Über Geld redet man nicht und wer will sich schon über Vermögen oder das Gehalt unterhalten?

 

Kaum einer weiß, was die Freunde, die Nachbarn oder sogar die Kollegen verdienen, geschweige denn wie sie mit ihrem verdienten Geld umgehen. Der beliebte Spruch „Über Geld spricht man nicht, man hat es“ gilt sogar in vielen langjährigen Beziehungen.

Das finden wir komisch.

Der Partner ist in der Regel die engste Vertrauensperson. Geld ist eines der größten Streitthemen in deutschen Beziehungen. Und dennoch – in unserem Bekanntenkreis wissen viele nicht einmal, was der Partner verdient. Da wird über etwas gestritten, über das zuvor nicht gesprochen wurde – findest Du das auch paradox?

Vermutlich wird mehr über Geld gesprochen, wenn gemeinsame Kinder existieren oder ein gemeinsames Darlehen abbezahlt werden muss. Zumindest hoffe ich, dass sich dieser Eindruck auch in unserem Bekanntenkreis ändern wird, wenn wir die 30 erreichen und einen spießigen Lebensstil (absolut nicht negativ gemeint!) erreicht haben.

Allerdings gehört Geld viel früher auf den Beziehungstisch und nicht als Tabuthema in eine verstaubte Schachtel. Und hier ist warum!

Über Geld reden

1) Weniger über Geld Reden ungleich weniger Streit

Wer miteinander redet und die Gefühle und Bedürfnisse des anderen wahrnimmt, kann verständnisvoller und toleranter agieren. Geld ist dabei nur ein Bereich, auch Familie, gemeinsame Hobbies und Sex werden durch Kommunikation bereichert.

Hier ein paar Beispiele aus den Anfängen unserer Beziehung!

 

Über Geld redet man nicht beim ersten Date?

Wer kennt es nicht?

Die beklämmliche Situation am Ende eines schönen Abends: die Bedienung kommt mit der Rechnung an den Tisch und fragt: „Getrennt oder zusammen?“ – schweigen, verstohlene Blicke, ein leises „getrennt“ oder „ich übernehme das“.

Wer soll denn bezahlen?

Der Mann? Die Frau? Abwechselnd? Jeder für sich? Oder einfach aufstehen und gehen?

Für uns war es am besten, dass zu Beginn jeder für sich gezahlt hat. Dass wir einander einladen, begann erst deutlich später in unserer Beziehung. Uns blieben daher viele Diskussionen erspart – zum Beispiel, wer mit zahlen dran ist.

Hätte Mike mich immer eingeladen, hätte er sich sicherlich in der Zukunft geärgert (und ich mich gekauft gefühlt) – spätestens als er erfahren hat, dass ich viel mehr Geld hatte als er. Vielleicht hätte er sich auch nicht geärgert, sondern stark unter Druck gesetzt – denn der Mann muss für die Frau sorgen. Ein längst überholter Glaubenssatz!

Hätte ich immer eingeladen, wäre ich mir als Frau doof vorgekommen und hätte mich gefragt, was das soll und was er für ein Mann sei. Und das ist die umgekehrte Version des Glaubenssatzes – genauso überholt und doof!

Und was wäre passiert – wir hätten uns nach längerem Schweigen und innerlichem darüber ärgern, gestritten, wer denn zahlen muss / sollte (Zwänge sind scheiße!).

 

Daher empfehlen wir:

Jeder zahlt für sich – gerade am Anfang einer Beziehung. Das sorgt für geklärte Fronten und keiner fühlt sich unter Druck gesetzt. Denn unangenehmer Druck ist scheiße.

Das Wichtigste ist eine offene Kommunikation. Bei unserem ersten Date haben wir bereits darüber gesprochen, dass jeder für sich zahlen wird. Mike sagte mir direkt in die Augen, dass er nie eine Frau einlädt.

Seine Begründung: Reziprozität!

Wir Menschen sind bereit für ein (ungewolltes) Geschenk ein Vielfaches zurück zu geben. Die Geste des Einladens würde (indirekt) den Verlauf des Abends bestimmen. Da Geld nicht ausschlaggebend sein sollte, wie es weiter geht, ist es besser keine Schuld aufzubauen.

