Gesetzliche Vorgaben zur Teilzeit in Elternzeit

Seit 3 Jahren sind wir beide in Elternzeit und dennoch arbeiten wir beide 30 Stunden pro Woche. In dieser Podcastfolge erklären wir, warum es trotz eines so großen Stundenkontingentes Sinn macht, weiterhin in Elternzeit zu sein.

Mike erläutert die rechtlichen Vorteile, aber auch die Voraussetzungen für die Teilzeit in Elternzeit. Außerdem gibt es einige Hinweise darauf, was die verschiedenen Teilzeitvarianten für das Elterngeld bedeuten.

 

So verhandelst Du die Elternzeit mit Deinem Arbeitgeber erfolgreich!

Die Elternzeit gleichberechtigt zu gestalten erfordert neue Wege zu gehen – abseits vom bekannten klassischen Rollenmodell. Als Paar sprechen wir über unsere Bedürfnisse und finden eine ideale Lösung für uns. Doch was kommt dann? Genau! Die Gespräche und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. Denn auch dieser hat ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Gestaltung Eurer Elternzeit und vor allem der Rückkehr in den Job geht.

In diesem Interview berichtet Carina Tenzer von dem gleichberechtigten Elternzeitmodell, das sie mit ihrem Mann für sich gefunden hat und bis heute lebt. Als Kommunikations- und Verhandlungscoach gibt sie wertvolle Tipps, wie auch Eure Verhandlungen für Eure Wunsch-Elternzeit entspannter laufen werden.

Am Freitag, 07.05.21 wird Carina um 13 Uhr im Beziehungs-Investoren Instagram Live-Talk Rede und Antwort stehen. Sei dabei und tausche Dich mit ihr und uns übers Verhandeln der Elternzeit mit dem Arbeitgeber aus.

Carinas Webseite & InstagramNoch mehr Infos zur gleichberechtigten Elternzeit im gratis Elternzeit-Webinar.

Strukturelle Benachteiligung von Männern und Familien durch die Elternzeit

Gleichberechtigung ist kein Feminismusding – sie betrifft beide Partner, vor allem wenn es an die Planung der Elternzeit geht. Doch die Strukturen in Deutschland sind gar nicht so gleichberechtigt wie viele denken, wenn es um das Eltern werden geht. Zwar können beide Elternteile Elternzeit beantragen und auch Elterngeld beziehen. Dennoch gibt es einige Benachteiligungen (vor allem für Männer), wenn es um das Papa werden geht. Und diese wirken sich dann auch wieder negativ auf die Mutter und die neue kleine Familie aus.

Deshalb teilen wir in dieser Folge drei Ideen, wie eine wirklich gleichberechtigte Elternzeit für Familien in Deutschland einfach würde.

Wichtige Links:

Pro Parents Initiative mit Petition

Beziehungs-Investoren Instagram

Von hier hast Du zwei Möglichkeiten – direkt die ganze Folge anhören oder lieber erst einmal in unser Gespräch hineinlesen:

Mike: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge hier in Beziehungsinvestoren Podcast diese Woche geht es um Herausforderungen jeglicher Art für eine gleichberechtigte Elternzeit. Und heute? Im Podcast geht es um die Männer und die Familien. Denn wenn diese schlechter gestellt sind, müssen wiederum die Frauen leiden. Es geht hauptsächlich eben um die Gleichberechtigung.

Marielle: Okay, wir sollten also zuallererst nochmal darüber besprechen, was Gleichberechtigung überhaupt bedeutet in dem ganzen Familienkontext, oder? 

Mike: Ja, vielleicht doch nochmal etwas allgemein die Begriffe, denn Gleichberechtigung ist auf keinen Fall nur ein Frauending oder nur ein Feminismusding, sondern das ist etwas, womit wir uns als Gesellschaft einfach noch mal wesentlich mehr beschäftigen sollten. Denn mangelnde Gleichberechtigung zieht sehr unangenehme Konsequenzen nach sich. Gleichberechtigung bedeutet, dass, wenn wir jetzt von der Familie oder Beziehungen ausgehen, beide den gleichen Zugang haben, also die gleiche Berechtigung haben, etwas zu tun oder nicht zu tun. Das kann zum Beispiel bei den Finanzen sein, dass beide Zugriff auf das gemeinsame Konto oder Depot haben, oder beide Überblick über die gemeinsamen Finanzen haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann herrscht ein Ungleichgewicht. Gleichberechtigung bedeutet aber auch für die Elternzeit, dass beide die Möglichkeit haben, Karriere zu machen oder auch nicht und beide die Möglichkeit haben, mit ihrem Kind aufzuwachsen oder eben auch nicht, also da so involviert zu sein, wie sie das gerne möchten. Und Gleichberechtigung ist eben nicht vorhanden, wenn eine Person da nicht wirklich eine Chance hat oder keine Wahl hat, was die Person wirklich machen möchte.

Marielle: Grundsätzlich gibt es ja Elternzeit für beide Parteien, da wäre das ja gegeben. Aber wir haben dann doch noch mal einige Stellen identifiziert, in denen die Gleichberechtigung eben nicht so gegeben ist.

Mike: Genau, ich möchte vorher gern nochmal auf einen anderen Punkt eingehen: Wo Gleichberechtigung denn anfängt. Schauen wir mal in die Sprache. Es heißt oft „mit gemeint ist nicht mitgenannt, nur weil ich sage Arzt ist nicht auch die Ärztin mit gemeint. Das geht dann über ins Marketing, die sogenannte Rosa-Blau-Falle. Wir merken es jetzt an unserem Sohn sehr extrem. Es gibt für Jungen fast nur Sachen in Blau. Er liebt Pink und wird dann auch entsprechend komisch angesehen, wenn er sich das aussucht. Übrigens gibt es für Mädchen auch viel, viel schönere Klamotten als für Jungs insgesamt und ihm gefällt nämlich auch ganz oft etwas rosanes. Er hat zum Beispiel eine rosane Zahnbürste und seinen Trinkbecher, weil es einfach schön findet und sich selbst aussucht, aber er wird dafür immer blöd angeguckt.

Marielle: Ich kenne jetzt andersrum, aber wenige Mädchen, die blöd angeguckt werden, wenn sie was blaues mal anziehen. 

Mike: Das würde ich nicht sagen, da kommen dann so Sprüche wie, das ist doch ein Mädchen, zieh och mal eine Mädchen-Farbe an oder aber zum Beispiel Kleider. 

Marielle: Ja ein Kleid oder ein Rock oder sowas eindeutiges für Mädchen. Aber es gibt ja beispielsweise durchaus blaue Latzhosen, die auch Mädchen anziehen.  

MikeDu sagst es eindeutig für Mädchen und ne Latzhose ist eben jetzt nicht eindeutig für Jungs, sondern haben eben auch zumindest bis zum gewissen Alter Mädchen an. Aber das ist eben so, diese Falle gilt für beide oder für alle Geschlechter, sie haben alle das gleiche Problem. Aber worauf ich mit diesem Exkurs eigentlich hinaus wollte, ist, dass sich das Ganze auch in Gesetzestexten niederschreibt oder dort findet und genau darum wird es nämlich jetzt gehen in dieser Folge hier im Beziehungsinvestoren Podcast.  Wir haben 3 Sachen herausgesucht, die wir vor allen Dingen sehr diskriminierend und sehr ungleichberechtigt finden. Alles hat etwas mit der Elternzeit zu tun und da werden Männer in erster Linie diskriminiert, und obwohl damit Frauen bevorzugt werden, wirkt es sich wiederum negativ auf Frauen aus und das ist natürlich ******* weil beide verlieren.

Marielle: Also fangen wir doch mal mit einem ganz konkreten Beispiel an, wenn ich als Frau sage, ich bin schwanger und ich gehe damit zu meinem Arbeitgeber. Egal wann, wenn ich gerade den Schwangerschaftstest gemacht habe oder auch im vierten oder fünften Monat. Ich kann mich entscheiden als Frau, wann ich das tue, aber ab dem Moment, in dem ich es sage, hab ich Kündigungsschutz. Ich kann nicht mehr gekündigt werden und das gilt ab Beginn der Schwangerschaft. Das gilt sogar noch rückwirkend. Wenn ich jetzt gekündigt werden würde, bin aber schon schwanger, dann kann ich sogar noch sagen „Ach übrigens, ich bin aber schwanger“. Also: Dieser Kündigungsschutz ist ein riesiger Vorteil für uns Mütter. Bei Männern wiederum ist es so, dass dieser Kündigungsschutz erst 8 Wochen vor Beginn der Elternzeit gesetzlich eintritt. Das heißt als Mann kann es ziemlich unvorteilhaft sein, schon im dritten Monat seinem Arbeitgeber zu sagen, dass man in Elternzeit gehen wollen wird, weil man dann eben keinen Kündigungsschutz hat. So kann der Arbeitgeber noch sagen „Oh, diese Person werde ich mal schnell noch los“.

Mike: Damit bedient es einfach eine strukturelle Benachteiligung, weil hier vor allen Dingen auch keine Lösung gefunden werden kann. So eine Elternzeit Planung, die braucht einfach etwas Zeit. Allerdings muss sie 7 Wochen vor Antritt der Elternzeit eingereicht sein. Spätestens! Das heißt eine Woche bleibt da genau, denn der Mann hat ab 8 Wochen vor der Geburt diesen Kündigungsschutz. Der Mann hat also eine Woche Zeit, die Elternzeit mit dem Arbeitgeber abzusprechen und das ist natürlich sehr, sehr wenig Zeit. Wenn man jetzt hier auf den gesetzlichen Kündigungsschutz vertrauen muss, weil der Arbeitgeber sich vielleicht in der Vergangenheit nicht positiv positioniert hat. Ja, das ist natürlich echt richtig blöd für die Väter, aber irgendwie auch für die Mütter, weil die natürlich dadurch auch einen ganz anderen Druck haben. Elternzeit-Planung ist ja einfach eine Sache die beide angeht und nicht nur die Frau. Aber eigentlich kann nur die Frau frühzeitig planen, mit dem Arbeitgeber alles abstimmen usw. Wenn man das als Paar machen möchte, müsste man als Frau auch eigentlich bis 8 Wochen vor der Geburt warten, dass man wirklich weiß, was der Partner möglich machen kann und ich meine 8 Wochen vor der Geburt hat man echt andere Sorgen als noch zu hoffen, dass der Papa auch Elternzeit bekommt

Marielle: Naja du sagst jetzt 8 Wochen vor der Geburt das ist ja aber nur der Fall, wenn der Vater auch quasi zur Geburt die Elternzeit einreichen möchte.

