Mama? Papa?

Ja? Was gibt’s?

Sag Mal: Wie viel verdient ihr eigentlich bei eurer Arbeit?

hmm… wieso willst du das Wissen?

Ach, nur so. Wir hatten das gerade in der Schule und da wurde ich neugierig.

Okay… hmmm.. ja wir verdienen genug, um das hier zu bezahlen.

Naja und wie viel Euro verdient ihr?

Hattest Du in Deiner Kindheit einen solchen Gesprächsverlauf? Hast Du Dich getraut diese Fragen zu stellen? Wie war das für Dich?

In der obigen Situation hat sich schnell ein mulmiges Gefühl ausgebreitet. Irgendwas scheint nicht zu stimmen und alle drei können es deutlich spüren. Doch woher kommt das?

Selbst innerhalb der eigenen Familie wurde ungern über Geld gesprochen und häufig war es ein Tabuthema. Wie sieht es heute bei Euch aus? Schafft Ihr es über Geld zu sprechen und wenn Ihr Kinder habt: Sind diese in Eure Gespräche und Euren Haushalt einbezogen?

Beim Handling und dem Austausch über Eure Finanzen spielen 3 Faktoren eine bedeutende Rolle: Kooperation, Kommunikation, Umgebung. Wie Ihr diese berücksichtigen und umsetzen könnt, erfahrt Ihr, wenn Ihr weiterlest.

 

Diesen Artikel hat Mike für Dich verfasst.

 "Wie spreche ich über Geld?"

Varianten des Geld-Managements in einer Beziehung

Vor dem Reden, kommt zunächst das Management. Jede Variante hat Vor- und Nachteile und ist unterschiedlich stark in der Bevölkerung repräsentiert.

Pahl unterscheidet 1989 in seinem Buch „Money and Marriage“ vier grundlagende Varianten:

(1) Pooling: Das gesamte Geld wird zusammengetragen und vermischt. Einer oder beide können die Kontrolle über das gemeinsame Vermögen ausüben.

(2) Gesamtes Einkommen: Das Einkommen der einen wird der anderen Person vollständig überwiesen. Erstere gibt somit die komplette Verantwortlichkeit für das Management der Finanzen innerhalb der Beziehung auf.

(3) Haushaltsgeld: Der Hauptverdiener verteilt ein Haushaltsgeld an die andere Person, welche diesen Teil managed.

(4) Unabhängiges Management: Jede Person behält das Einkommen und trägt dafür die Verantwortung. In dieser Konstellation existieren keine gemeinsame Konten, keine gemeinsame Investitionen und die Partner bekommen einen Verantwortungsbereich für bestimmte Ausgaben zugeteilt.

Diese Darstellung wirkt auf den ersten Blick unvollständig. Korrekt! Viele Abstufungen fehlen und wurden erst über die Jahre hinweg in der Literatur ergänzt.

Am Häufigsten ist das Pooling vertreten. Dort hat sich beispielsweise das Partial Pooling als Unterkategorie herauskristallisiert.

Partial Pooling – das Vermischen von Teilen des Einkommens – erfreut sich besonderer Beliebtheit bei jungen oder erneut verheirateten Paaren. Typisch ist hier, dass gemeinsame und getrennte Konten und Investitionen existieren.

Wie sieht es bei Euch aus? Könnt Ihr Euer Geld-Management einer Form zuweisen oder habt Ihr eine Mischform oder Abstufung für Euch entdeckt?

 

„Wie spreche ich über Geld?“ – die Kooperation

Egal, welches Modell Ihr Euch für Eure Beziehung ausgesucht habt oder egal, welches Modell Du Dir in Deiner zukünftigen Beziehung vorstellst, wichtig ist: Ihr seid ein Team mit gemeinsamen Zielen. (Siehe auch: Warum? und Wie?)

