Finanzen als Schulfach – Ist das überhaupt möglich und sinnvoll?

​“Wofür brauche ich das?“ war die beliebteste Frage zu meiner Schulzeit. 

Die häufigste Antwort lautete: „Für die Klausur in zwei Wochen.“

13 Jahre nach meinem Abitur kann ich kein Gedicht mehr analysieren, keine Kurve diskutieren und habe sämtliche Geschichtsdaten vergessen.

Nichts davon hat mir geholfen Verträge zu schließen, mich zu bewerben, zu vernetzen oder kluge Finanzentscheidungen zu treffen.

Alles Dinge, die für die Entwicklung meines Lebens notwendig sind und von denen abhängt, wie frei und unabhängig ich meinen Alltag gestalten kann.

​Konzentriert auf den Umgang mit Geld: Inwiefern schrammt die Schule an der Realität vorbei? Wie kann die (Wissens-) Lücke geschlossen werden?

​Teilnahme an Dominik’s Blogparade  „Finanzbildung als Schulfach

​Dieser Artikel wurde von ​Mike verfasst.

Verschlimmbesserung durch wirtschaftliche Schulfächer

Finanzen als Schulfach

​Wirtschaftliche Schulfächer sind keine Neuheit. 

In Hessen heißt das Fach „PoWi“, was für Politik und Wirtschaft steht. Bayern trumpft mit „Wirtschaft & Recht“ auf.

Beide Länder haben die Relevanz von wirtschaftlichen Zusammenhängen erkannt und versuchen diese ihren Schülern zu vermitteln.

Doch gelingt ihnen der Spagat komplexe Systeme alltagsrelevant darzustellen?

​Was sind die Inhalte?

​Ziel ist die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.

Dabei sollen die Schüler nachvollziehen was die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der EU sind, wie Zölle entstehen und was Zinsen sind.

Inhalte Wirtschaftsfach

​Quelle:​ Lehrplans gymnasiale Oberstufe Politik und Wirtschaft. Kultusministerium Hessen. Seite 8.

Was fehlt?

Unberücksichtigt bleiben dabei privatwirtschaftliche Themen wie Vertragsabschlüsse, Investitionen und die private Finanzorganisation.

Damit kommen junge Menschen aus der Schule und haben ein unzureichendes Verständnis eines unendlich komplexen Systems. Dafür fehlt ihnen ​jegliches Verständnis, welche Möglichkeiten sie zur Verwendung ihres eigenen Geldes besitzen.

Am Ende fehlt die persönliche Relevanz des Schulfachs – egal, wie es nun heißen mag. 

​Was passiert?

Halbwissen. Ungewissheit. Handlungsstopp.

​​Die Globalisierung und internationale wirtschaftliche Zusammenhänge sind zu komplex, als dass sie in zwei Unterrichtsstunden abgebildet werden können.  

Schüler bekommen damit lediglich Halbwissen vermittelt, da stets mit äußerst vereinfachten Modellen gearbeitet werden muss.

Was bleibt ist Ungewissheit über die tatsächlichen Zusammenhänge in Deutschland, Europa und der Welt.

Ungewissheit ist wiederum ein sehr schlechter Ratgeber für Handlungen. Entweder verbrenne ich mir die Finger oder ich fange erst gar nicht an.

Verbrannte Finger können zumindest einen Lernprozess auslösen. Ein Handlungsstopp kann keinen Lerneffekt haben.

Führt die schulische Wirtschaftsbildung zur Lähmung bei den eigenen Finanzen? Keine Ahnung. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Geld fördert sie jedenfalls nicht.

Auf den Punkt gebracht

​Schulfächer behandeln wirtschaftliche Zusammenhänge, aber verpassen dabei ​die Relevanz ​für den Alltag zu verdeutlichen.

  • Wirtschaftliche Fächer sind bereits Teil des Lehrplans.
  • Sie beinhalten abstrakte, länder-, nationen- und kontinentübergreifende Phänomene.
  • Irrelevanz und Bedeutungslosigkeit für den eigenen Alltag ist die Folge.

​Isoliertes Fächerdenken, statt übergreifendes Wissen

Finanzwissen für Schüler

​Schule denkt in Fächern – die Realität in Projekten. 

​Wenn Du ein ​Glas mit Wasser vor Dir stehen hast und möchtest daraus trinken, dann gibst Du Deinem Körper den Befehl  „​Ich will trinken.“ Daraufhin werden die nötigen Impulse gesendet und verarbeitet, sodass die Handlung geschehen kann. 

​Wieso würdest Du nie sagen: „Beuge den Arm. Strecke den Arm. Öffne den kleinen Finger, den Ringfinger, den Mittelfinger, …“ ?

  • ​Es würde zu lange dauern.
  • ​Auf den ersten Blick haben die Anweisungen nichts mit Deinem Ziel zu tun.
  • Die Frustration ist erreicht, bevor, dass Ziel ersichtlich wird.

Dennoch passiert genau das in der Schule.

Mathe, Deutsch, Sport, Kunst, Physik, PoWi und vieles mehr wird isoliert betrachtet. Doch abgesehen von Klausuren Bedarf eine Tätigkeit in der Realität mehr Verständnis als isoliertes Wissen. 

​​Hinderliche Isolation

​Erinnerst Du Dich noch an Deine Schulzeit? Wie war das als Ihr Euer Leid von zu viel Hausaufgaben einem Lehrer geklagt habt?

„Mein Fach ist aber wichtiger als das andere Fach. Deshalb haben diese Hausaufgaben ​Vorrang.“

Nun bei uns war es egal, um welches Fach es sich handelt. Klar Mathematik, Deutsch und Englisch haben sich eine besondere Krönung versprochen. Mitunter getrieben durch die Elternschaft, die diesen Fächern besondere Magie zuspricht. Dennoch kamen die Sprüche auch aus der Kunst-, Musik- und Sachunterrichtfraktion.

Anstatt darum zu buhlen, wer das wichtigste Fach hat, wäre es sinnvoller zu überlegen, wie die Kompetenzen aus den eigenen Fächern zur Umsetzung schulinterner- und externer Projekte beitragen können.

Eigene Finanzen als Projekt

Finanzen in der Schule lernen

​Um mit dem eigenen Geld haushalten zu können, sich Freiheiten zu schaffen und daraus resultierend sein Leben, nach seinen Wünschen zu gestalten, benötigen junge Menschen fächerübergreifendes Wissen.

Welches Wissen und welche Fächer helfen Dir beim Umgang mit dem eigenen Geld?

Mathe hilft um die Zahlen und den Zinseszins zu verstehen. Deutsch und Recht, um mit den Verträgen klar zu kommen. Physik, um die Bewegung von Geld zu verstehen. Wirtschaft, für ein Verständnis von Unternehmen und dem (freien) Markt.

​Hinzu kommen Bereiche, die in der Schule nicht abgebildet werden: Verhandlungen, Zielsetzung, eine Vorstellung des eigenen Lebens, Austausch und Vernetzung mit anderen Menschen und vieles mehr.

 

​Auf den Punkt gebracht

​Schulisches Fächerdenken als Gegensatz zur Projektarbeit in der Realität:

  • ​Isolierte Fächer mit isolierten Übungen im Vergleich zu komplexen, multiprofessionellen Projekten.
  • ​Machtkampf, um wichtigstes Fach im Vergleich zur Zusammenarbeit zur erfolgreichen Umsetzung von Vorhaben.
  • ​Eigene Finanzen ist kein isoliertes Fach, sondern benötigt unterschiedliches Wissen und Fähigkeiten.

​Unbekanntes Lehren – wie soll das gehen?

Lehrer und Finanzbildung

​Wenn die eigenen Finanzen in der Schule thematisiert werden sollen, braucht es dann zunächst ein eigenes Fach im Lehramtsstudium oder im Referendariat?

Die Forderung an das Bildungswesen Geld und dessen Organisation in den Lehrplan aufzunehmen, ist begrüßenswert.

Doch bevor Halbwissen und Angst – zum Beispiel vor Aktien – verbreitet wird, ist es besser gar nichts dazu zu sagen und den Job anderen zu überlassen.

Lehrer sein und das Ungewisse

In den vergangenen Jahren wurden bereits andere Themen über die Lehrerschaft ausgeschüttet, ohne sie ausreichend darauf vorzubereiten. Inklusion und Migration sind Schlagworte, die in Diskussionen stets zu hören sind.

Es wird an dieser Stelle eine Erwartungshaltung aufgebaut, ohne dafür Sorge zu leisten, dann die nötigen Werkzeuge mit an die Hand gegeben werden. Fortbildungen, Supervisionen, kollegialer Austausch ist rar gesät.

Das Studium funktioniert wie die Schule

​Themen werden isoliert und abstrakt behandelt. Der tatsächliche praktische Bezug kommt viel zu spät. Und die Erwartungen im Referendariat führen reihenweise zum Burnout bevor der eigentliche Job begonnen hat.

Was ist nach dem Referendariat? Ein paar weitere Unterrichtsbesuche tröpfeln daher und diese werden schweißgebadet und mit nächtlicher Schlaflosigkeit irgendwie überstanden.

​Diese Berichte ähneln derer der Schulabsolventen. Was bleibt übrig? Eine negative Konnotation von Lernen und Prüfungen.

Damit Finanzen in der Schule (und Schule im ​Allgemeinen) funktionieren können, benötigt es zunächst eine Änderung im Ausbildungssystem und anschließender Arbeitsweise von Lehrkräften.  

​Auf den Punkt gebracht.

​Unwissenheit bei Lehrkräften führt im schlimmsten Fall zu höherem Stress, Fehlinformationen und einer negativen Vermittlung im Umgang mit Geld.

  • ​Lehrkräfte benötigen Werkzeuge, um mit den gestellten Erwartungen umgehen zu können.
  • ​Das Lehramtsstudium selbst ist zu verschulischt und bereitet nur im geringen Maße auf die ​Anforderungen außerhalb der Schule vor.
  • ​Finanzen zu Lehren funktioniert nur, wenn Lehrkräfte entsprechendes Wissen mitbringen. Dies ist zurzeit nicht der Fall.

​Unabhängigkeit und Alltagsnähe als Erfolgsfaktor

Unabhängige Finanzbildung

​Finanzbildung sollte mindestens zwei Voraussetzungen erfüllen, damit eine positive Entwicklung im Umgang mit dem eigenen Geld möglich wird. 

​Bevor ich zu den beiden Punkten komme, ein kurzer Abstecher zu den Zielen von Finanzbildung. 

Ziele von finanzieller Bildung

Bildung bedeutet, denjenigen, der die Bildung erfährt zu eigenen Handlungen, Gedanken und Meinungen zu bemächtigen. Eine gebildete Person hat demzufolge eine größere Auswahl an Handlungsmöglichkeiten.

Praktisch bedeutet dies, Werkzeuge zu besitzen, um Schulden fernzubleiben, sich nicht in die Abhängigkeit von Arbeitgebern und der Politik zu begeben und in der Lage zu sein, selbst für sein zukünftiges Leben vorzusorgen.

Ob die Person sich schlussendlich dafür entscheidet oder doch ein abhängiges Verhältnis zum Sozialstaat und Arbeitgebern eingeht, ist einzig ihr allein überlassen.

Momentan jedoch, kennen viele Menschen gar keine Alternative als genau das zu sein. Abhängig von der staatlichen Rente und dem Gehaltscheck des Arbeitgebers.

Was ist dafür nötig?

Erstens: Unabhängige Finanzbildung.

​Bildung darf nicht wie folgt funktionieren: Investieren in die eigene Altersvorsorge ist wichtig, weil die Rentenlücke Dich sonst in Armut befördert. Damit Dir das nicht passiert, haben wir hier das passende Produkt für Dich.

Das bedeutet, dass Bildung nicht ​zum Zweke des Verkaufs einen anderen Produktes verwendet werden darf, um die oben genannten Ziele zu ​erreichen.

Zweitens: Alltagsnahe Finanzbildung.

Niemandem ist geholfen, die privaten Finanzen anhand von globalwirtschaftlichen Zusammenhängen näher gebracht zu bekommen. Bildung funktioniert dann am besten, wenn sie mit den Lebensinhalten der Person verknüpft wird.

Abstraktes Wissen ist für die wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung relevant und nicht für die ​Privatmenschen, die ihr eigenes Leben gestalten wollen.

Kann Schule das leisten?

Jein. Momentan könnte Schule die Unabhängigkeit leisten. Schule selbst hat die Bildung im Sinn und nicht den Verkauf von anschließenden Finanzprodukten.

Doch die Schule bekommt die persönliche Relevanz nicht transportiert. Hier fehlt es derzeit an Wissen, Struktur und der Bereitschaft zur Veränderung.

Dennoch wäre es wünschenswert und zwingend notwendig, wenn Schule alltagsrelevante Themen aufgreift und diese lehrt. Denn in Deutschland ist die Schule, die einzige Möglichkeit jede Person zu erreichen.

Dies wird jedoch verfehlt.

​Auf den Punkt gebracht

​Unabhängigkeit und Alltagsnähe als Voraussetzung für finanzielle Bildung kann von Schulen derzeit nur bedingt geleistet werden.

  • ​Bildung dient der Bemächtigung neuer Handlungsmöglichkeiten und nicht dem Verkauf eines anderen Produkts.
  • ​Bildung gelingt dann am besten, wenn  sie die persönliche Relevanz aufzeigen kann.
  • ​Schule kann die Alltagsnähe zurzeit nicht leisten. Dafür sind tiefgehende Veränderungen nötig.

​Kommt die Lösung aus der Wirtschaft?

Wie kann Finanzbildung funktionieren

​Die Digitalisierung, Globalisierung und der demographische Wandel sorgen für gewaltige Turbulenzen in unserer Gesellschaft, dem Klima und der Politik. 

Diese sich täglich ändernde Welt ist für ein System, dessen letzte große Änderung die Abschaffung der Prügelstrafe darstellt, zu viel. Unser Bildungssystem ist zu langsam und hat sich in den letzten 150 Jahren kaum verändert.

Dies bietet Platz und Möglichkeiten für wirtschaftliche Lösungen. Der Bedarf ist vorhanden, der Schmerz oft groß genug und die Zahlungsbereitschaft für Bildung steigt.

Finanzbildung in der Bloggerszene

Inzwischen entsteht eine Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Finanzbildung in Deutschland selbst in die Hand zu nehmen. ​Ganz unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen sorgen dafür, dass für jeden das passende Angebot dabei ist.

​Wir begrüßen diese Entwicklung und freuen uns über jeden der dazu beiträgt, dass Finanzen es in die eigenen vier Wände schaffen.

Die meisten dieser Angebote sind kostenfrei und eine unendliche Flut an Informationen ist frei zugänglich. Zusätzlich entstehen Bildungsprodukte, die etwas kosten. Dabei wird eine Frage heiß diskutiert:

​Darf Bildung etwas kosten? 

Ja.

Bildung ist Wissen, dass ein Mensch einem anderen Menschen zur Verfügung stellt. Wir zahlen schließlich auch für ​den Führerschein.

Zudem ist Bildung jetzt schon zu keiner Zeit kostenlos. Schule kostet etwas. Zwar wird sie quersubventioniert über die Steuer und somit kostet sie unterschiedlich viel für jeden einzelnen. Aber den Anspruch zu haben Bildung sei kostenlos, ist an den Haaren herbei gezogen.

Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder es Dir selbst über Versuch und Irrtum beizubringen. Dies dauert sehr lange und endet meist vor dem Erfolg. Oder jemanden zu bezahlen, der das Wissen bereits besitzt und es in leicht verdauliche Häppchen zubereitet und Dich bei der Umsetzung unterstützt.

Schlussendlich steigerst Du durch Bildung Deinen eigenen Wert und bist in der Lage Kosten zu senken oder selbst mehr Geld zu verdienen.

Bildung ist daher eine Investition. Vermutlich die Beste.

Was tun wir für die Finanzbildung?  

Mit Beziehungs-Investoren haben wir uns zum Ziel gesetzt Paare in ihrer Beziehung und ihren Finanzen zu organisieren. Wie klappt das mit dem Zusammenziehen? Wie viel Geld ist sinnvoll für den Nachwuchs auszugeben? Wie können wir gemeinsam investieren?

Dazu veröffentlichen wir regelmäßig Artikel, geben Interviews und sind bei Veranstaltungen vor Ort, um direkt mit Paaren zu sprechen. Zusätzlich bieten wir Produkte wie unseren Finanzüberblick für Paare oder den Essensplan an. Alles mit einer hohen Praxisrelevanz.

Mit Senkrechtdenker setzen wir nun das um, was ich mir während und nach meiner Schulzeit gewünscht hätte. Unabhängiges und praktisches Finanzwissen für Schulabgänger und Berufseinsteiger.

Mit Afterwork-Veranstaltungen, Workshops und Online-Kursen bereiten wir relevantes Finanzwissen auf und begleiten junge Menschen bei der Umsetzung. 

Unser Ziel mit Senkrechtdenker? Aus jungen Menschen kompetente Finanzentscheider machen.

Finanzbildung für junge Menschen

Momentan steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen. Eine Website existiert bereits und Feedback nehmen wir sehr gerne entgegen. Die ersten Inhalte bereiten wir gerade auf und werden im April mit den ersten Angeboten starten. 

​Auf den Punkt gebracht

​Bildung darf etwas kosten und bringt die höchste Rendite.

  • ​Bildung ist nicht kostenlos. Auch nicht in der Schule.
  • ​Blogger nehmen momentan die Finanzbildung in die Hand.
  • ​​Beziehungs-Investoren und Senkrechtdenker sind unser Beitrag zur Finanzbildung in Deutschland.
[shariff]

Karriere und Kinder: Meine 7 Visionen für mehr Gerechtigkeit

Mitte 20, gut ausgebildet und erfolgreich in den Job gestartet. Frisch verheiratet und in einer schönen Eigentumswohnung lebend. Welche Frage höre ich wohl am meisten derzeit?

