch Blasen

Nein, nicht das was Du denkst. Ich rede von der Tradition, die alle Geldsorgen verpuffen lässt.

Wenn Ihr bisher alle Traditionen beachtet habt, sind Euch Glück und Sicherheit vor bösen Geistern gewiss. Auch eine sparsame Ehefrau ist dem schwer schuftenden Manne sicher. Aber was nutzt die beste Sparquote, wenn kein Geld aufs Konto fließt.

Um für einen stetigen Cashflow in der Ehe zu sorgen, gibt es einen simplen Trick.

Beim Schuhkauf behält die Verlobte ein einzelnes Centstück zurück. Am ersehnten Tag legt sie das Centstück in einen Brautschuh. Unter Einsatz von Blut und Blasen trotzt sie den vielen Schritten an diesem besonderen Tag. Da der Mann das restliche Leben das Geld nach Hause bringen soll, erscheint es fair, dass die Frau einen Fuß opfert.

Diese Aufopferung führt nach der Hochzeit zu einem weiteren Ritual. Kurz vor Erreichen der eigenen vier Wände steigen die Schmerzen ins unerlässliche. Auf hochhackigen Schuhen einbeinig ins traute Heim zu hüpfen, birgt die Gefahr, dass der andere Fuß durch ein Missgeschick ebenfalls geopfert wird. Stattdessen nimmt der Mann die jetzt Ehefrau leichten Fußes auf die Arme und trägt sie elegant über die Schwelle.

Im Grunde soll damit die Frau vor den bösen Geistern unter der Türschwelle beschützt werden. Wir wissen allerdings mittlerweile, dass die durch den Krach schon längst geflohen sind.

Und Vorsicht beim überschreiten der Schwelle: Der menschliche Körper ist liegend länger als die handelsübliche Tür breit ist. Es hilft nichts den Fuß und das Geld zu retten, wenn dabei der Kopf zu Bruch geht.

Wenn ich betrachte, was für einen Aufwand wir betreiben, um finanziell frei zu werden, dann fühle ich mich an dieser Stelle leicht verarscht. Alles was ich tun muss, ist heiraten und meine Verlobte einen Tag mit einem Centstück durch die Gegend laufen lassen. Und PUFF! Weg sind die Geldsorgen und das lapidare Leben kann beginnen.

Marielle ist nicht bereit die Schmerzen des Centstücks für unsere finanzielle Freiheit auf sich zu nehmen – sehr schade. Dann müssen wir doch weiter sparen und investieren.

DAS Symbol aller Symbole

Ein traditionsreiche Weg, gepflastert mit zahlreichen Opfern, liegt inzwischen hinter uns. Zeit die magischen Worte zusagen: „Ja, ich will!“ wird begleitet mit dem Austausch der Eheringe. Doch was bedeutet dieser antike Brauch.

Wird auf die Frage: „Warum trägt man einen Ehering?“ von Google mit der linken oder rechten Hand beantwortet. Auch auf Seite drei und vier lassen sich keine passenden Ergebnisse finden. Erst die Änderung der Suchanfrage ergibt die schnöde Erklärung: „Ringe als Symbol der Unendlichkeit.“

Anscheinend interessiert es niemand, warum man bei der Eheschließung Ringe tauschen sollten. Frei dem Motto: „Ah das ist die deutlich längere Schlange, da sollte ich mich anstellen, weil es alle tun.“

Dabei steht der Ring für weitaus mehr als nur die Unendlichkeit – wobei das sehr lange ist. Und für Unendlichkeit steht auch viel mehr die liegende Acht. Nur, weil etwas kein Anfang und kein Ende hat, ist es noch lange nicht unendlich. Schließlich wurde der Ring auch erschaffen und wird mit der Zeit verrotten.

Falls die zwischenzeitliche Endlosschleife gemeint ist, halte ich es für fragwürdig, wenn die Liebe und die Ehe sich nur im Kreis drehen sollen.

Hauptsächlich stehen die Ringe für den finanziellen Status des Mannes. Vor dem Mittelalter wurde wohl nur ein Ring (Verlobung) ausgetauscht und mit der Zeit wuden zwei weitere Ringe (Ehe) von der Kirche hinzugenommen. Während die Frau Sparschweine füllt und sich Blasen läuft, muss der Mann seinen Finanzstatus in Karat preisgeben. Sollte die Ehe in die Brüche gehen, kann der Ring veräußert werden und somit den Unterhalt der Braut eine Zeit lang bezahlen.

Heutzutage wichtiger erscheint das Symbol der Fingerfessel und des MEINE/R-Status. Trägt eine Person keinen Ring ist es die offizielle Erlaubnis mit ihm zu flirten. Dies erklärt warum Frauen Ringe tragen, obwohl sie nicht verheiratet sind. Und Männer keine Ringe tragen, obwohl sie verheiratet sind.

Der fade Beigeschmack bleibt vorhanden. Als Symbol für die eigene Beziehung und die daraus resultierende Ehe ist der Ring nutzlos. Daran ändern auch schöne Gravuren und glitzernde Steinchen nichts.

Finanziell ergeben sich große Fragen. Wird die Ringsymbolik ernst genommen, sollte es keine Ware aus dem Kaugummiautomaten sein. Dies bedeutet aber das Zerstören Eurer bisherigen finanziellen Basis. Was sollen Ringe kosten? 1k? 3k? 5k? 10k? Ab wann stimmt der Preis für die Liebe?

Ja, nein, doch, vielleicht

Mittlerweile haben wir Ringe gefunden, die mir sehr gut und Marielle gut gefallen. Preislich sind sie akzeptabel und dienen vorrangig dem Testen und der Übergabe des Schmuckstücks. Dabei werden auch sie nicht unsere Beziehung und Ehe symbolisieren. Was unser persönliches Symbol hinter den Ringen sein wird, wissen wir auch noch nicht. Sie fallen in die Kategorie: „Weil es dazu gehört und romantisch ist.“

Zum Ersten… zum Zweiten… und… zum… Dritten!

Frisch vermählt, beginnen die Newlyweds mit dem Vermögensaufbau. Eine Versteigerung steht an. Was eignet sich am besten bei der Hochzeit für eine Versteigerung, um einen ersten Grundstock aufzubauen?

Richtig, die Brautschuhe.

Alles was mit Geld vor, während und nach der Hochzeit in Verbindung gesetzt wird, kommt an den Brautschuhen nicht vorbei.

Die männliche Elustrigkeit versammelt sich zur englischen Versteigerung. Bedeutet, dass jedes Gebot sofort bezahlt werden muss. Wer 1 Euro, 12 Euro und 33 Euro bietet und keine Schuhe erworben hat, ist dennoch 46 Euro los.

Sind die Schuhe erstmal unter die tosende Menge gebracht, läuft die Braut barfuß durch die Gegend?! Nein, denn das letzte Gebot hat der neu gebackene Göttergatte. Dieser gibt das höchste Gebot ab und gewinnt damit die Schuhe zurück.

Was für ein Deal! Sie versteigert ihre Schuhe, er kauft sie zurück, die Gäste sind Pleite und das Ehepaar einige Euronen reicher.

Endlich bringen die Schuhe bare Münze ein. Kein Hokuspokus, kein Aberglaube, keine leeren Versprechen. Einzige Voraussetzung sind spendable männliche Gäste. Wir sind gespannt, ob es zu dieser Tradition auf unserer Hochzeit kommen wird.

Kleine Gesten versüßen das Leben – Teil II

Mittlerweile wohlhabend und glücklich verheiratet, wird jetzt zur Schere gegriffen. Als weiteres Utensil wird ein Bettlaken benötigt und ein Rahmen, der ebendieses aufrecht stehen lässt. Gemeinsam schneiden beide ein Herz aus dem Laken und steigen Hand in Hand hindurch.

Diese – den Zusammenhalt symbolisierende – Tradition gibt es in weiteren Ausführungen: beispielsweise das Baumstamm zersägen. Bei dieser Ausführung verzichtet bitte auf eine Hochzeit am 28. April. Dies ist der Tag des Baumes – einen zu zersägen, hätte eine ungewollte Tragik.

Im Anschluss ist es Zeit, dass die Braut abermals Gegenstände los wird. Brautstrauß und Strumpfband wollen geworfen und viel wichtiger gefangen werden. Ersteres wird in eine schreiende Frauenmenge und letzteres in eine quietschende Männermenge geworfen. Die und der Glückliche darf als nächstes den langen Pfad der Traditionen über sich ergehen lassen.

 

Weiterer Schabernack ist für Freunde und Familie der frisch Verheiraten reserviert. Alle möglichen glückbringenden Spiele werden im Anschluss durchgeführt. Besondere Freude bereiten zudem das Verüben der Streiche. Highlights aus eigener Erfahrung: Treppe in die Wohnung ist mit 500 Wasserbechern zugestellt und die Wohnung mit 100 Luftballons gefüllt.

Als nettes Präsent wird das Auto liebevoll verziert und mit Blumen geschmückt. Dieses bringt das Ehepaar zum Flughafen, ins Hotel oder an einen anderen Ort für die bevorstehende Nacht.

Finanziell machen diese Bräuche nicht viel her. Sie müssen Euch nur gefallen – wovon ich ausgehe, sofern Ihr Eure Trauzeugen gut gewählt habt.

Lösegeldforderungen

Nachdem finanziellen Erfolg der Brautschuhversteigerung holen sich die Gäste das Geld in Form von Ethanol zurück. Um ordentlich Druck aufzubauen, wird die Braut kurzerhand eingesackt.

Gefesselt, geknebelt und mit einem kratzenden Sack über den Kopf taumelt die Meute von Kneipe zu Kneipe. Der Bräutigam muss der Alkoholspur folgen und auf dem Weg die Rechnungen begleichen, um weitere Hinweise zu erlangen.

Bei diesem Brauch, bin ich äußerst froh, dass wir in einem Miniort mit nur einer Kneipe heiraten. Sollte Marielle entführt werden, habe ich sie binnen weniger Minuten gefunden, sodass die Rechnung überschaubar bleibt.

Wie in der gesamten Traditionsreihe muss der Mann das Portmonnaie öffnen. Und jetzt auch allen anderen zeigen, dass er zahlungsfähig ist.

Fazit

Über den Sinn oder Unsinn der vorgestellten Traditionen lässt sich vortrefflich streiten. Ich wurde während des Schreibens das Gefühl nicht los, dass damit zwei Dinge verfolgt werden:

Erstens ankurbeln der Wirtschaft.

Zweitens dem Amüsement der beteiligten Personen (ausgenommen des Ehepaars).

Am Ende des Tages entscheidet Ihr selbst, was Euch wichtig ist und worauf Ihr getrost verzichten könnt. Nur, weil die Masse es seit Jahrzehnten oder Jahrtausenden durchführt, heißt es nicht zwangsläufig, dass es für Euch das Richtige ist. Bei der Hochzeit kommt es wirklich nur auf Euch beide an! Setzt das um, wozu ihr Lust habt, was Euch mit Euch verbindet und lasst die Finger von Dingen, die Euch Bauchschmerzen bereiten.

Für uns steht klar die gute Zeit mit Familie und Freunden im Vordergrund, kombiniert mit der Reise nach Australien und Neuseeland!

Welche Traditionen sind Euch wichtig? Habt Ihr Familien-Traditionen oder habt Ihr Eure eignen geschaffen?

Beste GrüßeMike

 

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Pleite durchs Heiraten – Was Ihr auf jeden Fall vermeiden solltet

Die Ehe ist ein knallharter und gemeiner Vertrag!

Wieso knallhart? Weil Ihr erst mit Eurem Tod wieder aus der Sache rauskommt.

Warum gemein? Weil neben Euch ein dritter Vertragspartner im Boot sitzt.

Ohne Ehevertrag ist der Staat Vertragspartner – Änderungen in der Gesetzeslage können sich auf Eure Ehe auswirken.

Den meisten Menschen bleibt dies während der Ehe verborgen. Das wahre Unheil zeigt sich erst in dem Moment, wenn Ihr es am wenigsten gebrauchen könnt!

Bei der Scheidung.

