Elterngeldrechner online – einfach und kostenlos Deine Elterngeldhöhe berechnen

Die ersten Monate mit Baby sind ein komplett neuer Lebensabschnitt. Auch auf finanzieller Ebene. Denn für viele Familien ist diese Zeit das erste Mal, dass sie von einer staatlichen Leistung abhängen – vom Elterngeld. Seit 2007 gibt es diese staatliche Leistung und wird von fast allen frischen Eltern in Deutschland beantragt. Die Mindesthöhe beträgt 300 Euro monatlich und die maximale Auszahlung liegt bei 1800 Euro im Monat.

Und dabei stellen sich fast alle werdenden Eltern ähnliche Fragen vor der Beantragung des Elterngeldes:

  • Wie viel Elterngeld bekommen wir? Schaffen wir den Höchstsatz, oder müssen wir mit deutlich weniger klarkommen?
  • Gibt es einen Elterngeldrechner, der mir verrät, wie hoch mein Elterngeld ausfallen wird?
  • Kann man den Elterngeldrechner online und kostenlos verwenden oder muss man dafür bezahlen?
  • Wie berechnet sich das Elterngeld überhaupt in meiner persönlichen Situation und was muss ich mit dem Elterngeldantrag beantragen?
  • Und wie lange kann ich laut dem Elterngeldrechner die staatliche Unterstützung beziehen?

Mit diesem Artikel möchten wir euch bei der Suche nach dem einfachsten Elterngeldrechner begleiten. Damit ihr euer Elterngeld verlässlich berechnen und eure Elternzeit entsprechend eurer Wünsche gestalten könnt, während dabei Geld zur Nebensache wird.

Die besten Elterngeldrechner im Vergleich

Im Rahmen des Elternzeit Mentorings oder auch der Elternzeitplanungs-Masterclass verwenden wir gemeinsam mit den Teilnehmer*innen regelmäßig verschiedene digitale Elterngeldrechner. Doch warum nutzen wir immer unterschiedliche Rechner und nicht einfach immer den offiziellen vom Bundesfamilienministerium?

Ganz einfach: Die verschiedenen Angebote sind in unterschiedlichen Situationen passend. In unseren Programmen zur Elternzeitplanung sind Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Herausforderungen und Voraussetzungen, so dass wir den jeweils passenden Rechner nutzen.

Im folgenden Vergleich der vier bekanntesten Elterngeldrechner, werden wir folgende Fragen prüfen:

  • Ist die Anwendung des Elterngeldrechners einfach?
  • Für welche Berufsgruppen ist der Rechner nutzbar?
  • Wie gut unterstützt der Elterngeldrechner mit einem Planer bei der konkreten Umsetzung?
  • Sind die Ergebnisse der Berechnung korrekt?

Das Test-Szenario

Um die Rechner zu testen, gehen wir bei allen mit folgender Situation rein:

Beide Elternteile verdienen das durchschnittliche Gehalt (Daten aus 2021) von 4.100 Euro / brutto im Monat. Bei beiden kommt das Einkommen ausschließlich aus einem Angestelltenverhältnis, wodurch der Bezugszeitraum klar auf die 12 Monate vor der Geburt des Kindes fällt. Sowohl Vater als auch Mutter möchten die Hälfte des Elterngeldes beziehen. Die beiden sind verheiratet. Zuerst die werdende Mama 7 Monate lang und anschließend der neue Papa für 7 Monate. Im Anschluss nutzen sie noch den Partnerschaftsbonus und verdienen jeweils 2.500 Euro brutto in der Teilzeittätigkeit.

Und dann bleibt natürlich noch die Frage, welche Tools wir uns genauer ansehen. Hier haben wir uns für die vier größten, online Elterngeldrechner entschieden:

1. Der Elterngeldrechner mit Planer des Bundesfamilienministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Es handelt sich hierbei um das offizielle Tool des Familienministeriums. Er findet sich auf dem sogenannten Familienportal der Bundesregierung und enthält neben dem reinen Kalkulator auch noch viele Informationen zu den gesetzlichen Regelungen der Berechnung des Elterngeldes.

Bei diesem Tool verteilt Ihr zuerst eure verfügbaren Elterngeld-Monate. Das heißt ihr markiert die einzelnen Lebensmonate Eures Babys, ob ihr in ihnen Basiselterngeld, Elterngeld Plus, den Partnerschaftsbonus oder gar nichts beziehen möchtet. Dies macht ihr für jeden Elternteil separat.

