Hallo,

heute tauchen wir noch einmal in das Zielsetzungs-Thema ein. Und beschäftigen uns mit dem Einfluss, den Dein Umfeld auf Deine Ziele und die Art und Weise wie Du mit dem Setzen von Zielen umgehst, hat.

 

Vorwort

Wichtige Information vorweg: Dieser Artikel ist von Marielle geschrieben.

Schon seit Mike und ich uns mit dem Thema „Ziele“ befassen, fiel uns beiden immer wieder auf, wie unterschiedlich wir Ziele setzen und verfolgen. Wir wurden in unserer individuellen Entwicklung unterschiedlich sozialisiert und erzogen. Auch unser jetziges Umfeld unterscheidet sich teils gravierend.

Uns treiben unterschiedliche Motive an. Und die Art unserer Zielsetzung variiert stark.

Vor zwei Wochen habe ich ein Event meines Arbeitgebers anlässlich des „International Women’s Day“ besucht. Klischeehaft gab es einen Vortrag zum Unterschied von Frauen und Männern in der Karriere.

Letzte Woche fand der „Equal Pay Day“ statt – schon wieder Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Ein volltreffendes Streitthema und erkannte mich erneut selbst wieder.

Dies bringt mich zu meiner Kernfrage für diesen Artikel:

Wie beeinflusst die Umwelt die Zielsetzung von Frauen und Männern?

 

Einfluss der Umwelt auf Deine Zielsetzung

Wir interagieren mit unserer Umwelt, weshalb wir uns gegenseitig beeinflussen – ob nun in Alltagsentscheidungen, der Gedankenwelt oder eben der persönlichen Zielsetzung.

 

Pushen

Da ist jemand mehr oder weniger Außenstehendes, der Dich motiviert Dir hohe Ziele zu setzen. Eine Person, die Dich herausfordert und es nicht durchgehen lässt, dass Du Dich selbst verarschst.

In unserem Alltag passiert es viel zu häufig, dass andere Menschen unsere Vorhaben müde belächeln, abwerten oder sogar die Kompetenz absprechen dies umsetzen können. Deutlich seltener werden wir angespornt und in dem bestätigt was wir uns vornehmen.

Das mag je nach Umfeld sehr unterschiedlich aussehen. In den meisten Fällen ist eine Person, die das Potential in Dir sieht und dieses aus Dir herauskitzelt pures Gold wert. Wenn dies regelmäßig geschieht, setzt sich eine Aufwärtsspirale in Gang und Du kannst Deine eigenen (hinderlichen) Glaubenssätze erkennen und ablegen.

Ein kontinuierlicher und regelmäßiger Push ist einer der positivsten Einflussfaktoren, der von Außen auf Deine persönliche Zielsetzung kommen kann.

 

Hang zum Mittelmaß

Extreme – ob nach unten oder nach oben – werden von unserer Gesellschaft selten wertgeschätzt.

Bist Du zu gut, zu engagiert, zu ambitioniert bekommst Du wahrscheinlich oft Sätze zu hören wie:

  • Jetzt entspanne Dich doch mal
  • Man muss auch mal Pause machen
  • Du bekommst noch einen Burnout

Bist Du zu schlecht, zu faul, zu unmotiviert bekommst Du eher Dinge zu hören wie:

  • Du musst wirklich mal mehr Motivation zeigen
  • Ich erwarte, dass Du Dir mehr Mühe gibst
  • Immer nur chillen ist auch keine Lösung

 

Beide Richtungen haben zum Ziel, Dich zu einem in den Augen Deines Umfeldes „normalen“ Mitmenschen zu formen. Wahrscheinlich ist der Hintergrund auch oft die persönliche Einstellung des Auffordernden. Dieser hat eigene Gründe, die oft im eigenen Selbstwertgefühl begründet sind, weswegen er nicht mit Deiner in seinen Augen „extremen“ Einstellung auf einen Nenner kommt. Anstatt sich selbst zu verändern, versucht der äußere Einfluss Dich zur „Normalität“ zu bewegen.

Dieser Drang beginnt in den jüngsten Jahren. Spätestens in der Grundschule wird auf die Individualität von allen Seiten mit dem Gummihammer geschlagen, bis alle die gleiche Form annehmen. Kinder werden durch überforderte Lehrkräfte konditioniert auf Zeichen (z. B. ein Gong) ein spezifisches Verhalten zu zeigen. Bleibt das Verhalten aus, gibt es Strafen. Werden auch diese ignoriert gibt es die Mitteilung nach Hause.