Warum ist das wichtig? Folgendes Experiment wurde auf dem DGPs-Kongress 2016 in Leipzig vorgestellt:

 

Hypothese und Vorgehen

Personen in einer Wettkampfsituation geben weniger Argumente in einer Diskussion preis als solche, die miteinander kooperieren (= an einem gemeinsamen Ziel arbeiten).

Um Herauszufinden, ob Argumente wirklich zurückgehalten werden, wurden einer Person im Vorfeld Argumente für die kommende Diskussion beigebracht. Diese mussten die Argumente aufschreiben und nach einer bestimmten Zeit erneut aufsagen, sodass sichergestellt war, dass die Personen die Argumente kannten.

Anschließend wurden sie mit einer unbekannten Person gepaart. Es folgte entweder ein Wettkampf- oder ein Kooperationszenario.

 

Ergebnisse

Im Wettkampf wurden signifikant weniger, der vorher gelernten, Argumente dem Partner präsentiert als in der Kooperationsbedingung. Es gingen Informationen verloren, von denen beide Personen hätten profitieren können.

Was bedeuten die Ergebnisse für Euch? Verlorene Informationen erschweren die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen. Und langfristig verringert es das Vertrauen ineinander. Eine schlechte Basis um über Geld oder andere wichtige Themen zu diskutieren.

Wenn Ihr beide überzeugt seid, dass Ihr in Eurer Beziehung gemeinsame Ziele verfolgt, dann agiert Ihr als Team und teilt die nötigen Wissenshäppchen.

 

Mögliche Implikationen

Argumente könnten die Form von Fakten annehmen und Bedenken und Bedürfnisse beinhalten. Mangelnde Kooperation könnte zur Zurückhaltung von wichtigen Informationen beitragen, die über das Wohlbefinden einer oder beider Personen innerhalb der Beziehung Auskunft geben.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Reden über Geld leichter fällt, wenn Ihr ein gemeinsames Ziel vor Augen habt. Der Kauf eines gemeinsamen Hauses, die Hochzeit, die Altersvorsorge oder die Anschaffung von Konsumgütern oder Alltagsausgaben können gemeinsame Ziele darstellen.

Kooperation kann eine offene und direkte Kommunikation fördern.

 

„Wie spreche ich über Geld?“ – die Kommunikation

Reden,

Reden,

Reden

und nochmals Reden.

Wildes drauf los reden, führt allerdings in den seltesten Fällen ans Ziel. Die Art und Weise wie Ihr kommuniziert, ist entscheidend für die Zufriedenheit in und dem Fortbestand der Beziehung.

 

 

Sei spezifisch – es lohnt sich

In Deiner Wahrnehmung erlebst Du Dein eigenes Verhalten in verschiedenen Situationen sehr unterschiedlich. Das liegt daran, dass Du alle Informationen über Dich selbst hast.

Beispielsweise verspätest Du Dich zu Eurem Treffen um 20 Minuten. Du rufst Deinen Lieblingsmenschen an oder schreibst eine kurze Nachricht, dass Du Dich verspätest:

Hey, tut mir Leid, aber ich werde etwa 20 Minuten zu spät kommen.

In manchen Fällen wir die Nachricht auch nur Folgendes enthalten:

Komme 20 Minuten später.

Noch gravierender wäre diese Benachrichtung:

Komm‘ später.

Du weißt, warum Du zu spät kommst. Dein Fahrrad hatte einen Platten und Du musstest den Reifen flicken und aufpumpen. Du hast Dich wahnsinnig dabei beeilt, bist nach 16 Minuten am Treffpunkt und wahnsinnig stolz, dass Du die 20 Minuten unterboten hast. Dann kommt die Reaktion:

Wo warst Du so lange? Ich friere mir den Hintern ab!

Da ist etwas schief gelaufen. Doch was? Versetzte Dich in die Position Deines Partners und lies Dir die drei Nachrichten nochmals los.

Dein Partner wusste nicht, was los ist: Geht’s Dir gut? Hattest Du einen Unfall? Hast Du verschlafen? Ist Dir das Date nicht wichtig und hast Du deshalb getrödelt?

