Gastartikel von Sebastian Kühn über sein Wireless Life

​Wir befinden uns auf dem Weg in die finanzielle Freiheit. Unsere Motivation ziehen wir aus Geschichten wie der von Sebastian Kühn. Er lebt und arbeitet dort, wo es ihm gefällt und umgibt sich mit Gleichgesinnten. Und das bereits seit 2012. 

Heute freuen wir uns, dass wir Sebastian für einen Gastartikel gewinnen konnten. Er schreibt – wie könnte es anders sein – über das Reisen & Arbeiten von unterwegs. Und vor allem schreibt er darüber, was dies mit einer Beziehung macht oder vielleicht auch einmal aus unserer Beziehung machen könnte.

Schon jetzt vielen Dank an Dich, Sebastian, für die tollen Einblicke und jetzt Vorhang auf:

​Dieser Artikel wurde von ​Sebastian Kühn verfasst.

​Gemeinsam reisen und arbeiten als Paar: Zwischen Intimität und Individualität

Erst nachdem ich im Kontakt mit Marielle und Mike war, habe ich erstmals bewusst darüber nachgedacht, dass Investieren als Paar anders gedacht werden kann und sollte, als ich das allein für mich tue.

Deutlich mehr Gedanken habe ich mir in den letzten Jahren darüber gemacht, wie eine Liebesbeziehung funktionieren kann, wenn es nicht diesen einen festen Wohnort und ganz andere Herausforderungen als im normalen Alltag gibt. 

Seit 2012 bin ich selbständig, seitdem auch größtenteils ohne permanenten Wohnsitz auf der Welt unterwegs. Mein Hab und Gut passt in ein Handgepäck. Geld verdiene ich als Mitbetreiber der Online Community Citizen Circle sowie als Autor und Berater für angehende Unternehmer über meine eigene Plattform Wireless Life.

Gastartikel von Sebastian Kühn über sein Wireless Life

Während dieser Zeit hatte ich zwei längere Beziehungen, die sehr unterschiedlich waren bzw. sind. Die Herausforderungen in diesen Beziehungen haben uns als Paar genauso wachsen lassen, wie mich als Person. In diesem Beitrag möchte ich einige Erkenntnisse mit dir teilen, die dir als Partner hoffentlich nützen und dir vielleicht sogar Lust auf ein großes Abenteuer zu zweit machen.

​Das Problem mit der Freiheit

Ich denke, wir sind uns einig darüber, dass gut funktionierende Beziehungen eine Basis aus Vertrauen, gegenseitigem Respekt und bedingungsloser Unterstützung benötigen. Meiner Meinung nach geht es immer um den Tanz zwischen Intimität und Individualität, also der richtigen Balance aus Nähe und Autonomie.

In einem normalen Alltag mit festem Wohnsitz und Arbeitsplatz entstehen diese Freiräume oft automatisch. Jeder fährt am Morgen auf die Arbeit, hat einen eigenen Kreis von Kollegen und verfolgt berufliche Interessen. Am Abend gibt es Stammtische, Vereine, Hobbys oder Routinen, denen jeder Partner für sich nachgeht.

Was passiert nun aber, wenn zwei absolut freiheitsliebende Menschen aufeinanderprallen. Wie werden Entscheidungen über das nächste Reiseziel getroffen? Was, wenn beide von Zuhause aus arbeiten? Wie funktioniert die Beziehung, wenn die Grenzen zwischen Work & Life verschwimmen?

Eine große örtliche und räumliche Freiheit zu haben, bedeutet viel Verantwortung. Ständig müssen neue Entscheidungen getroffen werden. Wann arbeite ich? Wohin gehe ich zum Yoga? Wie komme ich von A nach B? Wohin kann ich mich zurückziehen, wenn ich Ruhe brauche?

Wenn es keine feststehende Routine gibt, bleibt die Beziehung spannend. Alles ist ständig in Bewegung. Das gibt die Chance, sich immer wieder neu zu entdecken. Aber es besteht auch die Gefahr, dass es nicht genügend Freiräume gibt.

​Wenn beide Partner etwas anderes wollen 

Meine vorherige Partnerin lernte ich im Studium kennen. Damals war noch nicht an Selbständigkeit und permanentes Reisen zu denken. Wir sind gemeinsam ins Ausland gegangen, haben einige Jahre in Shanghai und Singapur gelebt, sie fest angestellt, ich selbstständig.

Außerhalb vom gewohnten Umfeld haben wir uns beide besser kennengelernt – jeder für sich, aber zu wenig gemeinsam. Dabei hat die Beziehung immer wieder gespiegelt, wie stark wir uns tatsächlich entwickelt haben.

Die bedingungslose gegenseitige Unterstützung hat Mut gemacht. Wir motivierten uns, wollten nicht, dass jemand seine Träume für die Beziehung aufgeben muss. Beide sind wir unserem inneren Antrieb, unserer Persönlichkeit, gefolgt. Am Ende gaben wir uns immer mehr Freiräume, bis die Intimität verloren ging.

Nach sechs Jahren mussten wir es uns eingestehen. Die Lebensvorstellungen lagen zu weit auseinander. Oft habe ich mich gefragt, was geworden wäre, wenn wir uns für einen konventionellen Lebensweg entschieden hätten. Vielleicht gäbe es die Beziehung dann noch. Ganz sicher hätten wir aber dann bereut, nicht unserer inneren Stimme gefolgt zu sein.

Heute, mit ausreichend zeitlichem Abstand, bleibt die Dankbarkeit für eine Beziehung, in der wir beide Raum hatten, um zu wachsen. Auch wenn das letztendlich dafür sorgte, dass es nicht mehr gemeinsam weiterging.

​Die Herausforderungen beim gemeinsamen Reisen

Der erste Urlaub mit dem Partner gilt als Feuerprobe für eine neue Beziehung. Hier ist man sich 24/7 ausgeliefert, lernt den anderen mit all seinen Macken kennen. Eine wunderbare Übung also, um die Partnerschaft auf den Prüfstand zu stellen. Was aber, wenn das gemeinsame Reisen nie endet? Wenn das Reisen zum Alltag wird?

In meiner jetzigen Beziehung merken wir, dass sich unser Energielevel und damit auch das Tempo, mit dem wir unser Leben führen, unterscheiden. Wenn wir immer alles zusammen machen würden, wäre einer von uns oft gelangweilt und der andere ständig ausgepowert.

Wir arrangieren uns also, versuchen uns so gut es geht, in den anderen einzufühlen, uns Raum zu geben und die Bedürfnisse des Partners zu berücksichtigen. Das empfinde ich auf Reisen nochmal viel wichtiger als in einem normalen Alltag.

Auf Reisen fehlen diese Anker, die eine feste Heimat gibt. Das sind Routinen, Freunde, Hobbys und alles, was Halt gibt. Diese Dinge erlauben es mir auch, mich mal ein Stück aus der Beziehung rauszuziehen, wenn wir beide den Freiraum brauchen.

Außerhalb von einem festen Umfeld muss ich mir diese Anker immer wieder neu schaffen und habe gar keine andere Chance, als aufkommende Bedürfnisse offen mit meiner Partnerin zu besprechen.

​Die Balance zwischen Individualität und Intimität

Was ist also mein Fazit an dieser Stelle? Die richtige Balance zwischen Individualität und Intimität bedeutet für mich, dass wir uns beide erlauben, uns unabhängig voneinander weiterzuentwickeln. Ohne dabei Angst zu haben, dass es der Beziehung schadet. Entscheidungen aus Angst oder Eifersucht heraus zu treffen, führt zwangsläufig dazu, dass man sich später Vorwürfe macht.

Gleichzeitig braucht eine intime Beziehung viel Neugier und Empathie. Sobald ich davon ausgehe, den anderen in- und auswendig zu kennen, verliere ich mich in Annahmen und Erwartungen. Sobald diese nicht erfüllt werden, gibt es Frust. Ist es nicht wundervoll, wenn wir einen Menschen, den wir lieben, jeden Tag aufs Neue kennenlernen dürfen?

In Phasen von hoher Unsicherheit, wie einer persönlichen Krise oder eben auch beim Reisen, reflektiere ich meine eigenen Gefühle noch viel stärker auf den Partner. Sie ist dann oft die einzige Konstante in den sich ständig wechselnden Umgebungen. Daher muss ich umso bewusster dafür sorgen, dass es mir gut geht, um sie nicht zum Blitzableiter zu machen.

Reisen und Arbeiten als Paar aus Sicht von Sebastian Kühn

Ich versuche, die Beziehung als Spiegel zu sehen, der mir immer wieder zeigt, wie es mir selbst gerade geht. Je besser ich in der Lage bin, aus meinen eigenen Herausforderungen nicht auf meine Partnerin zu übertragen, desto mehr wird die Partnerschaft zum Geschenk.

Auch dass nur ich allein für mein Glück verantwortlich bin, durfte ich in den letzten Jahren lernen. Genauso obliegt es nicht meiner Verantwortung, eine Partnerin glücklich zu machen.

Meine Aufgabe ist es, mich mit all den Bedürfnissen, Wünschen und Ausprägungen kennenzulernen. Je besser ich mich kenne, desto besser kann ich diese Dinge als Partner kommunizieren. Genau dabei haben mir sowohl das Reisen als auch die Selbständigkeit extrem geholfen.

Und zum Abschluss interessiert mich natürlich brennend, ob ihr schon mal längere Zeit zu zweit unterwegs gewesen seid? Welche Herausforderungen gab es und wie seid ihr damit umgegangen?

​Über Sebastian

Seit 2012 lebt Sebastian ein Leben, das viele Menschen als ungewöhnlich bezeichnen. Ohne festen Wohnsitz ist er als digitaler Nomade dort unterwegs, wo Palmen auf gutes WiFi treffen. 2014 startete er mit Wireless Life einen der bekanntesten Blogs für ortsunabhängige Unternehmer. Heute verdient er seinen Lebensunterhalt als Autor, mit der Beratung von Aussteigern und als Veranstalter von Workshops und Konferenzen.