Und die kostet richtig Geld. Angenommen Euer Verfahrenswert liegt bei 50.000 Euro – was im Laufe vieler Ehejahre eine geringe Summe ist – blecht Ihr bereits ~4500 Euro. Diese sind nicht verhandelbar und sind gesetzlich durch Gerichtskosten in Familiensachen und das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz festgelegt.

Knappe 10 % des Verfahrenswertes dürft Ihr am Ende Eurer Ehe abdrücken. Damit es nicht so weit kommt, gibt es unseren Blog.

Und damit Ihr auch die finanziellen Fallstricke der Ehe aus dem Weg räumen könnt, befassen wir uns damit in diesem Artikel.

Diesen Artikel schrieb Mike für Dich!

Ausklammern der Romantik in einem Vertrag

Nach der Verlobung erhöhten sich die Gespräche über die Eheschließung. Eine umfassende Checkliste zur Hochzeitsvorbereitung will abgearbeitet werden.

In diesen Dialogen kam der Ehevertrag auf den Tisch und die Meinungen wurden mit jedem Gespräch kontroverser.

Das eine Extrem nahm die Position ein: „Ohne Ehevertrag funktioniert nichts und die Ehe ist ein Freifahrtsschein in die Hölle!“

Verfechter des anderen Extrems, äußerten die Meinung: „Vor der Hochzeit, die Ehe in Frage zu stellen und an eine Scheidung zu denken, ist der Grundstein für eine miserable Ehe!“

Höre ich auf beide Vertreter ihrer Gruppen lande ich definitiv in der Hölle und bin momentan dabei mein Leben grob fahrlässig aufs Spiel zusetzen. Ein glasklare Lose-Lose-Situation.

Anstatt an dieser Stelle aufzuhören und lieber auf die Hochzeit abzusagen, stellte ich mir die Fragen, a) was die Bedürfnisse der Vertreter sind  und b) ob sich beide Position zwangsläufig ausschließen müssen?

Bedürfnisse beider Fraktionen

Die Höllenfraktion hat vermutlich vor Augen, dass die Ehe ein Risikounternehmen ist, Abhängigkeiten bestehen und der Ausgang in der Privatinsolvenz enden kann. Kann dabei der Ehevertrag helfen?

Die Zukunft wird etwas kalkulierbarer – hauptsächlich steigt die gefühlte Kontrolle der Situation. Schließlich haben sich beide Partner im Vorfeld die Zeit genommen und über Ihre Bedürfnisse und Ängste gesprochen. Zumindest wäre dies sinnvoll, beim Abschließen eines (einvernehmlichen) Vertrages.

Die Fraktion der selbsterfüllenden Prophezeiung hingegen hegt wahrscheinlich ein starkes Bedürfnis nach Romantik, Liebe, Partnerschaftlichkeit und Vertrauen. Was stellt der Gedanke an einen Ehevertrag hier an?

Das Konstrukt „Ehe“ vor der Hochzeit in Frage zustellen, zerstört die gesamte Symbolhaftigkeit der lebenslangen Partnerschaft. Als Annahme gilt, dass erst der Tod, die Ehe scheiden lässt und vorher kein Zweifel besteht.

Vereinbarkeit beider Extreme

Wenn sich beide Partner einig sind, dann wird die Entscheidung schnell und unkompliziert getroffen. Wie sieht es aber bei Paaren aus, die in diesem Bereich sehr unterschiedlicher Meinung sind?

Die Vereinbarkeit liegt in den diversen Aspekten des Ehevertrages. Zunächst regelt dieser die finanzielle Aufteilung nach einer Scheidung. Hinzu kommt der Umgang mit dem Vermögen nach dem Tod. Wie sieht es nach Eurem Tod aus? Gibt es eine Patientenverfügung? Wer bekommt welchen Teil des Erbes? Gibt es eine zusätzliche Witwenrente?

Stellt Euch also die Frage nach den gemeinsamen Interessen. Auch, wenn es unromantisch ist oder kein Vertrag zu Stande kommt, sitzen einige mehr Leute mit im Boot als Euch vielleicht lieb ist.

Ohne Ehevertrag erlaubt Ihr dem Staat, sich aktiv in Eure Ehe einzumischen. Davon merkt Ihr nichts, wenn Ihr Euch einig seid. Bei Problemen ist er allerdings prompt zu Stelle und das kann für beide unangenehme Folgen haben.

Durch einen Ehevertrag könnt Ihr Euch Handlungsanweisungen im Problemfall selbst auferlegen und den Staat vorerst außen vor lassen. Und dies kann auch nur bedeuten, dass in dem Ehevertrag die momentan geltenden Gesetze für Euch festgelegt werden. Damit können böse Überraschungen durch Gesetzesänderungen in fünf, zehn oder zwanzig Jahren (zumindest teilweise) vermieden werden.

Zudem sind eventuell Bereiche in Eurem Leben vorhanden, an denen noch andere Personen hängen als nur Ihr zwei. Ist einer von Euch selbstständig? Oder führt Ihr ein Unternehmen?

Gesetzlich gilt die Zugewinngemeinschaft, was bedeutet, dass produziertes Vermögen innerhalb der Ehe beiden Parteien gehört. Im Extremfall können Unternehmen mit in den Rosenkrieg einbezogen und in die Insolvenz geführt werden. Dies hätte unter Umständen weitreichende Folgen für die beschäftigten Mitarbeiter. Dieses Szenario kann ebenfalls in einem Ehevertrag geklärt werden, z. B. durch eine modifizierte Zugewinngemeinschaft, die nur für den privaten Vermögensaufbau, nicht jedoch für den betrieblichen gilt.

Pleite antizipieren: Das „Was- wäre-wenn“-Szenario

Habt Ihr Euch Gedanken gemacht, was wäre wenn…

… Eure Ehe funktioniert?

… Eure Ehe eine Sinnkrise nach 10 Jahren erlebt?

… Ihr Euch gegen alle Erwartungen scheiden lassen wollt?

Ohne Glaskugel sind Eure Antworten rein hypothetisch. Ist es denn relevant, ob Eure Vermutungen eintreten?

Nein.

Unbekannte und stressvolle Situationen sorgen dafür, dass unser Gehirn nicht mehr rational denkt und wir ausfallend reagieren. Hast Du schon schnippische oder böse Aussagen verteilt, obwohl Du im Normalfall anders reagiert hast?

Wie ging es Dir in der Situation und danach?

Angewandt auf den Ehevertrag bedeutet dies: Erstens solltet Ihr vor der Ehe Einigkeit über Streitthemen erlangen und falls dies nicht möglich ist, sie zumindest offen auf den Tisch legen. Zweitens in regelmäßigen Abständen Eure Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse aktualisieren.

Wenn Ihr das beherzigt, habt Ihr eine gute Chance Euch im Stressfall auf gemeinsam festgelegte Handlungsmuster zu besinnen und den Konflikt friedlich zu lösen.

Dies funktioniert prinzipiell ohne ein (beglaubigtes) Schriftstück. Allerdings verstärkt ein solches Papier mit Euren Autogrammen die Verbindlichkeit sich an die Abmachungen zu halten. Verstärkt wird der Effekt erneut durch die Beglaubigung durch einen Anwalt oder einen Notar.

Menschen möchten nicht als Lügner dastehen und wollen auch nie ihr Gesicht verlieren. Durch einen – wie auch immer festgelegten Vertrag – wird beides sichergestellt. Vor seinen Freunden kann der Verlassene sich mit dem Vertrag rechtfertigen und sein Gesicht behalten. Und vor dem Partner kann er nicht lügen, da seine Gedanken und Interessen festgehalten sind.

Das größte finanzielle Risiko

und damit der größte finanzielle Nachteil der Ehe, ist das Ignorieren des eben Beschriebenen. Wenn Ihr Euch gedankenlos in das Abenteuer Ehe begeht, kann dies weitreichende finanzielle Folgen für Euch, Eure Kinder, Eure Familien und Eure Mitarbeiter haben.

Aus finanzieller Sicht ist die Ehe eine Wette auf Lebenszeit. Begeht nicht den Fehler und setzt alles blind auf eine unbekannte Karte, wenn Ihr im Vorfeld die Möglichkeit habt, Eure Beziehung und zukünftige Ehe nachhaltig zu stärken.

Denn der Austausch über die genannten Bedürfnisse und Wünsche erhöht das Vertrauen ineinander. Gestärktes Vertrauen führt zu offeneren Kommunikation und die wiederum zu mehr Vertrauen. Eine Spirale, die Eure Ehe auf lange Sicht stabilisieren kann. Dies auszublenden kann im Gegenteil enden – und das wollen vermutlich nur Heiratsschwindler.

Die Ehe kann auf diese plakative Aussage reduziert werden.

Auf der einen Seite kann dies ein sehr schönes Gefühl sein, da viele positive Aspekte mit eingebracht werden: Verlässlichkeit, Halt und Absicherung.

Es kann in Krisensituation allerdings auch schnell zur Belastung führen. Dies wird bei Betrachtung des Unterhalts schnell klar.

Abhängigkeit während der Ehe

Durch Stellenabbau kann einer von Euch schnell in der Arbeitslosigkeit landen. Eine unangenehme Situation, aber durch unser Sozialsystem nicht lebensbedrohlich. Als Single oder in kurzen Beziehungen schaltet sich in diesem Fall die Agentur für Arbeit oder das Sozialamt ein. Je nach Situation erhält derjenige für eine bestimmte Zeit Zuwendungen vom Staat.

Als verheiratetes Paar steht vor den staatlichen Hilfen Euer Partner. Als Berechnungsgrundlage für staatliche Unterstützung dient ab sofort Euer beider Einkommen. In der Regel übernimmt einer von Euch die Versorgung der gesamten Familie.

Dies kann finanziell erdrückend wirken, vor allem wenn Kinder und Kredite im Spiel sind. Letzteres wird noch kritischer, wenn es sich um Konsumkredite handelt. Das Fiasko ist perfekt, wenn das Leasingfahrzeug geschrottet und kein Ersatz besorgt werden kann.

Leider trifft dieser Zustand nicht nur für Ehen zu. Auch langjährige Partnerschaften können von den Ämtern derart bemessen werden, dass der Partner in die Versorgungspflicht genommen wird.

Abhängigkeit nach der Scheidung

Warum benutze ich das Wort Scheidung anstelle Ehe in der Überschrift? Die Scheidung ist lediglich der bürokratische Akt der Trennung. Damit ist die Ehe allerdings nicht rückgängig gemacht. Beide Partner stehen weiterhin in der Verpflichtung zueinander.

Dies bedeutet konkret, dass im Falle einer Trennung, der Partner weiterhin für den Unterhalt aufkommen muss. Hier gibt es allerdings einige Feinheiten zu beachten – landläufig wird dies gerne pauschalisiert.

Zunächst muss die Frage gestellt werden, ob ein Job (oder die Suche danach) zumutbar ist oder nicht. Zumutbar ist sie bei kinderlosen Eheleuten. Bei Partnern mit minderjährigen Kindern ist dies nicht mehr zumutbar. Weiter geht’s mit dem Wohnort der Kinder, dem Vermögen und vielen anderen Aspekten. Unter Umständen ist der größere Kapitalvernichter nicht der Unterhalt, sondern die auszuführende Bürokratie.

Unterhaltszahlungen gelten allerdings nicht ein Leben lang. Durch den Erwerb eines Jobs (Kinder werden Erwachsen), die erneute Hochzeit oder eine mindestens zweijährige Beziehung können die Zahlungen beendet werden.

Das solltet Ihr bei lebenslanger Abhängigkeit beachten

Wie beim Ehevertrag gilt: Der Austausch über die eigenen und gemeinsame Bedürfnisse ist elementar für den Erfolg Eurer Ehe.

Abhängigkeiten werden entstehen und das ist auch gut, denn sie bieten viele Vorteile. Zum Beispiel die Arbeitsteilung im Haushalt, bei der Kinder Erziehung, beim Vermögensaufbau und bei der persönlichen Entwicklung.