Noch schlimmer: In der letzten Nachricht, ist Dein Partner ahnungslos, wie viel Zeit nun zu überbrücken ist. Ist es möglich noch was anderes zu erledigen?

Die Kommunikation über Geld funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Mit Aussagen wie

 

Immer gibst Du massig Geld aus, Du bist verschwenderisch!

wirfst Du Deinem Partner nur einen emotionalen Informationsbrocken hin, sodass dieser nur mit Abwehr oder Gegenangriff reagieren kann.

Stattdessen könntest Du es mit mehr Informationen probieren und Deinen Partner wissen lassen, was Deine Bedenken sind:

Ich habe Bedenken, dass wenn Du derart viel Geld ausgibst, dass für unsere gemeinsame Aktivitäten und Zukunft zu wenig übrig bleibt.

Wie fühlen sich die beiden Aussagen im Kontrast an? Bei welcher hättest Du das Bedürfnis zu reden und bei welcher wechselst Du in den Kampfmodus?

 

Zeit lassen

Dir passt es gerade super, über Geld zu sprechen? Hervorragend! Eure Beziehung besteht allerdings aus zwei Personen.

Für Deinen Lieblingsmenschen kann es ein echt beschissener Zeitpunkt sein. Auf der Arbeit haben sich zwei Kollen gestritten, auf dem Heimweg reihte sich Stau an Stau und zu allem Überfluss regnet es seit drei Tagen. Glaubst Du, dass das der beste Moment ist, um über die gemeinsamen Finanzen zu sprechen?

Vermutlich, nein.

Daher sprecht zunächst über das Wann. Wann wollt Ihr über Eure Finanzen sprechen? Wann wollt Ihr Euch 30, 60 oder mehr Minuten Zeit nehmen, um nur über Geld und Eure Ziele reden?

Es kann weiterhin passieren, dass der anvisierte Tag schrecklich verläuft und Ihr Euren Austausch verschieben werdet. In den meisten Fällen seid Ihr allerdings vorbereitet und wisst, was auf Euch zu kommt.

 

Die Pace des Partners berücksichtigen

 

Kennt Ihr Eure Pace? Habt Ihr eine gemeinsame oder benötigt Ihr in manchen Situationen unterschiedlich lange?

Gewohnheiten, Gedanken und Bedürfnisse benötigen eine Zeit für Veränderung. Gebt Ihr Euch gegenseitig die Zeit, sich an die etwaigen Änderungen zu gewöhnen?

Wer noch nie oder selten über Geld geredet hat, kann sich sehr wohl mit der Zeit damit anfreunden, die postiven Aspekte kennenlernen und es toll finden.

Dies gilt auch für einzelne Aspekte beim gemeinsamen Geld-Management. Daher empfehlen wir wiederkehrende, verständnisvolle Gespräche zu (Tabu-) Themen.

 

Geld ist kein Stellvertreter!

Streiten.

Auch das gehört dazu. Ein Streit sollte beim Thema bleiben.

Beliebt sind dabei Tabuthemen, da ungeteilte Informationen, die Wahrheit der Aussagen verschleiern.

Geld bietet sich außerdem an, da es etwas Materielles und damit Greifbares ist.

Der Sieg ist sicher, denn dabei geht es um diese Art von Streit.

Hier hilft es zu klären, dass Ihr gemeinsame Ziele in der Beziehung verfolgt. Sodass unfaire Mittel gar nicht erst zum Vorschein kommen.

Ihr dürft Euch über Geld streiten. Einzige Bedingung ist eine sachliche Diskussion und dass Ihr Eure Bedürfnisse und Bedenken in der Ich-Form vortragt. Wenn Ihr dies berücksichtigt, kann der Streit bereichernd sein. Dadurch kann ein besseres Verständnis für die andere Sichtweise entstehen.


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„Wie spreche ich über Geld?“ – die Umgebung

Wann und wo gelingt die Kommunikation über Geld am besten? Im Lokal, auf der Straße oder doch lieber in der Achterbahn?

