Hochzeit absagen oder verschieben wegen Corona? Tipps einer Familienrechtsanwältin!

Familienfeste in den kommenden Monaten werden eine Herausforderung sein. Bis Ende August 2020 waren Großveranstaltungen untersagt. Auch Feierlichkeiten, die nur kleine Familien betreffen, stehen unter dem Infektionsrisiko in einem anderen Licht. Auch in 2021 startet Deutschland in einem Lockdown…

Und so lesen und hören wir von mehr Hochzeiten, Taufen oder ähnlichen Veranstaltungen, die verschoben oder sogar abgesagt werden sollen. Als Paar ist diese Entscheidung eine riesige Herausforderung! Denn lange ist das Hochzeitsfest geplant, viele Menschen hängen daran und Ihr habt Euch darauf gefreut.

Weil an so einer Absage der Hochzeit vor allem auch viel Geld hängt, haben wir ein Interview mit Christiane Warnke (Rechtsanwältin mit Fokus auf Familien- und Vertragsrecht) geführt. 

Im Interview erfahrt Ihr, was es beim Verschieben oder Absagen des Hochzeitsfestes zu beachten gibt und wie Ihr am besten vorgeht. Gilt natürlich auch für alle anderen Veranstaltungen, die Ihr aufgrund von Corona absagen oder verschieben möchtet. 

Höre direkt ins Interview rein: 

Im Artikel haben wir die wichtigsten Antworten zusammengefasst und eine kleine Checkliste für Euch erstellt, solltet Ihr Eure Hochzeit absagen oder verschieben wollen. 

Mit Christiane Warnke haben bereits vor einiger Zeit ein Interview zum Thema Ehevertrag geführt. Hier durften wir so viel über die Folgen einer Eheschließung lernen – danke dafür! 

Heute möchten wir über einen Schritt davor sprechen – die Hochzeit selbst und zwar unter erschwerten Bedingungen aufgrund der aktuellen Corona-Krise.

Warum ist „Corona“ eine so große Herausforderung für angehende Ehepaare?

Hochzeiten und Corona ist im Moment ein großes Thema! Nicht nur weil die Hochzeitssaison gerade bevorsteht, sondern vor allem, weil viele Paare unsicher sind, wie sie in der aktuellen Situation mit ihren bereits geschlossenen Verträgen umgehen sollen: 

Welche Verträge haben wir? Wie sieht es aus, wie kann ich Verträge kündigen? Muss ich daran festhalten? Was ist mit Anzahlungen etc.?

Die Hochzeit ist ja immer so der schönste Tag im Leben und oft sehr sehr lange geplant. Und was passiert im Moment? Gaststätten dürfen nicht öffnen, Take Away ist keine wirkliche Option für eine Hochzeit.

Eine Hochzeit besteht ja meist aus vielen verschiedenen Bausteinen; für die Hochzeit werden ganz, ganz viele verschiedene Verträge geschlossen. Das geht los mit dem Restaurant möglicherweise Hotelbuchungen für Gäste oder ich bestelle einen einen Caterer. Wir suchen Räumlichkeit aus, ich brauche einen Fotografen, ich brauche Kuchen, brauche Dekoration, Musik, vielleicht ein Redner.

Also ich habe viele verschiedene Verträge die ich alle einzeln anschauen muss, wenn wir die Hochzeit jetzt absagen oder verschieben möchten. 

Der Gesetzgeber also unser BGB (das Bürgerliche Gesetzbuch) kennt eigentlich keine höhere Gewalt. Corona oder ähnliche Pandemien sind im Gesetz nicht vorgesehen. Die einzige Ausnahme ist das Reiserecht, das können wir dann später besprechen, wenn es um die Hochzeitsreise geht.

Aber sonst gilt der Grundsatz: Verträge sind einzuhalten!

Und der zweite Grundsatz: Geld hat man zu haben!

Was sagt denn die Gesetzeslage zum Umgang mit diesen Verträgen, die für die Hochzeitsfeierlichkeit geschlossen wurden? 

Solche Sachen wie jetzt gerade passieren, diese Pandemie, hat der Gesetzgeber nicht vorhersehen können und damit nicht eingeplant. 

Das bedeutet, ich habe Verträge geschlossen mit verschiedenen Anbietern von Leistungen. Wenn diese Anbieter ihre Leistung gar nicht erbringen können, haben diese natürlich auch keinen Anspruch auf das Honorar. Wenn ich eine Gaststätte gebucht habe und für das Essen und den Saal einen bestimmten Preis ausgemacht habe. Dann kann dieser Preis natürlich nur verlangt werden, wenn die Leistung erbracht wird.

Das heißt in diesem Fall, dass die Gaststätte auch ein Interesse daran hat, dass der Vertrag aufgehoben wird. Wenn ich allerdings Kuchen bestelle, der kann ja weiterhin geliefert werden. Vielleicht können wir niemanden einladen, der ihn essen kann. Aber der Kuchen an sich, die Leistung, kann erbracht werden. Dennoch ist dann die Frage zu welchem Zweck habe ich den Vertrag geschlossen, macht es Sinn, wenn ich alleine mit 50 Torten da sitze? Wahrscheinlich nicht!

Habe ich zum Beispiel nur einen Raum gebucht und der Konditor sagt, er kann ja liefern. Dann muss man eine Lösung finden, wenn die Hochzeit abgesagt bzw. verschoben wurde.  Denn der Kuchen war ja für die Hochzeit bestimmt, die jetzt aber nicht stattfindet.

Sie können vielleicht später liefern, wenn ich die Hochzeit verschieben kann, aber in dem Moment macht diese Lieferung keinen Sinn.

Es gibt dafür eine Sonderregelung im BGB: Der Wegfall der Geschäftsgrundlage heißt das. Die Geschäftsgrundlage für die Bestellung war, dass die Hochzeit stattfindet, dass ich meine Gäste bewirten kann. Wenn ich das nicht mehr tue, kann ich mit den Torten nichts anfangen, jedenfalls nicht in der Menge.

Welche Unterschiede bei Verträgen sind wichtig zu berücksichtigen?  

Ich muss jeden Vertrag einzeln anschauen, da es verschiedenste Vertragsarten gibt.

Was ist mit dem Hochzeitskleid, wenn ich das in Auftrag gegeben habe bei einer Schneiderin? Das ist das ein sogenannter Werkvertrag.

Andere Verträge wie der mit einem Fotografen oder dem Restaurant sind Dienstleistungsverträge, bei denen eine Dienstleistung geschuldet wird. Bei einem Werkvertrag wird ein Erfolg geschuldet. 

Bestelle ich ein Kleid und die Schneiderin hat vielleicht schon angefangen, dann muss man ihr auch das Geld dafür zahlen. Denn sie kann es ja zuhause fertig machen oder sie hat ein kleines Atelier, welches zwar schließen muss, aber durch einen Abholservice kannst Du dennoch an Dein Kleid kommen. Werkverträge sind also meist das kleinere Problem. 

Auf der anderen Seite stehen Veranstalter, die Künstler, die jetzt auf ihr Honorar verzichten müssen, wenn Ihr Eure Hochzeit absagt. Es ist also ganz schwierig pauschal zu sagen, wie man damit umgehen soll, wenn man die Hochzeit verschiebt, da das „Wann“ auch so ungewiss ist. 

Macht es denn mehr Sinn die Hochzeit erst einmal ganz abzusagen oder lieber zu verschieben?

Die Frage ist, ob man so ein großes Fest einfach 3-4 Monate verschieben kann?

Werdet Ihr so kurzfristig nochmal Räumlichkeiten bekommen und alle anderen Leute, die damit zusammenhängen für den Ersatztag organisieren können? Es ist ja auch so, dass es nicht nur eine einzelne Person betrifft. 

Wenn wir plötzlich anderer Meinung sind oder einen Unfall hatten, dann ist eine Verschiebung leichter möglich als aktuell. Denn Corona betrifft so viele Hochzeitspaare. 

Jeder der schon geheiratet hat, weiß wie sehr man damit beschäftigt ist, alles zu organisieren. Das wird einfach nicht klappen zu sagen: Ach, das machen wir jetzt nächstes Jahr im Mai

Was passiert, wenn wir unsere Hochzeit aus anderen Gründen als Corona absagen oder verschieben möchten?

Wenn du jetzt einfach sagst, wir haben uns doch entschieden wir heiraten nicht – das ist Euer Problem! 

Bei der Corona Pandemie aktuelle hat kein Vertragspartner Schuld daran. Das hat keiner zu vertreten. 

Wenn ihr einfach sagen würde wir lassen die Hochzeit platzen, dann könnte zum Beispiel der Fotograf sagen: Ich habe jetzt die und die Vorbereitung getroffen und für die Arbeit, die ich bisher geleistet habe verlange ich ein Schadenersatz bzw. den Ersatz der Aufwendungen, die ich bisher hatte

Das gilt übrigens auch in Zeiten von Corona! Wenn wirklich schon eine Leistung erbracht ist und zum Beispiel eine Anzahlung geleistet wurde und Ihr sagt ab, obwohl bereits die Organisation in die Hand genommen wurde. Zum Beispiel das Restaurant hat bereits Dekoration geordert oder die Sängerin hat sich auf bestimmte Lieder vorbereitet und dafür auch bereits eine Anzahlung erhalten. Dann müssen die erbrachten Teilleistungen auch honoriert werden, egal ob es stattfindet oder nicht. 

In vielen Verträgen sind aber normalerweise auch Kündigungsfristen drin. 

Wie können solche Fristen aussehen und was bedeutet das für unsere Hochzeitsabsage?

Also grundsätzlich kann z.B. ein Restaurant einen Teil des vereinbarten Preises verlangen, aber nur für Aufwendungen, die erbracht worden sind. Wenn einfach nichts gemacht ist außer der im Kalender eingetragenen Reservierung, und es gibt keinen ausdrücklichen Vertrag, sondern man hat einfach die Buchung gemacht.

Dann gibt es keine weiteren Ansprüche. Das Restaurant bzw. der Veranstalter müssten dann einfach nachweisen welche Arbeit er bisher geleistet hat und die bekäme er entschädigt. 

Ich kann nach dem Gesetz einen Vertrag grundsätzlich kündigen und es gibt immer einen wichtigen Kündigungsgrund. Außerordentliche Kündigungsgründe habe ich, aber mit der Rechtsfolge, dass dann der andere unter Umständen Schadenersatz oder Aufwendungsersatz geltend machen kann. 

Durch sogenannte AGBs oder das Kleingedruckte wie man so schön sagt, kann man quasi eigene Gesetze schreiben: Allgemeine Geschäftsbedingungen werden auch als Individualgesetz bezeichnet. Das heißt ich habe die Möglichkeit, wenn ich vorausschauend war, für bestimmte Fälle, die der Gesetzgeber im BGB nicht erfasst wie z.B. höhere Gewalt spezielle Regelungen zu treffen.

Das gibt mir die Möglichkeit, eigene Regelungen für die Kündigung des Vertrages und pauschale Schadensersatzansprüche zu treffen. Wird die Hochzeit zum Beispiel 4 Wochen vorher abgesagt gleich aus welchem Grund (auch wegen höherer Gewalt), dann stelle ich eine Pauschale für Schadenersatz in Rechnung. Grenzen für die Höhe der Schadensersatzansprüche finden sich dann wieder im BGB.

Aber der Ausweg ist eigentlich für Anbieter von Waren und Leistungen eigene AGBs machen und damit das Gesetz zu ergänzen. 

Wenn man also die Hochzeit absagen möchte, muss man prüfen mit wem man einen schriftlichen Vertrag gemacht hat, ob es solche AGB’s gibt, wenn ja, mit welchem Inhalt und mit wem es eher eine Reservierung auf Zuruf war. 

Wenn mir die Regelungen darin nachteilig vorkommen, sollten diese anwaltlich geprüft werden. 

Ohne solche speziellen Regelungen gilt das allgemeine Recht. 

Was ist Dein wichtigster Tipp, wenn man eine Absage der Hochzeit aufgrund von Corona plant? 

Zuerst einmal eine Liste machen , welche Dienstleister vorhanden sind bzw. welche Verträge bereits geschlossen sind. Jeden einzelnen prüfen und dann in die Gespräche gehen.  

Es trifft ja beide Seiten und Existenzen stehen auf dem Spiel. Bei kleineren Beträgen oder auch kleineren pauschale Abfindungs-bzw.  Abschlagszahlung sollte man überlegen, ob man die Anzahlung wirklich zurück fordern will oder die Hochzeit dann nächstes Jahr wieder im selben Lokal bucht.

Vielleicht wird es angerechnet oder man kann einen Gutschein akzeptieren. Es ist einfach eine Situation mit der keiner rechnen konnte und die alle betrifft. 

Was gibt es denn bei der Hochzeitsreise zu beachten, wenn auch diese der Corona-Krise zum Opfer fällt?

Das Reiserecht hat der Gesetzgeber gesondert geregelt, es ist ein relativ junges Recht im BGB. Dort gibt es Regelungen, dass man bei Pauschalreisen – und nur bei diesen! – zurücktreten kann wenn andere Umstände auftreten z.B. Naturkatastrophen.Hier gibt also den Begriff „höhere Gewalt“ und das ist einzigartig im BGB.

Aber: es wird schon gestritten, ob Corona eine Naturkatastrophe oder etwas Vergleichbares ist. 

Ein Indiz für die Möglichkeit der – kostenlosen – Stornierung ist immer eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt. Das ist derzeit der Fall, aber im Moment nur bis 30.04 also sehr kurzfristig. 

Anders ist es, wenn Ihr keine Pauschalreise sondern einzelne Bausteine (Flug und Hotel separat) gebucht habt. Da gilt wieder das was ich eben gesagt habe: Schaue in die Verträge, welche AGB gelten. Dies muss ich mir bei jedem Baustein einzeln raussuchen, was ist dafür geregelt. 

Hier haben wir also ein starkes Argument für Pauschalreisen.

Gibt es besondere Regelungen, wenn mich Corona ganz persönlich besonders betrifft? 

Gesetzliche Regelungen gibt es nicht für diesen Spezialfall.  Aus einem wichtigen Grund kann ich immer kündigen aber Schadenersatzansprüche aufgrund Gesetz oder AGB kann es immer geben. 

Es besteht die Gefahr, dass der eine oder andere jetzt in Kurzarbeit gerät oder tatsächlich seinen Job verliert und dann schon geschlossene Verträge rund um die Hochzeit nicht mehr bezahlen kann, sind dann auch einfach persönliches Pech. 

Zum 01.04.20 hat der Gesetzgeber zwar das Corona-Gesetz erlassen. Dieses betrifft aber nur Dauerschuldverhältnisse (z.B. Fitnessstudio oder Mietverhältnisse). Für diese Verträge gilt jetzt ein Sonderkündigungsschutz. Das heißt ich habe ein sogenanntes Leistungsverweigerungsrecht – ganz kompliziertes Wort – das es mir gestattet, dass ich für einen Zeitraum von drei Monaten bis zum 30.06.20 die Zahlungen aussetzen kann.

Diese Schuld kann ich dann in zwei Jahren tilgen, heißt ab dem 01.07 muss ich wieder zahlen und dann auch den Rest aus diesen drei Monaten. Ich bekomme lediglich für die Rückstände der drei Monate einen Zahlungsaufschub und zwei Jahren Zeit. Das hat sich geändert aber eben nur für wesentliche Verträge wie Mietverträge.

Dasselbe gilt für Verbraucherdarlehensverträge – nicht jedoch für Verträge mit dem Fitnessstudio oder dem Streaming-Dienst, weil diese nicht als wesentlich anerkannt sind.

Insgesamt gibt es im Moment einfach nur eine Möglichkeit: Man muss reden!

Die neuen gesetzlichen Regelungen gelten auch nur zwischen Unternehmen und Verbrauchern Denn stellt Euch vor, Ihr hättet eine Wohnung gekauft, habt diese finanziert und Euer Mieter möchte jetzt nicht mehr zahlen. Das geht natürlich nicht. Das wäre eine endlose Kette. 

Die Sonderregelung bedeutet auch nur einen Zahlungsaufschub – es ist kein Geldgeschenk! 

Wie sind denn die Regelungen, wenn wir die Hochzeit mit einem Kredit finanziert haben und jetzt die Zahlungen aufgrund der Verschiebung oder Absage nicht mehr benötigt werden?

Es gibt ja durchaus Paare die die Hochzeit von dem Kredit finanzieren und da jetzt im Vorfeld das Geld bereits abgerufen haben. Jetzt haben sie aufgrund der Absage deutlich geringere Ausgaben. Auch da kommt wieder drauf an, was die AGBs des Kreditvertrages sagen. Also es ist sicherlich kein wichtiger Grund weil jetzt das Ereignis für dass das Geld in Anspruch genommen wurde nicht stattfindet. Es geht ja eigentlich nur um das Verhältnis mit der Bank und bei einem Verbraucherkredit besteht die Möglichkeit vielleicht vorzeitig zurückzuzahlen  durch Sondertilgungen.

Auch hier ist der entscheidende Tipp: Reden! Denn dafür hat man ja jetzt in Corona-Zeiten auch etwas mehr Zeit und dann kommt man sicherlich zueinander.

