Hallo,

heute wird es Zeit für die Frage „Welche“ Zielart Ihr als Paar setzen und verfolgen könnt. Denn bisher haben wir nur das „Warum“ gemeinsamer Ziele und das „Wie“ der Suche nach eben diesen beleuchtet.

 

Drei grundsätzliche Zielarten

Im Deutschen wird das Wort „Ziel“ inflationär für ein breites Spektrum an Definitionen verwendet. Wundert es da noch, dass Menschen immer wieder aneinander vorbeireden.

Vor ein paar Tagen hatte ich erst ein Gespräch, dass die Chefin Ziele für das neue Geschäftsjahr vorgelegt bekommen möchte. Diese durften allerdings nicht das Tagesgeschäft (z. B. Prozessoptimierung) tangieren. Hingegen sollten sie neuartige Aspekte in das Unternehmen bringen.

Die betroffene Person hatte sich allerdings Ziele in der Personalführung und der Prozessoptimierung gesetzt und war (berechtigterweise) frustriert, dass diese nicht akzeptiert werden würde.

In diesem Beispiel wurde nicht über die konkreten Eigenschaften der (persönlichen) Zieldefinition gesprochen. Leider passiert dies viel zu häufig, was immer wieder in Frustration und Demotivation endet. Schade, da es Potential vergeudet!

Schauen wir uns die drei wichtigsten Zielarten an.

 

Mission

 

 

Die Mission ist das übergeordnete Ziel und für den größten Teil der Lebensspanne gültig. Für viele ist es sicherlich die Familie, für manche die finanzielle Freiheit und einige definieren sie weit und sprechen von der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben.

Alle drei (oder auch etwas ganz anderes) sind sehr generisch, auf unterschiedlichsten Wegen zu erreichen und bilden oft die Basis einer Beziehung. Das Streben nach einer ähnlichen Mission führt dazu, dass Ihr an einem Strang ziehend vorwärts geht und Euch als Paar der gemeinsamen Zukunft verschreibt.

Mike und ich sind grundsätzlich sehr unterschiedlich. Allerdings haben wir sehr ähnliche Grundwerte und streben beide danach das bestmögliche aus unserer Lebenszeit herauszuholen. Wir möchten am Ende unseres Lebens nichts bereuen und zufrieden sein mit dem was geschafft und erlebt haben.

Wir leben nicht in den Tag hinein, sondern wissen, was uns zufrieden stellt und streben jeden Tag nach unseren Vorstellungen zu leben. Die Details wie wir dorthin kommen, sind bei uns beiden allerdings teilweise stark unterschiedlich.

Die Mission liefert die Leitplanken für unser (gemeinsames) Leben.

 

Vor- und Nachteil gemeinsamer Missionen

Eine gemeinsame Mission wird der Beziehung mit Sicherheit Stabilität, Vertrauen und Handlungsempfehlungen geben. Wenn wir wissen, wo wir hinwollen, dann wissen wir schließlich wie wir handeln müssen. Bei uns bedeutet dies die finanzielle Freiheit und die damit verbundene Zeit für Familie, Reisen und Co.

Allerdings ist es alleine schon unfassbar schwer eine Mission zu finden und nach dieser sein Leben auszurichten. Mike hat lange gesucht und kann sie mittlerweile formulieren: Möglichst vielen Kindern einen Bildungsweg bieten, der sie in ihren individuellen Kompetenzen und Talenten fördert und fordert.

Vielleicht fällt es Euch zu oder Ihr habt vor Jahren schon gewusst, wohin Euch Euer Weg bringen soll oder, dass Ihr keinen Weg gehen wollt. Gefühlt ist die Erkenntnis der eigenen Mission ein langer Weg mit tagelanger Selbstreflexion, kritischen Nachfragen, hunderten Sackgassen und dutzenden Verfahrern.

Seid Ihr bereit den Weg zu gehen?

Es ist der (sichere) Stoppknopf des Autopilotens!

 

Ziele

 

 

Damit wären wir bei den Zielen angekommen. Sie sind in der Regel langfristiger Natur – aber nicht auf ein ganzes Leben ausgerichtet. Ziele können mit Meilensteinen gleichgesetzt werden, die auf dem Weg zur Missionserreichung absolviert werden. Sie leiten sich von der Mission ab und orientieren sich an diesen.

Große Ziele können leicht in Unterziele aufgebrochen werden. Die Motivation bleibt erhalten, ein Zwischenziel nach dem anderen zu erreichen. Beispiele für Ziele findest Du in unserer Zielsetzung für 2017. Hier haben wir uns jeder eigene, aber auch gemeinsame Ziele für das Jahr gesetzt.

Wir setzen uns jährlich neue Ziele. Manche aus den Vorjahren bleiben erhalten. Neue kommen hinzu. Andere werden erfolgreich abgehakt. Einzelne von der Liste gestrichen ohne es richtig versucht zu haben. Ziele verändern sich regelmäßig – abhängig von den eigenen Erfahrungen, der Lebensphase und den Möglichkeiten.