Das war unsere erste Unterhaltung über Geld – beim ersten Date!

Nicht nur in diesem Beispiel, sondern auch für viele andere Bereiche dienen mehr Offenheit und Gespräche zum Thema Geld einer Beziehung und reduzieren das Streitpotential enorm!

 

2) Über Geld redet man nicht – und woher kommt das Verständnis?

 

 

Das Reden über Geld in einer Beziehung führt zu mehr Verständnis für den Partner.

Hier ein typisches Beispiel aus unserer Beziehung:

Ich möchte in den Urlaub fahren. Am liebsten weit weg. Was Reisen angeht, möchte ich nicht aufs Geld schauen. Es ist meine Motivation finanziell frei zu sein. Die Welt sehen ist für mich das Tollste auf dieser Welt. Ich bin bereit große Teile meines Ersparten zu investieren.

Bei Mike ist das anders. Er mag das Reisen, achtet hingegen deutlich mehr aufs Geld. Zudem ist er mit deutlich weniger Urlauben/Reisen zufrieden.

Erneut habe ich eine tolle Reiseidee und erzähle Mike begeistert davon. Ich will, dass er mitkommt. Er sagt: „Nein, das ist mir zu teuer. Und außerdem können wir auch hier eine Woche zelten fahren.“ Ich denke, er will nicht mit mir wegfahren und ist zu geizig.

Was mir am Anfang nicht klar war – Mike hat als (damals noch) selbstständiger Trainer deutlich höhere Kosten als nur die Anreise, das Hotel und eventuelle Ausgaben vor Ort. Für ihn spielte auch der Dienstausfall eine große Rolle. Er hatte keine bezahlten 30 Tage Urlaub, die mir in meinem dualen Studium zur Verfügung standen. Wenn er nicht arbeitete, keine Trainingsstunden gab, bedeutete dies auch kein Geld zu bekommen.

Grundlage unserer Diskussion waren andere Ausgangssituationen in Bezug auf das zu investierende Geld für die eine Woche Urlaub.

 

Daher empfehlen wir:

Das Einnehmen des Blickwinkels des Anderen ist essentiell.

Gerade im Bezug auf Finanzen schafft das Reden über Geld ein enormes Verständnis für die Situation des anderen. Anstatt: „Nein, das kann ich mir nicht leisten“ zu sagen, ist es viel besser dem anderen die eigene Sichtweise zu erklären. Auf diese Art entsteht mehr Verständnis für den anderen und bildet die Basis für eine gemeinsame Perspektive auf Geld.

Durch die Kommunikation über Geld, die eigene Beziehung zu Geld und die eigenen Ansprüche entsteht mehr Verständnis für die Situation des anderen. Und wer möchte bestreiten, dass mehr Verständnis füreinander nicht gut für eine Beziehung ist?

 

3) Gemeinsame Zukunft und das ohne über Geld zu reden?

 

 

Die erhoffte gemeinsame Zukunft einer Beziehung ist der wichtigste Grund, um miteinander über Geld zu reden.

(1) Wir wollen gemeinsam etwas erreichen beruflich und privat.

(2) Wir wünschen uns eine gemeinsame Familie mit mehr als einem Kind.

(3) Wir wollen nicht finanziell von jemandem anderen (ob Familie, Arbeitgeber oder Staat) abhängig sein.

Alles Dinge, die wir für unsere gemeinsame Zukunft anstreben – und alles Dinge, die viel leichter zu erreichen sind, wenn wir miteinander über Geld reden.

 

Unterschiedliche Startpunkte – gemeinsames Ziel

Um Erfolg für uns zu definieren, betrachteten wir zunächst unsere Ausgangslage. Unsere Feststellung? Bei einem Marathon befindet sich Marielle bei Kilometer 17 bis 22 und Mike etwa bei fünf bis acht Metern (s. unsere Monatsabschlüsse und den Weg zur finanziellen Freiheit).

