Hallo,

erst vor Kurzem hatten wir ein Aktiendreierlei vorgestellt. Axel Springer, Lufthansa und die Allianz standen mit der bevorstehenden Dividendensaison zur Auswahl. Schlussendlich ist es keine der drei genannten Aktien geworden. Hingegen haben wir uns den Dow Jones näher angeschaut und wurden von IBM überzeugt.

 

International Business Machines

IBM gehört zu den Legenden der Tech-Unternehmen. Letzten Monat habe ich das Hörbuch „Überzeugt!“ von Jack Nasher verschlungen, in dem er eine Anektode zu Bill Gates brachte. Dieser hatte es geschafft IBM von sich und seinem Unternehmen zu überzeugen, obwohl er selbst noch kein Betriebssystem entwickelt hatte. Heraus kam QS-DOS, umgetauft in MS-DOS.

IBM galt in den ersten Jahren von Microsoft und Apple schon als Gott der Szene. Daher wundert es nicht, dass IBM auch in der Biografie von Steve Jobs eine wichtige Rolle spielte.

Dieses Sagen umworbene Unternehmen befindet sich seit letzter Woche in unserem Portfolio. Grund genug hinter die heutigen Kulissen zu schauen.

 

Annual Report

Vor dem Kauf eines Unternehmens lese ich den letzten Geschäftsbericht – in diesem Fall den von 2016. Der Bericht beginnt mit der Überschrift

You, with IBM

Daraufhin folgen 50 Berufe, die mit IBM leichter, effizienter und besser auszuführen sind. Auf den ersten 17 Seiten des Berichts führt das Unternehmen seinen Mehrwert gegenüber einer breiten Masse an Menschen auf.

Würde ich ansonsten nichts über das Unternehmen wissen, würde es mir reichen, um zu investieren.

 

CEO – Virginia M. Rometty

Frau Rometty begann ihre Karriere 1981 bei IBM und arbeitete sich nach und nach die Karriereleiter hoch (Quelle: Wikipedia und IBM). Bis sie am 01. Januar 2012 zum ersten weiblichen CEO von IBM wurde.

Bereits zehn Jahre zuvor, in 2002, bereitete sie den Weg für die 3,5 Milliarden schwere Übernahme von PWC vor. Und steht seit 2012 für den Wandel von IBM. Das Unternehmen hatte zuvor 14 Mal in Folge rückläufige Umsätze zu verzeichnen. Virginia Rometty legte die Hauptaugenmerke auf die Cloud und die künstliche Intelligenz. Allerdings scheint der Umbau nicht radikal genug zu verlaufen – so fordern es einige Stimmen aus dem Off.

 

Künstliche Intelligenz hat einen Namen

Im Falle von IBM heißt sie Watson. Watson ist der Supercomputer der digitalen Welt. Und das aushänge Schild des Tech-Giganten, weshalb er einen eigenen Blog erhalten hat.

Künstliche Intelligenz gehört zu den Megatrends unserer Zeit. Passend dazu ging vor ein paar Tagen der dreiseitige Brief von Jeff Bezos durch die Medien. In dem lesenswerten Schriftstück beschreibt er ebenfalls die AI als zukunftsweisenden Trend. Wer ihn nicht mitgeht, wird abgehängt!

 

Cloud Computing

Immer mehr cloudbasierte Anwendungen erobern den Markt und erleichtern den Austausch von Anwendungen und Dokomunten zwischen mehreren Geräten. IBM ist laut eigener Angaben Marktführer im Enterprise-Segment. Und genießt eine Premium-Partnerschaft mit Dropbox, dem Marktführer im Privatsektor.

 

IBM im Umbau

Im vergangenen Jahr konnte IBM in den Sparten Cognitive Solutions (+ 1,9 %), Technology Services & Cloud Platforms (+ 0,6 %) und Sonstige (+ 40,4 %) die Umsätze steigern.

Dass das Unternehmen im Umbau steckt ist hinlänglich bekannt. Unterstrichen wird dies durch die rückläufigen Umsätze in den folgenden Sparten: Global Business Services (-2,7 %), Systems (-19,2 %) und Global Financing (- 8,0 %).

Alles zusammen reduziert der Umbau den Umsatz um 2,2 % auf 79 919 000 000 $ – knapp 80 Milliarden US-Dollar.

 

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Kommen wir zu den Zahlen von IBM. Diese wurden nach unserer Strategie ermittelt und sorgten dafür, dass IBM in die engere Auswahl kam.

Eigenkapitalrendite:

64,04 % (1 Punkt)

EBIT-Marge:

15,42 % (1 Punkt)

Eigenkapitalquote:

15,87 % (0 Punkte)

Aktuelles KGV:

10,84 (1 Punkt)

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

10,73 (1 Punkt)

Analystenmeinung:

Halten (0 Punkte)

Reaktion auf Quartalszahlen:

-0,75 % (0 Punkte)

Gewinnrevision:

-0,08 % (0 Punkte)

Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

17,38 % (1 Punkt)

Aktueller Kurz vs. Kurs vor zwölf Monaten:

22,53 % (1 Punkte)

Kursmomentum:

kein Trend (0 Punkte)

Dreimonatsreversal

kein Trend (0 Punkte)

Gewinnwachstum:

0,17 % (0 Punkte)

 

Das ergibt zusammen 6 Punkte. Damit liegt IBM zwei Punkte über unserer Mindestpunktzahl. Das niedrige KGV liegt vermutlich am anhaltenden Umbauprozess. Die Anleger warten vermutlich weiterhin ab, eventuell bis ein Ende der Umbauarbeiten zu sehen ist.