Mike: Ich möchte jetzt zum Beispiel erst ab dem siebten Lebensmonat Elternzeit einreichen, dann beginnen die 8 Wochen ja auch erst vor diesem siebten Lebensmonat, also das heißt, das ist dann echt schwierig, weil es wie du gerade schon gesagt hast, die familiäre Planung sehr, sehr in Bedrängnis führt. Und für Männer ist es einfach auch keine schöne Sache. Ich meine, wir hatten jetzt die Elternzeit Challenge und da ist es auch so, dass wir immer nur sagen können, ob du es jetzt schon vor den 8 Wochen ansprichst, das hängt sehr davon ab, was du gerade für ein Verhältnis zu deinem Arbeitgeber hast:

  • Was hast du für ein Verhältnis zu der dir vorgesetzte Person? Wie schätzt Du das ein?
  • Wie familienfreundlich ist das Unternehmen?

Und nur dann können wir sagen ok, wenn du sagst das passt alles, dann versuchs halt mal vorsichtig anzusprechen. Wenn du sagst, das passt alles nicht, dann musst du warten bis diese 8 Wochen da sind und das ist natürlich schon etwas schwierig, denn da ist doch einfach ein unnötiger Druck für Eltern, ja werdende Eltern. 

Marielle: Die nächste Sache ist, dass Männer keinen Vaterschaftsschutz mit vollem Lohnausgleich erhalten.

Mike: Also um das auch nochmal zu verbildlichen, du als Mutter hast einen Mutterschutz, der beginnt 6 Wochen vor der Geburt und geht dann noch 8 Wochen nach der Geburt.

Marielle: Die 6 Wochen vor der Geburt kann ich als Frau auch ablehnen, das ist mein Recht, aber ich muss das aktiv sagen, dass ich das nicht nehmen will. Und die 8 Wochen nach der Geburt, da kann ich nichts tun, da kann ich zumindest nicht auf offiziellem Wege wieder arbeiten gehen, weil einfach der Gesetzgeber sagt, die Mutter ist zu schützen. Das Wochenbett ist wichtig und es ist eine Erholungsphase und das sollten eben mindestens diese 8 Wochen sein.

Mike: Der sogenannte Mutterschutz aber die Väter, die haben das Kind ja nicht auf die Welt gebracht, deshalb brauchen sie offensichtlich auch keinen Schutz.

Marielle: Väter haben das nicht, sie können nur Elternzeit beantragen und können auch nur Elterngeld für diese Zeit beantragen. Das Mutterschaftsgeld, das man während dem Mutterschutz bekommt gleich tatsächlich den gesamten Lohn aus in der Regel, da wird ein Teil von der Krankenkasse übernommen und der restliche Teil wird vom Arbeitgeber in der Regel aufgestockt. Da gibt es auch Ausnahmen natürlich, aber das ist jetzt mal die Regel für die meisten. Und warum sagst du ist das so unfair, warum sollte der Vater, obwohl er das Kind nicht auf die Welt gebracht hat, ja also nicht im Wochenbett ist, warum sollte denn der Vater auch einen Vaterschutz bekommen?

Mike: Es ist einmal für die Mutter wichtig, dass das Wochenbett wirklich ein Wochenbett ist, also das heißt, dass du dich auf das gesund werden auf das regenerieren konzentrieren kannst und dich nicht um den Nachwuchs kümmern musst. Das ist beim ersten Kind vielleicht noch gerade so irgendwie händelbar. Ab dem zweiten Kind, also wenn ein älteres Kind zu Hause schon rumspringt, wird es unmöglich, diese 8 Wochen einfach im Bett zu liegen. Und darum geht es ja eigentlich, deswegen heißt das Wochenbett so und nicht Wochen-Gymnastik und Wochen-Bespaßung, sondern das ist das Wochenbett und da ist der Vater, also der der zweite Elternteil in der Verantwortung diese ganzen anderen Sachen wie Haushalt, Kind betreuen zu übernehmen. Windeln einkaufen, Einkäufe tätigen und so weiter und sofort ist in dem Moment der Job des Vaters. Auf vielen sozialen Medienkanälen wird dann empfohlen, die Mama hinzu zu holen, die Oma hinzu zu holen. Also andere weibliche Personen mit rein zu nehmen. Das ist völliger Schwachsinn, sondern hier würde es wirklich helfen, den Vater mit in den Vaterschutz reinzuschicken. Dann braucht man da keine weitere Person, sondern kriegt das als neue Familie hin. die Familie das hin.

Marielle: Eigentlich ist das ja auch das, was unsere Vergangenheit uns gelehrt hat. Also wenn wir jetzt mal auf unsere Vorfahren gucken. Da war das, als wir noch nicht in unserer zivilisierten Gesellschaft waren, wie folgt: Der Vater hat sich um die Familie gekümmert, das war der Versorger und in dem Fall ist er ja eigentlich auch der Versorger. Er muss halt kein Tier schießen und vorbeibringen zum Essen, sondern er muss sich um die Einkäufe kümmern und um das Wohlergehen der Frau und des Kindes. Das ist seine Aufgabe in diesen 8 Wochen nach der Geburt. Also über die 6 Wochen vorher können wir vielleicht noch streiten. Aber über die 8 Wochen danach? Eigentlich nicht.

Mike: Der zweite Punkt ist und das ist dabei helfen würde, die Vorurteile gegenüber Frauen und Familien in den Unternehmen abzubauen, weil es jetzt auf einmal völlig egal ist, welches Geschlecht. Nicht ein Elternteil hat, sondern beide Elternteile gehen automatisch diese 8 Wochen nach der Geburt in diesen Schutz rein. 

Marielle: Also du meinst, dass ein Arbeitgeber nicht mehr überlegt, ne Frau Mitte 30 stelle ich die noch ein, die könnte ja ein Kind bekommen, sondern dass er das egal ist, weil der Mann wird genauso in den Vaterschutz gehen. 

Mike: Es bleibt keine andere Möglichkeit mehr übrig, als dass das Unternehmen sich familienfreundlicher aufstellt, weil ein Unternehmen kann sich auch einfach nicht erlauben die Spanne von 25 – 45 Jahren nicht mehr zu beschäftigen oder zu diskriminieren, das ist zu viel und eine zu produktive Altersspanne, als das hier tatsächlich die Möglichkeit wäre, dann noch zu sagen „Nee, auf Mütter und Väter verzichten wir komplett oder auf diese Altersspanne Männer und Frauen verzichten wir komplett“. Es würde definitiv ein Umdenken hervorbringen, und das würde wiederum sowohl der Gesellschaft als auch dem Unternehmen als auch dann natürlich der der Einheit der Familie sehr zugute kommen.

Marielle: Das finde ich einen sehr wichtigen Punkt, denn das bewirkt dann auch ein echtes Umdenken in den Unternehmen. Ich glaube, es wird auch ganz vielen Frauen helfen tatsächlich. Loszulassen, weil dadurch, dass man als Frau einfach das Kind die ganze Zeit im Bauch hatte. Und dann danach die 8 Wochen so eng mit dem Baby zusammenhängt und wenn da der Vater mehr präsent wäre, wäre es viel einfacher für viele Frauen, dem Vater zu vertrauen. Ja, er hat dann genauso die Zeit das Kind kennenzulernen, viele Aufgaben zu übernehmen und dann ist es vielleicht auch nach den 8 Wochen einfacher für die Frau sich helfen zu lassen beziehungsweise dass es natürlich ist, dass er genauso seine Aufgaben hat, genauso gut mit dem Kind umgehen kann. Das würde wiederum auch den weiblichen Karrieren und dem weiblichen „man selbst sein“ und nicht „nur noch Mama sein“ sehr gut tun.

Mike: Ja, Selbstverwirklichung! Und jetzt haben wir noch einen dritten Punkt: Was auch noch gesetzlich festgelegt ist ist, dass Männer in der Elternzeit keinen Ausgleich der Rentenpunkte bekommen, sondern hier auf die Gnade der Frau angewiesen sind.

Marielle: Es ist so, dass relativ kurz nach der Geburt, habe ich einen Brief bekommen, in dem steht drin: Herzlichen Glückwunsch, Kind ist da. Sie bekommen jetzt für die nächsten 3 Jahre den durchschnittlichen RentenpunktDamit soll diese Betreuungszeit des Kindes nicht negativ angerechnet werden, sodass auch wenn ich in dieser Zeit raus bin aus dem Job oder nur in Teilzeit arbeite und eben nicht den Rentenpunkt selbst verdienen würde, diesen dennoch bekomme. Gleichzeitig steht in diesem Schreiben drin, dass ich diesen Rentenpunkt natürlich auch gerne an meinen Partner abtreten kann. Wenn er denn die gesamte Sorge für das Kind übernimmt, wenn er die Betreuungszeit übernimmt. Aber was nicht geht, ist den Punkt zu teilen. Also ich kann nicht sagen, ich bleib 50% zu Hause, er bleibt 50% zu Hause, also gebe ich ihm halben Rentenpunkt ab. 

MikeGehen wir mal hypothetisch von dem Extremfall aus. Beide gehen volle 3 Jahre in Elternzeit, gehen während der Zeit nicht arbeiten und dann ist es so, dass für diese Zeit die Frau oder die Mutter diese 3 Rentenpunkte bekommt. Maximal gäbe es ja 6 (für 3 Jahre bei deutlich überdurchschnittlichem Einkommen) und du kriegst den Durchschnitt das heißt, es gibt 3 Rentenpunkte und der zweite Elternteil ist in diesem Moment völlig außen vor.

Marielle: Das einzige, was er kriegen würde ist, wenn man verheiratet ist und sich scheiden lassen würde. Dann werden alle Rentenpunkte wieder auf einen Haufen geworfen und durch 2 geteilt. Wenn man keinen anderslautenden Ehevertrag hat! Aber Rentenpunkte sollten jetzt auch kein Grund für eine Scheidung irgendwann sein, nur dass man die endlich mal aufteilen kann.

Mike: Vor allem, stell Dir vor: Insgesamt ist die Familie 6 Jahre in Elternzeit (jeder nimmt 3 Jahre) und es gibt aber anstatt 6 Rentenpunkten nur 3 Rentenpunkte. Das heißt, dass hier Familien benachteiligt werden, weil es ja dann für beide tatsächlich nur einen halben Rentenpunkt gibt, also deutlich unter dem Durchschnittswert und das ist natürlich eine Sache, das benachteiligt tatsächlich beide Elternteile. Da geht die Gesellschaft oder die Politik davon aus, dass eine Person ausreichend ist und motiviert nicht gerade dazu, dass das Ganze gleichberechtigt aufgeteilt wird. 