Alle brav in einer Reihe verliert sich die Indiviualität in der Geräuschlosigkeit der Schulen.

 

Kleinmachen

Du hattest große Ziele, Träume und Wünsche – doch Dein Umfeld redet Dich klein und demotiviert Dich. Vielleicht trauen sie Dir wirklich Nichts zu, vielleicht möchten sie selbst nur nicht schlecht dastehen, vielleicht ist es auch einfach eine Projektion ihrer eigenen Unsicherheit oder Demotivation etwas im Leben zu erreichen. Egal, was der Grund ist, dieser Einfluss Deiner Umwelt auf Deine Zielsetzung ist sicherlich der schlechteste.

Und er funktioniert hervorragend. Viele Menschen tragen Zweifel in sich, die schlicht auf Basis mangelnder Informationen entstehen. Woher sollen die Infos auch kommen? Wir können weder in die Zukunft schauen, noch alle Fakten überblicken.

Miesmacher und Kleinredner sind Dünger für unsere Zweifel. Diese wachsen noch schneller als die Bohnen im Märchen um Hans und seine Bohnenranke, die bis in den Himmel reichte. Da hilft nur die Reißleine.

Merke: Wer nur Probleme sieht, wird a) nur Probleme machen und b) nur Probleme bekommen.

 

 

Zwischengedanke

Wenn wir lediglich diese drei Möglickeiten für Umwelteinflüsse auf Deine Zielsetzung anschauen, stellt sich mir folgende Frage: Welche Einflüsse hast Du in welcher Lebensphase am meisten verspürt?

Mike und ich tauschen uns vermehrt dazu aus. Da wir uns gemeinsame Ziele setzen wollen und dabei feststellen, wie unterschiedlich wir an die Zielsetzung herangehen:

Mike benötigt große (aus meiner Sicht absolut unmögliche) Ziele – eine Vision – um Spaß und die Herausforderung zu verspüren. Er experimentiert bei der Zielverfolgung und versucht immer neue Wege zu finden, voranzukommen. Dabei kommuniziert er seine Ziele selbstbewusst und es ist ihm egal, wenn er für die unrealistischen Ziele belächelt wird. Und er feiert seine Zwischenerfolge.

Für mich ist die Machbarkeit eines Zieles wahnsinnig wichtig. Meine Lebensvision ist nicht abstrakt, sondern realistisch. Ich verfolge meine konkreten Ziele in Zwischenschritten, hake gerne ein To Do nach dem anderen ab und meine zu wissen, was ich selbst kann und wofür ich externe Hilfe benötige. Effizienz ist mir wichtig. Ich behalte meine Ziele für mich, es ist für mich ein großer Schritt meinem Umfeld von meinen Erfolgen (sehr gute Noten im Studium) und Dingen, auf die ich stolz bin (dieser Blog) offen und euphorisch zu berichten. Dabei feiere ich meine Zwischenerfolge mit Mike.

Bei Mike und mir zeigen sich typisch männlich und weibliche Reaktionen auf Einflüsse aus unserer Umwelt.

 

Typische Einflüsse auf Männer

Wer kennt sie nicht die „Männer weinen nicht-„Aufrufe, denen Jungs ab frühester Kindheit ausgesetzt sind. Und gerade hochaktuell von Adesse und Sido durch die Charts trällern. Typische Aussagen, die Männer in Ihrem Aufwachsen prägen sind:

  • Sei stark
  • Du bist doch ein richtiger Mann
  • Der (soziale) Beruf ist doch was für Weicheier
  • Jungs können einfach nicht ordentlich schreiben
  • Als Mann musst Du die Familie ernähren und das Geld nach Hause bringen
  • Indianer weinen nicht

Hinzu kommt der gravierende Mangel an Männern in sozialen Berufen wie Erzieher und Grundschullehrer. Jungen fehlen mänliche Vorbilder. Sie lernen nicht wie sie zum Mann werden (z. B. Emotionen zeigen). Vielmehr lernen sie wie sie keine Frau werden. Kurzum: Frauen zeigen Emotionen – ich bin keine Frau – deshalb zeige ich keine Emotionen.

