Lieber Papa,

seit 9 Monaten bin ich in Mama’s Bauch.

Still und leise begann ich zu wachsen. Aus 2 Zellen wurden 4, dann 8, dann 16.

Zum ersten Mal sahst Du mich als schwarzen Punkt beim Ultraschall.

Keine Nase, keine Arme oder Beine. Nur ein schwarzer Punkt auf einem grauen Blatt.

Es folgten Wochen des Wartens und Bibberns. Die ersten 12 Wochen sollen die kritischsten sein.

Mit Bravur habe ich sie überstanden und Du erhieltst ein neues Foto.

Überglücklich hieltst Du es in Deinen Händen und zeigtest es Deiner Familie und Deinen Freunden.

Ich wurde größer und größer und Mama’s Bauch wuchs und wuchs.

Während Mama schon eine Weile meine Tritte und Schläge spürte, musstest Du Dich noch gedulden.

Seit Monaten bin ich am Trainieren. Ich schlucke Wasser und trainiere meine Lungen.

Mama’s Blase benutze ich als Sandsack und ihre Rippen als Sprungbrett.

Doch so langsam wird es in Mama’s Bauch echt eng.

Mama kenne ich auch schon gut.

Sie nimmt mich überall mit hin und umarmt mich, wenn sie ihren Bauch hält.

Papa, Deine Stimme kenne ich auch schon.

Und manchmal trete ich gegen Deine Hand, wenn Du sie auf Mama’s Bauch legst.

Wenn ich in ein paar Stunden das Licht der Welt zum ersten Mal erblicke, werde ich bei Mama liegen.

Ich werde ihren Duft einsaugen und ihre Haut schmecken.

Papa, ich möchte jetzt Dich kennenlernen. Ich will wissen wer Du bist. Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zeit.

Papa, Du hast so viele erste Male nur erzählt bekommen. Ich wünsche mir, dass Du bei den nächsten dabei bist und sie mit mir zusammen erlebst. Versprochen?

In Liebe
Dein Baby

Elternzeit für Väter? Was sind die Vorteile? Gibt es überhaupt Nachteile?
Dieser Artikel wurde von Mike verfasst.

Papa sein

Elternzeit für Väter –  gibt es überhaupt Nachteile?

Nein.

Gefühlt liegt die Vaterzeit auf der finanziellen Schlachtbank.

Wie sieht das mediale Bild in Deinem Kopf zur Elternzeit für Väter aus?

Also meins besteht aus den folgenden 4 Punkten:

  • Finanzen. Oh die schlimmen Finanzen. Wenn das mit dem Geld nur nicht wäre, dann könnten so viele Männer so viel zu hause bleiben
  • Abfällige Bemerkungen zu 2-Monats-Vätern
  • Chefs. Oh die bösen Chefs. Wenn der Chef doch nicht so grantig und alteingesessen wäre, könnten so viele Männer so viel zu hause bleiben
  • Nach der Geburt wollen Frauen zu hause bleiben, auch, wenn es anders geplant war und schicken ihre Männer arbeiten. Gegen ihren Willen.

Nach gezielter Suche fand ich auch positive Stimmen. Diese repräsentieren allerdings nicht meine mediale Wahrnehmung. Wie sieht es mit Deiner aus?

Schlimm, oder? De facto gibt es keine Nachteile und dennoch werden sie gefunden und wahrgenommen. Woran liegt das?

Vermutlich gibt es ein komplexes Gewirr, das darauf abziehlt, dass Männer doch lieber Alleinernährer spielen als Papa zu sein.

Naja – hier die ganz konkreten Fragen an Dich:

  • Was sind Deine Gründe Papa zu sein?
  • Was hält Dich davon ab Papa zu sein?

Wohl gemerkt. Dieser Artikel geht an Männer, deren Baby bereits im Bauch der Frau ist. Also zum Zeitpunkt nach der Zeugung, nicht davor! die planen Väter zu werden oder schon wissen, dass sie in den kommenden Monaten Väter werden.

Im weiteren Artikel erwarten Dich 6 Gründe Papa zu sein. Zusätzlich erhältst Du das Gegengift zu den Dingen, die Dich bisher davon abhalten – und damit 3 weitere Gründe für die Elternzeit als Vater.

 

Grund 1: Eure Papa-Kind-Bindung

Elternzeit nehmen

Als Mann hinkst Du die ersten 9 Monate nur hinterher.

Ob positiv oder negativ: Du bist auf die Erzählungen von Deiner Frau angewiesen.

Morgenübelkeit, Tritte, Wachstum des Bauches, Wehen.