Checkliste zur Absage oder Verschiebung Eurer Hochzeit:

Aus dem Interview mit Christiane Warnke haben wir eine kurze Checkliste für Euch erstellt. Solltet Ihr aufgrund der Corona-Krise Eure Hochzeit oder auch ein anderes Familienfest absagen bzw. verschieben wollen, geht Euch damit sicherlich nichts unter: 

  1. Alle Verträge und Abmachungen mit Dienstleistern notieren
  2. Hinterfragen, ob bereits Leistungen erbracht wurden
  3. Vertragsbedingungen auf Kündigungsfristen und AGB prüfen
  4. Bei Unklarheiten bzgl. Vertragsbestandteilen anwaltlich beraten lassen
  5. Gespräch mit Anbietern bzgl. Alternativtermin oder Rücktritt von Verträgen suchen
  6. Gäste informieren und neuen Termin planen
  7. Von Hochzeitsreise zurücktreten (wenn es eine Pauschalreise ist) oder auch hier Verträge und AGB prüfen

Müsst Ihr Eure Hochzeit aufgrund von Corona verschieben? Welche Fragen sind bei Euch noch offen?

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ACHTUNG: Hier sind 11 Fragen, die alle Verlobten beantworten sollten, bevor sie heiraten.

Aus Liebe zu heiraten ist zwar ein romantischer und schöner Grund – leider reicht er nicht aus.

Was machst Du, wenn Du heiratest und feststellst, dass Dein Partner 500.000 Euro Schulden besitzt?

Wie gehst Du mit Konflikten um, weil Ihr Euer Geld unterschiedlich ausgebt?

Kannst Du es bis zu Deinem Tod aushalten, dass Ihr völlig anderer Ansicht im Umgang mit Geld seid? Auch, wenn Du dies erst nach drei Jahren Ehe feststellst?

Zum Heiraten – also sich auf Lebzeiten zu binden – bedeutet sich zu vertrauen, alles ansprechen zu können und gemeinsame Lösungen zu finden. Falls Ihr dies (noch) nicht tut, ist es (noch) eine schlechte Idee zu heiraten.

Vor der Hochzeit arbeitet Ihr ausführliche Checklisten für den schönsten Tag ab. Dazu gehört auch, miteinander über noch ungeklärte Geldfragen zu sprechen! 

Welche Fragen Du Deinem Partner unbedingt vor dem Ja-Wort stellen solltest und was Ihr aus den Antworten gewinnt, erfährst Du in diesem Artikel oder im Podcast (darin teilen wir auch unsere persönlichen Antworten):

Diese 11 Geldfragen hat Mike für Dich verfasst.

1. Wie gibst Du Dein Geld aus?

Du sparst Dein Geld und überlegst ausgiebig, ob Du eine Anschaffung tätigen solltest. Dein Partner hingegen trifft seine Entscheidung innerhalb von drei Sekunden; fast immer für den Kauf.

In Eurer bisherigen Beziehung wird dies kaum zu Problemen geführt haben. Du verwaltest Dein Geld und Dein Partner sein eigenes Geld. Wenn am Ende des Monats kein Minus vor der Zahl steht, gibt es nichts zu diskutieren.

Doch in dem Moment, wenn Ihr Eure Finanzen zusammenlegt, ist der Streit vorprogrammiert. Du sparst und Dein Partner gibt aus – das wird nicht funktionieren.

Daher vereinbart Geld-Dates in freier Atmosphäre – beispielsweise einem Spaziergang – und tauscht Euch über Eure Finanzen aus.

2. Was sind Deine Werte, wenn es um Geld geht?

Siehst Du Geld als Sicherheit an? Ist Geld für Dich ein Mittel, um Erlebnisse zu ermöglichen? Meidest Du vielleicht sogar Geld, da es stinkt?

Bevor Du diese Frage Deinem Partner stellst, stelle sie Dir selbst. Welche Geld-Werte hat Dir Deine Familie mit auf den Weg gegeben? War Geld stets knapp und musste gespart werden oder war es Mittel zum Zweck?

Kleine Unterschiede in der Wertvorstellung können sich auf den Umgang mit Geld auswirken und bei gemeinsamen Finanzen zu Irritationen und Streitigkeiten führen.

Als Zusatz könnt Ihr zusammen ermitteln, was Eure gemeinsamen Werte sind – in Bezug auf Geld und im Allgemeinen – und legt damit eine tolle Basis für Eure Ehe.

Eure Grundwerte könnt Ihr gemeinsam und individuell anhand des folgenden Artikels herausfinden und damit arbeiten: Zum Werte-Artikel.

Möchtet Ihr Unterstützung dabei? Dann bucht Euer gemeinsames 2:2-Coaching mit uns. Als Psychologe weiß Mike genau, wie so etwas funktioniert und gemeinsam können wir praktischen Input aus 10 Jahren glücklicher Beziehung einbringen.

3. Wie sieht Deine finanzielle Vergangenheit aus?

Viele Paare kennen die Vergangenheit des anderen. Wo seid Ihr aufgewachsen? Wie waren Eure familiären Verhältnisse? Welchen Beschäftigungen seid Ihr nachgegangen? Wie liefen die Führerscheinprüfung oder das Abitur?

Doch wie sieht es mit Eurer finanziellen Vergangenheit aus?

Ohne die Gespräche über die eigene (finanzielle) Geschichte können Missverständnisse entstehen, da von einem selbst auf den anderen geschlossen wird. Geheimnisse mit zerstörerischer Kraft bleiben verborgen und die Freiheit sich zu kennen und zu akzeptieren kann niemals erreicht werden.

  • Gab es Momente in Deinem Leben, in denen Geld echt knapp war? Wie war das für Dich? 
  • Wie hast Du Deine Ausbildungszeit oder Dein Studium finanziert?
  • Hast Du Dir ein Taschengeld dazu verdient und wofür hast Du es ausgegeben?
  • Wie bist Du mit (größeren) Gewinnen umgegangen?
  • Welche besonderen Momente im Umgang mit Geld sind Dir in Erinnerung?
  • Wie hast Du finanzielle Aspekte in früheren Beziehungen gehandhabt?

Dies sind einige Fragen, die zur finanziellen Vergangenheit gestellt werden könnten.

Wenn Ihr noch nicht bereit seid, über diese Fragen offen miteinander zu sprechen, dann seid Ihr noch nicht bereit zu heiraten.

4. Wie bezahlst Du Deine Rechnungen?

Du wartest mit Deinen Rechnung stets bis zum letzten Tag, um diese zu begleichen. Dein Partner bezahlt die Rechnungen allerdings direkt bei Erhalt. Oder er hat kein Gespür, wann Rechnungen fällig werden und erhält regelmäßig Mahnungen.

Ebenfalls relevant: Einer von Euch hat Einzugsermächtigungen erteilt und denkt über wiederkehrende Rechnungen nicht weiter nach. Der andere bezahlt auch wiederkehrende Rechnungen händisch.

Wenn Ihr einen Teil Eurer Finanzen zusammenlegt, ist dafür viel Vertrauen notwendig. Unterschiede bei der Zeiteinteilung, wann eine Rechnung beglichen wird, können zu Unbehagen führen und Eure Ehe unnötig belasten.

Gleiches gilt auch für die Steuererklärung? Wer von Euch gibt seine Steuererklärung ab? Wie werdet Ihr die Steuererklärung nach der Hochzeit handhaben?

Sollten sich Eure Angewohnheiten unterscheiden, erarbeitet ein gemeinsames Ablagesystem für Eure Rechnungen und steuer-relevanten Dokumente. Legt ebenfalls fest, wer wann was bearbeitet. Beispielsweise könntet Ihr Euch zum Monatsabschluss gemeinsam um Eure Finanzen und dabei auch um offene Rechnungen kümmern.

5. Welche Schulden hast Du & wie gehst Du mit ihnen um?

Zwar heiratest Du nicht automatisch die Schulden Deines Partners mit, allerdings könnten Gläubiger Wege finden, Dich durch die Ehe mit ins Boot zu holen.

Zukunftsweisender als die Schulden selbst, sind die Antworten auf diese beiden Fragen:

(1) Wie sind Deine Schulden zustande gekommen?

Bildungsschulden durch Ausbildung oder Studium. Konsumschulden wie Auto, TV oder sonstige Luxusgüter. Oder Missmanagement der eigenen Finanzen.

Während die erste Art der Schulden zwar unschön ist, so besteht doch eine reale Möglichkeit eine gute finanzielle Basis für die Zukunft aufzubauen.

Hingegen deuten Konsumschulden und Missmanagement auf größere Probleme hin. Hier besteht die Gefahr, dass auch in Zukunft weitere Konsumschulden aufgenommen werden oder das Missmanagement bei den gemeinsamen Finanzen weitergeht.

In beiden Fällen ist es ratsam, zunächst das Grundproblem zu besprechen und einen klaren Finanzplan aufzustellen.

(2) Wie gehst Du mit Deinen Schulden um?

Besitzt Dein Partner bereits einen klaren Plan, wie er die Schulden in den kommenden Jahren abbauen will? Ab wann wird er schuldenfrei sein?

Der Umgang mit Schulden verrät Dir einiges über das Finanzmanagement Deines Partners.

In Eurer Ehe werden größere Investitionen auf Euch zukommen – Reisen, Kinder, Eigenheim, um nur die drei gängigsten Beispiele zu nennen.

Auch Risiken wie Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit sollten bedacht werden. Diese sind mit Schulden deutlich schwieriger zu bewältigen!

Erstellt Euch daher (auch ohne Schulden) vor der Ehe einen Finanzplan wie Ihr zusammen Euer Vermögen aufbauen könnt.

6. Wie sieht Deine finanzielle Jahresplanung aus?

Zwischen Weihnachten und Neujahr herrscht bei vielen Menschen Leerlauf. Die Familienfeierlichkeiten sind abgeschlossen und die große Jahresendparty ist noch ein paar Tage entfernt.

Es ist der optimale Zeitpunkt, um Dich mit Deiner finanziellen Jahresplanung auseinander zu setzen.

Habt Ihr für das laufende Jahr bereits eine Finanzplanung? Dann könnt Ihr Euch jetzt austauschen und Euren Plan offen legen.

Versucht Eure gemeinsamen Vorhaben wie Urlaube und Anschaffungen ebenfalls einzuplanen.

Keiner von Euch hat bisher eine Jahresfinanzplanung aufgestellt? Dann ist jetzt die Zeit gekommen.

Gerade im Hochzeitsjahr kommen einige Ausgaben auf Euch zu: Standesamt, Party und Flitterwochen. Wie werdet Ihr die Ausgaben kompensieren, ohne dass der besondere Tag gleich zu Beginn ein Loch in Euren Haushaltskasse reißt?

Welche weiteren Ausgaben kommen auf Euch zu und welche Einnahmen könnt ihr in diesem Jahr erwarten?

Beginnt wie folgt:

  1. Was sind Eure individuellen Vorhaben in diesem Jahr? (Bildung, Urlaub, Anschaffungen, fixe Kosten, geplante Einnahmen)
  2. Tauscht Euch über Euer Ergebnis aus
  3. Welche gemeinsamen Ausgaben werdet Ihr in diesem Jahr tragen?
  4. Vereint Eure Finanzpläne und überprüft, ob Eure geplanten Kosten von Euren geplanten Einnahmen gedeckt werden. Falls nein: Wo könnt Ihr die Kosten senken? Wie könnt Ihr die Einnahmen erhöhen?

Um Euch in Eurer Planung zu unterstützen, haben wir unseren Finanzplaner für Paare vollständig verformelt und mit Erklärungen versehen. Ihr könnt direkt loslegen! Eine genaue Anleitung zum Vorgehen (inkl. des Finanzplaners für Paare) erhaltet Ihr mit unserem Work​​book „Finanzüberblick für Paare“

7. Was sind Deine langfristigen, finanziellen Ziele?

Aufbauend auf Eurer Jahresplanung kommen die langfristigen, finanziellen Ziele ins Gespräch. Möchte Dein Partner Kinder? Wo werdet Ihr wohnen? Welche Reisen stehen Euch bevor?

Sofern Ihr Euch für diese Dinge entscheidet, werden Sie Geld kosten und können durchaus eine finanzielle Belastung darstellen.

Was werden Euch Eure Kinder kosten? Habt Ihr neben den Ausgaben für die Kinder auch Ausfälle des Einkommens berücksichtigt?

Wie hoch werdet Ihr Euch für ein Eigenheim verschulden? Bei einem Schuldenfaktor von 2 und einem Eigenkapital von 100.000 Euro liegt die Grenze für Euer Eigenheim bei 200.000 Euro. Schulden zu besitzen, bedeutet zu wissen, wie Ihr sie bedient, wenn keine Einnahmen mehr fließen.

Einigt Euch auf gemeinsame Ziele und brecht diese in kleinere Schritte und noch kleinere Schritte runter. Danach könnt Ihr sofort beginnen, an Euren Zielen zu arbeiten.

8. Wie vereinen wir unsere Finanzen?

Solltest Du bis zur Entscheidung für Eure Hochzeit diese Frage noch nicht gestellt haben, wird es höchste Zeit.

Bereits durchs Zusammenziehen sind gemeinsame Ausgaben wie Essen, Internet oder Runkfunkgebühren entstanden. Während diese durch Aufrechnen oder pauschale Ausgleichszahlungen gehändelt werden können, kommen mit der Ehe weitere Kostenpunkte auf Euch zu.

Häufig ist dies der Zeitpunkt an dem die Finanzen zusammen geworfen werden.

Mit den bisherigen Fragen konntet Ihr den Grundstein legen. Ihr wisst bereits welche finanziellen Ziele Ihr verfolgt, wie Ihr Eure Rechnungen bezahlt und für was Ihr Geld ausgebt. Jetzt fehlt ein passendes Konten-Modell.

Wir empfehlen ein 3-Konten-System. Zwei individuelle Konten auf die die Einnahmen und die individuellen Ausgaben laufen. Ein gemeinsames Konto auf das ein vereinbarter Betrag überwiesen wird und von dem die gemeinsamen Kosten abgehen.

Eine ausführliche Erklärung findet Ihr im passenden Artikel über das Haushaltskonto als Paar.

Unser eigenes gemeinsames Konto haben wir seit Jahren bei der DKB – mit zwei separaten Zugängen und ohne zusätzliche Gebühren.

Wir lieben die Einfachheit des Kontos und dass wir auf Reisen überall kostenlos unser Geld „aufladen“ durften:

DKB-Cash: Das kostenlose Internet-Konto

9. Wie sorgen wir für das Alter vor?

Vertraut Dein Partner auf das Rentensystem und Du versuchst Eure Rentenlücke zu schließen?

Die Altersvorsorge bietet eine Bandbreite an Möglichkeiten letzterer zu begegnen.

  • Nichts tun
  • Riestern
  • Rürüppen
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Individuelle (ETF-) Sparpläne
  • Aktiendepots
  • Immobilien
  • Rücklagen auf Tagesgeldkonten

Von allen Fragen ist es die, die am weitesten in die Zukunft reicht und Euch die nächsten 30 bis 40 Jahren nicht besuchen wird. Doch über 40 Jahre gearbeitet zu haben und dann festzustellen, dass Ihr in der Altersarmut gelandet seid, weil Ihr dies vor Eurer Ehe nicht berücksichtigt habt, wäre äußerst ärgerlich.

Noch ärgerlicher wäre, wenn Du Dich um Deine Altersvorsorge kümmerst und durch das Verhalten Deines Partners dennoch in der Altersarmut landen würdest.

10. Wie gehen wir mit (einseitigen) Einkommensausfällen um?

Die ersten 9 Fragen waren ein Warm-Up. Mit den Fragen 10 und 11 erhöhen wir die Schlagzahl.

Elternzeit, Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit. Als Resultat steht Ihr mit einem stark geminderten Einkommen dar.

Wie geht Ihr mit einem Totalausfall um?

Der Supergau tritt ein: Neues Eigenheim, ein Neugeborenes und eines Eurer beiden Einkommen fällt komplett weg. Wie geht Ihr mit dieser Situation um? Habt Ihr einen Ersatzplan? Wie viele Monate könnt Ihr von Euren Rücklagen leben?

Zieht diesen Fall in Betracht. Dank Eurer Finanzplanung könnt Ihr abschätzen wie viel Geld Ihr durchschnittlich im Monat ausgeben werdet.

  • Legt fest wie viele Monate Ihr von Euren Rücklagen im Totalausfall leben können wollt
  • Multipliziert Eure durchschnittlichen Monatsausgaben mit der eben festgelegten Monatsanzahl
  • Heraus kommt der Betrag, der mindestens auf Eurem Konto vorhanden sein sollte (zusätzlich zu individuellen Rücklagen, Investitionen und der Altersvorsorge)

Wie geht Ihr mit einseitigen Ausfällen um?

Einseitige Ausfälle aufgrund von Elternzeit wirken sich negativ auf die Altersvorsorge und auf die Vermögensbildung aus. Solltet Ihr Hand in Hand mit 100 Jahren sterben, wird der Ausfall durch den Partner kompensiert.

Für alle anderen Fälle, in denen Ihr Euch vor dem Ableben trennt, wird der zuhause gebliebene massive Nachteile erleiden. Wie werdet Ihr diese während Eurer Ehe ausgleichen?

Denkbar wäre zu sagen: Alle Einnahmen in dieser Zeit kommen in einen Topf. Aus diesem Topf bekommt der arbeitende 40 Prozent und der zuhause gebliebene 60 Prozent. Warum?

Wer arbeitet erhält Rentenpunkte und wird in Zukunft eine Auszahlung bekommen, die dem Partner verwehrt oder zumindest (stark) gemindert wird.