Es folgte ein ausführliches Gespräch.

Denn für Marielle bedeutet finanzieller Erfolg etwas anderes als für Mike. Nur durch das miteinander über Geld und unsere Ziele zu sprechen, schaffte eine gemeinsame Basis.

 

Über Geld redet man nicht bei der Familienplanung?

Auch, wenn es noch nicht soweit ist, dass wir in die konkrete Familienplanung einsteigen, ist Geld ein wichtiges Thema. Gerade, wenn einer von beiden eine gewisse Zeit aus dem Beruf aussteigt um die Kinderbetreuung zu übernehmen entstehen enorme Kosten.

Nico von Finanzglück hat hier einen tollen Beitrag geschrieben, in dem er die Kosten für ein Kind wunderbar darstellt. Das zeigt direkt – vorher darüber sprechen und exakt planen, wer sich was leisten möchte und kann, ist absolut elementar.

Und am wichtigsten, wie die neue Lebensphase gemeinsam zu meistern ist ohne, dass (wenn es zu spät ist) einer von beiden enttäuscht wird aufgrund ewiger Gelddiskussionen anstatt die gemeinsame Zeit als Familie genießen zu können.

Gerade die Kommunikation über Geld hinsichtlich der Familienplanung ist auch für das gemeinsame Familienleben wichtig. Mike möchte viel Zeit mit seinen Kindern verbringen und nicht von morgens bis abends Geld erwirtschaften, damit ich Ganztags zu Hause bleiben kann oder sogar muss.

Wir werden uns um eine Lösung bemühen, bei der wir beide sowohl zur finanziellen Absicherung der Familie beitragen als auch aktiv am Familienleben teilnehmen können!

 

Unabhängig in der gemeinsamen Zukunft

Dass wir in unserer gemeinsamen Zukunft von niemandem abhängig sein werden, ist für uns eines unserer Hauptziele unserer Investitionstätigkeiten. Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn wir miteinander über Geld sprechen. Es ist essentiell, dass wir unsere Ausgangslage kennen, uns gegenseitig helfen und wissen, wenn der Andere Probleme bekommen könnte (bspw. aufgrund von einem plötzlichen Jobverlust, den wir beide nicht annehmen).

(1) Wir wissen wie lange, wir ohne Job von unseren Ersparnissen leben können.

(2) Wir wissen wie viel jedem von uns im Monat zur Verfügung stehen.

(3) Wir wissen was finanziell möglich ist – für jeden einzelnen und für uns gemeinsam.

 

Daher empfehlen wir:

Um mit einem guten Gefühl in die gemeinsame Zukunft zu blicken, ist es eine wahre Bereicherung miteinander über Geld zu reden und nicht zuzulassen, dass Konflikte aufgrund von ungeklärten Themen in diesem Bereich entstehen. Geld ist zu unwichtig auf dieser Welt, um die gemeinsame Zukunft dafür aufs Spiel zu setzen!

Gekärte Fronten sind dabei die Basis, um gemeinsam positiv in die Zukunft zu blicken.

Wir haben von Anfang an in unserer Beziehung über Geld gesprochen. Über die Jahre entwickelten wir uns und unsere Gespräche stetig weiter. Bei uns war es deshalb nie ein Tabuthema und das freut uns enorm.

 

Fazit

Unsere drei Gründe sind definitiv nicht trennscharf, sondern bedingen sich zum größten Teil gegenseitig.

In einer glücklichen und langanhaltenden Beziehung ist Geld kein Tabuthema.

Das Thema „über Geld reden“ ist mittlerweile fester Bestandteil unserer täglichen und wöchentlichen Gespräche geworden. Dies liegt vor allem daran, dass wir zusammen viele Gemeinsamkeiten entdeckt und Spaß daran gefunden haben, uns mit wirtschaftlichen Themen auseinander zu setzen.