​Wireless Life Guide

Umfassende Infos​ zum​ Ortsunabhängigenarbeiten ​und ​wie Du Dein Leben selbst in die Hand nimmst, findest Du in Sebastians Wireless Life Guide.

Der Guide existiert mittlerweile in der dritten Auflage und wird von Sebastian ständig optimiert und erneuert. Marielle hat bereits begonnen, sich durch die vielen Aufgaben zu arbeiten und ist begeistert.

​Sebastian regt sie zum Nachdenken und Reflektieren an, was Marielle in ihrer Entwicklung voranbringt.  

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Hallo,

das Jahr hat gerade begonnen. Die Zeit der Vorsätze und Veränderungswünsche ist im vollen Gange. Eine Idee könnte sein, dass Du Dich in 2018 ganz persönlich weiterentwickeln willst. Doch was passiert, wenn Dein Partner da so gar keine Lust drauf hat und Euren Alltag ziemlich gut so findet wie er ist?

Genau zu diesem Thema freuen wir uns über den letzten Gastbeitrag während unserer Zeit am anderen Ende der Welt. Bevor wir zurückkommen hat Jule, die Monetenqueen, einen sehr persönlichen Beitrag für Dich – wir hoffen, er ist auch für Dich ein Anstoß für einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!

 

Bühne frei für Jule, die Monetenqueen:

Beeinflusst dich dein Partner MEHR, als du denkst?

Eigentlich wollten wir doch gar nicht MEHR, oder?

2017 waren mein Mann Mirko und ich bereits 12 Jahren glücklich zusammen und 4 Jahre ebenso glücklich verheiratet, eigentlich. Seit 2015 wirbelt auch unser kleiner Sohn unser Leben mächtig auf. Wir führten bis dato ein normales durchschnittliches, fast schon spießiges Leben in Sachsens Hauptstadt. Wir gingen jeden Tag unserem Job von 9 bis 17Uhr nach, Tag ein Tag aus.

Mirko war mit seinen Mitte 30 eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben. Er arbeitete als Verkäufer im Innendienst in einem kleinen mittelständigen Unternehmen und das schon seit 12 Jahren. Die Arbeit machte ihm Spaß, er war zufrieden. Auch privat lief alles in seinen Bahnen, er fuhr gern Mountainbike und er unternahm viele gemeinsame Ausflüge mit unserem Sohn und mir. Grundsätzlich lebte er von Tag zu Tag, ohne sich groß über seine Zukunft oder gar Ziele im Leben Gedanken zu machen. Sein Arbeitsalltag war meist ein wenig unstrukturiert, aber er nahm es so hin. War eben so.

Ich, mit meinen auch Mitte 30 hingegen war ganz und gar nicht zufrieden mit meinem Leben. Im Job und der Karriere lief es absolut nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber ich regte mich nie darüber auf, sondern versuchte, etwas dagegen zu unternehmen. Ich suchte einen Ausweg aus meiner Unzufriedenheit und fand ihn in der Weiterbildung. Ich begann mich mehr und mehr mit mir, meinen Träumen und Zielen zu beschäftigen und las unzählige Bücher über Persönlichkeitsentwicklung. Daraufhin probierte ich viele neue Sachen aus und begann planvoll in meine Zukunft zu starten. So entstand auch mein Blog Monetenqueen.

Ich konnte mir nicht vorstellen, jemals voll zufrieden zu sein und aufzuhören, mich weiter zu entwickeln. Da kann ich mich gleich ins Grab legen. Auch dass Mirko mit seinem Leben so zufrieden war, konnte ich nicht nachvollziehen. Aber ich verurteile ihn nicht, es war schließlich sein Leben.

Wenn man denkt, da draußen ist nicht MEHR zu erreichen, wofür soll man dann MEHR machen oder etwas verändern? So war sein Glaubenssatz. Meiner war ein ganz anderer. Ich war immer der Ansicht, dass da draußen noch so viel MEHR auf mich wartet, entdeckt und erreicht zu werden. Meine Ziele waren immer gigantisch groß, Mirko hingegen hatte keine.

Doch wie lange konnte das gut gehen?

 

Ein seltsam bedrückendes Gefühl

Ich hatte zunehmend das Gefühl, wir lebten in unterschiedlichen Welten. Für mich war Stillstand gleich Rückschritt und Mirko fühlte sich wohl im Stillstand. Manchmal umgab mich daher ein seltsam bedrückendes Gefühl. Fast so, wie es Andreas Bourani in seinem Lied „Auf anderen Wegen“ beschreibt:

Du willst gehen, ich lieber springen

Wenn du redest, will ich singen

Du schlägst Wurzeln, ich muss fliegen

Wir haben die Stille um uns totgeschwiegen

(Songtext-Quelle: Google Play Music)

Andreas Bourani schreibt hier von Trennung und Freigeben. So extrem, wie er das beschreibt, war es bei uns nicht.

Aber wie sah die Zukunft aus? Was würde passieren, wenn ich immer weiter wachsen will und unsere Welten auseinander driften? Die Gefahr bestand.

Ich habe schon Freunde verloren, weil wir uns einfach in unterschiedliche Richtungen entwickelten. Wenn sich die Welten zu weit voneinander entfernen, gibt es keine Gemeinsamkeiten mehr, keine Gesprächsthemen und nur Unverständnis. Du kannst das Leben des anderen dann einfach nicht mehr nachvollziehen, ihr streitet euch und so weiter.

Uns ging es grundsätzlich, wie in dem Lied, bis auf die letzte Zeile „Wir haben die Stille um uns totgeschwiegen“. Das haben wir definitiv nicht getan.

Wir führten schon immer eine sehr vertrauensvolle und offene Beziehung und sprechen eigentlich über alles. Auch haben wir viel über Ziele und persönliche Weiterentwicklung gesprochen, zumindest von meiner persönlichen Weiterentwicklung. Das war auch okay, war Mirko ja mit seinem Leben zufrieden.

Es war mir sehr wichtig, dass Mirko immer in meine Welt reinschaut, auch wenn seine Welt ganz anders aussah. Ich habe ihn immer an meinen neuen Erkenntnissen und klugen Sprüche teilhaben lassen. Gerade wenn er an einen Punkt kam, beruflich oder privat, wo er nicht weiter kam.

Oft rollten seine Augen dabei und er meinte „Du und deinem Psycho Gequatsche“. Störte mich nicht. Ich habe aber auch nicht damit aufgehört. Ich habe es nur kurzfristig reduziert bis er wieder aufnahmefähig war. Viel wichtiger war aber, was das „Psycho Gequatsche“ mit ihm machte.

 

WTF -Was ist denn hier los?

Irgendwann fing Mirko nämlich an, mir bei Problemen oder Schwierigkeiten dieselben klugen Sprüche und Ratschläge zu geben, wie ich ihm vorher. Zuerst wusste ich gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Schlägt er mich da mit meinen eigenen Waffen?

Aber es war ja zu meinem Besten und das fand ich irgendwie cool und er half mir damit ja auch. Hatte ich doch unbewusst so einen Einfluss auf ihn gehabt? Hat er mir doch zugehört und drüber nachgedacht? Über all die Sprüche und Tipps, über all das „Psycho Gequatsche“?

Auch erzählte ich ihm eher beiläufig von einem coolen Vertriebsseminar, was ich von meiner damaligen Arbeit aus besuchen wollte. Das zu erwähnen war nichts Ungewöhnliches, wir sprechen eigentlich über alles, was uns bewegt.

Doch eines Tages kam er zu mir und meinte, auch ganz beiläufig: „das Vertriebsseminar hab ich jetzt auch gebucht„. Auch das war eine komische neue Situation für mich. Ich war es ja gewohnt, so was immer allein durchzuziehen. Ich habe mich aber sehr über sein Interesse an Weiterbildung gefreut, die erstmals über ein klassisches Seminar hinaus ging.

Schon im Vorfeld des Seminars haben wir uns über den Verkaufstrainer und seine Tipps und Strategien ausgetauscht. Auch ein Buch des Verkaufstrainers, welches ich mir als Urlaubslektüre eingepackt hatte, fiel Mirko in die Hände.

Der Ich-lese-keine-Fachbücher-Leser konnte das Buch kaum weglegen. Da hatte ich kurz (ja nur ganz kurz) Panik, mich mit meinem Mann über Fachbücher zu streiten: „Nein, das lese ich jetzt!“. Eine Situation, die mit bis dato völlig fremd war. Aber das war nur der Anfang.

 

Das Vertriebsseminar

Man muss dazu sagen, das Seminar war nicht einfach nur ein „Vertriebsseminar“ im klassischen Sinne. Es war ein 2-Tages Event mit Sport-Einheiten zwischendurch und Live-Musik. Teilnehmerzahl so um die 2.000.

Ich hatte schon von Kollegen gehört, wie wahnsinnig cool das Event sein soll. Mirko wollte sich aber selber einen Eindruck machen, daher habe ich nichts gesagt.

Diese Atmosphäre war einfach der Hammer. 2.000 Menschen, die sich an ihrem Wochenende Zeit nahmen, um sich weiterzubilden.

Es war eines der schönsten Herbstwochenenden und die Halle war trotzdem an beiden Tagen rappelvoll. Es ging natürlich um Vertriebsthemen, aber nur zu 70 %, laut Veranstalter. Der Rest behandelt das Thema Erfolg und was du brauchst, um noch erfolgreicher zu werden.

Ich war begeistert von diesem Seminar und Mirko war auch hin und weg. Er hatte keine Ahnung, dass Seminare so inspirierend und motivierend sein können. Dieses Seminar hat unser Leben ganz schön durcheinander gebracht.

Positiv.

