Am 24. August 2016 begann unsere Investition in die Deutsche Börse AG. Seitdem folgten zwei Nachkäufe.

Wie tragen wir die Entscheidung zum Nachkauf, obwohl der Aktienpreis stark angestiegen ist?

Das erfährst Du in diesem Artikel.

Dazu gehen wir Schritt für Schritt unsere adaptierte Levermann-Strategie durch um unser Vorgehen zu durchleuchten.

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Bevor es los geht – wichtig: Dieser Artikel ist und beinhaltet KEINE Kaufempfehlung. Wir möchten mit unseren Analysen lediglich für Transparenz in unseren Investitionen sorgen, Diskussionen anregen und mit Dir in den Austausch treten.

Diese Aktienanalyse hat Mike für Dich verfasst.

 

Schritt 1 – interessante Aktien auswählen

Um die Deutsche Börse AG gab es 2016 und 2017 einiges an Medienberichten.

Im Februar 2016 veröffentlichten die Deutsche Börse und die London Stock Exchange ihr Vorhaben zu fusionieren. Es war bereits der dritte Anlauf!

Schon einen Monat später waren die beiden Unternehmen handelseinig.

Am 23. Juni 2016 entschlossen sich 51,89 % der Wähler für den Brexit. Auch heute wird mit Folgen für die Banken- und Unternehmenwelt in London und Co gerechnet.

Geplatzt. Im März 2017 kam das dritte Aus für eine mögliche Fusion. Der Grund?

Ein DeFacto-Monopol für festverzinsliche Finanzinstrumente.

Alle Details sind im Handelsblatt nachzulesen.

Mit diesen Neuigkeiten blieb die Deutsche Börse AG auch nach unserem ersten Kauf verstärkt in unserem Blickfeld. Ab zu Schritt 2, der die Basis für unser Erstinvestment darstellte.

 

Schritt 2 – Zahlen, Zahlen, Zahlen

Laut unserer Levermann-Strategie steht zu Beginn einer potenziellen Investition das Zahlenwerk. Unsere quantitative Analyse erfolgt bei deutschen Aktien vollautomatisch – für ausländische Aktien erneuern wir die Daten einmal im Quartal manuell.

Eigenkapitalrendite:

18,07 % (0 Punkte)

EBIT-Marge:

51,87 % (1 Punkt)

Eigenkapitalquote:

3,67 % (-1 Punkt)

Aktuelles KGV:

16,01 (-1 Punkt)

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

22,16 (-1 Punkt)

Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

14,67 % (1 Punkt)

Aktueller Kurz vs. Kurs vor zwölf Monaten:

28,57 % (1 Punkt)

Kursmomentum:

kein Trend (0 Punkte)

Durchschnittliche  Dividendenrendite der letzten 10 Jahre:

1,93 % (0 Punkte)

Gewinnwachstum:

142,77 % (1 Punkt)

 

Alles in allem ergibt das 1 ernüchternen Punkt. Laut Levermann-Strategie ist dies kein Kauf, sondern wäre sogar ein Verkauf. Allerdings handeln wir nicht eins zu eins nach dieser Strategie, sondern benutzen die Zahlen lediglich, um eine erste Überprüfung durchzuführen.

Bei unserem ersten Kauf stand die Levermann-Ampel auf grün, sprich 4+ Punkte. Leider hatten wir vergessen, die damaligen Punkte zu dokumentieren, weshalb wir Dir nur die aktuellen anbieten können.

 

Schritt 3 – die qualitative Seite der Entscheidung

Durch den Brexit kommt Bewegung in Europa und in Frankfurt ist spürbar, dass die britischen Unternehmen auf eine Wanderung einstellen. Viele wird es in Deutschlands Finanzmetropole führen und den hiesigen Börsenplatz verändern.

Ob und wie stark diese Veränderung positiv ausfallen wird, können wir nicht vorhersehen. Stand jetzt gehen wir davon aus, dass der Brexit den Börsenstandort Frankfurt stärken wird, wovon die Deutsche Börse AG profitieren würde. Wagen wir einen kleinen Einblick in das Dax-Unternehmen.

 

9 Geschäftsfelder der Deutsche Börse AG

Mit den folgenden 9 Geschäftsfeldern deckt die Deutsche Börse AG ein breites Spektrum ab. Sie bedient damit eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden und sichert sich somit gegen etwaige Ausfälle zum Beispiel aus dem Privatsektor ab.

 

1. Pre-IPO und Listing

Die Deutsche Börse investiert in junge Unternehmen v. a. aus der Fintech-Branche, vor ihrem Börsengang. Der nächste Schritt ist dann die Börsennotierung an der Frankfurter Börse. Damit schafft die Deutsche Börse AG für Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt und für Investoren wie Dich die Voraussetzungen an diesen teilzuhaben.