Na klar!

„Wann kommt das erste Kind?“ Trinke ich mal keinen Sekt mit oder gucke etwas komisch, kommt die Nachfrage, ob ich etwa schon schwanger sei.

Typische, ausweichende Antworten meinerseits sind:

  • Erstmal muss ich noch ein paar Jahre arbeiten
  • Das ist ja auch eine finanzielle Frage
  • Naja, jetzt fliegen wir im Dezember erst einmal nach Australien und Neuseeland

Ich bin eine moderne, junge Frau – im besten Kinder-Alter und in einer komfortablen Situation (aus finanzieller/beruflicher Sicht) – und wünsche mir Kinder. Ich freue mich darauf, Mike als Vater zu erleben. Warum bin ich noch nicht schwanger?

Es sind die Zweifel, ob es der richtige Zeitpunkt  für eine Elternzeit ist. Ich könnte meine Karrierechancen verbauen. Wie sieht denn eine Berufsauszeit nach nur 2 Jahren im Job aus? Das Elterngeld wäre mit einem etwas höheren vorherigen Einkommen ebenfalls höher.

Also: nächste Gehaltsrunde abwarten – oder lieber zwei? Und wenn ich weiter meine Karriere anstreben würde – wäre das vielleicht schlecht für die Bindung zu meinem Kind?

Dieser Artikel wurde von Marielle verfasst.

Warum dieser Artikel heute noch nötig ist:

Vor wenigen Tagen hat der Hobbyinvestor zur Blogparade mit dem Thema „Soziale Gerechtigkeit“ oder „Ist die Welt fair?“ aufgerufen. Für mich war sofort klar, dass ich mich daran beteiligen will und Müttern Mut machen möchte, dass der Wiedereinstieg und die berufliche Entwicklung mit dem Nachwuchs nicht obsolet werden.

Grundsätzlich empfinde ich den direkten Einfluss der Gesellschaft auf mein bisheriges Leben als gerecht. Allerdings habe ich, als beruflich erfolgreiche Mittzwanzigerin, zunehmend das Gefühl zu einer Entscheidung gedrängt zu werden: Wie soll mein Leben weitergehen? Will ich Karriere machen oder Kinder bekommen?

Kann ich es schaffen, beides zu haben oder muss ich mich entscheiden? Bisher konnte ich in meinem gerechten Umfeld, alles haben, wofür ich mich einsetzte…

Meine Generation und Google sind eng verwoben, sodass wir die Fragen des Lebens erstmal dem Internet stellen. Wie sieht es aus mit den Möglichkeiten für Kinder UND Karriere?

SCHOCK: Ich gebe „Kind und Karriere“ in die Suchmaschine ein. Und das kommt heraus:

  • Als Mutter in der Gender-Falle
  • Vereinbarkeit ist eine Lüge
  • Gleichberechtigung: Kinder oder Karriere
  • Kinder – das Aus für die Karriere?
  • Kind oder Karriere – Kann man beides haben?

5 der ersten 10 Suchtergebnisse sind absolut negativ behaftet und lassen vermuten, dass gilt: Karriere oder Kinder und nicht Kinder und Karriere

Nicht gerade motivierend, selbst ein Kind in die Welt zu setzen, wenn die eigene Karriere gerade erst begonnen hat. Wer will sich im Nachhinein schon ärgern, dass der eine oder andere Monat längeres Arbeiten vor dem Karriereknick aufgrund der Babypause, geholfen hätte um einen besseren Wiedereinstieg zu erreichen oder ein höheres Elterngeld zu erhalten.

Das ist doch unfair! Bis heute konnte ich alles haben: Ich habe das Gymnasium besucht, das ich wollte. Ein Auslandsschuljahr auf meinen Wunsch hin in Neuseeland verbracht. Meine Leidenschaft studiert. Einen herausfordernden ersten Job bekommen. Und jetzt soll ich mich entscheiden müssen?

Karriere oder Kinder.

Dieser Artikel ist ein Experiment. Ich möchte aufzeigen, welche Bedingungen (für mich) ideal wären. Was bräuchte es, dass Kind und Karriere in Deutschland keinen Widerspruch mehr darstellen, sondern für alle Frauen (und Männer) die dies möchten, beides machbar ist. Denn für meinen zukünftigen Sohn oder meine zukünftige Tochter möchte ich als Mutter Vorbild sein und dennoch mein eigenes Glück nicht aufgeben.

Dich erwarten meine 7 Visionen, wie aus Karriere oder Kinder, Kinder und Karriere wird:

Vision 1: Ideale Kinderbetreuung für erfolgreiche Karrieren

In Deutschland hat seit neuestem jedes Kind ab einem Jahr einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz. Jedoch zu extrem unterschiedlichen Preisen – jede Stadt verlangt unterschiedlich hohe Gebühren von den Eltern. Abhängig von der Stundenanzahl und Intensität der Betreuung variiert der Preis mit dem Kind und Karriere parallel möglich werden. Ach und der Ort der Anspruchserfüllung ist auch nicht festgelegt!

Faire Kosten für faire Karrierechancen

Wenn Mütter oder Väter ihr (Teilzeit-)Gehalt für die Kinderbetreuung ausgeben, lohnt sich arbeiten gefühlt nicht mehr. Schweden macht es vor: Kinderbetreuung ist kostenlos und motiviert damit beide Eltern vollzeit arbeiten zu gehen. Denn ihre Leistung lohnt sich und gleicht nicht „nur“ die Zusatzkosten durch das Kind aus.

In einer idealen Welt, wird Kinderbetreuung für jedes Alter kostenfrei angeboten. Selbstverständlich in einer hohen Qualität. Eltern wissen ihre Kinder gut aufgehoben. Beide können sich auf die Karriere konzentrieren, während die Kinder flexibel betreut werden.

Flexible Betreuungszeiten für faire Karrierechancen

Flexibel heißt, dass Kinder auch außerhalb von 08:00-18:00 Uhr in die KITA gehen können. Nachtschichten oder Dienstreisen können durch sogenannte „24h-Kitas“ ermöglicht werden. Das heißt nicht, dass Kinder 24 Stunden fremdbetreut werden. Es bedeutet, dass Eltern unterschiedliche Arbeitszeiten im Rahmen eines festen Stundenkontigents abgedeckt bekommen ohne sich sorgen zu müssen. Karrieren im Schichtbetrieb sind keine Ausnahme und dürfen nicht im Konflikt mit qualitativ hochwertiger, bezahlbarer Kinderbetreuung stehen.

Nach der KITA kommt die Schule. Schulschluss um 11:20 Uhr (wie in meiner ersten Klasse an der Tagesordnung) bringt Mütter nicht mehr in die Bredouille, wenn das Ganztagsschulsystem gut durchdacht und flächendeckend umgesetzt wird. Unterrichts- und Spiel- bzw. Entwicklungszeiten wechseln sich ab. Nicht nur die Eltern haben einen strukturierten Alltag, sondern sind sich sicher, dass auch ihre Kinder die Tage so verbringen, wie es für ihre individuelle Entwicklung ab Besten ist.

Der passende Ort für faire Karrierechancen

Der gesetzliche Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr für Kinder, muss nicht nur flexibel und kostenfrei umgesetzt sein. Der richtige Ort ist ebenso entscheidend! Eltern, die jeden Tag ans andere Ende der Stadt fahren müssen, um ihr Kind zur KITA oder Schule zu bringen, bevor sie in die andere Richtung hetzen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, können weder im Umgang mit den Kindern entspannt sein, noch den Kopf für die Herausforderungen im Berufsalltag frei haben.

Sie verschwenden ihre Energie für die Logistik hinter der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Praktikabel muss die ideale Kinderbetreuung sein! In den meisten Fällen wird dies nicht nur durch flexible Betreuungszeiten, sondern ebenso durch eine wohnungs- oder arbeitsstättennahe KITA oder Schule für den Nachwuchs erreicht.

Vision 2: Anpassungsfähige Arbeitszeiten für bedürfnisorientierte Familienzeit

Arbeitszeitmodelle gibt es heute viele. Neben dem klassischen Vollzeitjob mit rund 40 Stunden Arbeitszeit, gibt es alle möglichen Teilzeit-Varianten. Um fähige Mitarbeiter schnell nach der Elternzeit zurück in den Job zu holen und das mit einer möglichst hohen Stundenanzahl, ist eine hohe Flexibilität vom Arbeitgeber gefragt.

Um die Betreuung der Kinder sicherstellen zu können, sollte Homeoffice eine gleichwertige Alternative darstellen. Ein oder zwei feste Tage könnte von zu Hause gearbeitet werden und an den verbleibenden Tagen ist der Mitarbeiter vor Ort.

Ein spannendes Modell – das flexibel auf den Familienalltag abgestimmt sein kann – ist die Aufteilung der Arbeitszeit in zwei oder mehr zeitliche Blöcke pro Tag. So könnte eine Mutter am Vormittag im Büro sein während das Kind in die KITA geht. Am Nachmittag arbeitet sie aus dem Homeoffice. Selbstverständlich wird sie hier auch Zeit für die Kinderbetreuung benötigen. Dafür können am Abend beispielsweise noch Mails beantwortet oder Konzepte ausgearbeitet werden.

Auch im Krankheitsfall des Kindes, ist Homeoffice oder die Möglichkeiten spontan Überstunden abzufeiern eine willkommene Alternative. Letzteres gilt vor allem für diese Jobs, die nicht von zu Hause erledigt werden können.

Flexibilität und individuelle Lösungen sind gefragt!

Das Entscheidende ist, dass die reine Anwesenheitsdauer nicht auf die Arbeitsqualität schließen lässt. In einer idealen Arbeitswelt, sind Arbeitgeber daran interessiert für ihre Mitarbeiter individuelle Lösungen zur zeitlichen Vereinbarkeit von Familien- und Arbeitszeiten zu finden. Denn ihre Priorität liegt darin, gute Leute im Unternehmen zu halten und von deren Arbeitskraft zu profitieren – nicht deren Kräfte durch Unflexibilität zu rauben.

Vision 3: Weg von der Doppelbelastung hin zur Doppelverantwortung

Duales Studium heißt Ausbildung und Studium = Hohe Leistungsbereitschaft

Job und ehrenamtliches Engagement = Ehrenswert

Kinder und Karriere = Doppelbelastung

 

Siehst Du das Problem?

Drei Kombinationen – zwei davon sind in unserer Gesellschaft positiv besetzt. Eine wird als problematisch angesehen.

Warum werden Kinder und Karriere als Doppelbelastung bezeichnet und nicht etwa als doppelte Verantwortungsübernahme gewertschätzt? Der Mensch ist in der Lage sich auf mehr als nur eine Sache zu konzentrieren. Eben alles zu seiner Zeit.

Ein dualer Student ist entweder arbeiten oder studieren. Die Zeiten sind fest vorgegeben.

Ehrenamt findet in der Freizeit, der Job während der Arbeitszeit statt. Der Fokus verschiebt sich je nach Zeitfenster.

Es ist möglich die Verantwortung für die eigenen Kinder zu tragen und Verantwortung für die eigene Karriereziele zu übernehmen. Durch klare Zeiteinteilung ist beides gleichzeitig möglich!

Eine arbeitende Mutter ist keine Rabenmutter. Im Gegenteil: Sie hat Respekt verdient, dass sie es schafft eine gute Mutter zu sein und ihren persönlichen, beruflichen Erfolg dafür nicht zurückstellen muss. Kinder und Karriere zu vereinen, verdient ein besseres ansehen in unserer Gesellschaft!

Vision 4: Fließendere Übergänge zwischen dem Leben mit Kindern und der Karriere

Mein Wunsch ist es, nicht zwei separate Leben – eines im Job und eines mit meiner Familie – zu führen, sondern beides zu vereinen.

Es ist heute in vielen Berufen selbstverständlich (immer) erreichbar zu sein. Umso höher Du auf der Karriereleiter steigst, desto öfter ist es der Fall, dass Du am Wochenende einen dringenden Anruf entgegennimmst oder am Abend noch Mails vom heimischen Sofa versendest. Der Job wird also Teil des Privat- und Familienlebens.

Ob das gut ist, darüber können wir uns an anderer Stelle streiten. Aus meiner Sicht ist es ab einer gewissen Stellung kaum mehr vermeidbar. Die Frage muss dann eher sein: Warum geht es so herum, aber nicht andersherum?

Wenn die beruflichen Mails mit ins Privatleben kommen, warum kommen die Familiensorgen nicht mit ins Berufsleben?

Die KITA streikt – selbstverständlich kann ich die Kinder mit ins Büro nehmen, denn es gibt einen separaten Raum inkl. Betreuung, in dem sie spielen können, während ich wichtige Meetings habe.

Eine Geschäftsreise zu Vertragsverhandlungen in Frankreich steht an. Logisch, dass meine Familie mitreist. Während ich arbeite, schaut mein Mann mit den Kindern die Stadt an. Am Wochenende verbringen wir die beiden Tage noch gemeinsam und genießen den Kurzurlaub.

Private Telefonanrufe während der Arbeitszeit zu tätigen – sei es zur Arztterminvereinbarung oder Betreuungskoordination für die Kinder – ist genauso wenig ein Problem, wie kurzfristige Arbeitszeitverschiebungen aufgrund von privaten Terminen. Denn die Arbeitszeit wird an anderer Stelle auf vertrauensbasis nachgeholt – vielleicht am kommenden Samstag, wenn die Kinder ohnehin in den Zoo mit Oma fahren?

Diese Vision ist Geschmackssache

Vielleicht ist Dir die Trennung zwischen Beruf und Familie sehr wichtig. Mir geht es anders.

Ich arbeite sehr gerne und nehme meine beruflichen Probleme oder Aufgaben oft mit nach Hause – wenn auch nur im Kopf oder für den Austausch mit Mike. Andersherum mache ich es bisher kaum – mal einen Arzttermin von der Arbeit aus vereinbaren oder mit meiner Mutter ein paar Whats-App-Nachrichten austauschen, okay. In einer perfekten Welt, ist mein Aufgabenbereich so klar abgesteckt, dass lediglich die Zielerreichung zählt – nicht aber, ob ich diese in 35 oder 45 Stunden vom Bürostuhl oder dem heimischen Sofa mit dem Kind auf dem Arm oder gebremst durch Gedanken ans Kind in der Krippe erreiche.

Karriere

Vision 5: Keine Angst vor der Rente und der ominösen Wiedereingliederung

  • „Mütterrente gleicht Verluste nicht voll aus“
  • „Besonders Frauen von Altersarmut betroffen“
  • „Weniger als 30 Stunden machen in Teilzeit gar keinen Sinn“

Drei Aussagen – drei Mal sind die Kinderbetreuungszeiten das Problem.

 

Arbeiten für die Rente

Wenn Kinder und Karriere vereinbar sein sollen, dann darf die Angst vor der eigenen geringen Rente aufgrund der Babypause nicht der treibende Faktor für eine Frau sein, zurück in den Beruf zu wollen.

Wer zurückkehren muss, wird nicht wirklich produktiv sein können. Die Gedanken sind eher beim Kind als beim Job und Schuldgefühle nehmen in vielen Fällen überhand.

Arbeiten aus Motivation

Damit das „Zurück in den Job“ motivierend für die Frau (oder auch den Mann) sein kann und sie dies von sich aus anstrebt, muss die Rückkehr mit positiven Gefühlen besetzt werden. Arbeitgeber stehen in der Verantwortung adäquate Stellen anzubieten.

Schon heute existiert der Anspruch auf eine gleichwertige Stelle – doch wie oft hörst Du von Frauen, die plötzlich andere Aufgaben haben, in einer anderen Abteilung sitzen und neue Kollegen bekommen. Ohne, dass sie dies als gleichwertig oder wertschätzend empfinden.

Anerkennung von Kinderbetreuungszeiten

Wirklich gerecht wäre eine Gesellschaft, in der Kinderbetreuungzeiten für die Rente zählen wie Arbeitszeiten.

Es darf keine entweder/oder Entscheidung sein, sondern muss eine wirklich individuelle Entscheidung sein, ob, in welchem Umfang und wann eine Frau nach einer Babypause wieder arbeiten möchte.

Die praktische Umsetzung ist eine schwierige Frage.

Was tun mit den Frauen, die ihren Job vorher nicht mochten und jetzt nicht mehr zurückkehren müssen, weil ihnen die Zeiten gleichwertig für ihre Rente angerechnet werden?

Muss hier ein Ausgleich geschaffen werden? Sind Kinder und vor allem mehr Kinder für unsere Gesellschaft ebenso förderlich wie eine 40h-arbeitende Frau?

Der Zeitpunkt, wann die Produktivität (ob im Kinderkriegen und -erziehen oder durchs Arbeiten) für die Gesamtwirtschaft „wirkt“, verschiebt sich. Allerdings bringen sowohl die direkte Arbeit der Frau als auch ihr Einsatz für mehr Kinder der Gesellschaft einen Mehrwert.

In Kombination mit freier Kinderbetreuung hat die Frau bei voller Anerkennung ihrer Arbeitskraft (ob für die Kindererziehung anstelle der Nutzung der kostenfreien Betreuung oder für einen Arbeitgeber) für ihre Rente, die Wahl!

Diese Freiheit wird zu mehr Kindern und zu mehr weiblichen Karrieren führen – davon bin ich überzeugt.

Vision 6: Hilfe annehmen und die eigenen Leistungen wertschätzen

Instagram und Co. machen es vor: Frauen können liebende Mütter, erfolgreich im Job, sportlich aktiv und natürlich noch eine liebende Ehefrau sein. Dabei sieht die Wohnung immer fototauglich aus! Kind und Karriere parallel ist für diese Supermamas ein Kinderspiel.