Negative Aspekte kommen erst gravierend zum Tragen, wenn Ihr Euch im Vorfeld nicht mit dem Thema befasst habt. Was ist Eurer Plan nach den zwölf bis vierzehn Monaten Elternzeit? Wie soll das Geld verdient werden, wenn eine Person arbeitslos wird oder bleibt? Wie sieht Eure finanzielle Planung aus? Wann könnt Ihr wie viel zurücklegen?

Einige dieser Fragen werden wir in weiteren Artikeln aufgreifen. Stichworte sind Altersvorsorge und Patientenverfügung.

Fazit zu den Nachteilen des Heiratens

Zu einem negativen Artikel passt ein positives Fazit.

Ihr habt es selbst in der Hand, ob Euch die Ehe finanziell ruiniert oder ob Ihr auch auf stürmische Zeiten vorbereitet seid. Die Diskussion über einen Ehevertrag darf auf keiner Hochzeits-Checkliste fehlen!

Wenn Ihr ohne Ahnung Euer gesamtes Vermögen in ein Anlageprodukt investiert und im nächsten Crash panisch reagiert, ist Euer gesamtes Vermögen in Rauch aufgegangen. Mit einer klaren Strategie und Wissen über Risiken steigt die Wahrscheinlichkeit unbeschadet aus der Situation herauszukommen extrem.

Handhabt Eure Ehe mit weiser Voraussicht. Wenn Ihr die Finanzen und Abhängigkeiten regelmäßig klarstellt, schafft Ihr damit Platz für die leidenschaftliche Romantik – denn wer will schon ein totes Ehebett?

Beste GrüßeMike

P. S.: Für mehr Nachteile und wie diese in Zahlen ausgedrückt aussehen, hat Jenny – die Exstudentin – einen Beitrag veröffentlicht!

https://exstudentin.wordpress.com/2017/03/16/ist-das-modell-der-ehe-veraltet-teil-2/

Unsere Leseliste* zum Thema „Pleite durchs Heiraten“:

Rechtsberater zum Ehevertrag vom dtv-Verlag: Eheverträge: Sicherheit für die Zukunft (dtv Beck Rechtsberater)

Helma Sick und Renate Schmidt erklären Altersvorsorge für Frauen: Ein Mann ist keine Altersvorsorge: Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist

Michael Mary zur wissenschaftlichen Seite der Vereinbarkeit von Geld und Liebe: Liebes Geld: Vom letzten Tabu in Paarbeziehungen

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Die Ehe als Investition – finanzielle Vorteile der Heirat

​Heiraten des Geldes wegen? Dies ist der erste Artikel unserer Hochzeits-Serie​. Hier geht es um die finanziellen Vorteilen der ​Heirat. 

 

In dieser Artikelserie behandeln wir unser persönliches Empfinden und die Implikationen aus den offiziellen Regelungen für unsere individuelle Situation. Denn ausführliche Rechercheartikel sind im World Wide Web ausreichend vorhanden, da werden wir nicht Artikel 1001 zum selben Thema verfassen.

Dieser Artikel ist von Marielle verfasst.

Vorteil der Ehe #1: Steuern

 

Der Klassiker unter den finanziellen Vorteilen für Verheiratete. Nach der Hochzeit ist die Steuerklasse 1 Geschichte und stattdessen hat das Paar die Wahl: 3 & 5 oder beide 4.

Bei Partnern mit ähnlichen Einkommen bleibt am Besten jeder bei der Steuerklasse 4. Bei größeren Einkommensunterschieden lohnt es sich, dass der Geringverdiener des Paares Steuerklasse 5 und der Besserverdienende Steuerklasse 3 wählt. Dadurch wird gemeinsam ein höheres verfügbares Einkommen erreicht. Vorgerechnet hat dies vor einigen Wochen die Exstudentin Jenny in ihrem dazugehörigen Blogartikel.

Als Faustregel kannst Du Dir merken, dass sich die Steuerklassen 3 & 5 im Schnitt lohnen, sobald Eure Einkommen ein Verhältnis von 40 zu 60 Prozent annehmen.

Dies ist bei uns nicht der Fall.

Steuervorteil für uns?

Stand heute werden wir uns ​beide für die Steuerklasse 4 entscheiden. Unser Einkommensunterschied ist zwar vorhanden – allerdings ist er nicht beim Faktor 1,5. Dies erwarten wir auch nicht in Zukunft.

Selbst bei steigenden Gehaltsunterschieden, wird der Steuervorteil zu gering sein, um das deprimierende Gefühl für denjenigen mit Steuerklasse 5 in Kauf zu nehmen. Das Gefühl nichts mehr vom hart erarbeiteten Lohn übrig zu haben, wollen wir uns ersparen. 

Das sagen wir jetzt – wir sprechen noch einmal, falls der Fall eintritt.

Werden wir irgendwann Kinder bekommen, kann es wiederum sinnvoll sein, die Steuerklassen zu 3 & 5 zu wechseln. Denn als Bemessungsgrundlage des Elterngeldes dient das Nettoeinkommen der letzten 12 Monate. Wenn wir uns tatsächlich die Elternzeit gleichermaßen aufteilen, sollte der Einfluss wiederum wegfallen – hier müssen wir dann wohl noch einmal genau rechnen… erst einmal wählen wir beide Steuerklasse 4.

Bringt uns die Hochzeit steuerlich also erst einmal nichts? Da war doch noch etwas…

 

Kapitalertragssteuer!

801 € Freibetrag hat jeder von uns – gemeinsam werden wir 1602 € Freibetrag haben. Richtig gerechnet; das ist der identische Gesamtbetrag. Dennoch kann dies finanzielle Vorteile haben.

Wenn beide diesen Freibetrag ausschöpfen ist der gemeinsame Betrag uninteressant. Wenn jedoch einer von beiden den Betrag regelmäßig mit seinem Depot überschreitet und der andere nicht, wird es interessant!

Dies ist bei uns der Fall. Ich habe deutlich höhere Dividendeneinnahmen als Mike, da ich zum einen mehr investiert und zum anderen mehr klassische Dividendenaktien im Depot habe. Mike fokussiert sich neben unseren steigenden gemeinsamen Investments stark in thesaurierende ETFs und schöpft seinen Freibetrag entsprechend noch nicht aus.

Da Ehepaare die 1602 € flexibel untereinander oder auf die gemeinsamen Vermögenswerte aufteilen können, kann hier ein schönes Sümmchen an Kapitalertragssteuer im Vergleich zur unverheirateten Situation eingespart werden. Getreu dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist!

Für einige Jahre (oder auch nur Monate) wird dieser Steuervorteil für uns eine Rolle spielen – und dies ab der ​ersten gemeinsamen Steuererklärung! Denn die Regelung gilt rückwirkend für das gesamte Jahr in dem die Eheschließung erfolgt ist.

 

Vorteil der Heirat #2: Kosteneinsparungen

 

Im Vergleich zur Lebensgemeinschaft ohne eine Ehe gibt es ​viele Sparmöglichkeiten für verheiratete Paare.

Eine findet sich bei der gesetzlichen Krankenversicherung: Verdient ein Partner nichts oder maximal 450 € monatlich, kann er beim Partner kostenfrei mitversichert werden. Für unverheiratete Paare ist dies nicht möglich.

Da wir beide in einem Vollzeit-Beschäftigungsverhältnis sind und dies auch bleiben möchten, ist dies ein finanzieller Vorteil der Ehe, der uns weniger beeindruckt.

Viel spannender ist hier ein Artikel der FAZ aus dem Jahr 2015, der die Frage beantworten will, ob sich „heiraten noch lohnt“?

Hier wird vom Nobelpreisträger Gary Becker berichtet, der die Ehe als eine ökonomische Entscheidung analog einer „Firmengründung“ betrachtet.

Neben den rein praktischen Aspekten einer gemeinsamen Wohnung, Kostenaufteilungen für Kinder oder der Nutzungsmöglichkeit spezialisierter Fähigkeiten (bspw. Mann kann doppelt so schnell putzen wie die Frau und diese kann doppelt so viel Einkommen nach Hause bringen wie er), beachtet er auch die Auswirkungen der Gefühle – der „Liebe“ zwischen den Partnern:

Der Artikel berichtet außerdem von interessanten Statistiken, laut denen verheiratete Männer mehr verdienen oder Ehepaare weniger Geld für Alkohol und Zigaretten und dafür mehr für Bildung und Gesundheit ausgeben.

Das sind schöne Vorstellungen und stellen für uns einen eindeutig erstrebenswerten Zustand für unsere eigene Ehe dar.

​Finanzüberblick für Paare – Das Workbook für Euer Geld

​Erfahrt alles über mögliche Kontenmodelle und das Führen eines Haushaltsbuchs als Paar. Lernt, wie Ihr Euer Budget aufstellen und Eure Finanzen langfristig im Blick behalten könnt. Setzt alles direkt mit dem Workbook und inkludierten Budgetierungstool um.

Kostenvorteile durch die Heirat für uns?

Ganz kurz gesagt: Eher nicht. Wie schon oben erwähnt werden wir aller Vorausicht nach nicht gemeinsam krankenversichert sein und hier entsprechend nichts sparen können. 

Die im FAZ-Artikel beschriebenen Einsparmöglichkeiten als funktionierendes Paar aufgrund der ökonomischeren Lebensweise können wir schon eher auf uns adaptieren. Dies ist für uns aber unabhängig von der Hochzeit. 

Bezüglich der Alkohol- und Bildungskosten könnten wir wahrscheinlich bereits seit Jahren als Ehepaar durchgehen. Wenn Mike allerdings bald auch mehr verdient, freuen wir uns natürlich.

Vielleicht lohnt sich ja der Steuerklassenwechsel dann doch 🙂

Vorteil der Ehe #3: Sterben

 

Kein schönes Thema. Irgendwann muss einer von uns beiden zuerst sterben. Und dann ist es finanziell für den anderen entscheidend, dass wir verheiratet ​sind.

Anmerkung Mike: Vielleicht gehen wir auch gleichzeitig wie in der 200 Jahre Mann

Erben

Neben der Pflicht für die Beerdigungskosten des Ehepartners aufzukommen, steht das deutsche Erbrecht. Dieses bevorteilt Ehepaare gegenüber unverheirateten Paaren:

Ehepartner dürfen sich alle 10 Jahre Vermögenswerte in Höhe von 500.000 € steuerfrei schenken; bei Unverheirateten sind dies nur 20.000 €.

Im Fall von Immobilien im gemeinsamen oder auch alleinigen Besitz bedeutet dies im Todesfall schnell eine Überschreitung der 20.000 €.

Außerdem gilt es zu bedenken, dass die gesetzliche Erbfolge in Kraft tritt.

Das heißt:

  • Sterbe ich ​ohne Heirat, erbt Mike nichts, da wir nicht verheiratet sind. Dafür würde meine Mutter alles erben.
  • Sterbe ich nach unserer Hochzeit, erbt Mike die Hälfte und meine Mutter die andere Hälfte. Haben wir Kinder, erben diese die Hälfte und Mike die andere.

Rente

Auch im Rentenfall  bringt die Ehe Vorteile mit sich. Stirbt ein Ehepartner erhält der zurückbleibende Partner eine Witwenrente. Diese soll den Verdienst oder Rentenausfall des Partners ausgleichen und das Familieneinkommen sicherstellen. Auch etwaige Kinder erhalten dann eine Halbwaisenrente.

Die Höhe ist abbhängig vom vorherigen Verdienst – und die Ehe muss mindestens ein Jahr vor dem Tod geschlossen worden sein. Dies gilt ebenfalls für das Erbe!

Bedenkt diese gesetzlichen Regelungen bei der Planung Eurer Altersvorsorge als Ehepaar.

Vorteil der Heirat für uns im Sterbefall?

Jetzt würde Mike im Fall meines Todes und eines vorhandenen Testaments meinerseits Probleme mit der 20.000 € Grenze bekommen – nicht nur mein Aktiendepot ist mehr wert, vor allem aber die Wohnung in der wir leben.

Sind wir ​verheiratet ist dieses Thema ​kein Problem – denn von der halben Millionen ist jeder einzelne von uns noch weit weg.

Ein ernstes Thema!