 

2. Handel

Über die Handelsplätze der Deutschen Börse kannst Du Aktien, ETFs, ETPs, Anleihen, Derivate, Emissionsberechtigungen und andere Finanzinstrumente erwerben und veräußern.

 

3. Clearing

Kreditausfallriskien für Käufer und Verkäufer werden durch Clearing für Derivate, Aktien und deren Finanzierung sowie Währungs- und Rohstoffgeschäfte gemindert.

 

4. Abwicklung

Geld muss gegen Wertpapiere getauscht und die Buchungen in Euren Depots korrekt durchgeführt werden. Diese Abwicklung der Geschäfte nach dem Handel und dem Clearing gehört zum Kerngeschäft der Deutschen Börse AG.

 

5. Verwahrung

Nachdem Du Wertpapiere gekauft hast, kümmmert sich die Deutsche Börse AG darum, dass Kapitalmaßnahmen durchgeführt und Dividendenzahlungen korrekt abgewickelt werden. Alles muss entsprechend dokumentiert werden, damit Deine Depotbank die Infos zur Verfügung stellen kann.

 

6. Sicherheiten- und Liquiditätsmanagement

Ein separater Geschäftsbereich verantwortet, dass regulatorische Anforderungen aufgrund von Gesetzen befolgt und dadurch alle Sicherheitsthemen aus einer Han kommen.

 

7. Marktdaten

Zur Aktienanalyse werden historische Daten, innovative Big Data-Analysen und Echtzeit-Daten benötigt. All das stellt die Deutsche Börse AG für Dich bereit.

 

8. Indizes

Du willst in Indizes (abgebildet durch ETFs) investieren, der TV-Moderator soll die Gesamtdeutsche Wirtschaftslage beurteilen oder aktien bestimmte Themenbereiche sollen bewertet werden. Die Deutsche Börse AG sorgt dafür, dass die benötigten Indizes – so beispielsweise der DAX – überhaupt darstellbar sind.

 

9. Technologie

Um all das umzusetzen arbeitet die Deutsche Börse natürlich mit neuesten Technologien und betreibt Plattformen, die ihre Kunden nutzen – denn Papier und Zettel fändest Du sicherlich auch zu langsam.

 

Für eine detailierte Übersicht der Geschäftsfelder kannst Du Dir die Aufstellung auf der Unternehmensseite anschauen.

 

Marken der Deutsche Börse AG

In der Gruppe befinden sich eine Vielzahl bekannter Marken, wovon Du die eine oder andere bereits genutzt haben wirst. Darunter fallen unter anderem: Börse Frankfurt, Xetra®, Tradegate, STOXX® oder Eurex®.

Wenn Du Dich für Aktien interessierst, werden Dir diese Marken geläufig sein. Als wir begannen unsere ersten Aktien zu kaufen, waren uns die Namen schnell ein Begriff. Das Markenbewusstsein sollte in der Zielgruppe daher vorhanden sein.

 

CEO der Deutsche Börse AG

Seit Beginn des Jahres ist Theodor Weimar neuer CEO der Deutsche Börse AG. Damit löste er Carsten Kengeter ab, der beim Fusionsversuch mit der Londoner Börse durch Insiderhandelsvorwürfe in die Schlagzeilen geriet.

Weimar fordert schnelles Handeln und eine Entwicklung des Unternehmens. Dies demonstrierte er kurzer Hand, indem er den erweiterten Vorstand der Deutsche Börse AG kurz nach Antritt abschuf.

Mit dem Führungswechsel wird ein weiteres spannendes Kapitel des Unternehmens eröffnet.

 

Zwischenfazit

Die Deutsche Börse AG bietet viel Potential für Zukunftsträume.

Wie wird sich der Brexit auf das Unternehmen und den Standort Frankfurt auswirken?

Wird es weitere Versuche einer Fusion zwischen der Deutsche Börse AG und dem London Stock Exchange geben?

Wie werden die Neuausrichtungen durch Theodor Weimar aufgenommen und umgesetzt?

 

Warum die Nachkäufe?

Bis jetzt bleibt noch ungeklärt, warum wir insgesamt drei Mal bei die Deutsche Börse AG kauften.

Wie beurteilst Du, ob Du Aktien nachkaufen solltest?

Das eindeutigste Szenario: Du bist vom Unternehmen überzeugt und siehst die Aktien in x Monaten um y Prozent höher stehen, der Aktienpreis gibt zunächst nach und verschafft Dir einen günstigeren Nachkaufpreis.

Was aber, wenn die Aktie steigt und steigt und steigt?

Unser Einstiegspreis lag bei 75,16 Euro. Die zweite Ladung kauften wir bei 103,19 Euro im Februar 2018, nur um einen Monat später für 110,30 Euro erneut aufzustocken.

