Wie kannst Du in der Beziehung über Geld reden?

Die kurze Antwort:

Offene und direkte Kommunikation über Bedürfnisse und Wünsche in allen getrennten und gemeinsamen Bereiche.

Simpel nicht wahr? Die Umsetzung ist meist ein Tickchen schwerer. Weshalb wir uns noch für eine längere Antwort entschieden haben. (Sonst wäre dies der kürzeste Blogbeitrag ever 😉 ).

Varianten des Geld-Managements in einer Beziehung

Vor dem Reden, kommt zunächst das Management. Jede Variante hat Vorteile und Nachteile und ist unterschiedlich stark in der Bevölkerung repräsentiert.

Pahl unterscheidet 1989 in ihrem Buch „Money and Marriage“ vier grundlagende Varianten:

(1) Pooling: Das gesamte Geld wird zusammengetragen und vermischt. Einer oder beide können die Kontrolle über das gemeinsame Vermögen ausüben.

(2) Gesamtes Einkommen: Das Einkommen der einen wird der anderen Person vollständig überwiesen. Erstere gibt somit die komplette Verantwortlichkeit für das Management der Finanzen innerhalb der Beziehung auf.

(3) Haushaltsgeld: Der Hauptverdiener verteilt ein Haushaltsgeld an die andere Person, welche diesen Teil managed.

(4) Unabhängiges Management: Jede Person behält das Einkommen und trägt dafür die Verantwortung. In dieser Konstellation existieren keine gemeinsame Konten, keine gemeinsame Investitionen und die Partner bekommen einen Verantwortungsbereich für bestimmte Ausgaben zugeteilt.

Diese Darstellung wirkt auf den ersten Blick unvollständig. Korrekt! Viele Abstufungen fehlen und wurden erst über die Jahre hinweg in der Literatur ergänzt.

Am Häufigsten ist das Pooling vertreten. Dort hat sich beispielsweise das Partial Pooling als Unterkategorie herauskristallisiert.

Partial Pooling – das Vermischen von Teilen des Einkommens – erfreut sich besonderer Beliebtheit bei jungen oder erneut verheirateten Paaren. Typisch ist hier, dass gemeinsame und getrennte Konten und Investitionen existieren.

Wir können unser Geld-Management eindeutig dem Partial Pooling zuweisen. Wie sieht es bei Dir aus? Kannst Du Euer Geld-Management einer Form zuweisen oder habt Ihr eine Mischform oder Abstufung für Euch entdeckt?

 

Kooperation

Egal, welches Modell Ihr Euch für Eure Beziehung ausgesucht habt oder egal, welches Modell Du Dir in Deiner zukünftigen Beziehung vorstellst, wichtig ist: Ihr seid ein Team mit gemeinsamen Zielen.

Warum ist das wichtig?

Bei meinem DGPs-Kongress in der vergangenen Woche wurde ein interessantes Experiment vorgestellt.

 

Hypothese und Vorgehen

Die Hypothese war, dass Personen, die wettkämpfen deutlich weniger Argumente in einer Diskussion preisgeben als solche, die miteinander kooperieren (= an einem gemeinsamen Ziel arbeiten).

Um Herauszufinden, ob Argumente wirklich zurückgehalten werden, wurden einer Person im Vorfeld Argumente für die kommende Diskussion beigebracht. Diese mussten die Argumente aufschreiben und nach einer bestimmten Zeit erneut aufsagen, sodass sichergestellt war, dass die Personen die Argumente kannten.

Anschließend wurden sie mit einer unbekannten Person gepaart. Die Paarung stand dann entweder im Wettkampf oder sollten miteinander kooperieren.

 

Ergebnisse

Im Wettkampf wurden signifikant weniger, der vorher gelernten, Argumente dem Partner präsentiert als in Kooperationsbedingung. Es ging entsprechend viel Information verloren, von der beide Personen hätten profitieren können.

Für unsere und Eure Beziehung ist dies besonders wichtig. Wenn beide davon überzeugt sind, dass in der Beziehung gemeinsame Ziele verfolgt werden und somit eine Kooperation nötig ist, werden mehr Argumente preisgegeben.