Was ist dein größter Vorteil, wenn Du offen über Geld sprichst? Schreibe Deine Antwort in die Kommentare oder schicke uns eine Mail an info[at]beziehungs-investoren.de

 

Beste Grüße
Marielle & Mike


Unsere Leseliste* zum Thema „über Geld reden“:

Michael Mary erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe des Themas „Geld“ in der Beziehung: Liebes Geld: Vom letzten Tabu in Paarbeziehungen

Unterhaltsam und eine etwas andere Beziehung beleuchtend von Opa Hans-Dieter Brunowsky und Enkel Maximilian Kubenz: Opa – wie werd ich Millionär? Mein Enkel will mit mir über Geld reden.

Auf Englisch – Ratgeber zur Kommunikation über Geld als Paar: First Comes Love, Then Comes Money: A Couple’s Guide to Financial Communication

Warum mit dem Partner über Geld reden?
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32 Gedanken zu „Warum mit dem Partner über Geld reden?

    • 17. September 2016 um 18:54
      Permalink

      Eine Abhandlung wie ich sie nicht hätte besser schreiben und be-schreiben können.
      Sooo offen muss über finanzielle Dinge in einer Beziehung geredet werden. Und das von Anfang an. Man sollte möglichst vielen jungen Leuten Zugang zu diesem Thema in dieser Erkklärungsform erschließen.

      Antworten
      • 17. September 2016 um 20:07
        Permalink

        Hallo Bruni,

        vielen Dank für Dein Lob! 🙂

        Wir können Dir nur zustimmen, weshalb dies der erste von mehreren Artikeln zu diesem Thema sein wird.

        Was sind denn Deine bisherigen Erfahrungen?

        Beste Grüße
        Mike

        Antworten
  • 6. September 2016 um 20:40
    Permalink

    Ich kenne auch viele, da ist Geld das Reizthema Nr. 1. Ich kann das gar nicht nachvollziehen. Als meine Frau und ich zusammenzogen (da waren wir noch nicht verheiratet), da hatten wir nur ein Girokonto und das ist bis heute so geblieben. Wir haben beide vollen Zugriff auf alle Konten und es gab eigentlich nie Streit ums Geld. Wir haben uns immer abgesprochen und alles gemeinsam gemacht. Ich kenn das nicht anders und verstehe es deshalb wohl nicht, warum es andere nicht so machen.

    Antworten
    • 6. September 2016 um 20:58
      Permalink

      Hallo Alexander,

      danke für Deinen Kommentar. Genau so gehts uns auch – aus meiner Sicht kommt die Tatsache, dass es ein Reizthema ist, hauptsächlich davon, dass die Leute gar nicht miteinander reden und somit nicht wissen, wie der Standpunkt des anderen ist. Das Problem ist also meist die Kommunikation und nicht etwa chronischer Geldmangel, o.ä.

      Wir selbst haben jeder ein eigenes Konto (und planen das auch nach dem Heiraten so zu handhaben) – wissen aber sehr wohl wie es um das Konto des jeweils anderen grob steht. Zusätzlich haben wir aber ein gemeinsames Girokonto auf das wir beide überweisen und von dem alle gemeinsamen Ausgaben (Miete, Einkäufe, neuer TV, Essen gehen, gemeinsame Geschenke, etc.) gezahlt werden. Bei den Depots genauso – jeder sein eigenes und seit Beginn diesen Jahres auch ein gemeinsames.

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
      • 5. Oktober 2016 um 21:18
        Permalink

        Hallo Marielle,

        wir halten das genau so wie ihr: Jeder hat sein Konto und sein Depot. Vor der Hochzeit war das schon so und auch 10 Jahre danach fahren wir beide gut damit. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun – es ist vielmehr so, dass jeder mit seinem Geld das machen soll, was er möchte. Da muss nicht über die Handtasche oder die Festplatte diskutiert werden. Glücklicherweise sind wir beide ähnlich sparsam, so dass wir hier eh kein Problem hätten. Da wir aber monatlich einmal einen Termin haben, an dem wir die Finanzen unter die Lupe nehmen (z.B. fürs Investieren ins Depot), kennen wir beide unsere Finanzsituation. Das schafft Klarheit für beide und man kann sich auf Augenhöhe über Finanzen unterhalten. So ist für keinen von uns das Thema Geld ein Geheimnis, das vom anderen bewahrt wird. Ich finde es traurig, wenn nur einer in der Partnerschaft eine Grundahnung vom Thema hat und der andere bei so einem elementaren Thema im Blindflug durchs Leben steuert.