Da wir gemeinsam Immobilien erwerben möchten und unsere Depots in der Zukunft weiter anwachsen werden, bringt die Hochzeit definitiv finanzielle Vorteile im Erbfall für den Zurückbleibenden von uns mit.

Eine etwaige Witwenrente ist heute in Gedanken weit weg, da der Fall hoffentlich erst in vielen Jahrzehnten eintritt. Allerdings kenne ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig der Einfluss dieser Zahlungen sein kann.

Wenn für ​meine Familie nach dem Tod von meinem Papa sein gesamtes Einkommen weggefallen wäre und meine Mutter keine Witwenrente erhalten hätte, wäre es für meine Mutter mit drei minderjährigen Kindern weniger entspannt (auf finanzieller Seite) gelaufen. Sie hätte wieder Vollzeit arbeiten müssen und somit deutlich weniger Zeit für uns Drei gehabt – Zeit, die in einer solchen Lebensphase mehr Wert war als jedes Geld!

Weil ich diese Situation selbst kenne, weiß ich, dass ich ein deutlich besseres Gefühl haben werde, wenn ich weiß, dass wir auch über den Tod hinaus gemeinsam für unsere (zukünftigen) Kinder aufkommen können.​

Aus meiner persönlichen Sicht sind die finanziellen Vorteile einer Ehe rund um den Tod definitiv zu bedenken und nicht als „Tabuthemen“ wegzu​schweigen.

 

​Ein Fazit zu den Vorteilen der Eheschließung

Wie erwartet sind die finanziellen Vorteile der Ehe individuell. Für manche Paare können diese Vorteile Grund genug sein, um zu heiraten. Für uns ist die Regelung im Sterbefall der wichtigste finanzielle Vorteil der Heirat.

Wobei selbst dieser nicht ausreichen würde, dass wir nur aus finanzieller Sicht heiraten würden. Ein bisschen Romantik bleibt damit bei der Entscheidung für eine Ehe 😉

 

Welche Vorteile sind für Euch entscheiden? Und kennst Du noch weitere finanzielle Vorteile der Heirat, die Du noch ergänzen kannst?

Kickoff zum großen Hochzeitsspecial – alles zu Hochzeit und Finanzen

Hochzeit und Finanzen – das Thema des großen Hochzeitsspecials bei den Beziehungs-Investoren!

Wir haben „Ja!“ gesagt und das gleich zwei Mal.

Den Countdown zu unserer Hochzeit hatten wir mit neun Artikel runtergezählt. In diesem Artikel bieten wir Dir eine Übersicht zu den einzelnen Themen. Du kannst Dir damit die passenden und interessanten Themen heraussuchen.

Wobei: Die Ressonanz unserer Leser zeigt eindeutig: Alle Themen rum um die Überschrift „Hochzeit und Finanzen“ sind interessant.

Und wichtig sind sie. Dies wurde in zahlreichen Diskussionen auf und abseits des Blogs deutlich.

Sollte Dir ein Thema fehlen, hau in die Tasten und hinterlasse uns einen Kommentar. Wir werden Deinen Vorschlag im Nachgang aufgreifen.

Die Ehe als Investition – finanzielle Vorteile des Heiraten

Unschwer zu erkennen – wir lieben das Investieren. Klar, dass wir mit dem Investieren beginnen. Im letzten Jahr hatten wir Dir 10 Möglichkeiten aufgezeigt, wie Du aktiv in Deine Beziehung investieren kannst. Die nicht-finanziellen Investitionen gelten ebenfalls für die Ehe!

Daher wirst Du in diesem Artikel die geballte Ladung Finanz-Vorteile der Ehe erhalten.

Diesen Artikel wird Marielle für Dich verfassen.

Pleite durchs Heiraten – was Ihr auf jeden Fall vermeiden solltet

Sein Vortrag „Warum Ihr schuftet und wir reich werden“ erzielte auf YouTube fast 600 000 Aufrufe. In diesem erklärt Gerald Hörhan – der Investmentpunk – die größten finanziellen Irrtürmer und Fehler der Mittelschicht.

Mit auf seiner Liste steht die Ehe. Durch Anwaltskosten im Rosenkrieg verbrennen Scheidende ihr gesamtes Vermögen. Auch eine Strategie:

So lange streiten, bis nichts mehr zum Streiten übrig geblieben ist. Und wen macht’s reich? Den ledigen Anwalt!

Diesen Artikel wird Mike für Dich verfassen.

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Unsere eigene Vorbereitung offenbart uns einmal mehr, dass in vielen Köpfen der Glaubenssatz „Das muss so sein, denn das war schon immer so!“ kilometertief im Unbewusstsein verankert ist.

Größte Diskussion hat der nicht vorhandene Verlobungsring aufgeworfen. Wie könnten wir nur auf etwas derart Wichtiges im Vorfeld einer Ehe verzichten!?!

In Zeiten von Alexa kannst Du Dein Geld immer schneller und barrierefreier im Autopilot aus dem Fenster werfen. Bei der Hochzeit geht das besonders leicht: Schnell steigen die Kosten in 1000er oder 10000er Schritte!

Diesen Artikel wird Mike für Dich verfassen.

Bis, dass der Tod Euch scheidet – Versicherungen und Patientenverfügung

Neulich saßen wir mit einem netten Herren von der Versicherungsberatung zusammen. Unser Anliegen war die Rechtsschutzversicherung für den Blog und unser zukünftiges Unternehmen.

Neben Altersvorsorge und Arbeits-/Handlungsunfähigkeitsversicherungen erwähnte er, dass wir uns Gedanken zur Patientenverfügung machen sollten.

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Diesen Artikel wird Marielle für Dich verfassen.

Als Duett in die Altersvorsorge – was sich in der Ehe ändert

Oder gibt es keinerlei Änderungen? Was sind Unterschiede in der Altersvorsorge zwischen Singels, Paaren in einer langjährigen Beziehung und solchen, die die Ehe eingetragen haben?

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Alle versteckten Hinweise zur Steigerung der Vorfreude und Senkung der Kosten fassen wir in diesem Artikel auf den Punkt zusammen.

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War es der schönste Tag unseres Lebens?

Eines steht fest – nach der Hochzeit wird bei uns nicht vor der Hochzeit sein. Ob es wirklich der schönste Tag in unserem Leben gewesen sein wird, erfährst Du in einem Doppelbericht.

Ohne die Gedanken des Anderen gelesen zu haben, schreiben wir einen Hochzeitsbericht. Und veröffentliche unsere Dokumente mit zwei bis drei Tagen Abstand voneinander.

Neben unseren Highlights wollen wir Deine Fragen in diesen Berichten beantworten! Die originellsten, lustigsten und spannendsten Fragen werden wir aufgreifen.

Hier entlang für Mike’s Bericht. Und hier für Marielle’s Bericht.

Bevor es los geht…

bist Du gefragt! Was interessiert Dich? Welche Fragen sollen wir für Dich beantworten? Was dürfen wir auf keinen Fall auslassen?

Auf die Tasten!

Fertig!

LOS!

Blogparade: Mein Weg in die finanzielle Freiheit

Vor einigen Wochen haben wir es in unserem Newsletter (anmelden kannst Du Dich drüben rechts neben dem Artikel —>) darauf hingewiesen und auch unsere Teilnahme angekündigt: Pascal von fyoumoney hat zur Blogparade mit dem Thema „Mein Weg in die finanzielle Freiheit“ aufgerufen.

Da wollen wir uns nicht lumpen lassen und leisten mit Freude unseren Beitrag – schließlich beschäftigen wir uns fast täglich mit der Thematik.

Diesen Artikel hat Marielle verfasst.

Startschuss zur finanziellen Freiheit

Erste Klasse – 1 Mark Taschengeld, zweite Klasse – 2 Mark Taschengeld, dritte Klasse – 3 Mark werden plötzlich zu 1,50 Euro Taschengeld, vierte Klasse – 2 Euro Taschengeld.

Jede Woche kassiere ich mein Taschengeld von meinen Eltern. Selten gebe ich es aus. Meistens sammele ich eine Weile und bringe es zur Bank auf mein Taschengeldkonto.

Denn alles was ich brauche bekomme ich von meiner Familie – Essen, Spielzeug, Ausflüge, Spielzeit, Schulmaterial. Ich brauche kein Geld. Dennoch ist mir wichtig jede Woche meine Mark oder meine 1,50 € zu bekommen.

Zweite oder dritte Klasse – ein Gameboy Color soll her! Mein Bruder und ich wollen Pokemon spielen! Alle Kinder haben einen Gameboy – nur wir nicht!

Unsere Eltern sind sich einig: „So soll es auch bleiben. Wenn ihr einen Gameboy haben wollt, müsst ihr es euch selbst kaufen – dafür habt ihr doch Taschengeld. Aber denkt daran – jeder darf maximal 30 Minuten am Tag damit spielen!

Mein Bruder und ich schauen auf unsere Konten, im neuesten Media-Markt-Prospekt steht der Preis von 120 € und weitere 30 € für das Spiel. Das haben wir nicht ganz – aber fast. Wir sparen noch ein paar wenige Wochen, heben das benötigte Geld ab und kaufen uns zusammen einen blauen Gameboy Color mit der gelben Pokemon-Edition.

Fortan gibt es zwar tägliche Diskussionen über die 30 Minuten Spielzeit pro Person. Dennoch erinnere ich mich bis heute an dieses erste Investment meinerseits.

Was habe ich (und hoffentlich auch mein Bruder) gelernt?

  • Es lohnt sich, das Taschengeld nicht direkt für etwas unnötiges auszugeben
  • Durch Sparen kann ich mir größere Wünsche erfüllen
  • Eigenes Geld führt zu freien persönlichen Entscheidungen

Der Wert von Geld

Insgesamt war in unserer Familie immer genug Geld da. Dennoch haben wir von Anfang den Wert von Geld vermittelt bekommen und vor allem, dass dieses nicht vom Himmel fällt und Geld wohlüberlegt ausgegeben werden sollte.

Der Weg zum Geldwert

Mit 13 habe ich angefangen das Ortsblättchen auszutragen – das Geld musste der Austräger quartalsweise im jeweiligen Austragbezirk selbst von den Kunden abkassieren. Der Gesamtbetrag musste an die Druckerei gegeben werden abzüglich des eigenen Trägerlohns – und des Trinkgeldes.

Dabei habe ich schnell gelernt, dass ich durch Freundlichkeit und Service (beispielsweise bei älteren Leuten bis an die Wohnungstür statt nur bis zum Hoftor zu kommen) ein höheres Trinkgeld erzielen kann ohne, dass ich mich dafür außerordentlich anstrengte. Kleinigkeiten machen den Unterschied.

Der erste Ferienjob – rangekommen bin ich ausschließlich durch meine Mutter, da es bei ihrem Arbeitgeber war. Gute Arbeitsleistung habe ich allerdings alleine gebracht und bin zwei Wochen der Sommerferien um 5.30 Uhr aufgestanden.

Nach dem zweiten Jahr habe ich mir mein Macbook gekauft – denn das verdiente Geld hatte ich wieder ordentlich aufs Konto gepackt.

2008 habe ich ein Auslandsschuljahr in Neuseeland verbracht – kein günstiges Vergnügen. Aber dank meinen Großeltern und Eltern wurde mir dieser Wunsch ermöglicht – die erste bewusste Bildungsinvestition in meinem Leben (sicherlich gab es vorher schon einige durch meine Eltern).

Und auch hier habe ich einen Teil selbst beigetragen – gesponsert wurden mir die Programmkosten und der Flug. Alle Kosten vor Ort (monatliche Ausgaben und Reisen) habe ich von meinen Ersparnissen gezahlt. Meine Eltern hätten auch das übernommen – aber ich wollte es und der Lerneffekt war höher.

Das Fazit zu meinem Wertverständnis von Geld

Geld ist mir wichtig – schon seit ich denken kann.

Ich bekam in meiner Kindheit Sparsamkeit vermittelt. Dennoch konnte ich mir schon immer etwas gönnen – wenn ich es verdient / erspart / wirklich nötig hatte. Manch einer verwechselt dies mit Geiz. Die Grenze ist oft sehr schmal, aus meiner Sicht ist es Sparsamkeit – und ich finde es gut.