Schon während des Seminars begann er, seine alten Glaubenssätze und Einstellungen, gerade in Bezug auf seine Arbeit, zu hinterfragen. Er begriff Stück für Stück, dass dort draußen tatsächlich noch soo viel MEHR zu erreichen ist. Er tauchte mehr und mehr in meine Welt mit ein.

Ich hatte das Gefühl, dass sich unsere Welten, die vorher so weit weg schienen, verschmolzen. Es war ein tolles Gefühl. Das Lied „Life“ von Haddaway blieb uns auch nach dem Vertriebsseminar im Ohr. Aus den Lautsprechern tönte „Life will never be the same“, als wir die Halle am Sonntag verließen. Und Haddaway sollte recht behalten.

 

Life will never be the same

Nach solchen Seminaren ist man die ersten ein, zwei Wochen hochmotiviert und dann flacht das wieder ab. Man ist im Alltag angekommen und hat sich wieder den Kollegen angepasst. Aber nicht bei Mirko. Ihn hat das Thema so mitgerissen, dass er schon kurz nach dem Seminar die ersten Gewohnheiten änderte.

Eines Morgens wachte ich auf, Mirko war schon wach. Wer mich kennt weiß, dass ich schon zu unchristlichen Zeiten aufstehe (gegen 4Uhr). Ich fragte ihn, was er da mache. Und er meinte, er plane seinen Tag. Da war ich beeindruckt. Nun sitzen wir beide morgens und manchmal sogar abends vorm Einschlafen da und schreiben unsere Ziele und Pläne auf. Irgendwie ziemlich cool, finde ich.

Dieses Seminar ist nun schon über 6 Wochen her und Mirko zieht das immer noch durch. Und schon jetzt merkt er, wie sich sein Leben dadurch verändert.

Seine Art zu arbeiten hat sich um 180 °C gedreht, er arbeitet viel strukturierter und agiert statt nur zu reagieren. Dabei ist er wahnsinnig diszipliniert und mit großer Leidenschaft dabei. Er macht sich auf einmal Gedanken über seine Ziele, legt langfristige Ziele fest und arbeitet daran. Er meint selber, er hat festgestellt, dass er nur mit Zielen auch wirklich besser werden kann.

Dazu fällt mir gleich wieder ein guter Spruch ein, der dazu passt:

Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.

(Laozi, chinesischer Denker)

Und hier hat sich dieser Spruch mal wieder bestätigt. Wenn du nicht weißt, wo hin du gehen willst, wie sollst du dann deinen Weg finden? Mirko hat sein Ziel gefunden und damit auch eine Richtung, in die er gehen will. Er ist hoch motiviert und will noch viel MEHR erreichen in seinem Leben, auf Arbeit in seinem Bereich.

Das wiederum motiviert auch mich, immer an meinen Zielen dran zu bleiben. Wir puschen uns gegenseitig, an unseren Zielen dran zu bleiben, für das MEHR im Leben. Es liegt eine Motivation, Inspiration und Leidenschaft in der Luft – Wahnsinn.

 

Mein Fazit

Jim Rohn, ein amerikanischer Motivationstrainer, hat einmal gesagt: „Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst“. Ich habe mir den Spruch schon früh zu Herzen genommen und mein Umfeld bewusst gewählt.

Und natürlich hatte ich heimlich gehofft, unbewusst einen kleinen Einfluss auf Mirko zu haben. Schließlich verbringen wir sehr viel Zeit miteinander. Unsere Gespräche sowie dieses gemeinsame Erlebnis auf dem Vertriebsseminar haben ihm die Augen geöffnet.

Es ist schön zu sehen, dass Menschen ihr Potential selbst erkennen, indem man ihnen Inspiration dazu gibt. Ganz ohne Zwang zur Selbsterkenntnis. Ich habe Mirko an meiner Welt teilhaben lassen, habe ihn zum Nachdenken gebracht und auf einmal wollte auch er MEHR im Leben erreichen. Wir haben unsere Welten wieder näher zusammen gebracht, für eine gemeinsame Zukunft.

Wenn dir diese Geschichte gefallen hat, erzähl sie gern weiter und teile sie.

Vielleicht ist es ja auch bei dir und deinem Partner an der Zeit, eure Welten wieder näher zusammen zu bringen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Ich danke dir für deine Zeit, sie ist das wertvollste was wir haben.

Deine Jule von monetenqueen.de

 

 

Über Jule

Jule blogt seit nunmehr einem Jahr auf monetenqueen.de  rund um das Thema persönliche Finanzen. Dabei gibt sie praktische Tipps für den bewussteren Umgang mit Geld. Sie zeigt dir, wie du ganz einfach mehr Geld sparen und verdienen kannst.

 

 

Vielen Dank, liebe Jule für diese inspirierenden Zeilen – wir selbst werden 2018 das von Dir empfohlene Vertriebsseminar besuchen und sind schon wahnsinnig gespannt!

Viele Grüße

Marielle & Mike

​Hallo und herzlich Willkommen im neuen Jahr 2018!

Erfreulicherweise weilen wir weiterhin am anderen Ende der Welt und schnuppern mit unseren 5-wöchigen Flitterwochen ein wenig daran, wie es sein könnte eine längere Auszeit zu nehmen und um die Welt zu reisen. Drei Monate, ein halbes Jahr oder sogar noch länger dem Job fernbleiben und andere Länder entdecken ist derzeit echt angesagt!

Daher freuen wir uns umso mehr, dass heute ein echter Experte auf dem Sabbatical-Gebiet einen Gastbeitrag verfasst hat, um Dir die entscheidenden Tipps zu geben, um selbst eine solche Auszeit umsetzen zu können. Denn klar – Geld kostet sowas eine ganze Menge!

​Bühne Freu für Jens vom Blog „Overlandtour„:

Finanzierung eines Sabbaticals – Oder was kostet die (Frei)Zeit

Was ist denn ein Sabbatical?

Neudeutsch heißt es heute Sabbatical, aber füher sagte man dazu einfach Sabbatjahr.

Ein Sabbatical ist eigentlich eine Art Altersteilzeitmodell, das nur etwas früher genommen wird. Du gehst somit nicht früher in Rente oder Pension, sondern ganz normal nach deiner Freistellungsphase wieder zurück in deinen Job.

Das Sabbatical oder das Sabbatjahr ist ein Arbeitszeitmodell für einen längeren Sonderurlaub.

Der aus den USA stammende Begriff sabbatical, nach dem biblischen Sabbatjahr, wurde von Professoren an US-amerikanischen Universitäten als Begriff für ein Forschungssemester oder Freisemester geprägt.

Im weiteren Sinne beschreibt Sabbatical/Sabbatjahr oder auch gap year einen Zeitraum der Teilzeitarbeit oder Auszeit.

An europäischen Hochschulen sind solche Auszeiten seit den 1990er-Jahren möglich und werden zunehmend in Anspruch genommen. Analoge Regelungen entwickeln sich auch in der Wirtschaft, insbesondere in größeren Unternehmen.

Wie finanziere ich mir meine (Frei)Zeit?

Das ist eine Frage, die viele beschäftigt. Die Freizeit, also die bezahlte Freistellungszeit finanziert sich fast von selbst. Nicht dass du jetzt denkst „Cool bezahlten Urlaub für lau“, so ist das jetzt nicht. Bei einem Sabbatical einigst du dich mit deinem Arbeitgeber auf einen gewissen Freistellungszeitraum. In diesem Zeitraum erhältst du weiterhin dein Gehalt, aber hast Zeit für deine Weltreise oder deine Familie, baust ein Haus oder oder oder….

Der kleine Haken an der Sache ist, dass du vorher (Ansparphase) auf einen gewissen Teil deines Einkommens verzichtest. Dein Arbeitgeber schenkt dir kein Geld, sondern eine gewisse Freiheit, die du für dich nutzen kannst.

Wieviel dir deine Freizeit wert ist und auf wieviel Geld du in der Anspar- und Freizeit verzichten möchtest, das liegt bei dir! Das Schöne daran ist, dass du bei der Ausgestaltung sehr flexibel sein kannst, aber dazu später etwas mehr.

Einmal um die Welt und dennoch ein Haus abbezahlen – Ein Praxisbeispiel

Wer jetzt sein Sabbatical beantragt hat, hat auf alle Fälle ein Einkommen. Ich selber habe mein Einkommen zur Deckung meines Kreditvertrages genommen und alle laufenden Kosten von zu Hause während meiner einjährigen Weltreise zu bezahlen.

Ich fand es wichtig, dass ich mir dadurch eine finanzielle Rücklage für später aufgebaut habe. Eigentum bedeutet gerade in einer Großstadt, dass die eingesparte Miete nach der Abzahlung des Kredits richtig Geld ist. Dazu kommt, dass das Betongold noch eine sichere Anlage ist.

Meine Weltreise war gar nicht einmal so teuer.

Ein Jahr um die Welt, das war mein Plan und der hat mich gerademal gute 16.000 Euro gekostet. Viele Fragen nach einer solchen Reise nicht als Erstes „Wo war es denn am schönsten?“ sondern eher „Das muss aber teuer gewesen sein!“.

Nach meiner Antwort sind sie meisten sehr verwundert und können es kaum glauben. Ich hatte mir ein Monatsbudget von 1.000 Euro gesetzt und dieses eingehalten. Die Differenz von 4.000 Euro zur Gesamtsumme enthalten Flugtickets, Versicherung und Anschaffungen.

Diese 16.000 Euro habe ich vorher, also in meiner Ansparphase selbst zusammengespart!

Somit konnte ich auf meine Weltreise gehen und habe gleichzeitig für meine persönliche Rente etwas getan.

Wer kann ein Sabbatical machen?

Die Frage ist recht einfach beantwortet!

