Hallo,

vor zwei Wochen war endlich der große Tag: Das Masterzeugnis lag im Briefkasten. Obwohl die Abgabe meiner Masterarbeit knapp 3 Monate zurückliegt und die letzte Prüfung – die Präsentation der Arbeit – Mitte März stattgefunden hat, war dies der entscheidende Tag für mich!

Dieser Artikel ist von Marielle für Dich verfasst.

 

Endlich geschafft !

Mit diesem Gefühl wird es Zeit für ein Ziele-Update. Explizit aufgeführt habe ich den Masterabschluss bei meinen Zielen für 2017 nicht. Denn das meiste war in 2016 erledigt. Erst mit dem Erhalt des Zeugnisses ist mir aufgefallen, dass mit dem Erreichen dieses Meilensteins eine Last von mir fällt und ein Resüme zu ziehen, eine gute Idee ist.

 

Gibt es Fragen?

Hat es sich gelohnt nach meinem dualen Bachelor-Studium nicht bei meinem Ausbildungsunternehmen zu bleiben, sondern den Master in Angriff zu nehmen?

Waren die Wahl einer privaten Hochschule und eines Fernstudiums das Richtige?

Hat sich die Investition von mehr als 12.000 Euro in Studiengebühren ausgezahlt?

War die Entscheidung richtig, das letzte Studiensemester auszudehnen und dafür im Februar letzten Jahres eine Vollzeitstelle anzutreten?

Fragen über Fragen…

 

Die Antworten

…alle Fragen haben auch Antworten verdient – heute habe ich sie gesammelt!

Richtige Wahl?

Als vor inzwischen fast drei Jahren der Entschluss zum Masterstudium in mir gereift ist, konnte ich mir ein Fernstudium nicht vorstellen. Hatte ich doch bei Mike beobachtet, wie schwer es sein kann, sich selbst motivieren zu müssen. Außerdem sind soziale Kontakte beim Studium immer ein wahnsinnig wichtiger Punkt für mich gewesen.

Trotz meines 1er-Bachelor Abschlusses wurde ich von allen vier alternativen Hochschulen und Universitäten in unserem Umkreis abgelehnt. Nicht genügend Credits in VWL! 0,1 zu schwacher Schnitt! Noch kein offizielles Zeugnis aufgrund von Korrekturzeiten! Noch einmal nicht genügend VWL-Credits!

Von Anfang an hatte mich inhaltlich das Studium „Corporate Management & Governance“ mit Schwerpunkt „Personal & Organisation“ an der SRH Fernhochschule Riedlingen am meisten angesprochen. Nach den Absagen und dem definitiven Willen auf jeden Fall ohne Pause weitermachen zu wollen, musste ich meine Vorurteile gegenüber dem Fernstudium zur Seite schieben – ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe beschlossen: Versuch macht klug!

Richtige Wahl!

Die anfänglichen Zweifel haben sich schnell in Luft aufgelöst.

Durch feste Lerntage und gut geplante Meilensteine konnte ich die Motivation hoch halten. Der Zeitdruck tat sein übriges.

Soziale Kontakte habe ich bei der ersten Präsenzveranstaltung geknüpft. Mit zwei Komillitoninen habe ich mir in den Präsenzwochen die Unterkunft geteilt. Mit einem Komilitonen habe ich regelmäßig per Skype zusammen gelernt oder mich per Whatsapp ausgetauscht.

Der größte  Vorteil für meine persönliche Alltagsgestaltung war jedoch die Flexibilität!

Erforderten meine Werkstudentenstellen Wochen in denen mehr Arbeit da war, konnte ich vier Tage arbeiten ohne eine Vorlesung (diese haben abends und online stattgefunden) zu verpassen. Standen ruhigere Wochen an, konnte ich mich aufs Studium konzentrieren. Urlaub nahm ich, wann ich wollte. Ein spontaner Besuch bei Freunden oder der Familie war jederzeit möglich.

 

Privat oder Staatlich?

Ein Unterschied, den ich extrem gemerkt habe. Waren im Bachelor (staatlich) Korrekturzeiten von 3 Monaten an der Tagesordnung, waren im Master die meisten Noten nach spätestens einer Woche da.