Meiner Familie bin ich sehr dankbar für diese Erziehung. Sie war die Grundlage für meinen jetzigen Wohlstand.

Finanzielle Freiheit als Grund für den Vermögensaufbau

Einflüsse von Außen auf meine persönliche Zielsetzung spielen selbstverständlich ebenfalls eine nicht von der Hand zu weisende Rolle bei der Erfolgswahrscheinlichkeit. 

Träumereien

In meinen Träumen habe ich noch lange einen erfüllenden Job. Bekomme ich immer wieder neue Aufgaben hinzu. Wechsle ich den Job und steige auf. Gleichzeitig habe ich Kinder, deren Aufwachsen ich ganz bewusst miterlebe – nicht nur abends zwischen Tür und Angel. Mit Mike durch die Welt zu reisen und in andere Kulturen eintauchen, spielen eine wichtige Rolle in meinen Vorstellungen von der Zukunft.

Realität

Ach stop – dafür benötige ich Geld! Und nicht nur ein bisschen – denn beim Reisen verdient es sich schlecht, beim Kinder haben auch.

Ich bin eine Frau. Ich habe sowohl ein Bachelor- als auch Masterstudium schnell durchgezogen. Ich bin seit 7 Jahren mit Mike zusammen. Ich arbeite seit ich 19 Jahre alt bin mehr oder weniger Vollzeit (zuerst als duale Studentin, dann Werkstudentin neben dem Job und seit Februar 2017 im ersten richtigen Job mit immer steigender Verantwortung). Ich möchte Kinder haben und nicht erst mit Mitte 30 anfangen Kinder zu bekommen. Ich gehe gerne zur Arbeit und bin stolz auf die Anerkennung, die ich für meine Leistungen erfahre.

Wie passt das denn jetzt zusammen?

Irgendwann Ende 2015 kam Mike mit Finanzblogs um die Ecke und schnell tauchte es auf, das Konzept der finanziellen Freiheit.

Genau das brauche ich!

Bin ich finanziell frei, muss ich mir keine Gedanken mehr über Erwartungen von außen machen. Ich kann reisen so viel ich möchte. Kann mir Auszeiten vom Job für meine Kinder nehmen wie ich möchte. Ich kann arbeiten wie es mir Spaß macht. Zu guter Letzt traue ich mich auch einige Dinge, die ich mich so nicht traue – vielleicht mein eigenes Café eröffnen?

Mein Weg zum Ziel

Seit die finanzielle Freiheit als großes Ziel identifiziert ist, verfolge ich meine Investments mit deutlich höherer Motivation. Das Ziel vor Augen lässt mich Dinge anpacken.

Baustein Nummer 1

Meine Aktieninvestments mit deutlich mehr Motivation. Ich hatte vorher mein Depot geerbt und mich sporadisch damit beschäftigt; mal hier mal da etwas gekauft und verkauft und solide Gewinne verbucht. Inzwischen verfolge ich mit Mike eine für mich perfekt passende Strategie und kaufe nicht wahllos.

Ich investiere in ETFs für meine Altersvorsorge – einen Betrag von dem sowohl unsere Bankberaterin als auch der Versicherungsberater beeindruckt waren. Für mich war der Startpunkt mit dem ersten festen Vollzeitgehalt ideal – denn ich habe mich nicht daran gewöhnt, plötzlich richtig Geld zu verdienen. Meine Ausgaben jetzt sind kaum höher als zu Studentenzeiten – die hohe Sparrate daher kein Problem. Ab April werde ich sie erhöhen – denn mit meiner Beförderung ging auch eine Gehaltserhöhung einher.

Unsere Wohnung wurde mir Anfang des Jahres von meiner Mutter überschrieben. Werden wir irgendwann ausziehen, möchte ich sie vermieten. Denn in der Rhein-Main-Region ist dies problemfrei möglich, die Wohnung liegt super für verschiedenste Zielgruppen und es ist eine Chance auf passives Einkommen.

Gemeinsam mit Mike suche ich seit einem knappen Jahr nach einem eigenen Immobilieninvestment – nicht einfach in Frankfurt und Umgebung. Wir sind dennoch zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr den Vermögenshebel ansetzen können und ein erstes Vermietungsobjekt zu unserem Portfolio gehören wird.

Baustein Nummer 2

Neben all den Investitionen spielt auf meinem Weg in die finanzielle Freiheit die Einkommenserhöhung eine entscheidende Rolle. Zwar habe ich gerade eine Gehaltserhöhung bekommen – von der tollen Brutto-Erhöhung wird Netto nur ein Bruchteil bleiben. Es braucht andere und zusätzliche Kanäle!

Alleine bin ich ein Schisser (vielleicht liegt das auch wieder etwas am Frau sein) – Mike macht mich mutig. Gemeinsam haben wir viele Ideen, um unsere gemeinsame Unternehmertätigkeit zu starten und zusätzliches Kapital zu generieren. Denn die finanzielle Freiheit kommt zwar irgendwann von alleine – irgendwann ist uns zu spät!

Der erste Schritt waren die ersten beiden Artikel, die wir über 1&1 bei web.de und gmx.de veröffentlicht haben. Hier generieren wir als Freiberufler für jeden Leser einen kleinen Betrag – davon lässt sich noch keine Arbeitszeit reduzieren oder ein neues Auto kaufen, aber es ist besonders für mich ein wichtiger erster Schritt. All meine Verdienste waren vorher lediglich im Angestelltenverhältnis erwirtschaftet – Zeit gegen Geld. Jetzt schreibe ich einmal den Artikel und generiere über einen längeren Zeitraum (fast) passive Nebeneinkünfte in Abhängigkeit von der Qualität meiner Leistung. Ein tolles Gefühl!

Die nächsten Schritte sind in Planung und nicht nur ich (sondern Mike wahrscheinlich noch viel mehr) freue mich darauf diese bald mit Dir zu teilen.

Wert der finanziellen Freiheit

Eine Frage, die Pascal für seine Blogparade gestellt hat, ist die nach dem Wert der finanziellen Freiheit. Die Frage betrachtet er aus zwei Gesichtspunkten

1) Leidest Du unter dem Verzicht, den Du für die finanzielle Freiheit lebst?

2) Profitierst Du schon heute weit vor dem Erreichen der finanziellen Freiheit?

Zur ersten Frage gibt es eine klare Antwort von mir: Nein, nicht im geringsten!

Zur zweiten Frage gibt es auch eine klare Antwort von mir: Ja und wie!

Mein Mehrwert des Weges

Sparsamkeit und Investieren habe ich von klein auf gelernt. Es bedeutet für mich keinen Verzicht, unnötige Ausgaben einmal mehr zu hinterfragen oder beim Einkaufen Preise zu vergleichen.

Ich habe jetzt seit Stunden darüber nachgedacht, worauf ich überhaupt verzichte? Mir ist nichts eingefallen!

Ja manchmal kämpfe ich lange mit mir selbst (Beispiel: ein neuer Laptop, bei dem ich eine ganz klare Preisgrenze im Kopf habe, für die ich aber leider nicht das bekomme, was ich benötige) und manchmal wirke ich von außen auch sicherlich geizig (Beispiel: Wenn ich bei den Hochzeitsplanungen im Vorfeld wissen will, was welches Getränk kostet). Aber ich leide darunter nicht. Alles was ich wirklich haben möchte, kann ich mir gönnen.

Das tolle an dem Weg zur finanziellen Freiheit ist, dass diese nicht von heute auf morgen kommt – es ist ein langer Weg mit vielen kleinen Erfolgserlebnissen und Meilensteinen. Wie sehr habe ich mich gefreut, als all meine Dividendeneinnahmen aus einem Jahr zusammen gerechnet das erste Mal meinen Jahresurlaub bezahlt haben. Wie stolz war ich als der erste einstellige Eurobetrag durch den ersten Artikel verdient war. Und wie sehr werde ich mich wohl freuen, wenn die ersten Mieteinnahmen auf unser Konto fließen werden?

Für mich ist mein Weg zur finanziellen Freiheit vor allem aufregend, eine Lifestyle-Entscheidung und absolut motivierend!

Wie Ihr als Paar an der Börse investieren könnt

Heute wollen wir starten, die in unserem Überblicksartikel zu Investitionsmöglichkeiten als Paar aufgezeigten Optionen, im Detail vorzustellen. Los geht es mit der Börse und wie Ihr gemeinsam an ebendieser investieren könntet.

Dazu beginnen wir mit einer Übersicht der handelbaren Produkte. Wenn wir selbst bereits Erfahrungen gesammelt haben, dann sind diese mit einem persönlichen Beispiel ergänzt.

Anschließend gibt es von uns konkrete Handlungsvorschläge und Tipps zum gemeinsamen Investieren, die wir bereits selbst erprobt haben!

Produkte

Die Börse bringt eine wahnsinnige Vielfalt an Produkten mit sich, in die Ihr investieren könntet.

 

Devisenmärkte

Hier dreht sich alles um den Handel mit Devisen, also unterschiedlichen Landeswährungen. Rund um die Uhr werden an den Devisenmärkten die verschiedenen Währungen gekauft, verkauft und wieder gekauft. Die Kurse ändern sich ständig.

Für einen BWLer kommt der Devisenmarkt am nächsten an einen perfekten / effizienten Markt heran, da die Marktteilnehmer weltweit agieren können, sehr niedrige Transaktions- und Informationskosten herrschen und gleichzeitig eine hohe Liquidität vorliegt.

Wenn Euch der Devisenhandel interessiert, ist das sicher ein sehr spannendes Feld, in dem große Potentiale liegen. Allerdings handelt es sich hier in der Regel eher um kurzfristige Spekulationen als um langfristige gemeinsame Investitionen. Wenn Dich das Thema dennoch näher interessiert, möchten wir Dir gerne einen der neusten Podcasts von Aktien mit Kopf empfehlen. Kolja erklärt dort sehr anschaulich wie der Markt funktioniert.

Jetzt wollen wir uns direkt dem aus unserer Sicht interessanteren Markt für Paar zuwenden:

 

Aktienmarkt / Börse

Am Aktienmarkt werden verschiedenste Produkte gehandelt. Wir möchten auf vier davon kurz eingehen:

 

Aktien

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital eines Unternehmens verbrieft und somit den Eigentümer zu einem Miteigentümer an diesem Unternehmen macht. Dem Aktionär gehört ein Anteil daran abhängig von seinem Aktienanteil und er erhält zudem besondere Eigentumsrechte bspw. Stimmrechte. Durch die Börsennotierung lässt sich der Anteil leicht veräußern und durch das normale Marktgleichgewicht aus Angebot und Nachfrage errechnet sich zu jedem Zeitpunkt der aktuelle Börsenkurs der Aktien / des Unternehmens.

Kauft Ihr Aktien, gehört Euch also ein Teil eines Unternehmens – Ihr dürft entsprechend auch an der Hauptversammlung teilnehmen und habt Anspruch auf einen Anteil am Gewinn des Unternehmens – der Dividende.

Unsere erste strategisch erworbene Aktie war die Siemens AG. Hier haben wir zu Beginn 100 Aktien gekauft – 7 davon gehörten Mike und 93 Marielle. Als es dann die Dividendenzahlung gab haben wir die Gesamtsumme auch entsprechend der Anteile verteilt und beim Verkauf den Gewinn natürlich ebenso.

Bevor wir jetzt auf die genauen Vorteile und unsere Vorabüberlegungen eingehen, erstmal weiter mit den Produkten.

 

Fonds

In Aktienfonds werden viele verschiedene Aktien erworben und vom Fondsmanager verwaltet. In der Regel haben diese Fonds ein bestimmtes Ziel. Beispiele hierfür sind Fonds, die sich auf eine bestimmte Branche oder einen bestimmten Länderbereich fokussieren. Auch der Fokus auf besonders dividendenstarke Aktien ist eine Möglichkeit.

Beachten müsstet Ihr auf jeden Fall die teilweise sehr hohen Gebühren. Diese entstehen bei aktiv gemanagten Fonds, da die Person, die ihn betreibt dafür bezahlt werden will. Hinzu kommen Gebühren, die der Anbieter erhebt.