 

Feste und regelmäßige Treffen festlegen

Zuvor ging es um Themen die spontan oder schleichend auftreten und angesprochen werden müssen.

Jetzt geht es mehr um kontinuierliche Gespräche zum Thema Finanzen und Co.

 

Führt Ihr ein Haushaltsbuch? Dieses bietet eine hervorragende Gelegenheit für Eure Geld-Gespräche. Einmal im Monat könnt Ihr Euch zusammensetzen, über Euren Vermögensstand sprechen, Eure Einnahmen und Ausgaben vergleichen, Verbesserungspotential erkundschaften und Eure Ziele erneuern.

Die Regelmäßigkeit ermöglicht es Euch vorbereitet in das Treffen zu gehen und alles anzusprechen, wasEuch zu Geld und Investitionen beschäftigt. Eure Körper und Geister werden anwesend sein 🙂

 

Das finanzielle Jahr

Habt Ihr ein Datum, zu dem Ihr Euch zusammensetzt und das letzte finanzielle Jahr Revue passieren lasst?

Welches Datum Ihr auswählt ist völlig egal – ob Dezember, April oder August – sucht Euch das aus, was für Euch am besten funktioniert.

An diesem Datum legt Ihr fest, welche Ziele Ihr im nächsten Jahr verfolgen wollt, welche Investitionen Ihr tätigen werdet und mit welchen Einnahmen und Ausgaben Ihr rechnet. Spielt mit Euren Vorhaben, wie hoch könnt Ihr Eure Erwartungen schrauben und sie noch erreichen?

Wie ist Euer letztes Jahr verlaufen? Habt Ihr Eure vorgaben erreicht? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum? Lernt aus Euren Erfahrungen und wendet dies auf das nächste Jahr an.

 

Wo finden Eure Geld-Gespräche statt?

Orte gibt es unzählige, doch welche sind geeignet, um über Geld und Eure Zukunft zu reden?

Szenario 1 – die Inspiration und Gedankenfreiheit

Der beste Ort um über Geld zu sprechen, ist der Sparziergang. Dieser bietet einige Vorteile:

  1. Frische Luft füllt Eure Lungen mit Sauerstoff -> Euer Gehirn wird bestens versorgt
  2. Aufrechter Gang lässt Euren Körper frei atmen -> Ihr befindet Euch in einem aktiven Zustand
  3. Rechts, links, vorne, hinten und oben ist alles frei -> Eure Gedanken können sich ausbreiten
  4. Ihr lauft vorwärts -> Die Richtung ist vorgegeben, ab in die Zukunft
  5. Ihr lauft nebeneinander -> Ihr seid auf Kooperation eingestellt

Steve Jobs hatte diese Technik perfektioniert und führte Vertrags- und Kooperationsgespräche meist bei – teils mehrstündigen – Sparziergängen. Nutzt die hervorragenden Voraussetzungen für Eure finanzielle Zukunft!

 

Szenario 2 – die Umsetzung und Zahlenjonglage

Tisch, Stühle, Zettel und Stifte. Setzt Euch in einen ruhigen Raum, beginnt Euer Gespräch und schreibt auf, was aufschreibenswert ist. Das können erste Investitionen sein oder Vermögensstände oder eine Skizze Eures Kontensystems.

Hier geht es um die Umsetzung. Ihr Habt Euch zuvor Gedanken gemacht, wo Ihr hin wollt, jetzt kümmert Ihr Euch um das Wie!

 

Fazit

Über Geld (oder andere wichtige Themen) sprichst Du mit Deinem Partner am besten in Ruhe zu vereinbarten Zeiten.

Dies nimmt den Stress und die Gewichtigkeit aus der Situation, direkt für alles eine Antwort haben zu müssen oder ansonsten unglücklich dazustehen.