Familienportal Elterngeldrechner

Abgefragt wird dann das (geplante) Geburtsdatum des Kindes sowie eines etwaigen älteren Geschwisterkindes. Letzteres ist wichtig für den Geschwisterbonus.

Anschließend tragt ihr eure Gehaltsdaten von vor der Geburt des Kindes ein und vermerkt, wie viel Ihr nach der Geburt in den einzelnen Monaten verdienen werdet falls ihr beispielsweise Teilzeit in Elternzeit arbeitet. Am Ende erhaltet Ihr eine genaue Beispielrechnung über das zu erwartende Elterngeld in den einzelnen Monaten.

Elterngeldrechner Ergebnis

2. Der digitale Elterngeldrechner von Elterngeld.net

Die private Beratungsstelle zum Elterngeld bietet einen einfachen, digitalen Rechner an ohne viel ablenkendes „Drumherum“. Aufgeteilt ist der Rechner in zwei Stufen – zuerst wird Die Höhe des Elterngeldes berechnet und anschließend auf die Monate verteilt dargestellt. Hierfür musst du dann auswählen, in welchen Monaten ihr welche Elterngeld-Variante nutzen möchtet.

Auch hier haben wir – für das selbe Szenario – einen Screenshot des Ergebnisses für euch. Hier sieht man, dass die Basiselterngeld-Höhe kaum abweicht. Allerdings berücksichtigt Elterngeld.net keine Abzüge aufgrund des Zuverdienstes beim Elterngeld Plus bzw. dem Partnerschaftsbonus.

Dies ist definitiv zu berücksichtigen, damit ihr euch nicht auf zu viel Geld freut, welches dann doch nicht gezahlt wird.

Elterngeld.net Rechner

3. Der Komplett-Rechner von einfach-elterngeld.de

Das Unternehmen „Einfach-Elterngeld“ bietet einen ausführlichen Komplett-Rechner an, mit dem sich die Höhe des Elterngeldes berechnen lässt und sowohl Basis- als auch Elterngeld Plus gut verteilen lässt. Zusätzlich bieten sie einen kostenpflichtigen Konfigurator an, mit dem sich dann auch Extras wie der Partnerschaftsbonus planen lassen.

Auch hier wird zuerst die Höhe des Elterngeldes ermittelt und anschließend festgelegt, ob Basiselterngeld, Elterngeld Plus oder doch gar nichts bezogen werden soll.

Beim Ergebnis tritt dieselbe Problematik wie beim vorherigen Rechner auf: Die Kürzung des Partnerschaftsbonuses, weil während dieser Zeit ein zu hohes Einkommen erzielt wird, wird nicht berücksichtigt. Hierfür ist der kostenpflichtige Konfigurator anstelle des kostenlosen Elterngeldrechners von Einfach-Elterngeld nötig.

Einfach Elterngeld Rechner

4. Der Hipp Elterngeldrechner 

Bei diesem Elterngeldrechner handelt es sich um einen Schnellrechner, der anders als die anderen getesteten Tools nicht vom Bruttoeinkommen vor der Geburt sondern vom Nettoeinkommen ausgeht. Zudem lässt er nicht zu, viele Parameter anzugeben, sondern bietet lediglich vier Felder zum Befüllen an, bevor er direkt ein Ergebnis präsentiert.

Das Ergebnis ist dann eine Schätzung des monatlichen Elterngeldbetrages. Einkommen nach der Geburt des Kindes wird ebenso wenig berücksichtigt, wie der zweite Elternteil.

Im Bild seht ihr direkt den kompletten Rechner inklusive Ergebnis, da es kein mehrstufiger Prozess wie bei den anderen Tools ist.

Hipp Elterngeldrechner

In den folgenden vier Kategorien verraten wir unser Testergebnis der vier Rechner:

Anwendung der Elterngeldrechner

Alle vier Elterngeldrechner führen gut durch den Prozess, die eigenen Daten einzutragen und herauszufinden, welche Höhe das eigene Elterngeld beträgt.

Beim Hipp-Rechner wird als einziges das Nettoeinkommen abgefragt. Somit muss man hier vor dem Ausfüllen erst mal die eigenen Gehaltsabrechnungen prüfen oder einen Brutto-Netto-Rechner online heraussuchen und nutzen.

Besonders beim Elterngeldrechner von Einfach-Elterngeld fällt auf, dass er visuell sehr ansprechend gestaltet ist und viel mit Graphiken gearbeitet wurde.

Der große Unterschied der drei kommerziellen Rechner zu dem vom Familienportal besteht in der Reihenfolge der Eintragungen.