Teufelskreis…

 

Typische Einflüsse auf Frauen

Es beginnt in der Kindheit, wenn Mädchen vergleichsweise oft zur Vorsicht in allen Lebenslagen aufgerufen werden. Typische Aussagen die Frauen in ihrem Aufwachsen prägen sind:

  • Sei vorsichtig
  • Das macht ein Mädchen nicht
  • Du bist doch viel zu zart/ruhig/etc., um Dich in einem solchen Männerberuf durchzusetzen
  • Mädchen müssen kein Mathe / Chemie / Physik / … können.
  • Bedenke bei der Jobwahl, wie das mit Kindern / einer Auszeit / Teilzeit funktionieren kann

Ähnlich wie bei den Jungen fehlt es Mädchen an Vorbildern. Zu wenige Lehrerinnen und Dozentinnen in Mathe, Chemie, Physik und Co. Auch fehlen die Frauen, die ambioniert und zielstrebig ihren Weg gehen im Alltag eines heranwachsenden Mädchens.

 

Umwelteinfluss im Karrierekontext

Beim oben angesprochenen Event anlässlich des „International Women’s Day“ fiel es mir bei einer Geschichte wie Schuppen von den Augen. Daher möchte ich sie Dir nacherzählen.

 

Möchtest Du mitspielen?

Wie spielen Mädchen miteinander?

Zwei Mädchen sind gemeinsam mit einem Spiel beschäftigt. Sie sitzen ruhig nebeneinander, reden und spielen miteinander. Dann kommt ein weiteres Mädchen hinzu. Sie möchte mitspielen. Also stellt sie sich daneben, beobachtet die beiden. Irgendwann fragt eine der beiden Spielenden: „Magst Du mitspielen?“ Ein erleichtertes „Jaaa“ folgt und sie spielt mit. Alternativ fragt die neu dazu kommende, die anderen beiden überlegen kurz und stimmen dann zu.

Wie spielen Jungs miteinander?

Zwei Jungs sind auf dem Fußballplatz und kicken den Ball hin und her. Ein weiterer kommt dazu, er stürmt aufs Feld und nimmt den Ball an und kickt ins Tor. „Ich spiele jetzt mit“. Alles klar – es wird gerangelt und geschubst, gelacht und vielleicht einmal geweint. Am Ende sind die Jungs die besten Freunde und die Konflikte beim Spiel sind vergessen.

Klar, ein überspitztes Beispiel. Aber erkennst Du Dich wieder? (Anmerkung Mike: Das ist nicht überspitzt. Ich erlebe es täglich. Mädchen trauen sich deutlich seltener in eine bestehende Spielsituation einzusteigen. Lieber langweilen sie sich zwei Stunden. Jungen interagieren sofort mit den Spielenden, was hin und wieder zu klaren Meinungsverschiedenheiten führt, in den meisten Fällen allerdings den erwünschten Erfolg bringt.)

 

 

Meine Reaktion

Ich habe mich sofort wieder erkannt. Das war mein exaktes Spielverhalten als Mädchen. Und meine Brüder verhielten sich ebenfalls wie im Beispiel. In Karrierefragen läuft es nach dem selben Schema!

Frauen möchten gebeten werden, sie möchten für ihre Fähigkeiten und Erfolge honoriert werden. Sie möchten Chancen gegeben bekommen, weil sie gut sind. Frauen überlegen ständig, was andere von ihren Handlungen denken, wie ihr Verhalten ankommt und was die Auswirkungen sein könnten.

Männer wissen was sie wollen, was sie können. Sie formulieren ihre Ansprüche und nehmen sich die Chancen, die sie sich ihrer Ansicht nach verdient haben. Männer sind nicht nachtragend, es ist logisch, dass jeder für sich spielt, um den meisten Spaß zu haben – dies tut der Freundschaft keinen Abbruch.

Karriereunterschiede zwischen Frauen und Männern sind nicht das Resultat der „gläsernen Decke“, mit der sich Frauen konfrontiert fühlen. Sie sind das Ergebnis der Verhaltensweisen von Frauen und Männern, der Präferenzen in Bezug auf das Berufs- und Privatleben sowie der individuellen Zielsetzung dieser Menschen.

 

Nichts als Ausreden

Konfrontiert mit einem Fehler, einer klaren Benachteiligung oder sonstigen negativen News oder Fakten bleiben uns mindestens zwei Wege der Reaktion.

Von Kleinauf lernen wir uns bei nahezu allem zu rechtfertigen. Das beginnt bei Schuldzuweisungen („aber der hat doch“) und endet bei gravierenden Themen wie dem Pay Gap.