Dieser Prozess wäre Eurem bisherigen Cashflow vorgeschaltet. Danach ginge es wie gewohnt weiter: Ein Teil kommt auf das gemeinsame Konto, wovon gemeinsame Ausgaben gezahlt werden. Der Rest verbleibt auf den individuellen Konten.

Alternativ wäre ein (Ehe-) Vertrag möglich, der Ausgleichszahlungen für diesen Zeitraum vorsieht, wenn die Ehe in die Brüche gehen sollte. 

Ebenfalls zu klären: Wann soll ein solches Modell greifen? Nur bei der Elternzeit oder auch bei (selbstverschuldeter) Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit? Wie sieht es mit einem gescheiterten Unternehmen und eventuellen Schulden aus?

11. Wie trennen wir unser Vermögen im Falle einer Scheidung?

Habt Ihr Euch nach den ersten 10 Fragen daran gewöhnt, offen über Geld zu reden? Zugegeben die Fragen waren teilweise nicht leicht und benötigen einiges an Zeit, um sie zu beantworten.

Dennoch packen wir eine Schippe drauf.

50 Prozent der Ehen scheitern in Deutschland. Es wäre fahrlässig zu behaupten, dass Euch dies nicht passieren könnte. Im ersten Jahr unserer eigenen Ehe ließen sich drei andere Paare scheiden, die maximal zwei Jahre vor uns geheiratet hatten!

Für die Antwort auf diese Frage ist ein Ehevertrag bestens geeignet. Ihr legt fest unter welchen Bedingungen, welche Aufteilung erfolgt.

Am Ende habt Ihr viele fantastische Jahre erlebt und aus unvorhergesehenen Gründen hat es nicht gereicht. Es wäre schade die gute Zeit in einem hässlichen Streit und vor Gericht enden zu lassen.

Wir wünschen Euch einen hervorragenden Plan, an den Ihr Euch haltet für diese Situation und dass Ihr ihn niemals brauchen werdet!

Fazit zu den wichtigsten Geldfragen vor der Hochzeit

Hast Du alle 11 Fragen an Deinen zukünftigen Mann oder Deine zukünftige Frau gerichtet?

Sie zu unterschlagen ist ein Zeichen, dass Du die Antworten fürchtest und Eure Liebe schützen willst.

Eure Liebe zu schützen ist ein hervorragendes Ziel. Sofern Du die Fragen für Dich behältst, gefährdest Du Eure Beziehung in zukünftigen Momenten.

Geldfragen begleiten Euch bei jedem Schritt Eurer Beziehung und Eurer Ehe:

  • Ihr wollt etwas essen? Geld.
  • Ihr wollt wohnen? Geld.
  • Ihr wollt Eure Freizeit gestalten? Geld.
  • Ihr wollt in den Urlaub fahren? Geld.
  • Ihr wollt Sex haben ohne jedes Mal Gefahr zu laufen, schwanger zu werden? Geld.
  • Ihr wollt heiraten? Geld.

Geld zu ignorieren wäre grob fahrlässig.

Für Eure Liebe, für Eure Beziehung, für Eure und Deine Zukunft stelle die Fragen und arbeitet Euch gemeinsam durch die Antworten!

Welche Fragen habt Ihr bereits beantwortet? Bei welchen Fragen tut Ihr Euch schwer (und benötigt eventuell Unterstützung)?

Wir unterstützen Euch gerne mit einem individuellen Coaching!

Alles zum Ehevertrag: Weil eine Scheidung so richtig weh tut

Checkliste Hochzeit: Traumhochzeit mit der Checkliste zum Abhaken organisieren

Hochzeit? Checkliste!

Es steht fest – Ihr werdet heiraten. Mit diesem Entschluss steht auch fest: Der letzte Test vor dem Bund für’s Leben steht an – Die Hochzeitsplanung!

Die ultimative Hochzeitscheckliste für Eure Traumhochzeit mit 50 To Do’s vor, während und nach Eurem großen Tag, haben wir für Euch erstellt. Zum Ausdrucken und Abhaken, könnt Ihr die Checkliste für die Hochzeitsplanung herunterladen und für Euch nutzen. Die Details der einzelnen Erledigungen erfahrt Ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Damit wird Euer Fest ein großartiger Tag und Ihr seid bestens für das gemeinsame Leben danach gerüstet.

Aus aktuellem Anlass: Solltet Ihr Eure Hochzeit aufgrund von Corona absagen oder verschieben wollen, haben wir auch dafür Unterstützung für Euch organisiert. Hier findet Ihr ein Interview mit Christiane Warnke (Familienrechtsanwältin) rund um die Absage der Hochzeit wegen Corona oder anderen außergewöhnlichen Umständen.

Diese Hochzeit Checkliste wurde von Marielle verfasst.

Hochzeits-Checkliste – 1 Jahr vor dem großen Tag

Etwa ein Jahr vor der geplanten Hochzeit beginnt typischerweise die Hochzeitsplanung – bei dem einen Paar mit einem romantischen Antrag, bei einem anderen aufgrund eines nüchternen gemeinsamen Entschlusses.

Egal wie – jetzt geht es los mit den Hochzeitsplanungen und Eurer Hochzeitscheckliste:

 

1) Hochzeitstermin festlegen

Ohne das Datum geht gar nichts – bevor Ihr über den Ort, die Gäste oder die Größe Eurer Hochzeitslocation spekuliert, solltet Ihr festlegen, wann sie stattfinden soll.

Richtet Euch bei Eurer Wahl des Hochzeitstages nach Eurem persönlichen Empfinden:

  • Gibt es ein Datum, dass Euch besonders viel bedeutet?
  • Möchtet Ihr Euch möglichst schnell das Ja-Wort geben oder noch etwas mehr Zeit für die Hochzeitsplanung haben?
  • Welche anderen Termine sind bereits vergeben (ob mit Verwandtschaftsgeburtstagen, dem Fußball WM-Finale oder der Hochzeitsfeier der besten Freundin)

Die beste Zeit zum Heiraten gibt es nicht.

Sommerregen gehört in Deutschland dazu (und hat auch seinen Charme!), Herbstfarben führen zu wunderschönen Dekorationsmöglichkeiten, eine märchenhafte Atmosphäre vorm Kaminfeuer im Winter oder eine kühle und blumenreiche Frühlingshochzeit – alle Varianten haben etwas für sich.

Welche passt am Besten zu Euch? Wann soll Euer großer Tag sein?

2) Pläne mit Euren Familien teilen

Bevor Ihr die frohe Botschaft an alle Welt herausposaunt, informiert Ihr Eure Familien. Bei manchen sind das nur die Eltern und / oder Geschwister, andere weihen hier alle Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen mit ein.

Die Menschen, die Ihr unbedingt bei Eurer Hochzeit dabei haben möchtet, freuen sich riesig schnell davon zu erfahren.

Gemeinsam freut es sich ohnehin viel schöner!

3) Gästeliste erstellen

Bereits jetzt macht es Sinn mit einer ersten Gästeliste zu beginnen. Notiert Euch separat voneinander, wer am großen Tag dabei sein soll. Führt dann die Liste zusammen.

Lasst niemanden aus. Schreibt jeden auf, den Ihr dabei haben möchtet. Dies bedeutet nicht, dass Ihr am Ende auch alle einladen werdet.

Dieser erste Brainstorm dient dazu, niemanden zu vergessen und einen Überblick zu bekommen, wie groß Eure Hochzeitsfeier im Extremfall werden könnte.

4) Hochzeits-Budget besprechen

Ihr denkt, dass es für ein Hochzeits-Budget noch viel zu früh ist? Ihr wisst ja noch gar nicht, was die einzelnen Wünsche kosten werden!

Eben darum empfehlen wir Euch direkt zu Beginn der Hochzeitsplanungen festzulegen, wie viel Ihr maximal ausgeben wollt und könnt.

Bei einer Hochzeit gibt es kostentechnisch nach oben keine Grenze. Eine tolle Hochzeit ist für 1.000, 10.000, aber auch für 100.000 Euro möglich! Sparpotentiale für die Hochzeit gibt es viele.

Über die Details müsst Ihr jetzt noch nicht nachdenken. Wohl aber darüber, wo Eure Schmerzgrenze liegt.

Einen Kredit (ob bei der Bank oder der Familie) für die Hochzeit aufzunehmen, bildet keine solide Grundlage für Euer gemeinsames Leben. Oder wollt Ihr den Bund fürs Leben mit einem Schuldenberg beginnen?

Daher ist es wichtig, dass Ihr genau wisst, wo Eure Möglichkeiten und Grenzen liegen.

Und das bereits bevor auch nur eine Ausgabe für die Hochzeit getätigt ist!

Zum Aufstellen Eures Hochzeitsbudgets gehört die Gesamtsumme und eine grobe Aufteilung für jede Kategorie – Kleidung, Location, Dekoration, Catering, etc.

Extra Tipp:

Plant auf jeden Fall einen „Sicherheitspuffer“ von 10-20% ein. Am Ende kostet immer alles mehr, als Ihr vorher vermuten würdet bzw. es kommen doch noch unerwartete Posten hinzu.

5) Hochzeitsmesse besuchen

In vielen Städten gibt es regelmäßig Hochzeitsmessen. Hier könnt Ihr Ideen sammeln und vielleicht auch das eine oder andere gute Angebot entdecken.

Falls ein professioneller Hochzeitsplaner für Euch in Frage kommt, könnt Ihr einen passenden auf einer solchen Messe kennen lernen.

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 1 Jahr vor der Hochzeit:
  • Hochzeitstermin festlegen
  • Hochzeitspläne mit der Familie und Freunden teilen
  • Gästeliste erstellen
  • Hochzeits-Budget besprechen
  • Hochzeitsmesse besuchen

Checkliste – 10 Monate vor Eurer Hochzeit

10 Monate vor der Hochzeit setzt rege Betriebsamkeit beim Brautpaar ein. Wichtige Fragen, die beantwortet werden wollen sind:

6) Rahmen / Thema Eurer Hochzeit festlegen

Eine Hochzeit kann ganz unterschiedlich aussehen:

  • Standesamtlich, Kirchlich oder eine freie Trauung.
  • Große Fete, elegantes Dinner, ganz privat oder im Ausland mit den besten Freunden.
  • Farbliches und / oder ein zum Paar passendes Thema.

Wie soll Eure Hochzeit ablaufen? Was ist Euch wichtig? Worauf einigt Ihr Euch?

Auf der Wahl des Rahmens und eines etwaigen Themas für Eure Hochzeit bauen die weiteren Planungen auf. Daher wird diese Entscheidung so früh wie möglich getroffen.

7) Ort und Caterer für Eure Feier

Ihr wisst, wie Eure Hochzeit vor Eurem inneren Auge aussieht. Sucht auf dieser Basis eine geeignete Hochzeitslocation.

Zu berücksichtigen gibt es den Ort (und damit die Erreichbarkeit für Euch und die Gäste), die Größe (abhängig von Eurer Gästezahl), die Verfügbarkeit und einiges mehr.

Passt Eure Wahl zu Eurem Budget und Euren Wunschvorstellungen? – Perfekt, direkt festmachen! Vor allem, falls Ihr an einem beliebten Datum heiratet.

Zeitgleich mit der Räumlichkeit gilt es auch die Frage nach der Verpflegung zu klären. Viele Anbieter werben mit einem integrierten Catering-Service.

Wenn Ihr Euch nicht für Euer Lieblingsrestaurant, dessen Karte Ihr in und auswendig kennt, entschieden habt, empfiehlt sich ein Probe-Essen vor der finalen Entscheidung.

Auch individuelle Ideen, wie selbst mitgebrachter Kuchen, ein Foodtruck oder getrennte Lieferanten für Getränke und Essen sind zu bedenken.

8) Versand der Save-the-Date’s

Um sicher zu gehen, dass alle Gäste sich Euren Termin freihalten, bietet es sich an etwa 10 Monate vor der Hochzeit Save-the-Date-Nachrichten zu versenden.

Bastelt selbst schöne Karten, lasst Euren Gästen ein festliches Schreiben zukommen oder versendet eine E-Mail an alle Gäste.

Das „Wie“ ist individuell – wenn Ihr jedoch mit den eigentlichen Einladungskarten noch etwas warten möchtet, vermeidet Ihr so, dass einzelne Gäste zeitgleich ihren Sommerurlaub oder eine eigene Feierlichkeit planen.

Um diesen Schritt anzugehen, finalisiert Ihr Eure Gästeliste aus den Vorwochen – mit der Festlegung des Rahmens, einem Überblick über die großen Kostenblöcke (Raum, Restaurant oder Catering) und einer guten Hochzeitsplanung ist das ganz einfach!

9) Trauzeugen informieren

Falls nicht bereits bei der Verkündung Eurer Heiratspläne geschehen, ist es jetzt Zeit Eure Trauzeugen zu treffen und Ihnen die wichtige Frage zu stellen, ob sie diese Rolle für Euch übernehmen möchten.

Eine einfache Frage, mit einem kleinen Geschenk oder im Rahmen eines besonderen Anlasses – Möglichkeiten gibt es viele. Da Eure Trauzeugen oft besonders motiviert sind, Euch bei den weiteren Hochzeitsplanungen zu unterstützen, ist eine frühzeitige Klärung empfehlenswert.

10) Brautkleid finden

Für viele Bräute das Highlight der Hochzeit: Das Brautkleid!

In großen Brautmodenhäusern gibt es unmengen an Traumkleidern zur Auswahl. In jeder Preiskategorie.

Viele Kleider müssen dann jedoch bestellt, extra geschneidert und angepasst werden.

Daher gilt: Frühzeitig auf die Suche nach dem Hochzeitskleid gehen!

Als preisgünstigere Alternativen gibt es Second-Hand-Brautläden und Online-Möglichkeiten (Ebay, Facebook und Co.). Auch hier lohnt es sich frühzeitig dran zu sein, um genügend Zeit für Änderungen bei Eurer Schneiderin zu lassen.

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 10 Monate vor der Hochzeit:
  • Rahmen & Thema der Feier festlegen
  • Location und Verpflegung reservieren
  • Versand der Save-the-Date’s
  • Trauzeugen informieren
  • Brautkleid finden

8 Monate vorher – die Hochzeitscheckliste zum Abarbeiten

Auch 8 Monate vor der Hochzeit gibt es noch größere Fragen zu klären:

11) Auswahl eines Trauredners oder Pfarrers

Dieser Punkt fällt weg, wenn Ihr ausschließlich im Standesamt heiratet. Dort gibt es i.d.R. keine freie Auswahl (zumal Ihr die Standesbeamten im Vorfeld nur schwer beurteilen könnt).

Habt Ihr Euch (zusätzlich) für eine freie oder kirchliche Trauung entschieden, habt Ihr (durchaus) Mitspracherecht, wer Euch trauen soll.

Zusätzlich bitten viele Paare enge Freunde oder Familienangehörige eine separate Trau- oder Festrede zu halten. Gerade für diese Menschen ist ein solcher Wunsch nichts alltägliches und sie werden Euch dankbar über genügend Vorbereitungszeit sein!

12) Musiker sowie Fotograf

Es wird Zeit Eure Dienstleister für den großen Tag zu buchen. Klassischerweise sorgen ein DJ oder eine Band für die Musik und Unterhaltung auf Hochzeiten.

Kennt Ihr jemanden, dessen Musik Euch gut gefällt? Dann fragt direkt an!

Ansonsten gilt es Veranstaltungen der verschiedenen Anbieter zu besuchen, um besser einschätzen zu können, wer Eure Hochzeit mit der passenden Musik ausstatten könnte.

Natürlich muss es auch gar nichts von Beidem sein – wir selbst waren mit einer einfachen, aber selbst erstellten, Playlist sehr glücklich.

Der zweite wichtige Dienstleister für Eure Hochzeit ist ein Experte für tolle Fotos! An Euch selbst wird der Tag wahnsinnig schnell vorüber ziehen, gleichzeitig könnt Ihr nicht an allen Stellen gleichzeitig sein – ein toller Fotograf (oder sogar Videograf) hält die Erinnerungen für Euch fest.

Auch hier muss es nicht die teuerste Lösung sein – vielleicht habt Ihr einen befreundeten Hobby-Fotografen, der einen Großteil übernehmen möchte?

13) Buchung der Hochzeitsreise

Direkt nach Eurer Hochzeit stehen die Flitterwochen auf Eurem Plan? Dann solltet Ihr frühzeitig nach guten Angeboten Ausschau halten und die Buchung vornehmen. Gerade für eine längere Reise, will Urlaub beim Arbeitgeber rechtzeitig beantragt werden!

Keine Sorge wegen der Namensänderung. Ihr könnt mit dem alten Namen buchen, soweit Ihr das Reisedokument (Reisepass oder in der EU Personalausweis) erst nachträglich ändern lasst.

Oder Ihr bucht mit dem neuen Familiennamen – dann solltet Ihr bereits einige Wochen vor der Hochzeit die neuen Dokumente beantragen – viele Standesämter händigen diese dann direkt mit der Eheurkunde aus.

14) Bürokratische Vorbereitungen der standesamtlichen Trauung

Passend zum Thema Namensänderung ergeben sich einige weitere nötige Vorbereitungen, die Ihr bereits jetzt angehen solltet.

Rund um die Hochzeit fällt einiges an Bürokratie an: Namensänderung überall bekanntgeben, Versicherungs-Check, Patientenverfügung und anderes sind 8 Monate vorab noch weit weg. Ganz anders die Dokumenten-Beschaffung für die Anmeldung der standesamtlichen Trauung!