Bevor Ihr Euch für einen aktiv gemanagten Fond entscheidet, solltet Ihr euch ganz sicher sein, dass es genau dieser sein muss und alle Gebühren, die anfallen genau studiert haben. Nicht, dass die gesamte Performance wieder von den Gebühren aufgefressen wird! Und Ihr im ungünstigsten Fall drauf zahlt, obwohl der Fond gestiegen ist.

Fonds sind daher ein sehr beliebtes Produkt bei Bankberatern und hat bereits einigen Privatanlegern einiges an Vermögen gekostet.

Das Depot, das ich zu meinem 18. Geburtstag von meinen Eltern erhalten habe, enthielt zu dem Zeitpunkt einige verschiedene Fonds. Der einzige, den ich heute noch halte, ist der DWS Top Dividende.

Hierbei handelt es sich um einen der größten Fonds in Deutschland, der sich – wie der Name schon sagt – auf Aktien mit besonders hohen Dividenden fokussiert und somit neben dem sehr schön steigenden Kurs auch regelmäßige erfreuliche Ausschüttungen für mich bedeuted. Bis heute habe ich das Gefühl, dass meine jährlichen Verwaltungsgebühren hier gut angelegt sind.

 

Anleihen

Neben Aktien gibt es auch noch Anleihen, die man an der Börse handeln kann. Eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier. Ihr gebt also quasi einen Kredit und erhaltet dafür einen festen Zinssatz über eine festgeschriebene Laufzeit. Vor allem von Staatsanleihen hat sicherlich jeder schon einmal gehört – denn diese ermöglichen den Staaten/Regierungen die enormen Schuldenberge anzuhäufen, über die wir immer wieder in den Nachrichten hören. Daneben gibt es aber bspw. auch Unternehmensanleihen.

Ein Beispiel für eine Unternehmensanleihe, die bestimmt dem einen oder anderen schon einmal aufgefallen ist, ist die der Wiener Feinbäckerei.

Eine Anleihe wurde zum Stückpreis von 1000 € angeboten und bringt einen jährlichen festen Zinssatz von 5%. Das klingt natürlich super!

Wichtig ist, dass man sich immer informiert, wofür das Geld aus der Anleihe vom Unternehmen verwendet werden soll – und natürlich, wie es dem Unternehmen generell derzeit geht. Denn geht das Unternehmen während der Laufzeit pleite, ist es mit der Rückzahlung des eingezahlten Betrages auch eher schwierig.

Im Gegensatz zu Aktien gelten Anleihen allerdings als Fremdkapital, so dass die Rückerstattungswahrscheinlichkeit im Falle einer Insolvenz deutlich höher ist als bei Aktien. Denn Fremdkapital wird vor Eigenkapital beglichen!

 

ETFs

Ein sogenannter Exchange Traded Fund bildet in seiner Reinform einen Index nach. In der Kurzform bedeuted das, dass bspw. ein DAX-ETF den deutschen Leitindex mit den 30 größten deutschen Unternehmen nachbildet und entsprechend performt. Einfach gesagt: Steigt die Gesamtdeutsche Wirtschaft und damit der DAX, steigt auch Euer DAX ETF. Inzwischen gibt es aber auch ETFs, die sich auf Anleihen oder sogar Devisen fokussieren. Alle möglichen Varianten finden sich auf ETF.com

Toll sind hier die deutlich geringeren Gebühren, da es sich quasi um passive Fonds handelt, die keinen Fondsmanager und weitere Kosten abdecken müssen. Alle weiteren Details wollen wir hier nun nicht zum 100. Mal beleuchten – wenn du mehr wissen möchtest empfehlen wir dir beispielsweise die ETF-Serie vom finanziell-umdenken-Blog.

Gemeinsam haben wir bisher nicht in ETFs investiert. Dafür besparen wir beide monatliche mit individuellen Sparplänen verschiedene ETFs.

Wir sehen dies beide als langfristige Investments, die als Basis für unsere spätere Rente dienen soll.

Die Zahlungen sollen also kontinuierlich laufen und nach Möglichkeit auch jedes Jahr etwas erhöht werden. Wir investieren teilweise in dieselben ETFs, teilweis aber auch in unterschiedliche.

Durch den Cost-Average-Effekt und die über den langen Zeitraum ziemlich wahrscheinlicher Steigerung der Märkte, erwarten wir uns jedoch beide ein stattliches Sümmchen, wenn es dann irgendwann an die (Selbst-)Auszahlung in Form einer Rente geht.

 

Zertifikate

Zu guter Letzt wollen wir natürlich auch die Möglichkeit in Zertifikatprodukte zu investieren nicht verschweigen. Hier handelt es sich um sogenannte Hebelprodukte oder auch Optionsscheine.

Die Kursentwicklung der Produkte hängt unter anderem an der Entwicklung einer speziellen Aktie, die Veränderungen verlaufen jedoch mit einem deutlich größeren Hebel als der normale Kursverlauf – es sind also deutlich höhere Gewinne aber auch Verlust möglich.

Auch hier wollen wir für Details zu den Experten verweisen, denn wir selbst haben noch keine Erfahrungen mit Zertifikat-Produkten gemacht. Mike hatte lediglich in seinem ersten Börsenjahr rumprobiert und dabei Leergeld bezahlt.

Ob wir das irgendwann noch angehen, wissen wir noch nicht – darüber lernen, ist sicherlich spannend, aktuell empfinden wir es aber nicht als zielführend für unsere Strategie.

 

Aber wie geht das denn nun genau mit dem gemeinsamen Investieren?

Wenn man gemeinsam in die oben genannten Produkte investieren möchte, ist zuerst einmal ein gemeinsames Depot nötig. Wir selbst haben zu Beginn mit einer Excel-Tabelle und den einzelnen Depots begonnen:

Wir haben eine ganze Zeit lange einzeln Aktien gekauft und verkauft. Uns immer wieder darüber unterhalten. Irgendwann kam dann eine Aktie ins Spiel, die wir beide gerne haben wollten.

Dann kam die ganz praktische Überlegung ins Spiel: Wollen wir uns nicht die Gebühren teilen?

Gedacht, Besprochen und Getan 🙂

In der Folge haben wir das immer wieder gemacht – uns auf eine Aktie geeinigt, anschließend hat einer dem anderen das Geld überwiesen und dieser hat dann in seinem Depot gekauft. Dazu führen wir eine Excel-Liste, um den Überblick nicht zu verlieren und im Fall eines Verkaufs wieder genau zurückverteilen zu können.

Irgendwann kam dann der Gedanke, dass so ein gemeinsames Depot ggf. doch sinnvoller ist, als das Durcheinander mit den einzelnen Depots.

 

Was sind die Vorteile eines gemeinsamen Depots?

(1) Besserer Überblick: Da die gemeinsamen Investitionen nicht zwischen denen eines anderen untergehen führt ein gemeinsames Depot einfach zu einer besseren Übersicht

(2) Weniger Konfliktpotential: Leider muss man auch den Trennungsfall als Paar immer auf dem Schirm haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer plötzlich mit dem Depot über alle Berge verschwinden kann und der andere leider so gar nichts offizielles in der Hand hat, dass er ebenfalls ein Recht auf einen Teil des Geldes hat, ist bei getrennten Depots einfach höher als bei einem gemeinsamen. Wenn einer dem anderen überweist, besteht sogar die Gefahr, dass das Ganze vor Gericht als Schenkung gewertet werden würde – das wäre für denjenigen, dessen Vertrauen missbraucht wurde, natürlich fatal!

(3) Zugriffsrechte: Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass bei einem gemeinsamen Depot beide Partner Zugangsdaten zum Konto haben und somit unabhängig voneinander den aktuellen Depotstand einsehen können, jeder Orders setzen kann und einfach mehr Flexibilität vorherrscht.

 

 

Vorgehensweise bei gemeinsamen Börseninvestments

Wie immer gilt auch beim Investieren an der Börse als Paar, dass man viel miteinander reden muss. Kommunikation ist das A und O jeder Beziehung und auch die Basis für gemeinsame Investitionen an der Börse – denn sonst gibt es irgendwann die berühmt berüchtigten „unüberbrückbaren Differenzen“, die dann alle Vorteile des gemeinsamen Investierens in den Schatten stellen.

Mike und ich haben vor unserem ersten gemeinsamen Aktienkauf Regeln aufgestellt, nach denen wir investieren wollten. Diese umfassten beispielsweise Kaufkriterien, Verkaufsschwellen (nach oben und unten) und Dokumentationsregeln (für unser berühmtes Excel-Dokument).

Diese Regeln haben sich inzwischen zwar wieder geändert und sind nicht mehr so wichtig – zum damaligen Zeitpunkt war es aber entscheidend, dass wir über unsere Erwartungen und Ziele VOR dem ersten gemeinsamen Investment gesprochen und die wichtigsten Punkte schriftlich festgehalten haben.

 

Ganz konkret verlaufen unsere gemeinsamen Investments an der Börse wie folgt:

(1) Wir entdecken eine spannende Aktie und tauschen uns darüber aus

(2) Jeder überlegt, wie viel er investieren möchte und überweist diesen Betrag auf das gemeinsame Verrechnungskonto

(3) Die Kauforder zum gemeinsam besprochenen Kurs wird gesetzt und nach dem Kauf die tatsächlichen Werte und Prozentanteile in unserem Excel-Dokument dokumentiert

(4) Wir beide beobachten die Aktie, tauschen uns regelmäßig darüber aus und evaluieren den Wert immer wieder neu

(5) Beim Erreichen des vorher vereinbarten Gewinnwertes setzen wir einen Trailing Stopp Loss

(6) Wird die Aktie verkauft, erhält jeder seinen Anteil zurück und das Ganze wird in unserer Excelliste festgehalten. Genauso verfahren wir mit etwaigen Dividendenzahlungen

 

Eine weitere Option – der Sparplan

Möchte man nun als Paar nicht nur Einzelinvestments tätigen, sondern auch gemeinsam beispielsweise für die Rente vorsorgen oder den Kindern eine finanzielle Grundlage schaffen möchte, bieten sich Sparpläne an. Das besondere hier ist, dass man regelmäßig in dieselben Werte / ETFs / Fonds investiert und so den sogenannten Cost-Average-Effekt für sich nutzt.

Viele Banken bieten sogar gebührenfreie Sparpläne auf ausgewählte ETFs oder Einzelaktien an – das ist natürlich besonders interessant. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass man monatlich einen Betrag x direkt spart ohne überhaupt in Versuchung zu kommen diesen auszugeben – durch dieses gemeinsame Investment arbeitet das Paar an einem gemeinsamen Ziel und rückt so gegebenfalls noch enger zusammen.

 

Fazit

Egal für welches Produkt Ihr Euch entscheidet und egal mit welcher Depotlösung begonnen werden soll, diese eine Regel muss immer eingehalten werden:

 

Klare, transparente und von beiden geteilte Regeln entwickeln!

 

Ohne diese geht es einfach nicht. Die Börse ist ein emotionales Geschäft. Kurse fallen und steigen. Ständig flattern irgendwelche Nachrichten und Gerüchte auf den Bildschirm. Der Markt reagiert empfindlich, erholt sich aber innerhalb weniger Tage (siehe Brexit-Votum).

Diese Schwankungen lassen sich mit der obigen Regel deutlich besser aushalten. Und als Paar könnt Ihr Euch gegenseitig ermahnen, Euch auch an die selbstaufgestellten Regeln zu halten. Da gibt es einfach keine Ausrede!

Weil es so wichtig ist noch einmal: Klare, transparente und von beiden geteilte Regeln entwickeln!

Investiert Ihr bereits als Paar an der Börse? Wenn ja, was sind Eure Regeln?

 

Beste Grüße
Marielle & Mike

Acht Investitionsmöglichkeiten für Paare

Heute möchten wir mit Dir über Investitionsmöglichkeiten für Paare sprechen und bauen damit auf unserem Artikel von letzter Woche auf: „Warum wir als Paar investieren„.