Dieser besagt, dass Frauen 23 Prozent weniger Gehalt bekommen als Männer. Plakativ dargestellt dient diese Zahl als Rechtfertigung zum Jammern und wüsten Beschimpfungen. Oder sie dient als Ausrede, dass Frau in dieser Männerwelt ohnehin keinen Fuß vor den anderen stellen kann. Jede Mühe wäre sinnlos, da früher oder später die gläserne Decke warten würde.

Auf wundersame Weise werden unterliegende Probleme wie die unterschiedliche Sozialisation von Männern und Frauen missachtet. Es wäre viel zu kompliziert sich an die eigene Nase zu fassen und im Verhalten etwas zu ändern. Dies wäre die zweite Möglichkeit mit derart schlechten Gegebenheiten umzugehen.

Überprüfe bei nächster Gelegenheit, was Du Frauen und was Du Männern als Feedback zu ihren Ambitionen gibst.

Einen äußerst lesenswerten Beitrag hat erzählmirnix an eben jenem Tag veröffentlicht – wie immer unterschrichen durch einen Comic.

 

Umgang mit Umwelteinflüssen auf die Zielsetzung

Du kannst diese Einflüsse akzeptieren oder versuchen Dich dagegen zu wehren – ganz davon abhängig, was auf Dich wirkt und, wie Du dies empfindest. Wenn Du Dich für zweiteres entscheidest, ist es nicht der einfache Weg, aber wahrscheinlich der langfristig zufriedenstellendere.

Ich persönlich merke immer wieder, wie gut es mir tut von Mike gepusht zu werden. Er ist der erste Mensch in meinem Leben, der mein Potential und nicht mein Geschlecht, meine Herkunft oder meine Haarfarbe betrachtet.  Vorher wurde ich zur Mitte gedrückt – alles richtig und normal machen, war die Devise. Fehler waren verboten und sind es leider immer noch. Ob es daran liegt, dass ich eine Frau bin oder an meinem Umfeld selbst, ist mir dabei egal.

Es fällt mir schwer aus diesen erlernten Mustern auszubrechen. Oft bin ich überfordert von Mikes Pushen. Aber dennoch merke ich, wie gut es mir tut – wie viel mehr Spaß es macht, so zu leben und Dinge zu tun, die ich alleine nie getan hätte. Die Umsetzung – gerade in Karrieredingen – gelingt mir immer besser. Bei den Mädchen spiele ich inzwischen regelmäßig (ungefragt) mit. Als nächstes schnappe ich mir den Ball und schieße das Tor!

 

Fazit

Wenn Du Dir das nächste Mal ein Ziel setzt, überlege, ob Du es Dir nicht höher (oder niedriger) setzen möchtest. Und, ob Du aufgrund Deiner Umwelt Dich stark verzerren lässt.

Du kannst diesen Effekt bewusst für Dich arbeiten lassen. Möchtest Du ambioniert und voller Tatendrang sein, dann umgib Dich mit Menschen, die diese Merkmale aufweisen. Diese werden Dich wiederum unterstützen und pushen. Möchtest Du lieber chillen, dann solltest du regelmäßig das Arbeitsamt aufsuchen.

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Wie Deine Umwelt Deine Tendenz zur Zielsetzung beeinflusst
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11 Gedanken zu „Wie Deine Umwelt Deine Tendenz zur Zielsetzung beeinflusst

  • 23. März 2017 um 11:45
    Permalink

    Hi Marielle,

    spannender Artikel, den du hier veröffentlicht hast. Leider hast du ihn mit deinem letzten Satz so derart ruiniert. Was möchtest du denn mit „Möchtest Du lieber chillen, dann solltest du regelmäßig das Arbeitsamt aufsuchen.“ aussagen?

    Für mich impliziert die Aussage, dass du alle Arbeitslosen für faule Taugenichtse hältst, die dem Staat absichtlich auf der Tasche sitzen und nicht gewillt sind an dieser Situation etwas zu ändern. In der Regel ist es kein Status, den man sich aussucht und der durch mangelnde Motivation entsteht. Oft genug sind es Umstände, die von außen beeinflusst sind.

    Du bist gelernter Handwerker und hast mit 50 Jahren einen Bandscheibenvorfall? – Tja, Pech gehabt.
    Dein Arbeitgeber hat missgewirtschaftet und muss nun Stellen abbauen? – Tja, mir doch egal.