        Liebe Grüße
        Dummerchen

        Antworten
        • 5. Oktober 2016 um 21:22
          Permalink

          PS: Ich habe diesen Artikel übrigens nur als Link in einem anderen Artikel gefunden. Im Bereich „Blog“ tauchte der (zumindest bei mir) nicht auf. Da waren nur drei Artikel zu sehen. Ist das so gewollt?

          Antworten
          • 11. Oktober 2016 um 07:53
            Permalink

            Hallo Dummerchen,

            das Stichwort „auf Augenhöhe über Finanzen unterhalten“ gefällt mir sehr in deinem Kommentar! Das sehen wir ganz genauso – es ist nicht wichtig, dass man immer einer Meinung ist bzw. nie Diskussionsbedarf besteht. Vielmehr ist für uns essentiell, dass wir Unstimmigkeiten thematisieren können und wir durch eine Unterhaltung auf Augenhöhe zu einer gemeinsamen Linie kommen können – ohne dass sich einer laufend benachteiligt fühlt.

            Viele Grüße und bis bald
            Marielle

            P.S. So ist das natürlich nicht gewollt – eigentlich solltest Du auf der Startseite unten rechts auch einen Button mit „older posts“ finden und dort weitere Beiträge finden. Wir haben aber nun schon einmal angefangen die Seite etwas zu erweitern und die neue Blogseite sollte nun schon mal Abhilfe bzw. mehr Übersicht schaffen. Danke für den Hinweis!

  • 9. September 2016 um 05:37
    Permalink

    Mich erschreckt oft wie blauäugig und naiv gerade junge Frauen ihre finanzangelegenheiten behandeln. Natürlich sollte keine Beziehung gleich ihr Scheitern mit ein planen. Aber finanzielle Unabhängigkeit, eigene Rücklagen und eine eigenständige Alterssicherung halte ich für Frauen und für Männer für essentiell. Man sollte sich nicht in die Lage manövrieren, dass man aus finanziellen Gründen zusammen bleiben muss, oder weil es gerade eben einfach finanziell bequemer ist zusammen zu bleiben.

    Antworten
    • 9. September 2016 um 19:08
      Permalink

      Hallo Marion,

      danke für Deinen Kommentar – Das spiegelt genau unsere Meinung wieder. Jeder sollte für sich selbst soweit unabhängig bleiben können, dass man nicht zusammen bleiben „muss“. Das schließt ja aber dennoch nicht aus, dass man das gemeinsam an der Vermehrung der individuellen Vermögen (und dem Aufbau der Altersvorsorge) arbeiten und sich unterstützen kann. Es sollte eben nur jederzeit möglich sein, das ganze rechtssicher auch wieder zu trennen.

      Aber, dass es hier auch andere Beziehungsmodelle gibt, die für manche Leute toll funktionieren, mag ja dennoch sein. Für uns wäre alles zusammen und eine Abhängigkeit voneinander nichts!

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 9. September 2016 um 17:00
    Permalink

    Um ehrlich zu sein, war ich beim Lesen des Beitrags etwas verwundert. Der finanzielle Status meiner Freundinnen war mir bisher von Anfang der Beziehung immer bekannt und ich habe nie den Gedanken daran verschwendet, dass es ihr unangenehm sein könnte, wenn ich darüber Bescheid weiß.

    Im Gegenteil: Gerade dadurch konnten wir gemeinsam planen und ich wusste immer sehr genau, welche gemeinsamen Sonderausgaben wir uns zumuten können. (Urlaub etc.)

    Also wenn ich schon nicht meinen Partner sagen will, wie viel ich verdiene und besitze, fehlt es aus meiner Sicht schon an einer ganz anderen Stelle. Aber das ist natürlich meine persönliche Meinung.