Alles Dinge, die Deine Frau und Euer Baby zusammenschweißen.

Im besten Fall bist Du in der Nähe und bekommst es erzählt. Wochen später kannst Du endlich auch die ersten Tritte fühlen.

Normalerweise seid Ihr beide arbeiten und Du bekommst von alledem nur abends und am Wochenende etwas mit.

Deine Frau hat zum Zeitpunkt der Geburt 9 Monate Vorsprung.

Ohne Elternzeit werden aus 9 Monaten schnell 18, dann 36 Monate. Bevor Du Dich versiehst, kann Euer Kind krabbeln, laufen und spricht die ersten Worte.

Möchtest Du dabei sein und es erleben? Oder reichen Dir die Erzählungen?

 

Grund 2: Ihr seid ein Team!

Familie als Team

Die Zeit von „Frau erzieht die Kinder und schmeißt den Haushalt, während der Mann schuften geht und Geld besorgt“ stirbt aus.

Und das ist auch gut so!

Schließlich könnt Ihr als Team weitaus mehr erreichen als als Einzelkämpfer. Oder liegen die Stärken Deiner Frau ausschließlich in der Kindererziehung, putzen Deiner Schuhe und managen Eures Geldes? Liegen Deine Stärken ausschließlich in einer 50 Stunden Woche, im Entscheidungen treffen und Bier auf der Couch trinken?

Keinesfalls.

Solche Pauschalitäten gehören der Vergangenheit an.

Was sind Eure Ziele? Wo möchtet Ihr als Familie in 5, 10 oder 20 Jahren stehen?

Wenn Ihr das herausgefunden habt: Was sind heute Eure Aufgaben, um Eure Ziele zu erreichen?

Was sind Eure Stärken und Schwächen? Individuell, als Paar und als Familie?

Jetzt könnt Ihr Eure Aufgaben verteilen. Na, kommt das oben skizzierte Bild bei raus? Wohl kaum.

Als Team zu denken, wird Euch viel Stress, Streitigkeiten und Frust ersparen. Dafür erhaltet Ihr eine tiefere Verbindung zueinander, mehr Motivation, mehr Selbstvertrauen und Erfolgsmomente.

 

Grund 3: Dein Kind braucht einen Papa

Papa in Elternzeit

Frauenquote hier, Frauenquote da. Frauen müssen in die Vorstandetagen. Wir brauchen mehr Frauen, mehr Frauen, mehr Frauen.

Dieser Gedanke ist hervorragend. Frauen den Weg auf der Karriereleiter genauso offen zu gestalten wie Männern.

Leider ist er nur zur Hälfte gedacht.

2016 sah die Personalverteilung für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland an Grundschulen wie folgt aus: 16 846 Männer und 88 871 Frauen.

1992 gab es noch die folgende Verteilung: 35 482 Männer und 83 873 Frauen.

Auf einen Mann kommen also fünf Frauen. Drastischer wird das Bild allerdings, wenn wir die Teilzeitbeschäftigten in 2016 hinzunehmen: 3 723 Männer gegenüber 85 185 Frauen!

Auf einen Mann kommen mehr als 25 Frauen!

Die Zahlen kannst Du übrigens im Bericht des statistischen Bundesamts nachlesen.

Bei Kitas sieht es übrigens ähnlich aus. 2014 kamen auf einen Mann 20 Frauen.

Unsere Kinder werden in einer Frauenwelt groß. Das hat weitreichende Folgen vor allem für Jungen.

Menschen lernen am Modell. Irgendein anderer Mensch tut etwas, wir beobachten und tun es ihm gleich.

Jungen lernen also Nicht-Frau, anstatt ein Mann zu werden. Beispiel: „Ich sehe Frauen weinen. Ich bin aber ein Junge. Okay, Jungen weinen nicht.“

Dein Kind braucht männliche Modelle. Das wichtigste bist Du – der Papa!

 

Grund 4: Verständnis erlangen und Beziehung stärken

Als Vater unterstützen

Du schuftest von morgens 8 Uhr bis abends 17 Uhr.

Um 18 Uhr schließt Du die Tür zu Eurem Zuhause auf.

Endlich daheim. Ruhe. Entspannen. Erholen.

Deine Frau und Dein Kind warteten allerdings seit einigen Stunden, dass Du zum Spielen und Reden heimkommst.

Statt Ruhe steht Spielen, Toben und Gespräche auf dem Programm.

Wie gut kannst Du Dich in die Situation Deiner Frau versetzen? Wie viel Verständnis schafft es Deine Frau für Dich aufzubringen?