    Anderes Beispiel: Die hohe Jugend-Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern. Darunter befinden sich gut ausgebildete, hochmotivierte Personen, die lediglich auf Grund der wirtschaftlichen Lage keine Arbeit finden.

    Antworten
    • 23. März 2017 um 20:56
      Permalink

      Lieber Mitleser,

      danke für Deinen Kommentar – schade, dass ein einziger Satz den gesamten Artikel für Dich kaputt gehen lässt.

      Hier unser Blick auf diese Aussage:

      Eine kurze Erläuterung: Unsere bisherigen Erfahrung (in der Tat keine eigenen sondern lediglich Erzählungen von Familienmitgliedern oder engen Bekannten) spiegelt wieder, dass vom Arbeitsamt kein Push auf seine Kunden ausgeht, sondern viel eher ein Kleinmachen.

      Beispiel: Mein Bruder hat nach der abgeschlossenen Ausbildung als Einzelhandelskaufmann nicht direkt eine Stelle gefunden. Er hat beim Arbeitsamt gefragt, ob er nicht noch eine Fortbildung machen könne – er ist mit konkretem Ziel dort angekommen, um sich sagen lassen zu müssen, dass das nicht nötig sei, denn er habe ja eine solide Ausbildung und, wenn er die Zusatzausbildung (2 Monate!!) machen würde, würde er selbstverständlich keine Unterstützung bekommen – und selbst zahlen könne er es zwar, aber mit dem Arbeitslosengeld sieht es während der Zeit natürlich schlecht aus. Das Ende vom Lied: Er hat die Zusatzausbildung nicht gemacht und dafür schnell einen schlecht bezahlten, auf ein Jahr befristeten Job angefangen…

      Und solche Beispiele kennen wir leider viele. Die Bürokratie im Arbeitsamt pusht nicht, sondern macht die motivierten Leute klein und demotiviert sie.

      Wie für den ganzen Artikel gilt hier: Ausnahmen bestätigen die Regel

      Ich hoffe, es ist nun etwas klarer. Deine Beispiele sind nachvollziehbar. Dieser Abschlussatz ist bildlich zu verstehen und wir freuen uns, wenn Du wieder hier vorbeischaust 🙂 Denn kritische Leser bereichern die Community.

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
      • 24. März 2017 um 15:55
        Permalink

        Hi Marielle,
        danke für deine aufschlussreiche Antwort. Diese relativiert das Ganze auch sehr anschaulich. Ich hatte den Satz so aufgefasst, dass damit die Personen gemeint sind, die auf die Leistungen des Arbeitsamtes angewiesen sind.

        Dass das System und die Bürokratie dahinter die angewiesenen Personen demotivieren kann, da bin ich voll bei dir und da gibt es genügend kritische Stimmen, die hier mit Optimierungspotential versuchen anzusetzen.

        Bitte nicht falsch verstehen. Die Grundaussage des gesamten Artikels fand ich super. Bloß das Wort „chillen“ in Kombination mit „Arbeitsamt“ (man assoziiert dabei eher die Arbeitslosen, als die Mitarbeiter / das dahinterliegende System) lässt mich allergisch reagieren. Hat vielleicht was damit zu tun, dass die Grundtonalität in Finanzblogs gerne etwas von oben herab ist. Allgemein gesprochen, nicht auf euch bezogen.

        Antworten
  • 23. März 2017 um 16:15
    Permalink

    Hallo Marielle,

    vielen Dank für den großartigen Artikel.
    Ich finde es spannend sich mit den Themen Geschlechterrollen und Sozialisierung auseinanderzusetzen und die Verbindung mit dem Thema Zielsetzung ist Dir wirklich gut gelungen. Bevor sich später wieder jemand aufregt: Ich male natürlich etwas schwarz-weiß und bin mir durchaus bewusst, dass dieses Verhalten nicht auf alle Frauen und Männer zutrifft.

    Die Art wie Kinder spielen, kann ich aus der Jugend nur unterstreichen.
    In der ersten Pause rasseln zwei Jungs aneinander und prügeln sich fast und in der nächsten Pause wird häufig dann schon wieder gemeinsam im gleichen Team Fußball gespielt und der Streit ist wieder vergessen.
    Bei den Mädchen lief das immer ganz anders ab und die „besten“ Freundinnen wechselten fast im Wochentakt und nach einem Streit wurde wochenlang nicht mehr miteinander geredet. Eine solche Einstellung ist natürlich für die Karriere auch sehr schädlich, wenn nach einer Auseinandersetzung die Frau mit der Chefin zum Beispiel nicht mehr klar kommt.