Ist das ein wirklich realistisches Bild? Sollten wir uns nicht eingestehen, dass es immer eine Frage der Priorisierung ist? Wie schaffen diese vermeintlich perfekten Frauen all das in nur 24 Stunden? Schlafen und essen sie nicht?

Die Realität

Wer Kinder und Karriere wirklich miteinander vereinen möchte und gleichzeitig auch noch die Beziehung pflegen, sich selbst nicht aus den Augen verlieren und den Haushalt schmeißen will, kommt in der Realität schnell an eine Belastungsgrenze. Und das geht jedem so!

Egal, ob Mann oder Frau. Niemand kann in allen Bereichen 100 % (und darüber hinaus) geben und sich jeden Hut aufsetzen.

Die Vision

Und genau dies sollte die Gesellschaft auch vermitteln. Nicht dieses vermeintlich perfekte Ideal abbilden, das ohnehin nicht erreichbar ist, und damit Müttern ein schlechtes Gefühl geben.

Vielmehr sollten Frauen dazu erzogen werden, dass sie ihre eigene (berufliche wie private) Leistung anerkennen können, zufrieden mit sich sind und am Abend nicht darüber nachdenken, was sie alles nicht geschafft, sondern was sie an dem Tag geleistet haben.

Es ist keine Schande, eine Putzhilfe zu benötigen, einen Babysitter für mehr Paarzeit einzustellen oder die beste Freundin um Hilfe zu bitten.

Im Gegenteil!

Es zeugt von Größe, priorisieren und Hilfe annehmen zu können.

Beides – sowohl Hilfe zu benötigen als auch Dinge nicht zu schaffen sind in unserer Gesellschaft mit dem Stigma des Scheiterns behaftet.

In meiner Zukunftsvision ist dies nicht mehr der Fall – es ist normal, dass jeder andere Stärken und Expertisen hat und das ist auch gut so.

Vision 7: Kinder als wertvoller Teil der Gesellschaft anstelle von süßen Karrierekillern

Mit 1,95 Kindern pro Frau (mehr als ein halbes Kind mehr als bei deutschen Frauen) und der höchsten Zufriedenheitsrate liegt Norwegen ganz vorne im internationalen Vergleich. Worin liegt der Unterschied zwischen diesem Land und Deutschland?

Elternförderung und Kinderbetreuung sind gesellschaftlich vollkommen anerkannt. Es ist selbstverständlich, dass Väter am Spätnachmittag nach Hause gehen, um Zeit mit den Kindern zu verbringen.

Von schwedischen Kollegen in meinem eigenen Unternehmen habe ich gelernt, dass es in Schweden sogar als verwerflich angesehen wird, wenn ein Vater dies nicht tut und die Vermutung entsteht er wolle keine Zeit mit seinen Kindern verbringen.

Auch in den skandinavischen Ländern arbeiten Mütter meist Teilzeit und die Väter Vollzeit. Ist das besser als bei uns?

Ich denke ja – denn die Zahl Vollzeit-arbeitender oder arbeitender Mütter ist insgesamt deutlich höher als bei uns. Zusammen mit der hohen Zufriedenheitsrate spricht alles dafür, dass diese Eltern nicht arbeiten, weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen und können.

Dass es im Norden eher Kinder und Karriere heißt als bei uns, liegt an den deutlich besseren Rahmenbedingungen.

Eltern können individuell entscheiden, wie sie Familien- und Arbeitszeit gestalten möchten. Die Gesellschaft sieht Kinder nicht als „Störfaktor“ für die Karriere, sondern sie gehören dazu. Diese Flexibilität und Offenheit wirken motivierend.

Eltern, die gerne Karriere machen möchten, können dies weiterhin tun. Arbeitgeber schätzen Eltern und es ist selbstverständlich, dass für beide Lebensbereiche genug Zeit sein muss. Es ist alles eine Frage der Organisation!

In einer solchen Welt möchte ich Karriere und Kinder miteinander vereinbaren – wenn es doch nur dort oben nicht so kalt wäre 😉

Fazit: Visionen für mehr Gerechtigkeit?

Die sieben vorgestellten Visionen, Träume, Ideen, Gedanken oder wie Du es bezeichnen magst, würden für mich perfekte Rahmenbedingungen bieten, um sagen zu können: „Ja ich will Kinder und ich kann sofort aufhören den perfekten Zeitpunkt zu suchen; denn jeder Zeitpunkt ist gut.“

Warum ist dieser Artikel Teil der Blogparade des Hobbyinvestors?

Es soll doch um soziale Gerechtigkeit und die Frage „Ist die Welt fair?“ gehen.

Der Punkt: „Bekommen wir ein Kind und wann“ ist für mich die erste Situation in meinem Leben, in der ich mich ungerecht von der Gesellschaft behandelt fühle. Ich empfinde, dass es nicht sozial gerecht zugeht in Deutschland, wenn es an diese Entscheidung geht.

Ich bin gut ausgebildet und habe beste Karrierechancen. Aber ich empfinde enorm hohen sozialen Druck, den richtigen Zeitpunkt für Kinder zu finden. Denn ich arbeite gerne und möchte beides – Kinder und Karriere.

Mit den derzeitigen Rahmenbedingungen, muss ich mich aber zumindest zum Teil entscheiden.

Ja – ich bin in einer komfortablen Situation, da ich ein Elterngeld nur wenige 100 Euro unter der Höchstgrenze erwarten könnte. Zusätzlich verdienen wir beide recht identisch und ich habe einen Mann, der selbst sehr gerne Elternzeit nehmen möchte.

Alternativen?

Rational betrachtet könnte ich jetzt erst noch ein paar Jahre Karriere machen, einen noch höheren Elterngeld-Anspruch erzielen und aus einer höheren Position heraus in die Elternzeit gehen. Alternativ kann ich zeitnah ein Kind bekommen und damit die Priorität auf mein privates Glück legen.

Bei einer schnellen Rückkehr, in den Beruf (um weiterhin mit Spaß an meiner Karriere arbeiten zu können), kann ich mir in beiden Fällen schon jetzt den „Rabenmutter-„Stempel abholen und anfangen für eine teure Kinderbetreuung zu sparen. Die Rahmenbedingungen in Deutschland verführen dazu, spät Mutter zu werden. Und weniger Kinder zu bekommen. Denn finanziell sind die Nachteile enorm, früh oder viele Kinder zu bekommen. Kein Wunder, dass Deutschland eine geringe Geburtenanzahl hat.

Fair ist das nicht. Es ist wie so vieles im Leben eine Frage der Priorisierung.

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Hallo,

eine Blogparade wie für uns gemacht – Geld und Partnerschaft ist das Thema, das die Damen von Klunkerchen vorgegeben haben. Vom Aufruf bis zu unserem Beitrag hat es dennoch etwas gedauert – wir waren etwas länger im Denkteich als sonst.

Wir haben schon mehrfach über wichtigte Aspekte des Geldes in der Partnerschaft geschrieben. Es ging darum, warum Du mit Deinem Partner über Geld reden solltest, wie Ihr gemeinsam investieren oder Eure Finanzen in Eurer Ehe oder Beziehung organisieren könnt.

Alles wichtige Themen. Also welchen Aspekt für diese Blogparade herausgreifen?

Wir haben uns entschieden, unser Geldverhalten in unserer Beziehung anhand der verschiedenen Verwendungsbereiche unserer Einkünfte zu betrachten – inklusive einer kritischen Selbstreflektion.

Ganz nebenbei werden wir die Fragen der Blogparade beantworten. Soll ja alles seine Richtigkeit haben!

Los geht’s!

 

Unser Umgang mit Geld in der Partnerschaft

In den letzten 7,5 Jahren unserer Beziehung, von denen wir 5,5 Jahre zusammenleben und ganze 2 Monate verheiratet sind, haben sich bei uns folgende 4 Bereiche herauskristallisiert, in die unser Geld Monat für Monat wandert: Haushalt, Ersparnisse, Immobilie und Investitionen am Aktienmarkt

 

Haushalt & Alltagsausgaben als Paar

Diesen Bereich kennst Du sicher. Da lebt man (als junges Paar vielleicht das erste Mal) mit jemandem anderen als der eigenen Familie zusammen und plötzlich ist Geld ein Thema. Denn es muss besprochen werden, wer welche Kosten trägt und ausgehandelt werden, was für beide Seiten fair ist.

 

Unser Umgang mit Geld im Haushalt und Alltag

Mike und ich verdienen aus unserem Angestelltenjob fast gleich viel. Aufgrund eines deutlich höheren Gesamtvermögens kassiere ich aufs Jahr gesehen höhere Einnahmen (bspw. aus Dividenden) als Mike.

Direkt zu Beginn unseres Zusammenziehens haben wir entschieden, dass wir alle gemeinsamen Ausgaben für Einkäufe, das Internet, den Rundfunkbeitrag oder die Miete 50:50 aufteilen. Zu Beginn haben wir eine Liste geführt, nach relativ kurzer Zeit haben wir uns für ein gemeinsames Konto entschieden.

Auf dieses Konto überweisen wir beide den identischen Betrag. Im Supermarkt zahlen wir mit der passenden EC-Karte. Beim gemeinsamen Essen gehen ebenso. Auch wenn wir für gemeinsame Freunde oder ein Familienmitglied ein Geburtstagsgeschenk kaufen oder ein neuer Fernseher nötig wird, wird es von diesem Konto beglichen.

Alle „privaten“ Ausgaben (Kleidung, Geschenke für den Partner, Bahntickets, etc.) zahlen wir weiterhin von unseren eigenen Konten, auf denen der Großteil unserer Einkünfte bleibt. Das gemeinsame Konto ist klassischerweise am Monatsende ziemlich leer – denn jeden Monat fallen fast identische Ausgaben an.

 

Ist das fair?

Nicht viel, aber ein bisschen verdiene ich mehr als Mike. Noch dazu die höheren Dividenden. Da müsste ich doch mehr zum Haushalt beisteuern oder?

Andererseits isst Mike wohl ein bisschen mehr als ich. Und meine Ausgaben für die Arbeit (Bahnticket nach Frankfurt, schickere Kleidung und das teurere Fitnessstudio neben dem Büro) sind höher als seine – er kann schließlich in seinen Alltagsklamotten und mit dem Fahrrad zur Arbeit (und zum günstigeren Fitnessstudio) kommen.

Mit unserem Zusammenziehen haben wir uns das erste Mal entschieden eine Gemeinschaft zu bilden. Spätestens mit unserer Hochzeit ein zweites Mal. Jeden Cent gegeneinander aufzurechnen, wird nie funktionieren. Es fühlt sich für uns beide fair an, dass jeder den selben Betrag auf das gemeinsame Konto überweist und, dass dieses nur für gemeinsame Ausgaben gedacht ist.

Dieses Vorgehen planen wir erst zu ändern, wenn sich die Rahmenbedingungen (beispielsweise der Gehaltsunterschied) gravierend ändern.

Ersparnisse / Tagesgeldkonto in der Beziehung

Am Monatsende ist das gemeinsame Konto leer.

Die Waschmaschine ist kaputt.

Was passiert, wenn – trotz einer generellen 50:50-Regelung, einer den benötigten Betrag gerade nicht zur Verfügung hat? Wer geht nun an seine Ersparnisse für den Ersatz? Und der gemeinsame Urlaub fällt dieses Jahr auch wieder flach, weil Ihr unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten habt?

Umgang mit Geld

 

Unser Umgang mit Geld beim Sparen

Grundsätzlich spart bei uns jeder für sich. Da wir bisher immer viel wert darauf gelegt haben voneinander unabhängig zu bleiben, ist auf unser gemeinsames Konto nur das nötigste geflossen.

Größere Beträge sind in den letzten 5,5 Jahren kaum angefallen. Zwei Bücherregale: Jeder hat eines gezahlt. Ein neuer Fernseher (für 150 Euro) konnte von den Überbleibseln auf dem gemeinsamen Konto gedeckt werden.

Wäre der Fall eingetreten, dass etwas anderes kaputt geht, hätten wir ebenso 50:50 gesplittet. Esseidenn einer von uns legt Wert darauf, dass es sich um seinen (bspw. ein neuer PC-Bildschirm für einen von uns) oder den Gegenstand des anderen (bspw. mein Auto) handelt. Streit hatten wir diesbezüglich noch nie.

Nach unserer Hochzeit haben wir uns entschlossen dennoch ein gemeinsames Tagesgeldkonto zukünftig zu füllen – für genau diese Dinge. Und vor allem auch für Phasen, in denen einer von uns vielleicht übergangsweise nicht mehr so viel verdient, ihm / ihr aber dennoch 50 % der Neuanschaffung gehören soll. Hierauf zahlt jeder von uns seit dem vergangenen Monat 10% seiner monatlichen Einnahmen.

Vorerst werde ich also mehr einzahlen als Mike – aufgrund des etwas höheren Einkommens und der höheren Dividendeneinnahmen.

Allerdings wird sich dieses Verhältnis irgendwann umkehren. Denn der Mutterschutz und die Elternzeit werden Einkommenseinbußen für mich mit sich bringen oder Mike wird einen phänomenalen Job haben oder ein florierendes Unternehmen gründen.

Wäre da noch die Frage des gemeinsamen Urlaubs!

Bisher teilen wir auch hier die Ausgaben 50:50 auf. Damit dies – auch in Zeiten von großen Einkommensunterschieden – möglich ist, besprechen wir, was wir uns vorstellen und kommen meist auf einen Nenner, sodass jeder das Wunschziel zum Wunschpreis kennenlernen kann. Ist dies einmal nicht der Fall, ist es für uns auch kein Problem, einmal ohne den anderen zu verreisen.

So mache ich beispielsweise alle 1-2 Jahre einen Urlaub mit einer meiner Freundinnen. Denn für All-Inclusive-Entspannungsurlaub ist Mike nicht bereit sein Geld auszugeben – ich finde das aber manchmal ganz toll. Diese Lösung erspart ihm Unzufriedenheit (nicht nur aus finanziellen Gründen) und bringt mir eine Befriedigung meines Bedürfnisses nach solchen Reisen.

 

Ist das eine faire Geldaufteilung in der Beziehung?

In der Zeit, in der wir unsere ersten gemeinsamen Anschaffungen getätigt haben, war die 50:50-Regelung super. So blieb für jeden von uns das Gefühl der Unabhängigkeit – wir hätten uns jeder Zeit trennen und unserer Wege gehen können. Jeder hätte ein Bücherregal bekommen und wegen des Fernsehers hätten wir uns schon geeinigt.

Mit zunehmender Beziehungsdauer werden die Ausgaben sicherlich steigen. Wir haben uns festgelegt, dass wir die Zukunft gemeinsam bestreiten möchten – in guten wie in schlechten Zeiten. Das Committment zueinander ist (nicht erst seit unserer Hochzeit) deutlich höher als zu Beginn.

Unsere – noch ganz neue – Regelung zum Aufbau gemeinsamer Ersparnisse empfinden wir daher als sehr fair. Wir hoffen, dass wir durch den gemeinsamen Ersparnisaufbau auch in kritischen Situationen immer genügend Geld in der Hinterhand haben, um Krisen ums Geld gar nicht erst entstehen lassen zu müssen.

Den Praxistest machen wir in den kommenden Monaten und Jahren – in Stein gemeiselt ist nichts, für den Anfang fühlen wir uns wohl.

 

Wohnung & Immobilieninvestitionen als Paar

Die Miete oder Rate für Immobilien zahlt in vielen Beziehungen der Partner mit dem höheren Einkommen. In anderen gibt es eine bestimmte Verteilung und in wieder anderen werden sich auch diese Ausgaben 50:50 geteilt. Was passiert, wenn Ihr gemeinsam in Deiner Eigentumswohnung lebt? Wer zahlt Instandhaltungskosten, wenn die Wohnung Dir gehört, Deine Frau / Dein Mann mietfrei bei Dir lebt?

 

Unser Umgang mit Geld fürs Wohnen und Investieren in Immobilien

In diesem Aspekt unterscheiden wir zwischen zwei Bereichen: Unsere momentane Wohnsituation und zukünftige Immobilien, die wir kaufen möchten.

 

Fall Nr. 1 – unser Zuhause

Wir wohnen in einer Eigentumswohnung. Diese hat ursprünglich meine Mutter gekauft und uns günstig vermietet. Inzwischen gehört die Wohnung offiziell mir. Da meine Mutter noch den Kredit abbezahlt, zahlen wir ihr weiterhin Miete – Niesbrauch, der für beide Seiten Vorteile hat.

In der (wenige Monate andauernden) Zeit, in der Mike noch seine eigene Wohnung hatte, aber fast nur bei mir war hat jeder seine Miete gezahlt. Ab dem Moment, in dem er final eingezogen ist, haben wir diese 50:50 geteilt. Das machen wir bis heute so.

Auch kleinere Instandhaltungskosten (beispielsweise neue Farbe für die Wand) haben wir gemeinsam bezahlt. Noch zu überlegen ist, wie wir das weiter handhaben, wenn der Kredit abbezahlt ist und wir keine Miete mehr zahlen. Um uns darüber Gedanken zu machen, haben wir noch 4 Jahre Zeit.

Esseidenn wir ziehen vorher aus – denn dann werde ich die Wohnung vermieten. Wer dann die Mieteinnahmen bekommt und die Instandhaltungskosten und Rücklage zahlt, müssen wir uns überlegen.

Vielleicht einigen wir uns darauf, die Mieteinnahmen für die Deckung unserer neuen Mietkosten zu nutzen und die Kosten weiterhin gemeinsam zu tragen. Vielleicht entscheiden wir, dass ich alles bekomme und dafür auch alles selbst finanzieren muss.

Kommt Zeit, kommt Rat heißt es so schön. Wir vertrauen darauf, dass sich eine Regelung finden wird, wenn es so weit ist.