Einfacher geht’s, wenn Beide beide Seiten erlebt haben.

Du wartest mit dem Nachwuchs zuhause und Deine Frau kommt erschöpft von der Arbeit heim.

Findest Du auch, dass es so leichter ist, gemeinsam einen Weg zu finden? Sich hinzusetzen und über die Erfahrungen zu sprechen und welche Bedürfnisse in der jeweiligen Situation bedient werden sollten?

Wie könnte eine Lösung aussehen?

 

Grund 5: Väterliches Selbstvertrauen stärken

Vater sein lernen

Zweifel und Ängste sind wohl das Schicksal des Erwachsenwerdens.

Als Baby ziehst Du Dich hoch, lässt los, fällst hin und probierst es erneut.

Später bist Du einen Schritt gegangen, auf die Schnauze gefallen, bist aufgestanden und hast es erneut probiert.

Wie sieht’s heute aus?

Kann ich den Nachwuchs wickeln? Was, wenn ich etwas falsch mache?

Komme ich mit dem Geruch klar? Ist doch bestimmt eklig oder?

Was ist, wenn ich das Baby falsch halte?

Komme ich mit deutlich weniger Schlaf überhaupt über die Runden?

Was soll mir das Schreien sagen? Hunger? Windel voll? Zuneigung?

Ja. Die Liste kann vermutlich beliebig weitergeführt werden. Was sind Deine Ängste und Zweifel, die Du mit Dir herumträgst?

Egal, welche es sind, sie werden schlimmer, wenn Du es nicht probierst.

Es mag die ersten Male schief gehen oder nicht optimal laufen.

Egal.

Du wirst es lernen.

Du wirst besser werden.

Dein Kind wird es Dir danken.

 

Grund 6: Entlastung und Entschleunigung

Elternzeit als Vater

Wie wäre es, wenn Ihr Euch als Familie in Ruhe kennenlernen könntet?

Nach der Geburt faul auf der Couch liegen, Pizza bestellen und das Leben genießen?

Mittwochmittag geht es raus an die frische Luft spazieren. Durch die Gegend bummeln ohne Gedanken an Arbeit, Projekte und Deadlines.

Wie schön wäre es, wenn die anfallende Hausarbeit und die neue Situation auf zwei Köpfe verteilt wird?

Gerade beim ersten Kind kommen größere Veränderungen auf Eure Beziehung zu. Möchtest Du dabei einen Vollzeitjob wuppen müssen?

 

Es wäre alles so schön, wenn da nicht die Finanzen und die Karriere wären

Zu Beginn des Artikels hatte ich die Finanzen und die Karriere bereits angesprochen. Es sind die Hauptgründe nicht in Elternzeit zu gehen.

Ob medial aufgepusht oder in meinem Familien- und Bekanntenkreis. Wer als Vater nicht in Elternzeit geht, führt Karriere und Finanzen an.

Bisher kenne ich noch niemanden der sagt: „Nein, ich will mein Kind einfach nicht kennenlernen. Deshalb überlasse ich das meiner Frau. Ich gehe lieber arbeiten.“

Wie versprochen gibt es Gegengifte für diese Gründe.

 

Gegengift 1: Mütter und Väter nutzt die Elternzeit für Euren Marktwert

Was ist Dein nächster Karriereschritt? Welche Qualifikationen benötigst Du dafür? Gibt es Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Kompetenzen, die dafür nützlich sind?

Als Team könnt Ihr Euren Tag gestalten. Als Familie zusammenwachsen. Deshalb könnt Ihr Euch auch persönlich und beruflich weiter entwickeln.

Was steigert Deinen Wert für Deine aktuelle oder zukünftige Stelle?

Etwas, dass Du bereits vor der Elternzeit beginnen kannst. Steigere Deinen Wert innerhalb des Unternehmens von Beginn an. Du bringst Dich dadurch in optimale Verhandlungspositionen.

Dein Chef hat Dir klar gesagt, dass Du Deine Karriere knicken kannst, wenn Du jetzt in Elternzeit gehst?

Höchste Zeit den Job zu wechseln. Gehe in Elternzeit, arbeite an Deinem Marktwert und beginne Dich wegzubewerben.

Der Einzige, der Dich in der Position oder vermeintlichen Hölle gefangen hält, bist Du selbst.

Wenn Du einen neuen Job hast, kannst Du aus der Elternzeit heraus kündigen und gehst keinerlei Risiko ein.