 

Mögliche Implikationen

Argumente könnten nicht nur die Form von Fakten annehmen, sondern auch Bedenken und Bedürfnisse beinhalten. Mangelnde Kooperation könnte zur Zurückhaltung von wichtigen Informationen beitragen, die über das Wohlbefinden einer oder beider Personen innerhalb der Beziehung Auskunft geben.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Reden über Geld leichter fallen sollte, wenn Ihr ein gemeinsames Ziel vor Augen habt. Der Kauf eines gemeinsames Hauses, die Hochzeit, der Kinderwunsch oder die Anschaffung von Konsumgütern oder Alltagsausgaben können gemeinsame Ziele darstellen, die die Kommunikation über Geld erleichtern.

Kooperation kann eine offene und direkte Kommunikation fördern, wo wir dann auch schon direkt beim nächsten Punkt sind.

Leider ist die Studie noch nicht veröffentlicht, sodass ich sie Dir noch nicht verlinken kann. Wenn es soweit ist, werde ich dies nachholen.

 

Kommunikation

Reden,

Reden,

Reden

und nochmals Reden.

Dies ist die Essenz unserer Beziehung und unseres Blogs. Daher hau in die Tasten und rede mit uns 🙂

Nur Reden hilft nicht immer weiter. Die Art und Weise wie wir kommunizieren ist entscheidend für die Zufriedenheit in und dem Fortbestand der Beziehung.

Aus diesem Grund hatten wir das Thema „Kommunikation“ in unserem ersten Artikel zu Beziehung und Geld erwähnt.

 

Sei spezifisch – es lohnt sich

In unserer Wahrnehmung erleben wir unser eigenes Verhalten in verschiedenen Situationen sehr unterschiedlich. Das liegt daran, dass wir alle Informationen über uns selbst haben.

Allerdings ist das nicht der Fall bei unserem Gegenüber. Wir nehmen nur einen Bruchteil der Informationen wahr, die die andere Person sendet. Die Missachtung dieses Sachverhalts kann zu starken Verallgemeinerungen führen.

Immer gibst Du massig Geld aus, Du bist verschwenderisch!

Mit solchen Vorwürfen willst weder Du noch Dein Partner konfrontiert werden. Vor allem, weil sie aus der eigenen Perspektive überhaupt nicht zu treffen.

Ich habe Bedenken, dass wenn Du derart viel Geld ausgibst, dass für unsere gemeinsame Aktivitäten und Zukunft zu wenig übrig bleibt. Könnten wir uns Zeit nehmen und darüber reden?

Ein ganz anderes Gefühl oder? Meine Partnerin hat Bedenken, möchte darüber reden und gibt mir Zeit mich darauf vorzubereiten.

Zeit lassen

Wie im Beispiel schon angeklungen, ist die Zeit ein wichtiger Faktor bei offener und direkter Kommunikation.

Auch, wenn für mich gerade ein sehr guter Zeitpunkt ist über meine Bedenken oder über die gemeinsame Zukunft oder mich störendes Verhalten zu sprechen, kann es für Marielle ein sehr unpassender Zeitpunkt sein.

Zwar kenne ich ihren Tag, ihre Herausforderungen und ihr Wohlbefinden ziemlich gut, allerdings kann sie dennoch mit ihren Gedanken gerade ganz woanders sein. Zudem könnte es sein, dass ihr mein Problem noch gar nicht bewusst ist und sie noch keine Zeit hatte, sich daruf vorzubereiten.

Deshalb ist das offene Ansprechen des Themas wichtig und noch viel wichtiger ist, nicht sofort ein Gespräch einzufordern. Ein Offenlassen des Gesprächtermins führt zu einer höheren Akzeptanz und zu einem wertvolleren Beitrag. Manchmal sprechen wir sofort darüber, manchmal lassen wir uns noch ein paar Tage Zeit.

 

Die Pace des Partners berücksichtigen

Eine verständnisvolle Kommunikation zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass Du die individuelle Pace Deines Partners  berücksichtigst.

Gewohnheiten, Gedanken und Bedürfnisse ändern sich nicht über Nacht. Es ist daher wichtig, dem Partner die Zeit zu geben, sich mit einer etwaigen Änderung anzufreunden.

Wer noch nie oder selten über Geld geredet hat, kann sich sehr wohl mit der Zeit damit anfreunden, die postiven Aspekte kennenlernen und es toll finden.

Dies gilt auch für einzelne Aspekte beim gemeinsamen Geld-Management. Daher empfehlen wir wiederkehrende, verständnisvolle Gespräche zu (Tabu-) Themen.