Arbeitnehmer sowie Beamte können ein Sabbatical nehmen. Bei Arbeitnehmern kommt es in der Regel auf die Größe der Firma an. Große Firmen wie Siemens, BMW oder PWC unterstützen ein Sabbatical, währen der kleine Autobetrieb um die Ecke das eher nicht machen möchte oder gar anbietet.

Es kommt halt auf deinen Chef an, ob er die Idee eines Sabbaticals gut oder schlecht findet. Einen gesetzlichen Anspruch hast du allerdings nicht, daher immer nett danach fragen.

Bei Beamten ist es in der Regel etwas einfacher, da ein Sabbatjahr meistens in den Beamtengesetzen der Bundesländer geregelt ist. Hier ein Tipp, unter Altersteilzeit suchen, denn ein Sabbatjahr-Paragraf ist dort nicht zu finden.

Aus eigener Erfahrung, denn ich habe bereits zwei Sabbatjahre hinter mir, kann ich sagen, dass das bei einigen Vorgesetzen nicht so gern gesehen wird.

Wie plane oder beantrage ich ein Sabatical?

Als erstes solltest du für dich klären, möchte ich ein Sabatical machen und unter Umständen in der Firma oder im Amt auf etwas Gegenwind stoßen. Nicht jeder findet ein Sabbatical toll.

Danach stellt sich für dich die Frage, wie lange soll meine Freistellungszeit sein. Aus der Freistellungszeit kannst du jetzt deine finanzielle Situation berücksichtigen, denn wenn du zum Beispiel ein Jahr freihaben möchtest und nur ein Jahr dein Ansparzeitraum sein soll, dann bekommst du in den zwei Jahren 50% deines Gehalts. Ist dein Ansparzeitraum länger, dann erhöht sich auch dein Gehalt.

Wie du ein Sabbatical oder Sabbatjahr beantragst, das kannst du bei im Artikel „Sabbatjahr Sabbatical der ultimative Guide – Auszeit auf Zeit“ nachlesen. Dort findest du auch Gehaltstabellen in Prozent oder Musterverträge und Anträge.

Lohnt sich ein zeitlicher Ausstieg?

Ein Sabbatical lohnt sich für dich bestimmt. Eine Auszeit auf Zeit wird dich sicherlich verändern, aber zum Guten.

Endlich mal Zeit für dich zu haben und nicht auf die Rente warten. Vielleicht kannst du im Rentenalter gar nicht mehr deinen Traum leben, weil du einfach nicht mehr die Kraft dazu hast. Dein Traum ist es den Kilimandscharo zu besteigen, aber ob das mit 65+ noch geht?

Meine Weltreise könnte ich nicht so gestalten, wie ich sie mit vierzig erlebt habe. Du lebst dein Traum, füllst in der Zeit dein Akku auf und kommst nach dieser Zeit wieder in ein geordnetes Leben zurück.

Dein Arbeitgeber wird für sein Engagement auch belohnt. Der Mitarbeiter kommt erholt zurück, ist dankbar für diese Zeit und bringt neue Fähigkeiten mit, die er ganz unbemerkt in dieser Zeit gelernt hat.

In den meisten Fällen stellt ein Sabbatjahr für beide Parteien eine Win-Win-Situation dar.

Über Jens – den Autor

Raus aus der Tretmühle, raus aus dem Schmuddelwetter, einfach den Rucksack packen und für ein Jahr weg – viele träumen davon, Jens Lüdicke hat es getan. Während viele sich zwischen den Jahren zurücklehnen und gute Vorsätze fassen, schuf Jens Fakten: Er machte sich auf die Reise ins große Abenteuer.

„Früher war ich ein Reisemuffel“, sagt Jens. Erst als ein guter Freund nach Südafrika zog und er den Kontakt nicht abreißen lassen wollte, musste er zwangsweise reisen – und kam auf den Geschmack. „In Afrika habe ich Leute getroffen, die zwei Monate unterwegs waren, dann andere, die noch länger auf Tour waren. Da habe ich auch Lust bekommen.“

Trotz seiner Herzerkrankung fasste Jens Lüdicke den Entschluss, ein Sabbatjahr einzulegen und auf Reisen zu gehen. Im Jahre 2012 stieg er aus dem Hamsterrad aus und tauschte Büro gegen ein 35 Liter Rucksack. Der Plan: auf eigene Faust die Welt erkunden. Sein Abenteuer startete in Südamerika, über Sydney ging es dann weiter nach Asien und zum Ende noch in den Nahen Osten nach Jordanien. Bevor sein erstes Sabbatjahr endete, beantragte Jens schon sein Zweites, welches ihn nach Ostafrika brachte. Sein drittes Sabbatjahr ist bereits schon beantragt und in der Ansparphase. Jens schildert seine persönlichen Eindrücke von Land und Leuten und erzählt in seinem Reiseblog www.overlandtour.de und seinen Live-Diashows, in welch außergewöhnliche Situationen man auf so einer Reise geraten kann.

Vielen Dank, Jens für die tollen Einblicke und genieße Deine nächste Reise!

Viele Grüße

Marielle & Mike

Hallo und frohe Weihnachten!

Dieses Jahr feiern wir Weihnachten am anderen Ende der Welt. Sydney ist gerade unser zuhause. Das Weihnachtsfest ist für uns in 2017 ganz anders als all die Jahre zuvor, in denen wir immer mit unseren jeweiligen Familien gefeiert haben.

Zur Feier des Weihnachtsfest haben wir uns bei unseren Blogger-Kollegen umgehört. Wie gestalten sie Weihnachten, was ist ihnen wichtig und welche Rolle spielt Geld beim Familienfest des Jahres?

Ihre Antworten waren zum großen Teil bodenständig. Manche haben uns überrascht. Andere bestätigt. Wir wünschen Dir viel Spaß beim lesen, mitfühlen und natürlich entdecken neuer Blogs auf der Finanzwelt und darüber hinaus.

Die Interview-Gäste

Die Geldfrau – Dani Parthum

Christian Baier von selbst-schuld.com

Alexander von Reich-mit-Plan

Christian Röhl vom Dividenden Adel

Sebastian von Wireless Life

Die Ex-Studentin Jenny

Ulli von Fit & Glücklich

Bernd Geropp vom „Führung auf den Punkt gebracht“- Podcast

Mr & Mrs W. von What life could be

Der Finanzrocker Daniel

 

Die Fragen

Allen Blogger-Kollegen haben wir dieselben Fragen rund um Weihnachten gestellt:

 

Wie feierst du Weihnachten?
Welche Rolle spielt Geld beim Weihnachtsfest?
Welche Beziehungen sind ein wichtiger Teil deines Weihnachtsfestes?
Was waren Deine Highlights in 2017?

 

Die erste und letzte Frage wurde von jedem beantwortet. Bei den Fragen 2 und 3 hatten die Gäste die Wahl, ob sie nur eine der Fragen oder beide beantworten wollten. Dies war vor allem im Hinblick auf die Silvester-Fragen (die wir nächste Woche veröffentlichen) relevant.

 

Die Antworten

Jetzt geht es ans Eingemachte – schauen wir uns zuerst an, wie unsere Interview-Gäste Weihnachten feiern:

 

Wie feierst Du Weihnachten?

 

Die Geldfrau – Dani Parthum:

Mit meiner eigenen kleinen Familie oder im großen Familienkreis meines Mannes.

Wir besuchen alle Omas und Opas an den Weihnachtsfeiertagen. Als Patchwork sind wird da viel unterwegs.

Wo wir Weihnachten feiern, ob bei uns zu Hause oder bei der Großfamilie entscheidet sich jedes 2. Jahr spontan, weil mein Mann jedes 2. Weihnachten Schicht hat. Manchmal haben wir auch Freunde zu Gast.

 

Christian Baier von selbst-schuld.com:

Weihnachten ist für mich ein wahres Fest der Ruhe und Besinnung, ohne viel Weihnachtsstress. Ich lebe mit meiner sehr alten Oma allein in einem alten Bauerngehöft. Vater, Mutter und Opa gibt es nicht mehr und so ist der Heilige Abend und Weihnachten ein Fest der Besinnung und des Gedenkens an die bereits Verstobenen. Möglicherweise klingt dies jetzt recht traurig, ist es jedoch nicht. Es wird immer gesagt, dass Weihnachten herzlich und besinnlich sein soll … das ist es bei uns. Mit vielen Freuden über die kleinen einfachen Dinge. Natürlich treffe ich dann an den Feiertagen meine liebsten Freunde und genieße die Zeit mit ihnen, während Oma schon schläft (schmunzel)

 

Alexander von Reich-mit-Plan:

Unser Weihnachtsfest ist mittlerweile sehr traditionell, obwohl wir ja hier auf dem Land fernab unserer Familien leben. Allerdings haben wir jedes Jahr immer jemanden zu Besuch und genießen die Zeit dann umso mehr. Wir gehen zum Krippenspiel in die Kirche und machen auch mal eine Pferdeschlittenfahrt am verschneiten Tegernsee.

 

Sebastian von Wireless Life:

Traditionell haben wir den 24.12. gemeinsam mit meiner Familie (Eltern und Großeltern) in kleinem Rahmen gefeiert. Abends gab es Nudelsalat und Würstchen, gefolgt von den Geschenken. Am 25.12. kam dann die erweiterte Familie zusammen, um eine fette Gans zu essen. Seit ich 2012 ins Ausland gegangen bin, war ich zur Weihnachtszeit nicht mehr zu Hause. Da außer in den Shopping Centern in Asien keine große Weihnachtsstimmung aufkommt, feiere ich hier auch nicht. Mit meiner Familie bin ich trotzdem über Skype verbunden.