Wichtig: Du befürchtest Dein Chef wird es Dir vermiesen und versuchen Dich zu kündigen? Ab 8 Wochen vor Antritt der Elternzeit genießt Du einen gesetzlichen Kündigungsschutz. Den Antrag zur Elternzeit musst du allerdings spätestens 7 Wochen vor Elternzeitbeginn einreichen.

Du hast eine Woche Zeit für einen formlosen Zweizeiler!

 

Gegengift 2: Als Mann kannst Du nur gewinnen

Frauen, die Mütter werden haben die berufliche Arschkarte gezogen.

Männer, die Väter werden bekommen hingegen den Nobelpreis verliehen.

Das ist gemein, ungerecht, sexistisch und wird sich hoffentlich zeitnah ändern.

Bis dahin gilt für Männer, die Väter werden: Weniger Anstrengungen für gleiche Kompetenzzuschreibung sind nötig. Engagement im Unternehmen wird höher eingeschätzt, bei gleich bleibender Leistung. Warmherzigkeit wird als weitere positive Eigenschaft hinzu gewonnen.

Fantastisch. Deine Leistung als Mann? Nichts. Dein Status hat sich von Mann auf Vater erweitert. Das war’s.

Für Frauen, die Mütter werden, gilt leider Folgendes: Für die gleiche Kompetenz- und Engagementzuschreibung muss deutlich härter gearbeitet werden. Mütter verlieren also ihre bisherige zugeschriebene Kompetenz. Dafür werden sie ebenfalls als warmherziger beschrieben.

Wenn Du Dich als Mann also wegbewirbst, unterstreiche, dass Du Vater bist und wie viel Du in Deiner Elternzeit gelernt hast!

 

Gegengift 3: Organisiert und überblickt Eure Finanzen

Wodurch entstehen finanzielle Schwierigkeiten? Vermutlich gibt es tausende Gründe. Zusammengefasst läuft es aber hierauf hinaus:

Es wird mehr ausgegeben als eingenommen.

Dabei ist es egal, ob Ihr 1 Million Euro in Eurem Leben, in einem Jahr oder in einer Woche verdient. Wenn Ihr 2 Millionen in Eurem Leben, in einem Jahr oder in einer Woche ausgebt, habt Ihr massive finanzielle Schwierigkeiten.

Eure Finanzen zu überblicken kann Wunder wirken und eine entspannte und gemeinsame Elternzeit bewirken.

Dabei stellt Ihr Euch solche Fragen:

Wie entwickelt sich unsere Finanzen in den nächsten Monaten?

Wo können wir Sparen?

Braucht das Baby wirklich 4 Betten und die neuste Ware?

Welche Möglichkeiten gibt es?

1. Möglichkeit: Paper & Pencil Haushaltsbuch. Kauft Euch für 5 Euro ein Notizbuch und notiert Eure Einnahmen, Eure Ausgaben und Euer Vermögen.

2. Möglichkeit: Haushaltsbuch-App. Da gibt es verschiedene Alternativen. Eine Übersicht inkl. Kosten findest Du beispielsweise bei der Denkfabrik.

3. Möglichkeit: Ihr nutzt unseren Finanzüberblick für Paare. Kostenfrei als Basis-Haushaltsbuch oder für 4,99 Euro als umfassendes Budgetierungstool (Einnahmen, Ausgaben, Budgetplanung, Finanzkennzahlen, Vermögensentwicklung, finanzielle Freiheit und vieles mehr).

 

Väter geht in Elternzeit

Väter in Elternzeit

Aus meiner Sicht gibt es nur Gründe als Vater in Elternzeit zu gehen und keinen einzigen dies nicht zu tun:

  • Du kannst Die Bindung zu Deinem Kind aufbauen
  • Eure Beziehung kann sich entfalten
  • Ihr erfahrt mehr Verständnis für die Situation und das Bedürfnis des anderen
  • Dein Kind benötigt ein männliches Vorbild
  • Du stärkst Den Selbstvertrauen
  • Ihr könnt Euch als Familie auf Euch konzentrieren
  • Vater zu sein, wirkt sich positiv auf deine Kompetenz-, Engagement- und Warmherzigkeitszuschreibung aus
  • Du kannst die Zeit zur Steigerung Deines Marktwertes nutzen
  • Elternzeit für Väter ist ein hervorragender Anlass die gemeinsamen Finanzen zu regeln

Wie und mit wem wirst Du die erste Lebenszeit Deines Kindes verbringen?

 

Unser Aufruf: Positive Beispiele brauchen die Väter in unserem Land

Hast Du selbst einige Monate (oder sogar Jahre) Elternzeit genommen? Du möchtest anderen Vätern Mut machen und Deine Erfahrungen teilen? Super!