 

Ist das fair?

Wir finden schon. Bisher waren diese Kosten tatsächlich nie ein Thema. Ganz ohne Diskussion hat sich die Situation ergeben, wie wir sie jetzt seit 5 Jahren leben.

Das Thema wird aber noch einmal zu einem beherrzten Austausch führen. Denn eine derart niedrige Miete und komfortable Situation wie derzeit, werden wir nicht unser restliches gemeinsames Leben haben.

Unsere Optionen behalten wir im Hinterkopf und besprechen sie, wenn es so weit ist.

 

Umgang mit Geld

 

Fall Nr. 2 – zukünftige Investitionen

In diesem Jahr standen wir zwei Mal kurz davor eine Immobilie zu kaufen. Leider hat es beide Male nicht geklappt. Jedoch steht der Kauf eines Vermietungsobjektes weiterhin oben auf unserer Prioritätenliste für die nahe Zukunft.

Bei der Finanzierung der Kreditrate werden wir ohne weiteres 50:50 machen können. Bei dem anfänglich einzubringenden Eigenkapital sieht es allerdings ganz anders aus!

Es wird stark darauf ankommen, wie teuer das Objekt ist. Je nach Summe, werden wir eventuell keine gleich großen Summen aufbringen können und entsprechend eher 60:40 oder sogar 80:20 kaufen. Da wir die Arbeit und Einnahmen jedoch schwierig 70:30 aufteilen können, müssen wir  je nach Fall eine passende Lösung finden.

 

Wird das fair sein?

Beim ersten Objekt, hätten wir 50:50 machen können. Hier wäre also kein Diskussionspotential gewesen. Denn wir hätten uns auch jeweils die Hälfte der Immobilie im Grundbuch zugeschrieben. Im Falle eines Verkaufes (oder schlimmer einer Trennung) wäre eine saubere Aufteilung möglich gewesen.

Beim zweiten Objekt hätten wir das anfängliche Eigenkapital 70:30 eingebracht. Da wir den Kredit zu gleichen Teilen abzahlen und identischen Aufwand in die Wohnung stecken wollten, habe ich mich zu Beginn nicht wohl gefühlt von Mike zu verlangen, dass ihm dennoch nur 30% der Wohnung laut Grundbuch gehört hätten.

In einem offenen Gespräch über diese Bauchschmerzen, hat er mir jedoch glaubhaft versichert, dass er dies für durchaus fair empfindet. Denn von der Wertsteigerung würde er zwar im Falle eines Verkaufes weniger profitieren – aber er hatte ja auch nur 30% eingebracht. Von den Einnahmen (aus der Vermietung) würde er jedoch zu 50% partizipieren, weswegen es auch fair sei, dass er 50% des Restkredites mit abzahlt.

Diese Gedanken sind bisher leider hypothetisch. Wir sind dennoch froh, dass wir damit beschäftigt haben. Im Fall, dass wir ein passendes Investitionsobjekt finden, können wir schneller handeln, da zwischen uns die Front geklärt ist.

 

Investitionen in Aktien und ETFs

Haushaltsausgaben, Mietkosten und das Sparen für den Notgroschen ist erfolgreich abgehakt. Jetzt geht es ans investieren in Aktien und ETFs. Zumindest bei uns!

 

Unser Umgang mit Geld beim Investieren

Lange Zeit haben wir dieses Thema getrennt voneinander bearbeitet. Mike hat seine ersten Aktien gekauft. Ich habe das von meinen Eltern an mich vererbte Depot beobachtet und ab und an etwas verkauft und etwas anderes gekauft.

 

Unser Vorgehen mit Investitionen in Aktien

2014 haben wir uns mehr gemeinsam mit der Aktienauswahl und Unternehmensanalyse beschäftigt. Wir haben festgestellt, dass wir uns in unseren Expertisen gut ergänzen.

Heute ist Mike verantwortlich für die Recherchearbeit (also das Lesen der Geschäftsbereichte von interessanten Unternehmen) und technische Umsetzung (unserer Levermann-Tabelle) und ich bin der praktische Umsetzer (Support beim Auswerten unserer Levermann-Tabelle, Durchrechnen des konkreten Investments und oft dem Setzen der Order).

Wenn wir in dieselben Aktien investieren, tragen wir die Investitionssummen und damit die Anteile, die jedem von uns gehören in eine Excel-Liste ein. Kommt es zu Dividendeneinnahmen teilen wir diese anhand der Eigentumsverhältnisse auf. Verkaufen wir die Aktie, verfahren wir genauso.

Die erworbenen Aktien liegen in einem gemeinsamen Depot. Es gehört Vertrauen dazu, dass keiner eine Entscheidung ohne den anderen trifft und umsetzt.

Andererseits ist der gemeinsame Zugriff für „Notsituationen“ auch Gold wert – die Situation kennen wir glücklicherweise noch nicht aus unserer Beziehung; jedoch aus dem sehr nahen Umfeld. Entsprechend trägt es auch zur Beruhigung bei, zu wissen, dass der Partner im Fall des Falles, auf einen Teil des gemeinsamen Vermögens zugreifen kann.

Unser Vorgehen mit Investitionen in ETFs

Seit Dezember 2015 baut Mike ein ETF-Depot auf. Ich mache dies ebenso seit April 2016. Wir investieren per Sparplan – in unterschiedlicher Höhe – in teilweise dieselben und teilweise unterschiedliche ETFs. Neulich haben wir unser ETF-Depot in einem separaten Artikel vorgestellt.

Einig sind wir uns darin, dass wir die ETFs für unsere Altersvorsorge vorsehen. Wir möchten hier über einen langen Zeitraum vom Zinseszins profitieren und über viele Jahre kontinuierlich investieren. Im Alter möchten wir uns aus dem Verkauf oder der Umschichtung in ausschüttende ETFs (oder Dividenden-Aktien) eine Zusatzrente zur Verfügung haben.

Wir werden diese Investitionen weiterhin in unseren individuellen Depots belassen und den selbst festgelegten Betrag investieren. Mike erhöht seinen Betrag jährlich um 5 Prozent. Ich bin direkt mit einem höheren Betrag gestartet und plane diesen dafür beizubehalten. Mike wird mich irgendwann in der absoluten Höhe überholen.

Mike ist 30, ich bin 25 Jahre. Der Zeitpunkt an dem wir auf das investierte Geld zugreifen möchten, ist noch sehr weit weg. Selbstverständlich gehen wir nicht davon aus, dass wir uns vorher trennen. Allerdings ist es ein so langer Zeitraum, dass wir ihn uns kaum vorstellen können und wollen. Entsprechend fühlt es sich gut an, die Altersvosorge unabhängig voneinander aufzubauen. Wenn wir uns am Ende gemeinsam einen schönen Lebensabend davon finanzieren können, freuen wir uns. Logisch!

 

Ist das fair?

Da wir bei den Aktien von Anfang an alles dokumentiert haben, empfinden wir die Lösung als sehr fair. Wir profitieren voneinander und haben dennoch unsere Unabhängigkeit und das individuelle Vermögen in gewisser Weise geschützt. Gemeinsam glauben wir, dass wir eine höhere Rendite schaffen als alleine. Dennoch behält jeder sein Vermögen – gerade aufgrund unserer sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen ist das mir besonders wichtig.

Durch die genaue Dokumentation bei den Aktien und die getrennten ETF-Depots ist für mich – trotz der Vetrautheit und der gemeinsamen Zukunftsplanung – ein Gefühl geblieben von „ich kann auch alleine“ und „ich muss nicht bei ihm bleiben“ – dieses führt dazu, dass ich bleiben will. Das kennst Du vielleicht – etwas müssen, ist deutlich blöder, als etwas zu wollen.

Durch das gemeinsame Investieren, kann Mike trotz zu Beginn deutlich niedrigerem Investitionskapital in mehrere verschiedene Werte investieren und profitiert von unserer gemeinsamen Arbeit. Zusätzlich muss er sich nicht mit mir über die Höhe der Dynamik bei der ETF-Sparrate streiten – denn die kann er selbst festlegen, ohne mich zu fragen.

 

Status quo – sind wir zufrieden mit unserem Umgang mit Geld?

Haushalt, Rücklagen, Immobilien und Aktien – unser Geldfluss hat viele Abzweigungen und viele Gesichter.

Zumindest die ersten beiden Punkte sind für langjährige Paare ebenfalls essentiell. Und selbst diese splitten sich in Essen, Reisen, Anschaffungen, Schäden und vieles mehr auf.

Unser Umgang mit Geld ist durch zwei Hauptmerkmale gekennzeichnet:

  1. Wir dokumentieren unsere Geldverhältnisse klar.
  2. Wir reden über unsere Regeln, Arrangements und Rahmenbedingungen offen und wiederkehrend.

Somit können wir unter alle Punkte einen Haken bei Fairness und einen weiteren bei Zufriedenheit setzen.

Wie handhabt Ihr Euren Umgang mit Geld? Könnt Ihr Parallelen zu unserem Vorgehen ziehen oder unterscheidet Ihr Euch in einigen Punkten deutlich von uns?

Viele GrüßeMarielle

Unsere Leseliste zum Thema „Geld und Partnerschaft“:

„Liebes Geld – vom letzten Tabu in Paarbeziehungen“ von Michael Mary

„First comes love, then comes money“ von Bethany und Scott Palmer

„Der entspannte Weg zum Reichtum“ von Susan Levermann 

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Geld ohne Arbeit: Die 4 größten Lügen des passiven Einkommens

Bevor Du beginnst diesen Artikel zu lesen, schaue Dir das 14-sekündige Video an.

Hast Du es gesehen?

Ja?

Gut.

Wenn Du selbst nicht arbeiten willst (den Stift bewegen), dann muss Deine Handlung (Stift anstarren) einen Anreiz bieten (Irritation), damit jemand anderes die Arbeit für Dich erledigt (Stift bewegen lassen).

Menschen reden und schreiben über passives Einkommen oder davon, dass sie nicht mehr arbeiten um Geld zu verdienen. Was sie wirklich meinen, hat Phoebe gerade verdeutlicht.

Papier ist geduldig – das Internet vergisst Nichts. Kein Wunder, dass die vier größten Lügen hartnäckig geteilt, geteilt und geteilt werden.

Dieser Artikel wurde von Mike für Dich verfasst.

Inspiration das Thema aufzugreifen lieferte die Blogparade von FreakyFinance und dem passenden Kongress der Vermögens-Akademe von Eva Abert.

Lüge Nr. 1: Geld ohne Arbeit – die größte Lüge

Phoebe musste nicht arbeiten während der Stift sich bewegte, korrekt?

Dafür musste Phoebe arbeiten bevor der Stift sich bewegte.

Ihre Arbeit bestand darin, den Stift intensiv anzuschauen. Zu warten bis sich jemand zu ihr setzte. Sie fragte, was sie vor hat. Erzählen was ihr Bestreben ist. Und hoffen, dass die andere Person den Stift bewegt.

Geld ist wie der Stift.

Das Geld, das in Zukunft auf Dein Konto fließen soll, liegt auf einem anderen Konto. In einem anderem Geldbeutel. Oder auf dem Tisch vor Deiner Nase.

Und da wird es vor sich hin rotten, bis es bewegt wird.

Du siehst es gibt keine Möglichkeit das Geld zu bewegen, außer dass Arbeit investiert wird. Dies gilt sogar, wenn…

(1) Wind das Geld in Deine Hände weht

​Ja, jetzt hast Du nichts mehr dazu beigetragen. Das Geld flog in Deine Hände.

Doof nur, Du musst das Geld zurückgeben. Das war’s also schon wieder mit dem passiven Einkommen.

Sind wir mal ehrlich: Wie oft passiert das in 80 Jahren? Damit es sich rentiert, muss es in den ersten 40 Jahren passieren und der Betrag hoch genug sein, dass Du weitere 40 Jahre leben kannst.

(2) Mami oder Papi haben das Vermögen erarbeitet

​​Als Spiegelbild der gesellschaftlichen Abneigung gegenüber Reichtum hast Du in jungen Jahren reich geerbt.

Um Dich nicht als Vollwaise darzustellen, nehmen wir an, Deine Eltern zahlten Dir Dein Erbe vorab mit 30 aus.

Wahrlich passiv. Du musstest keinen Finger krumm machen. Jemand anderes hat die Arbeit für Dich übernommen.

Deine einzige Aufgabe? Gib das Geld nicht zu schnell aus, sodass es bis zum eigenen Tod reicht.

Leider auch falsch gerechnet. Du hast Dir das Geld verdient, indem Du das Vertrauen Deiner Eltern gewonnen hast. Oder, indem Du in jungen Jahren ​den Rest Deines Lebens ohne Eltern verbringen musst.​

 

Merke Dir: Ohne Arbeit wirst Du kein Geld bekommen

​Du hast keine Chance Geld zu generieren, ohne dafür einen Finger zu krümmen. Aus der Traum vom Leben als Bankwärmer.

Wenn Du unzufrieden bist, was Du in der Stunde verdienst, dann schaue Dir Lüge Nr. 2 an.

Reich werden? Finanziell frei sein?​ Dir bleibt nichts anderes übrig als die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken. Mehr schuften als alle anderen schuften. Und dabei nicht vergessen: Du brauchst einen Mehrwert für andere – ein Loch buddeln und wieder zu schütten, hilft zu wenigen Menschen.

Ähnlich deutlich hat es Felix ausgedrückt: Klingt halt schön. Mehr aber nicht.

Lüge Nr. 2: Die Formeln mit denen Du Geld verdienst, ohne zu arbeiten

 

Im Netz kursieren drei Formeln. Zwei versprechen passives Einkommen und werden als Beweis für grenzenlose Geldströme verwendet.

Die Dritte gilt es zu überwinden, zu bekämpfen und hinter sich zu lassen. Denn sie bringt die wahren Nachteile mit sich.

Auch das ist völliger Bullshit – hier ist die zweite Lüge und wieso Du ohne Arbeit kein Geld verdienen kannst.

 

Formel 1: Einkommen = eingesetztes Kapital x Rendite

Life is simple.

Du hast zwei Möglichkeiten Dein Einkommen unbegrenzt zu steigern. Ausgangssituation: 10.000 Euro x 5 % = 500 Euro

Erstens: Kapital erhöhen: 100.000 Euro x 5 % = 5.000 Euro

Zweitens: Rendite erhöhen: 10.000 Euro x 20 % = 2.000 Euro

Rendite erhöhen funktioniert nur begrenzt. Investitionsmöglichkeiten: Auf dem Tagesgeld sind es zurzeit 0,3 Prozent. ETFs bieten etwa 7 %. Und Aktien sind ungewiss. P2P-Kredite weiß noch niemand.

Hinzu kommt, dass Rendite unter anderem von Risiko kommt. Es kann auch gen Süden gehen. Dann sieht die das Ergebnis wie folgt aus:

10.000 Euro x -15 % = -1.500 Euro

Du denkst, das ist unangenehm? Hier das wirklich Unangenehme:

Woher kommt das Kapital?

Ist das Kapital erarbeitet, gibt es viele Strategien mit denen Du es vermutlich vermehrst (z. B. Levermann, Buy & Hold oder Dividenden)

 

Formel 2: Einkommen = Anzahl Nutzer x Nutzungsgebühr je Nutzer

​Life is rich.

Auch hier gibt es zwei Möglichkeiten. Deine Eingangsbasis: 1.000 Nutzer x 50 Euro/Nutzer = 50.000 Euro

Erstens: Nutzeranzahl erhöhen: 2.000 Nutzer x 50 Euro/Nutzer = 100.000 Euro

Zweitens: Gebühr erhöhen: 1.000 Nutzer x 60 Euro/Nutzer = 60.000 Euro

Letzteres ist nur begrenzt möglich. Da der Markt den Preis bestimmt. Wenn Nike seine Schuhe morgen nicht mehr für 130 Euro, sondern 400 Euro verkauft, sinken die Absatzzahlen dramatisch.

Ersteres ist mit verdammt viel Arbeit verbunden. Und woher kommen die ersten 1.000 Nutzer? Woher kommt Dein Produkt?

Und ist es eine einmalige Einnahme? Was willst Du mit einmal 50.000 Euro für den Rest Deines Lebens? Falls es ein Abo ist, dann erwarten Deine Kunden steti ge Verbesserungen, neue Angebote, einen Kundenservice, … Machst Du das alles selbst oder bezahlst Du eine andere Person?

Du ahnst es: Woher kommt das Kapital? Das fehlte doch schon in Formel 1.

Formel 3: Einkommen = Anzahl Zeiteinheiten x Einkommen je Zeiteinheit

​Die Angestelltenformel. Als armer Sack musst Du für Dein Geld ackern.

Du hast zwei Möglichkeiten Dein Einkommen zu steigern. Eingangszustand: 20 Euro/Stunde x 160 Stunden/Monat = 3200 Euro/Monat

Erstens: Arbeitsstunden steigern: 20 Euro/Stunde x 200 Stunden/Monat = 4000 Euro/Monat

Zweitens: Stundenlohn erhöhen: 40 Euro/Stunde x 160 Stunden/Monat = 6400 Euro/Monat

Ist die Stundenanzahl begrenzt, die Du arbeiten kannst? Ja, mit Sicherheit. Ist das Einkommen pro Zeiteinheit begrenzt? Never ever!

Hier kommt das Schöne an der Formel:

100.000 Euro/Stunde x 5.000 Stunden/Monat = 500.000.000 Euro/Monat

Fünfhundertmillionen Euro in einem Monat einnehmen und fünftausend Stunden arbeiten?

Ja!

Prozesse können automatisiert und Arbeit kann delegiert werden (Eigener Stundenlohn & Stundenlohn des Arbeitnehmers). Möglichkeiten gibt es viele wie Martin und Pia von Zinskraft zeigen.

