1. März 2019 findet der nächste Börsentag in Frankfurt statt.

Am vergangenen Samstag waren wir zum ersten Mal vor Ort und haben uns das Geschehen aus der Nähe betrachtet.

Neben zahlreichen Messeständen wurde ein breites Programm an Vorträgen angeboten. In 6 Zeitslots auf 7 Bühnen konnten Reden zu ETFs über Bitcoins bis Zukunftstrends belauscht werden.

 

 

Was erwartet Dich beim Börsentag

Um Dir einen kleinen Eindruck des Börsentags in Frankfurt zu geben, berichten wir kurz über die besuchten Vorträge.

 

Global Trends – Zukunftstechnologie für Ihre Geldanlage

Uber will 24.000 selbstfahrende Autos bis 2021 auf die Straßen bringen.

Was wird aus den Jobs, wenn die Technologisierung und Digitalisierung weiter voran schreitet?

Jack Ma (Alibaba) wird derzeit viral in den sozialen Medien zitiert. Sinngemäß: Wir müssen unseren Kindern, die Dinge beibringen, die uns von Maschinen unterscheiden. Ansonsten sieht es düster aus.

Alphabet, Infineon und Co investieren Milliarden in die Forschung & Entwicklung, streichen saftige Gewinne ein und von einer Überbewertung kann nicht die Rede sein. So der Kanon des Vortrags.

Diese Tech-Aktien rennen auch noch dem S&P 500 weg und der MSCI World hat ebenfalls keine Chance. Was bedeutet das für uns? Wir sollten in Tech-Unternehmen investieren. Und wie geht das besser als mit dem hauseigenen Fond?

Zum Ende des Vortrags ziert eine hübsche Grafik die Wand. Diese zeigt, wie der Tech-Fond den Vergleichsindex (extrahierten Tech-Unternehmen des S&P 500) schlägt. Jahr für Jahr für Jahr.

Nur im ersten Jahr gibt es eine dritte Säule. Mit einem Halbsatz wird darauf hingewiesen, dass dies die Nettoentwicklung – also nach Abzug von Gebühren – symbolisiert. Knapp 6 % müssen von der Performance abgezogen werden. Was bedeutet das für das Ergebnis?

Der Megafonds der Megatrends performt plötzlich schlechter als der Vergleichsindex. Dann doch lieber einen ETF auf Tech-Unternehmen? Oder lieber Amazon-Inhaber werden, die kaufen eh alles weg, was nicht niet- und nagelfest ist in der Zukunftsbranche?

 

Marktwächter Finanzen: Was Sie beim Crowdinvesting beachten sollten

Als überzeugte aber noch recht unerfahrene Crowdinvestorin war der Vortrag der Verbraucherzentrale Hessen für Marielle Pflichtprogramm.

Vorgestellt wurde die Studie zum Crowdinvesting des Projektes Marktwächter Finanzen, die sich mit der Analyse der Vertragsinformationen und -bedingungen von einer Vielzahl von Crowdinvesting-Plattformen beschäftigt hat.

Das Ergebnis war leider ernüchternd: Viele der Plattformen bieten ihren Kunden nur unzureichende Informationen, manche sogar nicht übereinstimmende und damit als irreführend zu bezeichnende Vertragsdetails an.

Damit diese Information wirklich hilfreich für Dich Nutzer sein kann, müsstest Du wissen, welche der Plattformen nun schlecht und welche sogar ganz gut abgeschnitten haben.

Bisher bin ich selbst nur bei Zinsland in fünf Projekte investiert. Dies liegt auch daran, dass andere Plattformen teilweise undurchsichtig wirken und mich die Einfachheit und Klarheit von Zinsland bisher sehr überzeugt hat. Leider bin ich nach dem Vortrag nicht schlauer, ob dieses Gefühl richtig oder eine Täuschung ist.

Der Fokus des Vortrages lag auf den Schattenseiten des Crowdinvestings. Die Vorteile wurden nur kurz erwähnt. Ich habe mich gefragt: Muss eine Verbraucherzentrale so kommunizieren?

Wäre ich nicht bereits in Crowdinvesting investiert – nach diesem Vortrag hätte ich sicherlich nicht damit begonnen.