Wir freuen uns, wenn Du an unserer Umfrage zum Thema „Elternzeit für Väter“ teilnimmst und damit anderen hilfst ihre eigene Entscheidung zu treffen: Hier kommst Du direkt zur Umfrage.

Die Ergebnisse werden wir dann in einen separaten Artikel voller Beispiele von Vätern in Elternzeit einbauen – auf Wunsch natürlich auch anonym!

 

 


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Elternzeit für Väter: 9 Gründe lieber Papa als abwesend zu sein
Markiert in:                 

16 Gedanken zu „Elternzeit für Väter: 9 Gründe lieber Papa als abwesend zu sein

  • 18. Juli 2018 um 07:01
    Permalink

    Ich war 6 Monate in Elternzeit und hätte stand heute 9 andere Punkte wie die obigen erwähnt. Interessant ist es dennoch gewesen einen anderen Blickwinkel von anderen Eltern zu sehen

    Antworten
    • 18. Juli 2018 um 07:58
      Permalink

      Hallo Sascha,

      danke für Deinen Kommentar. Jetzt bin ich neugierig. Welche 9 Punkte hättest Du erwähnt?

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten
    • 18. Juli 2018 um 23:31
      Permalink

      Zb Reflexion und marktwertbestimmung, da man der Firma fehlt und ein Loch reißt. die Ungleichheit zwischen Mann und Frau (die doofen „wie du gehst Vollzeit arbeiten“ fragen bekommt nur die Frau, als man hört man die nie. Man nimmt Nahrung bewusster war. Die Tatsache das man an das Kind gebunden ist als psychische Last ( die ich nicht schlimm finde aber du kannst halt nicht mal kurz zum Bäcker gegenüber ohne zuvor 10 min Kind anzuziehen. Finanziell war es kein Thema, mit wenig Geld kommt jeder klar. Es gebe noch viele mehr Erkenntnisse

      Antworten
      • 19. Juli 2018 um 10:56
        Permalink

        Hallo Sascha,

        das sind sehr interessante Gründe, die für eine Elternzeit sprechen. Spannend finde ich, dass Du die psychische Last als positiv empfindest, obwohl es zunächst eine Einschränkung bedeutet.

        Wenn Du schreibst, dass es noch so viel mehr Erkenntnisse gäbe, die für werdende Väter interessant und wichtig sind, lade ich Dich herzlich ein, an unserer Umfrage teilzunehmen. Damit kannst Du Dein Wissen an ein größeres Publikum weitergeben und die neuen Väter werden es Dir danken 🙂

        Wenn Du Lust hast, hier entlang: https://goo.gl/forms/62sInhxEuSh0myEv2

        Danke Dir für deinen Input!

        Antworten
  • 18. Juli 2018 um 11:08
    Permalink

    Hallo Mike,

    ich (30) bin selbst Papa von 2 Jungs (2 + 3) und habe ebenfalls Elternzeit in Anspruch genommen. Mit dem Großen war ich 4 Monate komplett alleine zu Hause, beim Kleinen waren wir 2 Monate zusammen daheim und hatten im Anschluss an die normale Elternzeit noch 4 Partnerschaftsmonate (Elterngeld Plus) in Anspruch genommen (in dieser Zeit hatte jeder von uns eine 3-Tagewoche mit 25h und die übrigen 2 Tage war jeweils ein Elternteil mit dem Kleinen zu Hause).

    Was soll ich sagen? Die Monate mit den Räubern (insbesondere auch die Zeiten, als ich mit ihnen ganz alleine war), waren die schönsten meines Lebens. 🙂 Zudem sind wir auch beide von Anfang nur noch in Teilzeit arbeiten gegangen, derzeit gehen wir beide jeweils 33 Stunden in der Woche.

    Sollte sich irgendwann eventuell noch ein drittes Würmchen in unser Leben schleichen, werden wir die Elternzeit wahrscheinlich sogar hälftig aufteilen. 😉

    Viele Grüße und alles Gute für euch! Natürlich nehme ich auch gerne an eurer Umfrage Teil – sende mir einfach eine Mail.

    Tommy

    Antworten
    • 18. Juli 2018 um 12:39
      Permalink

      Hallo Tommy,

      vielen Dank für Deinen tollen Beitrag. Ihr seid gleichzeitig das erste Beispiel, dass wir hören, bei denen es mit dem Elterngeld Plus geklappt hat. Bisher wurde da mehr Angst und Schrecken verbreitet, dass es unmöglich in der Umsetzung sei. Stellte es für Euch denn eine Herausforderung dar?