Marielle: Das waren nun die 3 Facetten, die Männer oder Väter beziehungsweise den zweiten Elternteil ganz klar benachteiligen und dabei auch deutliche Auswirkungen für die Frau und die Familie insgesamt haben. 

Mike: Wir haben 3 Änderungsvorschläge, die könnt ihr vielleicht schon ein bisschen erahnen.

Der erste Punkt ist Kündigungsschutz mit Beginn der Schwangerschaft für beide Elternteile und dabei ist es völlig unabhängig, ob es das leibliche Kind ist, ob es eine Adoption, eine Leihmutterschaft oder sonst irgendetwas. Wenn beide Eltern werden, dann müssen beide ab diesem Punkt den Kündigungsschutz bekommen. 

MariellePunkt Nummer 2 den wir gerne geändert hätten: Wir möchten nicht Mutterschutz und einen Vaterschutz, sondern wir hätten gerne einen Familienschutz, der ersetzt den Mutterschutz und zwar auch bei vollem Lohnausgleich und denselben Bedingungen. Das heißt vor der Geburt muss aktiv durch den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin widersprochen werden, da jetzt drin zu sein in diesem Familienschutz. Und nach der Geburt gibt es diese Möglichkeit nicht, sondern hier wird ganz klar gesagt die Familie braucht diese Zeit, um sich zu finden. Die Mutter braucht die Zeit zum Regenerieren, und der Vater braucht die Zeit zum unterstützen und es ist kein Platz dafür, eine Voll- oder Teilzeittätigkeit währenddessen auszuüben.

Mike: Eine ganz wichtige Botschaft, denn dieses Gegenargument wird sofort kommen: Was ist, wenn die Eltern nicht zusammenleben? Auch dann kann der Vater helfen und wenn er die Einkäufe vor die Tür stellt. Gegebenenfalls gibt es dann bei getrennt lebenden Eltern einfach noch die ein oder andere Verpflichtungen dazu. Das kann man natürlich ausarbeiten, aber grundsätzlich sollte dein Familienschutz sein, damit es auch keine Diskussion mit Unternehmen oder so gibt. Ich finde übrigens Familienschutz klingt auch viel besser als Mutter- oder Vaterschutz.

Marielle: Es würde vor allen Dingen den Stellenwert der Familie innerhalb der Gesellschaft deutlich deutlich erhöhen. 

Mike: Der 3. Punkt wird jetzt nicht überraschend sein: Ausgleich der Rentenpunkte für alle Elternteile, die die Elternzeit nutzen. Das heißt, wenn wir beide jeweils 3 Jahre in Elternzeit sind, dann kriegen wir beide jeweils für diese Zeit die Rentenpunkte erstattet und hier ist es auch wieder völlig egal, ob es leibliches Kind ist, eine Adoption, etc. 

MarielleAuch da sollte man mal überlegen, wie man Selbstständige mit ins Boot holen kann. Und auch denen eine Art der Unterstützung beziehungsweise Vorsorge zukommen lassen kann, weil Rentenpunkte natürlich auch wieder nur für die Angestellten interessant sind.

Mike: Wir sind super gespannt, was ihr davon haltet. Wir sind gespannt auf all die Politiker, die jetzt auf uns zukommen und unsere Hilfe möchten. Wir freuen uns, wir unterstützen egal, in welcher Form, das ist uns ein sehr wichtiges Anliegen. Apropos wichtiges Anliegen: Derzeit hat die Brigitte, das Elternmagazin und Initiative pro parents einen offenen Brief geschrieben und eine offene Petition eröffnet. Dabei geht es darum, dass Familien oder das Merkmal Familie als ein Diskriminierungsmerkmal anerkannt werden. Diese Initiative bitten wir Euch ebenfalls zu unterstützen – denn dies wäre schon einmal der erste Schritt in die richtige Richtung! 

Elternzeit als Familienzeit & Beziehungen optimal pflegen

​Ein neues Familienmitglied stellt oftmals alles auf den Kopf und verändert fast jede Beziehung. In dieser Folge führen wir Euch durch das erste Jahr mit Kind und wieso es aus gutem Grund „Elternzeit“ und nicht „Mamazeit“ heißt. Denn dieses erste Jahr lässt sich als Familienzeit so viel besser wuppen, als wenn nur einer versucht die Veränderungen aufzufangen und den Alltag anzupassen. Wir schauen uns an, was sich in der Paarbeziehung durch die Geburt, in den ersten sechs Monaten und auch im ganzen ersten Jahr mit Kind verändert. Außerdem diskutieren wir, warum diese Familienzeit so wichtig ist, um die neu entstandenen Beziehungen zum Baby zu pflegen.

Wieso bei Kindern die Gleichberechtigung aufhört und was Unternehmen, Frauen und Männer dagegen tun können

Früher sind Tage wie der Equal Care Day, der Internal Womens Day oder auch der Equal Pay Day komplett an mir vorbeigegangen. Ich empfand diese Tage als „unnötiges Gejammere“ und war der Auffassung, dass uns solche Tage der Gleichberechtigung auch nicht näher bringen.

Ja tatsächlich, erlebte ich das Problem gar nicht. Denn ich bekam meinen Traumstudienplatz, bekam in all meinen Jobs jederzeit gutes Feedback und meinen Leistungen entsprechende Anerkennung (auch monetär). 

Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl einen Nachteil zu haben, weil ich eine Frau bin.

Für mich war klar: Karriere kann ich machen und eine gläserne Decke reden wir Frauen uns  selbst ein. 

Und dann kam der entscheidende Wendepunkt: Wir bekamen unseren Babyinvestor. 

Kaum Mama ging es los mit den gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenanforderungen: 

  • „Wie kannst Du nach 5 Monaten bereits wieder arbeiten gehen?“ – Wohlgemerkt 15 Stunden / Woche verteilt auf 2 Tage.
  • „Machst Du Dir keine Sorgen, wie es zuhause klappt?“ – Obwohl Mike von Anfang an viel zuhause war, schien die Welt extrem überrascht, wie es Vater und Sohn alleine (sehr gut) schaffen könnten, 6 Stunden miteinander zu verbringen. 
  • „Das ist aber toll, dass Dein Mann Dir das ermöglicht“ – Ohne dass jemals jemand lobte, was ich ihm mit seiner neuen Stelle im ersten Babyjahr ermöglichte. 
  • „Du bist 3 Tage auf Geschäftsreise in London? Wo ist denn Dein Kind?“ – Zuhause mit Papa. 
  • „Sehr gut, dass Dein Mann so engagiert ist und Euren Sohn morgens zur Tagesmutter bringt, damit Du frühzeitig hier sein kannst“ – Auch toll, dass ich jeden Tag pünktlich gehe, um ihn rechtzeitig abzuholen, sodass mein Mann flexibel ist beim Arbeitstag beenden.

Diese Liste liese sich problemlos verdoppeln oder verdreifachen. So viele Stereotype traten mir entgegen.

Doch warum eigentlich? Und wie liese sich die Wahrnehmung von Müttern, die arbeiten und Vätern, die sich gleichberechtigt um ihre Kinder kümmern, verbessern? 

Was müsste sich ändern, damit die gleichberechtigte Karriere auch mit Kindern Realität wird?

​Was Unternehmen für mehr Gleichberechtigung für ihre Arbeitnehmer/Innen tun können

Arbeitgeber können sich nicht länger erlauben Frauen und Männer unterschiedlich zu behandeln. Der Fachkräftemangel ist inzwischen in fast allen Branchen angekommen.

 

Eine ganze Hälfte potentiell Mitarbeitenden schlechter zu stellen, ging vielleicht in der Vergangenheit, doch in der Zukunft muss Gleichberechtigung auf jeder Unternehmensagenda stehen. 

Genauso wie Bildung – denn sie ist die Grundlage dafür, dass Mitarbeitende informierte Entscheidungen treffen können. Und die Fürsorgepflicht als Arbeitgeber ernst zu nehmen, wird zunehmend von jungen Mitarbeiter/Innen wertgeschätzt und als echter Mehrwert erkannt. 

 Deshalb raten wir Unternehmen:

1) Finanzielle Transparenz und Equal Pay als Selbstverständlichkeit

Seit Anfang 2019 gibt es das Entgeldtransparenzgesetz. Wie oft Angestellte von ihrem Recht Gebrauch machen, wissen wir nicht.

Das Problem: Wer möchte schon eine solche Anfrage stellen?

Kommt heraus, dass die (männlichen) Kollegen viel mehr verdienen, gilt es die Begründung herauszufinden und eine Anpassung einzufordern. Unschöne Gespräche und ein eventuell nachhaltig geschädigtes Klima sind die Folge.

Anmerkung Mike: Aber eigentlich ist das auch egal, denn das Klima ist schon beschädigt, wenn aufgrund des Geschlechts die Höhe des Gehalts unterschiedlich ausfällt. Es ist eine Illusion, dass durch die Anfrage, das Klima zerstört wird. Gleichermaßen ist es schwachsinnig einen solchen Arbeitgeber als Sicherheit zu empfinden und in seinem Vorgehen zu unterstützen!

Kommt heraus, dass kein unbegründeter Unterschied besteht, bleibt ein unangenehmes Gefühl und die Angst, wie der Arbeitgeber (und die Kollegen) in Zukunft mit dem/der Antragssteller/in umgehen wird.

 

Erspart Euren Mitarbeiterinnen und Euch diese Situation und bezahlt alle – Frauen und Männer – fair und leistungsorientiert. 

Die Zeit von Ausbeutung und der Suche nach demjenigen, der den Job für den günstigsten Preis macht sind vorbei – sie bringen Eure Unternehmen langfristig nicht weiter.

Denn Unzufriedenheit mit dem Gehalt hemmt die Produktivität, sorgt für Neid und ein gereiztes Klima.

2) Bildungsangebote zu Finanzthemen und Elternzeitmodellen

Finanzielle Bildung findet in unseren Schulen und Universitäten trotz vielfachen Einforderungen durch Schüler​, Eltern und sogar Lehrern​ nicht statt. 

Das Elternzeitgesetz in Deutschland ist verglichen mit vielen anderen Ländern der Welt wirklich gut. Besser geht es natürlich immer, doch bietet es tatsächlich viele Möglichkeiten zur gleichberechtigten Auszeit. Das Problem: Viel zu wenige wissen davon und die Umsetzung ist – typisch deutsch – sehr kompliziert. 

Die Lösung für diese Bildungsprobleme? 