War der kleine Kurs an der DHBW kein wirklicher Vorteil, kannte sich in unserem Master-Kurs jeder und vor allem der Studiengangsleiter jeden beim Namen. Unterschied war die gegensätzliche Motivation meiner Kommilitonen. Im Master wirkten sie deutlich motivierter und damit der Austausch ergiebiger.

Gab es Fragen, fanden die Verwaltung der SRH und die Dozenten innerhalb von gewöhnlich 24 Stunden Antworten.

Man mag sagen, dass diese Punkte doch selbstverständlich seien. Waren sie an der staatlichen Hochschule leider nicht. Es ist schade, dass solche Selbstverständlichkeiten anscheinend nur gegen Geld zu bekommen sind – aber beruhigend, dass es noch möglich (und anscheinend nicht schwer umsetzbar) ist.

 

Hat sich die Investition gelohnt?

Diese Frage habe ich in den letzten Jahren wirklich oft gehört. Lohnt sich das Geld? Und lohnt sich das Studium inhaltlich für Dich?

Auf diese Fragen gibt es keine leichten Antworten und ich habe viel darüber nachgedacht. Die kurze Antwort bei der ich heute bin lautet: Ja!

Die ausführliche und differenzierte Antwort ist:

Für mich persönlich und meine Entwicklung hat sich die Investition gelohnt. Die Inhalte hätten allerdings teils detailierter sein können. Aber das bringt ein BWL-Studium mit sich. Es ist keine Frage des Verstehens, sondern des Lernens. Klar, wer ein allgemein gutes Wirtschaftsverständnis hat (und da zähle ich mich dazu) wird es leichter haben – aber grundsätzlich kann aus meiner Sicht fast jeder ein BWL-Studium absolvieren. Bei einem Chemie-Studium ist deutlich wichtiger eine gewisse Affinität zu haben als bei BWL.

Aber auch ich habe einiges Neues gelernt, vor allem interessante Denkanstöße mitgenommen und dank meiner Werkstudentenstellen oft in der Praxis anwenden können.

Ob mir das Gelernte im Job weiterhilft bezweifel ich. Selbst die Inhalte in den Fächern meiner Vertiefung bringen mich in meiner Arbeit als Personalentwicklerin nicht weiter. Maximal führen sie zu mehr Aufmerksamkeit für gewisse Themen. Zwischendurch hat mich diese Erkenntnis demotiviert. Ich hatte mir vom Master erhofft, dass er mich weiterbringt als ich es beim Bachelor erlebt hatte.

Inzwischen kann ich das akzeptieren. BWL ist kein Fach, in dem es in die Tiefe geht. Wer Tiefgang möchte, muss sich privat darum kümmern.

Doch vieles andere, was ich durch das Studium gelernt habe, bringt mir im Job und auch im Alltag wahnsinnig viel: Da wäre erneut die Flexibilität zu nennen. Durch die Beschäftigung mit unternehmerischen Prozessen habe ich Denkanstöße erhalten, durch den Austausch mit meinen Komilitonen, die in verschiedensten Branchen arbeiteten, spannende neue Geschäftsmodelle und Perspektiven kennengelernt und durch die Natur des Fernstudiums viel über mich selbst gelernt.

Qualitäten, die ich durch das Studium definitiv ausgebildet habe, sind

  • Zeitmanagement von internen und externen Anforderungen & Priorisierung von Aufgaben
  • Selbstbewusstsein und Stolz auf meine eigenen Leistungen
  • Antizipieren von Problemen / neuen Situationen

Ob diese Erkenntnisse und Lerneffekte auch ohne das Studium durch einen Job nach dem Studium eingetreten wären, weiß ich nicht. Allerdings ist mein Gefühl, dass das Studium sehr dazu beigetragen hat, dass ich diese Dinge schneller lernen konnte als in anderen Situationen – denn es war nötig!

 

Fazit

Über 12.000 Euro habe ich in Studiengebühren investiert. Dazu kommen Kosten für die Präsenzwochen (Anreise, Unterkunft, etc.) – kein günstiger Spaß. Auf der anderen Seite habe ich dieses Geld als Werbungskosten angesetzt und somit all meine Steuerzahlungen zurückerhalten.