Diese ist 6 Monate vor dem gewünschten Termin möglich. Einholen müsst Ihr beispielsweise eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister Eures Geburts-Standesamtes. Kümmert Euch rechtzeitig, sodass die Anmeldung Eures Wunschtermins reibungslos verlaufen kann!

15) Geldfragen stellen und beantworten

Das Thema „Geld“ wird Euch durch Eure gesamte Ehe begleiten – ob Ihr wollt oder nicht. Daher ein kleiner, aber wichtiger Tipp am Rande: Besprecht die 11 wichtigen Geldfragen JETZT – denn nach der Eheschließung, solltet Ihr zwar weiterhin über Geld sprechen, die Klärung dieser 11 Themen, schützt Euch beide vor dem bösen Erwachen, wenn es zu spät ist.

16) Erstellung der Einladungen

Eure Hochzeitsgäste wollen eingeladen werden. Die Rahmenbedingungen – Örtlichkeit, Zeitrahmen, Gästeanzahl, etc. sind festgelegt. Also könnt Ihr jetzt die Einladungen verfassen und schöne Einladungskarten erstellen.

Egal ob Ihr sie selbst basteln oder eine Druckerei beauftragen möchtet. Etwas Vorlauf benötigen beide Varianten. Ideen gibt es online oder von bereits besuchten Hochzeiten genügend. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – oder vielleicht doch?

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 8 Monate vor der Hochzeit:
  • Auswahl eines Pfarrers oder Trauredners
  • Musiker und Fotograf organisieren
  • Buchung der Hochzeitsreise
  • Bürokratische Vorbereitungen der standesamtlichen Hochzeit
  • Geldfragen stellen und beantworten
  • Erstellung der Einladungen zur Hochzeit

Checkliste für die Hochzeit – ein halbes Jahr vor dem Fest

6 Monate vor der Hochzeit steigt die Aufregung – trotz der noch vielen offenen To Do’s:

17) Anmeldung der standesamtlichen Trauung

Alle Unterlagen beisammen? Dann könnt Ihr es endlich offiziell machen – ab 6 Monaten vor dem Termin nehmen deutsche Standesämter Eure Anmeldung entgegen. Meist gepaart mit einem etwa 20-minütigen Vorgespräch mit dem Standesbeamten, tütet Ihr damit Euren Hochzeitstermin ein.

Informiert Euch vorab, welche Unterlagen Euer Standesamt für die Anmeldung benötigt und ob es besondere Voraussetzungen für eine Trauung in Eurer gewünschten Hochzeitslocation gibt.

18) Trauringe auswählen

Eine dieser Traditionen zur Hochzeit, die für die meisten Paare unverzichtbar ist: Die Ringe. Solltet Ihr Euch für Eheringe entscheiden, beginnt jetzt mit der Suche!

Es wird ggf. ein paar Juwelierbesuche dauern bis Ihr die perfekten Eheringe gefunden habt. Die individuelle Anfertigung und Gravur benötigt dann noch einmal Zeit – daher rechtzeitig anfangen und gut Preise vergleichen!

Extra Tipp:

Eine tolle Alternative zum Juwelier: Trauringe beim Goldschmied selbst entwerfen und mit dessen Unterstützung schmieden!

19) Geschenkewünsche definieren

Aus dem traditionellen Geschenketisch beim Möbelhaus oder Kaufhaus des Vertrauens ist für viele Paare heute die Amazon Wishlist geworden. Wieder andere wünschen sich von ihren Gästen Geld für das gemeinsame Eigenheim oder die Flitterwochen.

Egal, was Ihr Euch zur Hochzeit wünscht – Denkt jetzt darüber nach! Spätestens mit dem Einladungsversand werden Euch die Fragen ereilen – und wer sich nichts wünscht, wird einen Haufen unnützen Kram bekommen!

Also lieber ganz klar sagen, was es für Euren offiziellen Start ins gemeinsame Leben sein darf.

20) Versand der Hochzeitseinladungen

Steht der Geschenkewunsch fest, kann er als letzter wichtiger Inhaltspunkt direkt in die Einladungen aufgenommen werden. Die Einladungskarten sollten etwa 6 Monate vor dem geplanten Termin an Eure Gäste versendet oder übergeben werden.

Habt Ihr vorher Save-the-Date’s verteilt, ist es nicht ganz so eilig – je nach Terminwahl besser ein paar Tage zu früh als zu spät!

Extra Tipp:

Beginnt rechtzeitig mit dem Verteilen der Einladungen und übergebt so viele wie möglich persönlich. So streckt sich die Verteilung zwar über einen längeren Zeitraum, aber Ihr spart einen Haufen Briefporto!

21) Hochzeitsanzug auswählen

Einige Monate nach der Braut wird es auch für den zukünftigen Bräutigam Zeit sich über sein Outfit Gedanken zu machen.

Egal, ob der Bräutigam einen Anzug oder ein anderes festliches Outfit tragen möchte – die rechtzeitige Suche schützt vor nachträglichem Stress, wenn etwaige Lieferungen oder Änderungen, länger dauern als gedacht.

22) Dekoration der Hochzeit festlegen

Mit dem Thema Eurer Hochzeit habt Ihr den Rahmen für die Dekoration Eurer Hochzeits-Räumlichkeiten und einem etwaigen Braut-Auto gelegt. Jetzt gilt es die Details zu klären:

  • Welche Farben soll die Dekoration haben?
  • Welche Dinge bastelt Ihr (oder Eure Freunde, Familie, etc.) selbst?
  • Was sollte zugekauft werden?
  • Welche Blumen möchtet Ihr bestellen und vor allem wo?
  • Wie sollen die Tische aussehen?
  • Wer wird am Hochzeitsmorgen das Dekorieren übernehmen?
  • Soll es einen Brautstrauß geben?

Eine ganze Menge Fragen, die während der Hochzeitsplanung beantwortet werden wollen. Seid Ihr selbst keine Dekorations-Weltmeister, holt Euch kompetente Hilfe Eurer Familie oder Trauzeugen. Irgendjemand geht meist in solchen Themen auf und ist glücklich, Euch helfen zu können! Stellt vor dem großen Tag der Hochzeit mit einer Checkliste sicher, dass Eure Helfer wissen, was zu tun ist.

23) Frisur der Braut

Wenn das Kleid steht, wird es Zeit für die sonstige Optik der Braut. Suche einen passenden Friseur und vereinbart einen Termin für eine Probe-Frisur.

Auch die Suche nach potentiellem Kopfschmuck steht jetzt an: Schleier, Blumen oder anderer Brautschmuck stehen zur Verfügung. Im selben Zuge kannst Du Dir auch schon Gedanken über den sonstigen Schmuck für den großen Tag machen.

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 6 Monate vor der Hochzeit:
  • Trauung beim Standesamt anmelden
  • Trauringe auswählen
  • Geschenkeliste erstellen
  • Versand der Hochzeitseinladungen
  • Hochzeitsanzug auswählen
  • Dekoration der Hochzeit festlegen
  • Frisur der Braut überdenken

Hochzeit per Checkliste organisieren – 4 Monate bis zur Hochzeitsfeier

Das grobe Konzept steht 4 Monate vor der Hochzeit meist – um die Wartezeit zu versüßen, hakt die folgenden To Do’s auf Eurer Hochzeitscheckliste als nächstes ab:

24) Tanzkurs nehmen

Ein Hochzeitstanz ist für Euch eine weitere unerlässliche Tradition? Miteinander getanzt habt Ihr bisher aber noch nicht wirklich?

Dann wird es jetzt Zeit für einen Paartanzkurs, damit Ihr fit für den großen Tag werdet!

Viele Tanzschulen bieten spezielle Hochzeits-Tanzkurse mit meist 4-6 Einheiten an. Dort lernt Ihr die Basics. Und wenn es Spaß macht, habt Ihr direkt ein neues Hobby für Eure Beziehung gefunden.

Gibt es keinen passenden Kurs in Eurer Nähe tut es zur Not auch ein Youtube-Video und das heimische Wohnzimmer als Übungsort!

Ein passendes Lied für Euren Tanz solltet Ihr am Ende natürlich auch noch aussuchen.

25) Tischordnung planen

Die Zusagen Eurer Gäste werden jetzt nach und nach eintrudeln. Zeit also die Tischordnung zu planen.Vorausgesetzt Ihr möchtet eine haben!

Ob eine Tischordnung nötig ist oder nicht, hängt von der Größe Eurer Gesellschaft, den verschiedenen Gruppierungen und dem generellen Rahmen Eurer Hochzeit ab.

Vielleicht macht es auch Sinn nur für das Essen Plätze vorzugeben und danach ein Spiel zum aktiven Durchmischen einzuplanen?

26) Ehevertrag überdenken und thematisieren

Jetzt wird es vermeintlich unromantisch: Ihr schwebt zwar auf Wolke 7 und selbstverständlich wird Eure Liebe für immer halten. Ups – das haben vermutlich all die anderen Ehepaare, die sich Monate oder Jahre nach der Hochzeit vor dem Scheidungsanwalt wiederfinden, auch gedacht.

Seid nicht so fahrlässig und denkt, dass Ihr nicht zu den knapp 50% aller Paare gehören könntet, die sich irgendwann gegen die eigene Ehe entscheiden!

Um die Pleite nach der Hochzeit zu vermeiden, besprecht bereits heute – in einer Phase, in der Ihr nur das Beste füreinander wollt – wie Ihr Euch im Fall des Falles trennen wollt. Besprecht, ob und wenn ja in welcher Form ein Ehevertrag für Euch sinnvoll ist.

Entscheidet Ihr Euch für einen Ehevertrag setzt ihn frühzeitig auf!

Ihr könnt jederzeit einen entsprechenden Vertrag vereinbaren. Die Notarkosten bemessen sich allerdings nach dem Wert um den es sich dreht – dieser ist typischerweise höher je älter (und erfolgreicher) Ihr werdet.

Also regelt Eure Angelegenheiten frühzeitig – wenn Ihr den Vertrag nie benötigt, umso besser!

27) Traukerze und Trauspruch

Noch zwei Traditionen zur Hochzeit: Bei kirchlichen Hochzeiten wählt das Paar im Vorfeld einen Trauspruch aus und druckt diesen dann beispielsweise im Kirchenheft ab. Auch in eine individuelle Traukerze mit Euren Namen kann Euer Spruch eingearbeitet werden.

Da die Herstellung einer solchen Kerze eine gewisse Vorlaufzeit benötigt (ob Ihr sie nun professionell machen lasst oder selbst bastelt), gilt es daher auch den Spruch und ein etwaiges Kerzendesign frühzeitig auszusuchen.

Eine schöne Tradition für Eure Ehe kann es sein, die Kerze an jedem Hochzeitstag anzuzünden.

28) Hochzeitstorte

Die besondere Hochzeitstorte wird typischerweise am Nachmittag oder gegen Mitternacht zum Nachtisch vom Brautpaar angeschnitten und von allen Gästen gemeinsam genossen.

Besucht verschiedene Bäckereien und wählt Euren Lieblingsgeschmack sowie die Optik Eurer individuellen Torte aus. Oder habt Ihr begnadete Hobbybäckerinnen in der Bekanntschaft, die Eure Lieblingstorte backen möchten?

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 4 Monate vor der Hochzeit:
  • Tanzkurs nehmen
  • Tischordnung planen
  • Ehevertrag überdenken und thematisieren
  • Traukerze und Trauspruch aussuchen
  • Hochzeitstorte beauftragen

2 Monate vor der Hochzeit

Nur noch 2 Monate bis zur Hochzeit! Die Checkliste wird kürzer, dafür umso wichtiger:

29) Aufgabenverteilung

An Eurem Festtag werdet Ihr aufgeregt sein. Ihr werdet im Mittelpunkt stehen.

Keiner von Euch sollte noch Organisationsaufgaben an diesem Tag haben – genau dafür habt Ihr Eure Trauzeugen, besten Freunde und Eure Familien.

Verteilt alle wichtigen Aufgaben für den Tag – Bezahlung der Dienstleister vor Ort, Aufstellen der Hochzeitstorte, Mitbringen der Trauringe und des Brautstraußes, Dekoration der Location, Fahrdienste, Platzeinweisung, etc. – sodass Ihr nur genießen müsst.

Eure Helferlein ruft Ihr am Besten jetzt schon einmal alle zusammen und erklärt Ihnen, wie Ihr Euch den Ablauf Eurer Hochzeit vorstellt. So hat jeder die Gelegenheit sich auf seinen Job vorzubereiten und die Arbeit für jeden Einzelnen wird überschaubar. Denn Eure Hochzeitsgäste möchten Euch natürlich ebenfalls einen unvergesslichen Hochzeitstag bescheren.

Macht es ihnen einfach, indem ihr ihnen vorab eine eigene kleine Hochzeitscheckliste übergebt, sodass weder sie noch Ihr etwas vom Ablauf vergesst.

30) Programmhefte und Infoschilder

Euer Ablauf steht und die Ansprechpartner sind klar. Höchste Zeit benötigte Info-Schilder für Eure Gäste zu erstellen:

  • Wo geht es zur Toilette?
  • Wohin kommen die Geschenke?
  • Und wie soll das mit den Smartphones während der Trauung laufen?

Auch ein Programm-Ablauf macht in vielen Fällen noch einmal im Großformat für alle Sinn.

Habt Ihr einen längeren Gottesdienst in der Kirche geplant, bietet es sich an separate Kirchenhefte mit den Texten, dem Ablauf und als Erinnerung zu erstellen.

Wie bei fast allem gilt: Entscheidet Euch, ob Ihr hier einen Profi ran lasst oder die Informationsmaterialien selbst erstellt.

31) Sitzordnung festlegen

Abhängig von der Deadline, die Ihr in Euren Einladungen für die Zu- oder Absage Eurer Hochzeitsgäste gesetzt habt, solltet Ihr jetzt Euren Sitzplan final festlegen.

Mit der annähernd finalen Gästezahl (kurzfristige Änderungen gibt es wohl bei jeder Hochzeit) könnt Ihr auch Euren Caterer und die Hochzeitslocation informieren, sodass diese in der konkreten Hochzeitsplanung voranschreiten können.

32) Buchung eines Hotels für die Hochzeitsnacht

Die Hochzeitsnacht. Wo werdet Ihr sie verbringen?

Die meisten Paare fallen nach ihrer Hochzeit einfach nur totmüde im Bett. Wilde, romantische oder extensive Hochzeitsnachts-Stories werdet Ihr von kaum jemandem hören.

Dennoch gehört für viele ein besonderer Ort für die erste Nacht als Ehepaar mit zum Gesamterlebnis „Heiraten“. Oder es hat ganz praktische Gründe bspw. heiratet Ihr zu weit entfernt von Eurem Zuhause und möchtet Euch die Fahrt mitten in der Nacht ersparen.

Spätestens 2 Monate vorab das gewünschte Hotel zu reservieren ist zum empfehlen – abhängig von Euren Wünschen und Anforderungen an das Hotelzimmer auch früher oder später.

33) Accessoires für den Bräutigam

Nicht nur die Braut benötigt Schmuck, Schuhe oder eine passende Tasche. Auch der Herr wird passend zum Anzug mit Schuhen, einem Plastron (oder einer Krawatte) sowie Manschettenknöpfen ausgestattet.

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 2 Monate vor der Hochzeit:
  • Aufgabenverteilung vornehmen und kommunizieren
  • Programmhefte und Infoschilder erstellen
  • Sitzplan festlegen und Location / Caterer informieren
  • Hotelbuchung für die Hochzeitsnacht
  • Accessoirs für den Bräutigam organisieren

Checkliste für den letzten Monat vor Eurer Hochzeit

Einen Monat vor der Hochzeit wird es ernst:

34) Junggesellenabschied für die zukünftigen Eheleute

Eine noch vergleichsweise neue Tradition im Rahmen der Hochzeit ist der Junggesellenabschied. Meist wird er von engen Freunden (oder den Trauzeugen) organisiert.

Mitspracherecht beim Programm habt Ihr nur bedingt. Wünsche oder No Go’s vorher zu äußern ist aber in jedem Fall empfehlenswert!

Haltet Euch den kommunizierten Termin frei – falls Ihr ihn vorher erfahrt – und genießt dann den Tag mit Euren engsten Freunden & Freundinnen.

35) Abholung der Trauringe

Eure bestellten Ringe werden jetzt fertig sein. Holt sie ab, probiert sie an und stellt sicher, dass sie (auch an einen vor Aufregung oder Hitze geschwollenen Finger) passen.

36) Einlaufen der Brautschuhe

Neben dem Brautkleid gibt es sicherlich auch neue Schuhe zum Hochzeitskleid. Diese müssen den ganzen Tag bequem sein – als Braut stehst und läufst Du sehr viel!

Beginne rechtzeitig die Schuhe einzulaufen, sodass sie am Tag der Tage keine Blasen hervorrufen oder nach einer halben Stunde einfach nur noch weh tun.

Am besten funktioniert das im Büro oder im heimischen Wohnzimmer – denn die tollen Schuhe sollen ja nicht schmutzig oder gebraucht aussehen.

37) Abholen des Hochzeitskleides und des Anzugs

Besonders aufregend ist der Tag, an dem Ihr Eure Kleidung für die Hochzeit abholen könnt. Endlich sind alle Änderungen eingearbeitet und die guten Stücke passen wie angegossen.

Ein tolles Gefühl, für das es i. d. R. 2-3 Wochen vor der Hochzeit Zeit wird. Und keine Panik, falls Du durch den Stress der letzten Wochen etwas zu- oder abgenommen hast – eine gute Schneiderin schafft innerhalb von wenigen Tagen (oder Stunden) das Kleid minimal anzupassen.