 

Für beide Themen erreichen uns regelmäßig Interviewanfragen, wir sitzen in Diskussionsrunden und bieten Workshops bei Unternehmen, Gewerkschaften oder Verbänden an. Überall sind die Teilnehmenden extrem dankbar und überrascht. 

Denn Klarheit über die eigenen Finanzen, den finanziellen Spielraum als Paar und Möglichkeiten, wie sich Zeiträume ohne Erwerbseinkommen sinnvoll und partnerschaftlich organisieren lassen, nehmen ihren Mitarbeitenden viele Sorgen. 

Arbeitnehmer/innen, die weniger finanzielle Sorgen rund um ihre Familienzeiten verspüren können produktiver sein. Zeitgleich wertschätzen sie denjenigen, der diese Bildung ermöglicht zunehmend.

3) Mit attraktiven Arbeitszeitmodellen und engem Kontakt bei Abwesenheiten die Gleichberechtigung fördern

40 Stunden im Büro arbeiten und dabei Bestleistungen bringen, zeitgleich den nächsten Kindergeburtstag planen, jeden Abend gesund für die Familie kochen und am Besten noch Sport einplanen, um die Gesundheit bei allem Stress langfristig zu erhalten. 

Dieses Pensum ist – egal für welches Geschlecht – auf Dauer nicht durchzuhalten.  

Deshalb haltet nicht starr an der 40-Stunden Arbeitswoche vor Ort und anderen unflexiblen Modellen fest.

Für moderne Familien sind neue Arbeitszeitmodelle nötig. 

Flexible Arbeitszeiten stellen sicher, dass Arbeiten nicht unter Druck, sondern zum richtigen Zeitpunkt erledigt werden. Wenn die Kinder schlafen, wenn die Bahnfahrt ins Büro lange genug ist oder wenn am Samstagmorgen keine störende Anrufe dazwischenfunken. 

 

Arbeitszeitreduktion kann die Produktivität fördern. 30 Stunden mit voller Power sind so viel mehr Wert als 40 Stunden unter Druck, der abhält von wahrer Effizienz. 

Flexible Arbeitsorte reduzieren Stress – besonders für Eltern, für die besonders lange Fahrtwege zwischen Betreuungseinrichtungen und Arbeitsplatz haben. 

Individuelle Konzepte sind der Schlüssel zu einem idealen Arbeitszeitmodell. 

Doch das Arbeitszeitmodell ist nicht der einzige Aspekt, den Arbeitgeber für mehr Gleichberechtigung aktiv beeinflussen können. 

Nehmen (besonders Eltern oder andere Pflegende) Auszeiten vom Angestelltenverhältnis ist es elementar Kontakt zu diesen zu halten.

In dieser Zeit liegt der Fokus dieser Mitarbeitenden nicht auf dem Job – umso wichtiger, ihm / ihr das Gefühl zu geben, dass er / sie nicht vergessen ist und das Team sich auf die Rückkehr freut. 

Dies kann durch Einladungen zu Teamevents, regelmäßige E-Mails oder einfach eine Geburtstags- und Weihnachtskarte ausgedrückt werden. 

Aktives Kontakthalten durch den Arbeitgeber motiviert Mitarbeitende zeitnah zurückzukehren und Lösungen zu finden, um dies bei einem geeigneten Arbeitszeitmodell nicht zusätzlich hinauszuzögern. 

​Was Männer für mehr Gleichberechtigung tun können

Eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen ist meist so lange einfach, wie die Verpflichtungen klar zuzuordnen sind. Jeder ist für seine Karriere, seinen Teil des Haushaltes und sein Geld verantwortlich.

Wenn Kinder ins Spiel kommen, wird es jedoch schwierig. 

Unser gelerntes Rollenverständnis besagt, dass der Mann der Ernährer ist und er die Karriere macht. Auch wenn gemeinsame Kinder da sind. 

Vermehrt nehmen Männer Elternzeit, die meisten jedoch „nur“ zwei Monate. 

Immernoch stellen vorrangig Frauen ihre Karriere zurück, um für die gemeinsamen Kinder da zu sein. 

 

Anmerkung Mike: Diese werden zu allem Überfluss auch noch Vätermonate genannt. Niemals vor dieser Regelung wurde die Elternzeitmonate mit Müttermonate umschrieben. Dieses Verständnis schadet Familien, Unternehmen und Kindern. 

Ganz konkret könnten Männer:

 

1) Zeit zuhause einfordern für mehr Gleichberechtigung

​Immer wieder hören wir: „Meine Frau will das so“, „Ich kann nicht länger im Job abwesend sein“ oder „Stillen muss ja immernoch die Frau, also kann ich gar nicht zuhause bleiben“. 

Dies sind Rollenerwartungen, die seit Generationen erlernt wurden. 

Wir sagen: Dieses Kind ist Euch beiden. Es benötigt Zeit mit Mama und Papa. Deshalb liebe Männer, fordert Eure Zeit zuhause ein!

Die Bindung mit Eurem Kind wird im Alltag ganz besonders gestärkt: Trösten, Essen machen und miteinander spielen, bringt Euch nah zueinander und ​lässt ​aus diesem Mann, der auch da wohnt, einen Papa werden.

 

Auch Eure Frau weiß zu Beginn nicht, wie der Alltag mit Baby am Besten funktioniert. Ihr könnt dies genauso lernen. Manche Dinge könntet Ihr vielleicht sogar besser?

Nicht, weil Ihr männlich seid, sondern weil Ihr in Eurem Leben andere Erfahrungen gesammelt und andere Stärken entwickelt habt.

Hinterfragt, wieso es in Ordnung ist, dass die Frau mehrere Jahre im Job ausfällt, der Mann sich dies jedoch nicht erlauben darf. 

Zeitgleich schafft es wahnsinnig viel Verständnis und ist förderlich für Eure Liebe, wenn beide Partner die Erfahrung gemacht haben, für die gemeinsame Familie zurückzustecken. Die schönen und auch die schweren Momente erleben beide Partner, wenn jeder Zeit zuhause hat. 

Durch frühzeitige Finanzplanung Eurer Elternzeit wird es auch bei Euch klappen, dass sowohl Mann als auch Frau Zeit zuhause haben kann.

2) Vaterzeit statt Reisezeit in der Elternzeit

Viele Väter nutzen seit einigen Jahren die zusätzlichen 2 Monate Elternzeit, die in Deutschland gegeben werden, um gemeinsam mit der ganzen Familie zu reisen. 

Eine wunderbare Gelegenheit!

Denn zwischen der Schulzeit und dem Rentenalter, haben die wenigsten Paare längere Zeit am Stück gemeinsam frei. Wenn doch, ist meist das Geld knapp und Reisen kaum möglich. 

Anders in der Elternzeit. Dank Elterngeld wird ein Teil des gewohnten Einkommens vom Staat ersetzt. Das Ziel: Dass auch Väter Elternzeiten übernehmen und Frauen früher zurück in den Job kommen.

Wird nun diese Zeit parallel genommen und die Familie geht auf Reisen, ist dies für diese 3 (oder mehr) Menschen eine wunderbare Erfahrung und schweist sicherlich auch ungemein zusammen. 

Und dennoch bleibt die Frage, ob das Ziel der „Väterzeit“ damit nicht verfehlt wird? 

 

Fehlt dem Vater so die Erfahrung des normalen Alltags mit Kind zuhause? Und fehlt der Frau die Chance unbefangen den Wiedereinstieg in den Beruf zu meistern mit dem Wissen, dass das Baby zuhause bei Papa gut versorgt ist? 

Jede Familie sucht den idealen Weg für sich. Wir selbst würden niemals die Chance für eine prägende gemeinsame Reise saußen lassen. Und dennoch plädieren wir dafür, dass Männer ihre Elternzeit nicht nur als Reisezeit, sondern vor allem als Vaterzeit sehen. ​Das setzt eben voraus mehr als nur die zwei Monate zu nehmen. Wie wäre es stattdessen mit fünf, sieben oder zehn Monaten?​​​

 

3) Aktive Unterstützung der weiblichen Karriere

Gemeinsame Vorbereitung auf wichtige Gespräche. Ideen-Brainstorming bei großen Herausforderungen. Den Rücken freihalten, wenn es mal stressig wird. Oder in den Arm nehmen, wenn mal etwas so richtig schief gelaufen ist. 

Unterstützung der Karriere des Lieblingsmenschen hat viele Gesichter! Und ist besonders wichtig, nach beruflichen Auszeiten. 

  • Vielleicht fühlt sich ​Deine Frau nach einigen Monaten zuhause nicht mehr fit für den Arbeitsmarkt – sage ihr, worin sie großartig ist. 
  • Vielleicht erfordert ihr berufliches Fortkommen eine vollzeitnahe Anwesenheit im Büro – nimm auch Du Dich beruflich zurück, um Betreuungsengpässe gegenseitig abzufedern. 
  • Vielleicht steht eine harte Verhandlung für ein faires Gehalt bevor – übt miteinander und ​lernt gemeinsam mehr für Euch zu fordern. 

 

Nur drei Beispiele und es gäbe so viel mehr.

Sie alle sagen Dir eins: Unterstütze die Karriere Deiner Frau! Sie war vor den Kindern grandios in ihrem Job – sie wird es auch danach sein. 

Eine beruflich erfolgreiche Frau ist keine Belastung für Eure Familie, sondern kann diese enorm bereichern:

Mehr finanzieller Spielraum, eine zufriedenere Mama und ein Erfolgsgefühl für Euch beide. 

Anmerkung Mike: Ich finde es traurig, dass dieser Punkt explizit hervorgehoben werden muss. Es ist selbstverständlich, dass man als Paar und als Familie zusammen an einem Strang zieht, sich gegenseitig unterstützt und im Sinne des Teams handelt. Ansonsten kann man auch gleich Single bleiben. Gelegenheiten für Sex gibt es genügend, dafür braucht man keine Beziehung. 

​Was Frauen für mehr Gleichberechtigung tun können

Ja auch die Damen selbst haben etwas zu tun, um für mehr Gleichberechtigung zu sorgen.

Denn Emanzipation ist keine Sache, die andere zu Frauen bringen sollen, sondern die Frauen aktiv einfordern und sich holen.

Doch wie geht das?

 

1) Den Männern mehr zutrauen

Ein typischer Satz in Facebook-Mama-Gruppen oder in der Krabbelgruppe: „Das kann mein Mann nicht“. 

Worauf sich Frauen dabei beziehen, kann quasi jegliche Handhabung des neuen (gemeinsamen) Babys oder wahlweise auch des Haushalts sein. Von „Unser kleiner Mann schläft nur durch Stillen ein“ über „Windeln wechseln ekelt ihn“ bis hin zu „Er kann sich einfach nicht merken, in welche Fächer die Einkäufe gehören“ haben wir bereits alles gehört. 

