Im letzten Monat haben wir bereits mit Dir darüber diskutiert, warum man mit dem Partner über Geld reden sollte und wie man das Ganze tun kann. Heute wollen wir einen Schritt weiter gehen und beleuchten, warum wir gemeinsam als Paar investieren.

Es gibt viele Investitionsmöglichkeiten, die jedem von uns offen stehen. Klassischerweise investiert jeder zu Beginn erst einmal alleine – neben dem klassischen Sparbuch (das keine wirkliche Investition darstellt) werden vielleicht Aktien gekauft oder in Sachwerte, wie eine Photovoltaikanlage, o. ä. investiert.

Viele Paare kommen dann irgendwann an den Punkt – typischerweise nicht lange nach der Hochzeit – an dem die Überlegung eintritt, gemeinsam ein Eigenheim / eine Eigentumswohnung zu erwerben, um selbst darin zu wohnen. Für einen Großteil der Paare ist dies die erste gemeinsame Investition – bei vielen bleibt es die einzige.

Wir wollen das anders machen und haben daher zu Beginn diesen Jahres begonnen, gemeinsam zu investieren – denn wie bei fast allem im Leben ist man gemeinsam einfach besser aufgestellt. Was sind für uns die konkreten Gründe, die für gemeinsames statt rein individuelles Investieren sprechen?

 

Basis für gemeinsame Zukunft

Der Aufbau eines gemeinsamen Vermögens lässt wahrscheinlich jedes Paar beruhigter in die gemeinsame Zukunft schauen. Nach knapp sechs Jahren Beziehung haben auch wir uns dafür entschieden zukünftigt ein gemeinsames Aktiendepot aufzubauen und somit zusammen zu investieren.

Irgendwann werden wir eine größere Wohnung beziehen wollen, Kinder werden irgendwann folgen, eine lange Liste an Reisezielen haben wir auch und ein paar unternehmerische Ideen haben wir auch.

Alle diese Dinge vereinen zwei Aspekte:

(1) Sie kosten Geld – und das nicht zu knapp.

(2) Wir möchten sie gemeinsam erleben.

Wir haben uns also zu Beginn des Jahres entschieden nicht mehr nur unsere eigenen Depots zu füllen, sondern auch ein gemeinsames, strukturiert aufzubauen. Die erzielten Gewinne tragen dazu bei, eine Basis für unsere Zukunft als Paar und Familie zu legen.

Natürlich könnte auch jeder für sich investieren und wir schmeißen dann alles auf einem gemeinsamesn „Familienkonto“ zusammen, um uns die oben genannten Wünsche erfüllen zu können. Da wären wir aber bei einem weiteren sehr wichtigen Punkt:

 

Zwei sind stärker als einer alleine

Selbstverständlich ist die Gesamtsumme, die wir je Aktie investieren können einfach höher, wenn wir zusammen investieren, als getrennt. Es gibt aber aus unserer Sicht noch weitere Themen, die für gemeinsame Investitionen sprechen:

(1) Wie Du ja bereits in anderen Beiträgen erfahren hast, haben wir eine unterschiedliche Ausgangsbasis als Startvermögen gehabt. Mikes Aktienkäufe waren meist von hohen Gebühren im Vergleich zu seinen Investitionssummen geprägt. Das kann man ja teilen, wenn zwei Leute ohnehin dieselbe Aktie kaufen möchten.

(2) Wenn zwei nach Informationen recherchieren oder auch einfach nur aufmerksam durch die Welt gehen kann meist mehr Input gesammelt werden, als wenn einer alleine sucht. Die Informationsbasis aufgrund der die Entscheidung für oder gegen ein Investment getroffen wird, verbessert sich durch die aufgeteilte Recherchedauer sowie die aus der Diskussion mit dem Partner entstehenden zusätzlichen Punkte. Es hilft ungemein sich über Investments auszutauschen und Entscheidungen nicht alleine im stillen Kämmerlein treffen zu müssen.

(3) Zu guter letzte spielt natürlich auch das höhere gemeinsame Startkapital eine wichtige Rolle für gemeinsame Investitionen. Gerade, wenn es an Immobilien oder auch die Unternehmensgründung geht, ist dieser Punkt äußerst relevant. Gemeinsam erhält man von der Bank i.d.R. bessere Kreditkonditionen und benötigt von vorneherein ggf. eine geringere Gesamtkreditsumme, um das gemeinsame neue Investitionsprojekt anzugehen.

 

Ein neues Hobby

Ein für uns persönlich toller Nebeneffekt aus dem Start der gemeinsamen Invesititionen ist auch das gemeinsame neue Hobby. Uns beiden macht die Arbeit am gemeinsamen Vermögen großen Spaß, wir haben immer etwas worüber wir uns austauschen können und können Erfolgserlebnisse teilen.