Deine eigene Arbeitskraft hat Grenzen, sie kann aber beliebig erweitert werden. Formel 1 & 2 sind lediglich Erweiterungen von Formel 3 – diese bildet die Basis.

 

Merke Dir: Deine Arbeitskraft ist das Fundament für beliebige Erweiterungen

Du kannst kein Kapital und auch keine Kunden aus dem Nichts zaubern.

Allerdings bist Du in der Lage Deinen Stundenlohn von 10 Euro auf 20 Euro auf 200 Euro auf 5.000 Euro steigern.

Mach es Dir bewusst.

 

Lüge Nr. 3: Nach Initialzündung, hörst Du auf zu arbeiten und verdienst Geld ohne Mühe

Du hast Lüge 1 und Lüge 2 überwunden. Hast geackert ohne Ende und Dein Stundenlohn in die Stratosphäre gehoben.

Jetzt kannst Du Dich endlich zurücklegen, die Füße baumeln lassen und langsam vor Dich hin vegetieren!

Kennst Du das Gesetz der Entropie?

Vermutlich nicht. Deshalb solltest Du jetzt mit Adleraugen lesen.

 

Alles verfällt in Chaos.

​Du glaubst mir nicht?

Wann wird Deine Wohnung unordentlich: Wenn Du den gesamten Tag zu Hause bist oder wenn Du nur morgens und abends für eine Stunde wach bist?

Noch ein Beispiel.

Was passiert mit Deinem Auto, wenn Du es vier Monate nicht bewegst?

Und noch eins, weil es so schön ist.

Warum sind die Reifen Deines Rads nach dem Winter im Keller platt?

 

Ordnung bedarf eines permanenten Energiezuflusses

​Um Ordnung zu erhalten, muss der Haushalt aufgeräumt, Dein Auto bewegt, und das Rad aufgepumpt werden. Ansonsten verfällt es in Chaos.

Entropie ist der Drang des Universums zu immer größer werdenden Unordnung. Diese macht bei uns keine Ausnahme.

Auch Dein mühsam aufgebautes System fällt der Entropie zum Opfer.

Einziges Gegenmittel: Weitere Energie investieren. Regelmäßig.

 

Merke Dir: Ordnung bleibt nur durch permanente Energiezufuhr erhalten

Ab jetzt brauchst Du nicht mehr die Energie wie bei der Initialzündung.

Stattdessen läufst Du auf Sparflamme weiter und erhältst Dein System.

Aber pass auf – sonst ergeht es Dir wie Nokia und Dein System läuft zwar weiter, ist aber überflüssig geworden!

 

Lüge Nr. 4: Unabhängigkeit, der wahre Grund an Geld ohne Arbeit zu kommen

 

Nun. Es gibt viel wovon Du abhängig sein kannst und unabhängig werden möchtest:

  • Arbeitgeber
  • Ort
  • Einkommen
  • Staat

Sicher das ist alles irgendwie möglich. Wenn Du Dich auf die Suche begibst, wirst Du hunderte Antworten und tausende Ratschläge finden.

Was die meisten nur verschweigen.

Es ist ein Tauschgeschäft.

Neue Abhängigkeiten entstehen, wenn Du Dich von alten befreist.

 

Der passende Mobilfunkmast muss in Deiner Nähe stehen

​Mit Deinem erfolgreichen Online-Business kannst Du endlich ortsunabhängig leben. Du kannst Dir die Welt anschauen und jeden Tag woanders hinfahren.

Falsch!

Du hast lediglich den Rahmen, in dem Du Dich bewegen kannst, vergrößert.

Anstatt einen Umkreis von 100 km um Deinen Arbeitsplatz, kannst Du überall dort hingehen, wo Du einen Internetanschluss findest.

 

Die Symbiose Deines Systems und der Plattform muss fortbestehen

​YouTube, Instagram, Facebook und Pinterest machen es möglich. Du hast Geldströme abseits Deiner Arbeit aufgebaut.

Ab sofort bist Du unabhängig von Deinem Arbeitgeber.

Richtig. Zusätzlich bist Du abhängig von der Plattform, die Dich für sie arbeiten lässt.

Geht das Unternehmen pleite oder ändert seine Richtlinien war’s das auch für Dich.

 

Dividendenzahler müssen Dividenden bis ans Ende zahlen

​RWE zahlt 2017 erneut keine Dividenden. Eine Katastrophe für die Kommunen, die mit dieser Einnahme fest kalkuliert hatten.

Fukushima zum ersten, Fukushima zum zweiten, das EEG zum Dritten. Und das war’s mit RWE, E.on und Co.

Kannst Du einen derartigen Verlust auffangen? Mit 30? 50? 70?

 

Merke Dir: Du kannst Abhängigkeiten austauschen, Dich aber nie von ihnen befreien

Das gilt sogar, wenn Du Dich von allem lossagst, in eine verlassene Region ziehst und als Selbstversorger lebst.

Ab diesem Zeitpunkt wärst Du abhängig von Deiner körperlichen Leistung, Deiner Gesundheit und dem Wetter.

Mit ein paar Überlegungen und einem Verständnis von Deinen Zielen, kannst Du allerdings die Abhängigkeiten gegeneinander austauschen.

Beispielsweise bin ich lieber vom Internet als von meinem Arbeitgeber abhängig. Auch ziehe ich die Abhängigkeit zu meinen Investitionen vor als die zur staatlichen Rente.

 

Geld ohne Arbeit – das Ende der Illusion

 

​Zeit für eine Zusammenfassung:

Erstens: Geld ohne dafür zu arbeiten funktioniert nicht. Um Geld von A nach B zu bewegen, ist Arbeit nötig.

Zweitens: Steigere Dein Stundenlohn und Deine Arbeitsstunden. Warte auf keinen Fall, dass Kapital oder Nutzer von Zauberhand entstehen.

Drittens: Weitere Energie ist nötig, um Dein System am laufen zu halten. Dabei ist es nicht vor Innovation geschützt.

Viertens: Du kannst Dich entscheiden, von was Du abhängig sein möchtest. Unabhängig bist Du nie.

Wenn Du realisiert hast, dass Geld nicht vom Himmel fällt, spontan entsteht oder Dir in maßloser Güte geschenkt wird, bist Du den ersten Schritt gegangen.

Wie können Deine nächsten Schritte aussehen?

 

(1) Finde heraus, was Du willst.

​Abgedroschen?

Warum wolltest Du passives Einkommen erreichen? Wieso hast Du diesen Artikel gelesen? Warum soll Dein Stundenlohn steigen und Deine Arbeitszeit sinken?

Alle paar Tage lese ich, dass finanzielle Freiheit nicht erstrebenswert ist, da die Person nicht weiß, was sie danach tun sollte. In dem Fall ist sie auch nicht erstrebenswert. Sie würde mehr schaden als den bisherigen Lebensstil fortzuführen.

Also: Was willst Du? Und was motiviert Dich dazu?

 

(2) Beginne Deine Strategie aufzubauen und auszuprobieren

​Wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du beginnen in die Richtung loszulaufen.

Laufe los bevor Du den Weg kennst.

Löse Dich vom Gedanken einen Weg zu Fuß mit 499.320km vorab planen zu können.

Unterwegs wirst Du merken, welche Abzweigungen und Abkürzungen funktionieren und welche sich als Irrweg herausstellen. Fehler zu begehen gehört dazu und helfen dir langfristig zum Erfolg.

 

(3) Mach Dich nützlich

​Wenn Du nicht nützlich bist, wirst Du Deinen Stundenlohn nicht erhöhen können.

Egal, ob als Beamter, Angestellter oder Unternehmer.

Andere denken Du bist etwas Wert -> Du wirst entlohnt.

Denken sie hingegen Du bist ein Taugenichts, bekommst Du ein paar Krümmel hingeschmissen. Nicht aus Gnade, sondern damit Du aufhörst zu nerven.

Fazit: Geld ohne Arbeit – gab’s nicht – gibt’s nicht – wirds nie geben?

​​Momentan diskutieren Politiker, Medienvertreter und Stammkneipen heiß über das bedingungslose Grundeinkommen.

1.000 Euro bar auf die Kralle. Naja wohl eher auf’s Konto.

Wenn dem so kommt, hätten wir ein passives Einkommen. Jeder von uns.

Erstmal schön – dann kann ich sofort kündigen und mehr Energie in meine Projekte stecken oder auf der Couch chillen oder reisen.

Fraglich ist, wie der Markt darauf reagieren wird. Bleiben die Preise gleich oder passen sich Lebensmittel und Co. dem neu verfügbaren Kapital an? Schließlich wird kurzfristig die Kaufkraft vieler Menschen erhöht. Die Nachfrage sollte steigen (denn wer spart das Geld schon?) und somit auch die Preise.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt und ob die Politik und der Markt mich bald Lügen strafen.

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Blogparade: Mein Weg in die finanzielle Freiheit

Vor einigen Wochen haben wir es in unserem Newsletter (anmelden kannst Du Dich drüben rechts neben dem Artikel —>) darauf hingewiesen und auch unsere Teilnahme angekündigt: Pascal von fyoumoney hat zur Blogparade mit dem Thema „Mein Weg in die finanzielle Freiheit“ aufgerufen.

Da wollen wir uns nicht lumpen lassen und leisten mit Freude unseren Beitrag – schließlich beschäftigen wir uns fast täglich mit der Thematik.

Diesen Artikel hat Marielle verfasst.

Startschuss zur finanziellen Freiheit

Erste Klasse – 1 Mark Taschengeld, zweite Klasse – 2 Mark Taschengeld, dritte Klasse – 3 Mark werden plötzlich zu 1,50 Euro Taschengeld, vierte Klasse – 2 Euro Taschengeld.

Jede Woche kassiere ich mein Taschengeld von meinen Eltern. Selten gebe ich es aus. Meistens sammele ich eine Weile und bringe es zur Bank auf mein Taschengeldkonto.

Denn alles was ich brauche bekomme ich von meiner Familie – Essen, Spielzeug, Ausflüge, Spielzeit, Schulmaterial. Ich brauche kein Geld. Dennoch ist mir wichtig jede Woche meine Mark oder meine 1,50 € zu bekommen.

Zweite oder dritte Klasse – ein Gameboy Color soll her! Mein Bruder und ich wollen Pokemon spielen! Alle Kinder haben einen Gameboy – nur wir nicht!

Unsere Eltern sind sich einig: „So soll es auch bleiben. Wenn ihr einen Gameboy haben wollt, müsst ihr es euch selbst kaufen – dafür habt ihr doch Taschengeld. Aber denkt daran – jeder darf maximal 30 Minuten am Tag damit spielen!

Mein Bruder und ich schauen auf unsere Konten, im neuesten Media-Markt-Prospekt steht der Preis von 120 € und weitere 30 € für das Spiel. Das haben wir nicht ganz – aber fast. Wir sparen noch ein paar wenige Wochen, heben das benötigte Geld ab und kaufen uns zusammen einen blauen Gameboy Color mit der gelben Pokemon-Edition.

Fortan gibt es zwar tägliche Diskussionen über die 30 Minuten Spielzeit pro Person. Dennoch erinnere ich mich bis heute an dieses erste Investment meinerseits.

Was habe ich (und hoffentlich auch mein Bruder) gelernt?

  • Es lohnt sich, das Taschengeld nicht direkt für etwas unnötiges auszugeben
  • Durch Sparen kann ich mir größere Wünsche erfüllen
  • Eigenes Geld führt zu freien persönlichen Entscheidungen

Der Wert von Geld

Insgesamt war in unserer Familie immer genug Geld da. Dennoch haben wir von Anfang den Wert von Geld vermittelt bekommen und vor allem, dass dieses nicht vom Himmel fällt und Geld wohlüberlegt ausgegeben werden sollte.

Der Weg zum Geldwert

Mit 13 habe ich angefangen das Ortsblättchen auszutragen – das Geld musste der Austräger quartalsweise im jeweiligen Austragbezirk selbst von den Kunden abkassieren. Der Gesamtbetrag musste an die Druckerei gegeben werden abzüglich des eigenen Trägerlohns – und des Trinkgeldes.

Dabei habe ich schnell gelernt, dass ich durch Freundlichkeit und Service (beispielsweise bei älteren Leuten bis an die Wohnungstür statt nur bis zum Hoftor zu kommen) ein höheres Trinkgeld erzielen kann ohne, dass ich mich dafür außerordentlich anstrengte. Kleinigkeiten machen den Unterschied.

Der erste Ferienjob – rangekommen bin ich ausschließlich durch meine Mutter, da es bei ihrem Arbeitgeber war. Gute Arbeitsleistung habe ich allerdings alleine gebracht und bin zwei Wochen der Sommerferien um 5.30 Uhr aufgestanden.

Nach dem zweiten Jahr habe ich mir mein Macbook gekauft – denn das verdiente Geld hatte ich wieder ordentlich aufs Konto gepackt.

2008 habe ich ein Auslandsschuljahr in Neuseeland verbracht – kein günstiges Vergnügen. Aber dank meinen Großeltern und Eltern wurde mir dieser Wunsch ermöglicht – die erste bewusste Bildungsinvestition in meinem Leben (sicherlich gab es vorher schon einige durch meine Eltern).

Und auch hier habe ich einen Teil selbst beigetragen – gesponsert wurden mir die Programmkosten und der Flug. Alle Kosten vor Ort (monatliche Ausgaben und Reisen) habe ich von meinen Ersparnissen gezahlt. Meine Eltern hätten auch das übernommen – aber ich wollte es und der Lerneffekt war höher.

Das Fazit zu meinem Wertverständnis von Geld

Geld ist mir wichtig – schon seit ich denken kann.

Ich bekam in meiner Kindheit Sparsamkeit vermittelt. Dennoch konnte ich mir schon immer etwas gönnen – wenn ich es verdient / erspart / wirklich nötig hatte. Manch einer verwechselt dies mit Geiz. Die Grenze ist oft sehr schmal, aus meiner Sicht ist es Sparsamkeit – und ich finde es gut.

Meiner Familie bin ich sehr dankbar für diese Erziehung. Sie war die Grundlage für meinen jetzigen Wohlstand.

Finanzielle Freiheit als Grund für den Vermögensaufbau

Einflüsse von Außen auf meine persönliche Zielsetzung spielen selbstverständlich ebenfalls eine nicht von der Hand zu weisende Rolle bei der Erfolgswahrscheinlichkeit. 

Träumereien

In meinen Träumen habe ich noch lange einen erfüllenden Job. Bekomme ich immer wieder neue Aufgaben hinzu. Wechsle ich den Job und steige auf. Gleichzeitig habe ich Kinder, deren Aufwachsen ich ganz bewusst miterlebe – nicht nur abends zwischen Tür und Angel. Mit Mike durch die Welt zu reisen und in andere Kulturen eintauchen, spielen eine wichtige Rolle in meinen Vorstellungen von der Zukunft.

Realität

Ach stop – dafür benötige ich Geld! Und nicht nur ein bisschen – denn beim Reisen verdient es sich schlecht, beim Kinder haben auch.

Ich bin eine Frau. Ich habe sowohl ein Bachelor- als auch Masterstudium schnell durchgezogen. Ich bin seit 7 Jahren mit Mike zusammen. Ich arbeite seit ich 19 Jahre alt bin mehr oder weniger Vollzeit (zuerst als duale Studentin, dann Werkstudentin neben dem Job und seit Februar 2017 im ersten richtigen Job mit immer steigender Verantwortung). Ich möchte Kinder haben und nicht erst mit Mitte 30 anfangen Kinder zu bekommen. Ich gehe gerne zur Arbeit und bin stolz auf die Anerkennung, die ich für meine Leistungen erfahre.

Wie passt das denn jetzt zusammen?

Irgendwann Ende 2015 kam Mike mit Finanzblogs um die Ecke und schnell tauchte es auf, das Konzept der finanziellen Freiheit.

Genau das brauche ich!

Bin ich finanziell frei, muss ich mir keine Gedanken mehr über Erwartungen von außen machen. Ich kann reisen so viel ich möchte. Kann mir Auszeiten vom Job für meine Kinder nehmen wie ich möchte. Ich kann arbeiten wie es mir Spaß macht. Zu guter Letzt traue ich mich auch einige Dinge, die ich mich so nicht traue – vielleicht mein eigenes Café eröffnen?

Mein Weg zum Ziel

Seit die finanzielle Freiheit als großes Ziel identifiziert ist, verfolge ich meine Investments mit deutlich höherer Motivation. Das Ziel vor Augen lässt mich Dinge anpacken.

Baustein Nummer 1

Meine Aktieninvestments mit deutlich mehr Motivation. Ich hatte vorher mein Depot geerbt und mich sporadisch damit beschäftigt; mal hier mal da etwas gekauft und verkauft und solide Gewinne verbucht. Inzwischen verfolge ich mit Mike eine für mich perfekt passende Strategie und kaufe nicht wahllos.

Ich investiere in ETFs für meine Altersvorsorge – einen Betrag von dem sowohl unsere Bankberaterin als auch der Versicherungsberater beeindruckt waren. Für mich war der Startpunkt mit dem ersten festen Vollzeitgehalt ideal – denn ich habe mich nicht daran gewöhnt, plötzlich richtig Geld zu verdienen. Meine Ausgaben jetzt sind kaum höher als zu Studentenzeiten – die hohe Sparrate daher kein Problem. Ab April werde ich sie erhöhen – denn mit meiner Beförderung ging auch eine Gehaltserhöhung einher.

Unsere Wohnung wurde mir Anfang des Jahres von meiner Mutter überschrieben. Werden wir irgendwann ausziehen, möchte ich sie vermieten. Denn in der Rhein-Main-Region ist dies problemfrei möglich, die Wohnung liegt super für verschiedenste Zielgruppen und es ist eine Chance auf passives Einkommen.