Christian Röhl vom Dividenden Adel:

Wie fast jedes Jahr im Thüringer Wald mit den Eltern und den Omas meiner Frau – ein wundervolles Fest im Familienkreis, mit viel zu viel gutem Essen und Süßkram. Bei Schwiegermuttis Schinkenröllchen und Käsekuchen kann ich nicht nein sagen…

 

Die Ex-Studentin Jenny:

Heiligabend verbringen meine 2 Brüder und ich bei meinen Eltern. Unsere Partner sind jeweils bei ihren Familien. Wirklich feiern tun wir Weihnachten nicht, gehen auch nicht in die Kirche. Wir schenken uns nichts bzw. höchstens Kleinigkeiten und haben auch keinen Weihnachtsbaum. Wir essen einfach gemütlich zusammen. Ich freue mich jedes Jahr aufs Backen von Plätzchen, die meistens nur wenige Tage überleben. Am ersten bzw. zweiten Feiertag kommen unsere Partner dazu – wegen der weiteren Anreise fehlt mein Freund aber manchmal und es kommen nur meine Schwägerinnen.

 

Ulli von Fit & Glücklich:

Mit meiner kleinen Familie daheim – also mit meinem Mann und unseren Kindern. Von den Großeltern sind alle eingeladen, die Waldviertler kommen aber nie, nur meine Mama, also die Oma der Kinder wird voraussichtlich dabei sein.

 

Bernd Geropp vom „Führung auf den Punkt gebracht“- Podcast:

Weihnachten feiere ich ganz gemütlich in der Familie mit meiner Frau, meinen zwei Söhnen und meiner Schwiegermutter.
Kein Weihnachtstress, sondern nettes Zusammensein, gutes Essen und viel Lesestoff.

 

Mr & Mrs W. von What life could be:

Wir feiern abwechselnd in Schottland bei der Familie von Mrs W und in Rumänien bei der Familie von Mr W. Dieses Jahr sind die Schotten an der Reihe.

 

Der Finanzrocker Daniel:

Weihnachten wird bei mir traditionell mit der Familie gefeiert. Bisher habe ich erst ein Weihnachtsfest gehabt, wo ich das nicht hatte. Und das war bei einem Barbecue in Taupo in Neuseeland 2007. Es war eine tolle Erfahrung, Weihnachten mal in kurzen Hosen und bei Sonnenschein zu feiern. Aber jedes Jahr muss ich das nicht haben.

 

Welche Rolle spielt Geld beim Weihnachtsfest?

 

Sebastian von Wireless Life:

Geld hat nie eine Rolle gespielt. Früher habe ich Geschenke gebastelt oder für wenig Geld gekauft. Auch heute finde ich es sehr viel wichtiger, Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken, anstatt den Wert eines Geschenkes am Verkaufspreis festzumachen.

 

Die Geldfrau – Dani Parthum:

Geld spielt bei den Geschenken für die Kinder eine Rolle. Wir haben 3 Kinder sehr unterschiedlichen Alters. Wir fragen uns immer, was sie gebrauchen könnten. Da wir eine Patchworkfamilie sind, kriegen die Kinder von vielen Omas uns Opas etwas geschenkt. Als sie klein waren artete das dann schon mal etwas aus. Heute sammeln die Kids eher Geld von den Verwandten, um sich etwas Größeres zu kaufen.

Ich will zu Weihnachten eigentlich nichts geschenkt bekommen. Mir ist ein gutes Essen wichtig. Und Lebkuchen.

 

Ulli von Fit & Glücklick:

Geld spielt bei unserem Weihnachtsfest keine große Rolle. Wir schenken auch gerne Gebrauchtes oder nur Kleinigkeiten, es geht uns mehr ums Beisammensein und eine gute Stimmung.

 

Der Finanzrocker Daniel:

Geld spielt beim Weihnachtsfest keine übergeordnete Rolle. Natürlich spielen Geschenke eine Rolle, aber im Vordergrund steht tatsächlich das Zusammensein mit der Familie und mal zur Ruhe kommen.

 

Alexander von Reich-mit-Plan:

Unsere Tochter wird natürlich genug zu tun haben an Weihnachten, denn sie bekommt ja aus allen Ecken und Enden etwas zum Auspacken geschenkt. Monetäre Dinge wie große Geschenke spielen bei uns Erwachsenen allerdings keine Rolle. Wir wollen nicht beschenkt werden und wir beschenken auch niemanden groß. Das ganze Konsumthema macht für uns wenig Sinn. Wir kaufen uns einfach dann die Dinge, wenn sie brauchen.

Dennoch spielt das Thema Geld für mich, speziell an Weihnachten und dem Jahreswechsel, eine große Rolle. Ich kümmere mich dann um den Jahresabschluss unseres Vermögens. Sämtliche Excel-Dateien werden aktualisiert, ausgewertet, hochgerechnet, beurteilt und auch wieder für das neue Jahr vorbereitet. Mir macht das unheimlich viel Spaß und ich kann hier Stunden über den Zahlen verbringen, was mir am Ende nur wie Minuten vorkommt.

 

Die Ex-Studentin Jenny:

Kein sonderlich großes. Als Kind waren mir Geschenke (bzw. 50€ von den Großeltern) wichtiger, weil ich vor allem für den Führerschein gespart habe. Jetzt, wo meine Geschwister und ich alle arbeiten, haben wir alles, was wir brauchen.

 

Mr & Mrs W. von What life could be:

Wir versuchen möglichst wenig auf Konsum und Geschenke zu konzentrieren und bieten unsere Kinder lieber viele schöne Weihnachtserlebnisse an. z.B. ab 1.12. besucht uns jeden Morgen Jingles der Elf und bringt die Kinder eine Aufgabe von der Weihnachtsmann (z.B. Kekse backen, Weihnachtskarten verteilen usw.). Abends reist Jingles zurück zum Nordpol und erzählt dem Weihnachtsmann ob die Kinder an dem Tag brav waren oder nicht. Es macht uns alle einen riesen Spass. Solche Erlebnisse sind uns viel wichtiger als teure Geschenke.

 

Christian Baier von selbst-schuld.com:

Geld spielt eine sehr kleine Rolle, da es auf die Menschen und die Momente ankommt. Je lebenserfahrener ich werde, desto wichtiger ist mir Zeit mit Menschen und Freundin zu verbringen. Ich liebe es dennoch zu schenken und ich versuche mich bei vielen Menschen ernsthaft zu bedanken. So mag ich es sehr gern allen meinen Mitarbeitern ein persönliches Geschenk zu besorgen, da sie das ganze Jahr hart gearbeitet haben … und mehr als nur ein Danke verdienen. Übrigens bin ich kein großer Fan von Geschenke zu bekommen.

 

Welche Beziehungen sind ein wichtiger Teil deines Weihnachtsfestes?

 

Bernd Geropp vom „Führung auf den Punkt gebracht“- Podcast:

Familie. Gemeinsam mit der Familie eine schöne geruhsame Zeit verbringen mit viel Gesprächen.

 

Alexander von Reich-mit-Plan:

Grundsätzlich stehen bei uns die Familie und auch Freunde im Mittelpunkt. Aber es muss im gewissen Rahmen bleiben, denn auch größere Veranstaltungen stehen wir nicht. Lieber treffen wir uns dann an den unterschiedlichen Tagen immer wieder mal mit anderen, als dass wir zu einem Event gehen würden, bei dem wir alle treffen würden. Wir mögen es mehr ruhig und besinnlich und im kleinen Rahmen.

 

Christian Röhl vom Dividenden Adel:

Da bin ich ganz „old-fashioned“: Die Beziehung zur Familie – natürlich nicht nur zum „angeheirateten“ Teil, sondern auch zu meiner eigenen Familie, selbst wenn vom engsten Kreis nur noch meine Mutter lebt. Die feiert daheim in Kettwig mit ihren Freundinnen, nachdem sie traditionell ein verlängertes Adventswochenende bei uns in Berlin verbringt.

 

Die Geldfrau – Dani Parthum:

Ganz klar die familiären. Vor Weihnachten backe ich gern mit meiner Tochter Plätzchen. Ich liebe die Adventssonntage mit Stollen davor. Das sind schöne Bräuche. Das Weihnachtsfest ist mir aber generell nicht wirklich wichtig. Meinem Mann schon.

 

Sebastian von Wireless Life:

Beziehungen zu meiner Familie, meiner Partnerin und meinen besten Freunden sind das ganze Jahr über wichtig. Ich bin kein großer Fan davon, diese Wertschätzung an einem bestimmten Feiertag zu knüpfen, denn das artet meist in Stress und Zwang aus. Ich versuche diese Wertschätzung für die Menschen, die mir wichtig sind, das ganze Jahr über durch kleine Aufmerksamkeiten und gemeinsam verbrachte Zeit zu zeigen.

 

Was waren Deine Highlights in 2017?

 

Ulli von Fit & Glücklick:

Unser Spanienurlaub im Juli zählt da definitiv dazu. Außerdem natürlich immer, das wir so viel Zeit als Familie gemeinsam verbringen dürfen, wir sind sehr dankbar dafür (ich bin noch in Karenz, und mein Mann in Elternteilzeit – wir haben uns bewußt für „mehr Zeit“ und „weniger Geld“ entschieden)

 

Christian Röhl vom Dividenden Adel:

Die Geburt meines Sohnes am 06.02. überstrahlt natürlich alles. Und seit Julian auf der Welt ist, fahren meine Gefühle Achterbahn. Ein wilder Mix aus Aufregung, Besorgnis, Chaos, Dankbarkeit, Euphorie, Freude, Glück, Hoffnung, Inspiration, Jammern, Kraft, Lachen, Müdigkeit, Neugier, Ohnmacht, Phantasie, Quatsch, Ruhe, Stolz, Träumerei, Unsicherheit, Verantwortung, Wunder, Zauber – immer gepaart mit ganz viel Liebe und auch einer gewissen Portion Respekt vor der Herausforderung, unserem kleinen Jungen einen tollen Start in ein glückliches Leben zu bereiten. (So habe ich das im März in einem Artikel für einen Daddyblog formuliert und es hat sich nichts daran geändert.)