38) Finale Informationen fürs Catering

Spätestens jetzt solltet Ihr Eurem Caterer und der Location eine verlässliche Information über die Gästeanzahl geben. Die meisten Dienstleister nehmen Anpassungen bis 4 Wochen vor dem Termin kostenfrei entgegen – verpasst diese Deadline nicht!

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 1 Monat vor der Hochzeit:
  • Junggesellinnenabschied genießen
  • Traurringe abholen
  • Einlaufen der Hochzeitsschuhe
  • Abholen des Kleides und des Anzugs für die Hochzeit
  • Finale Informationen an den Caterer geben

Die Hochzeits-Woche-Checkliste

In der Woche vor der Hochzeit gilt es die Checkliste kurz zu halten – kurzfristige Fragen kommen ohnehin auf und Entspannung im Vorfeld hat noch keinem Brautpaar geschadet:

39) Letzter Kosmetik-Termin für die Braut

Fingernägel,  Augenbrauen, etc. – die Liste an möglichen Behandlungen, um zur Hochzeit super auszusehen ist lang. Etwa eine Woche vorher sollten die gewünschten Termine stattfinden, damit die Ergebnisse bis zum Hochzeitstag ihre volle Wirkung entfalten können.

40) Letzter Friseur-Termin für den Bräutigam

Beide Partner sollen zur Hochzeit perfekt aussehen: Also ab zum Friseur – auch für den Mann!

41) Tasche für die Hochzeit und Hochzeitsnacht

Zwei Taschen benötigt Ihr für den großen Tag:

  1. Die Handtasche der Braut mit den wichtigsten Utensilien für den Tag.
  2. Eure gemeinsame Tasche für die Nacht und den nächsten Morgen im Hotel (oder wo auch immer).

Packt beide ganz in Ruhe und legt sie für die Abfahrt bereit. Keinesfalls dürft Ihr wichtige Dokumente für das Standesamt oder Eure Ringe vergessen!

42) Reden vorbereiten
Ein paar Worte zur Begrüßung Eurer Hochzeitsgäste und eine kurze Dankesrede gehören zu fast jeder Hochzeit. Vielleicht möchtet Ihr ein personalisiertes Versprechen an Euren Partner richten?
Notiert Eure Worte vorher – in der aufregenden Situation, werdet Ihr über einen Spickzettel dankbar sein!
Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – 1 Woche vor der Hochzeit:
  • Kosmetik-Termin für die Braut
  • Friseur-Termin für den Bräutigam
  • Eine Tasche für den Tag und die Hochzeitsnacht packen
  • Reden vorbereiten

Checkliste für Euren Hochzeitstag

Für die Feier Eurer Hochzeit, habt Ihr nur zwei Aufgaben:

43) Getting Ready
Am Morgen steht der letzte, manchmal etwas stressige, Programmpunkt an: Die beiden Hauptpersonen müssen sich fertig machen für den großen Hochzeitstag.

Das Wie ist hoffentlich im Vorfeld gut geplant worden. Die Outfits, der Brautstrauß und das Brautauto sind bereit.

Wichtig: Nicht verrückt machen und versuchen auch diese Stunden zu genießen!

44) Genießen des Tages

Eure zweite und absolut wichtigste Aufgabe dieser Liste: Genießt die Feier mit all Euren Gästen.

Seht alles was genau so läuft wie geplant. Lacht über Missgeschicke. Und freut Euch über alle, die mit Euch Eure Heirat feiern.

Es geht weiter: Checkliste für die Nachbereitung Eurer Hochzeit

Nach der Hochzeit hören die To Do’s nicht einfach auf:

45) Geschenke

Auch wenn Ihr Euch ausschließlich Geld gewünscht habt, werdet Ihr sehr viele Geschenke bekommen haben. Geht alle durch und haltet auf einer Liste fest, wer Euch was geschenkt hat.

So könnt Ihr Euch später viel individueller bedanken und habt gleichzeitig immer etwas, um Euch zurück zu erinnern, woher einzelne Gegenstände in Eurer Wohnung kamen.

Auch wichtig: Sucht passende Plätze für die Geschenke. Denn der Esszimmertisch will nicht auf ewig zum Geschenketisch umfunktioniert werden.

46) Hochzeitsreise

Falls Ihr direkt abreist, packt die Koffer und genießt Euren gemeinsamen Urlaub!

Falls Ihr noch etwas Zeit habt, konkretisiert die Planungen und freut Euch auf die nachträglichen Flitterwochen.

47)  Bezahlung aller Rechnungen

Spätestens nach der Rückkehr aus den Flitterwochen werden alle Rechnungen bei Euch eingetroffen sein. Stellt sicher, dass Ihr alle innerhalb der vorgegebenen Fristen begleicht. Die nächste Familienfeier kommt bestimmt und den einen oder anderen Dienstleister möchtet Ihr vielleicht wieder verwenden (oder für eine andere Hochzeitsfeier weiterempfehlen).

48)  Finanzen

Mit der Hochzeit verändern sich einige Geld-Themen für Euch. Ihr könnt jetzt eine gemeinsame Steuererklärung einreichen. Außerdem seit Ihr dem Partner gegenüber unterhaltspflichtig.

Beschäftigt Euch damit, wie Ihr die Finanzen in Eurer Ehe richtig organisiert, sodass Ihr alle Vorteile nutzt und die Nachteile vermeidet!

49) Fotos

Typischerweise erhaltet Ihr einige Zeit nach der Hochzeit Eure Fotos. Wählt die schönsten aus, druckt sie aus und verteilt den Link (oder gedruckte Bilder) an Eure Gäste.

Viele witzige Fotos halten die Erinnerung hoch. Und ein obligatorisches Brautpaar-Foto steht doch in fast jedem Eltern-Wohnzimmer?

 

50) Dankeschön an die Helfer und Hochzeitsgäste

Mit Erhalt Eurer Bilder, könnt Ihr Eure Danksagungskarten gestalten und anhand Eurer Geschenkeliste individuell beschriften.

Natürlich sind auch allgemeine Karten mit einem herzlichen Dankeschön möglich – dann geht es auch etwas schneller. Auch hier gilt: Selbst verteilen ist persönlicher und kostengünstiger als der postalische Versand.

Hochzeits-Checkliste zum Abhaken – nach der Hochzeit:
  • Geschenke dokumentieren und verräumen
  • Hochzeitsreise genießen
  • Rechnungen bezahlen
  • Finanzen in der Ehe organisieren
  • Fotos auswählen, drucken und verteilen
  • Dankeschön an die Helfer und Gäste versenden

Fazit zur Hochzeits-Checkliste für Eure Traumhochzeit

Wie viele der Punkte Ihr tatsächlich umsetzt, liegt ganz an Euren Bedürfnissen. Plant Ihr eine Hochzeit mit der engsten Familie (Eltern, Großeltern und Geschwister) fallen 80 Prozent der Hochzeitscheckliste weg.

Möchtet Ihr hingegen 300 Gäste einladen und auf den Malediven feiern, kommen noch einige Schritte hinzu und Ihr benötigt mehr Zeit zur Hochzeitsplanung.

Um mit der Hochzeits-Checkliste arbeiten zu können, haben wir für Euch eine PDF vorbereitet – ladet es herunter und fangt sofort an Eure Hochzeit zu organisieren.

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[shariff]

5 Wochen ohne Wecker – Flittern in DownUnder

Hallo und Hello,

nach 5 Wochen am anderen Ende der Welt sind wir wieder zurück. Zurück im Alltag, zurück auf der Arbeit, zurück im Bloggerleben.

Lange vor unserer Hochzeit stand fest, dass wir unsere Flitterwochen in Australien und Neuseeland verbringen wollten. Diesen Wunsch umzusetzen, war eine goldrichtige Entscheidung.

Dieser Reisebericht wurde von Marielle für Dich verfasst.

 

Vorbereitung ist die halbe Miete

5 Wochen oder 34 Tage zu verreisen geht nicht von heute auf morgen.

Wir beide haben zu Beginn des letzten Jahres unseren Urlaub eingereicht, den Flug vor Monaten gebucht und online eine Reiseroute geplant.

Die Reiseroute – das war so eine Sache, die sich mehrfach geändert hat. Denn schnell haben wir festgestellt, dass 5 Wochen gar nicht viel sind.

In 2008 habe ich ein Jahr als Schülerin in Neuseeland verbracht. 11 Monate voller Erinnerungen – guter wie nicht so guter. Viele Orte, die ich gesehen hatte. Zu manchen wollte ich auf jeden Fall zurückkehren, zu anderen eher nicht.

Dann gab es noch die Plätze, zu denen ich es damals nicht geschafft habe. Und auch Mike hatte seine Vorstellungen, was er von meiner Übergangsheimat sehen wollte.

Die Route über die beiden Inseln Neuseelands war der einfachere Part.

An der durch Australien haben wir länger gefeilt. Wir wollten gerne überall hin, sahen Bilder von genialen Orten und kalkulierten alles durch.

  • Was könnten wir mit Zwischenflügen schaffen?
  • Wie viele Kilometer sind machbar?
  • Und sollen wir einen Camper oder ein Auto buchen?

Am Ende entschieden wir uns für den Süd-Osten Australiens – denn dort könnten wir in den Frühsommer einsteigen anstelle des im Dezember sehr heißen Nordens.

Die Wahl fiel auf die zusammenhängende Strecke von Adelaide über Melbourne bis nach Sydney – mit einem kleineren Camper-Modell für rund 2.000 km. Du suchst noch einen Camper für Deine eigene Reise? Wir fuhren mit CheapaCampa durchs Land – die Billigmarke von Apollo. Die Camper unterscheiden sich lediglich im Alter ~

 

Flitterwochen in Australien

Die ersten 2,5 Wochen unserer Reise verbrachten wir in Australien. Einem für uns beide völlig neuen Land.

Schon während wir unterwegs waren, hat Mike eine kleine Reisezusammenfassung verfasst – für all diejenigen, die uns zu unserer Hochzeit reichlich beschenkt hatten und einen kleinen Teil unserer Reise miterleben konnten.

 

Neue Erfahrungen

Das Besondere der ersten Tage war definitiv das Fahren auf der anderen Straßenseite und das Leben in einem Camper.

Erstaunlicherweise gewöhnten wir uns beide binnen 24 Stunden daran auf der anderen Seite zu sitzen. Schwieriger war es da schon die Spur zu halten (zu Beginn fuhren wir IMMER viel zu weit links und es wurde somit gefährlich für die Spiegel der parkenden Autos in Adelaide) oder den Blinker richtig zu bedienen (dies gilt nur für mich und hat sich auch während der gesamten Reise nicht geändert).

Mike kannte Campingurlaub aus seiner Kindheit – ich saß noch nicht einmal in so einem riesen Ding, geschweige denn dass ich darin geschlafen hätte.

Glücklicherweise hatten wir uns für ein kleines Modell ohne Bad und sonstigen Komfort entschieden. So konnten wir auch schmale Wege gut befahren und hatten dennoch alles dabei. Der große Luxus war, dass wir einen Kühlschrank sowie Wasser an Bord hatten.

 

Besondere Orte

Highlights war die Natur zwischen den drei großen Städten – Adelaide, Melbourne und Sydney. Diese hatten auch einiges zu bieten, waren aber nicht derart eindrucksvoll.

Wirklich besonders war der Grampians Nationalpark, in dem wir Wasserfälle bewunderten, Berge bestiegen und wahnsinnige Aussichten genossen.

Auch die Great Ocean Road war beeindruckend – zwar ein Touri-Hotspot und zusätzlich von der größten Fliegenpopulation besiedelt, die wir je erlebt haben! Kein Wunder, dass wir die Australian Wave schnell erlernten und uns wie Einheimische begrüßen konnten:

 

So schwer die jahrhundertealten Felsen im Wasser standen, war unsere Bewunderung für die Landschaft.

Teilweise mitten im Regenwald, an einem kleinen Fluss oder mit Kängurus beim Frühstück schliefen wir an Orten, die wir uns vorher nicht so hätten vorstellen können. Ein anderes Leben!

 

Honeymoon-Location Australien?

Für viele Menschen wird Australien kein typisches Reiseziel für die Hochzeitsreise sein.

Für uns war es die perfekte Wahl!

Australien hat uns nicht nur gutes Wetter, sondern auch jede Menge Ruhe, außergewöhnliches Erlebnisse, Zeit für uns, neue Tiere und tolle Bilder gebracht.

Wir haben einen kleinen Teil des Kontinents am anderen Ende der Welt entdeckt und uns so einen Vorgeschmack geholt – definitiv werden wir  wiederkommen und die anderen Teile erkunden.

 

Flitterwochen in Neuseeland

Den zweiten Teil unserer langen Reise verbrachten wir noch weiter weg von Deutschland in Neuseeland.

Zuerst fuhren wir über die Südinsel und danach erkundeten wir die Nordinsel. Statt im Camper setzten wir unseren Roadtrip in einem Auto fort und übernachteten zum großen Teil in AirBnB-Unterkünften. Dies hat sich als perfekte Entscheidung herausgestellt:

  • Wir hatten durchweg tolle Gastgeber inkl. Frühstück!
  • Es gab viel von den Erzählungen zu lernen und wir bekamen geniale Tipps.
  • Das Auto war für die neuseeländischen Straßen super-praktisch.

 

Vergangenheit und Gegenwart

Für mich war die Reise durch Neuseeland mit vielen, vielen Erinnerungen verbunden.

In Christchurch, der Stadt in der ich immerhin 11 Monate meines Lebens verbracht habe, zu sehen, wie zwei große Erdbeben den Charakter der Stadt und der Menschen verändert hat, war schockierend.

Endlich den Milford Sound zu besuchen und einen wunderschönen Tag zu haben, war genau so wie erhofft.

Zurückzukehren nach Rotorua, der Stadt in der mein Papa vor 9 Jahren gestorben ist, war bittersüß. Nirgends fühle ich mich meinem Papa so nahe und gleichzeitig mich so selbst so hilflos. Mike diesen Ort zu gezeigt zu haben, bedeutet mir sehr viel!

Die Autofahrten durch atemberaubende Landschaften, auf denen wir viele Pläne für die Zukunft geschmiedet haben.

 

Honeymoon-Location Neuseeland?

Auch diese Wahl war für uns eine perfekte. Das Land ist vielfältig und auf engstem Raum gibt es unterschiedlichste Eindrücke zu sammeln.

Wahnsinnig nette Menschen haben uns ihre Heimat näher gebracht. Gleichzeitig war es für mich sehr schön einige Menschen aus der Vergangenheit wieder zu treffen und meine Erinnerungen und Erfahrungen mit Mike zu teilen.

Während wir Australien gemeinsam erkundeten, war Neuseeland das Land, das ich durch Mikes Augen neu entdecken durfte. Und das hat uns noch näher zusammengebracht.

 

Unser Fazit

Ich muss es wahrscheinlich gar nicht mehr schreiben. Wir hatten eine wunderschöne Hochzeitsreise.

Es gab unglaubliche erste Male: Camper fahren, einen Vulkan besteigen oder Wakeboarden.

Wir haben viel gelernt: Fahren im Linksverkehr, miteinander schweigen oder warum die Neuseeländer erst Schafe züchteten, dann Kühe und jetzt wieder Schafe.

Keine typische Hochzeitsreise und für uns die Richtige.

Über die 5 Wochen hinaus haben wir noch so viel mehr davon: Geniale Fotos, lebhafte Erinnerungen und viel zu erzählen!

Die Hochzeit des Jahres der Finanzblogosphäre – Marielle’s Bericht

Hallo,

wie zu jeder Hochzeit gehören auch zu unserer zwei Personen – nach Mike’s Hochzeitsbericht vor einigen Tagen wird es heute Zeit für die weibliche Sicht auf die Geschehnisse.

Anders als bei unserem Eheversprechen bin ich bei unseren Berichten als zweites dran. Ohne Mike’s Bericht vorher gelesen zu haben, gehe ich davon aus, dass er mindestens den groben Ablauf unseres Tages bereits beschrieben hat. Daher picke ich meine Highlights der Hochzeit heraus.

Diesen Bericht hat Marielle für Dich verfasst.

Unsere standesamtliche Trauung

Am Dienstagmorgen bin ich fast eine Stunde vor meinem Wecker aufgewacht. An Schlafen war nicht mehr zu denken – ich habe angefangen mich fertig zu machen, Brötchen in den Ofen zu legen und alles zusammen zu suchen, was ich mitnehmen wollte.

Untypischerweise haben Mike und ich gemeinsam gefrühstückt – ebenfalls untypisch habe ich mein Brötchen nicht geschafft. Wer mich kennt, weiß, dass Appetitlosigkeit eine absolute Ausnahmesituation markiert.

Mein Gefühl an dem Morgen kann ich am Besten mit dem vor einem wichtigen Referat in der Schulzeit oder noch eher meinen mündlichen Abschlussprüfungen im Bachelor- oder Masterstudium vergleichen. Mir war flau im Magen trotz positiver Vorfreude und ich war angespannt.

Woher kam die Zeitnot?

Trotz des frühen Aufstehens geriet ich beim Schminken in Stress. Der zwei Tage alte Sonnenbrand führte dazu, dass sich mein Gesicht in dem Moment schälte, in dem ich das Make-Up auftrug. Daher: alles wieder abgekratzt, nochmal gecremt, versucht zu retten, was zu retten war. In solchen Momenten gebe ich offen zu, dass öfteres Schminken und damit mehr Übung wohl nicht schaden würde.