    Bei uns im Freundes- und häufig auch im Bekanntenkreis wissen die Meisten relativ genau, was der Andere jeweils verdient. Gerade weil man sich darüber austauschen will, was man nach dem Studium denn so von dieser und jenen Firma fordern kann.
    Allerdings geht das wahrscheinlich nur, weil keiner wirklich neidig ist oder es zumindest nicht äußert. Kann diesen Sozialneid eh überhaupt nicht nachvollziehen Der Besitz oder das Gehalt beeinflusst in keinster weise meinen Blick auf jemanden. Wenn die Person ein Gehalt jenseits der 100k/pa sein eigen nennen kann, gönne ich das vom ganzen Herzen. Wer bin ich denn, das zu verurteilen.

    Antworten
    • 9. September 2016 um 19:10
      Permalink

      Hallo Christian,

      danke für Deine Meinung zu unserem Artikel!

      Echt interessant, dass du es so anders erlebst! Da können wir nur hoffen, dass sich unser Bekanntenkreis auch entsprechend entwickelt, sodass er ähnlich Deinem wird diesbezüglich. Wir sehen es genauso, dass es in einer Beziehung keine Tabuthemen geben sollte – wenn man über Geld nicht offen miteinander sprechen kann, worüber dann noch nicht?

      Das mit dem Neid ist halt immer so eine Sache – aber auch mit dem Unverständnis bzw. der mangelden Wertschätzung der Leistung anderer Leute… aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr 🙂

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 9. September 2016 um 18:19
    Permalink

    Geld erhalten ist unterschiedlich und nur weil man eine Beziehung führt heißt das nicht, dass man in gelddingen die gleiche Vorgehensweise hat. Viele Wege führen nach Rom und nicht alle muss man gemeinsam gehen.

    Wir wissen Bescheid – und leben das dreikonten Modell: deins, meins, unseres

    Große ausgaben werden abgesprochen – mehr aber auch nicht. Die Lebensqualität darf nicht unter den wünschen des einzelnen leiden und der andere muss nicht alle wünsche des anderen mitfinanzieren ohne von der wunscherfüllung etwas zu haben

    Antworten
    • 9. September 2016 um 19:12
      Permalink

      Hey Wedges,

      danke für Deinen Kommentar zu unserem Artikel!

      Das stimmt natürlich – wir wollen auch gar nicht signalisieren, dass es nur einen richtigen Weg für den Umgang mit Geld in einer Beziehung gibt. Vielmehr ist es aus unserer Sicht wichtig, offen darüber zu reden, wie die Bedürfnisse des einzelnen sind um so einen gemeinsamen Weg zu finden. Wie dieser nun aussieht ist erst einmal relativ egal – einig muss man sich eben werden 🙂

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 10. September 2016 um 03:20
    Permalink

    In meinem Freundeskreis ist es es wie bei Christian: Wir reden recht offen über unsere Gehälter, damit keiner sich unter Wert verkauft.

    Bei meinem Freund und mir hat das mit dem Geld auch von Anfang an recht gut geklappt. Im Studium haben wir uns abwechselnd eingeladen und nicht jeden Euro nachgezählt. Bei unserem Zusammenzug haben wir zusätzlich zu den Einzelkonten ein Gemeinschaftskonto eröffnet. Ich trage ein wenig mehr bei den gemeinsamen Kosten, weil ich arbeite und er noch in der Ausbildung ist. Sollten wir mal heiraten und eine Familie haben, ist er an der Reihe. Geld ist kein Streitthema bei uns. Beim Urlaub ist es so, dass wir größere Ziele erst nach seiner Ausbildung in Angriff nehmen werden. Investieren tue nur ich. Jeder macht mit seinem Geld, was er will. Mal sehen wie wir damit umgehen, wenn wir mal älter sind.

    Antworten
    • 10. September 2016 um 23:15
      Permalink

      Hallo Jenny,

      vielen Dank für deinen Beitrag.

      Das wechselseitige einladen kennen wir auch noch aus den ersten paar Jahren unserer Beziehung. Zu Beginn haben wir allerdings noch mehr drauf geachtet, dass es sich die Waage hält. Mit der Zeit nahm das Vertrauen aber derart zu, dass dies nicht weiter thematisiert, sondern von alleine funktioniert hat.