Ansonsten freue ich mich, dass es mir gelungen ist, ein paar über Jahre „gehegte“ Unternehmensbeteiligungen zu monetarisieren. Als Income-Investor ist meine bevorzugte Wetterlage ja „monetärer Nieselregen“, aber gelegentliche Wolkenbrüche können auch nicht schaden… vor allem, wenn man die Ernte für bisweilen mühseliges unternehmerisches Säen einfahren kann.

Darüber hinaus hatte und habe ich viel Spaß an den sozialen Medien. Für mich – Baujahr 1976, privat quasi „Generation Wählscheibe“ und als Medienunternehmer beim PDF-Newsletter stehengeblieben – war das ja absolutes Neuland und ich bin durchaus ein bisschen stolz, dass ich inzwischen auf Facebook, Twitter & Instagram „angekommen“ bin und mit meinem Content ein paar Follower finden konnte.

 

Christian Baier von selbst-schuld.com:

Ich habe gelernt, was Dankbarkeit bedeutet und freue mich über so viele kleine Dinge des Lebens, dass jeder Tag ein Highlight ist. Ich weiß, das klingt ein wenig ungewöhnlich, doch es ist  so. Da werden banal erscheinende Dinge wie eine große Wandertour mit einem sehr guten Freund oder Shoppen gehen mit drei Frauen zu kleinen oder großen Highlight. Besonders stolz bin ich auf die Entwicklung meines passiven Geldflusses durch Investitionen und Blog. Ein Highlight war es im Oktober 672 Euro dadurch dazuverdienen zu können. Ein weiteres Highlight war es meinen Arbeitsvertrag verringern zu können um mehr Lebenszeit zu haben.

 

Bernd Geropp vom „Führung auf den Punkt gebracht“- Podcast:

Wachstum von und Fokus auf meine Online-Leadership-Plattform.

 

Der Finanzrocker Daniel:

Puh, das ist eine schwierige Frage. In diesem Jahr gab es extrem viele Highlights, die ich gar nicht alle aufzählen kann. Mit Sicherheit gehört mein 2. Preis beim Finanzblogaward dazu. Aber auch die Konferenzen in Tallinn und Kassel waren klasse, da ich dort sehr viele inspirierende Leute kennengelernt habe.

Ansonsten bin ich sehr glücklich mit der Entwicklung von Finanzrocker-Blog und -Podcast, die 2017 eine Reichweite von bis zu 110.000 Menschen im Monat gebracht haben. Mit „Der Finanzwesir rockt“ sind es sogar über 200.000. Damit habe ich nicht gerechnet.

Insgesamt war es also ein erfolgreiches und schönes Jahr.

 

Die Ex-Studentin Jenny:

Dieses Jahr war sehr geprägt von negativen Ereignissen. Viele Familienangehörige waren im Krankenhaus. Die Krebserkrankung meines Vaters bereitete uns den größten Kummer. Aber nun sind alle wieder einigermaßen auf den Beinen. Die tolle Hochzeit meines großen Bruders und der 80. Geburtstag meines Opas haben mir die zweite Jahreshälfte gerettet.

 

Die Geldfrau – Dani Parthum:

Mein Highlight 2017 ist mein Geld Workshop für Frauen. Er wird sehr gut angenommen, die Frauen nehmen die Inhalte sehr gut an und setzen sie um. Ich habe viele sehr interessante Gespräche über Geld geführt. Und spannende Einblicke in das Leben anderer Frauen erhalten.

 

Mr & Mrs W. von What life could be:

Definitiv FIWE 2017, unsere erste richtige Konferenz. Es war sehr aufwendig alles zu organisieren aber es hat super viel Spass gemacht und wir sind mächtig stolz, dass es so gut gelaufen ist.

Ein anderer Highlight war unser Umzug nach Rumänien. Das war schon länger in Planung und wir sind sehr froh, dass wir es gemacht haben. Wir genießen unser neues Leben hier sehr. Es war die richtige Entscheidung.

 

Sebastian von Wireless Life:

Mit Hilfe eines Coaches habe ich in 2017 viele Dinge in meinem Business verändert, vor allem habe ich einige Projekte aufgegeben, um mehr Fokus auf die Dinge zu bekommen, die mir wirklich wichtig sind. Ein Schritt war die Aufgabe meiner eigenen Online Community und der Einstieg beim Citizen Circle. Das Highlight hier war definitiv das Jahrestreffen mit über 150 Mitgliedern im Juli in Tallinn.

 

Alexander von Reich-mit-Plan:

Highlights gab es irgendwie sehr viele. Das hängt auch immer von jeweiligen Thema ab. Das erinnere ich mich gern an unsere Reisen zurück oder aber auch an besondere Highlights in der Entwicklung unserer Tochter. Aber auch bei finanziellen Themen gab es gerade beim Online Business einige Highlights. Zum Beispiel konnte ich gesetzte Zielmarken frühzeitig erreichen und auch das Treffen in Kassel, bei dem ich viele Kollegen kennenlernen durfte, hat mir sehr gefallen. Daraus entstanden nicht nur neue Masterminds unter Kollegen, sondern auch Freundschaften.

Auf der Vermögensseite kann ich auch in diesem Jahr einen großen grünen Haken dahinter setzen. Alle Zielwerte wurden erreicht, wenn auch das Gesamtergebnis etwas geringer war als im letzten Jahr. Besonders freut mich, dass die finanzielle Unabhängigkeit mit jedem Jahr auf stabileren Füßen ruht. Das ist wichtig, denn es kann immer mal passieren, dass die ein oder andere Einnahmequelle lahmt oder sogar ausfällt. Gerade mit Blick auf unsere zukünftigen Jahre, ist uns hier eine gewisse Konstanz und Nachhaltigkeit deutlich wichtiger, als Wachstum und Rendite auf Teufel komm raus.

 

Vielen Dank an alle, die sich an unserer weihnachtlichen Fragerunde beteiligt haben – nächste Woche folgt die Silvester-Ausgabe dieses Formats.

Und jetzt los – schnell zurück zu den Feierlichkeiten!

 

Wie würden Deine Antworten auf unsere Fragen ausfallen?

Viele Grüße aus Down Under von

Marielle & Mike

Hallo,

kurz vor Weihnachten – wir weilen weiterhin in wärmeren Gefilden, Du planst sicherlich schon das Weihnachtsfest mit Deinen Lieben. Vorsätze wie „weniger Streit“ oder „verständnisvoller sein“ hören wir zum Jahresende immer öfter.

Wie Du diese umsetzen kannst und sowohl Deine Beziehung zu Deinem Partner als auch zu Geld verbessern kannst, berichtet Dir heute eine wahre Lady unter den Finanzbloggern: Die Finanzlady Manuela aus Österreich gibt Dir heute die entscheidenden Tipps inklusive einiger sofort-anwendbarer Übungen!

Bühne frei für Manuela, die Finanzlady:

Wie Du Deine Beziehung zu Geld UND zu Deinem Partner verbesserst

„Du bist so verschwenderisch!“.  „Sei doch nicht so geizig!“. „Du wirfst unser ganzes Geld zum Fenster hinaus!“, solche Sätze kennt wohl jeder, der mit dem Partner schon mal über Geld gestritten hat.

Geld ist in vielen Partnerschaften der Trennungsgrund Nummer eins. Bei Streitigkeiten ums Geld geht es selten um Fakten, vielmehr um Gefühle oder Glaubenssätze, die jeder Einzelne zum Thema Geld hat.

In diesem Beitrag möchte ich auf die inneren, emotionalen Hindernisse eingehen. Auf die Gedanken und Gefühle, die zu einer inneren Blockade führen und für unsere finanzielle Situation verantwortlich sind.

Um Streitigkeiten ums Geld zu vermeiden, müsst ihr euch als Paar Zeit nehmen, um den Blickwinkel zu verändern und euren Aussagen auf den Grund gehen. Denn hinter Aussagen wie „Du bist so verschwenderisch“, stecken oft Emotionen, die wir zum Thema Geld schon lange in uns tragen und bei Streitigkeiten rund ums Geld zum Vorschein kommen.

Wollt ihr eure finanzielle Situation verändern, müsst ihr euch auch mit euren Emotionen zum dazu auseinandersetzen. Diese negativen Gefühle sind oftmals noch von unserer Kindheit. Sie beeinflussen unsere Gedanken, Worte und Handlungen.

Jede finanzielle Situation wird von unseren Gefühlen bestimmt. Deine Gefühle entscheiden, was du mit deinem Geld machst. Es sich auch deine Gefühle, die dich in deine derzeitige finanzielle Situation gebracht haben.

Jeder kennt wahrscheinlich diese typischen Frustkäufe. Weil man die geplante Gehaltserhöhung nicht bekommen hat, kauft man sich aus lauter Wut und Frust ein neues Handy. Du hast emotional gehandelt.

Oder du erzählst deinem Partner nichts von deinen Schulden, weil es dir peinlich ist, dass du schlecht mit Geld umgehst und jede Menge Konsumschulden angehäuft hast. Wieder handelst du emotional.

Auch bei einem Streit ums Geld mit dem Partner sind immer Emotionen im Spiel. Beispiel gefällig. Sie hat Angst, dass sie die Schulden fürs Haus nicht bezahlen können, weil er das Geld zum Fenster rauswirft. Aus Angst wirft sie ihm Verschwendung vor.

Wenn Geld ein großes Problem in eurer Beziehung ist, wird es Zeit, dass ihr euch Beide mit euren Emotionen dazu auseinandersetzt. Nur so könnt ihr Zukunft Streit vermeiden. Weil ihr eure Emotionen kennt, Verständnis für einander habt und gemeinsam Lösungen finden könnt.