Zu festen Zeiten beschäftigt Ihr Euch mit gemeinsamen Zielen, Vorhaben, Ausgaben und Investitionen und sorgt dafür, dass Eure Gedanken und Bedürfnisse gehört werden und Ihr diese von Eurem Parnter erfahrt.

Wie ist das bei Dir? Wie redet Ihr über Geld? Erzähle es uns in den Kommentaren. Wir freuen uns darauf 🙂

Beste Grüße

Mike & Marielle

 

P.S.: Einen guten Leitfaden für das erste Gespräch erhältst Du von Jule der Monetenqueen: Klicke hier.

Wie könnt Ihr über Geld in Eurer Beziehung sprechen?
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13 Gedanken zu „Wie könnt Ihr über Geld in Eurer Beziehung sprechen?

  • 24. September 2016 um 23:10
    Permalink

    „Reden, Reden, Reden und nochmals Reden. Man könnte dies als eine Essenz unserer Beziehung und somit auch des Blogs bezeichnen.
    Aber einfach nur Reden hilft nicht immer weiter. Die Art und Weise wie wir kommunizieren ist entscheidend für die Zufriedenheit in und dem Fortbestand der Beziehung.“

    Ich denke das ist ein wichtiger Punkt, den jeder bei der Kommunikation mitnehmen sollte. Häufig arten Kleinigkeiten in große Streitereien aus, weil sie nicht sachlich genug transportiert werden und der Beziehungspartner sich angegriffen fühlt. Zu der Art der Kommunikation kommt noch hinzu, dass verschiedene Werteinstellungen häufig im Umgang mit Geld sichtbar werden und dann nur über das Geld gestritten wird.

    Beispiel:
    Der eine Partner möchte im Hier und Jetzt leben und möglichst viel Spaß haben. Daher gibt er mit vollen Händen das Geld für Statussymbole, Klamotten und ähnliches aus. Der andere Partner ist sparsamer, weil er in der Kindheit nie viel Geld hatte und lieber die Sicherheit von einem höheren Betrag auf dem eigenen Konto hat. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die beiden richtig einandergeraten, weil sich ihre Wertvorstellungen so stark voneinander unterscheiden. Wenn nicht erkannt wird, dass diese Werte zu den unterschiedlichen Umgangsformen mit Geld führt, können sie dieses Problem nicht richtig lösen und der Streit ums Geld tritt immer wieder auf.

    In Statistiken wird Geld als eine der häufigsten Gründe für die Scheidung.
    Ich glaube der Grund ist eher, dass sich unterschiedliche Wertevorstellungen in Geldfragen gut zeigen. Wenn sie nicht gelöst werden, tauchen sie immer wieder in Streitereien ums Geld auf.

    Leider sehe ich das immer wieder, dass selbst Menschen in einer Beziehung überhaupt nicht über Geld reden und damit auch nicht die tieferliegenden Probleme betrachten. Ich finde ihr leistet einen guten Beitrag und ich hoffe, dass viele Leute eure Beiträge lesen und sich zu Herzen nehmen.
    Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben, doch mein Kommentar ist jetzt schon lang genug.
    Macht weiter so.

    Schöne Grüße

    Dominik

    Antworten
    • 25. September 2016 um 11:53
      Permalink

      Hallo Dominik,

      vielen Dank für deinen Input !

      Gemeinsame Werte sind definitiv absolut wichtig für eine funktionierende Beziehung. Und wenn es hier eben differenzen gibt, sind wir wieder bei dem Kommunikationsthema – wie du es schon so schön beschrieben hast! Das mit dem Scheidungsgrund „Geld“ kann ich mir leider sehr gut vorstellen – in diesen Fällen mangelt es wahrscheinlich bereits vor der Hochzeit an klaren Absprachen und offener Kommunikation über das Thema Geld. Dann verändert sich ggf. die Lebenssituation (durch Kinder, Verdienstausfall, etc.) und plötzlich kommen die unterschiedlichen Vorstellungen bzgl. Geld zum Vorschein und es kommt zum Streit und den berühmten „unüberbrückbaren Differenzen“.