Und dann ging es endlich los!

Neben Mike vorne vor der Standesbeamtin zu sitzen, meine Trauzeugin und beste Freundin links von mir und das von uns beiden ausgesuchte Lied von Jonathan Zelter beruhigten mich etwas. Der Rede der Standesbeamtin konnte ich die gesamte Zeit folgen. Und doch atmete ich immer wieder tief durch – sodass Mike mir anschließend sagte, er dachte ich falle gleich um. Obwohl das Standesamt, die für uns weniger wichtige Feier war, war ich aufgeregt und habe mich zeitgleich gefreut, dass wir endlich zusammen dort standen.

Ein neuer Meilenstein

Ja zu sagen – zu Mike, unserer Beziehung, der gemeinsamen Zukunft und meinem neuen Nachnamen – war für mich ein Meilenstein in meinem Leben. Wie die Standesbeamtin schön sagte „Die Namensänderung ist hiermit unwiederruflich“. Absolut schön und dennoch war ich nach der Trauung immernoch angespannt, sodass ich bei unserem megaleckerem Essen im Marktweib in Oberursel nur die Hälfte der Hauptspeise (aber dafür die ganze Vor- und Nachspeise) geschafft habe.

Die erste richtige Entspannung setzte bei mir erst beim Zusammensitzen mit meiner Familie am Nachmittag in unserer Wohnung bei der leckeren (von Mike gebackenen) Schwarzwälderkirschtorte ein. Mein Highlight des Tages war, wie sehr sich alle mit uns gefreut haben! Damit wurde der eigentlich trockene und bürokratische Akt zu einer emotionalen und schönen Erfahrung.

Unsere freie Trauung

Den groben Ablauf des Tages hat Mike sicherlich beschrieben. Für mich waren die wichtigten Eckpunkte:

  • Das Aufstehen um 7 Uhr, 8 Uhr Friseur + anschließendes Schminken zu Hause und das Anziehen meines Kleides.
  • 10.00 Uhr Fotos und vor allem das erste Mal, dass Mike mich in meinem Kleid sehen würde.
  • 14 Uhr das erneute Anziehen meines Kleides und die Fahrt zu unserer Feier
  • 14.30 Uhr die Zeremonie mit anschließendem Sektempfang und Kuchen
  • 16 Uhr die Ankunft der BBQ Jungs, das Essen um 18 Uhr und die anschließende Feier

Dies war lediglich die Grobplanung. In meinem Kopf und auf vielen Zetteln waren diese fast schon im 10 Minuten Takt im Detail durchgeplant. Ich bin ein absoluter Planungsmensch – mein Job besteht zu 60 % aus Organisationsaufgaben, in unserer Beziehung bin ich der Planungs-Part und Spontanität sowie Loslassen (vor allem in Momenten, in denen ich mich verantwortlich fühle) fallen mir extrem schwer. Welche Gefühle ich an diesem Tag durchlebte, ist im Nachhinein für mich unvorstellbar.

Anspannung

Anspannung pur am Morgen. Kein Vergleich zum Standesamt. Auf der Fahrt zum Friseur war ich extrem angespannt und hätte jeden Moment anfangen können zu weinen, ohne zu wissen warum genau. Der Druck war riesig. Da war es gut, dass meine Mama dabei war, wir uns locker unterhalten konnten und mich das vertraute Gefühl im Laufe der Fahrt runterbrachte.

Wieder zurück zu Hause trug der Gedanke mich schnell gut schminken zu müssen, nicht gerade zur Entspannung bei. Zeitdruck habe ich allerdings nicht wirklich verspührt – erstaunlicherweise war es für mich völlig okay, dass alles länger dauerte als ich geplant hatte.

Vorfreude und Unsicherheit

Auf der Fahrt mit dem schön geschmückten Hochzeitsauto (und dem Freund meiner Mutter als Chauffeur) zum Seehotel Niedernberg herrschte Gefühlschaos. Zur etwas abgeflachten Anspannung kamen Vorfreude und Unsicherheit dazu.

Vorfreude auf den Moment, auf den ich lange gewartet habe: Mike sieht mich endlich in meinem Kleid. Ich muss nicht mehr geheimhalten, wie es aussieht und ich sehe endlich seine Reaktion auf mich als seine Braut.

Unsicherheit, ob es eine gute Idee war die Fotos vor der Zeremonie zu machen und wir uns nicht erst bei der Zeremonie das erste Mal als Braut und Bräutigam hätten sehen sollen. Auch Unsicherheit darüber, ob ich Mike  gefalle oder er es nicht als zu viel Braut und zu wenig Marielle empfindet.

Diese Gefühlsmischung führte dazu, dass im Laufe der Fahrt die Anspannung wieder übernahm – allerdings eher gepaart mit der Vorfreude.

Entspannung

Der Moment, in dem wir auf den Parkplatz fuhren und ich Mike auf mich warten gesehen habe, war wahnsinnig aufregend. Im Moment des Aussteigens hatte ich wahrscheinlich den höchsten Puls des Tages. Und alles fiel ab und die Entspannung setzte sofort ein, als ich seinen Blick sah und wir uns im Arm hatten. Genau wegen diesem Moment und diesem Gefühl war die Entscheidung für die Fotos vor der Zeremonie goldrichtig – wir waren einen Moment für uns! Bis zum Nachmittag hätte ich die Anspannung ohne Mike auch nicht ausgehalten…

Die anschließende Fotosession hat mich eher entspannt – denn Mikes Eltern waren wunderbar vorbereitet, sein Vater hatte tolle Ideen für unsere Fotos und an fast allen Stellen und Posen ging es wahnsinnig schnell. Damit waren meine 20 Minuten Verspätung vergessen und wir haben fleißig für tolle Fotos posiert. Ein paar haben wir schon bekommen – ich bin sehr gespannt auf das Endergebnis. Und überzeugt, dass die Entscheidung – Mikes Vater als Fotograf anstelle eines „Profi-Hochzeitsfotografen – die richtige für uns war.

Appetitlosigkeit

Bei der ist es auch am Samstag geblieben. Die Feststellung der gesamten Hochzeit für mich ist, dass ich offensichtlich in extremen Stresssituationen nichts mehr in meinen Magen bekomme. Nach den Fotos kamen wir hungrig wieder bei meiner Mutter an. Geplant war eine Mittagspause mit Leberkäse-Brötchen und etwas Erholung vor der großen Feier am Nachmittag. Immerhin 1,5 kleine Scheiben Leberkäs (verteilt über zwei Stunden), aber kein Brötchen konnte ich essen.

Die Appetitlosigkeit hielt leider am Nachmittag an. Nach unserer Zeremonie gab es viele tolle Kuchen und Torten, ich konnte lediglich von der Hochzeitstorte ein kleines Stückchen und einen Mini-Cupcake essen.

Auch beim BBQ am Abend schaffte ich nicht einmal meinen Teller mit Spanferkel und etwas Salat – dabei hatte ich mich auf all die Leckerein der BBQ-Jungs gefreut: Briskett, Hähnchenbrust, Lachssteaks, Wildbratwürste, etc.

Glücklicherweise gab es vom Kuchen und dem Fleisch einige Reste, die ich die letzten Tage genießen konnte. Der Hunger ist zurück und es schmeckte alles super!

Zwei weitere gute Entscheidungen

Kuchen von Bekannten & Gästen und das Abend-Catering durch die BBQ-Jungs mit Foodtruck. Die Lockerheit war perfekt für den Rahmen unserer Feier: Es war lecker und hat zu uns beiden und unseren Essensvorlieben gepasst. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle, die Kuchen und Torten beigesteuert haben – Ihr seid wirklich genial!!

Schwer kontrollierbare Emotionen

Bei dieser Überschrift kann es nur von unserer Zeremonie handeln. Beim gemeinsamen Einlaufen zu „All of me“ von John Legend (ach nein – an dem Tag von Hannah) verknief ich mir die Tränen. Die Mischung aus Stolz, Vorfreude, Aufgeregtheit, Angst und so vielen anderen Gefühlen hat mich die ganze Zeremonie hinweg fest im Griff gehabt.

Es war wahnsinnig schön durch die vor uns sitzenden Gäste zu schauen und so viele wohlwollende Gesichter zu sehen. Ich war wahnsinnig gespannt was Alex (unser Zeremonienmeister) und unsere Trauzeugen erzählen würden. Und selbstverständlich wahnsinnig aufgeregt vor unseren gegenseitigen Versprechen.

Unser Zeremonienmeister

Alex führte – als erfahrener Standesbeamter und einer der längsten Freunde meiner Eltern – phänomenal durch unsere Zeremonie und hielt eine tolle Rede, die sehr auf uns abgestimmt wa. Wenn jemand, der einen (zumindest mich) gut kennt, die Rede hält, ist es ein komplett anderes Gefühl als bei einer fremden Standesbeamtin. Toll fand ich besonders, dass er unsere Sorgen gegenüber eines Ringes aufgegriffen hat, dass er unseren bisherigen Weg toll zusammengefasst und vor allem auch meinen Papa in die Rede eingebaut hat.

Die Rede unserer Trauzeugen

Überglücklich hat mich auch die Rede unserer Trauzeugen gemacht. Ich hatte nie Zweifel, dass die beiden etwas tolles schreiben und erzählen würden. Ehrlicherweise hatte ich nicht erwartet, dass es so „philosophisch“ werden würde, sondern dass sie mehr über bestimmte Ereignisse und Erlebnisse sprechen würden. Sie haben es  professionell aufgezogen und ebenso perfekte Punkte herausgegriffen. Solche Freunde zu haben, ist für mich der Beweis, dass auch hier die Qualität die Quantität schlägt. Mit Ramona und Gunther haben wir genau das – zwei Menschen, auf die wir uns verlassen können und die sehr viel für uns tun.

Das Versprechen

Am aufregensten und emotionalsten war unser gegenseitiges Versprechen.

Glücklicherweise war ich an dieser Stelle zuerst dran, meinen bis dato noch geheimen 350-Wörter Text vorzutragen. Über meine Worte hatte ich wochenlang nachgedacht und meistens dabei Tränen in die Augen bekommen. Entsprechend habe ich mich bemüht Mike wenig anzuschauen, sondern mich auf mein Versprechens zu konzentrieren. 2-3 Mal schluckte ich, konnte die Tränen dann doch weitgehend zurückhalten – ich hatte schließlich davor (während der Rede von Ramona und Gunther) einige vergossen.

Mike’s Versprechen an mich war für mich nur noch schön – denn ich hatte den schweren Part geschafft. Zu sehen, wie nahe ihm seine eigenen Worte gingen, war schwierig. Ich hätte ihn am liebsten währenddessen in den Arm genommen, um ihm beim Entspannen zu helfen und ihn spüren zu lassen, dass ich seine Worte wunderbar fand.

Das Schönste an unseren Versprechen war, dass alle Sorgen, die ich mir im Vorfeld gemacht hatte, unbegründet waren. Mein Gefühl war, dass unsere Texte sich wunderbar ergänzten, kaum Überschneidungen vorlagen und Mike an den richtigen Stellen automatisch auf das eingegangen ist, was ich gesagt habe. Das Versprechen war die Bestätigung dafür, dass wir uns den richtigen Partner ausgesucht haben!

Freude und Traurigkeit

Nach der Zeremonie war die Anspannung bei mir weg. Endlich konnte ich den Tag in vollen Zügen genießen (bis auf die anhaltende Appetitlosigkeit). Es war toll Fotos mit unseren Gästen zu machen. Es war superschön mit unseren Gästen Ballons steigen zu lassen, mit Mike den obligatorischen Baumstamm zu zersägen und zu sehen, wie sich unsere Fotowand im Laufe des Abends mit immer mehr Fotos aus der Polaroid-Kamera gefüllt hat.

Der einzige Wehmutstropfen an diesem Tag war, dass mein Papa nicht dabei sein konnte. Im Vorfeld hatte ich beschlossen, dass ich in einer Pause zwischen Sektempfang und Abendessen meinen Brautstrauß auf sein Grab stelle. Als ich mit Mike dann davor stand, flossen bei mir das erste Mal an diesem Tag keine Freudentränen – besser fühlen lässt mich das Wissen, dass mein Papa Mike sehr gemocht hätte und er unserer Hochzeitsfeier mit Sicherheit toll gefunden hätte. Ich bin froh, dass unsere Feier nur 5 Minuten von seinem Grab entfernt stattgefunden hat und ich die Möglichkeit hatte, ihn so zu integrieren – für uns ohne großes Aufsehen, welches mir unangenehm gewesen wäre.

Gefreut hat mich auch, dass unser Hochzeitsbingo gut angekommen ist, fleißig von den Einwegkameras auf den Tischen gebraucht gemacht wurde und Kai extra Glückskekse für unsere Gäste gebacken hat – von den darin enthaltenen Aufgaben für uns (und unsere Gäste) werden wir noch in einigen Monaten etwas haben.

Fazit

Auch wenn ich sonst ein rationaler Mensch bin, habe ich, wie jedes Mädchen, von einer Traumhochzeit geträumt. Und ich habe sie bekommen. Wie in meinem Versprechen gesagt: Ich bin wahnsinnig dankbar für die letzten sieben Jahre mit Mike, habe mit ihm meinen besten Freund geheiratet und kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich mich auf unsere gemeinsame Zukunft freue.

Wie viele wissen, kann ich nicht gut loslassen und vertrauen. Entsprechend viel Stress habe ich meinem Umfeld mit den Hochzeitsvorbereitungen gemacht – denn ich wollte, dass alles perfekt klappt. Und das hat es! Dafür möchte ich an dieser Stelle Mike danken, der mich immer wieder mit rationalen und beruhigenden Aussagen auf den Boden geholt hat und vor allem folgenden Menschen:

  • Danke an meinen Bruder Frederik, der über sich hinaus gewachsen ist, den gesamten Tag perfekt im Griff hatte, dafür sorgte, dass ich nichts gefragt wurde und bei jeder meiner panischen Nachfragen an ihn, entspannt reagierte!
  • Danke an Ramona, meine Trauzeugin und beste Freundin. Für die tolle Rede und vor allem fürs mit mir mitfiebern, den tollen Jungsellinnenabschied im Europapark, den Kuchen, die Aufbauhilfe und fürs da sein!
  • Danke an Mikes Eltern für die Fotos, danke an Bruno fürs Chauffieren sowie die Hilfe bei unserer Fotowand und danke an meine Mama fürs Überzeugen von Blumen, die Organisation der Ballons und die großzügige finanzielle Unterstützung!
  • Danke an Alex für die tolle Traurede und die Zeremonienleitung – es hätte niemand besser machen können! Und danke an Hannah für die beiden toll gesungenen Lieder!
  • Danke an meinen anderen Bruder Michi, an Michelle, Anna und an Mike’s Schwester Kathi für Eure Hilfe, Organisation und Kuchen!
  • Danke an alle unsere Helfer und Gäste, die unsere Hochzeit zu unserem schönsten Tag gemacht haben!

Vorher habe ich immer gesagt – wäre ja blöd, wenn es unser schönster Tag im Leben wäre; denn was soll da dann noch kommen. Jetzt sage ich: Es war definitiv einer der schönsten Tage – und ich freue mich auf all die wunderschönen Tage, die uns gemeinsam bevorstehen.

Nachdem wir das Projekt „Hochzeit“ erfolgreich abgeschlossen haben, bin ich zuversichtlich, dass wir auch alle zukünftigen Herausforderungen gemeinsam meistern werden.

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Die Hochzeit des Jahres der Finanzblogosphäre – Mike’s Bericht

Hochzeit

Hochzeit – Dienstag, 13.06.2017, 11:55 Uhr

„Herr Schäfer, nehmen Sie die hier anwesende Marielle Jakob zur Frau, so antworten Sie mit einem ‚Ja‘.“

JA!

„Frau Jakob, nehmen Sie den hier anwesenden Mike Schäfer zum Mann, so antworten Sie mit einem ‚Ja‘.“

JA!

Diesen Artikel hat Mike für Dich verfasst.

 

Sonntag, 18.06.2017, 01:00 Uhr

Wir fallen glücklich und völlig ausgelaugt in unser Hotelbett.

Tausend Gedanken und Bilder unserer Hochzeit durchströmen unsere Hirne und unsere inneren Augen.

Ein erstes, dafür müdes und kurzes Fazit bekommen wir noch hin: „Es war alles nach unseren Vorstellungen. Wir sind mega happy, dass alles geklappt hat. Und an den Tag werden wir noch lange denken und uns erfreuen.“

Unsere Lider werden zu schwer.

Die Augen fallen zu.

Letzter Gedanke: „Ab jetzt sind wir die Schäfers…“

Lächelnd geht es in das Land der Träume, wo ich den Tag nochmals erlebe.

 

Samstag, 17.06.2017, 8:31 Uhr

Letzter Besuch des Wanderheims vor der Zeremonie.

Schnell die Technik aufbauen und hoffen, dass alles funktioniert. Denn ich muss spätestens um 9:15 Uhr unter der Dusche stehen. Schließlich haben wir um 10:15 Uhr unser Fotoshooting am Seehotel in Niedernberg.

„Die Technik steht. Der Soundcheck hat funktioniert. Und Marielle’s Brüder sind fit und auf Achse. Das wird super! – Oh mist, schon 9:17 Uhr. Ich muss los.“

 

Samstag, 17.06.2017, 9:22 Uhr

„FUCK! Keiner zu Hause.“

In der Planung hatten wir nur das Wanderheim berücksichtigt. Zu jederzeit musste jemand vor Ort sein, damit alles aufgebaut und anschließend auch bewacht werden konnte. Schließlich standen Boxen, Mischpult und die gesamte Deko im Freien – und das bei aufkommenden Wind.