Denn hier wird man zuerst gebeten, die verfügbaren Basiselterngeld- und Elterngeld Plus sowie Partnerschaftsbonus-Monate zu verteilen. Anschließend werden dann die Informationen zum Kind und den bisherigen Einkünften abgefragt. Am Ende bekommt man eine Übersicht über das monatliche Elterngeld für beide Elternteile auf Monatssicht.

Beim Elterngeld.net- und Einfach-Elterngeld-Rechner ist die Vorgehensweise andersherum. Zuerst werden die Kinds- und Gehaltsdaten erfasst und anschließend die Monate verteilt. Bemerkenswert ist hier auch, dass es bei letzterem in der kostenlosen Version nicht möglich ist, die Monate mit dem Partnerschaftsbonus zu verteilen.

Der Hipp-Rechner hingegen kann nur als Schnellrechner für eine erste Orientierung beim Elterngeld gewertet werden. Denn er fragt lediglich die wichtigsten Rahmendaten ab und präsentiert dann einen maximal hohen, monatlichen Anspruch auf Basiselterngeld. Die Variante mit Elterngeld Plus, Detailinfos wie die Steuerklasse oder Veränderungen abhängig von Beschäftigungen während der Elternzeit werden nicht berücksichtigt. Dafür ist das Ausfüllen deutlich schneller erledigt als bei den anderen und liefert nach wenigen Sekunden eine erste Berechnung des Elterngeldes.

Nutzung der Tools für verschiedene Berufsgruppen

Der Hipp-Rechner unterscheidet nicht nach Berufsgruppen. Da das Nettoeinkommen im Bemessungszeitraum genutzt wird, ist dies jedoch auch nicht so schlimm – denn für einen Orientierungswert kann ihn entsprechend sowohl ein*e Angestellte*r, Beamt*in oder auch Selbstständige*r nutzen. Was jedoch gar nicht berücksichtigt wird ist der Bemessungszeitraum, der besonders für Selbstständige in den seltensten Fällen die 12 Monate vor der Geburt umfasst, sondern das vorherige Wirtschaftsjahr.

Am Detailreichsten scheint der Elterngeldrechner von „Einfach-Elterngeld“ – denn er berücksichtigt verschiedene Beschäftigungsverhältnisse und fragt auch direkt „Ausklammerungstatbestände“ bspw. Einkommensverluste aufgrund der Covid-19-Pandemie ab. Damit kann die Ersatzrate des Einkommens detaillierter berechnet werden. Selbst beim Rechner des Familienportals ist bspw. „Studieren“ keine wählbare Variante beim Einkommen vor der Geburt.

Der Rechner von Elterngeld.net bietet etwas versteckt auch die Optionen zur Ausklammerung von Zeiträumen oder aber dem Berücksichtigen der Selbstständigkeit. Das Beamtenverhältnis ist hier allerdings nicht abbildbar.

Planungsunterstützung des Rechners

Hier betrachten wir nur die ersten drei Elterngeldrechner genauer – denn das Angebot von Hipp umfasst keinerlei Planungsmöglichkeiten.

Sowohl das Familienportal als auch Einfach-Elterngeld nutzen eine visuelle Planungshilfe für das verplanen der einzelnen Elterngeld-Monate. Nun ist es Geschmackssache, ob man die Verteilung der Monate lieber zuerst (Familienportal) oder am Schluss (Einfach-Elterngeld und auch Elterngeld.net) machen möchte.

Ein großes Manko bei allen Rechnern ist allerdings, dass verschiedene Varianten des Elternzeitmodells nicht nebeneinander dargestellt werden können. Wenn Ihr nicht sicher seid, wie Ihr die Elternzeit für euch gestalten möchtet und was diese Optionen jeweils finanziell bedeuten, müsst ihr alle Optionen nacheinander eintragen und jeweils mit Screenshots oder Ausdrucken arbeiten.

Der Planer des Familienportals bietet am Ende des Rechners an, die Gesamtübersicht über die Zahlungen in den einzelnen Monaten als PDF auszudrucken. So könnte man dann die Varianten physisch nebeneinander legen. Doch schöner wäre natürlich eine digitale Lösung.

Besonders hervorzuheben ist, dass der Rechner des Familienportals schon sehr nah ran kommt an die Darstellung im Antrag des Elterngeldes bei der Elterngeldstelle. Hier findet also kein Medienbruch statt, wenn der Rechner zur Planung genutzt wird bis zum beantragen auf digitalem Wege.