Erfreulich ist die hohe Eigenkapitalrendite und dass IBM in keiner Kennzahl Minuspunkte hinnehmen musste.

 

Unsere Investition in IBM

Investition in IBM
Quelle: Go Guidants

Die Aktie hatte im März 2017 etwa 12 Euro verloren. Zuvor lief es mehrere Monate gen Süden. Bedeutet für uns nur noch Abwarten und Kakao trinken.

 

Fazit

Unsere Investition in IBM ist eine Wette auf eine gelingende Umstrukturierung und auf die CEO Virginia Rometty. Das Unternehmen hat den Bedarf erkannt, sich neu zu orientieren – Cloud & Cognitive Computing. Und hat mit ihrer CEO eine Frau an der Spitze, die das Unternehmen seit 36 Jahren kennenlernt. Daher sind wir zuversichtlich, dass IBM auf Dauer wieder steigende Umsätze erwirtschaften kann.

Wie siehst Du IBM? Zehrt das Unternehmen von seinen Erfolgen im letzten Jahrhundert und sind die besten Tage Vergangenheit? Oder schafft IBM den Umbau und wird profitabler denn je?

Beste Grüße
Mike

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Watson und Wolken – Unsere Investition in IBM
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8 Gedanken zu „Watson und Wolken – Unsere Investition in IBM

  • 19. April 2017 um 12:26
    Permalink

    Hallo ihr beiden 🙂

    bei IBM habt ihr mich dann doch auf eurer Seite! Ein schönes Investment in der aktuellen Zeit von hoch bewerteten Aktien. Woher genau nehmt ihr eigentlich euer KGV? Ich habe da oft Abweichungen und finde nur einen KGV von ca. 13 für das aktuelle Jahr. Jedes mal, wenn ich bei Kaufland einkaufe und die Kasse von IBM sehe, bereue ich letztes Jahr kein Geld gehabt zu haben als IBM bei unter 130 zu haben war…
    Liebe Grüße
    Jasper

    Antworten
    • 19. April 2017 um 22:17
      Permalink

      Hallo Jasper,

      danke für den Hinweis. Das KGV kommt zu Stande, da unser Gewinn-pro-Aktie länger nicht aktualisiert wurde (Stand von Mai 2016 auf OnVista) und die Preisbewertung am 05.04.2017 erfolgte. Mit dem korrigierten Gewinn-pro-Aktie-Wert ergibt sich zum selbsten Bewertungstag ein KGV von 11,14.

      Selbst mit einem KGV von 13 bliebe die Aktie nachwievor ein Kauf im Punktesystem. Ich vermerke Mal als Besserung den Bewertungstag mit anzugeben 🙂

      Antworten
  • 19. April 2017 um 13:25
    Permalink

    Also wenn ich den Eurokurs der Aktie durch den Gewinn je Aktien in Dollar teile, komme ich auch auf ein ähnliches KGV 😉

    Das aktuelle KGV beträgt laut meiner Berechnung auch ca 13…

    Antworten
  • 20. April 2017 um 08:43
    Permalink

    Hey Marielle und Mike,
    wunderbarer und sehr informativer Beitrag zu IBM.
    Zur Thematik mit dem CEO, es ist gut eine so erfahrene Führung zu haben, jedoch auch nur solange sich keine Betriebsblindheit entwickelt.
    Hoffen wir das es nicht der Fall ist!

    Macht weiter so, super Beitrag.

    Antworten
    • 20. April 2017 um 21:58
      Permalink

      Hallo Danny,

      danke für Deinen Kommentar und das Lob. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben wir den Eindruck, dass die Erfahrung IBM sehr gut tut – von Außen ist sicherlich ohnehin nicht möglich Betriebsblindheit ihrerseits abschließend zu beurteilen.

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 20. April 2017 um 18:14
    Permalink

    IBM hat zwar Umsatzverluste hinnehmen müssen, aber das Cloud-Geschäft brummt. Alleine da sind 3,5 Mrd. angefallen und die Steigerungsraten sind zweistellig. Watson wird von Vielen unterschätzt, das wird die Arbeitswelt, so wie wir sie kennen, noch gewaltig ändern. Was die Roboter in der Fertigung waren bzw. sind, wird Watson im Bürobereich werden.

    Antworten
    • 20. April 2017 um 21:55
      Permalink

      Hallo Alexander,

      genau das ist es, womit Mike auch mich überzeugt hat, als er mir erzählt hat, was er dem Geschäftsbericht und seinen Recherchen so entnommen hat.

      Ich bin total gespannt, wann der Tag kommt an dem ich künstliche Intelligenz (vielleicht ja auch durch Watson) an meinem Arbeitsplatz nutzen werde…für die Personalentwicklung wird es da sicher irgendwann richtig coole Sachen geben.

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 23. April 2017 um 10:21
    Permalink

    Tolle Zusammenfassung. Ich bin bekennender IBM Investor und teile somit Eure Ansicht! Auch wenn ich bei bestehenden Investment Gefahr laufe, nur Bestätigung zu suchen, bin ich dennoch überzeugt.

    BG

    FLO

    Antworten

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