      Du erhältst gleich eine Mail von uns zur Umfrage 🙂

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten
      • 18. Juli 2018 um 13:13
        Permalink

        Zum Thema Elterngeld Plus: Wahrscheinlich haben wir dafür auch die perfekten Voraussetzungen gehabt. Wir sind beide Beamte (mit Gleitzeit) und haben einen Arbeitsweg von 5 Minuten – zu Fuß! 😉

        In den meisten Fällen stelle ich dir mir die praktische Umsetzung aber auch schwierig vor, zumal die wöchentliche Mindestarbeitszeit für jeden Partner ja bei 25 Stunden liegt.

        An der Umfrage nehme ich heute Abend Teil! 🙂

        Antworten
  • 29. Juli 2018 um 08:10
    Permalink

    Hallo Mike!
    Ich habe heute 13-jährige Zwillinge.
    Die ersten 1 1/2 Jahre habe ich 2 Nächte durchgeschlafen. Einmal auf einer Dienstreise und im anderen
    Fall morgens sofort kontrolliert ob die Kinder noch atmen, wirklich.
    Nachts Fläschchen geben war immer ein zwei-Eltern-Ding. Die beiden kamen mit einem 3-Stunden-Takt
    aus dem Krankenhaus.
    Ich habe keine Elternzeit genommen.

    Deinen 9 Punkten kann ich voll zustimmen.
    Außer vielleicht „Gerade beim ersten Kind kommen größere Veränderungen auf Eure Beziehung zu. “
    Unterschätz das zweite Kind nicht, das erleben viele als noch viel einschneidender,
    weil es viele Situationen gibt, wo man für zwei Kinder auch zwei Eltern benötigt.

    Punkt 10: Schaffe Möglichkeiten für Auszeiten für Mama
    Punkt 11: Schaffe Möglichkeiten für Auszeiten für Mama und Papa zusammen, und arbeite an der
    Paarbeziehung!

    Ich glaube, wer „Finanzielle Freiheit“ richtig verstehen will, muss sich genau mit dieser Situation
    auseinandersetzen, und seinen Weg suchen. Eventuell bewusst für eine geraume Zeit weniger
    verdienen als ausgeben. Ausgaben sparen. Neue Babyklamotten sind doch nicht für Eltern. Die
    sind für Tanten und Freunde, bei den Preisen!? Was man nicht geschenkt bekommt, ausleihen,
    Basar, vererbt bekommen und weiter vererben. Selbst exzellent erhaltenes Baby-Zeug kostet einen
    Bruchteil des Neupreises (mein Zielpreis war: ein Viertel).
    Urlaub mit 2-Jährigen? Da muss man nicht weit.

    Wer „ich will für mein Kind ein Papa mit Zeit sein“ im Extrem erleben will, sei an Mr. Money Moustache verwiesen: https://www.mrmoneymustache.com/ – überlege ernsthaft, ob das auch was für dich ist!

    Wie die Arbeitswelt reagiert? Punkt 1: Genau dafür ist das „Fuck you money“ da, dass du nicht
    erpressbar bist und selbst entscheiden kannst was du willst. Punkt 2: Lerne was, habe einen anständigen
    Beruf und du kannst in einer Umgebung arbeiten, wo keiner komisch guckt.
    Bei uns in einer SW-Entwicklungsabteilung: total problemlos, ich habe gruseliges aus einem
    Schnellrestaurant gehört: (Schul-)Kind krank in der Schule, Mama sagt sie muss bis 6 arbeiten,
    das Kind muss da jetzt irgendwie durch (und die Lehrer und die Mittagsbetreuungskräfte).
    Punkt 3: Suche einen Vater von kleinen Kindern als Chef. Keine Frau. Das mag jetzt ein Vorurteil von
    mir sein. Aber von einem Mann habe ich noch nie eine Reaktion der Form „Ich habe es auch
    hinbekommen, 3 Kinder und Vollzeit“ oder „das hättest du dir vorher überlegen müssen“
    oder „das ist mir wurscht, dass dein Kind krank ist, 8 Uhr ist Dienstbeginn“ erlebt.
    Punkt 4: Ich glaube nicht, dass dein Marktwert sinkt, wenn du so etwas selbstbewusst durchziehst.
    Ich glaube, dass der Respekt des Chefs für den Marktwert viel wichtiger ist als seine Begeisterung
    über deine Aufopferungsbereitschaft für die Firma.