Alle drei Rechner sprechen eine Warnmeldung aus, wenn zu viele Monate eingeplant wurden oder wichtige Regularien nicht eingehalten werden. Optimierungsmöglichkeiten werden jedoch in keinem Elterngeldrechner angezeigt.

Genauigkeit der Rechenergebnisse

Hier wird es nun spannend – denn wofür nutzen wir einen Elterngeldrechner? Na klar – um zu wissen, was auf uns zukommt und wie viel Elternzeit wir uns als Familie leisten können. Denn egal, wie viel das Elterngeld am Ende genau beträgt, weniger als das vorherige Nettoeinkommen ist es in jedem Fall.

Der Hipp-Rechner liefert uns nur eine grobe Hausnummer. Um eine verlässliche Zahl zu bekommen, ist dieser wenig hilfreich. Wenn du allerdings noch am Anfang eurer Elterngeldplanung bist, dann bekommst du hier sehr schnell ein erstes Ergebnis ohne die detaillierten Informationen zu deinem Einkommen vorher zusammentragen oder ausrechnen zu müssen.

Die Ergebnisse von Einfach-Elterngeld und Elterngeld.net unterschieden sich gar nicht. Hier liegt vermutlich dieselbe Rechnung zu Grunde. Bei der Berechnung des Familienportals ergibt sich ein um wenige Euro geringeres Elterngeld. Die genaue Zahl beträgt vermutlich in dieser Situation irgendetwas zwischen diesen beiden Werten. Denn die finale Berechnung des Elterngeldes durch die Elterngeldstelle erfolgt individuell und zieht viele verschiedene Parameter für jeden Elternteil mit in Augenschein. Auch solche, die in den online-Rechnern nicht angegeben werden können.

Ein großes Manko an den beiden kommerziellen Rechnern ist jedoch, dass die Kürzung des Partnerschaftsbonus-Betrages aufgrund der höheren Erwerbstätigkeit nicht berücksichtigt wurde. In beiden Rechnern wird der Basiselterngeldbetrag lediglich halbiert. In der Realität kommt hier die Zahl des Familienportals jedoch viel näher an die Wahrheit – denn bei mindestens 24 Erwerbsarbeitsstunden während der Partnerschaftsbonus-Zeit, findet definitiv monatlich eine Kürzung des ElterngeldPlus-Betrages statt.

Der Geschwisterbonus hingegen wird – wenn er anwendbar ist – bei allen Rechner mit abgefragt und abgebildet. Das Mutterschaftsgeld hingegen wird nirgends berücksichtigt und somit nicht gegen das Elterngeld angerechnet. Und das, obwohl das Thema später beim Elterngeldantrag ein größeres sein wird.

Fazit zum besten Elterngeld-Rechner

Den Besten gibt es nicht. Es gibt den besten für eure Situation.

Willst du nur mal schnell eine Orientierung zur etwaigen Höhe deines Elterngeldes, dann nutze den Hipp-Rechner. Willst du ganz genaue Zahlen und bist vielleicht schon kurz davor den eigenen Elterngeld-Antrag auszufüllen, dann nutze den vom Familienportal.

Bei letzterem solltest du aber schon eine Idee haben, wie du die Monate verteilen möchtest. Ansonsten wirst du vermutlich schon im ersten Schritt frustriert hinwerfen.

In diesen Fällen nutze doch erst einmal einen der anderen beiden Elterngeldrechner. Denn mit diesen erfährst du zuerst deine voraussichtliche Elterngeldhöhe und kannst dann basierend auf diesen Zahlen in die Planung und Verteilung der Monate gehen.

Was keiner dieser Rechner anbietet, ist die Option auch den Zuverdienst mit zu betrachten oder verschiedene Szenarien flexibel durchzutesten. Wenn du dir das wünschst – in unserer Elternzeitplanungs-Masterclass machen wir genau das! Informiere dich gerne hier.

1 Kommentar
  1. Noah sagte:

    Super hilfreicher Artikel. Ihr erweist vielen Eltern, v.a. diejenigen die ein paar Extra Euros gebrauchen können, echt einen super Dienst damit! Ich wohne in Singapore seit langem und um ehrlich zu sein wusste ich gar nicht dass man tatsächlich Geld von Staat pro Kind bekommt. Ich dachte dabei handelt es sich um Steuererlässe o.ä.! Unsere monatlichen Familienausgaben belaufen sich auf knapp 9,500€/Monat, und da ich nicht Angestellt bin und wir nur von unserem passiven Einkommen leben bin ich immer auf der Suche nach interessanten Ideen entweder Geld zu machen, oder Geld zu sparen! Beste Grüsse aus Singapore, Noah

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