Spannend ist auch, dass jeder Mensch unterschiedlich mit der Setzung von Zielen umgeht. Manch einer wird motiviert durch extrem hohe Ziele (die Erreichung ist hier gar nicht wichtig), andere werden durch das Erreichen von Zielen motiviert (und setzen sich daher erreichbare Zwischenziele). Zu ersterem Typ Mensch gehört Mike, ich gehöre zur zweiten Gruppe. Bei gemeinsamen Zielen müssen wir ein Mittelmaß finden, um uns beide zu motivieren – oder eine Ausprägung definieren, die jeder von uns unterschiedlich auslegen kann.

 

Vor- und Nachteil von gemeinsamen Zielen

Zu den Vorteilen haben wir schon viel geschrieben und dem Thema einen eigenen Artikel gewidmet. Dies kannst Du hier nachlesen und Dich im Thema vertiefen.

Es fällt mir ernsthaft schwer Nachteile zum Setzen gemeinsamer Ziele zu finden. Daher gebe ich diese Frage an Dich ab: Welchen Nachteil könnte es haben, sich in der Beziehung gemeinsame Ziele zu setzen?

Ziele bieten in dieser Dreiteilung das Bindeglied zwischen den täglichen Aufgaben und der Mission.

 

To Do – unsere täglichen Aufgaben

 

 

Um Ziele zu erreichen ist es nötig diese in einzelne To Dos zu unterteilen. Was muss erledigt werden, um etwas zu erreichen und welche Schritte sind in welcher Reihenfolge zu unternehmen. Ein (manchmal genauer, manchmal oberflächlicher) Plan muss her.

Gerade bei gemeinsamen Zielen lassen sich To Dos wunderbar aufteilen. Jeder Partner übernimmt einen Teil und trägt so etwas zur Zielerreichung bei. Vor allem aber, kann jeder die Schritte übernehmen, die ihm mehr liegen.

Mike und ich pflegen seit Jahresbeginn ein gemeinsames Trello-Board. Hier tragen wir uns alles ein, was wir an To Dos sehen, um unsere einzelnen, aber auch gemeinsamen Ziele zu erreichen und damit unsere Mission, zufrieden zu sein, weiter zu verfolgen.

To Dos können hierbei von einzelnen Blogartikeln, über die Einkaufsliste bis hin zu Rechercheaufgaben für unsere Hochzeit gehen. Wer was übernimmt, hängt stark davon ab, wer gerade Zeit hat, in einzelnen Bereichen mehr Stärken/Kompetenzen aufweist und Spaß daran hat.

 

Vor- und Nachteil gemeinsamer To Dos

Unabhängig von Zielen empfinden wir es im gemeinsamen Leben sehr angenehm, uns unsere Aufgaben zu teilen. Gerade zu Beginn der Beziehung war dies nicht immer einfach – wer putzt das Bad, wer kauft ein oder wer organisiert den Urlaub?

Gefühlt hatten wir tausend Varianten durchgetestet, um die anfallenden Aufgaben sinnvoll aufzuteilen. Hier liegt die größte Herausforderung. Dies muss spätestens beim Zusammenziehen angenommen werden.

Nachteil kann daher die Verantwortungsdiffusion sein. Wenn Aufgaben im Raum stehen, kann es (sehr wahrscheinlich) passieren, dass sich niemand für die Aufgabe verantwortlich fühlt. Dann wird nichts erledigt und die Produktivität sinkt.

Dies gilt es zu überwinden. Dann steigt die Produktivität sofort und potenziert sich.

Und das ist zugleich der Vorteil gemeinsamer To Dos – Verantwortungsübernahme nach Kompetenzen, Talenten und Stärken.

 

Fazit

Aus zwei Individuen können eine Vielzahl an gemeinsamen Zielen entstehen. Umso besser man sich kennt und desto mehr Gemeinsamkeiten die Werte und Missionen aufweisen, desto mehr gemeinsame Ziele werdet Ihr mit der Zeit entwickeln.

Wir beide hatten zu Beginn unserer Beziehung keine gemeinsamen Ziele – heute kennen wir uns gegenseitig wahnsinnig gut, fordern uns heraus und setzen uns sowohl individuell als auch gemeinsam ständig neue Ziele. Manche erreichen wir und manche nicht – unserer Mission der Zufriedenheit dient beides!

 

Zielarten: Welche passt zu unserer Beziehung?

3 Gedanken zu „Zielarten: Welche passt zu unserer Beziehung?

  • 24. Februar 2017 um 07:57
    Permalink

    Ich bin auch so ein klarer To-Do-Mensch. Ohne Liste geht es einfach nicht. Meine Freundin ist noch viel schlimmer… das steht jedes kleine Detail auf der Liste. Übertreiben darf man es damit aber nicht. In manchen Situationen wird einem dadurch einfach die Freiheit genommen. Man fühlt sich regelrecht durch die abzuhakenden Ding eingeengt. 😉

    Antworten
    • 24. Februar 2017 um 17:40
      Permalink

      Haha – vielen Dank für den Kommentar, in dem wir uns super wiederfinden. Mit Listen und entsprechendem Abhaken, kommen wir einfach besser voran. Gerade zu zweit ist es super motivierend zu sehen, was der andere bereits geschafft hat und nachziehen zu wollen.

      Aber klar, man muss alles mit Augenmaß machen. Auch hier hilft es wieder, dass wir zu zweit sind und der eine den anderen auch mal zu spontanen Abwegen überzeugt 😉

      LG
      Marielle

      Antworten
  • Pingback: Scheitern als Reifeprozess - Verloren und doch gewonnen - Beziehungs-Investoren

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