Bei uns ist auch ein besonderer Glücksfall, dass wir unterschiedliche Sachen gut können und uns interessieren. Früher haben wir dies oft als Schwierigkeit in unserer Beziehung empfunden. Heute und vor allem in Finanzdingen ist es ein immenser Vorteil:

Mike recherchiert sehr gerne und gründlich. Ich habe oft einen besseren Gesamtüberblick über aktuelle Nachrichten. Innovative Geschäftsmodelle und Kundenmotivationen nachzuvollziehen gehört eher zu Mikes Stärken. Die Finanzkennzahlen kenne ich aus meinem BWL-Studium ziemlich genau. Zudem bringe ich mehr Kapital mit, gehe damit aber oft zu konservativ bzw. sicherheitsbedürftig um und traue meinem Bauchgefühl. Mike sorgt für rationale Entscheidungen und bringt ein gesundes Gefühl für Risiko ein.

Auch wenn unsere Investitionen bisher nur Aktien umfassen und Immobilien sowie Unternehmen noch Zukunftsmusik sind – das gemeinsame Thema macht uns großen Spaß und hat mit diesem Blog zu einem wirklich tollen neuen und vor allem gemeinsamen Hobby geführt.

 

Finanzielle Freiheit

Ein letzter Grund für uns ist unser Ziel: Wir möchten finanziell frei sein. Die Gründe sind zwar leicht unterschiedlich, wie du bereits im dazugehörigen Artikel lesen konntest. Dennoch ist das unser beider Ziel. Ein Ziel erreicht man zu Zweit nicht nur einfacher, es macht auch einfach mehr Spaß gemeinsam daran zu arbeiten. Vor allem aber wäre es ja ziemlich doof, wenn ich in 10 Jahren finanziell frei bin und Mike noch 10 Jahre weiterarbeiten muss.

All die Dinge, die wir dann vorhaben – Unternehmen gründen, Reisen, unsere Kinder aufwachsen sehen – sind doch gemeinsam viel besser. Da wir die finanziell Freiheit beide und nach Möglichkeit relativ zeitgleich erreichen möchten, macht es einfach Sinn auch gemeinsam daran zu arbeiten.

 

Die Schattenseite

Bei all diesen Vorteilen, die gemeinsame Investitionen mit sich bringen, wollen wir natürlich nichts schönreden: Wenn irgendwann die Feststellung kommt, dass es doch nicht klappt und eine Trennung unausweichlich wird, dann ist das mit den gemeinsamen Investitionen meist auch vorbei.

Egal ob verheiratet oder nicht, eine Trennung mit oder ohne damit verbundenen finanziellen Investments kann richtig böse ablaufen. Egal, wie sehr man sich mal geliebt und vertraut hat. Unsere Überzeugung ist, dass man sich auch in den guten Zeiten bereits Gedanken machen und für den Trennungsfall absichern sollte – denn man weiß nie was, warum und wie passiert.

Sicherlich könnten wir mindestens einen ganzen Artikel zu diesem Thema schreiben. Über Themen wie Ehevertrag, Kontenregelungen, etc. wird sicherlich auch noch der eine oder andere folgen (vor allem, weil die Themen in naher Zukunft auch auf uns zukommen). An dieser Stelle möchten wir Dir einfach empfehlen:

(1) Eine offene und realistische Kommunikation sollte auch über den Trennungsfall selbstverständlich sein.

(2) Beide Partner müssen gleichberechtigten Zugriff auf die gemeinsamen Investments haben

(3) Eine klare Trennung der Investments sollte zu jeder Zeit möglich sein. Ob durch Verträge, Excel-Übersichten oder ähnliches.

 

Fazit

Wie du merkst – für uns ist es schon fast selbstverständlich, gemeinsam zu investieren, denn es spricht einfach wahnsinnig viel in unserer Lebenssituation dafür. Wir beide investieren sowohl gemeinsam als auch individuell – denn wir haben gemeinsame Ziele, Wünsche und Vorstellungen, aber eben auch die eine oder andere, die der andere nicht teilt. Was für uns und das individuelle Sicherheitsgefühl sehr wichtig ist, ist außerdem, dass wir gemeinsam alle möglichen Vorteile nutzen können – im Falle einer Trennung aber auch unsere bisherigen Investments in Aktien jederzeit wieder auseinander dividieren könnten. Ohne, dass wir uns streiten müssten (aber bei plötzlichen Verkäufen natürlich mit eventuellen Verlusten leben müssten).

Wie sieht das bei Dir / Euch aus? Siehst Du noch weitere Gründe, die fürs gemeinsame Investieren als Paar sprechen? 

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4 Gedanken zu „Warum wir gemeinsam als Paar investieren? – Beziehungs-Investoren

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