Dennoch war es spannend und die Studienergebnisse habe ich mitgenommen. Denn die Untersuchungsart möchte ich gerne mit den Vertragsinformationen, die ich bei meinem nächsten Zinsland-Projekt erhalte abgleichen. Und vielleicht hilft sie mir sogar bei der Entscheidung, bei welcher anderen Plattform ich noch einsteigen könnte.

Möchtest Du mehr über die Studie, meine Ergebnisverwendung in der Praxis und Learnings erfahren? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen und vielleicht gibt es schon bald einen separaten Crowdinvesting-Artikel mit Fokus auf der Marktwächter Finanzen-Studie der Verbraucherzentrale Hessen.

 

Nach diesen einfachen 4 Regeln bauen Sie sich ein Depot nach Warren Buffett auf

Mittlerweile habe ich Warren Buffetts Biografie und Mary Buffetts „Buffetology“ durchgearbeitet und erste Anwendungen unternommen. Reichen 4 Regeln aus?

Ja, wenn Du sie auf die oberste Ebene beschränkst reichen Dir diese 4 Regeln aus:

  1. Investiere nur in Unternehmen, die Du verstehst
  2. Desto breiter der Burggraben desto stabiler das Unternehmen
  3. Betrachte das Management
  4. Bewerte das Unternehmen

Na, wie sieht’s aus? Kannst Du anhand dieser vier einfachen Regeln Dir ein Depot nach Warren Buffett aufbauen?

Ich kann es auf jeden Fall nicht. Es entstehen zu viele ??? in meinem Kopf:

  • Was macht ein gutes Management aus?
  • Welche Bewertung ziehe ich zur Bewertung des Unternehmens heran?
  • Buffett beschränkte sich doch nicht auf diese Regeln?!

Hauptsächlich kaufte Buffett riesige Anteile an Unternehmen und mischte sich ein. Er veränderte das Management, übernahm die komplette Kontrolle oder veränderte das Kerngeschäft. Viele seiner Investitionen wären riesige Pleiten gewesen, hätte er sich nicht eingemischt ~Berkshire Hathaway und Salomon, um mal zwei zu nennen.

Nungut, der Vortrag hatte dennoch etwas gewinnbringendes. Der Redner brachte seinen eigenen Rentenbescheid mit, ging diesen durch und demonstrierte, wie die Inflation die angekündigten Rente auffrisst.

 

Abschlussdiskussion – zwei beeindruckende Redner

Seit je her faszinieren mich eindrucksvolle Redner und wie sie durch Artikulation, Wortwahl und Dynamik ein Gewicht und Glaubwürdigkeit in ihre Aussagen bringen. So auch zum Abschluss des Frankfurter Börsentags.

Hätte ich mich der Rede hingegeben, wäre ich nach Hause gefahren und hätte umgehend Aktien der Deutschen Bank, von Amazon und von Nestle in mein Depot gelegt.

Noch faszinierender:

Die beiden Männer standen im Streitgespräch auf der Bühne. Einer begann seine Argumente vorzutragen und das Publikum hing an seinen Lippen. Dann der Wechsel.

Völlig konträre Sichtweisen wurden nun über die Zuhörer ausgeschüttet. Sie waren ebenso plausibel, ebenso wahr und ebengleicher Stärke vorgetragen.

 

Fazit zum Börsentag Frankfurt

Insgesamt ein lohnenswerter Ausflug in das Frankfurter Europaviertel.

Wir durften feststellen, dass wir inzwischen viel Wissen über verschiedene Strategien, Zukunftstrends und die Börse im Allgemeinen angesammelt haben.

Stattdessen konnten wir mit einer eigenen Meinung die Vorträge kritisch hinterfragen und haben aus der Veranstaltung wieder viele Ideen und spannenden Gedanken mitgenommen.

Da die Veranstaltung kostenfrei ist, wird viel Werbung gemacht. Aber das ist nicht schlimm – denn so konnten wir wieder neue Produkte kennenlernen und feststellen, wie abgehärtet wir gegenüber Versuchungen in dem Bereich geworden sind. Auch das liegt sicherlich an der zunehmenden Erfahrung und dem Vorwissen.

Einen Börsentag zu besuchen, sich zu informieren und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen empfehlen wir Dir an dieser Stelle sehr gerne weiter – eine Bereichung ist ein solcher Tag immer !

 

Börsentag Frankfurt: Lichtpunkte und Schattenseiten

Ein Gedanke zu „Börsentag Frankfurt: Lichtpunkte und Schattenseiten

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