Hallo,

das Jahr hat gerade begonnen. Die Zeit der Vorsätze und Veränderungswünsche ist im vollen Gange. Eine Idee könnte sein, dass Du Dich in 2018 ganz persönlich weiterentwickeln willst. Doch was passiert, wenn Dein Partner da so gar keine Lust drauf hat und Euren Alltag ziemlich gut so findet wie er ist?

Genau zu diesem Thema freuen wir uns über den letzten Gastbeitrag während unserer Zeit am anderen Ende der Welt. Bevor wir zurückkommen hat Jule, die Monetenqueen, einen sehr persönlichen Beitrag für Dich – wir hoffen, er ist auch für Dich ein Anstoß für einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!

 

Bühne frei für Jule, die Monetenqueen:

Beeinflusst dich dein Partner MEHR, als du denkst?

Eigentlich wollten wir doch gar nicht MEHR, oder?

2017 waren mein Mann Mirko und ich bereits 12 Jahren glücklich zusammen und 4 Jahre ebenso glücklich verheiratet, eigentlich. Seit 2015 wirbelt auch unser kleiner Sohn unser Leben mächtig auf. Wir führten bis dato ein normales durchschnittliches, fast schon spießiges Leben in Sachsens Hauptstadt. Wir gingen jeden Tag unserem Job von 9 bis 17Uhr nach, Tag ein Tag aus.

Mirko war mit seinen Mitte 30 eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben. Er arbeitete als Verkäufer im Innendienst in einem kleinen mittelständigen Unternehmen und das schon seit 12 Jahren. Die Arbeit machte ihm Spaß, er war zufrieden. Auch privat lief alles in seinen Bahnen, er fuhr gern Mountainbike und er unternahm viele gemeinsame Ausflüge mit unserem Sohn und mir. Grundsätzlich lebte er von Tag zu Tag, ohne sich groß über seine Zukunft oder gar Ziele im Leben Gedanken zu machen. Sein Arbeitsalltag war meist ein wenig unstrukturiert, aber er nahm es so hin. War eben so.

Ich, mit meinen auch Mitte 30 hingegen war ganz und gar nicht zufrieden mit meinem Leben. Im Job und der Karriere lief es absolut nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber ich regte mich nie darüber auf, sondern versuchte, etwas dagegen zu unternehmen. Ich suchte einen Ausweg aus meiner Unzufriedenheit und fand ihn in der Weiterbildung. Ich begann mich mehr und mehr mit mir, meinen Träumen und Zielen zu beschäftigen und las unzählige Bücher über Persönlichkeitsentwicklung. Daraufhin probierte ich viele neue Sachen aus und begann planvoll in meine Zukunft zu starten. So entstand auch mein Blog Monetenqueen.

Ich konnte mir nicht vorstellen, jemals voll zufrieden zu sein und aufzuhören, mich weiter zu entwickeln. Da kann ich mich gleich ins Grab legen. Auch dass Mirko mit seinem Leben so zufrieden war, konnte ich nicht nachvollziehen. Aber ich verurteile ihn nicht, es war schließlich sein Leben.

Wenn man denkt, da draußen ist nicht MEHR zu erreichen, wofür soll man dann MEHR machen oder etwas verändern? So war sein Glaubenssatz. Meiner war ein ganz anderer. Ich war immer der Ansicht, dass da draußen noch so viel MEHR auf mich wartet, entdeckt und erreicht zu werden. Meine Ziele waren immer gigantisch groß, Mirko hingegen hatte keine.

Doch wie lange konnte das gut gehen?