Wieso entschieden wir uns, zu diesen Preisen weiter zu kaufen?

 

Schritt 1 – Kennzahlen ermitteln

Du gehst zu OnVista und gibst den Unternehmensnamen in das Suchfeld ein: Deutsche Börse bei OnVista. Anschließend klickst Du auf Kennzahlen – Fundamental. Dort findest Du den Gewinn pro Aktie. Zum Nachkaufzeitpunkt war der Wert für 2017 noch ein Schätzwert – dies erkennst Du an dem „e“ an der Jahreszahl, weshalb ich in diesem Beispiel mit dem Wert aus 2016 rechnen werde.

Zusätzlich benötigst Du noch das geschätzte, durchschnittliche Gewinnwachstum. Dazu schaust Du Dir alle abgebildeten Daten an und überlegst einen realistischen Wert. Um die Euphorie etwas zu drücken ziehst Du noch ein paar Prozentpunkte von Deiner ersten Schätzung ab.

Zuletzt benötigst Du einen weiteren Schätzwert: das KGV in 10 Jahren.

Daraus ergeben sich für die Deutsche Börse folgende Datenpunkte:

⇒ Gewinn pro Aktie in 2016 betrag 6,81 Euro.

⇒ Gewinnwachstum geschätzt auf 9 Prozent.

⇒ Geschätztes KGV in 10 Jahren von 16.

 

Schritt 2 – Renditeforderung festlegen

Auf die nächsten 10 Jahre gerechnet, was erwartest Du für eine durchschnittliche, jährliche Rendite für Deine Investition?

Wir wollen mindestens 8 Prozent im Jahr aus unserem Investment herausziehen.

 

Schritt 3 – Zukunftswerte ausrechnen

Um herauszufinden, ob wir zu einem bestimmten Preis noch kaufen können, benötigen wir 3 weitere Werte. Diese errechnen wir aus den Kennzahlen aus Schritt 1 und Schritt 2.

⇒ Welchen Wert wird der Gewinn pro Aktie in 10 Jahren annehmen?

⇒ Wo wird der Aktienpreis in 10 Jahren stehen?

⇒ Um welchen Faktor hat sich der Aktienpreis in 10 Jahren vervielfacht, bei einer Rendite von 8 Prozent?

Um den Gewinn pro Aktie in 10 Jahren auszurechnen, benötigst Du folgende Formel: Aktuelles EPS * (1 + Gewinnwachstum) ^ 10

Daraus ergibt sich: 6,81 * (1 + 1,09) ^ 10  = 7,69 Euro

Für den Aktienpreis in 10 Jahren multiplizierst Du den Gewinn pro Aktie in 10 Jahren mit dem KGV in 10 Jahren, also 7,69 Euro * 16 = 257,95 Euro

Der Faktor ergibt sich aus der Renditeforderung ^ 10, also 1,08 ^10 = 2,16

 

Schritt 4 – Heutigen Preis ermitteln

Als letztes ermittelst Du den Preis, zu dem Du heute kaufen kannst und 8 Prozent Rendite bekommen würdest.

Dazu teilst Du den Aktienpreis in 10 Jahren durch den Faktor.

⇒ 257,95 Euro / 2,16 = 119,42 Euro

Sollten Deine Annahmen stimmen, dann sind 119,42 Euro der Preis zu dem Du maximal kaufen solltest, um in den nächsten 10 Jahre eine durchschnittliche, jährliche Rendite von 8 Prozent zu erwarten.

Kaufst Du beispielsweise für 99 Euro die Aktie der Deutsche Börse AG, könntest Du eine durchschnittliche, jährliche Rendite von 10 Prozent auf die nächsten 10 Jahre erwarten.

 

Ein Wort der Vorsicht

Diese Herangehensweise ist eine simple Methode, um zu entscheiden, ob ein Nachkauf oder ein Einstieg lohnenswert sein können. Wie jedes andere Modell auch basiert es auf Zukunftsannahmen. Wieso ist das wichtig?

Niemand kann in die Zukunft schauen und die Werte können sich durch unvorhergesehene Entwicklungen völlig anders entwickeln.

Daher ist dies kein Garant, sondern lediglich ein weiteres Puzzelteil, um eine (hoffentlich) erfolgreiche Entscheidung zu treffen.

 

Fazit

Mit etwa 26 Prozent im grünen Bereich sind wir bisher mega zufrieden mit unserem Investment in die Deutsche-Börse-AG-Aktie. Wohin die Reise gehen wird erfahren wir in den kommenden Monaten und Jahren. Zurzeit tendiere ich eher dazu, weiter aufzustocken und meine Position Stück für Stück auszubauen.

Wie siehst Du das? Bist Du in die Deutsche Börse AG investiert?

Wie Du einen Nachkauf entscheidest: 3 Mal Deutsche Börse AG

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