„Okay. Ruhig bleiben, wo war nochmal der Ersatzschlüssel? Da müsste er sein. Nein, doch nicht. Da? Ne. Mist!“

Mittlerweile war es 9:27 Uhr und Panik stieg in mir auf.

„Komm schon. Lissy, geh ans Telefon! Mailbox – toll. Ok, dann Freddy…“

tuuuut, tuuuuut, tuuuut

„Boah ne, also auch nicht. Michi, der hat den Ton immer ~“

Michi: „Ja, Mike, was gibt’s?“

Ich: „Du, wo ist der Ersatzschlüssel – es ist keiner zuhause.“

Michi: „Die Terassentür ist offen.“

Ich: „Danke“

„Hätte ich ja auch direkt checken können. Uff – sehr gut, offen!“

 

Samstag, 17.06.2017, 9:37 Uhr

„Boah, was ist das denn? Sind da ernsthaft noch die Verkaufsschilder am Anzug?! Und, wo ist überhaupt mein weißes Shirt für drunter…“

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich leichten Stress. In Kombination mit der heißen Dusche sorgte dies für Hitzewallungen, die nicht unbemerkt bleiben sollten. Auf jeden Fall brauchte ich Hilfe, sonst würde das hier nicht funktionieren. Also habe ich meinen Anzug und Schuhe geschnappt und habe mir einen Stock tiefer Hilfe geholt.

Lissy: „Marielle, bleib im Bad! Mike ist unten!“

„Wunderbar so klappt es. Jetzt bin ich doch noch in der Zeit. Vier Hände arbeiten gerade gleichzeitig an meinem Outfit und der Ansteckblume – ein interessantes Gefühl.“

Wenn vier fremde Hände plus die beiden eigenen am Anzug beschäftigt sind, fühlt sich das sehr wichtig an. Interessant, denn bisher habe ich diese Erfahrung nicht gemacht, sondern nur bei anderen (TV) erlebt. Stars werden interviewt während Haare, Make-Up und Outfit gerichtet werden.

„Modelllernen eine faszinierende Sache. Es funktioniert also auch für Gefühle!“

 

Samstag, 17.06.2017, 9:48 Uhr

„Die Ansteckblume ist auf der falschen Seite. Zumindest zum Autofahren. Entweder zerdrücke ich sie oder ich kann meinen linken Arm nur eingeschränkt nutzen.“

Probleme, die ich früher noch nicht kannte!

 

Samstag, 17.06.2017, 10:21 Uhr

Blickkontakt.

„Die Scheiben von Brunos Auto sind getönt – das fällt mir jetzt erst auf.“

Bumm. Bum. Bumm. Bum. Bumm. Bum.

„Yeap ich bin nervös. Mein Puls ist definitiv dreistellig.“

Bruno steigt aus. Marielle bleibt sitzen.

Bruno geht zur hinteren Tür und öffnet diese.

„Jetzt ist es soweit!“

Marielle: „Bruno, was ist mit meinem Brautstrauß?“

Bruno: „Willst du den etwa jetzt schon?“

Marielle: „Ja!“

Bruno: „Ne, komm doch erstmal raus. Das geht auch noch gleich.“

„Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah. Ich will Dich endlich sehen.“

 

Samstag, 17.06.2017, 10:24 Uhr

„WOW“

An mehr erinnere ich mich nicht mehr. Marielle nahm mir meine restlichen Gedanken.

 

Samstag, 17.06.2017, 14:28 Uhr

„Es ist soweit. In zwei Minuten beginnt unsere Zeremonie.“

Marielle hielt es vor Neugier gar nicht mehr aus und blickte um die Ecke. Unsere Gäste saßen auf den Bänken. Und alles schien vorbereitet.

Hannah’s Stimme ertönte.

Da war es.

Unser Signal einzulaufen.

Marielle: „Lauf ich links oder rechts?“

Ich: „Rechts. Ich laufe links.“

„Los geht’s.“

 

Samstag, 17.06.2017, 14:33 Uhr

„Alle sind da. Oh, wie schön. Vorne links meine Großeltern. Rechts unsere Familien. Direkt zu Beginn meine Schwimmer. Sie sind alle da. Aber, hmmm. Irgendwas stimmt nicht. Wo sind die TVLer? Hier nicht. Dort nicht. Ne, hier auch nicht. Ob da alles okay ist?“

„Ah, da kommen sie durch die Hintertür. Durchatmen.“

 

Samstag, 17.06.2017, 14:41 Uhr

Marielle: „Ich bräuchte jetzt mein Taschentuch.“

Ramona – Marielle’s Trauzeugin – hatte zu diesem Moment das Wort ergriffen. Nachdem Gunther – mein Trauzeuge – mit der Rede begonnen hatte, lag es nun an ihr die Emotionen hoch kochen zu lassen.

Zum Glück hatte ich in mein schwarzes Buch ein Taschentuch für den Notfall gelegt.

Unsere Trauzeugen haben sich mit ihrer Rede mächtig ins Zeug gelegt. Sie haben es mit ihren Worten geschafft alle Anwesenden mit ins Boot und in die Verantwortung zu holen – uns eingeschlossen!

Mit diesen Freunden an unserer Seite kann kommen, was wolle. Denn selbst, wenn wir es Mal nicht alleine schaffen sollten, werden sie die richtigen Worte und Gesten finden.

 

Samstag, 17.06.2017, 14:56 Uhr

Marielle spricht die letzten Worte ihres Versprechens: „Danke, dass ich in Dir – ohne vor 7 Jahren auch nur im Ansatz daran zu denken – nicht nur meine große Liebe, sondern vor allem meinen größten Herausforderer und besten Freund finden durfte.“

Wir hatten im Vorfeld vereinbart, dass Marielle als erstes ihr Versprechen vortragen darf. Ihr Argument: Wenn ich als zweites vortrage, bekomme ich kein Wort heraus.

Jetzt bin ich dran: „Marielle, über die letzten sieben Jahre haben wir so viele gemeinsame Eindrücke und Erlebnisse ~“

Das war er – der Moment.

Der Moment in dem ich meine eigenen Emotionen nicht mehr regulieren konnte.

Es folgte eine lange Pause.

„Tieeeeeeeef einatmen. Laaaaaaaangsam ausatmen. Und nochmal: Tieeeeeef einatmen. Laaaaaaangsam ausatmen. Gut. Weiter geht’s.“

Für einen halben Satz, dann war es wieder vorbei.

Gunther: „Schau Dir einfach die Krawatten-Atrappe an, dann passt das schon.“

Half nix – war aber lustig!

Auch meine eigene Schlagfertigkeit half nichts mehr.

Ich: „Denn ich weiß, bei Dir sind sie gut aufgehoben und Du bist gekommen, um zu bleiben.“

„Aaaatmen, ich habe es geschafft. Jetzt muss ich nichts mehr sagen. Ring anstecken. Leon, Du bist der Wahnsinn. Ohne mit der Wimper zu zucken, hältst du seit 8 Minuten die Ringe hoch! Hochzeitskuss. Und? Applaus! Wir sind verheiratet :)“

 

Samstag, 17.06.2017, Rest des Tages

Glückwünsche.

Kuchen anschneiden und essen. Unser einziges Stück!

Gruppenfotos: Augen zu halten. Panoramaaufnahme. Dutzende Kombinationen.

Reiseangebot für unsere Gäste durch unsere Beziehung.

Pause und Besuch von Marielle’s Papa.

BBQ – mega lecker!

Hochzeitsbingo – wer sprang schon mal aus einem Flugzeug?

Polaroidkamera und Einwegkameras  – super Spiel für Klein und Groß.

Luftballons mit Wünschen steigen lassen.

Glückskekse? Ja. Selbstgebacken.

Herz ausschneiden und Holz zersägen.

Reden. Lachen. Feiern.

 

Fazit

Wir hatten eine super schöne Hochzeit mit unseren Familien und Freunden. Dank vieler helfender Hände konnten wir unsere Beziehung in vollen Zügen mit allen Anwesenden feiern. Und freuen uns jetzt auf zahlreiche neue Projekte in unseren neuen Lebensabschnitt!

 

Wie Ihr Eure Finanzen in der Ehe richtig organisiert!

Inzwischen haben wir in mehreren Artikeln verschiedenste Aspekte der Eheschließung und der anschließenden Ehe beleuchtet. Zum Abschluss unserer Hochzeits- und Ehe-Artikelserie stehen heute noch einmal die Finanzen im Vordergrund. Ein Artikel voller Kontosysteme, Kostenstrukturen und Buchhaltung in der Ehe.

Ob nun langjährige Beziehung oder eine Ehe – in beiden Fällen ist es wichtig, dass Ihr Eure gemeinsamen Finanzen im Griff habt und ein passendes Organisationsmodell für Euch identifiziert.

Der erste Schritte ist mit dem Partner über Geld und alles was damit zusammenhängt zu sprechen. Um den zweiten geht es heute:

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

Welche Möglichkeiten habt Ihr in Eurer Ehe Eure Finanzen zu organisieren?

Bei den meisten Paaren beginnen die Fragen mit dem Zusammenziehen:

Wer übernimmt welche Kosten?

Zahlen beide gleich viel?

Verdient Ihr unterschiedlich und übernimmt daher einer einen größeren Anteil der gemeinsamen Lebenshaltungskosten?

Spätestens bei der Eheschließung sollten diese Fragen geklärt sein.

Stattdessen tauchen neue auf – denn Ihr seid jetzt füreinander verantwortlich. Gab es vorher zwei separate Steuererklärungen, war jeder für sein eigenes Chaos verantwortlich und Ihr musstet nicht zwingend Verantwortung füreinander übernehmen, ändert sich dies jetzt radikal.

Neue Fragen können sein:

Wer macht die gemeinsame Steuererklärung?

Wo liegen alle benötigten Dokumente für die Steuer und welche Verträge hat der Partner abgeschlossen?

Im Fall des Falles – was will der Partner, welche Vollmachten liegen vor und wie kann die Verantwortungsübernahme aussehen?

Gemeinsame Steuererklärung als Ehepaar

Ausnahmen können – wie immer im deutschen, komplexen Steuersystem – dazu führen, dass die Einzelveranlagung sinnvoller ist als die Zusammenveranlagung. Dazu gehört zum Beispiel der Erhalt einer Abfindung und die damit verbundenen steuerlichen Vorteile, Einkünfte als Selbstständige oder dem Wegfall von Alleinerziehendenentlastungsbeträgen.

Im Regelfall (wie auch unsere Ehe es sein wird) greifen die oben beschriebenen Vorteile der Zusammenveranlagung und es gilt: Je größer der Einkommensunterschied, desto größer die Steuerersparnis durch die gemeinsame Steuererklärung.

Wichtig ist: Einkommen  ungleich Gehalt. Unser beider Gehalt ist fast identisch unser Jahreseinkommen dennoch stark unterschiedlich. Dies liegt an den höheren Kapitalerträgen, die Marielle erwirtschaftet.

Steuererklärung – Die Umsetzung

Um auf unsere Frage zurückzukommen: Wer übernimmt die gemeinsame Steuererklärung?

Hier könnt Ihr überlegen, wie Ihr es bisher gehandhabt habt. Hat jeder seine eigene Steuererklärung gemacht? Hattet Ihr Hilfe von einem Steuerberater? Vielleicht hat einer von Euch ein besonderes Interesse am Thema Steuern?

Grundsätzlich habt Ihr verschiedene Möglichkeiten:

  1. Ihr engagiert einen Steuerberater – falls Ihr bisher unterschiedliche genutzt habt, steht hier ein Abwägen und eine Einigung für Euch an.
  2. Einer von Euch übernimmt die gemeinsame Steuererklärung – der andere sorgt dafür, dass alle Unterlagen von seiner Seite vorliegen und unterschreibt am Ende mit.
  3. Ihr erstellt die Erklärung gemeinsam – und stellt damit das 4-Augen-Prinzip sicher.

Spätestens im Juli grüßt Euch jedes Jahr die Abgabe der Steuererklärung. Falls es nicht im Chaos enden soll, empfehlen wir Euch, Euch frühzeitig auf einen Weg zu einige. Und diesen anschliend verlässlich zu verfolgen.

Wir werden einen gemeinsamen Steuerordner (digital oder analog) anlegen und alle relevanten Dokumente in diesem sammeln. Nach der Steuererklärung kommen sie in eine Ablage, in der sie die nächsten 10 Jahre verweilen können. Dadurch erhoffen wir uns eine stressfreie Steuererklärung – ohne hektisches Gesuche nach relevanten Dokumenten.

Marielle ist unsere Steuerbeauftragte und erstellt diese jährlich mit der Steuersparerklärung* – so hat sie es bereits gemacht, als wir noch nicht verheiratet waren und es klappt jedes Jahr ganz entspannt. 

Gemeinsame Finanzen als Ehepaar organisieren

 

Zur gemeinsamen Steuererklärung und für alle anderen gemeinsamen Finanzthemen organisiert Ihr Euch zukünftig gemeinsam. Dies bedeuted, dass für Euch ein praktikables und transparentes Konten- und Ablagesystem sinnvoll wird, indem Ihr Euch beide zurechtfindet.

Kontensystem für die Ehe

Diese Frage klären viele Paare lange vor der Ehe: Gemeinsames Konto, ja oder nein?

Wenn ja, behält jeder sein eigenes und wohin fließen die Gehälter? Auch hier gibt es  grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Ein gemeinsames Konto – alle Geldeingänge fließen hierhin, alle Abgänge gehen von hier ab. Dies ist wohl das klassischste Vorgehen.
  2. Getrennte Konten – jeder hat seine eigenen Geldeingänge, wer gemeinsame Ausgaben begleicht wird entweder individuell besprochen oder es existieren Regeln. Dieses Vorgehen ist vor allem in den ersten Jahren einer Beziehung sehr häufig, doch auch in der Ehe ist dies weiterhin vertreten!
  3. Mix aus beidem – Geldeingänge kommen zuerst auf die individuellen Konten, jeder überweist anschließend einen Anteil auf das gemeinsame Konto, von dem gemeinsame Ausgaben beglichen werden. In Zeiten von Online-Banking und gelebter Emanzipation ist dies das aufstrebende Model.

Wir haben uns vor einigen Jahren für Möglichkeit 3 entschieden – nachdem Variante 2 immer wieder zu Diskussionen geführt hat, weil sie zu ständigen Aufrechnen führen kann. Dies funktioniert für uns wunderbar. Die anderen Optionen erleben wir auch im Bekanntenkreis hin und wieder. Das wichtigste ist, dass Ihr darüber gesprochen habt und Euch einig seid, welches System Ihr nutzen möchtet.

Ablagesystem für organisierte Paarfinanzen

Hier wird es schon kniffliger – denn wer räumt schon gerne auf? Und dann auch noch das Chaos von jemandem anderen! Mit gemeinsamen Finanzen, einer gemeinsamen Steuererklärung und höchstwahrscheinlich mehr gemeinsamen Verpflichtungen (z. B. ein Kredit fürs Familienzuhause, Kosten für eine gemeinsame Reise oder Einkommensausfall eines Partners) wird es zunehmend wichtiger, dass beide Partner einen Durchblick über wichtige Unterlagen und Dokumente haben.

Der klassische Tipp ist sicherlich ein Ordner für jedes Jahr oder Thema anzulegen und dort alle gemeinsamen und eigenen Dokumente zu sammeln. Jeder kann jederzeit finden, was benötigt wird – vorausgesetzt die Dokumente werden umgehend – und nicht lediglich einmal im Jahr – abgelegt.

Hier stehen wir noch am Anfang: Bisher pflegt jeder von uns sein eigenes Chaos. Mit der Hochzeit und unserem Plan einer gemeinsamen Steuererklärung werden wir ab diesem Jahr einen gemeinsamen Ordner für unsere Dokumente führen. Anlegen werden wir diesen voraussichtlich direkt in der Woche nach der Hochzeit und all die Namensänderungs-Dokumente von mir einsortieren.

(Anmerkung Mike: Klüger wäre der 01. Januar gewesen 😀 )

Sonderthemen, wie Immobilien oder unser bald zu gründendes Unternehmen, werden separate Ordner erhalten. Somit werden wir eine Mischung aus Jahres- und Themenordnern erstellen, die wir hoffentlich beide durchschauen.

Auch, wenn es in der Ehe nochmals wichtiger wird, empfehlen wir frühzeitig mit einer organisierten Finanzstruktur Eure Beziehung zu führen. Das System zu finden, dass zu Euch passt, ist entscheidend, um nicht im Streit und schlussendlich finanziellen Fiasko zu enden!

Vorsorgen für den Fall des Falles

 

Mit der Ehe entscheidet Ihr Euch dafür füreinander da zu sein – unabhängig von der Situation. Mit dieser Entscheidung und der Verantwortungsübernahme für den anderen gehen auch ein paar organisatorische Themen einher, die Ihr bedenken solltet.