    Leider scheint Mädchen, wie es von Dir zutreffend beschrieben worden ist, immer erzählt zu werden, dass sie sich zurück halten sollen und sich nicht in den Vordergrund drängen sollen. Genau aus diesem Grund fällt es natürlich auch schwer im Beruf für die eigene Person zu werben und sich nach außen (vielleicht auch zu positiv) darzustellen.
    Ich stelle bei Männern häufig fest, dass sie die eigenen Fähigkeiten eher überschätzen und nach außen prahlen, auch wenn sie der konkurrierenden Frau im Beruf von den Fähigkeiten her unterlegen sind. Das fällt natürlich nicht auf, wenn die Frauen das Rollenverständnis hat sich nicht aufdrängen zu dürfen und sich lieber zurückhaltend verhält.

    Zum Thema Gender Pay Gap wäre noch hinzuzufügen, dass Frauen häufiger Zuhause bleiben und eher Teilzeit arbeiten als Männer, wodurch sie in der Regel natürlich auch nicht so schnell wie Vollzeit arbeitende Männer befördert werden.
    In der Regel wirst Du als Teilzeitkraft nämlich nicht Chef/Chefin der Abteilung.
    Das erklärt natürlich nicht komplett den Gehaltsunterschied, doch dadurch wird der Abstand bereits erheblich gekürzt.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
    • 23. März 2017 um 21:10
      Permalink

      Hallo Dominik,

      schön wieder einmal von Dir zu lesen und vielen Dank für das Lob. Es freut mich sehr, dass Ihr der Beitrag gefällt.

      Ich finde es ebenfalls total spannend zu lernen, warum Männer oder Frauen so handeln wie sie es tun und worin die Unterschiede begründet sind.

      Frauen müssen lernen sich nicht immer nur über Männer zu ärgern und miteinander darüber zu lästern, wie selbstbewusst / arrogant / von sich selbst überzeugt / etc. diese im beruflichen Kontext doch auftreten. Mitspielen ist die devise – denn es funktioniert und macht auch einfach mehr Spaß als die dauerende Opferrolle. So schwer es ist aus diesen Mustern auszubrechen – gerade für Frauen ist es aus meiner Sicht, absolut bereichernd.

      Viele Grüße & bis bald
      Marielle

      Antworten
    • 27. März 2017 um 22:29
      Permalink

      Hallo Marion,

      vielen Dank für den Tipp. In einer ruhigen Minute werden wir uns Artikel und Buchzusammenfassung näher ansehen.

      LG
      Mike

      Antworten
  • 24. März 2017 um 13:09
    Permalink

    Hallo Marielle und Mike,
    ein großes, generelles Lob für diesen (sowie den vorigen) Artikel! Ich lese zugegebenermaßen nicht alle eurer Artikel, da ich an Finanzthemen nicht interessiert bin, aber eure Beiträge rund um Zielsetzungen sind für mich absolut lesenswert. Ich habe selten so punktgenaue, psychologisch tiefgehende, zur Selbstreflexion anregende und dabei kurzweilige Texte zu dieser Thematik gelesen. Ich habe während sowie nach dem Lesen gründlich über die angesprochenen Punkte nachgedacht und daraufhin mit meinem Umfeld diskutiert. Damit habt ihr meiner Meinung nach den größtmöglichen Erfolg bei mir als Leserin erreicht.
    Ich verfolge gespannt eure weiteren Beiträge zu diesem Thema (via facebook)!
    Liebe Grüße, Elena

    (Zwar noch kein inhaltlich konstruktives Feedback, aber ich wollte erstmal ein allgemeines, hoffentlich motivierendes Lob aussprechen!) 😉

    Antworten
    • 24. März 2017 um 14:55
      Permalink

      Edit: mit vorigen Artikel meinte ich „Scheitern als Reifeprozess“!

      Antworten
    • 26. März 2017 um 12:29
      Permalink

      Hallo Elena,

      schön, dass Du Dein Schweigen in Schreiben gewandelt hast 🙂 Vielen Dank für das Riesenlob – dies motiviert und hat uns am Freitag sehr beflügelt.

      Zu welchen Ergebnissen seid Ihr in Eurer Diskussionsrunde gekommen?

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten
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