Deshalb hört sofort auf, dem Anderen Vorwürfe zu machen. Denn Vorwürfe bringen euch nicht weiter. Stattdessen hört euch zu, was ihr dem Anderen an den Kopf werft und nehmt eure Gefühle dazu genauer unter die Lupe. Hinterfragt, welche Rolle Geld in der Vergangenheit gespielt hat und welche Emotionen ihr mit Geld verbindet.

Übung 1:

Diese Übung macht jeder für sich alleine. Um an den Kern der Gefühle zu gelangen, denkt darüber nach, wie ihr euch aufgrund eurer derzeitigen finanziellen Lage fühlt.

Hast du das Gefühl, nicht gut genug zu sein? Glaubst du, dass du das, was du hast, nicht zu verdienen? Bist du neidisch auf deinen Partner oder auf andere, weil sie sich Dinge leisten können, die du dir nicht leisten kannst? Hast du nicht genug Geld, um deine Rechnungen zu bezahlen? Wie fühlst du dich, wenn du mit deinem Partner wegen Geld streitest? Wie fühlst du dich, aufgrund deiner/eurer Schulden? Ist es dir peinlich, viel Geld zu haben?

Schreibt nun auf, wie ihr euch in eurer momentanen finanziellen Situation fühlt. Schreibt erstmal alles nieder, was euch dazu einfällt. Fasst anschließend alles in ein paar Sätzen zusammen.

Beispiel: Wie fühlst du dich aufgrund deiner Schulden? Ich schäme (Scham) mich dafür. Es ist mir peinlich (Scham), wenn jemand davon erfahren würde. Ich habe Angst (Angst), dass ich die Schulden nicht zurückzahlen kann. Ich bin so wütend (Wut), weil wir uns in diese Situation gebracht haben.

Liest euch eure eine Sätze noch mal durch. Eure momentane Gefühlslage beeinflusst auch eure zukünftigen Handlungen. Es zeigt euch eure Gefühle im Hinblick auf Geld. Unterstreicht nun alle Wörter, die eure Gefühlslage beschreiben. Teilt diese Wörter einem der drei Gefühle zu: Angst, Wut und Scham.

Scham. Angst. Wut. – Drei Emotionen, die über deine finanzielle Situation entscheiden

Ist euch schon mal aufgefallen, dass es viele hart und tüchtig arbeitende Menschen gibt, die immer zu wenig Geld haben? Andere wiederum sind faul und haben dennoch immer mehr als genug Geld? Warum gelingt manchen finanzieller Wohlstand, anderen aber nicht?

Mit Geld ist es wie mit Menschen. Habt ihr Macht und Anerkennung gegenüber euch selbst, euren Mitmenschen und dem Geld gegenüber, zieht ihr auch Reichtum an.

Wenn ihr euch aber machtlos fühlt und vor euch selbst und dem Geld gegenüber keine Anerkennung zeigt, wird Geld nicht in euer Leben kommen, weil ihr es abstoßt.

Geld verhält sich so wie ein Mensch. Wenn ihr Geld achtet und ihm Aufmerksamkeit schenkt, wird es zu euch kommen.

Aber Angst, Scham und Wut berauben euch dieser Macht übers Geld. Die Wurzeln dieser Emotionen liegen bei vielen in der Kindheit. Wenn ihr diese Gefühle ignoriert, gewinnen diese Emotionen die Macht über eure Gedanken, Worte und Handlungen. Wut, Scham und Angst, sind die Gefühle der Armut. Solange ihr so gegenüber Geld empfindet, seid ihr machtlos. Und wer Machtlosigkeit empfindet, wird auch keine Macht haben, Geld in sein Leben zu ziehen.

Scham

Scham ist das am tiefsten verwurzelte Gefühl überhaupt. Scham ist etwas, dass man sehr schwer wieder vergisst.

Ich bin nicht genug. Ich verdiene das nicht, was ich habe. Scham zerstört euren Selbstwert und eure Selbstachtung. Das führt dazu, dass ihr arm bleibt.

Beispiel: Du hast dich als Kind geschämt, weil deine Familie weniger Geld hatte als andere Familien und du die Kleidung deiner älteren Geschwister tragen musstest, anstatt neue Klamotten zu bekommen. Vielleicht konntest du dir aber auch kein Eis kaufen, während alle anderen Kinder es sich leisten konnten und hast dich dafür geschämt.

Angst

Wenn ihr ständig Angst habt, das Geld könnte nicht reichen, sorgt ihr auch immer dafür, dass zu wenig davon da ist, indem ihr es verschwendet. Oder aber ihr werdet zu einem Geizhals und klammert euch an das Geld. Ihr könnt euch an nichts mehr erfreuen, weil ihr Angst habt, dass dadurch in Zukunft zu wenig davon da ist.

Beispiel: Als Kind hast du mitbekommen, dass in eurer Familie immer zu wenig Geld da war. Deine Eltern hatten ständig Geldsorgen. Du hast Angst, dass auch du zu wenig Geld hast und gibst kein Geld aus.

Wut

Hast du die Erfahrung gemacht, dass dir etwas Wertvolles weggenommen wurde? Bist du auf reiche Menschen wütend, weil du denkst, dass sie den Armen alles wegnehmen? Bist du wütend, weil du zu viel Geld für etwas ausgegeben hast? Bist du auf deinen Chef wütend, weil du keine Gehaltserhöhung bekommen hast?

Beispiel: Als du ein Kind warst, hat dir das reiche Nachbarskind dein Tagebuch geklaut. Für dich war dieses Tagebuch sehr wertvoll, da du darin all deine Gedanken aufgeschrieben hast. Du bist so wütend auf dieses reiche Kind. Du glaubst nun, dass dir die Reichen alles wegnehmen, was du besitzt und hortest dein wertvolles Geld.

Solange euch diese drei Emotionen steuern, handelt ihr gegen eure eigenen finanziellen Interessen. Ihr müsst euch also von diesen Gefühlen befreien. Nur dann könnt ihr Entscheidungen zu eurem Vorteil treffen.

Übung 2:

  1. Schritt: Diese Übung macht wieder jeder für sich alleine. Findet in der zweiten Übung heraus, woher eure Emotionen stammen. Nehmt dazu den Zettel aus Übung 1 zur Hand. Schreibt auf, warum du diese Emotionen hast. Woher kommen diese Emotionen? Welches Ereignis in eurer Kindheit hat zu diesen heutigen Gefühlen geführt. Fragt euch: Warum?

Beispiel: Du schämst dich für deine Schulden. Woher kommst diese Scham? Hatten deine Eltern Geldprobleme für die sie sich geschämt haben und nicht wollten, dass es jemand erfährt? Für diese Übung braucht ihr Zeit. Hinterfragt Situationen in eurer Kindheit und schreibt alle Erinnerungen auf.

  1. Schritt: Wenn ihr wisst, woher Angst, Wut und Scham kommen, schreibt im zweiten Schritt auf, was ihr heute tut, um diese Emotionen am Leben zu erhalten. Nehmt euch genug Zeit, so dass jeder für sich diese Übung machen kann und den Grund für sein Verhalten findet.

Beispiel: Ihr erzählt nicht mal eurem Partner von euerm Schuldenproblem, weil es euch peinlich ist. Gleichzeitig gebt ihr Geld aus, dass ihr nicht habt oder zur Rückzahlung für eure Schulden nehmen könntet, weil ihr den Schein waren wollt, dass es euch finanziell gut geht. Ihr handelt immer noch aufgrund eurer Scham in eurer Kindheit und macht eure Situation nur noch schlimmer und eure Scham wird immer größer.

Wenn jedem klargeworden ist, woher sein Verhalten und seine Emotionen kommen, dann nehmt diese derzeitige Situation an. Akzeptiert, dass ihr bisher aus Angst, Wut oder Scham gehandelt habt. Ihr habt Fehler gemacht? Jeder macht Fehler. Aus Fehlern kann man lernen. Ihr könnt eure finanzielle Situation ab jetzt ändern, indem ihr nicht mehr aus diesen negativen Emotionen heraus handelt. Nehmt es hin wie es ist. Verzeiht euch selbst.

Ihr habt gehandelt, wie das Kind, dass ihr damals wart. Vergebt euch, dass ihr euren Emotionen von damals kein Gehör verschafft habt. Vergebung ist ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Erst, wenn ihr eure Emotionen und eure derzeitige finanzielle Situation akzeptiert, könnt ihr euch vergeben und etwas ändern.

Übung 3:

Jetzt wo jeder für sich weiß, welche Emotionen hinter seinem Verhalten stecken, setzt euch mit dem Partner zusammen. Erzählt nun eurem Partner von euren Emotionen und Verhaltensweisen. Hört dem Partner zu, urteilt nicht. Versucht zu verstehen, warum er geizig, verschwenderisch, etc. ist. Habt Verständnis füreinander. Versetzt euch in den anderen hinein. Ihr werdet den Partner besser verstehen und wissen, warum er so reagiert. Seid ehrlich zu einander, Vertraut euch eure Gefühle an. Diese Übung kann sehr aufschlussreich sein, wenn man dem Partner mit Respekt, Anerkennung und Wertschätzung begegnet, anstatt mit Wut, Angst oder Scham.

Wenn ihr euch gegenseitig von euren Gefühlen erzählt habt, zieht gemeinsam einen Schlussstrich unter eurer Vergangenheit. Beschließt, dass ihr heute neu anfangt, an gemeinsamen Zielen arbeitet und ihr euch gegenseitig unterstützt und Verständnis aufbringt für diese Emotionen. Lasst eure Vergangenheit und eure negativen Emotionen gemeinsam los. Das macht es einfacher.

Übung 4:

Nehmt eure Zettel her, auf denen ihr eure Übungen gemacht habt, lest sie euch noch einmal vor und macht euch noch einmal all eure negativen Emotionen und Erfahrungen bewusst. Anschließend verbrennt ihr eure Zettel oder werft sie in einen Fluss. Macht ein gemeinsames Ritual daraus. Ihr könnt eure finanzielle Zukunft gemeinsam verändern, indem ihr gemeinsam daran arbeitet. Mit dem Verständnis für die Reaktionen des anderen ist es leichter, eine Lösung für finanzielle Probleme zu finden.