Dies wird ein Übersichtsartikel, der die Themen für die kommenden Wochen skizziert. Jede einzelne Möglichkeit ist so umfangreich, dass wir beim Schreiben bemerkt haben, dass wir mit 2000 bis 3000 Wörtern einfach nicht hinkommen würden. Da wir Dir maximalen Mehrwert liefern wollen, haben wir uns entschieden dies als Kick-Off für unsere neue Serie zu nehmen.

Bei den vorgestellten Investitionsmöglichkeiten setzen wir immer voraus, dass beide Teile der Beziehung Lust haben sich aktiv einzubringen. Natürlich sind auch andere Arrangements möglich, darum soll es jetzt aber nicht gehen.

Diesen Artikel hat Mike für Dich verfasst.

1. Alles rund um die Börse

Beginnen wir mit dem Offensichtlichsten (zumindest nach unseren bisherigen Artikeln): Investitionen an der Börse.

Hier wird auch direkt ersichtlich, warum wir nicht alle Punkte in einem Artikel ausführlich bearbeiten können, da das Umfeld der Börse bereits so viele Produkte bereitstellt.

Von Aktien, über Anleihen zu ETFs ist (fast) alles möglich.

Zum gemeinsamen Investieren an der Börse sind allerdings einige Voraussetzungen zu beachten.

Ein gemeinschaftliches Verständnis über die interessanten Produkte ist unabdingbar. Ansonsten könnte Geld verbrannt werden (was nicht Sinn einer Investition wäre) oder es wären nicht beide aktiv an der Entscheidung beteiligt.

Wenn das Grundverständnis gegeben ist, fehlt noch die Einigkeit über die Strategie und wer wie viel hinzugibt und wie es beim Verkauf wieder aufgeteilt wird. Hier sind bestimmt einige Modelle denkbar, so dass dies im Vorfeld geklärt sein sollte.

Zum Loslegen fehlt dann nur noch das gemeinsame Depot. Denn – Vorsicht!

Wird das Depot einer Person benutzt und darauf Geld vom jeweils anderen überwiesen, könnte dieses unter Umständen als Schenkung interpretiert werden. Das kann bei hohen Summen im Trennungs-/ Uneinigkeitsfall teuer werden.

 

2. Beziehung

Als Paar in die gemeinsame Beziehung zu investieren, ist wohl die sinnvollste der hier gelisteten Möglichkeiten.

Die Möglichkeiten scheinen unerschöpflich: Lächeln, Empathie, Unterstützung, Kommunikation, Vertrauen, Sex und und und…

Viele dieser Dinge können leicht als selbstverständlich bewertet werden, da sie zu einer funktionierenden Beziehung dazu gehören. Aber das sind sie bei weitem nicht.

Morgens der Partnerin ein Lächeln zu schenken, obwohl man selbst schlecht geschlafen hat, steigert die Laune von beiden.

Über die gemeinsamen Bedürfnisse zu sprechen und Vertrauen zueinander zu haben, sorgt dafür, dass Kompromisse geschlossen und neue Erfahrungen gesammelt werden können.

Den Partner in stressigen Zeiten durch vermehrtes Engagement im Haushalt oder höhere Toleranz bei Kleinigkeiten zu unterstützen.

All das sind Dinge, die die Beziehung bereichern und stärken. Sollten sie aber fehlen, kann es sich auch schnell in den Gegensatz umschwenken: Immer weniger Kommunikation, immer weniger Vertrauen, immer weniger Unterstützung…

 

3. Immobilien

Unter Immobilien fassen wir zum Beispiel Wohnungen, Häuser, Gewerberäumlichkeiten, Garagen oder Grundstücke zusammen. Die Spanne ist also weiter als die erste Assoziation der Eigentumswohnung oder Wohnanlagen.

Im Gegensatz zu Investitionen an der Börse kommen hier noch zusätzliche Faktoren ins Spiel, die diese Möglichkeit durchaus komplizierter erscheinen lässt.

Zwei Punkte sind bei Immobilien besonders zu beachten:

Erstens wird das eingesetzte Kapital durch die Aufnahme von Krediten gehebelt.

Zweitens baut eine dritte Partei (der Mieter) das gemeinsame Vermögen auf.

Dafür müssen aber einige Hürden überwunden werden. Zunächst muss Einigkeit über das zu erwerbende Objekt erreicht werden, dann über die jeweilige Anteile und zuletzt muss das Einkommen beider ausreichen, um zum Beispiel von einer Bank einen Kredit zu bekommen.

Zudem lässt sich eine Immobilie im Fall einer Trennung nicht einfach so verkaufen. Bei Aktien wäre das theoretisch noch möglich, praktisch aber nicht zwingend sinnvoll.

 

4. Unternehmertum

Natürlich können die Investitionsmöglichkeiten für Paare im Bereich Immobilien und eventuell auch im Bereich Börse unternehmerischer Natur sein, aber hiermit ist der Aufbau eines gemeinsamen Unternehmens gemeint. Und das umfasst natürlich viel mehr als nur diese zwei Bereiche.

In unserem Fall könnte es die Umsetzung einer unserer Ideen sein, die mittlerweile auch immer mehr Form annehmen. Und wir uns schon freuen, wenn es dort die Möglichkeit gibt, drüber zu schreiben.

Augenscheinlich sind die Anforderungen und Voraussetzungen deutlich komplexer als dies bei den bisherigen Möglichkeiten der Fall war.

Zunächst ist eine umsetzbare Idee nötig, dann der Wille ein Konzept auszuarbeiten und dieses zu testen. Weiter geht es über die Gründung, die Zusammenstellung des Startkapitals, die Verteilung der Aufgaben und vieles mehr.

Hinzu kommen Aspekte wie die Spezialisierung der Partner/innen. Ergänzen sich beide oder sind sie in unterschiedlichen Bereichen Experten und lässt es sich dann zu einer gemeinsamen Unternehmung vereinigen?

 

5. Gesundheit, Sport & Wellness

Wir bemerken es immer wieder. Wenn wir zu zweit sind, dann essen wir viel gesünder, bewegen uns mehr und gönnen uns mal ein Wochenende im (Wellness-) Hotel oder einen gemeinsamen Abend in der Therme.

Alles Sachen, die alleine durchaus hinten runter fallen. Essen ist da das beste Beispiel: Alleine essen wir hauptsächlich Fast Food oder Fertiggerichte. Zusammen kochen wir leckere und vor allem gesunde Gerichte.

Grund ist der „hohe“ Aufwand für eine Person. Zwar sollte dies bei der Gesundheit keine Ausrede sein, aber wir ertappen uns immer wieder dabei. Das gilt natürlich auch bei den anderen Sachen.

Durch das gegenseitige Auffordern und Motivieren können gesundes Essen, viel Bewegung und Sport sowie Entspannungszeiten viel leichter fallen. Und der Aufwand kann gerechtfertigt werden, da es ja für zwei Personen ist.

Als Voraussetzung ist lediglich aktive Kommunikation und Handlungsbereitschaft zu nennen.

Wir hatten zu diesem Thema auch schon an der Blogroll von der Exstudentin teilgenommen. Unseren Artikel dazu findest du hier.

 

6. Reisen

Ja, Reisen sehen wir – wie auch Gesundheit, Sport & Wellness – definitiv als Investition. Zwar ist der Return nicht direkt monetär messbar, aber es hat das Potential die Erfahrung und das Wohlbefinden zu steigern. Und somit die Leistungsbereitschaft und das Leistungsvermögen.

Gestalterische Möglichkeiten sind auch nahezu grenzenlos gegeben. Rundreisen, Städtereisen, Rad- oder Wanderreisen, Zelten, Couchsurfing und vieles, vieles, mehr.

Voraussetzung ist hier eine Einigkeit über das Reiseziel, den finanziellen Rahmen und die Art der Reise.

Mittlerweile waren wir auf einigen Reisen unterwegs und haben ganz unterschiedliche Kompromisse geschlossen. Dazu zählt auch, das Marielle durchaus alleine in den Urlaub fliegt, wenn ich auf ihre Urlaubsart gar keine Lust habe, sie das aber zur Entspannung braucht.

 

7. Bildung

Wir können uns nicht vorstellen jemals aufhören neue Dinge zu lernen oder die Neugier an Neuem zu verlieren. Es gibt so viel, dass wir nicht wissen und es gibt so viel, was so cool wäre es zu wissen und erklären zu können.

Das Tollste daran ist allerdings, dass keiner weiß, wann das „coole“ Wissen aufhört.

Gemeinsam macht es deshalb Sinn, da die Möglichkeit des gemeinsamen Reflektierens möglich wird. Klar ist es auch ohne Weiteres mit anderen Personen machbar, aber die räumliche Nähe erleichtert es eben ungemein.

Voraussetzung ist das Interesse an ähnlichen Themen und die Lust darauf sich zusammen damit auseinander zu setzen. Bei uns ist das ganz stark der Aktien- und allgemeiner der Finanzbereich. Und seit einigen Wochen auch das Bloggen.

Hier hören wir gemeinsam Podcast, lesen Artikel, lernen und diskutieren eifrig über entsprechende Themen.

 

8. Hobbies

Alle bisherigen Punkte können selbstverständlich als Hobby gelten. Was nicht bedeutet, dass es 08/15 oder eben Mal so behandelt wird. Sondern als gemeinsames Interesse, das mehr oder weniger ambitionierte Ziele verfolgt.

Hobbies können aber auch ganz andere Bereiche einnehmen, wie Gesellschaftsabende, Spiele, Literatur oder anderes.

Schön am gemeinsamen Hobby ist der gemeinsame Zeitvertreib und die daraus entstehenden Unterhaltungen. Es wird also nicht langweilig und die Gesprächsthemen drohen nicht nach zwei bis fünf Jahren auszugehen, weil man sich alles erzählt hat.

Das finden eines Paar-Hobbys kann unter Umständen auch sehr schwierig sein, was wir in unserer eigenen Beziehung sehr stark gemerkt haben. Für uns war es ein sehr langer Findungsprozess und somit auch eine Investition, die wir beide in unsere Beziehung getätigt haben.

 

Fazit

Acht sehr unterschiedliche Aspekte, die für uns mögliche Investitionen in (unsere) Beziehung(en) darstellen. Wie bereits eingangs geschrieben, möchten wir in den nächsten Wochen auf jeden noch detaillierter eingehen – heute wollen wir schon einmal anmerken, dass es selbstverständlich nicht möglich ist, in allen Bereichen jederzeit gleich viel Zeit, Geld und Energie zu investieren. Wie die Verteilung erfolgt ist sicher für jede Beziehung individuell. Dennoch glauben wir, dass all diese Bereiche, mehr oder weniger stark ausgeprägt, für das funktionieren unserer Beziehung sehr wichtig sind.

Wie sieht es bei Dir / Euch aus? Gibt es Bereiche, in die Ihr besonders viel oder wenig investiert? 

Über Geld spricht man nicht, oder? – 3 Gründe es doch zu tun!

Über Geld spricht man nicht, richtig?

Doch was versteckt sich hinter dieser Phrase, die von Generation an Generation weitergegeben wird?

Ist es wirklich klug in Eurer Beziehung nicht über Geld zu reden – oder wäre es vielleicht sogar wesentlich besser mit „offenen Karten“ zu spielen?

Bevor Du den Artikel weiterliest, nimm Dir zwei Minuten Zeit und überlege wie es in deiner Beziehung aussieht.

Dein Partner ist vermutlich Deine engste Vertrauensperson. Er wird am meisten über Dich wissen und im Laufe der Zeit Dich stetig besser kennenlernen.

Schließlich werdet Ihr mit fortlaufender Beziehung einige langfristige Entscheidungen treffen. Welchen Einfluss werden Entscheidungen auf Euer beider Leben haben?

Heiraten – ja/nein?

Eigenheim – ja/nein – wo – wie groß?

Kinder – ja/nein – wie viele – wann?

Du hast mindestens eine Frage mit „Ja“ beantwortet? Gut, dann ist der Artikel relevant für Dich. Alles „Nein“? Macht nichts – hier sind weitere Beispiele:

Gemeinsame Urlaube – ja/nein?

Gemeinsame Wohnung – ja/nein – wo  – wie groß?

Zusammen Essen gehen?