    Mike, ihr kommt da erst noch hin, oder? Bald? 🙂

    Hartmut

    Antworten
    • 2. August 2018 um 16:18
      Permalink

      Hallo Hartmut,

      vielen Dank, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst. Mittlerweile ist unser Sohn auf der Welt, sodass die Antwort doch einige Tage ausstand 🙂

      Deine beiden Ergänzungspunkte gefallen mir besonders gut. In einem Artikel las ich, dass viele Paare den „Fehler“ begehen und das Baby/Kind über alles stellen. Dabei fallen Beziehung, Ehe und das eigene Wohlbefinden hinten runter, sodass die Prio 1 gar nicht mehr zufriedenstellend aufrecht gehalten werden kann. Mal sehen wie dieses Vorhaben klappt in den kommenden Tagen, Wochen und Monate.

      Ich sehe es ähnlich wie Deine vier Punkte. Wer früh anfängt, sich mit Geld zu beschäftigen, hat zum Zeitpunkt des ersten Kindes genügend Fuck-you-money. Alle anderen bekommen Unterstützung durch das Elterngeld. Ohne Haus, Auto und andere Luxusgüter lässt sich damit eine Zeit überbrücken. Danach selbstbewusst und gestärkt zurück in den Beruf oder einen Wechsel vollziehen. Es gibt viele Wege um Finanzielles zu lösen – meist ist es die einzigie „Ausrede“.

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten
  • 31. Juli 2018 um 13:05
    Permalink

    Hallo,
    meine Frau und ich erwarten in etwa 6 Wochen unser erstes Kind. Ich habe geplant, den 1. Lebensmonat gemeinsam mit meiner Frau, sowie die Monate 7-12 allein als Elternzeit zu nehmen. Ab dem ersten Lebensjahr werde ich in Teilzeit gehen (25 Stunden), so ist zumindest der Plan. Meine Frau will so bald wie möglich wieder Vollzeit arbeiten, außer 4 Monate Elterngeld-Plus.
    Finanzielle Gedanken spielen schon eine Rolle, aber eher daher, weil ich überhaupt nicht abschätzen kann, wie viel uns das Kind kosten wird. Prinzipiell vertraue ich meiner Frau und mir, dass wir das hinbekommen werden.

    Hinweis zum Elternzeit-Antrag: Du hast natürlich Recht, dass der formlose Zweizeiler genügt. Allerdings muss wohl laut Gesetz die Elternzeit für die nächsten zwei Jahre erklärt werden. Man muss sich also schon Gedanken machen.

    Antworten
    • 2. August 2018 um 16:32
      Permalink

      Hallo Martin,

      schön, dass Du Deine Gedanken und Erfahrung mit uns teilst. Na das klingt doch nach einem guten Plan. Glaubt man der Statistik, dann kostet ein Kind vom 1. bis 18. Lebensjahr im Schnitt 600 Euro pro Monat. Natürlich steigen die Kosten mit der Zeit an, beispielsweise durch Betreuungsgebühren, Schulhefte und Freizeiten. Viel interessanter sind wohl die indirekten Kosten wie Auto und Haus, die extra für das Kind (oder Familie) gekauft werden und dann Monat für Monat viel Geld aus der Tasche ziehen.

      Beim Elternzeitantrag hast Du recht. Da haben wir es uns einfach gemacht und beide Elternzeit für 2 Jahre beantragt. Wir wollten ohnehin weniger arbeiten. Während der 2 Jahre dürfen wir jeweils bis zu 30h pro Woche arbeiten. Das wird ausreichend sein 🙂 Wie habt Ihr dies für Euch gelöst?

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten
      • 7. August 2018 um 09:29
        Permalink

        Hallo Mike,
        erst mal Glückwunsch zur Geburt!

        Diese 600 EUR Durchschnittskosten habe ich auch mal gelesen, finde ich aber nicht wirklich hilfreich:
        1. Wie Du schon schreibst, steigen die Kosten mit der Zeit an, und ob ein Taschenrechner für die Schule, die Klassenfahrt usw. in 15 Jahren noch genauso viel kosten wie heute kann man jetzt gar nicht abschätzen, finde ich.
        2. Was ein Krippenplatz oder Kindergartenplatz kostet, ist viel zu sehr von den individuellen Faktoren abhängig: Bietet die Kommune oder das Bundesland kostenlose Plätze an, zahlt der Arbeitgeber was dazu, benötige ich eine Tagesmutter, die ich dann selber bezahle, usw. Dieser Punkt allein kann schon mal von 0 – 500 EUR schwanken, laut Erzählungen, die ich gehört habe.
        3. Generell liegen wir bisher mit unseren Ausgaben immer unterhalb des Durchschnitts, ich hoffe, dass das auch so bleiben wird.
        4. Die „indirekten“ Kosten, die Du erwähnst, wird es bei uns nicht geben, Haus und Auto besitzen wir schon :). Wir hatten früher einen großen Hund, das ist platztechnisch so ähnlich wie ein Kind, was das Auto (und ein wenig das Haus) betrifft.