Doch was wäre wenn? 

Liebe Frauen, probiert es doch einfach mal – traut Euren Männern mehr zu und vertraut ihnen!

 

Macht Euch bewusst, was im schlimmsten Fall geschehen wird. Mit ausgelaufenen Windeln oder dreimaligen Supermarkt-Besuchen, weil doch immer noch etwas fehlt, werden Eure Männer lernen und besser werden. 

Ab einem gewissen Alter freut sich der Nachwuchs mal aus der Flasche von Papa anstelle von Mamas Brust zu trinken.

Das kleine Lebewesen interessiert es nicht, ob die Kleidungsstücke zusammenpassen. Und wie perfekt die Spülmaschine eingeräumt ist, ist auch egal. 

Männer wachsen genau wie wir Frauen mit ihren Aufgaben. Oder konntet Ihr alles von Anfang? 

Entspannung und Vertrauen sorgen dafür, dass faire Aufgabenteilung überhaupt erst möglich wird. Mit der Zeit erkennt Ihr, wer worin wahre Stärken hat. Traut Euren Männern etwas zu und die Gleichberechtigung wird um einiges realistischer.

2) Verhandlungen üben

Die Rückkehr in den Job nach einer längeren Auszeit, ist für kaum eine Frau einfach. In vielen Fällen ändert sich das Tätigkeitsfeld. Einige wechseln sogar komplett den Arbeitgeber. Und auch bei der Rückkehr in die gewohnte Rolle stehen Veränderungen an, wenn die Verfügbarkeit geringer wird und eine höhere Effizienz erfordert wird. 

In allen Fällen ist Dein Verhandlungsgeschick gefragt​. Ob Gehalt, das Arbeitszeitmodell oder das Wunscharbeitsfeld – verhandeln legt die Basis für Deinen Erfolg und Deine Zufriedenheit im Job. 

Um diese Verhandlungen mit den gewünschten Ergebnissen abzuschließen, gibt es einen entscheidenden Tipp: Üben, üben, üben!

Bitte Deinen Mann oder eine ​Freundin, die Gespräche mit Dir zu simulieren. Spielt verschiedene Szenarien durch. Du wirst merken, wie es immer einfacher wird.

Und in einem solchen Gespräch zu sitzen und die Sätze des Gegenübers gefühlt schon einmal gehört zu haben, ist eine enorme Hilfe. 

 

​Wir sind nicht als Verhandlungsweltmeisterinnen geboren und Männer sind nicht als Verhandlungsweltmeister geboren. Unterschiedlich ist lediglich das Mindset und die Selbstverständlichkeit. Selbst diese sind nicht angeboren, sondern erlernt. Es ist nie zu spät etwas zu lernen, etwas zu wollen und dafür einzustehen.

3) Besser mit anderen Frauen umgehen um mehr Gleichberechtigung zu erreichen

Gleichberechtigung hat viele Gesichter. Jede Familie hat ihre Geschichte, jeder Mensch unterschiedliche Stärken und jedes Paar sein ganz persönliches ideales Familienmodell. 

Es gibt Frauen, die möchten kein Angestelltenverhältnis mehr eingehen. Es gibt andere, die nach dem Mutterschutz umgehend zurück in den Beruf gehen. Manche Mütter lieben den Austausch mit anderen Müttern. Andere besuchen keinerlei Krabbelgruppen, Schwimmkurse oder Frühfördervereine, weil es ihnen einfach nicht zusagt. 

 

Jede dieser Frauen hat ihre Entscheidungen getroffen. 

Und was machen all die anderen Frauen, um sie herum? 

Sie haben Meinungen, urteilen und reden übereinander. 

Männer tun dies nicht. Männer akzeptieren die Entscheidungen anderer Männer. Sie machen ihr Ding ohne andere belehren zu wollen, wie es richtig geht. 

Anmerkung Mike: An diesen Satz packe ich ein großes Fragezeichen. Der Austausch, die Machtkämpfe und der Neid spielen eine große Rolle. Doch scheint der Umgang anders zu sein. 

Davon sollten wir Frauen uns etwas abschauen. 

Denn für mehr Gleichberechtigung ist der erste Schritt mehr Akzeptanz für persönliche Entscheidungen zu zeigen. Unterstützt einander in Euren Entscheidungen, inspiriert Euch gegenseitig und hört einander bei Unsicherheiten genau zu.

​Fazit: Für eine gleichberechtigtere Gesellschaft

Die vorgestellten Ideen für mehr Gleichberechtigung in der Familienphase eines Paares, können nur erste Denkanstöße sein. Denn Gleichberechtigung hat viele Gesichter. 

Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bereits stark in die richtige Richtung entwickelt. Elternzeit für ​Mutter und Vater, mehr Frauen in Führungspositionen und der Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sind Schritte in die richtige Richtung. 

Denn Gleichberechtigung bedeutet vor allem Entscheidungsfreiheit. 

Frei entscheiden, wer wie viel Familienzeit nimmt – ohne dass gesetzliche Bedingungen einen Partner benachteiligen oder Rollenverständnisse uns limitieren. 

Selbst entscheiden, wie ich mit anderen Familienmodellen umgehe, diese wahrnehme und über Paare urteile, die es ganz anders machen als wir selbst. 

Gemeinsam entscheiden, dass die Priorität auf Bildung und unseren Kindern liegt anstelle von persönlichen Befindlichkeiten und Machtspielen. 

Lasst uns abseits von Aktionstagen wie dem Internal Womens Day jeden Tag daran arbeiten unsere Gesellschaft gleichberechtigter zu machen – den Anfang macht das Umsetzen einer einzigen Idee aus diesem Artikel.

 

Urlaub mit Baby – mit Kind ohne Stress und zu vernünftigen Preisen reisen

Wir lieben reisen.

Gemeinsame Reisen haben unsere Beziehung in der Vergangenheit stark herausgefordert, bereichert und glücklicher gemacht.

Die Welt zu entdecken, ist unser gemeinsames Ziel. Reisen ist ein Grund, warum wir gemeinsam die finanzielle Freiheit erreichen möchten.

Logisch, dass unser Babyinvestor ein Reisebaby geworden ist.

Doch unsere Reisen haben sich auch verändert – wie unser ganzes Leben, ist auch Urlaub mit Baby anders als zuvor.

Heute möchten wir Euch berichten, wie die ersten Urlaube mit unserem Kind waren und warum wir der Meinung sind, dass das Reisen als Familie noch viel schöner ist als es zu Zweit war. Und klar, wird es auch um’s Geld gehen – schließlich sind wir ein Familien-Finanzblog.

Dieser Artikel ist Teil von Lena’s Blogparade „Reisen mit Baby – der erste Urlaub mit Kind“ 

Wie unser Baby zum Reisebaby wurde

Schwanger in die Flitterwochen und keiner weiß Bescheid – naja nicht ganz keiner: Die zukünftigen Eltern und die Ärztin wussten um unseren Babyinvestor und es gab grünes Licht für den langen Flug ans andere Ende der Welt.

Mit 5 Wochen in Australien und Neuseeland, unterwegs im Campervan und vielen neuen kulinarischen Eindrücken wuchs der Babyinvestor in den Schwangerschaftswochen 6-11 in Down Under heran.

So begann des Babyinvestors Reisetätigkeit also bereits im Dezember 2017 in Marielle’s Bauch. Unserem ersten Urlaub mit Baby.

Ob er davon etwas mitbekommen hat? Wohl kaum!

Dennoch sind wir der festen Überzeugung, dass unsere Entspanntheit auf dieser Reise die Basis gelegt hat, im Juli 2018 einen so entspannten Babyinvestor auf unserer Welt zu begrüßen.

Die Reiseroute des Babyinvestors

Bereits 6 Wochen nach seiner Geburt ging es auf Reisen:

Nach München. Ein Wochenend-Trip zur Großtante und zum Besuch des Fincamp vom Finanzwesir. Diese erste kleine Reise mit Baby wagte Marielle mit den Großeltern und deren Auto ganz ohne Mike.

Weitere 6 Wochen später stand die erste Bahnfahrt an:

Nach Hamburg zum Finanzbarcamp der comdirect. Diese zweite Reise mit Baby und ICE war unser erster Mini-Urlaub zu Dritt.

 

Und 6 Wochen später ging es schon wieder los:

Nach Marbella für 3 Wochen als Vorweihnachsturlaub. Diese dritte Reise mit Baby und Flugzeug trauten wir uns gemeinsam mit den Großeltern zu – 4 Mal Betreuungspersonal für ein Baby. Guter Betreuungsschlüssel oder?

Nach diesem aufregenden ersten halben Jahr auf der Welt stand zu Ostern der nächste Familienurlaub an:

Für ein verlängertes Wochenende nach Budapest. Die vierte Reise mit Baby, das zweite Mal fliegen und das erste fremde Geld. Zum Glück wieder mit Oma und Opa!

Keine 6 Wochen später waren wir wieder unterwegs:

Im Mai gingen die Reisen fünf und sechs mit Baby erneut nach München zum BRIGITTE Finanzsymposium und nach Kassel zur Finanzbloggerkonferenz. Mal Zug, mal Auto. Mal mit, mal ohne Oma und Opa.

6 Wochen später kam der Sommer und mit ihm der nächste Familienurlaub:

In den bayerischen Wald nach Lalling. Diese siebte Reise war die erste mit den anderen Großeltern.

Ende Juli 2018 wurde unser Babyinvestor 1 Jahr alt. In nur einem Jahr waren wir mit ihm mehr auf Reisen als in den Jahren zuvor zu Zweit.

Sieben Reisen in einem Jahr! Wahnsinn.

München. Hamburg. Marbella. Budapest. München. Kassel. Lalling.

Die unglaubliche Reiseroute unseres Reisebabys – dem Babyinvestor.

Voraussetzungen für das Reisen mit Baby

Vor der ersten Reise mit Baby haben wir uns natürlich viele Gedanken gemacht: 

  • Was müssen wir mitnehmen? 
  • Wie wird der Babyinvestor die Anreise verkraften?
  • Welche Fortbewegungsmittel sind geeignet für die Reise mit Baby?
  • Wie schläft das Baby im fremden Bett?
  • Wie sehr müssen wir unser gewohntes Sightseeing einschränken?
  • Wie wird das mit den Mahlzeiten unterwegs ablaufen?

Und dies sind nur die drängensten Fragen vor dem Verreisen mit Baby gewesen.

 

Doch unser Geheimtipp für den Urlaub mit Baby? 