Ins Kino gehen?

Sex?

Ab welchem Punkt kam Dein „Ja“? In allen Punkten ist Geld involviert – selbst im letzten fallen in der Regel Verhütungskosten an. Wieso wird es Eure Beziehung unterstützen – ja sogar beflügeln – wenn Ihr Geld auf den Tisch legt und Euch offen austauscht?

Dieser Artikel wurde von Marielle für Dich verfasst.

1) Weniger über Geld reden ungleich weniger Streit? 

Selbst nach seinem Tod lebt Dale Carnegies Predigt weiter: Wenn Du die Gefühle und Bedürfnisse Deines Gegenüber wahrnimmst, kannst Du verständnisvoller agieren und eine langfristige Beziehung aufbauen.

Geld, Familienangelegenheiten oder gemeinsame Hobbys in Gesprächen auszuparen, führt hingegen zum Gegenteil.

Hier ein paar Beispiele aus den Anfängen unserer Beziehung:

Über Geld spricht man nicht beim ersten Date?

Warst Du auch in dieser Situation?

Die beklämmliche Situation am Ende eines schönen Abends: die Bedienung kommt mit der Rechnung an den Tisch und fragt: „Getrennt oder zusammen?“ – schweigen, verstohlene Blicke, ein leises „getrennt“ oder „ich übernehme das“.

Wer soll denn bezahlen?

Der Mann? Die Frau? Abwechselnd? Jeder für sich? Oder einfach aufstehen und gehen?

Für uns war es am besten, dass zu Beginn jeder für sich gezahlt hat. Dass wir einander einladen, begann erst deutlich später in unserer Beziehung. Uns blieben daher viele Diskussionen erspart – zum Beispiel, wer mit zahlen dran ist.

Hätte Mike mich immer eingeladen, hätte er sich sicherlich in der Zukunft geärgert (und ich mich gekauft gefühlt) – spätestens als er erfahren hat, dass ich viel mehr Geld hatte als er. Vielleicht hätte er sich auch nicht geärgert, sondern stark unter Druck gesetzt – denn der Mann muss für die Frau sorgen, oder?

Hätte ich eingeladen, wäre ich mir als Frau doof vorgekommen und hätte mich gefragt, was das soll und was er für ein Mann sei. Und das ist die umgekehrte Version des Glaubenssatzes – genauso überholt und doof!

Über Geld spricht man nicht beim Reisen?

Seid Ihr schon als Paar verreist? Wie war das für Euch?

Über den Reiseort habt Ihr Euch vermutlich frühzeitig ausgetauscht. Denn wie solltet Ihr gemeinsam verreisen, wenn Ihr nicht zur selben Zeit am selben Ort ankommt. Dieser Aspekt des Reisens wird lang und breit diskutiert.

Reisen kosten allerdings auch Geld und jemand muss den Wert der Reise begleichen. Doch wer soll das sein und zu welchen Anteilen?

Wir packen diese Frage direkt zu Beginn unserer Reiseplanungen auf den Tisch. Geld hat einen klaren Einfluss auf unsere Reisevorstellung und -möglichkeiten. Es auszulassen führt nur zu Frustration und Streitereien. Nicht die besten Voraussetzungen für einen schönen Urlaub, oder?

Über Geld spricht man nicht beim Einkaufen?

Wie auch immer Eure Ernährung aussehen mag, irgendwoher muss das Essen kommen. Ob Supermarkt, Bauern oder eigener Anbau ist irrelevant.

Der Wert des Essens muss beglichen werden – ob durch Zeit (kochen, einkaufen, anbauen) oder Geld. Wer begleicht was?

Wir haben dazu ein Haushaltskonto eingeführt und begleichen unsere Ausgaben durch einen monatlichen Fixbetrag auf unser gemeinsames Konto.

Daher empfehlen wir…

… eine offene Kommunikation.

Konflikte und Streits können zum Beispiel durch Fehlinformationen entstehen. Diese führen zu Missverständnissen, Annahmen und Schlussfolgerungen. Am Ende können Frustration und Enttäuschung stehen. Beziehungskiller!

Dein Partner kann nicht wissen, 

  • wie Du über Geld denkst.
  • welche Reisen Dir gefallen.
  • was Dein Haushaltsbudget hergibt.
  • Warum Du gerade jetzt sparsam oder verschwenderisch sein musst.

Wie wäre es mit einem gemütlichen Abendessen, einem Zettel und Stift und ein paar ruhigen Stunden um über Eure gemeinsamen Finanzen zu sprechen?

Unsere Geschichte

Bei unserem ersten Date haben wir bereits darüber gesprochen, dass jeder für sich zahlen wird.

Mike sagte mir direkt in die Augen, dass er Frauen nie einlädt.

Seine Begründung: Reziprozität!

Wir Menschen sind bereit für ein (ungewolltes) Geschenk ein Vielfaches zurück zu geben. Die Geste des Einladens würde (indirekt) den Verlauf des Abends bestimmen. Da Geld nicht ausschlaggebend sein sollte, wie es weiter geht, ist es besser keine Schuld aufzubauen.

Das war unsere erste Unterhaltung über Geld – beim ersten Date!

2) Über Geld spricht man nicht – und woher kommt das Verständnis? 

Du hast es eben gelesen: Durch Reden fütterst Du Deinen Partner mit Informationen. Diese kann er verwenden, um Dein Verhalten besser einzuordnen. Ihr produziert mehr Verständnis für Eure Handlung und Eure Beziehung.

Hier ein typisches Beispiel aus unserer Beziehung:

Ich möchte in den Urlaub fahren. Am liebsten weit weg. Was Reisen angeht, möchte ich nicht aufs Geld schauen. Es ist meine Motivation finanziell frei zu sein. Die Welt sehen ist für mich das Tollste auf dieser Welt. Ich bin bereit große Teile meines Ersparten zu investieren.

Bei Mike ist das anders. Er mag das Reisen, achtet hingegen deutlich mehr aufs Geld. Zudem ist er mit deutlich weniger Urlauben/Reisen zufrieden.

Erneut habe ich eine tolle Reiseidee und erzähle Mike begeistert davon. Ich will, dass er mitkommt. Er sagt: „Nein, das ist mir zu teuer. Und außerdem können wir auch hier eine Woche zelten fahren.“ Ich denke, er will nicht mit mir wegfahren und ist zu geizig.

Was mir am Anfang nicht klar war – Mike hat als (damals noch) selbstständiger Trainer deutlich höhere Kosten als nur die Anreise, das Hotel und eventuelle Ausgaben vor Ort. Für ihn spielte auch der Dienstausfall eine große Rolle. Er hatte keine bezahlten 30 Tage Urlaub, die mir in meinem dualen Studium zur Verfügung standen. Wenn er nicht arbeitete, keine Trainingsstunden gab, bedeutete dies auch kein Geld zu bekommen.

Grundlage unserer Diskussion waren andere Ausgangssituationen in Bezug auf das zu investierende Geld für die eine Woche Urlaub.

Daher empfehlen wir…

… das regelmäßige Wechseln der eigenen Perspektive.

Setze doch Mal die Brille Deines Partners auf. Was siehst Du? Was ändert sich für Dich? Wie fühlst Du Dich?

Gerade im Bezug auf Finanzen schafft das Reden über Geld ein enormes Verständnis für die Situation des anderen. Anstatt: „Nein, das kann ich mir nicht leisten“ zu sagen, ist es besser dem anderen die eigene Sichtweise zu erklären. Auf diese Art entsteht mehr Verständnis  und bildet die Basis für eine gemeinsame Perspektive auf Geld.

3) Gemeinsame Zukunft und das ohne über Geld zu reden? 

Offene Kommunikation und das daraus entstehende Verständnis ist die Grundlage für Eure zukünftige Beziehung.

  • Was wollt Ihr beruflich und privat gemeinsam erreichen?
  • Wünscht Ihr Euch eine gemeinsame Familie mit x Kindern?
  • Von wem wollt Ihr finanziell abhängig sein?

Zugegeben: äußerst schwierige Fragen. Sie werden leichter, wenn Ihr zusammen an den Antworten arbeitet.

Unterschiedliche Startpunkte – gemeinsames Ziel

Um Erfolg für uns zu definieren, betrachteten wir zunächst unsere Ausgangslage. Unsere Feststellung? Bei einem Marathon befindet sich Marielle bei Kilometer 17 bis 22 und Mike etwa bei fünf bis acht Metern (s. unsere Monatsabschlüsse und den Weg zur finanziellen Freiheit).

Es folgte ein ausführliches Gespräch.

Denn für Marielle bedeutet finanzieller Erfolg etwas anderes als für Mike. Nur durch das miteinander über Geld und unsere Ziele zu sprechen, schaffte eine gemeinsame Basis.

Über Geld spricht man nicht vor der Familienplanung? 

Auch, wenn es noch nicht soweit ist, dass Ihr in die konkrete Familienplanung einsteigt, ist Geld ein wichtiges Thema. Gerade, wenn einer von beiden eine gewisse Zeit aus dem Beruf aussteigt um die Kinderbetreuung zu übernehmen entstehen enorme Kosten.

Nico von Finanzglück hat hier einen tollen Beitrag geschrieben, in dem er die Kosten für ein Kind wunderbar darstellt. Das zeigt direkt – vorher darüber sprechen und exakt planen, wer sich was leisten möchte und kann, ist absolut elementar.

Und am wichtigsten, wie die neue Lebensphase gemeinsam zu meistern ist ohne, dass (wenn es zu spät ist) einer von beiden enttäuscht wird aufgrund ewiger Gelddiskussionen anstatt die gemeinsame Zeit als Familie genießen zu können.

Gerade die Kommunikation über Geld hinsichtlich der Familienplanung ist auch für das gemeinsame Familienleben wichtig. Mike möchte viel Zeit mit seinen Kindern verbringen und nicht von morgens bis abends Geld erwirtschaften, damit ich Ganztags zu Hause bleiben kann oder sogar muss.

Wir werden uns um eine Lösung bemühen, bei der wir beide sowohl zur finanziellen Absicherung der Familie beitragen als auch aktiv am Familienleben teilnehmen können!

Unabhängig in die gemeinsame Zukunft

Dass wir in unserer gemeinsamen Zukunft von niemandem abhängig sein werden, ist für uns eines unserer Hauptziele unserer Investitionstätigkeiten. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn wir miteinander über Geld sprechen. Es ist essentiell, dass wir unsere Ausgangslage kennen, uns gegenseitig helfen und wissen, wenn der Andere Probleme bekommen könnte (bspw. aufgrund von einem plötzlichen Jobverlust, den wir beide nicht annehmen).

  • Wie lange könnt Ihr ohne Job von Euren Ersparnissen leben?
  • Wie viel steht jedem von Euch im Monat zur Verfügung?
  • Was ist für Euch individuell und als Paar finanziell möglich?
Daher empfehlen wir…

Um mit einem guten Gefühl in die gemeinsame Zukunft zu blicken, ist es eine wahre Bereicherung miteinander über Geld zu reden und nicht zuzulassen, dass Konflikte aufgrund von ungeklärten Themen in diesem Bereich entstehen. Geld ist zu unwichtig auf dieser Welt, um die gemeinsame Zukunft dafür aufs Spiel zu setzen!

Geklärte Fronten sind dabei die Basis, um gemeinsam positiv in die Zukunft zu blicken.

Wir haben von Anfang an in unserer Beziehung über Geld gesprochen. Über die Jahre entwickelten wir uns und unsere Gespräche stetig weiter. Bei uns war es deshalb nie ein Tabuthema und das freut uns enorm.

Fazit

Unsere drei Gründe sind definitiv nicht trennscharf, sondern bedingen sich zum größten Teil gegenseitig.

In einer glücklichen und langanhaltenden Beziehung ist Geld kein Tabuthema.

Das Thema „über Geld reden“ ist mittlerweile fester Bestandteil unserer täglichen und wöchentlichen Gespräche geworden. Dies liegt vor allem daran, dass wir zusammen viele Gemeinsamkeiten entdeckt und Spaß daran gefunden haben, uns mit wirtschaftlichen Themen auseinander zu setzen.

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