        Was die Elternzeit betrifft: Ich möchte 29 Monate (= 3 Jahre, minus 7 Monate „totale Elternzeit“) in Teilzeit mit 25 Stunden arbeiten. Meine Frau möchte ab dem 7. Lebensmonat wieder Vollzeit arbeiten, bis auf 4 gemeinsame Elterngeld-Plus-Monate (die nimmt man natürlich mit). Das setzt natürlich Betreuung durch Krippe o.ä. voraus. Unser Einkommen wird sich also reduzieren von Faktor 2 auf Faktor 1,6. Wenn man dann die oben erwähnten 600 EUR noch abzieht, wird es langsam spannend. Aber das „Fuck-You-Money“ hilft natürlich 🙂

        Über meinen Marktwert o.ä. mache ich mir erst mal keine Gedanken, wobei das schon lustig ist – nachdem ich einem interessierten Headhunter von den obigen Plänen erzählt habe, hat er sofort aufgehört, mich mit „interessanten“ Angeboten zu bombardieren.

        Schöne Grüße
        Martin

        Antworten
        • 9. August 2018 um 11:59
          Permalink

          Hallo Martin,

          vielen Dank für Deine Glückwünsche.

          Zu 2. kursiert momentan auch eine Graphik auf Facebook herum. Es ist ja noch nicht mal so, dass innerhalb eines Bundeslandes die Betreuungskosten einheitlich sind. Alleine im Rhein-Main-Gebiet kann man mit 150 Euro über die Runden kommen und bekommt teils noch Geschwister- oder andere Ermäßigungen. Dann gibt es andere Orte, da latzt man das Vierfache.

          Daran wird sehr deutlich, dass dieser Durchschnittswert allein eine geringe Aussagekraft hat. Toller wäre es hier eine Standardabweichung anzugeben. Aber nunja – da ist der wissenschaftliche Informationsanspruch vielleicht zu hoch 😀

          In welcher Branche bist Du tätig, dass der Headhunter sofort aufhörte Dich zu kontaktieren? Oder ist es ein schlechter Headhunter, der Deinen Wert nicht fachgerecht vermarkten kann? 😀

          Beste Grüße
          Mike

          Antworten
          • 14. August 2018 um 07:43
            Permalink

            Ich mache Software-Entwicklung. Ich denke, nach meiner Schilderung war dem Headhunter klar, dass ich momentan keine Wechselabsichten hege. Vorher dachte er wohl, er könne mich mit immer besseren Angeboten rumkriegen.

  • 2. August 2018 um 01:17
    Permalink

    Ich habe beim ersten 6 und beim zweiten 7 monate Elternzeit genommen, großteils Parallel mit meiner Frau; beide Male waren wir in der Zeit im Ausland, ich habe zudem noch ohne unmittelbaren Zeit- und Förderungsdruck an der Dissertation geschrieben (beides Stichwort Marktwert).
    Finanzielle Probleme? Man bekommt doch Elterngeld! Man sollte sowie so gut wie nix kaufen, dass Baby braucht (fast) nur Aufmerksamkeit (Stillen, Tragetuch, Elternbett, gebrauchte Klamotten). Wenn man allerdings – wie nicht wenige – der Auffassung ist, dass mit dem Kind zeitgleich ein neues Haus und ein neues Auto und natürlich alles rund ums Kind gekauft werden muss (schließlich will man den Kindern ja was bieten), ja, dann muss man die Gürtel halt enger schnallen..

    Antworten
    • 2. August 2018 um 16:39
      Permalink

      Hey,

      vielen Dank, dass Du Deine Erfahrung mit uns teilst. Das ist super, dass Ihr die Zeit als Familie so schön nutzen konntet. Wie lange wart Ihr jeweils unterwegs und hat es mit der Dissertation am Ende geklappt?

      Bei den finanziellen Problemen stimme ich Dir voll zu. Ausnahmen gibt es selbstverständlich und es wird Familien geben, die kein neues Auto und kein Haus besitzen. Die auch nicht rauchen, saufen, sich gesund ernähren und ihre Finanzen im Blick haben und es dennoch nicht reichen würde. Bei allen anderen wird es Wege und Möglichkeiten geben, die finanziellen Einbußen gering zu halten.

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten

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