Gemeinsam mit Mike suche ich seit einem knappen Jahr nach einem eigenen Immobilieninvestment – nicht einfach in Frankfurt und Umgebung. Wir sind dennoch zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr den Vermögenshebel ansetzen können und ein erstes Vermietungsobjekt zu unserem Portfolio gehören wird.

Baustein Nummer 2

Neben all den Investitionen spielt auf meinem Weg in die finanzielle Freiheit die Einkommenserhöhung eine entscheidende Rolle. Zwar habe ich gerade eine Gehaltserhöhung bekommen – von der tollen Brutto-Erhöhung wird Netto nur ein Bruchteil bleiben. Es braucht andere und zusätzliche Kanäle!

Alleine bin ich ein Schisser (vielleicht liegt das auch wieder etwas am Frau sein) – Mike macht mich mutig. Gemeinsam haben wir viele Ideen, um unsere gemeinsame Unternehmertätigkeit zu starten und zusätzliches Kapital zu generieren. Denn die finanzielle Freiheit kommt zwar irgendwann von alleine – irgendwann ist uns zu spät!

Der erste Schritt waren die ersten beiden Artikel, die wir über 1&1 bei web.de und gmx.de veröffentlicht haben. Hier generieren wir als Freiberufler für jeden Leser einen kleinen Betrag – davon lässt sich noch keine Arbeitszeit reduzieren oder ein neues Auto kaufen, aber es ist besonders für mich ein wichtiger erster Schritt. All meine Verdienste waren vorher lediglich im Angestelltenverhältnis erwirtschaftet – Zeit gegen Geld. Jetzt schreibe ich einmal den Artikel und generiere über einen längeren Zeitraum (fast) passive Nebeneinkünfte in Abhängigkeit von der Qualität meiner Leistung. Ein tolles Gefühl!

Die nächsten Schritte sind in Planung und nicht nur ich (sondern Mike wahrscheinlich noch viel mehr) freue mich darauf diese bald mit Dir zu teilen.

Wert der finanziellen Freiheit

Eine Frage, die Pascal für seine Blogparade gestellt hat, ist die nach dem Wert der finanziellen Freiheit. Die Frage betrachtet er aus zwei Gesichtspunkten

1) Leidest Du unter dem Verzicht, den Du für die finanzielle Freiheit lebst?

2) Profitierst Du schon heute weit vor dem Erreichen der finanziellen Freiheit?

Zur ersten Frage gibt es eine klare Antwort von mir: Nein, nicht im geringsten!

Zur zweiten Frage gibt es auch eine klare Antwort von mir: Ja und wie!

Mein Mehrwert des Weges

Sparsamkeit und Investieren habe ich von klein auf gelernt. Es bedeutet für mich keinen Verzicht, unnötige Ausgaben einmal mehr zu hinterfragen oder beim Einkaufen Preise zu vergleichen.

Ich habe jetzt seit Stunden darüber nachgedacht, worauf ich überhaupt verzichte? Mir ist nichts eingefallen!

Ja manchmal kämpfe ich lange mit mir selbst (Beispiel: ein neuer Laptop, bei dem ich eine ganz klare Preisgrenze im Kopf habe, für die ich aber leider nicht das bekomme, was ich benötige) und manchmal wirke ich von außen auch sicherlich geizig (Beispiel: Wenn ich bei den Hochzeitsplanungen im Vorfeld wissen will, was welches Getränk kostet). Aber ich leide darunter nicht. Alles was ich wirklich haben möchte, kann ich mir gönnen.

Das tolle an dem Weg zur finanziellen Freiheit ist, dass diese nicht von heute auf morgen kommt – es ist ein langer Weg mit vielen kleinen Erfolgserlebnissen und Meilensteinen. Wie sehr habe ich mich gefreut, als all meine Dividendeneinnahmen aus einem Jahr zusammen gerechnet das erste Mal meinen Jahresurlaub bezahlt haben. Wie stolz war ich als der erste einstellige Eurobetrag durch den ersten Artikel verdient war. Und wie sehr werde ich mich wohl freuen, wenn die ersten Mieteinnahmen auf unser Konto fließen werden?

Für mich ist mein Weg zur finanziellen Freiheit vor allem aufregend, eine Lifestyle-Entscheidung und absolut motivierend!

Blogparade: Zielsetzung – Was bringt die Zukunft?

Damals – vor der Abgabe meiner Masterarbeit, vor dem Advent, vor meinem Kanaren-Urlaub, vor allen Weihnachtsfeiern, vor Weihnachten und vor dem Jahresabschluss – vor einer gefühlten Ewigkeit – haben wir zu unserer ersten Blogparade aufgerufen.

Passend zum Jahresende 2016 und zum Jahresstart 2017 ging es um das Thema „Zielsetzung – Was bringt die Zukunft“. Bewusst haben wir über einen Monat Zeit gelassen – ist doch der Jahreswechsel die perfekte Zeit sich Ziele zu setzen. Wahrscheinlich denkt fast jeder zwischen den Jahren darüber nach, was im letzten Jahr gut gelaufen ist und was das nächste Jahr mit sich bringen wird.

Und viele, viele haben einen Beitrag eingereicht. Bei jedem neuen Kommentar mit einem Beitrag, freuten wir uns wahnsinnig. Insgesamt zwölf Mal!

Der erste „Freitag der 13.“ des neuen Jahres war die Deadline zur Beitragseinreichung. Heute haben wir uns die Zeit genommen und alle Beiträge noch einmal im Detail gelesen. Jeder von uns separat. Bevor wir uns austauschten und dieses Fazit zur Blogparade entstand.

Zielsetzung in Kategorien

Finanz-, Reise-, sowie Kreativ-Blogger nahmen an unserer Parade Teil – aber auch solche, die sich gar nicht richtig kategorisieren lassen.

Ein Vorgehen, das mehrere Blogger verwendeten, war das Setzen von Zielen in verschiedenen Kategorien. Tabea vom Blog „Habutschu“  unterteilte ihre Ziele in den Kategorien „Private Ziele“, „Schule & Arbeit“ sowie „Blog“.

Und dies scheint bei vielen ein Ritual zu sein – denn der Rückblick aufs alte Jahr erfolgte ebenfalls in diesen Kategorien wie wir bei Florian vom Finanzleiterblog sehen konnten. Er rekapitulierte seine Ziele des Jahres 2016 in denselben Kategorien – „Finanzen“, „Sport“, „Bildung“, „Blog“ und „Privates“- wie fürs neue Jahr.

Ziele ganz konkret

Neugier war eine große Komponente bei der Themenwahl. Wir wollten wissen, was andere Leute sich für Ziele für das neue Jahr oder auch für einen längeren Zeitraum setzen. Klar sprechen wir mit Freunden, Bekannten und unseren Familien darüber. Zudem wollten wir wissen:

Wie sehen die Ziele unserer Bloggerkollegen aus?

Bei den Finanzbloggern stachen die finanziellen Ziele deutlich hervor. Vor allem die berühmt berüchtigte Sparquote – ob nun über 60 % bei Freaky Finance oder rund 20 % beim Finanzleiter.

Andere finanzielle Ziele, wie die Einzahlung von 15.000 € und ein Depotwert von 100.000 € bei Chris vom easydividend-Blog oder ein potentieller Immobilienverkauf wie bei Rene von generation-geld-Blog stehen ebenso auf der Zieleliste.

Schauen wir zu den Nicht-Finanzbloggern, entdecken wir oft deutlich privatere Ziele, wie die 10kg, die Sofie von Ambercurl  in 2017 abnehmen will oder die bereits terminierten, aber noch ohne feste Destination angedachten Reisen der 2Trvlrs.

Rasend schnell fiel uns auf: Die unterschiedlichen Menschen, setzen ihre Ziele auf unterschiedliche Arten. Zwar bilden fast alle verschiedene Zielekategorien, jedoch gibt es einen großen Unterschied:

Große versus realistische Ziele

Manch einer benötigt wirklich große Ziele – wie Chris – unter dem Motto: „Man muss ja nach den Sternen greifen“. Die großen Ziele sind hier Motivation. Sie spornen an, das allerbeste zu geben und das Erreichen des Ziels ist nicht wirklich wichtig.

Wieder andere, wie Sofie, streben eher realistische und wohlüberlegte Ziele an. Denn ihnen ist wichtig, dass das Erreichen des Ziels auch wirklich möglich ist – die Motivation kommt hier aus der Genugtun etwas zu schaffen und nicht aus dem Weg zum Ziel.

Besonders gefallen hat uns das Plädoyer für große Ziele von Josef vom Karriere-und-Bildung-Blog.

„Aus Angst davor ausgelacht zu werden, setzen wir uns häufig recht kleine Ziele. Wir haben verlernt zu träumen und nach den Sternen zu greifen“

Er ist der Meinung, dass uns Menschen ein großes übergeordnetes Ziel sehr viel stärker erfüllt als kleine Ziele. Es lässt uns zu Höchstleistungen wachsen. Sowohl Josef als auch andere unserer Bloggerkollegen empfehlen große Ziele und dazu kleine Meilensteine, die permanent motivieren.

Die kleineren Etappenerfolge führen bei Chris von easydividend zur Erfüllung seiner großen Mission:

„Bleibt es bei so einer immensen Steigerungsrate meiner kleineren Erfolge, kann ich meine großen Ziele viel früher erreichen als ich ursprünglich angenommen habe.“

Und was ist mit SMARTen Zielen?

Nicht nur BWL-lern ist der Begriff der SMARTen Ziele geläufig. Fast jeder Ratgeber zur Zielsetzung schwört auf diesen Tipp.

Heike vom Unternehmerhandbuch-Blog hat vor einigen Jahren ihre Gedanken niedergeschrieben und diese im Rahmen unserer Blogparade erneut mit uns geteilt. Sie empfindet SMARTe Ziele als zu detailliert und kleinteilig. Die Flexibilität zu Änderungen auf dem Weg zum großen Ziel geht  verloren.

In der Zeit vor den Beziehungs-Investoren beschäftigte sich Mike schon einmal mit dem Thema – das wollen wir Euch nicht vorenthalten. Wir werden die SMARTen Ziele sicherlich in den nächsten Wochen im Detail aufgreifen – denn für mich als Betriebswirtin ist dieses Vorgehen sehr einflussreich in meinem Alltag.

Zielerreichung

Wichtige Gedanken äußerten unsere Teilnehmer zur Zielerreichung. Diese teilen wir in zwei Bereiche:

Das „Wie“

Wie erreiche ich ein gesetztes Ziel – egal, ob riesig, groß oder eher klein?

Flexibilität und Dokumentation

„Behalte das große Ziel im Auge, vergesse nie, warum du etwas willst und dann lass dir Spielraum für den Weg auf dem Du dahin gelangst.“

Dieses Zitat stammt von Heike und zeigt wunderbar, dass für die Zielerreichung eine gewisse Flexibilität hilfreich ist.

Um das große Ziel im Auge zu behalten, empfielt freakyfinance Ziele zu formulieren, aufzuschreiben und zu kommunizieren. Aus seiner (und wohl auch wissenschaftlicher) Sicht führt das zu mehr Druck – denn wenn Du all Deinen Bekannten erzählst, was Du planst und umsetzen willst, ist die Motivation größer es tatsächlich anzugehen. Niemand will dastehen, wie ein Hochstapler.

Anmerkung von Mike: Jupp, im Studium bekamen wir massenhaft Studien zu dieser Aussage vorgelegt.

Um noch einmal auf die Flexibilität zurückzukommen: Rene von generation-geld stellt das sehr anschaulich dar. Aufgrund seiner Verletzung musste er nach nur einer Woche seine sportlichen Ziele für 2017 anpassen. Anstatt zu scheitern, formulierte er Alternativen – das ist wahrer Sportsgeist! Wir wünschen gute Besserung und drücken die Daumen für den etwas späteren Marathon!

Erfolg durch Disziplin

Josef ist der Überzeugung, dass zur Zielerreichung Disziplin nötig ist. Meilensteine werden nicht von alleine erreicht. Kontinuierliche Arbeit ist notwendig, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Dieser Devise schließt sich Claudia in ihrem Beitrag ebenfalls an. Sie sagt, dass dauerthaftes Dranbleiben zur Zielerreichung führt. Regelmäßiges Beschäftigen (und nicht nur zum Jahreswechsel) mit den eigenen Zielen ist die Essenz, damit diese nicht alá „Aus den Augen aus dem Sinn“ nach wenigen Wochen wieder vergessen sind.

Individualität führt zu Zufriedenheit

Josef pointiert, dass Ziele individuell sein müssen, um diese zu erreichen. Es bringt nichts die Ziele anderer zu übernehmen – eigene Gedanken und Prioritäten sind die Basis. Denn wir leben nur einmal und nicht ewig! Zufriedenheit erlangt nur, wer seine eigenen Ziele verfolgt und erreicht!

Besonders gefallen hat uns, dass die 2Trvlrs bei Ihren Zielen des nächsten Jahres klar ihr persönliches Wohlbefinden in den Fokus stellen. Es geht nicht um messbare Dinge, sondern um Zufriedenheit – ob es dafür den Blog in der Form weiterhin gibt oder sie sich eher auf Instagram austoben oder ein paar Wochen keine neuen Beiträge veröffentlichen, ist nicht wichtig – das Wichtige ist die persönliche Zufriedenheit mit dem Weg.

Das „Ob“

Nicht jedes Ziel wird erreicht. Ist das schlimm?

Einen wichtigen Gedanken hat Florian eingebracht: Scheitern bei Zielen ist nicht schlimm, da im Scheitern das Erreichen der Ziele näher rückt. Er hat es wenigstens probiert – etwas anderes ist aus dem Versuch sicherlich entstanden (wie der Lerneffekt fürs nächste Mal).

Heike sieht das Thema „Scheitern“ sehr ähnlich. Laut ihr hält ein Scheitern immer neue Möglichkeiten bereit – wird ein Zwischenziel nicht erreicht, eröffnen sich dafür andere Wege und das große Endziel kann immer noch – aber eben auf einem anderen Weg – erreicht werden.

Manchmal ist der Einfluss auf die eigene Zielerreichung nur bedingt. Heidemaries wichtigstes Ziel für 2017 besteht aus einer Lehrstelle für ihren Sohn. Aber ist das nicht eher das Ziel des Sohnes? Da wir selbst noch keine Kinder haben, können wir nicht beurteilen inwieweit dies das Ziel der Mutter sein kann – das Beispiel zeigt wunderbar, wie individuell Ziele sein können. Außerdem wird klar, dass das Scheitern eines Zieles nicht immer nur von einem selbst abhängig ist – zwar kann sie ihren Sohn unterstützen – aber, ob es schlussendlich mit dem Traumjob direkt klappt, ist nicht ihr persönliches „ob“ wie das des Kindes.

Die Technik dahinter

Kurz vor Ende gibt es ein paar konkrete Tipps unserer Teilnehmer. Wie Ziele besser gesetzt oder erreicht werden?

Claudia versucht ihre Ziele durch einen Timer und damit verbundenen wöchentlichen To-Dos und Zwischenzielen nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir gehen ähnlich vor: Eine gemeinsame Trello Liste, die wir Dor zeitnah vorstellen werden. Eine solche Planung hilft vor allem gemeinsam gut an verschiedenen Projekten zu arbeiten und erhält den Überblick.

Apropos Gemeinsam – da kommen wir auf die Reiseblogger zurück: Die 2Trvlrs haben in ihrem Artikel zwei neue Begriffe für uns geprägt:

Mencation und Girlstrip 🙂

Die beiden verreisen gemeinsam und planen regelmäßig Reisen mit ihren Freunden oder Freundinnen ohne den Partner. Wir finden es toll, dass Ihr so Eure unterschiedlichen Prioritäten/Ziele im Urlaub (er)leben könnt und vor allem Eure Freundschaften pflegt. Zum Ziel der Zufriedenheit trägt es einiges bei, wenn auf solche Kurzreisen nicht wegen des Partners verzichtet wird!

Abschließen werden wir mit Effi aus Österreich. Sie hat eine ganz tolle Erfolgsformel vorgestellt, mit der Vorsätze für das neue Jahr umgesetzt und Ziele erreicht werden können.

Effie empfiehlt: Einfachheit, eine beschränkte Zieleanzahl und die Definition konkreter Mittel zur Zielerreichung. Die Beispiele in ihrem Beitrag erklären dies wunderbar. Eines wird klar: Durch die Vereinfachung und die Gedanken selektiert sie, was wirklich wichtig ist. Auf diese Art konzentriert sich Effie auf das Wesentliche!

Ziellinie

Die Zusammenfassung unserer ersten Blogparade braucht ein gebührendes Schlusswort – was könnte besser passen als „Ziellinie“.

Für heute haben wir diese überschritten – wir sind begeistert über den regen Zuspruch und können den Austausch in den kommenden Wochen kaum erwarten.

Das Thema hat viel potential. Wir werden in den nächsten Wochen unsere persönlichen Ansichten und Erfahrungen zum Thema „Zielsetzung“ mit Dir teilen. Und diese durch die Lupen „Beziehung“ und „Investitionen“ betrachten.

Wenn Du bestimmte Themenwünsche hast, dann pack sie in die Kommentare. Wir drücken Dir die Daumen, dass Du Deine Ziele in 2017 erreichst!

Mit Neugier begann die Blogparade, mit Neugier wird sie weiter gehen. Schreib uns, wenn Du Deine Ziele oder Meilensteine erreichst, verfehlst oder änderst! Wir werden Dich ebenfalls auf dem Laufenden halten. Hier findest Du unsere Ziele.