 

Ein seltsam bedrückendes Gefühl

Ich hatte zunehmend das Gefühl, wir lebten in unterschiedlichen Welten. Für mich war Stillstand gleich Rückschritt und Mirko fühlte sich wohl im Stillstand. Manchmal umgab mich daher ein seltsam bedrückendes Gefühl. Fast so, wie es Andreas Bourani in seinem Lied „Auf anderen Wegen“ beschreibt:

Du willst gehen, ich lieber springen

Wenn du redest, will ich singen

Du schlägst Wurzeln, ich muss fliegen

Wir haben die Stille um uns totgeschwiegen

(Songtext-Quelle: Google Play Music)

Andreas Bourani schreibt hier von Trennung und Freigeben. So extrem, wie er das beschreibt, war es bei uns nicht.

Aber wie sah die Zukunft aus? Was würde passieren, wenn ich immer weiter wachsen will und unsere Welten auseinander driften? Die Gefahr bestand.

Ich habe schon Freunde verloren, weil wir uns einfach in unterschiedliche Richtungen entwickelten. Wenn sich die Welten zu weit voneinander entfernen, gibt es keine Gemeinsamkeiten mehr, keine Gesprächsthemen und nur Unverständnis. Du kannst das Leben des anderen dann einfach nicht mehr nachvollziehen, ihr streitet euch und so weiter.

Uns ging es grundsätzlich, wie in dem Lied, bis auf die letzte Zeile „Wir haben die Stille um uns totgeschwiegen“. Das haben wir definitiv nicht getan.

Wir führten schon immer eine sehr vertrauensvolle und offene Beziehung und sprechen eigentlich über alles. Auch haben wir viel über Ziele und persönliche Weiterentwicklung gesprochen, zumindest von meiner persönlichen Weiterentwicklung. Das war auch okay, war Mirko ja mit seinem Leben zufrieden.

Es war mir sehr wichtig, dass Mirko immer in meine Welt reinschaut, auch wenn seine Welt ganz anders aussah. Ich habe ihn immer an meinen neuen Erkenntnissen und klugen Sprüche teilhaben lassen. Gerade wenn er an einen Punkt kam, beruflich oder privat, wo er nicht weiter kam.

Oft rollten seine Augen dabei und er meinte „Du und deinem Psycho Gequatsche“. Störte mich nicht. Ich habe aber auch nicht damit aufgehört. Ich habe es nur kurzfristig reduziert bis er wieder aufnahmefähig war. Viel wichtiger war aber, was das „Psycho Gequatsche“ mit ihm machte.

 

WTF -Was ist denn hier los?

Irgendwann fing Mirko nämlich an, mir bei Problemen oder Schwierigkeiten dieselben klugen Sprüche und Ratschläge zu geben, wie ich ihm vorher. Zuerst wusste ich gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Schlägt er mich da mit meinen eigenen Waffen?

Aber es war ja zu meinem Besten und das fand ich irgendwie cool und er half mir damit ja auch. Hatte ich doch unbewusst so einen Einfluss auf ihn gehabt? Hat er mir doch zugehört und drüber nachgedacht? Über all die Sprüche und Tipps, über all das „Psycho Gequatsche“?

Auch erzählte ich ihm eher beiläufig von einem coolen Vertriebsseminar, was ich von meiner damaligen Arbeit aus besuchen wollte. Das zu erwähnen war nichts Ungewöhnliches, wir sprechen eigentlich über alles, was uns bewegt.

Doch eines Tages kam er zu mir und meinte, auch ganz beiläufig: „das Vertriebsseminar hab ich jetzt auch gebucht„. Auch das war eine komische neue Situation für mich. Ich war es ja gewohnt, so was immer allein durchzuziehen. Ich habe mich aber sehr über sein Interesse an Weiterbildung gefreut, die erstmals über ein klassisches Seminar hinaus ging.

Schon im Vorfeld des Seminars haben wir uns über den Verkaufstrainer und seine Tipps und Strategien ausgetauscht. Auch ein Buch des Verkaufstrainers, welches ich mir als Urlaubslektüre eingepackt hatte, fiel Mirko in die Hände.