Entspannt bleiben. Denn wie damals auf unserer Reise Down Under mit Baby im Bauch gilt – sind wir entspannt, ist auch unser Reisebaby entspannt.

Und mit einem relaxten Baby reist es sich einfach besser als mit einem nervösen oder gar ängstlichem Kind. Die Nächte am Reiseziel sind angenehmer, die Zeit am Strand macht mehr Freude und auch die Fahrt läuft entspannter.

Das sagt sich natürlich leicht. Doch wir möchten Euch zeigen, dass es wirklich easy sein kann, mit Kind zu reisen. Deshalb unsere Antworten auf die 6 drängensten Fragen vor der ersten Reise mit Baby oder Kleinkind:

1. Was müssen wir mitnehmen?

All das, was Ihr Zuhause auch benötigt! 

Kleidung, Windeln, Feuchttücher und ggf. 1-2 Lieblingsspielsachen. Für uns ein Must-Have: Unsere Babytrage* oder auf den ersten Reisen noch das Tragetuch*.

Macht am Besten eine Liste mit Dingen, die Ihr nicht vergessen dürft. Und versucht Euch auf das Nötigste zu beschränken.

Fast an allen Reisezielen könnt Ihr im Zweifel Wäsche waschen oder das kaufen, was Ihr vergessen habt. Das Baby ist klein und benötigt keine größere Tasche als seine Eltern.

2. Wie wird das Baby die Reise verkraften?

Das wird sich zeigen. Ihr werdet es nur erfahren, wenn Ihr es ausprobiert.

Vertraut Eurem Baby und noch wichtiger: Vertraut Euch selbst.

Für Euer Reisebaby ist nur wichtig, dass Mama und / oder Papa in der Nähe sind. Es möchte sich geborgen und sicher fühlen.

Solange das Baby das Gefühl hat, in Sicherheit zu sein und alle Grundbedürfnisse befriedigt werden, sind wir uns sicher: Auch Euer Baby wird die Reise gut verkraften und viel Positives daraus ziehen.

3. Welche Fortbewegungsmittel sind geeigent für die Reise mit Baby?

Auch hier gilt es auszuprobieren! Es kommt auf das Baby an – denn wir alle sind unterschiedliche Menschen mit individuellen Bedürfnissen.

Unser Tipp: Übt die Anreise mit kleinen Strecken.

Beim Autofahren lassen sich die Strecken mit der Zeit verlängern. Ihr werdet schnell ein Gefühl haben, nach welcher Zeit Euer Baby eine Pause braucht.

Auch an die Fahrt mit dem Zug lässt sich in den meisten Gegenden gut herantasten: Eine kurze U-Bahn-Fahrt oder ein Ausflug mit der Regionalbahn in die Nachbarstadt bieten sich an, um den kleinen Erdenbürger nicht direkt mit einem 6-Stunden Trip im ICE zu überraschen.

Beim Fliegen ist das mit dem Üben schwieriger. Doch auch hier empfehlen wir, nicht direkt einen Langstreckenflug zu buchen, sondern bei der ersten Reise mit Baby einen möglichst kurzen Flug zu wählen.

So habt Ihr im schlimmsten Fall kein stundenlang verzweifeltes Kind, sondern könnt auch selbst erst einmal Selbstvertrauen für das Fliegen mit Baby sammeln.

 

4. Wie schläft das Baby im fremden Bett?

Schläft Euer Baby denn überhaupt schon im eigenen Bett?

Auf den ersten Reisen hatten wir den Babyinvestor in unserem Bett zwischen uns liegen. Er schlief so am Besten, denn wir waren wie Zuhause ganz nah bei ihm. Er schien die Veränderung kaum zu bemerken.

Bei einer längeren Zeit an einem Ort funktioniert ein Reisebett für’s Baby im selben Zimmer auch ganz gut.

Unsere Erfahrung: Wenn es mit dem Schlafen zuhause gut klappt, ist dies im Urlaub mit Baby auch so.

Und wenn gerade ein Zahn durchkommen möchte, schläft das Baby in jedem Bett unruhig – ganz egal, ob Zuhause oder im Urlaub.

5. Wie sehr müssen wir unser gewohntes Sightseeing einschränken?

Das kommt ganz stark auf die bisherigen Gewohnheiten und das Alter des Kindes an.

Je jünger das Baby, desto weniger Einschränkungen haben wir erfahren. Denn mit dem Baby im Tragetuch lässt sich Sightseeing fast genauso gestalten wie zu Zweit.

Spannend wird es eigentlich erst im zweiten Jahr – wenn der Nachwuchs selbst laufen möchte.

Doch bei den ersten Reisen mit Baby, kann das Besichtigungs-Programm fast unverändert durchgezogen werden. Und ein Urlaub mit Baby ist dann doch noch einmal etwas anderes als eine Reise mit Kleinkind.

 

6. Wie wird das mit den Mahlzeiten unterwegs ablaufen?

Am einfachsten waren unsere ersten Reisen mit Baby. Denn zu dieser Zeit wurde der Babyinvestor gestillt und dementsprechend durfte Mama Marielle nur nicht zu weit weg sein.

In den Koffer nach Marbella nahmen wir dann das erste Mal auch die Milchpumpe mit. Eine kleine handliche Handpumpe – perfekt zum Reisen – und ein paar Milchbecher.

So konnten wir auch den einen oder anderen Abend als Paar genießen, während die Großeltern das Baby fütterten.

Spannender wurde es in Budapest. Denn für das verlängerte Wochenende nahmen wir Getreidebrei für den Abend mit und kauften vor Ort frisches Gemüse.

In der Ferienwohnung kochten wir dieses zu Brei und zerdrückten es mit der Gabel. Ganz easy und für die ersten Bissen des Babyinvestors völlig ausreichend. Der richtige Hunger wurde immernoch mit der Muttermilch gestillt.

Doch seit dem Frühsommer ist es richtig aufregend!

In der kurzen Breiphasen nahmen wir Gläschen für mittags sowie Milchpulver für Zwischendurch mit auf Reisen. Genau abgezählt und abgewogen, um kein unnötiges Gepäck zu haben.

Auf unserer letzten Reise im ersten Babyjahr hielten die Räuberteller Einzug.

Alles in allem können wir sagen: Muttermilch ist am einfachsten. Aber auch Brei und erste Essversuche lassen sich super mit dem Reisen vereinbaren. Und Babys, die Hunger haben, kennt man überall auf der Welt – es findet sich also an jedem Reiseziel essbares für den Nachwuchs!

Urlaub mit Baby: Die ersten Male

München. Hamburg. Marbella. Budapest. München. Kassel. Lalling.

Vor dem ersten Urlaub mit Baby hatten wir natürlich Sorge und haben lange überlegt, wie es wohl werden würde.

Auch unsere Flugreise im Winter haben wir erst nach dem ersten Wochenendtrip gebucht – als wir die Reisetauglichkeit etwas besser einschätzen konnten.

Wir können heute nur sagen. Es hat bislang alles super geklappt und wir haben unser Reiseverhalten nur an wenigen Stellen angepasst.

 

Manche Veränderungen an unserer Reiseart haben wir direkt bemerkt:

1. Reise mit 6 Wochen – München:

Die Autofahrt nach München wurde auf Hin- und Rückfahrt durch je 2 Pausen unterbrochen. Jedes Mal wurde der Babyinvestor gestillt und gewickelt.

Die Nächte hat der Babyinvestor in München mit Marielle in einem Bett verbracht und unterwegs waren wir fast ausschließlich mit Tragetuch.

2. Reise mit 12 Wochen – Hamburg:

Für die Zugfahrt reservierten wir Plätze für uns drei und wir nahmen das erste Mal den Kinderwagen mit – hauptsächlich diente er am Ende zur Taschenablage. Im Hotel schlief der Babyinvestor zwischen uns.

3. Reise mit 4 Monaten – Marbella:

Den Flug durchdachten wir viele Male.

Bei der Buchung der Sitzplätze achteten wir darauf, dass wir am Gang sitzen und wenn nötig leicht aufstehen konnten. Ausgestattet mit Schnuller, Milchflasche und Brust (zum Stillen) wollten wir den Druckausgleich unterstützen.

Beim Start schaute er einmal irritiert und begann dann zu grinsen. Bei der Landung wurde er gestillt. Dazwischen jauchzte er vor Freude über die vielen Sitzreihen und wurde von einem Sitz zum nächsten gereicht.

Den Mietwagen mieteten wir direkt mit Maxi-Cosi und einen Kinderwagen hatten wir gar nicht mit. Dafür ein letztes Mal (bevor wir auf die Babytrage umgestiegen sind) das Tragetuch und die Unterstützung durch die Großeltern.

Nachts schlief der Babyinvestor im Reisebettchen direkt vor unserem Bett und hatte am Ende der Reise seine beiden ersten Zähne bekommen – einfach so!

4. Reise mit 8 Monaten – Budapest:

Schon routinierter starteten wir in das zweite Flugabenteuer. Es klappte genauso gut wie beim ersten Mal.

Aus dem Hin und Her reichen ist Krabbeln geworden und zusätzlich zur Muttermilch gab es (vor allem Abends) einen Getreidebrei. 

In der Trage trugen wir den Babyinvestor abwechselnd viele Kilometer zu Fuß durch die Stadt. Wir erlebten unsere erste gemeinsame Bootsfahrt auf der Donau und fuhren im offenen Hop-on-Hop-off-Bus durch die ungarische Hauptstadt. 

Im Reisebettchen der Ferienwohnung wollte der Babyinvestor kaum schlafen – bei Mama und Papa war es viel kuscheliger. Auch okay!

5. Reise mit 9,5 Monaten – München:

Hier waren wir ja schon einmal. Diesmal allerdings mit der Bahn (und einer Buchung im Kinderabteil) und im Hotel.

Auch hier gab man uns ein Babybett. Der Babyinvestor präferierte jedoch erneut die Ritze zwischen uns.

Unterwegs gab es angerühten Getreidebrei und Obstgläschen. Und die erste „Pulvermilch“ – denn das mit dem Stillen ist uncool geworden.

6. Reise mit 10 Monaten – Kassel:

Mit dem Auto und Oma und Opa im Gepäck ging es nach Kassel. Nur 2 Autostunden entfernt kamen wir ohne Zwischenstopp in unserer AirBnB Unterkunft an.

Während wir die Konferenz besuchten, verbrachte der Babyinvestor zwei spannende Tage mit den Großeltern in der Stadt, bei einer Großtante zu Besuch und beim Sightseeing.

Jetzt im Wagen unterwegs gab es auch mehr zu sehen und neben dem Brei schmeckt schon auch mal eine Bretzel.