 

Geld ist kein Stellvertreter!

Streiten

Auch das gehört dazu. Ein Streit sollte immer beim Thema bleiben und nicht andere Themen vorschieben.

Beliebt sind dabei Tabuthemen, da ungeteilte Informationen, die Wahrheit der Aussagen verschleiern.

Geld bietet sich außerdem an, da es etwas sehr Materielles und damit Greifbares ist.

Der Sieg ist sicher, denn dabei geht es um diese Art von Streit.

Hier hilft es zu klären, dass Ihr gemeinsame Ziele in der Beziehung verfolgt. Sodass unfaire Mittel gar nicht erst zum Vorschein kommen.

Und Ihr dürft Euch über Geld streiten. Einzige Bedingung ist eine sachliche Diskussion und dass Ihr Eure Bedürfnisse und Bedenken in der Ich-Form vortragt. Wenn Ihr dies berücksichtigt, kann der Streit bereichernd sein. Dadurch kann ein besseres Verständnis für die andere Sichtweise entstehen.

 

Geld ist kein Machtmittel!

Wenn wir gerade bei den Dont’s sind. Geld ist auch kein Machtmittel. Nur weil jemand in der Beziehung mehr verdient, bedeutet dies nicht gleich mehr Macht.

Stimmt Investitionen auch bei stark unterschiedlichen Einkommen gleichberechtigt ab. Das ist super wichtig, da es ansonsten zu Spannungen kommen kann, obwohl die Geste gut gemeint ist.

Eine hohe Ausgabe, die zuvor abgelehnt wurde, dennoch als Überraschung zu tätigen, kann von Dir als positive Geste gemeint sein, tatsächlich wirkt sie auf Deinen Partner erdrückend und erniedrigend.

 

Ein Beispiel: Urlaub in der Karibik

Im letzten Jahr hat Marielle mich zur Kreuzfahrt in die Karibik eingeladen. Dabei handelte es sich für mich um eine zu hohe Summe. Ich war nicht gewillt diese Summen für einen Urlaub auszugeben. Dieses Gespräch hatten wir 1,5 Jahre vor der Kreuzfahrt.

Marielle hätte – da es für sie im Vermögensverhältnis eher um eine kleine Summe handelt – mir die Kreuzfahrt zum Geburtstag schenken können. Das hätte mich mit einem sehr schlechten Gefühl dastehen lassen.

Ich hätte mir Vorwürfe gemacht, dass ich ihr die Art von Urlaub und die gemeinsamen Erlebnisse nicht bieten kann. Ich hätte mich gedemütigt gefühlt, da ich klar gemacht hatte, dass es mir zu teuer ist und sie sich über mein Bedürfnis hinweg gesetzt hätte.

Stattdessen hat Marielle mir Zeit gegeben und ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche dargelegt. Sie möchte dies nicht alleine erfahren, sondern mit mir zusammen und dass ihr dies das Geld definitiv wert ist. Und sie hat mir klar gemacht, dass sie meine Gefühle total versteht und auch sieht wie viel da noch hinten dran steht – außer die Ausgaben für die Reise.

Schlussendlich hat sie mich entscheiden lassen, ob ich mich von ihr einladen lassen möchte oder ob ich mich dabei doof fühle. Und hat auch sichergestellt, dass meine Entscheidung für mich annehmbar ist.

Insgesamt hatten wir einen super schönen Urlaub und eine Bestätigung unserer Beziehung.

 

Umfeld für eine gelungene Kommunikation schaffen

Ich habe angesprochen, dass der Zeitpunkt sehr entscheidend ist, um konstruktiv über Geld reden zu können. Das ist allerdings nicht das einzige Merkmale, um Kommunikation gelingen zu lassen.

 

Feste und regelmäßige Treffen festlegen

Zuvor ging es um Themen die spontan oder schleichend auftreten und irgendwann angesprochen werden müssen.

Jetzt geht es mehr um kontinuierliche Gespräche zum Thema Finanzen und Co.

Wir haben zwei Arten von wiederkehrenden Treffen zu Geld und Investitionen (mittlerweile sogar eine dritte Art -> die Besprechung der Blogartikel).

Erstens gehen wir wöchentlich unsere Aktieninvestitionen durch und beschäftigen uns mit der Bewertung von Unternehmen. In dieser Zeit stecken wir außerdem weitere Ziele, neue Investitionen und der weitere Umgang mit dem Thema ab. Jedes Wochenende nehmen wir uns dafür zwischen einer bis drei Stunden Zeit.