Der Ich-lese-keine-Fachbücher-Leser konnte das Buch kaum weglegen. Da hatte ich kurz (ja nur ganz kurz) Panik, mich mit meinem Mann über Fachbücher zu streiten: „Nein, das lese ich jetzt!“. Eine Situation, die mit bis dato völlig fremd war. Aber das war nur der Anfang.

 

Das Vertriebsseminar

Man muss dazu sagen, das Seminar war nicht einfach nur ein „Vertriebsseminar“ im klassischen Sinne. Es war ein 2-Tages Event mit Sport-Einheiten zwischendurch und Live-Musik. Teilnehmerzahl so um die 2.000.

Ich hatte schon von Kollegen gehört, wie wahnsinnig cool das Event sein soll. Mirko wollte sich aber selber einen Eindruck machen, daher habe ich nichts gesagt.

Diese Atmosphäre war einfach der Hammer. 2.000 Menschen, die sich an ihrem Wochenende Zeit nahmen, um sich weiterzubilden.

Es war eines der schönsten Herbstwochenenden und die Halle war trotzdem an beiden Tagen rappelvoll. Es ging natürlich um Vertriebsthemen, aber nur zu 70 %, laut Veranstalter. Der Rest behandelt das Thema Erfolg und was du brauchst, um noch erfolgreicher zu werden.

Ich war begeistert von diesem Seminar und Mirko war auch hin und weg. Er hatte keine Ahnung, dass Seminare so inspirierend und motivierend sein können. Dieses Seminar hat unser Leben ganz schön durcheinander gebracht.

Positiv.

Schon während des Seminars begann er, seine alten Glaubenssätze und Einstellungen, gerade in Bezug auf seine Arbeit, zu hinterfragen. Er begriff Stück für Stück, dass dort draußen tatsächlich noch soo viel MEHR zu erreichen ist. Er tauchte mehr und mehr in meine Welt mit ein.

Ich hatte das Gefühl, dass sich unsere Welten, die vorher so weit weg schienen, verschmolzen. Es war ein tolles Gefühl. Das Lied „Life“ von Haddaway blieb uns auch nach dem Vertriebsseminar im Ohr. Aus den Lautsprechern tönte „Life will never be the same“, als wir die Halle am Sonntag verließen. Und Haddaway sollte recht behalten.

 

Life will never be the same

Nach solchen Seminaren ist man die ersten ein, zwei Wochen hochmotiviert und dann flacht das wieder ab. Man ist im Alltag angekommen und hat sich wieder den Kollegen angepasst. Aber nicht bei Mirko. Ihn hat das Thema so mitgerissen, dass er schon kurz nach dem Seminar die ersten Gewohnheiten änderte.

Eines Morgens wachte ich auf, Mirko war schon wach. Wer mich kennt weiß, dass ich schon zu unchristlichen Zeiten aufstehe (gegen 4Uhr). Ich fragte ihn, was er da mache. Und er meinte, er plane seinen Tag. Da war ich beeindruckt. Nun sitzen wir beide morgens und manchmal sogar abends vorm Einschlafen da und schreiben unsere Ziele und Pläne auf. Irgendwie ziemlich cool, finde ich.

Dieses Seminar ist nun schon über 6 Wochen her und Mirko zieht das immer noch durch. Und schon jetzt merkt er, wie sich sein Leben dadurch verändert.

Seine Art zu arbeiten hat sich um 180 °C gedreht, er arbeitet viel strukturierter und agiert statt nur zu reagieren. Dabei ist er wahnsinnig diszipliniert und mit großer Leidenschaft dabei. Er macht sich auf einmal Gedanken über seine Ziele, legt langfristige Ziele fest und arbeitet daran. Er meint selber, er hat festgestellt, dass er nur mit Zielen auch wirklich besser werden kann.

Dazu fällt mir gleich wieder ein guter Spruch ein, der dazu passt:

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.