Viele Grüße

Marielle & Mike

Ganz besonders bedanken wir uns bei den zwölf Bloggern, die Artikel zu diesem Beitrag beigesteuert haben:

Finanzleiter.com

Easydividend.net

2trvlrs.com

Das-Unternehmerhandbuch.de

Freakyfinance.net

Karriere-und-Bildung.de

Habutschu.com

Generation-geld.com

Leben-schwaiger.at

Claudia-Voelker.de

Ambercurl.wordpress.com

Vademekum.at

Wieso wir finanziell frei werden – Beziehungs-Investoren

Hallo,

der Maschinist von der Freiheitsmaschine hat kürzlich dazu aufgerufen vom individuellen Weg zur finanziellen Freiheit zu berichten. Der überzeugenste Bericht kann sogar 100 $ gewinnen. Natürlich haben wir uns nicht nehmen lassen an der Challenge teilzunehmen und freuen uns über Deine Stimme für den Wettbewerb.

Aber auch wenn Du nicht abstimmen magst, wollen wir dir unsere Gedanken dazu natürlich nicht vorenthalten. Für alle, die den Forumsbeitrag bereits gelesen haben – die Essenz bleibt die gleich – ein paar mehr Details (und neben Mikes auch meine Sicht) erfährst Du aber nur hier im Blog:

 

Es war einmal…

Unsere Geschichte begann bei unserem ersten Date am 05. März 2010 in einem Restaurant in Aschaffenburg.

Wie das mit Geschichten so ist, merkt man erst viel später, wo eigentlich der Anfang war, so dass wir uns zu dieser Zeit noch gar nicht darüber bewusst waren, dass dieses lockere Date der Beginn unserer Beziehung sein könnte. Der eigentliche Grund für unser Treffen war ziemlich unaufregend – uns beiden war langweilig und vor allem Marielle wollte/konnte nicht nein sagen.

Am Wochenende hat Mike seinen 30. Geburtstag gefeiert, was für Ihn ungefähr so surreal ist, wie die über sechs-jährige Beziehung und den gemeinsam eingeschlagenen Weg zur finanziellen Freiheit es zu dem Zeitpunkt unseres ersten Dates war.

Wir sind übrigens Mike und Marielle – 30 und 24 Jahre alt – Psychologe und Betriebswirtin – Blogger – zukunfts-, ziel- und entwicklungsorientiert – Theatergänger – Gesellschaftsspielliebhaberinnen – zukünftig finanziell frei.

Warum wir uns da so sicher sind, dass wir es erreichen werden? In den vergangenen Jahren haben wir uns ein sehr solides Fundament aufgebaut. Dazu gehört unsere Beziehung als solches, unsere Heterogenität, unsere Homogenität, unser weiterer geplanter Weg, unser heutiges Mindset – aber ganz besonders auch unser Anfang.

Wollen wir uns mal gemeinsam alle Punkte anschauen…

 

Finanzielle Freiheit in unsere Beziehung

finanziell frei

Sie ist unser größter Antrieb und unser stärkstes Fundament auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Über die Jahre haben wir durch harte Arbeit und ständige, offene Kommunikation einen Raum aufgebaut, in dem wir uns vollkommen auf den/die andere/n verlassen können.

Wir haben aus vielen, vielen potentiellen Trennungsgründen gelernt und uns jedes Mal weiterentwickelt. Den leichten Weg einer Trennung haben wir glücklicherweise dabei nie gewählt. Wir denken im Sinne unserer Beziehung ohne die Bedürfnisse des Einzelnen zu vernachlässigen.

In den letzten Jahren haben wir es geschafft von wenigen gemeinsamen Interessen und Überschneidungspunkten immer mehr Unternehmungen und Ziele zu finden, die uns beiden großen Spaß bereiten. Und, wo wir beide unsere jeweilige Expertise einbringen können.

Dies gilt nicht nur für unseren Blog und unsere Investitionen, sondern auch unsere Hobbies wie Reisen, Sport, Gesellschaftsspiele, Theater, Kochen und vieles mehr. Zu Beginn sah dies ganz anders aus und viel zu oft entstanden über die unterschiedlichen Interessen und dem Unverständnis gegenüber den Zeitvertreiben des anderen Konflikte. Heute sind wir sehr gut darin, zusammen Dinge zu entwickeln und aufzubauen.

 

Unsere Heterogenität als Vorteil zur finanziellen Freiheit

Was zu Beginn noch als Nachteil zu empfinden war, ist mittlerweile eine unserer größten Stärken und der Grund, warum wir sowohl zusammen als auch individuell erfolgreich sind.

Aufgrund unserer unterschiedlichen Interessensgebiete haben wir in grundverschiedenen Bereichen sehr viel Wissen angesammelt.

Marielle ist ein absolutes Organisationstalent und von Umsetzung und Ergebnissen getrieben. Mike ist viel mehr durch neue Ideen getrieben und kann sich für Neues unfassbar schnell begeistern. Marielle würden also die Ideen und oft die Spontanität fehlen. Mike der Drang zur Umsetzung bzw. die Ausdauer Dinge nicht nach kurzer Zeit wieder zu fallen zu lassen.

Mittlerweile haben wir viele Punkte gefunden, in denen wir unsere Unterschiede vereinigen können. So erreichen wir zusammen viel mehr als einzeln.

 

Unsere Homogenität für schnellere finanzielle Freiheit

Eine Sache, die 2010 nur bei sehr naher Betrachtung ersichtlich war, ist unsere ähnliche Denkweise hinsichtlich Werten, Entwicklung und Zielsetzung.

Unsere größte Übereinstimmung finden wir, bei dem Bedürfnis uns persönlich weiterzuentwickeln. Und dies lässt sich auf alle Lebenslagen ausweiten: Unsere Beziehung, unsere Karrieren, unser Wissen, unsere Eigenschaften, unsere Finanzen, unsere Unternehmungen und so weiter.

Wir sind auf den zweiten Blick also gar nicht so verschieden, wie es zunächst den Anschein bereitet.

Unser eher zufälliges Kennenlernen war also ein echter Glücksgriff: Heterogene Fähig- und Fertigkeiten und homogene Bedürfnisse und Ziele!

 

Unser weiterer Weg zur finanziellen Freiheit

Seit etwa 18 Monaten lesen wir uns umfangreiches Wissen rund um Investitionsmöglichkeiten an. Um direkt ins Umsetzen zu kommen, investieren wir seit einem Jahr gemeinsam aktiv in Aktien und freuen uns über den bisher kurzfristigen Erfolg unserer Strategie.

Im kommenden Jahr stehen weitere Investitionen hinsichtlich Aktien, hoffentlich der ersten Immobilie(n) und die Gründung unseres ersten (nebenberuflichen ) Unternehmens an. Alles mit dem Ziel der finanziellen Freiheit etwas näher zu kommen.

Weiterhin werden wir in unsere Beziehung, unsere Gesundheit, unsere Bildung und unsere anderweitigen Projekte investieren, um unser gemeinsames Fundament weiter zu festigen und auszubauen.

 

Unser Finanz-Mindset

Wir haben die finanzielle Freiheit bereits erreicht.

Nicht, dass unser passives Einkommen höher wäre als unsere Ausgaben. Aber

(1) wir führen beide Berufe aus, die uns erfüllen und jede Menge Spaß und Entwicklungsmöglichkeiten bieten;

(2) wir können unsere Freizeit beliebig mit den Dingen, die uns Freude bereiten, gestalten;

(3) wir haben jede Menge Ziele und die nötige Lust diese zu verfolgen und zu erreichen;

(4) wir könnten miteinander zufriedener kaum sein und arbeiten hart daran, dass es so bleibt;

(5) wir lernen immer mehr Menschen kennen, die dieselben Bedürfnisse und Ziele haben.

 

Unser Anfang und Kick-Off unseres Finanz-Weges

Alles begann mit einem leckeren Essen, einem unterhaltsamen Abend und dem Selbstverständnis, dass jede/r für sich selbst zahlt.

Zum Abschluss wollen wir uns noch beim Maschinisten für die tolle Aufgabe bedanken. Sowohl der Forenbeitrag als auch der Ausbau zum eigenständigen Artikel hat uns großen Spaß gemacht. Vor allem uns einmal mehr mit den für uns wahnsinnig spannenden Themen „Beziehung“ und „Investitionen“ auf dem Weg zur finanziellen Freiheit, war für uns beide wirklich toll.

Natürlich wollen wir Dir auch die anderen inspirierenden Geschichten & Wege im „Freiheitsmaschinen“-Forum empfehlen – und vergiss nicht abzustimmen (ob für uns oder jemanden anderes ist dabei völlig zweitrangig).

Beste GrüßeMike und Marielle

Blogparade: In was für einer Welt werde ich 2036 leben?

 

07. Juli 2036

Um 6:30 wache ich auf, drehe mich noch kurz zu Marielle und gehe gut gelaunt ins Bad.

Es ist Montagmorgen. Bereits seit ich denken kann, ist dies mein Lieblingstag. Nach einem viel zu langen Sonntag kehrt das Leben zurück auf die Straßen.

Seit ich denken kann… Das ist mittlerweile eine ganz schön lange Zeit. Ich habe bestimmt mit vier oder fünf Jahren angefangen zu denken. Zumindest habe ich aus diesem Alter die ersten Erinnerungen.

 

Erste Erinnerungen

Während ich Zähne putze, schweifen Bilder durch meinen Kopf, wie ich bei meinen Großeltern in der Sophienstraße auf dem Balkon gesessen und Rommee gelernt habe. Natürlich mit offenen Karten. Schließlich muss es etwa 1991 gewesen sein. Meine Hände waren noch gar nicht groß genug, um zwölf oder mehr Karten auf der Hand zu halten.

Was wohl die erste Erinnerung meiner Tochter ist, denke ich bei mir und spüle meinen Mund aus. Heute ist schließlich ihr großer Tag. Ihre letzte Abschlussprüfung, danach ist ihre Zeit in der Schule vorbei.

Es fühlt sich an als wäre meine eigene Einschulung erst letzte Woche und die meiner Tochter vor ein paar Tagen gewesen. Wie unterschiedlich unser Weg durch diese Zeit war, erstaunt mich immer wieder.

 

Entwicklung als Zauberwort

Ich gehe in die Küche und bereite uns einen Tee zu. Marielle setze ich einen Earl Grey auf, meiner Tochter und mir einen grünen Tee. Oben geht die Dusche an und so langsam kehrt das Leben auch in unser Haus zurück.

Während das Wasser beginnt zu kochen, hole ich die Müsli-Schalen aus dem Schrank und decke den Tisch mit Haferflocken, Obst, Joghurt und dem gerade fertiggewordenem Tee.

Es ist doch echt erstaunlich, wie sich das Schulsystem in den letzten 40 Jahren geändert hat. Zwar bin ich auch freudig zu meinem ersten Schultag gegangen und hatte Lust alles zu entdecken, was es zu entdecken gab. Aber in der fünften Klasse gab es die ersten Rücksetzer.

Unsere Tochter ging damals genauso freudig zur Schule und irgendwie dachte ich mir damals schon, dass sie viel mehr zum Entdecken hat als dies bei mir selbst der Fall war.

 

Erste Unterschiede

Bei mir selbst gab es Mathe, Deutsch, Werken, Sport, Religion und? hmm… für damals fortschrittliche Verhältnisse zwei bis drei AG-Angebote zu denen gefühlt keiner – oder zumindest ich nicht – gegangen ist.

Und ich war gegen 13 Uhr zu Hause!

Meine Tochter hatte die Möglichkeit Rechnen und Schreiben zu lernen und sich körperlich auszuprobieren. Allerdings konnte sie die Sachen selbst entdecken. Die Turnhalle verwandelte sich in einen Urwald oder eine riesige Lavalandschaft und sie konnte sich selbst erproben und kennenlernen.

Auch Rechnen und Schreiben war nicht durch Einschleifen der Bewegung oder Auswendiglernen des Zahlensystems gekennzeichnet. Durch Exploration hatte sie die Möglichkeit, sich in ihrem Lerntempo neuen Herausforderungen zu stellen.

Der Schultag endete bei ihr auch nicht um 13 Uhr, sondern es war völlig normal den Nachmittag in ihrer Schule zu verbringen. Gemeinsam mit Lehrern und Betreuern hatte sie sich mit ihren Freunden und Freundinnen einen Entwicklungsraum gebaut, in dem sie sich frei bewegen und lernen konnten.

 

Mittlerweile ist es 9 Uhr.

Zu unserem Frühstück gehört es, dass wir uns über unsere Vorhaben des Tages austauschen. So auch heute früh. Das ist auch der Grund, warum wir morgens so lange zusammensitzen. Der gemeinsame Start in den Tag mit dem Zuhören und Erzählen der jeweiligen Ziele hat sich zu einem Familienritual entpuppt.

Unsere Tochter hatte dies bereits früh gelernt.

Bereits in der Grundschule wurden die Kinder animiert, über ihre Ziele nachzudenken. Während zu meiner Zeit auf die Frage: „Wofür brauchen wir das überhaupt?“ ein müdes: „Ist doch egal, weil es im Lehrplan steht“ als Antwort kam, wurde in der Klasse meiner Tochter aktiv mit den Kindern erarbeitet, warum sie etwas lernen, was es ihnen für die Zukunft bringt, wie sie es einsetzen können und so weiter.

Noch viel spannender wurde es als die Fragen gestellt wurden: „Was willst du können?“ und „Was brauchst du, um es zu erreichen?“

In meinen Augen sind dies die zwei wichtigesten Fragen, um ziel- und lösungsorientiert arbeiten zu können. Das Lernen fängt an Spaß zu machen, die Motivation steigt und steigt und steigt.

 

Was für ein Wechsel in der Perspektive!

„Was will ich können? Und was brauche ich, um es zu erreichen?“

Als ich vor 30 Jahren mit Kindern angefangen habe zu arbeiten, war ein Satz allgegenwärtig: „Ich kann das nicht! Ich kann das nicht! Ich kann das nicht!“ Selbst als ich vor 20 Jahren den Schritt an eine Grundschule gegangen bin, war dieses Mantra in nahezu jeder Situation zu hören.

Ich habe mich immer gefragt, woher das kommt?

 

Die damalige Fehlerkultur

Aber klar, wir haben in unserer Schulzeit immer nur beigebracht bekommen, keine Fehler zu machen. Jeder Fehler wurde bestraft – PUNKTABZUG! Hingegen wurde die Entwicklung kaum oder besser gar nicht berücksichtigt.

Mir wurde nach vier Wochen Englischunterricht von meinem Lehrer gesagt: „Du kannst kein Englisch und wirst es nie können!“ Vier Jahre später kam meine Motivation durch einen geplanten USA-Aufenthalt zurück und ich brannte dafür, Englisch zu lernen. Ich bin in meinem Zimmer rumgetanzt und habe Vokabeln dabei gelernt. Ich habe mir ganz aktiv vorgestellt, wie es sein könnte, endlich Englisch zu sprechen. Ich hatte ein Ziel!

 

Die Entwicklung zählte nicht

Auf einmal konnte ich mich trauen, im Unterricht mündliche Beiträge zu liefern. Jede Stunde war ich anwesend (was zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr selbstverständlich war) und habe versucht, zu jeder Frage etwas beizutragen.

Am Ende des Jahres dann die Ernüchterung: Schriftlich eine 4- das war bereits klar. Aber mündlich bekam ich eine glatte 4 (anstelle einer 5+ im Halbjahr zu vor). Die Worte der Lehrerin: „Ja, ich merke, dass du begonnen hast dich zu verbessern, aber du bist eben noch total schlecht. Deshalb gibt es nur die 4.“

Das war der Zeitpunkt an dem ich wusste, dass ich in und von der Schule nichts mehr lernen werde!

 

Neue Motivation durch neue Perspektive

Umso mehr beneide ich meine Tochter. Der Perspektivwechsel weg von „Das kannst du noch nicht“ hinzu „Was willst du können und was brauchst du dafür?“ verändert die komplette Einstellung.

Sie hatte auch in der weiterführenden Schule viel Spaß und war sehr motiviert, neue Dinge zu lernen und zu erreichen. Durch selbstgesteckte und erarbeitete Ziele wusste sie, was sie dafür braucht. Bei der Umsetzung wurde sie unterstützt und in ihren Interessen gefördert.

Was für sie ein natürlicher Lernprozess war und völlig selbstverständlich umgesetzt wurde, war für mich ein harter Weg der Autodidaktik. Die Erkenntnis, dass das System mich kaputt macht, mich in meiner Kreativität einschränkt und mein Potential stark dezimiert, kam zwar früh, aber der Weg daraus war lang.

 

09:30 Uhr und wir machen uns auf den Weg zu unseren Projekten.

Marielle führt ein sehr gut laufendes Café. Ein langjähriger Traum, den sie sich vor ein paar Jahren endlich erfüllt hat. Unsere Tochter ist auf dem Weg zu ihrer Abschlussprüfung. Und ich beschäftige mich weiterhin damit, wie das Schul- und Bildungssystem an die Bedürfnisse und Anforderungen der Akteure (Kinder, Erzieher, Eltern, Leiter) angepasst werden kann.

 

Ausbildung des Lehrpersonals

Ein weiterer Teil meiner Arbeit ist die Ausbildung und Schulung des Lehrpersonals durchzuführen. Und dieses auf die vielfältigen Anforderungen eines entwicklungs- und zielorientierten System vorzubereiten.

Auch hier spielt der Perspektivwechsel eine große Rolle. Im klassischen Schulsystem aus den 90er und 2000ern wurde versucht, über klare Regeln und Strukturvorgaben eine Form der Ordnung zu schaffen, in denen Kinder die Elemente des aufgestellten Lehrplans erarbeiten können.

 

Kooperation statt Diktatur

Heute gestalten Kinder und Lehrer gemeinsam einen Raum, der individuelle Anforderungen an die Kinder stellt, die sich innerhalb dieses Raumes bewegen. Die individuellen Anforderungen animieren die Kinder wiederum zu explorieren und fördern die jeweilige Entwicklung.