Zweitens gehen wir an jedem ersten des Monats unsere einzelnen und gemeinsamen Finanzen durch. Wir updaten uns einmal im Monat über unseren Vermögensstatus, welche Ein- und Ausgaben es gab und warum diese sinnvoll waren.

Letzteres kannst Du auch in unserer Serie „Monatsabschluss“ verfolgen.

Die Regelmäßigkeit ermöglicht es uns vorbereitet in das Treffen hineinzugehen und alles anzuprechen, was uns zu Geld und Investitionen beschäftigt. Es herrscht körperliche und geistige Anwesenheit 🙂

 

Das finanzielle Jahr

Wir haben die Zeit zwischen den Jahren auserkoren, um unser kommendes Jahr zu planen.

In dieser Zeit planen wir unsere individuellen und gemeinsame Ziele und sprechen ebenfalls über anstehende Investitionen und Ausgaben, die für das kommende Jahr anstehen könnten.

Auf diese Weise gibt es keine „bösen“ Überraschungen. Böse deshalb, der einer von beiden fest mit der Ausgabe gerechnet hat und der andere diese gar nicht auf dem Schirm hatte.

Zudem ermöglicht es die finanziellen Kapazitäten und Puffer abzuschätzen. Vielleicht erweisen sich manche Ausgaben als Zusatz und andere als zwingende Notwendigkeit.

Neben der Antizipation vermeidet Ihr mit gemeinsamen Absprachen überraschende Konflikte, da Ihr Euch mit Abstand – emotionsloser und rationaler – ausgetauscht habt.

 

Was für das Jahr gilt, gilt auch für den Monat

Die Jahresausgaben und -Investitionen sind meist einmaliger Natur, wohingegen die Monatsausgaben meistens wiederkehrenden: Miete, Essen, Internet …

Hierfür haben wir uns ein Budget ausgerechnet, dass wir im Monat benötigen und überweisen diesen Betrag am Ende des Monats auf das gemeinsame Konto.

Damit ist auch festgelegt, wie oft wir im Monat Essen gehen können oder kleinere Sonderausgaben (wie neuen Mixer oder TV) tätigen können. Wenn Geld übrig bleibt, dann tätigen wir derartige Ausgaben, ansonsten verzichten wir darauf.

Auf diese Weise haben wir für uns sichergestellt unsere gemeinsamen Ausgaben im Griff zu behalten und unser Budget bisher noch nicht überschritten zu haben.

 

Fazit

Über Geld (oder andere wichtige Themen) sprichst Du mit Deinem Partner am besten in Ruhe zu vereinbarten Zeiten.

Dies nimmt den Stress und die Gewichtigkeit aus der Situation, direkt für alles eine Antwort haben zu müssen oder ansonsten unglücklich dazustehen.

Zu festen Zeiten beschäftigt Ihr Euch mit gemeinsamen Zielen, Vorhaben, Ausgaben und Investitionen und sorgt dafür, dass Eure Gedanken und Bedürfnisse gehört werden und Ihr diese von Eurem Parnter erfahrt.

Wie ist das bei Dir/Euch? Wie redet Ihr über Geld? Erzähle es uns in den Kommentaren. Wir freuen uns darauf 🙂

Beste Grüße

Mike & Marielle

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11 Gedanken zu „Wie spreche ich über Geld in der Beziehung?

  • 24. September 2016 um 23:10
    Permalink

    „Reden, Reden, Reden und nochmals Reden. Man könnte dies als eine Essenz unserer Beziehung und somit auch des Blogs bezeichnen.
    Aber einfach nur Reden hilft nicht immer weiter. Die Art und Weise wie wir kommunizieren ist entscheidend für die Zufriedenheit in und dem Fortbestand der Beziehung.“

    Ich denke das ist ein wichtiger Punkt, den jeder bei der Kommunikation mitnehmen sollte. Häufig arten Kleinigkeiten in große Streitereien aus, weil sie nicht sachlich genug transportiert werden und der Beziehungspartner sich angegriffen fühlt. Zu der Art der Kommunikation kommt noch hinzu, dass verschiedene Werteinstellungen häufig im Umgang mit Geld sichtbar werden und dann nur über das Geld gestritten wird.