      Spannend finde ich, dass du in „Vorleistung“ gehst! Denn, wenn wir eines nicht wissen, dann das was morgen passieren wird. Gab/Gibt es da von dir/euch keine Bedenken, dass dies problematisch werden könnte (z. B. einen etwaigen Beziehungsende)?

      Antworten
      • 12. September 2016 um 09:16
        Permalink

        Muss man das denn wissen? Klar, wir sind hier alle recht gut informiert, was unsere finanziellen Möglichkeiten betrifft. Und wir planen doch recht weit in die Zukunft, da lebt man aber nicht, sondern im Jetzt. Wird schon fast zu philosophisch…

        Als Ingenieur verdiene ich derzeit noch wesentlich mehr, als meine Freundin, die immer noch im Studium ist. Mein Lebensstandard ist entsprechend gestiegen. Gutes Essen, jedes Jahr mind. 2 Urlaube in Jahr etc.. Natürlich kann sie da nicht mithalten, und trotzdem teile ich es gern mit ihr. Ich unterteile mein Geld strikt in Freizeit – und „Vernunft“. Bedingt durch ein relativ hohes Einkommen ist der Freizeitanteil recht hoch. Klar könnte ich sparen wie ein Berserker und später vom Zinseszins profitieren. Das kann ich aber auch so, (nur halt etwas weniger Geld, dafür doch viel Spaß) dafür muss ich nicht alles aufwiegen und Leistungen vergleichen. Aber jung bin ich nur einmal und Schönes ist erst richtig schön, wenn man es mit seinen Lieben teilt. Also lade ich sie zu einem schicken Essen ein, zahle ihr den Flug, wenn ich mir ein Land unbedingt einbilde und geh da gerne in „Vorleistung“. Solange ich das Gefühl habe, dass sie es nicht als selbstverständlich ansieht, macht es mich genauso glücklich.

        Ich muss nicht überall als „Gewinner“ rausgehen. Manchmal gibt man auch gern ein Stück vom Kuchen ab. Über Krümmel freut sich kein Mensch…

        Antworten
        • 12. September 2016 um 09:20
          Permalink

          Als Anhang: Sollte die Beziehung zu Ende gehen, hatten wir ja trotzdem eine schöne Zeit und fantastische Momente. Das kann und will ich nicht mit irgendwelchen „verlorenen“ Geld aufwiegen. Die paar hundert Euro machen das Kraut auch nicht fett…

          Antworten
          • 12. September 2016 um 20:07
            Permalink

            Hallo Christian,

            danke für deinen Einwand 🙂

            Wir sehen das genauso, dass man nicht alles aufwiegen kann und sollte. Das führt nur zur unnötigen Diskussionen, denn ganz genau gleich kann man Ausgaben ohnehin nie verteilen. Auch wir verdienen recht unterschiedlich bzw. bringen sehr unterschiedliches Startkapital mit. Auch ich habe Mike schon einmal zu einem Urlaub eingeladen – aus genau dem Gedanken den du beschreibst: Was bringt es mir, es nicht zu machen, weil er es sich damals nicht leisten konnte. Ich möchte diese Reise machen und vor allem möchte ich ihn dabeihaben und die Erfahrung mit ihm teilen – was das Ganze gekostet hat war mir recht egal und ich werde auch nicht warten, bis er mich irgendwann ebenso „zurück-„einlädt.

            Was „Alltagskosten“ angeht, sehen wir es jedoch schon so, dass hier eine Ausgeglichenheit gegeben sein sollte. Wir hätten sonst Angst, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem sich der „Mehrzahler“ benachteiligt oder der „Wenigerzahler“ dem anderen verpflichtet fühlt bei dem anderen zu bleiben, da er/sie ja noch etwas schuldet. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir gleich viel auf unser gemeinsames Konto einzahlen und hier eine Gleichberechtigung herrscht. Das mag für den einen oder anderen kleinlich wirken – für uns ist es tatsächlich die Sicherung der eigenen Unabhängigkeit und der Vermeidung von Streitpotential.