Wenn ich über das Geld nachdenke, tut mir das nicht mehr weh. Zu Beginn tat mir jede Abbuchung weh. Heute weiß ich, dass ich nie wissen werde, ob ich auch ohne das Studium bestimmte Gehälter hätte erzielen können, bestimmte Positionen hätte erreichen können oder ich das Geld anderweitig besser hätte investieren können. Fakt ist, dass ich es mir leisten konnte – sparsamer Lebensstil, Kindergeld und Halbwaisenrente sei dank – und froh bin, es mir geleistet zu haben.

Der größte Benefit der fast 2,5 Jahre Masterstudium war die investierte Zeit. Zeit, in der ich mehr über mich, meine Fähigkeiten und Zukunftswünsche gelernt habe. Ich bin froh, zu Beginn nur 20 h gearbeitet und das Studentsein und die Flexibilität genossen zu haben. Ich bin froh, vor etwas mehr als einem Jahr den Vollzeit-Job angefangen zu haben – es hat sich als der richtige herausgestellt – und die neue Situation aus min. 40h Woche und Studium hat mich noch einmal anders gefordert und weiterentwickeln lassen.

Mit dem Eingang meines Zeugnisses fiel eine Last von  mir. Zeitgleich bin ich wahnsinnig stolz, es geschafft zu haben. Und heute bin ich wahnsinnig froh, mich im August 2014 für das Studium entschieden zu haben. Jetzt freue ich mich auf all das, was in die Ära „nach dem Studium“ fallen wird.

Viele Grüße
Marielle

Ziele-Update: Master of Arts – Check!
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7 Gedanken zu „Ziele-Update: Master of Arts – Check!

  • 28. April 2017 um 20:17
    Permalink

    Hallo Marielle

    vielen Dank für den Einblick in dein Studium! Ich bin selber fertig mit dem Bachelor und habe mir den Master an einer Fernuni überlegt.
    Jedoch muss ich anmerken, dass du hier eine Duale Hochschule im Bachelor mit einer privaten Fernuni vergleichst! Was ich damit sagen will ist, dass du nicht weißt, wie es an einer staatlichen Fernuni wäre, um einen aussagekräftigen Vergleich zu ziehen.

    Viele Grüße
    Foti

    Antworten
    • 29. April 2017 um 17:53
      Permalink

      Hallo Foti,

      danke für Deinen Kommentar und Deine absolut korrekte Anmerkung.
      Ich würde meinen Artikel allerdings nicht als Vergleich werten…zusätzlich habe ich bei Mike ja die Alternativen staatliche Uni UND staatliche Fernuni hautnah mitbekommen. Der organisatorische Aspekt und auch die Individualität der Betreuung waren an der privaten Fernuni definitiv am Besten. Allerdings ist das aus meiner Sicht bei den Kosten auch eine Grundvoraussetzung…
      Einen aussagekräftigen Vergleich kann ich als Individuum sicher eh nie ziehen – an jeder Uni / Hochschule geht es sicherlich etwas anders zu, wahrscheinlich sogar in jedem Studiengang.
      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 28. April 2017 um 21:59
    Permalink

    Glückwunsch zum bestandenen Master! Habe auch mal mit einem Fern-Master geliebäugelt mit ähnlich hohen Kosten. Aktuell kann ich mich nicht dazu aufraffen – Respekt, dass dus durchgezogen hast. Vielleicht schlägt es sich nicht direkt positiv auf deinen aktuellen Beruf nieder, aber schaden wirds sicher auch nicht. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenny

    Antworten
    • 29. April 2017 um 17:55
      Permalink

      Hallo Jenny,

      danke für Deine Glückwünsche 🙂

      Ich bin mir ganz sicher, dass ich mich jetzt nicht mehr dazu aufraffen könnte – v.a. wenn kein konkretes Ziel dahintersteckt (also bspw. ein Berufliches, das ich nur mit dem Master erreichen könnte, o.ä.). Für mich war es superwichtig, dass ich das Studium direkt nach dem Bachelor angefangen habe – für mich stand von vorne herein fest: Entweder direkt oder gar nicht.

      Ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe. Bin mir aber auch sicher, dass man auch ohne Master super durchs Leben kommt 😉

      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
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