    Beispiel:
    Der eine Partner möchte im Hier und Jetzt leben und möglichst viel Spaß haben. Daher gibt er mit vollen Händen das Geld für Statussymbole, Klamotten und ähnliches aus. Der andere Partner ist sparsamer, weil er in der Kindheit nie viel Geld hatte und lieber die Sicherheit von einem höheren Betrag auf dem eigenen Konto hat. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die beiden richtig einandergeraten, weil sich ihre Wertvorstellungen so stark voneinander unterscheiden. Wenn nicht erkannt wird, dass diese Werte zu den unterschiedlichen Umgangsformen mit Geld führt, können sie dieses Problem nicht richtig lösen und der Streit ums Geld tritt immer wieder auf.

    In Statistiken wird Geld als eine der häufigsten Gründe für die Scheidung.
    Ich glaube der Grund ist eher, dass sich unterschiedliche Wertevorstellungen in Geldfragen gut zeigen. Wenn sie nicht gelöst werden, tauchen sie immer wieder in Streitereien ums Geld auf.

    Leider sehe ich das immer wieder, dass selbst Menschen in einer Beziehung überhaupt nicht über Geld reden und damit auch nicht die tieferliegenden Probleme betrachten. Ich finde ihr leistet einen guten Beitrag und ich hoffe, dass viele Leute eure Beiträge lesen und sich zu Herzen nehmen.
    Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben, doch mein Kommentar ist jetzt schon lang genug.
    Macht weiter so.

    Schöne Grüße

    Dominik

    Antworten
    • 25. September 2016 um 11:53
      Permalink

      Hallo Dominik,

      vielen Dank für deinen Input !

      Gemeinsame Werte sind definitiv absolut wichtig für eine funktionierende Beziehung. Und wenn es hier eben differenzen gibt, sind wir wieder bei dem Kommunikationsthema – wie du es schon so schön beschrieben hast! Das mit dem Scheidungsgrund „Geld“ kann ich mir leider sehr gut vorstellen – in diesen Fällen mangelt es wahrscheinlich bereits vor der Hochzeit an klaren Absprachen und offener Kommunikation über das Thema Geld. Dann verändert sich ggf. die Lebenssituation (durch Kinder, Verdienstausfall, etc.) und plötzlich kommen die unterschiedlichen Vorstellungen bzgl. Geld zum Vorschein und es kommt zum Streit und den berühmten „unüberbrückbaren Differenzen“.

      Wir bedanken uns ganz herzlich für dein Lob und freuen uns auf den weiteren Austausch 🙂

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 25. September 2016 um 12:19
    Permalink

    Das habt ihr sehr gut geschrieben. Auch ich kenne jede Menge Beziehungen, die wegen des Geldes, dem Schweigen darüber oder einer unterschiedlichen Auffassung dazu, gescheitert sind oder schlecht laufen.
    Nicht jeder Mensch ist für Kommunikation geschaffen. Das ist die Crux dabei…
    Manche Menschen ticken auch so ähnlich, dass es gar keiner großen Kommunikation dazu bedarf.

    Antworten
    • 25. September 2016 um 18:22
      Permalink

      Hallo Lissy,

      danke für deinen Beitrag.

      Ich stimme dir grundsätzlich zu, würde allerdings behaupten, dass nicht jeder Mensch gelernt hat zu kommunizieren. Viele werden im Verlauf ihres Lebens die Erfahrung gemacht haben, dass „reden Silber und schweigen Gold“ ist. Solche Weisheiten – die wir von kleinauf lernen – führen natürlich auch dazu, dass Dinge nicht frühzeitig angesprochen werden und aus der Mücke ein Elephant entsteht.

      Das ist sehr ärgerlich, weil ein offener Umgang miteinander allen Beteiligten in ihrer Entwicklung weiterhilft.

      Antworten
  • 25. September 2016 um 16:24
    Permalink

    Naja, nach 27 Jahren Ehe kann ich da nicht viel dazu sagen. Wir sprechen uns ab und wissen wie der andere „tickt“. Streit ums Geld gibt es bei uns seit Jahren nicht mehr. Größere Anschaffungen werden abgesprochen und dafür ein Budget festgelegt, das Kleinzeugs läuft so nebenher. Ist vielleicht auch deswegen einfach, da wir finanziell ganz gut da stehen und 100 € hin oder her absolut keine Rolle spielen. Eigentlich sind meine Frau und ich kein Maßstab, aber wie man sieht, es kann auch ohne Streit gehen. Letztendlich verfolgen wir die gleichen Ziele, was das alles wohl auch einfacher macht.