7. Reise mit 11 Monaten – Lalling:

Mit eigenem kleinen Koffer voller Brei-Varianten und den anderen Großeltern ging es mit deren großen (vollbeladenen) Auto auf in den bayerischen Wald. Ach Kleidung war auch im Koffer.

Im Ferienhaus warteten ein Babybett im Elternschlafzimmer sowie ein eigener Hochstuhl. In diesem wurde mit „echtem Essen“ experimentiert und Getreide- sowie Gemüsebrei genossen.

Bei Wanderungen am Tag war der Babyinvestor in der Trage mit von der Partie und beim Minigolfen machte er an der Hand erste Gehversuche.

Und bei dem tollen Wetter war mit Wasser spielen das absolute Highlight.

Ein kleiner Überblick, was am Reisen mit Kind anders war:

  • Wir verreisen langsamer mit mehr Pausen
  • Wir bereiteten unser Gepäck besser vor um möglichst wenig unnötiges mitzunehmen
  • Wir verbringen den Urlaub öfter mit der Familie / unseren Eltern

Was sich an unseren Reisen durch das Baby nicht verändert hat:

  • Unterkünfte: Wir kommen immernoch in Hotels, bei AirBnB oder in Ferienwohnungen unter. Unsere Erfahrung bislang ist, dass ein Baby überall willkommen ist.
  • Essen: Wir gehen nach wie vor im Urlaub essen oder kochen selbst. Gesunde Ernährung ist uns wichtig und wenn der Babyinvestor etwas abhaben möchte, bekommt er das.
  • Entdecken: Wir können mit Baby Städte entdecken, wandern gehen oder sogar an einer Führung teilnehmen. Der Babyinvestor wurde in der Trage einfach mitgenommen.

Ist Urlaub mit Baby wirklich teurer als Reisen ohne Kinder?

Immer wieder hören wir, dass ein Familienurlaub so viel teurer ist als zu Zweit.

Dem können wir nicht zustimmen.

Wir waren 7 Mal im ersten Jahr mit Nachwuchs unterwegs. Im Jahr davor waren es nur 4 Reisen. Dennoch haben wir weniger ausgegeben.

Woran das liegt? 

Wir reisten mehr in Deutschland, sodass die Fortbewegungskosten meist geringer waren.

Zudem hatten wir meist Großeltern dabei, sodass wir uns einzelne Kosten noch besser aufteilen konnten.

Die meisten Unterkünfte berechnen keinen Zusatzpreis für ein solch kleines Baby. Genauso zahlten wir noch keine Eintrittspreise für ihn.

Die tatsächlichen Zusatzkosten für den Babyinvestor sind uns ausschließlich beim Flugzeug aufgefallen. Hier kostet ein Baby-Ticket etwa 25 Euro extra (ohne eigenen Sitzplatz).

Nahrung für ihn hätten wir auch Zuhause gekauft und alle anderen Ausgaben hätten wir auch alleine getätigt.

Oder sogar noch mehr? 

Wahrscheinlich! Denn zu Zweit geht man doch mal in ein besseres Restaurant, isst noch ein Eis hier und trinkt einen Kaffee dort.

Auch teure Veranstaltungstickets kauften wir jetzt nicht mehr – denn Konzerte, Theater o. ä. sind mit Baby dann doch schwer umzusetzen.

Unser Babyinvestor bedeutete Einsparungen im Reisebudet – geniale Geschichte oder?

Stress im Urlaub mit Baby vorprogrammiert? Wir sagen Nein!

An dieser Stelle möchten wir mit einigen Gerüchten aufräumen:

Tausend Sachen mitschleppen?

Ja es sind mehr Dinge als vorher, an die es zu denken gilt. Doch daran ist man als Eltern ohnehin schnell gewöhnt. Aus einem Koffer für zwei Personen wurden 1 1/4 Koffer für Eltern und Nachwuchs.

Immer zur Unterkunft hetzen, damit das Baby schlafen kann?

Ja es sind mehr Pausen nötig und manchmal gilt es auch einen stressigen Ort zu verlassen. Doch unser Babyinvestor schläft in der Trage überall – eben dann, wenn er müde ist.

Selbstverständlich ist das Abendprogramm kürzer ausgefallen als zu früheren Reisezeiten – doch das Rumtragen macht auch uns müde und so ein Hotelbett möchte ja auch genossen werden.

Baby schreit überall?

Ja, ein Baby schreit auch mal. Allerdings gibt es dafür stets einen Grund – Hunger, wehgetan oder eine volle Windel. Alles Dinge, die sich auch auf Reisen regeln lassen.

Ein Baby schreit unterwegs nicht mehr als Zuhause – tendenziell sogar eher weniger, denn auch der Nachwuchs ist von den neuen Eindrücken abgelenkt.

Viele Eltern empfinden den Urlaub mit Baby als großen Stress. Dies können wir nicht nachvollziehen.

Selbstverständlich verändert sich das Reisen mit Baby. Jedoch entschleunigt sich eine Reise eher als dass sie stressiger wird.

Mit Baby macht Ihr mehr Pausen, sitzt mal eine halbe Stunde länger am Strand und habt die Chance die neuen Orte intensiver zu genießen.

Mit Baby entdeckt Ihr das Leben der heimischen Bevölkerung, weil Ihr auch mal einen lokalen Supermarkt besucht, um noch schnell Windeln nachzukaufen.

Mit Baby lernt Ihr neue Menschen kennen, denn der Nachwuchs lächelt diese süß an und schon seid Ihr im Gespräch.

Stress sieht anders aus! Oder?

 

Was am Reisen mit Baby tatsächlich anders ist

Wir haben es bereits an einigen Stellen erwähnt: Unsere Reisen sind entschleunigt durch unseren Babyinvestor.

Wir haben kein straffes Zeitprogramm mehr, wir lassen uns mehr treiben.

Wenn er einen Tag mehr Schlaf benötigt oder wir alle eine anstrengende Nacht hatten, machen wir weniger.

Wenn wir in einem inspirierenden Umfeld sind und der Babyinvestor eine neue Sache nach der anderen kennenlernen kann, verbringen wir actionreichere Tage.

Unsere Urlaubstage beginnen eindeutig früher als bei unseren früheren Reisen als Paar ohne Baby.

 

Bis 10 Uhr im Bett liegen und nichts erleben, gibt es nicht mehr. Spätestens um 7.30 Uhr beginnt der Tag und auch das Entdecken. Dafür enden die Reisetage auch etwas früher.

Die längeren Nächte haben übrigens bereits bei unseren Flitterwochen (mit Baby im Bauch) begonnen.

Außerdem kommen wir viel mehr mit anderen Menschen in Kontakt – egal wo, egal welche Sprache und egal welche Uhrzeit:

Jeder findet unseren Babyinvestor süß, möchte ihm ein Lächeln entlocken und beginnt eine Konversation über sein Alter, seine Fortschritte und unser Leben als Familie.

Dies ist eine tolle Erfahrung.

All diese Veränderungen bereichern unsere Reisen. Wir nehmen mehr von den Menschen am Urlaubsort auf. Wir lernen neue Orte (Supermärkte, Spielplätze oder Pausen-Cafés) kennen. Wir haben mehr Zeit, um die neuen Eindrücke am Reiseziel auf uns wirken zu lassen.

Reisen mit Baby ist anders! Positiv anders!

Darum lieben wir es die Welt als Familie zu erkunden!

An dieser Stelle bleibt uns nicht mehr viel zu sagen.

Wir lieben das Reisen schon immer. Wir entdeckten als Paar gerne die Welt. Selbstverständlich tun wir dies jetzt auch als kleine Familie.

Orte, die wir bereits oft besucht haben, lernen wir neu kennen. Dinge, die wir schon oft gemacht haben, machen wir im Urlaub mit Baby noch einmal zum ersten Mal. Erlebnisse, die wir früher zu Zweit geteilt haben, teilen wir jetzt zu Dritt.

Wir wissen, dass jede zukünftige Reise anders sein wird als unsere bisherigen. Denn mit zunehmenden Alters wird aus unserem Baby ein Kleinkind, ein Kind, ein Jugendlicher.

Und irgendwann werden wir wieder alleine reisen – ohne Babyinvestor und nur als Paar.

Alles zu seiner Zeit.

Wir lieben das Reisen – in jeder Form!

 

Leserfrage #2: Babyplanung, Ausgleichszahlungen und die weit entfernte Rente

Regelmäßig erreichen uns Eure Fragen rund um die Themen Geld und Liebe. Bisher versuchten wir diese ​bestmöglich per E-Mail zu beantworten und Euch so zu helfen Eure Finanzen in der Beziehung gut zu regeln.

​Seit Kurzem gibt es ein weiteres  Format: Die Leserfrage und unsere Antwort direkt hier auf dem Blog. Vor einigen Wochen beantworteten wir Christinas Frage. Heute ist Zoe dran!

So möchten wir mittelfristig eine Sammlung von Fragen und Antworten erstellen, die hoffentlich noch vielen anderen Paaren weiterhelfen.

​Für Euch geht es darum, aus den Lösungen für andere die Dinge herauszuziehen, die Euch bei Euren Herausforderungen unterstützen könnten.

​Hast Du darüber hinaus noch Ideen, was ​Zoe und ihr Freund tun könnten? Dann poste sie in die Kommentare​.

​Mein Freund und ich möchten gerne mit der Babyplanung starten. Da ich einen gut bezahlten Job habe, stelle ich mir die Frage, dass mir mein Freund quasi eine Ausgleichszahlung zahlt, wenn ich für die 2 Jahre Kinderzeit zu Hause bleibe. 

​Wenn ich das in meinem konservativem Umfeld sage, schauen mich alle nur entsetzt an. Aber warum sollte ich auf eine höhere Pension verzichten (die Jahre fehlen mir ja!) und für meinen Freund bleibt alles wie es ist? 

​Welche Erfahrungen habt Ihr damit? Was ist Eure Meinung dazu? 

 

​​Zuerst einmal möchten wir Euch zu Eurem Entschluss gratulieren: Ein gemeinsames Baby ist eine wunderbare Entscheidung! Sie zieht viele Fragen nach sich – logisch. Schlussendlich gibt es jedoch kein größeres Glück als das Lächeln des eigenen Babys – auch wenn es kitschig klingt. Es ist einfach so 😉

Doch jetzt auf ans Eingemachte und zu Zoe’s Frage rund um Ausgleichszahlungen für Erziehungszeiten. Aus unserer Sicht gibt es mehrere Punkte für Euch zu diskutieren:

Alle Bereiche hängen miteinander zusammen bzw. bauen aufeinander auf. Daher gehen wir sie nacheinander durch:

​1. Die​ Kinderbetreuung

Aus Deiner Frage lesen wir heraus, dass es bereits klar zu sein scheint, dass Du die Betreuung Eures Babys für die ersten zwei Jahre übernimmst. Oder ist dies lediglich Deine Annahme und so ganz ausdiskutiert ist das noch gar nicht?