      Wir bedanken uns ganz herzlich für dein Lob und freuen uns auf den weiteren Austausch 🙂

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 25. September 2016 um 12:19
    Permalink

    Das habt ihr sehr gut geschrieben. Auch ich kenne jede Menge Beziehungen, die wegen des Geldes, dem Schweigen darüber oder einer unterschiedlichen Auffassung dazu, gescheitert sind oder schlecht laufen.
    Nicht jeder Mensch ist für Kommunikation geschaffen. Das ist die Crux dabei…
    Manche Menschen ticken auch so ähnlich, dass es gar keiner großen Kommunikation dazu bedarf.

    Antworten
    • 25. September 2016 um 18:22
      Permalink

      Hallo Lissy,

      danke für deinen Beitrag.

      Ich stimme dir grundsätzlich zu, würde allerdings behaupten, dass nicht jeder Mensch gelernt hat zu kommunizieren. Viele werden im Verlauf ihres Lebens die Erfahrung gemacht haben, dass „reden Silber und schweigen Gold“ ist. Solche Weisheiten – die wir von kleinauf lernen – führen natürlich auch dazu, dass Dinge nicht frühzeitig angesprochen werden und aus der Mücke ein Elephant entsteht.

      Das ist sehr ärgerlich, weil ein offener Umgang miteinander allen Beteiligten in ihrer Entwicklung weiterhilft.

      Antworten
  • 25. September 2016 um 16:24
    Permalink

    Naja, nach 27 Jahren Ehe kann ich da nicht viel dazu sagen. Wir sprechen uns ab und wissen wie der andere „tickt“. Streit ums Geld gibt es bei uns seit Jahren nicht mehr. Größere Anschaffungen werden abgesprochen und dafür ein Budget festgelegt, das Kleinzeugs läuft so nebenher. Ist vielleicht auch deswegen einfach, da wir finanziell ganz gut da stehen und 100 € hin oder her absolut keine Rolle spielen. Eigentlich sind meine Frau und ich kein Maßstab, aber wie man sieht, es kann auch ohne Streit gehen. Letztendlich verfolgen wir die gleichen Ziele, was das alles wohl auch einfacher macht.

    Antworten
    • 25. September 2016 um 18:03
      Permalink

      Guten Abend Alexander,

      vielen Dank für den Einblick nach 27 Jahren Ehe. (Da haben wir noch einiges vor uns bis wir überhaupt 27 Jahre zusammen sind oder Marielle 27 Jahre auf der Welt ist :D)
      Es ist sehr schön zu lesen, dass in einer funktionierenden Ehe auch Geldthemen unproblematisch nebenherlaufen und besprochen werden.

      Wie war es denn in Eurer Anfangszeit: Hattet ihr bewusst daran gearbeitet, oder hat es sich vielleicht einfach so entwickelt?

      Antworten
  • 25. September 2016 um 19:02
    Permalink

    Beziehung kann auch funktionieren, wenn man finanziell nicht gleich tickt. Deshalb muss es noch lange keinen Streit geben. Wenn ein Partner sagt, kann (will) ich mir nicht leisten muss ein Konsens gefunden werden. Das kann auch sein, zu akzeptieren, sich einladen zu lassen
    Was für den einen Peanuts sind, ist evt. für den anderen ein Monatsgehalt.
    Menschen sind verschieden – das einzige, was ich einer Beziehung abträglich finde ist Geiz. Also nicht aus Not sich (oder dem anderen) etwas nicht leisten. Genauso halte ich einseitigen Verzicht einer Beziehung für abträglich.

    Btw hier sind es 17 jahre – hier gibt es maximal Streit, wenn einer dem anderen sein Finanzsystem überstülpen will. Bankomatzahler versus barzahler – Konto niemals im Minus gegen *hurra -bei Konto im Minus* kein Geld haben wir eh schon, jetzt wird eingekauft. 🙂
    Das war sicher mit das schwierigste zu lernen. Den anderen so sein zu lassen wie er\sie ist.