    Antworten
    • 25. September 2016 um 18:03
      Permalink

      Guten Abend Alexander,

      vielen Dank für den Einblick nach 27 Jahren Ehe. (Da haben wir noch einiges vor uns bis wir überhaupt 27 Jahre zusammen sind oder Marielle 27 Jahre auf der Welt ist :D)
      Es ist sehr schön zu lesen, dass in einer funktionierenden Ehe auch Geldthemen unproblematisch nebenherlaufen und besprochen werden.

      Wie war es denn in Eurer Anfangszeit: Hattet ihr bewusst daran gearbeitet, oder hat es sich vielleicht einfach so entwickelt?

      Antworten
  • 25. September 2016 um 19:02
    Permalink

    Beziehung kann auch funktionieren, wenn man finanziell nicht gleich tickt. Deshalb muss es noch lange keinen Streit geben. Wenn ein Partner sagt, kann (will) ich mir nicht leisten muss ein Konsens gefunden werden. Das kann auch sein, zu akzeptieren, sich einladen zu lassen
    Was für den einen Peanuts sind, ist evt. für den anderen ein Monatsgehalt.
    Menschen sind verschieden – das einzige, was ich einer Beziehung abträglich finde ist Geiz. Also nicht aus Not sich (oder dem anderen) etwas nicht leisten. Genauso halte ich einseitigen Verzicht einer Beziehung für abträglich.

    Btw hier sind es 17 jahre – hier gibt es maximal Streit, wenn einer dem anderen sein Finanzsystem überstülpen will. Bankomatzahler versus barzahler – Konto niemals im Minus gegen *hurra -bei Konto im Minus* kein Geld haben wir eh schon, jetzt wird eingekauft. 🙂
    Das war sicher mit das schwierigste zu lernen. Den anderen so sein zu lassen wie er\sie ist.

    Antworten
    • 26. September 2016 um 18:49
      Permalink

      Hallo wedges,

      danke für deine Ansichten und vor allem Einblicke in deine Erfahrungen zum Thema Geld & Beziehung!

      Du hast selbstverständlich recht – man muss nicht gleich ticken, um Streit zu vermeiden. Wären wir alle immer derselben Meinung, wäre es ja auch ziemlich langweilig. Aber, genau wie du es ansprichst, die Kommunikation macht es eben aus. Man muss die unterschiedlichen Standpunkte kommunizieren, sich darüber austauschen und den jeweils anderen und seine Ansichten akzeptieren (lernen).

      Bei uns ist es genau so wie du beschreibst – was für mich „Peanuts“ (im etwas übertriebenen Sinne) sind, ist für Mike deutlich mehr seines hart Ersparten. Damit mussten auch wir lernen umzugehen und nach wie vor gibt es Situationen (wie der beschriebene Karibik-Urlaub) in denen wir ein unterschiedliches Empfinden bzgl. Geld an den Tag legen. Es ist aus unserer Sicht jedoch absolut elementar, dass wir uns immer darüber austauschen, Bedenken einander mitteilen und gemeinsam eine Lösung finden, mit der wir beide glücklich sind. Denn über Geld streiten wollen wir uns nun wirklich nicht (und geizig bin definitiv eher ich als Mike…aber daran wird gearbeitet).

      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
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  • 22. Januar 2017 um 16:15
    Permalink

    Ich glaube das ist eine der größten Herausforderungen für eine Beziehung. Ich habe z.B. einen sehr langen Zeithorizont und lege viele finanzielle Entscheidungen darauf aus. Meine Frau ist da etwas anders. Das kann schonmal zu Konflikten führen. Aber genau wie ihr sagt: Kommunikation hilft (ist vermutlich das Einzige was hilft) und der Ton macht die Musik!

    Antworten
    • 22. Januar 2017 um 16:44
      Permalink

      Hallo Axel,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut uns, dass du den Weg zu uns gefunden hast 🙂

      Wie löst ihr eure Konflikte und wie geht mit der unterschiedlichen Sichtweise um? Wir selbst haben sehr unterschiedliche Ansichten in der Höhe unserer Zielsetzungen (auch im finanziellen), sodass es da zu Diskussionen kommt. Deshalb wäre eure Lösung sehr spannend!

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten

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