Die Frage, wer sich denn tatsächlich um das Kind kümmert, ist für die Frage nach einem Ausgleich elementar.

In Zeiten von Milchpumpen, ​Vätern in Elternzeit und ​sehr gut verdienenden Frauen verliert der Automatismus, dass die Frau zuhause bleibt, immer mehr an Bedeutung.

Denn: Auch Väter können wunderbar für ihr Baby sorgen. Und auch Mütter können weiterhin erfolgreich Karriere machen. Als Team könnt Ihr beide ​sogar beides haben. 

​Der Weg zu Eurer Lösung

Die wichtigen Fragen, die es für Euch zu beantworten gilt, sind:

  • Wer von uns ist bereit im Job zurückzustecken – zumindest für einen gewissen Zeitraum?
  • Passt es bei einem von uns gerade besser als beim anderen in den Plan?
  • Wie viel ganz intensive Babyzeit möchte jeder von uns haben?
  • Gibt es Zeiten, die wir unbedingt gemeinsam als Familie haben möchten?

​Geteilte Elternzeit bringt Entspannung für beide Elternteile – denn jeder gewinnt Sicherheit mit dem Nachwuchs, beide bauen eine enge Bindung von Anfang an mit dem Baby auf und ​die Partner wissen, wie anstrengend die vermeintlich entspannte Zeit zuhause mit einem Neugeborenen wirklich ist. 

Habt Ihr das klassische Rollenmodell – Frau bleibt zuhause, Mann verdient weiter das Geld – für Euch hinterfragt?

Passt es für Euch beide, dass Du volle zwei Jahre zuhause bleibst? Kann er in der Zeit genug Geld für Euch drei verdienen?

Oder wäre eine außergewöhnlichere Rollenverteilen für Euch eine passende Lösung?

Ein weiterer Punkt, der im Rahmen der Kinderbetreuung zu ​beachten ist: Sprecht ​auch über die weiteren Jahre! ​

Ein Kind, das eine KITA besucht ist dennoch viele Stunden am Tag zu beaufsichtigen, selbst ein Schulkind braucht noch Betreuung durch die Eltern am Nachmittag und Abend. 

​Ihr seid Euch einig: Du bleibst die ersten 2 Jahre zuhause, kümmerst Dich um Euer Baby und Dein Freund zahlt Dir einen Ausgleich für Deine Rente. 

Jetzt ändert sich das Szenario: Dein Freund reduziert die nächsten 4 Jahre bis zum Schuleintritt auf 50 %, um die Nachmittage mit Eurem Nachwuchs zu verbringen. Er verdient zwar ​weiterhin Geld​ und zahlt damit weiter in die Rente ein – weniger ist es allemal und zusätzliches Sparen ist für ihn in diesen Jahren auch nicht möglich. Zahlst Du ihm jetzt einen entsprechenden Ausgleich?

​Hinterfragt vorhandene Rollenbilder ​für eine passende Kinderbetreuungsverteilung für Eu​re Familie. Bedenkt dabei mehr als die ersten Lebensjahre Eures Kindes. Was fühlt sich für Euch gut an? Wie viel Zeit möchtet Ihr für die unterschiedlichen Lebensbereiche haben? ​Ist auch noch Zeit für Eure Liebe?

2. ​Eure Finanz-Zukunftsplanung

​Wenn Ihr ​Euch nun einig seid, wie Ihr die nächsten Jahre als Familie gestalten wollt, wird sich unweigerlich ein weiteres Thema aufdrängen: Wie macht Ihr das denn mit den gemeinsamen Finanzen? 

​Habt Ihr bisher getrennte Konten und jeder sein eigenes Geld? Teilt Ihr gemeinsame Ausgaben 50:50 oder vielleicht analog Eures Gehaltes in einem anderen Verhältnis auf? Und wie wollt ihr dies in Zukunft handhaben? 

​Der Weg zu Eurer Lösung

Wir empfehlen auch hier beim Ist-Zustand anzufangen: 

​Nehmt Euch Zeit für ein Geldgespräch und legt alle Karten auf den Tisch. Wer verdient derzeit wie viel Geld? Wie viel bleibt am Monatsende übrig? Habt Ihr Ersparnisse? Und wie ​sorgt Ihr bisher für Eure Renten vor? 

In einem nächsten Schritt geht es dann in die Zukunft: Wie wird sich Eure Finanzsituation durch das Baby ändern? 

Denn es ist nicht nur Dein Gehalt und Deine Renteneinzahlungen, die sich verändern (vorausgesetzt nur Du nimmst Elternzeit). Auch Eure gemeinsamen Ausgaben werden sich verändern: 

  • Die Grundausstattung für’s Baby kostet ein paar Euro. Wie teilt Ihr diese auf? 
  • Alle paar Monate benötigt der Nachwuchs neue Kleidung und irgendwann teure Kinderschuhe. Wer bezahlt diese?
  • Irgendwann wird das kleine Wesen groß und damit werden gemeinsame Urlaube, Ausflüge und Lebensmittelkosten teurer. Wer übernimmt diese Zusatzkosten?

​Den steigenden Ausgaben, stehen die geringeren Einnahmen durch reduzierte Arbeitszeiten entgegen. Ganz egal, wer von Euch beruflich zurücksteckt!

Ein zweiter Aspekt, der ab der Geburt Thema wird, ist die gegenseitige Absicherung. ​Risiko-Lebensversicherungen, Bausparverträge oder eine Hochzeit werden zum Thema – denn finanzielle Absicherung der geliebten Menschen spielt plötzlich eine ganz andere Rolle. 

Wie entscheidet Ihr, wo Eure finanzielle Reise hingehen soll? Wie eng möchtet Ihr miteinander in Finanzfragen zusammenarbeiten? Wie viel Eigenständigkeit behalten? 

Die Antworten auf diese Fragen werden Euch auch näher zur Antwort bringen, ob eine Ausgleichszahlung von einem zum anderen Partner für die Erziehungszeiten fließen sollte. ​

Macht Eure finanzielle Zukunft zum gemeinsamen Thema. Nutzt die Geldgespräche, um herauszufinden mit welchem Modell Ihr Euch beide wohl und fair behandelt fühlt.

3. Die passende Form des Ausgleichs

Deine ursprüngliche Frage zielte darauf ab, ob Dein Freund Dir einen Ausgleich zahlen sollte für die 2 Jahre, die Dir bei der Rente fehlen werden. Das „Ob“ werdet Ihr gemeinsam beantworten.

Viel spannender ist die Frage nach dem „Wie“ des Ausgleichs. Denn ist die Differenz des zukünftigen Rentenbetrags wirklich das, was Dein Freund Dir zahlen bzw. für Dich separat ansparen sollte?

Der Weg zu Eurer Lösung

Um diese Frage zu beantworten, gilt es viele Faktoren zu berücksichtigen:

  • Wer verzichtet zugunsten der gemeinsamen Familie auf was?
  • Wer gewinnt durch den vermeintlichen Verzicht etwas viel wertvolleres?
  • Verzichtet einer auf sein Einkommen, der andere übernimmt dafür alle gemeinsamen Ausgaben?
  • Ist der Kinderwunsch bei beiden ähnlich stark ausgeprägt?
  • Wie sieht die Unterstützung für die Karriere des Partners aus?

Ein Ausgleich ist auf viele Arten möglich. Er kann in finanzieller Form erfolgen, in einem Vertrag festgehalten oder in Form von Arbeits- und Aufgabenteilung für das gemeinsame Projekt „Familie“ gestaltet werden.

Entscheidet Ihr Euch für eine finanzielle Ausgleichszahlung gilt es, gemeinsam durchzurechnen um welche Summe es sich handelt. Legt das Geld langfristig an, vielleicht entscheidet Ihr Euch einen ETF zu kaufen und stellt sicher, dass Ihr Euch einig seid, wie und wann der Ausgleich erfolgt.

​Die berufliche Auszeit für die Familie kann durch Unterstützung, Geld, Zeit oder auf jede erdenkliche andere Art ausgeglichen werden – wichtig ist, dass Ihr Euch einig seid! 

​4. ​Der Umgang mit dem Umfeld

​Last but not least waren da noch die anderen Menschen, die Deine Vorstellungen bzgl. eines Ausgleiches durch Deinen Freund in Frage stellen oder abwerten.

​Warum beschäftigt Dich die Meinung anderer Menschen überhaupt?

Ein Baby wird Euch zu einer Familie machen. Die engste Bindung, die es zwischen zwei Menschen überhaupt geben kann. Und eine so wertvolle Bindung, die Ihr nicht von Außenstehenden in Frage stellen lassen solltet.

Die Meinung anderer, einfach stehen lassen und sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, funktioniert immer dann, wenn Ihr Euch Eurer Sache sicher seid.

Der Weg zu Eurer Lösung

​Wenn Ihr gemeinsam die ersten drei Punkte für Euch abgeklärt habt. Euch wirklich einig seid. Euren gemeinsamen Weg für Euch definiert habt. Spätestens dann wird es Dir und Euch nicht mehr schwer fallen, die Meinung anderer in Bezug auf Eure ganz privaten Entscheidungen, nicht mehr an Euch heranzulassen.

​Klar, Du kannst Deine engsten Freunde oder Deine Familie um Rat fragen. Erfahrungen anderer sammeln. Ihr könnt Euch mit Eurem Umfeld austauschen und von ihnen lernen.

Schlussendlich trefft Ihr jedoch Eure eigenen Entscheidungen. Trefft sie und steht zu ihnen – denn ihr habt gute Gründe dafür und sie machen Euch und Eure Familie zu dem, was Ihr seid!

​Liebe ​Zoe, 

wir wünschen ​Euch beiden alles Liebe und Gute für Euren Start als Familie. Wir drücken die Daumen, dass Euer Kinderwunsch bald in Erfüllung geht und Ihr ein gesundes und fröhliches Baby bekommt. Denn das steht über allem! Egal, wer die Kinderbetreuung übernimmt, wer wen in welcher Form ausgleicht und was Euer Umfeld dazu sagt – geht Euren Weg und genießt das Familienleben!

​Beste Grüße​Marielle & Mike​

Hast Du auch noch einen Tipp für ​Zoe? Dann tippe ihn in die Kommentare. 

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