In einem früheren Artikel haben wir darüber geschrieben, wie wichtig es ist, für den Ernstfall vorbereitet zu sein und sich gemeinsam um Themen wie Patientenverfügung und Versorgungsvollmachten zu kümmern. Aber auch auf der Finanzseite gibt es ein paar Tipps, die im Ernstfall Gold, Zeit sowie bares Geld wert sein können:

Tipp Nr. 1: Zugangsdaten für Konten und Depots

Im Fall, dass einer von Euch unerwartet nicht mehr zurechungsfähig ist, sind Finanzthemen meist erst einmal zweitrangig. Ein Aktien-Depot braucht in bestimmten Zeiten eine gewissen Pflege und Aufmerksamkeit. Vielleicht ist es aber auch nur die Kleinigkeit, dass der Partner monatlich einen variablen Betrag vom Angesparten auf seinem Tagesgeld für eine Sonderausgabe (wie die Auto-Leasingrate) aufs gemeinsame Girokonto überweist, sollte dies nicht von den normalen Einnahmen zu decken sein.

Für solche Fälle benötigt der Partner als nahestehenste Vertrauensperson Zugang zu den individuellen Konten/Depots. Abgesehen vom reinen Austausch der Zugangsdaten, gibt es rechtssichere Möglichkeiten. Beispielsweise habe ich bei meinem Depot eine Vollmacht für meine Mutter eingerichtet – sie kann jederzeit (mit ihren eigenen Zugangsdaten) mein Depot und Konto bei dieser Bank einsehen. Im Notfall, kann sie die Bankgeschäfte für mich übernehmen und die Bank weiß Bescheid, dass sie das darf. Nach der Hochzeit werde ich diese Vollmacht auf Mike übertragen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die persönlichen Zugangsdaten an einem vereinbarten Ort aufzubewahren. Dies kann ein weiterer gemeinsamer Vertrauter (oder sogar ein Anwalt) oder ein vereinbartes „Versteck“ in den gemeinsamen Unterlagen sein. Im Notrfall ist sichergestellt, dass nur der Partner weiß, wo er die Daten des anderen findet und diese aber nicht jederzeit mit sich herumträgt.

Tipp Nr. 2: Eintragung in Versicherungen

Habt Ihr eine Lebensversicherung?

Dann lohnt sich nach der Hochzeit der Blick in die Unterlagen.

Wer ist als Leistungsempfänger eingetragen? In vielen Fällen sind es die Eltern. Möchtet Ihr, dass im Versicherungsfall Euer Ehepartner berechtigt ist, die Prämie zu erhalten, könnt Ihr die Verträge nach Euren Wünschen anpassen.

Auch in Fällen, bei denen Ihr vielleicht gar nicht daran denkt, dass es einen Berechtigten außer Euch geben könnte, lohnt sich der Blick in die Unterlagen: Bei mir steht beispielsweise in der Riester-Rente und auch im Bausparvertrag meine Mutter als Berechtige im Vertrag, falls ich vor Zahlungsbeginn sterben sollte. Wann und wie ich diese Verträge umschreiben kann und will, weiß ich noch nicht. Wichtig ist für uns, dass wir uns diesen Themen gemeinsam annehmen, um für geklärte Verhältnisse zu sorgen!

Tipp Nr. 3: Testament

Noch ein To-Do, um Eure Finanzen in der Ehe geordnet zu bekommen: Entspricht die gesetzliche Erbfolge nicht Euren Vorstellungen? Dann könnt Ihr dies in einem bestimmten Rahmen festhalten. Möglichkeiten gibt es viele.

Ihr könnt ein „Berliner Testament“ aufsetzen, sodass im Todesfall eines Partners erst einmal nur der andere erbt – dies kann zwar zu einem für die eine Person hohen Erbbetrag (und damit etwaige Erbschaftssteuer) führen, kann allerdings auch gemeinsam aufgebautes Vermögen (bspw. in Form eines Unternehmens oder Immobilien) vor der Zerschlagung schützen.

Nicht jedes Ehepaar benötigt ein Testament, da in vielen Fällen die gesetzliche Erbfolge funktioniert. Auch hier gilt: Redet miteinander auch über diesen Fall, um zu wissen, was für Euch und Eure Beziehung das richtige Modell ist.

Fazit zu organisierten Finanzen als Ehepaar

Unfassbar!

Unser Countdown ist beendet. Alle Punkte der Hochzeits-Checkliste sind erledigt.

Am Dienstag werden wir uns standesamtlich trauen und am Samstag steht die freie Trauung bei schönstem Wetter an.

Mittlerweile sind wir mega aufgeregt und mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt.

Daher werden wir unsere erste Artikelpause einläuten. In der nächsten Woche wird es keinen Artikel geben. Allerdings haben wir uns etwas anderes für Dich überlegt.

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So vermeidet Ihr die Kostenexplosion bei Eurer Hochzeit

Hallo,mächtig viel Kohle kann bei einer Hochzeit verbrannt werden. Wer kennt sie nicht, die Kostenexplosion? Die Planung fängt minimalistisch an – mit der Zeit schwindet allerdings die Zuversicht diesen Finanzplan einhalten zu können.

Neben den großen Kostenblöcken kommen Kleckerbeträge hinzu. Diese leeren das Konto schneller als 1.000 Heuschrecken einen Baum. Damit Ihr nicht in diese Fall tappt und die Heuschrecken um Euren Baum einen Bogen ziehen, haben wir ein paar Tipps für Euch.

Diesen Beitrag hat Mike für Euch verfasst.

Die Frage nach dem Warum

Warum?

Diese Frage begleitet einige unserer Beiträge, zum Beispiel zu Hochzeitstraditionen.

Fast all unsere Handlungen verlaufen im Autopiloten. Dies ist zwingend notwendig, da wir sonst nicht lebensfähig wären. Stellt Euch nur vor, Ihr müsstet Eurem Körper jedes Mal exakt mitteilen, welche Bewegungen für das Laufen einer Treppe nötig sind.

Die Schattenseite dieses praktischen Systems, sind wichtige Entscheidungen. Wir tendieren dazu, auch diese im Autopilot zu treffen und werden uns erst im Nachhinein über das Ausmaß bewusst.

Daher hier 3 Fragen, die Ihr Euch stellen solltet:

 

1. Was ist Euch wichtig bei der Location?

Für uns war schnell klar: Wir wollen ungestört auf einer schönen Wiese unsere Beziehung mit unseren Familien und Freunden feiern. Hinzu kommt, dass wir beide ungläubig sind und somit eine kirchliche Trauung ausgeschlossen ist. Vielmehr ist für uns der persönliche Bezug sehr wichtig. Es soll ein Erlebnis sein, mit dem wir uns zu 100 Prozent identifizieren können.

Danach begannen wir verschiedene Locations zu suchen, uns mit Freunden auszutauschen und Szenarien durchzuspielen. Von Restaurants über Schlösser hin zu Vereins- und Privatgelände.

Durch unser Wissen, was wir wollen und uns vorstellen konnten, fiehlen 95 Prozent der Möglichkeiten weg.

Am Ende wurde es das Wanderheim in Marielles Heimatstadt. Hier haben wir alles, was wir uns vorgestellt haben:

  • Eine schöne Wiese
  • Privatsphäre
  • Einen persönlichen Bezug
  • Die Möglichkeit der freien Trauung

Unsere erste Wahl kostet uns 100 Euro zuzüglich Getränke. Dafür bekommen wir eine große Wiese, eine überdachte Terasse, das Wanderheim und Unterstützung beim Getränkeausschank und Kuchenaufteilen.

Grundsätzlich hätten wir das 100-fache für eine geeignete Location ausgeben können. Selbst unsere zweite Wahl (Abstriche bei Privatsphäre) hätten wir über 500 Euro bezahlen müssen ebenfalls ohne Getränke.

Zu wissen, was Euch wichtig ist, kann unter Umständen eine echte Ersparnis darstellen.

 

2. Welche Traditionen sind Euch wichtig?

Nicht alle Traditionen passen zu Euch, nicht alle werdet Ihr toll finden – an manchen kommt Ihr eventuell dennoch nicht vorbei. Trotzdem gilt auch hier:

Warum wollt Ihr welche Tradition einbringen?

Das Hochzeitskleid fängt bei 750 Euro bis 1000 Euro an. Eine Steigerung nach oben ist ohne weiteres möglich – 2.000 Euro, 5.000 Euro oder 10.000 Euro könnt Ihr an dieser Stelle locker machen. Ich habe inzwischen von Paaren gehört, die sich für ein Dirndl oder ein Sommerkleid entschieden haben. Preislich fangen diese bei 100 Euro bis 300 Euro an und können zu anderen Anlässen erneut getragen werden.

Eheringe haben uns selbst sehr lange beschäftigt. Wir sind keine Schmuckträger – Marielle hat zwar Ohrlöcher und trägt hin und wieder eine Kette, allerdings hatte sie noch nie einen Ring am Finger. Meinen letzten Schmuck – in Form einer Uhr – habe ich zuletzt mit 13 Jahren getragen. Da es für Marielle zur Hochzeit dazugehört und sie sich sehr schöne Zukunftsmomente ausgemalt hat, haben wir uns für eine Testphase entschieden: Zwei Ringe für zusammen 350 Euro, die wir an der Hochzeit tauschen und danach Testtragen werden.

Unsere ersten Versuche Ringe zu erwerben, begonnen bei 1200 Euro und wurden uns als untere Preiskategorie angepriesen. Schließlich sollten sie bis ans Lebensende halten, besonders schön aussehen und im Alltag tragbar sein. Für uns definitiv zu hoch, wenn wir noch nicht wissen, ob wir Ringe mögen.

Je nach Antwort auf diese Fragen ist ein vierstelliger Betrag gespart.

 

3. Welches Essen passt zu Euch?

Marielles Mutter hatte zu ihrem 50. Geburtstag einen Caterer engagiert. Dieser zauberte ein super leckeres drei Gänge Menü und lies die Gormetherzen ihrer Gäste höher schlagen.

Naheliegend, dass wir die Kontaktdaten erfragten und bekamen.

Schon bei der Anfrage fühlte sich diese Form des Essens nicht nach uns an. Zwar besuchen wir sehr gerne kulinarisch gehobenere Restaurants – Fleisch und Pommes bekommen wir eben auch selbst hin – aber es wirkte uns für unsere Hochzeit zu formell.

Mit etwas Recherche entdeckten wir ein Food-Startup aus Aschaffenburg. Unser Gefühl war sofort ein anderes und wir ließen uns ebenfalls ein Angebot unterbreiten.

Und was soll ich sagen? Zu unserer Hochzeit kommt ein Foodtruck mit Smoker und richtigem Barbecue-Feeling. Schon vorab gehört dies zu den Highlights, da es sich die wenigsten vorstellen können.

Auf unser Gefühl zu hören und die Frage nach dem Warum zu stellen, hat uns hier etwa 6000 Euro erspart.

 

Mein erster Autokauf und wieso er uns heute Geld spart

19 Jahre jung und naiv.

Letzten Monate in der Schule – über 30 Stunden Leistungssport in der Woche – kein festes Einkommen.

Nur durch die Bürgschaft meiner Eltern und das Abschließen eines Leasing-Vertrages war ich in der Lage mir ein Auto zuzulegen.

Warum? Weil es meine Fahrtzeiten um 80 Prozent reduzierte!

Nach längerem Suchen fand ich einen Autohändler, der trotz meiner Position, bereit war einen Vertrag abzuschließen. Und das richtige Auto war innerhalb von 30 Minuten gefunden.

Eine ausführliche Probefahrt später, saßen wir im Büro des Verkäufers. Dieser erklärte uns die Vertragsmodalitäten und was die Basisausstattung beinhaltete.

Meine zukünftige monatliche Rate würde sich auf 185 Euro belaufen. Nach fünf Jahren blieb eine Restschuld von etwa 4500 Euro und Anzahlungen wären auch nicht fällig.

„Super“, dachte ich: „dass kann ich locker monatlich aufbringen – auch in knappen Zeiten.“

 

Folgender Dialog bescherte mir jahrelanges Lehrgeld

Verkäufer: „Zu den eben genannten Bedingungen bekommen sie die Basisausstattung.“

Ich: „Okay, was bedeutet das?“

Verkäufer: „Nun, das Auto, das Sie Probegefahren sind, hatte die Comfortausstattung. Da fehlen Ihnen einige Dinge.“

Ich: „Aha und was zum Beispiel?“

Verkäufer: „In der Basisausstattung können Sie Ihre Seitenspiegel nicht elektronisch einstellen. Dies könnte auf der Beifahrerseite für Sie umständlich werden.“

Ich: „Ja, das ist extrem doof. Was kostet es denn, wenn ich die Spiegel automatisch einstellen kann?“

Verkäufer: „Hmm, lassen Sie mich kurz nachschauen. Ahja, das würde Sie weitere 8 Euro im Monat kosten.“

Ich: „Naja, 8 Euro macht das Ding nicht fett. Das ist es mir wert, mich nicht ständig abzumühen.“

Verkäufer: „Okay, dann buche ich das hinzu. Und wie sieht es mit dem CD-Spieler aus? Normalerweise hätten Sie jetzt nur ein Radio.“

Wie der Dialog weiterverlief, kannst Du Dir sicherlich vorstellen. Meine endgültige Rate lag bei 275 Euro Monat für Monat für Monat über 5 Jahre hinweg.

 

Was hat es mit unserer und Eurer Hochzeit zu tun?

Wir haben unsere Basisausstattung vor Monaten fertig gebucht. Die für uns wichtigsten Dinge wie Location, Essen und Kleidung waren gebucht und teils bezahlt.

Seit ein paar Wochen beginnen die Extras aus dem Boden zu ploppen. Alle paar Tage kommen neue Ideen um die Ecke, die wir noch unbedingt benötigen. Die Liste an To Do’s für die Traumhochzeit ist unendlich.

Beispielsweise hatten wir uns gegen Gastgeschenke entschieden. Auf unseren bisherigen Hochzeitsbesuchen fanden wir es eher nervig, unbrauchbar oder ein nettes Gimmick, das in Zukunft staub fängt. Aus dem Nichts kamen zig Ideen zu Gastgeschenken auf die Agenda: Von Herzchen Seifen in Größe einer Kirschtomate, personalisierte Shampoos von Balea oder mitnehmbare Tischgedecke. Kosten pro Idee etwa 75 bis 200 Euro.

Oder der inflationäre Gebrauch von Blumen. Bisher wusste ich nicht einmal, wofür bei einer Hochzeit alles Blumen benötigt werden. Tischdeko, Traudeko, Anzugdeko, Autodeko, Standesamtstrauß, Brautstrauß, Treppendeko und so weiter und so fort. Pro Blume 25 Cent bis 3 Euro, pro Strauß 30 bis 100 Euro.

Diese Liste ist schier unendlich. Wenn Du einen Eindruck bekommen möchtest, besuche bei Facebook die Hochzeitsgruppen oder schau die auf Pinterest die Ideengebungen an.

Jedes Gimmick, jede Deko oder jeder Zusatz für sich sind günstig und fallen im Vergleich zu den Kostenfressern nicht ins Gewicht.

Wenn Ihr zuvor Euch entschieden habt 3000 Euro für das Essen auszugeben, das Kleid 1000 Euro kostete und der Anzug für 400 Euro den Eigentümer wechselte, dann sind Beträge von 5 bis 50 Euro nicht entscheidend.

Gefährlich ist die Masse: Das noch und das noch und das noch und das noch. Und, ach schau Mal, das ist soooo toll und kostet gar nicht viel.

Am Ende steht für den Schnickschnack eine vierstellige Summe!

 

DIY und LSEDI

Viele, was Euch wichtig ist und etwas über Euch aussagt, könnt Ihr selbst basteln. Und dafür müsst Ihr weder künstlerisch begabt sein, noch unendlich viel Zeit mitbringen.

Wir haben uns mittlerweile einige Spielerein und Erzählungen überlegt, die wir als Überraschung für unsere Gäste bereithalten. Daher können wir diese hier noch nicht preisgeben – das ergänzen wir nach der Hochzeit; versprochen!

Neben Euren eigenen Händen gibt es in Eurem Freundes- und Familienkreis viele Menschen, die Euch nahstehen und sehr gerne helfen oder Kontakte haben. Vielleicht kennt jemand, jemanden, der jemanden kennt, der super leckere Torten backen kann. Oder jemand kennt eine Location, die Euren Vorstellungen entspricht. Oder sie backen Kuchen und bereiten Salate zu, um das Buffet zu ergänzen.

Der innere Drang alles selbst zu machen, kann manchmal sehr groß werden. Aber wer kann schon alles machen? Und ist es nicht viel schöner mit Freunden und Familienmitgliedern zusammenzuarbeiten? Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir während den gesamten Vorbereitung erhalten haben und die wir an unserem schönsten Tag erhalten werden!

Und die Kosten? 0 Euro – und bei nächster Gelegenheit das eigene Wissen, die eigenen Kontakte oder die eigene Zeit zur Verfügung stellen! Für mehr miteinander!

 

Fazit

Mit den richtigen Fragen, der Obacht bei Krimskrams und die Zusammenarbeit mit Freunden und Familie lässt sich ein kleines Vermögen bei der Hochzeit sparen. Dieses kann an anderer Stelle in tolle gemeinsame Erfahrungen investiert werden und sorgt für langanhaltende Erinnerungen und Freuden!

Nach unserer Hochzeit werden wir uns hinsetzen und unsere Erstkalkulation mit unserer Endabrechnung vergleichen. Wir sind gespannt wie das Ergebnis ausfällt und werden Euch davon berichten!

Was sind Eure Tipps und Tricks die Kostenexplosion zu vermeiden? Lasst unsere Community teilhaben und schreibt sie in die Kommentare! Wir freuen uns.

Beste Grüße
Mike