    Antworten
    • 26. September 2016 um 18:49
      Permalink

      Hallo wedges,

      danke für deine Ansichten und vor allem Einblicke in deine Erfahrungen zum Thema Geld & Beziehung!

      Du hast selbstverständlich recht – man muss nicht gleich ticken, um Streit zu vermeiden. Wären wir alle immer derselben Meinung, wäre es ja auch ziemlich langweilig. Aber, genau wie du es ansprichst, die Kommunikation macht es eben aus. Man muss die unterschiedlichen Standpunkte kommunizieren, sich darüber austauschen und den jeweils anderen und seine Ansichten akzeptieren (lernen).

      Bei uns ist es genau so wie du beschreibst – was für mich „Peanuts“ (im etwas übertriebenen Sinne) sind, ist für Mike deutlich mehr seines hart Ersparten. Damit mussten auch wir lernen umzugehen und nach wie vor gibt es Situationen (wie der beschriebene Karibik-Urlaub) in denen wir ein unterschiedliches Empfinden bzgl. Geld an den Tag legen. Es ist aus unserer Sicht jedoch absolut elementar, dass wir uns immer darüber austauschen, Bedenken einander mitteilen und gemeinsam eine Lösung finden, mit der wir beide glücklich sind. Denn über Geld streiten wollen wir uns nun wirklich nicht (und geizig bin definitiv eher ich als Mike…aber daran wird gearbeitet).

      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
  • Pingback:Warum gemeinsam als Paar investieren? - Beziehungs-Investoren - Beziehungs-Investoren

  • 22. Januar 2017 um 16:15
    Permalink

    Ich glaube das ist eine der größten Herausforderungen für eine Beziehung. Ich habe z.B. einen sehr langen Zeithorizont und lege viele finanzielle Entscheidungen darauf aus. Meine Frau ist da etwas anders. Das kann schonmal zu Konflikten führen. Aber genau wie ihr sagt: Kommunikation hilft (ist vermutlich das Einzige was hilft) und der Ton macht die Musik!

    Antworten
    • 22. Januar 2017 um 16:44
      Permalink

      Hallo Axel,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut uns, dass du den Weg zu uns gefunden hast 🙂

      Wie löst ihr eure Konflikte und wie geht mit der unterschiedlichen Sichtweise um? Wir selbst haben sehr unterschiedliche Ansichten in der Höhe unserer Zielsetzungen (auch im finanziellen), sodass es da zu Diskussionen kommt. Deshalb wäre eure Lösung sehr spannend!

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten
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  • 31. März 2018 um 09:58
    Permalink

    Hi ihr beiden,
    wir wissen, was der andere verdient und reden da auch offen drüber. Aber wir haben kaum Einfluss, wie der andere das Geld ausgibt. Bei gemeinsamen Ausgaben bestimmt dann meist der, dem es mehr am Herzen liegt. Z.B. habe ich nun unsere NY-Reise geplant und ihn vor jeder Zahlung informiert („Die Flüge kostet pro Person 500 Euro, ist das ok? Es könnte billiger werden, aber ich will endlich die Unterkunft buchen und die Flugdauer ist dafür vergleichsweise kurz.“) Dafür durfte er damals den Esstisch raussuchen, Preis und Design war mir egal, solange er ausziehbar ist. So kommen wir seit 6,5 Jahren gut miteinander aus. Er legt Bier in den Einkaufskorb, ich mir eine Sushi-Box. Beim Essengehen schmeißen wir unser Bargeld zusammen. Da wir beide eine hohe Sparrate haben, gibt es keine Streitereien ums Geld.

    Spannend wird es erst, wenn wir mal heiraten oder Kinder haben. Ich bin diejenige, die an der Börse investiert oder eine Wohnung kaufen würde. Er arbeitet noch nicht so lange und kann damit noch nicht viel anfangen.

    Antworten

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