Durch die Entstehung eines solchen Raumes, können ganz neue Formen der Ordnung und Struktur existieren. Diese werden heute nicht mehr dem Kind übergestülpt, sondern das Kind selbst ist aktiver Teil des selbstaufgestellten Regelwerks.

 

Erste Veränderungen vor 20 Jahren

Es ist ein herrlicher Morgen und auf dem Rad kann ich den Weg zur Arbeit direkt doppelt genießen. Die frische Luft füllt meine Lungen und die Sonnenstrahlen wecken das Vitamin D in meiner Haut. Ein tolles Gefühl.

Angefangen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, hatte es 2016. Nachdem ich mit meinem Studium fertig war, begann ich mit meinem ersten Job an einer Grundschule. Bereits vor 20 Jahren war die Veränderung zu meiner Zeit in der Grundschule enorm.

Die Kinder konnten bereits den ganzen Tag in der Schule und in der Betreuung bleiben. Offene Konzeptideen gaben die Richtung der Entwicklung vor und die Kinder wurden aktiv mit in die Gestaltung des eigenen Lern- und Entwicklungsraumes einbezogen. Vor 35 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.

 

Dynamik ist doch vorhanden

Ich war sehr positiv von der Veränderung überrascht und schöpfte Hoffnung, dass das starre System doch zu Veränderungen bereit und vor allem dazu in der Lage ist. Meine Ambitionen nachhaltige Veränderungen in unserem Bildungssystem zu fördern, wurden damals sehr gestärkt.

Mit neuen Partnern und Gleichgesinnten wurde der Weg bereitet, ein Modell vorzustellen, das auf die Entwicklung des Kindes und nicht auf die Vollstreckung des Lehrplans ausgerichtet war.

 

Gemeinsame Freude – Gemeinsame Reflektion

Heute sollte es aber nur ein kurzer Arbeitstag werden. Die Prüfung war bereits um 14 Uhr beendet und wir waren um 15 Uhr in unserem Café verabredet.

Dort angekommen begrüßen mich zwei freudige Gesichter und ich bedanke mich mit herzlichen Umarmungen. Ein schönes Gefühl, Teil einer Familie zu sein, die füreinander da ist.

Wir hören unserer Tochter aufmerksam zu, wie sie von der heutigen Prüfung, ihren Erlebnissen und ihrer gewonnen Erfahrung berichtet. Als wäre es ihre zweite Natur, reflektiert sie über ihre Handlungen und wie sie in Zukunft in ähnlichen Situationen agieren würde.

Das ist auch so eine Kompetenz, die Marielle und ich uns hart erarbeiteten mussten. Selbstreflektion war in unserer Schulzeit noch ein Fremdwort. Nach einer Klausur stand da in rot eine Note, ein paar Punkte, mal mehr mal weniger Haken und Kreuze. Danach kam die Aufforderung die Klausur zu verbessern. Niemand hatte uns damals gefragt, was wir an der Prüfung oder dem Inhalt gut fanden, was wir hätten besser machen können oder worauf wir das nächste Mal achten wollen.

Und da ist er wieder.

 

Dieser Perspektivenwechsel!

Bei uns herrschte noch eine (fast) vollkommene Ergebnisorientierung. Das bedeutete nicht, dass nur das Ergebnis an sich (als 81 als Ergebnis von 9 x 9) als solches zu verstehen war, sondern der Lösungsweg wurde inbegriffen. Es gab einen Lösungsweg, nämlich den richtigen und wenn dieser nicht beschrieben oder angewendet wurde, dann war das Ergebnis falsch.

Ganz anders sieht es aus, wenn entwicklungs- und zielorientiert gehandelt wird. Dann entstehen auf einmal Fragen wie: „Ist mein Ziel gegenüber meinen Kompetenzen angemessen?“, „Wenn ich mein Ziel erreicht/verfehlt habe, dann kann ich daraus was für die kommenden Situationen mitnehmen?“ oder „Welche Handlungen haben dazu geführt, dass ich mein Ziel erreich/verfehlt habe?“

Die erste Perspektive lässt Abschreiben zu, denn die Ergebnisse lassen sich leicht von Mitschülerinnen oder Mitschülern ergattern. Bei Entwicklungsschritten und individuellen Zielen ist ein Abschreiben nicht mehr Möglicht, viel mehr muss ein Austausch entstehen, damit man sich inspirieren lassen kann. Aus einer passiven wird eine aktive Interaktion.

 

Vorfreude auf die nächsten 20 Jahre Entwicklung

Während Marielle und ich den Tag gemeinsam ausklingen lassen und unsere Tochter mit ihren Freunden und Freundinnen ausgiebig feiern geht, bin ich beeindruckt, wie sich das Bildungssystem durch einfache Perspektivwechsel verändert hat.

Dabei bin ich dankbar für jede treibende Kraft, die im Verlauf der letzten 20 Jahre dafür gesorgt und sich dafür eingebracht hat, dass diese Wechsel möglich wurden.

Ich bin sehr gespannt, was die nächsten 20 Jahre bringen werden. Schließlich haben wir noch einen weiten Weg vor uns.

 

Abschlussbemerkung

Vielen Dank Yasemin für die interessante Fragestellung und für die Anregung mich gedanklich so weit in die Zukunft zu bewegen. Daher habe ich sehr gerne an deiner Blogparade „In was für einer Welt werde ich 2036 leben?“ teilgenommen.

Es hat mir sehr viel Spaß bereitet, meine Gedanken schweifen zu lassen und bin auf deine und die Reaktionen der Leserinnen und Leser sehr gespannt.

Bildung ist für uns die Investition mit der höchsten und langfristigesten Rendite. Hier lohnt sich jeder investierte Cent und jede investierte Sekunde.

Was ist deine Meinung zur Entwicklung unseres Schulsystems? Schreibe sie in die Kommentare! Ich freue mich über einen tollen Austausch.

Beste Grüße
Mike

Finanzielle Freiheit

Blogparade: Freiheit oder Langeweile?

Unsere erste Blogparade.

Direkt nach unserem Blog-Start ist uns der Aufruf des Privatiers zum Thema „Freiheit oder Langeweile“ nach dem Erreichen der finanziellen Freiheit aufgefallen. Ein idealer Zeitpunkt, haben wir doch grade diese sogenannte (finanzielle) Freiheit als das Ziel der Ziele unserer Investitions-Tätigkeiten auserkoren.

 

Was Neues!

Beim Überarbeiten und Korrigieren des vorgefertigten Artikels von Marielle, kam mir noch eine spontane Idee:

Wir sind zu zweit!

Also ist der erste Teil der Blogparaden-Antwort von Marielle und der zweite Teil von mir. Jeweils aus unserer Vorstellung, was wir gemeinsam unter finanzieller Freiheit verstehen, warum wir sie erreichen möchten und ob wir denken, dass es langweilig wird oder nicht.

Marielle weiß auch noch nichts von ihrem „Glück“ – Mal sehen, wie sie es aufnimmt.

Jetzt aber viel Spaß beim Lesen.

 

Marielle’s Beitrag zur Blogparade

 

Die Kernfrage ist, was finanzielle Freiheit für Dich, Mich, Euch oder Uns bedeutet.

Für die meisten bedeutet es wohl, dass das passive Einkommen alle Ausgaben deckt und es nicht mehr nötig ist arbeiten zu gehen, um alle monatlichen Kosten zu decken. Somit ist der Zeitpunkt der finanziellen Freiheit wohl sehr unterschiedlich und hoch individuell.

Mike und ich benötigen aktuell gemeinsam unter 1500 Euro monatlich. Alles darüber hinaus können wir in Aktien oder andere Anlagen investieren oder für Urlaube zurücklegen. Viele unserer Freunde benötigen deutlich mehr, um ihre monatlichen Ausgaben zu decken. Bestimmt gibt es aber auch viele Leute, die noch weniger benötigen.

Für uns würde heute also 1500 Euro gemeinsames passives Einkommen ausreichen, sodass wir beide nicht mehr arbeiten müssten. Das schaffen wir aktuell nicht.

Stand heute wird das auch noch eine ganze Weile dauern. Bis wir dahin kommen, werden aber vermutlich auch unsere Ausgaben steigern – irgendwann möchten wir Kinder haben, eine größere Wohnung wäre auch toll und ein Auto werden wir auch in einigen Monaten wieder haben – alles Dinge, die ja bekanntlich kein günstiges Vergnügen sind. Würden wir nicht mehr arbeiten, würden wir mehr reisen wollen – auch das ist wohl teurer als unser aktuelles Leben.

 

Also brauchen wir wohl mehr. Doch wie viel mehr?

Die Antwort auf unsere Kernfrage – was bedeutet finanzielle Freiheit für uns – können wir nicht mit einer konkreten Zahl beantworten.

Sie bedeutet für uns, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, ob wir langfristig genügend Einkommen haben werden, um zu jedem Zeitpunkt in unserem Leben jeden Tag so zu leben, wie wir es uns wünschen.

Es ist die Freiheit sich keine Sorgen machen zu müssen, die Tage damit zu verbringen was wir gerne tun, Zeit für uns zu haben, beim Blick auf das Konto ein gutes Gefühl zu haben und nie zu denken „oh nein, heute will ich nicht aufstehen, denn der Tag wird so schrecklich langweilig werden“.

 

Haben wir das nicht schon erreicht?

Richtig: Sorgen, unsere Rechnungen nicht bezahlen zu können, mussten wir uns noch nie machen. Wir sind beide gut ausgebildete Akademiker und werden wohl immer irgendeine Stelle finden, um Geld zu verdienen. Da wir beide mit aktuell 24 und 29 Jahren noch ganz schön lange bis zur Rente haben, entsteht hier vielleicht eine Unsicherheit, ob und wie viel wir im Alter vom Staat erwarten können. Aber ja, ohne arbeiten gehen funktioniert es eben noch lange nicht – aber das macht gar nichts, denn wir gehen beide sehr gerne zur Arbeit.

Die wirkliche finanzielle Freiheit wird für uns erreicht sein, wenn wir dort nicht mehr hingehen müssten, sondern nur noch von unseren anderen Projekten leben könnten. Ideen haben wir viele – Mike beschäftigt sich mit Zielsetzung für Kinder und Jugendliche und beruflicher Orientierung (Senkrechtdenker), ich habe den (nicht ganz so geheimen) Traum von einem eigenen Café und dafür bereits ein konkretes Konzept im Kopf.

Gemeinsam wünschen wir uns regelmäßige, längere Reisen. Wir möchten unseren Kindern (wenn es irgendwann soweit ist) alles bieten können, was uns selbst von unseren Eltern geboten wurde. Den Umgang mit Geld werden sie von uns dennoch ganz sicher lernen!

 

Die Antwort, ob wir uns frei oder gelangweilt fühlen würden

Mit diesen Dingen ist das Thema „Freiheit oder Langeweile“ eigentlich schon beantwortet – Wir machen uns keine Sorgen, dass wir uns langweilen könnten, wenn wir die finanzielle Freiheit irgendwann erreicht haben. Im Gegenteil – es wird der Startschuss für so viele weitere Projekte sein. Wir versuchen natürlich bereits jetzt so viel wie möglich davon umzusetzen. Wenn unser passives Einkommen so hoch ist, dass wir davon leben können, werden sich unsere Prioritäten mehr vom Arbeitnehmer-Dasein hin zum Unternehmer-Dasein verschieben. Und welcher Unternehmer langweilt sich schon?

Der Weg zur finanziellen Freiheit bedeutet für uns keine Entbehrungen. Wir sind von Haus aus sparsam.

 

Aber warum eigentlich finanziell frei sein wollen?

Uns macht es Spaß über Anlagemöglichkeiten zu lernen und Erfahrungen an der Börse und mit Immobilien zu sammeln. Der Weg zur finanziellen Freiheit ist unser gemeinsames Hobby – er ist also das Ziel und wird hoffentlich niemals völlig vorbei sein.

Mit steigendem passiven Einkommen wird unsere Sicherheit steigen fürs Alter, für unsere Reisen, für unsere Zukunft als Familie und vor allem für unsere Projekte. Die Gleichung sieht für uns folglich wie folgt aus:

Mehr passives Einkommen + Mehr Freiheit für uns und unsere Projekte = noch weniger Langeweile

 

Mike’s Beitrag zu Blogparade

 

Ab wann sind wir finanziell frei?

Vermutlich gibt es fast so viele Antworten auf diese Frage wie es Menschen gibt, die versuchen sie zu beantworten. Eine tolle Ausgangslage, denn dann kann ich Dir auf keinen Fall was Falsches erzählen.

Für uns sollten zwei Dinge erfüllt werden, damit wir uns finanziell frei nennen:

 

(1) Zu keinem Zeitpunkt in unserem Leben von staatlicher Förderung oder Begünstigung abhängig zu sein.

(2) Zu keinem Zeitpunkt unseres Lebens mehr gezwungen zu sein, arbeiten zu gehen, um unseren Lebensstil zu erhalten.

 

Beides hört sich sehr toll an. Meine Freude dabei ist vor allem, dass es eine Never-Ending-Story wird (Mal abgesehen vom wirklich Ende und dem Fall in den Graben).

 

Unsere Entfernung zu unserem Ziel

Wenn Warren Buffet und Charlie Munger bereits aus dem Shuttle zum Mond ausgestiegen wären und den Boden fast mit den Händen berühren würden, dann lägen wir noch im Bett und würden gerade den kleinen Zeh herausstrecken, um uns auf den Weg zu machen.

Wir sind also noch sehr, sehr, sehr weit davon entfernt. Aber die Reise beginnt bekanntlich mit dem kleinen Zeh – äh dem ersten Schritt.

 

Bedeutung für unsere Beziehung

Ein so großes und entferntes Ziel lässt unsere Beziehung natürlich nicht unberührt. Der bisherige Effekt ist sehr positiv.

Wir hatten nicht immer ein gemeinsames Hobby und es gab Zeiten, da hat uns das schwer zu schaffen gemacht und stellte eine große Belastung für uns dar.

Mittlerweile haben wir so einige gemeinsame Hobbies gefunden und vor allem ein gemeinsames Ziel aus dem sich so viele neu Dinge ergeben.

Finanzielle Freiheit bedeutet für unsere Beziehung:

Eine fast unendliches Themenuniversum

Tolle Alternativen zu dem abendlichen Fernsehprogramm

Eine positive Definition von Montagen

Immer ein passendes Gesprächsthema parat zu haben

Viele gemeinsame Stunden, in denen wir gemeinsam etwas schaffen und auf das wir gemeinsam stolz sein können

Wie gesagt: Bisher stellt die Zielsetzung und die damit verbunden Abzweigungen (dazu gleich mehr) eine tolle Bereicherung für uns dar.

 

Wie sieht unser Weg in die Freiheit aus?

Wir sind uns sehr im Klaren darüber, dass mit reinen Aktien- und ETF-Investitionen sowie unserem Eigenkapital das sehr, sehr lange dauern wird und währenddessen auch echt beschwerlich werden kann.

ETFs und Aktien brauchen mit am längsten und sind ein guter Einstieg in das ganze Investitionsuniversum. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen gute Entscheidungen zu treffen, müssen wir uns mit den Unternehmen auseinander setzen.

Wir lernen viele verschiedene Geschäftsmodelle und die Finanzkennzahlen kennen und wie diese in welcher Kombination zu interpretieren sind, wir lernen die einzelnen Branchen besser kennen und wir lernen dabei Unternehmen zu bewerten.

Wichtige Voraussetzungen, die das Aneignen und dem Gebrauch von zusätzlichem Wissen in den Bereichen Immobilien und Unternehmertum erleichtern und antreiben.

Deshalb beschäftigen wir uns mit Immobilienbewertungen und sammeln hier Erfahrungen, deshalb fangen wir an kleinere Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Wir wollen die Erfahrung.

Aus diesem Grund schließen wir die Aufnahme von Fremdkapital (woher sei dahin gestellt) definitiv mit ein.

Irgendwie müssen wir ja zum Mond kommen und bisher ist mir noch niemand bekannt, der das geschafft hat in dem er zu Fuß gegangen ist.

 

Und am Ende des Ziels steht… ?

Irgendwie bezweifle ich, dass es ein Ende gibt. Sollte es eines geben, wird es die Freiheit sein und nicht die Langeweile.

Meine Motivation Dinge zu tun, war noch nie mehr Geld zu bekommen. Ich raffe mich morgens aus dem Bett und beschäftige mich 12 bis 16 Stunden mit meinen Projekten, weil ich daran unglaublich viel Spaß habe und weil ich Dinge verändern will.

Das wird sich auch nicht ändern, wenn ich noch weniger an Geld denken muss als bisher. In meinen Augen bedeutet Geld für uns einfach noch mehr Zeit für die Dinge zu haben, die uns viel Freude bereiten:

Uns

Familie

Reisen

mit Kindern zusammen arbeiten

Menschen in ihrer Entwicklung unterstützen

Projekte umsetzen

Neues ausprobieren

Menschen kennenlernen

und vieles mehr

Und das geht einfach alles besser, wenn wir nicht 40+ Stunden in der Woche im Büro sitzen 🙂

 

Fazit

Zur Zeit gehen wir abends schlafen ohne es abwarten zu können, einen neuen Tag zu beginnen. Es ist alles so aufregend, so neu und bietet so viel Lernpotential.

Wir sind schon sehr gespannt auf die anderen Beiträge der Blogparade und was der Privatier am Ende aus den ganzen Informationen feines zusammen schreibt.

Wohin sollten wir Deiner Meinung nach unbedingt Mal reisen?

Beste GrüßeMike & Marielle

 

P. S.: Wie so alles im Leben war auch unser Freiheitsfoto harte Arbeit. Etwa 20 Sprünge auf weichem Sand waren nötig, damit es so aussieht, wie es nunmal aussieht. Am nächsten Tag hatten wir Muskelkater und konnten über die anderen Bilder lachen 🙂