(Laozi, chinesischer Denker)

Und hier hat sich dieser Spruch mal wieder bestätigt. Wenn du nicht weißt, wo hin du gehen willst, wie sollst du dann deinen Weg finden? Mirko hat sein Ziel gefunden und damit auch eine Richtung, in die er gehen will. Er ist hoch motiviert und will noch viel MEHR erreichen in seinem Leben, auf Arbeit in seinem Bereich.

Das wiederum motiviert auch mich, immer an meinen Zielen dran zu bleiben. Wir puschen uns gegenseitig, an unseren Zielen dran zu bleiben, für das MEHR im Leben. Es liegt eine Motivation, Inspiration und Leidenschaft in der Luft – Wahnsinn.

 

Mein Fazit

Jim Rohn, ein amerikanischer Motivationstrainer, hat einmal gesagt: „Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst“. Ich habe mir den Spruch schon früh zu Herzen genommen und mein Umfeld bewusst gewählt.

Und natürlich hatte ich heimlich gehofft, unbewusst einen kleinen Einfluss auf Mirko zu haben. Schließlich verbringen wir sehr viel Zeit miteinander. Unsere Gespräche sowie dieses gemeinsame Erlebnis auf dem Vertriebsseminar haben ihm die Augen geöffnet.

Es ist schön zu sehen, dass Menschen ihr Potential selbst erkennen, indem man ihnen Inspiration dazu gibt. Ganz ohne Zwang zur Selbsterkenntnis. Ich habe Mirko an meiner Welt teilhaben lassen, habe ihn zum Nachdenken gebracht und auf einmal wollte auch er MEHR im Leben erreichen. Wir haben unsere Welten wieder näher zusammen gebracht, für eine gemeinsame Zukunft.

Wenn dir diese Geschichte gefallen hat, erzähl sie gern weiter und teile sie.

Vielleicht ist es ja auch bei dir und deinem Partner an der Zeit, eure Welten wieder näher zusammen zu bringen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Ich danke dir für deine Zeit, sie ist das wertvollste was wir haben.

Deine Jule von monetenqueen.de

 

 

Über Jule

Jule blogt seit nunmehr einem Jahr auf monetenqueen.de  rund um das Thema persönliche Finanzen. Dabei gibt sie praktische Tipps für den bewussteren Umgang mit Geld. Sie zeigt dir, wie du ganz einfach mehr Geld sparen und verdienen kannst.

 

 

Vielen Dank, liebe Jule für diese inspirierenden Zeilen – wir selbst werden 2018 das von Dir empfohlene Vertriebsseminar besuchen und sind schon wahnsinnig gespannt!

Viele Grüße

Marielle & Mike

Beeinflusst dich dein Partner MEHR, als du denkst? (Gastbeitrag)

4 Gedanken zu „Beeinflusst dich dein Partner MEHR, als du denkst? (Gastbeitrag)

  • 10. Januar 2018 um 16:39
    Permalink

    Sehr schöner Beitrag, vielen Dank Jule!
    Vor allem der erste Teil kommt mir sehr bekannt vor 🙂
    An dem Zweiten Teil, dem „Happy End“ arbeite ich noch….
    Wie heißt es so schön „am Ende wird alles gut, wenn es nicht gut ist, ist es nicht am Ende“.

    Antworten
    • 13. Januar 2018 um 06:55
      Permalink

      Hallo Roland,
      schön, dass Du Dich mit Jule’s Worten identifizieren kannst. Wir geben den Dank und das Lob an sie weiter 🙂
      Wenn das Leben ideal wäre und somit am Ende, wäre das ja auch irgendwie langweilig und vor allem wenig motivierend dann weiter zu machen – von daher drücken wir Dir die Daumen, dass Du dem Happy End immer näher kommst, dass Dir aber immer die Motivation weiter zu machen erhalten bleibt.
      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
    • 13. Januar 2018 um 06:51
      Permalink

      Hallo Detlef,
      vielen Dank – das freut uns, dass Dir der Artikel gefällt und wir geben das Lob an Jule weiter!
      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten

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