Wenn ihr Schulden habt, dann akzeptiert diese Situation. Akzeptiert eure Emotionen, die euch in diese Lage gebracht haben. Und dann sucht nach Lösungen.

Es gibt viele Möglichkeiten. Es haben schon viele andere Menschen geschafft. Es gibt Organisationen, die euch helfen. Das Heute ist euer neuer Ausgangspunkt. Die Vergangenheit und eure negativen Emotionen sind Geschichte.

Schenkt ab heute euch und eurem Geld die Anerkennung, die es verdient und eure Zukunft wird sich verändern. Wenn ihr wieder über Geld streitet, fragt euch zuerst, welche Gefühle dahinterstecken und wo euch diese hingeführt haben. Akzeptiert diese Gefühle und lasst sie los.

Zusammenfassung

Negative Emotionen aus der Vergangenheit sind hinderlich, wenn ihr eure finanzielle Situation verbessern wollt. Anstatt dem Partner die Schuld an allem zu geben, solltet ihr euch hinsetzen und eure Emotionen hinterfragen. Woher diese kommen und warum sie da sind. So könnt ihr erkennen, was eure Probleme sind, über die ihr euch streitet. Es sind nicht die Schulden an sich, oder die Verschwendung des Geldes.

Dahinter befinden sich tiefergreifende Erfahrungen und Emotionen wie Angst, Wut oder Scham, die euch in eure heutige finanzielle Lage gebracht haben. Wenn ihr herausfindet, welche Erinnerungen, Erfahrungen und Gefühle dahinterstecken, könnt ihr sie hinter euch lassen. Wichtig ist, dass ihr eurem Partner vertraut, euch gegenseitig respektiert und wertschätzt. Sprecht gemeinsam über eure Emotionen.

Verurteilt euch nicht und hört zu. Schließt gemeinsam mit eurer Vergangenheit ab, schmiedet gemeinsame Ziele und Lösungen für eure Probleme. Vorwürfe helfen nicht weiter, dahinter versteckt sich die eigene Verletzung aus vergangen Tagen. Wenn ihr wieder einmal über Geld streitet, hört euch aufmerksam zu und versucht gemeinsam herauszufinden, woher diese Gefühle kommen und was dahintersteckt. Vergebt euch selbst und auch dem Partner. Beschließt neu anzufangen. Heute ist ein guter Tag dafür.

Über die Finanzlady Manuela

Manuela schreibt auf finanzlady.at über Finanzen aus weiblicher Sicht. Seit 2016 setzt sie sich mit den Themen Vermögensaufbau und Wohlstand für Frauen auseinander. Sie beschäftigt sich mit den Glaubenssätzen zu Geld und hat sich ihr Wissen rund ums Investieren eigenständig angeeignet. Obwohl sie noch am Beginn ihres Vermögensaufbaus steht, möchte sie ihre Erfahrungen auf ihrem Blog www.finanzlady.at weitergeben.

Vielen Dank, Manuela für diese super Tipps! Die Anwendung wird mit dem Start ins neue Jahr eingeläutet!

Viele Grüße

Marielle & Mike

Hallo,

wir weilen inzwischen am anderen Ende der Welt und genießen unsere Flitterwochen. Auch Blogger benötigen ab und an Urlaub.

Während Du auf Facebook und Instagram mit dabei sein kannst, wollen wir Dir selbstverständlich auch in den kommenden Wochen hochwertigen Content bieten, der Dich und Eure Beziehung weiterbringt!

Dafür haben wir ganz wunderbare Gastautoren gewinnen können, die Dir in den nächsten Wochen wertvolle Tipps für Deine Finanzen in und außerhalb Eurer Beziehung geben werden.

Den Start macht mit Albert, dem Finanzwesir, ein wahrer Experte im Geld-, Blogger- aber auch Beziehungsuniversium.

Bühne frei für Albert:

Geldmanagement in einer jahrzehntelangen Beziehung – Deine Tipps vom Finanzwesir!

Die Aufgabenstellung:

„Hättest Du Lust einen Artikel zu dem Verlauf von Geldmanagement in einer jahrzehntelangen Beziehung/Ehe zu schreiben? Länge mindestens 1.000 Wörter.“

Hm, 1.000 Wörter, das wird schwierig. Das wird eher ein Artikel im protestantischen Stil. Luthers Referenten-Tipps: „Tritt frisch auf, machs Maul auf, hör bald auf.“

Unsere Geschichte ist schnell erzählt: Seit 28 Jahren ein Team, davon 23 Jahre als Ehepaar.
Wir hatten ja nichts ausser Bafög-Schulden und ein paar Gebrauchtmöbeln. Das macht es einfach zu sagen: Meins ist Deins und Deins ist Meins.

So war es 1994 und so ist es auch heute noch. Beide verdienen und jeder hat Zugriff auf alles. Er hat die Partnerkarte zu ihrem Konto und sie hat die Partnerkarte zu seinem Konto.

Ein Budget gibt es nicht, wohl aber ein nachlaufendes Excel-Sheet in das wir (also ich) alle Ausgaben eintragen. So sehen wir wie heftig die Lebenstil-Inflation zuschlägt und ob es mal wieder Zeit für eine Runde Askese ist.

Geldmanagemant konkret

Cashflow

Das Geld kommt über verschiedene Konten rein. Der Finanzwesir rangiert es auf die passenden Konten und Depot und sorgt für die Alltagsliquidität.

Alle Rechnungen laufen auch über meinen Tisch. Ist einfach praktisch, wenn man einen Finanzwesir geheiratet hat, der kümmert sich um alles und verteilt die Scheinchen.

Bargeld

Zum Glück gibt es Rewe und Edeka, da kriegt man was aus der Kasse.

Rebalancing

Einmal im Jahr checke ich die Faktenlage mit Excel und schlage eine Strategie vor. Die besprechen wir und ich setze sie dann um.

Grosse Ausgaben

Urlaub und andere grossen Ausgaben besprechen wir zusammen.

Lebensstategische Finanz-Entscheidungen

Ansagen vom Kaliber: „Schatz, wir sollten ein Haus kaufen“ werden so lange hin und her gepingpongt, bis die Uridee kaum noch erkennbar ist. Die Evolution hat aber aus der ursprünglichen Idee etwas viel besseres gemacht.

In solchen Momenten kann die Ehe zeigen was sie wert ist. Diversifikation at work – zwei Gehirne schaffen deutlich mehr an Qualität als es ein Gehirn je könnte.

Das finde ich sehr wichtig. Ich bin der Meinung, wer als Ehepartner hier kneift und sich mit einem: „Schatz ich vertrau Dir, Du machst das schon.“ aus der Affäre zieht, verletzt seine Ehepflichten.

Wer heiratet schwört: Ich bin bei Dir, in guten wie in schlechten Zeiten. Das Ausarbeiten einer lebenstratregischen Finanzentscheidung gehört definitv zu den schlechen Zeiten. Hier braucht man jede Hilfe, die man kriegen kann.
Bei der Armee nennt man dieses Verhalten Feigheit vor dem Feind und ahndet es vor einem Standgericht.

Unser Erfolgeheimnis?

Sie kann Schuhen wiederstehen und er muss nicht jedes Ding mit einem Stecker sein eigen nennen. Unser Konsumverhalten ist sehr ähnlich. Wie sagen eher „nein“ als „muss ich haben“. Jeder fühlt sich für die Familienfinanzen verantwortlich, vertraut dem anderen und gibt das gemeinsame Geld konservativ aus.

Wenn einer doch mal über die Stränge schlägt, nimmt der andere das amüsiert zur Kenntnis und beläßt es dabei, denn: Es ist ja genug Geld da. Warum streiten? Was 23 Jahre gut funktioniert hat, wird auch noch bis zur Goldhochzeit halten.

Mein Rat

Ehe ist mehr als horizontale Begeisterung auf Wolke sieben. Damit noch etwas bleibt, nachdem die Hormone gegangen sind:

  1. Vor der Heirat das Konsumverhalten des Partners kennenlernen. Umerziehungsversuche nach der Heirat sind zum Scheitern verurteilt.
  2. Beide sollten in etwa das Gleiche verdienen und aus der gleichen sozialen Schicht kommen. Dann ist die Beziehung am stabilsten (Studie von Gwendolin J. Blossfeld).
  3. Alle Fünfe gerade sein lassen.

Dann klappt’s auch mit dem Geldmanagement. Welches Geld wie über welche Konten fließt ist belanglos. Dass sind taktische Entscheidungen, die jedes Paar individuell fällt.

Über den Finanzwesir Albert:

Der Finanzwesir: Jahrgang 1966, Ingenieur, Rheinländer, Bier statt Wein, bald 25 Jahre verheiratet, drei Kinder, vielseitig interessiert und seit 20 Jahren an der Börse aktiv.
Eine formale Ausbildung als BWLer oder Banker kann ich nicht vorweisen, wohl aber eine Menge Lebenserfahrung und Fehltritte in Finanzdingen.
Begonnen hat alles Anfang 2014 mit meinem Blog. Im November 2015 haben Bloggerkollege Daniel Korth und ich die erste Folge unseres Podcasts Der Finanzwesir rockt veröffentlicht.
Auch außerhalb meines Blogs sind meine Texte gefragt. Seit zwei Jahren schreibe ich unter anderem regelmäßig für das Geld-Magazin der ZEIT sowie für ZEIT Online. Auch im Magazin STERN werde ich als „Geldexperte“ zitiert.

Vielen Dank, Albert für die tollen Einblicke und Tipps! Es ist uns immer wieder eine Ehre von Dir zu lesen 🙂

Viele Grüße

Marielle & Mike