            LG & einen schönen Abend!
            Marielle

  • 10. September 2016 um 13:31
    Permalink

    Ein sehr guter und wichtiger Artikel.
    Ich kann dem sowie den bisherigen Kommentaren nur zustimmen. Top und Danke das ihr auch solche wichtigen Gedanken und Erfahrungen mit der Leserschaft teilt.

    Antworten
    • 10. September 2016 um 23:16
      Permalink

      Hey,

      vielen Dank für das Lob. Darüber freuen wir uns natürlich sehr 🙂

      Antworten
  • 15. September 2016 um 18:42
    Permalink

    Ein wirklich guter Beitrag.

    Ich mache ein duales Studium beim Zoll und erhalte Anwärterbezüge in Höhe von 1100€ monatlich, während die meisten Kollegen aus der Schule ein Studium machen und kein Geld verdienen oder in einer Ausbildung deutlich weniger Geld erhalten.
    Als ich ein paar Leuten aus der Schule davon erzählt habe, was ich verdiene, kam von vielen extrem viel Neid mir entgegen und viele hatten die Einstellung, dass ich sie jetzt einladen müsste, da ich ja soviel verdiente.

    Wenn Du Dich über Geld in Deutschland unterhältst, spielt im Gegensatz zu den USA Neid eine sehr große Rolle. Ich will garnicht wissen, wie groß der Neid wäre, wenn sie wüssten, dass ich jeden Monat einen guten Batzen investiere und noch nicht mal mein ganzes Geld ausgebe. Dann dürfte ich wahrscheinlich beim Ausgehen immer alles bezahlen, da ich schließlich Geld über hätte.

    Wahrscheinlich ist das auch ein großer Grund, warum die meisten Menschen über Geld kaum reden. Zudem ist die Zahl auf dem Gehaltscheck für viele maßgeblich, wo jemand in der gesellschaftlichen Ordnung steht und niemand möchte gerne unter seinen Freunden stehen. So wird dann in Beziehungen meistens zwar mehr über Geld gesprochen, da es schließlich auch eine viel intimere Bindung ist, nur habe ich das Gefühl, das es nur sehr oberflächlich geschieht.

    Schöne Grüße

    Dominik

    Antworten
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  • 23. März 2017 um 13:54
    Permalink

    Liebe Marielle und lieber Mike,

    ich habe gerade euren Blog entdeckt und finde ihn klasse. Meine Frau und ich können uns sehr gut damit identifizieren. Auch wenn ich offiziell den Blog Zinskraft schreibe, so ist meine Frau immer wieder die Ideen gebende Kraft hinter dem Blog. Jeder Artikel wird auch nochmal genau von ihr geprüft bevor wir ihn dann veröffentlichen.

    Bei uns war es am Anfang so, dass meine jetzige Frau sich alle meine Finanzen mal angesehen hat, da am Ende des Monats immer mehr Monat als Geld übrig war. Dabei kam raus, dass ich erstaunlicherweise sogar Zinsen auf mein Girokonto bekam, aber noch nie etwas von einem Freistellungsauftrag gehört hatte. Dann zahlte ich auch noch Kontoführungsgebühren, obwohl ich es als Student nicht gemusst hätte.
    Das Thema Geld war für uns durchweg ein präsentes Thema, v.a. im Hinblick auf das Thema Sparen. Wir haben auch schon vor der Hochzeit unser Geld als unser gemeinsames Geld angesehen.
    Als ich dann letztes Jahr in meinen ersten Job kam, war das Thema Geld anlegen dann super präsent, da dann zum ersten Mal wirklich Geld da war. Durch meine ganzen Recherchen habe ich mich dann auch so sehr für dieses Thema begeistert, dass ich letzten Herbst den Blog Zinskraft gestartet habe.
    Meine Frau und ich freuen uns auf weitere tolle Themen, über die wir schreiben können und mit denen wir uns mit euch Gleichgesinnten austauschen können 🙂

    Viele Grüße
    Martin

    Antworten
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