Hallo,

derzeit ist sie im vollen Gange: Die Jahresendreally an den Börsen im Jahr 2017. Kurz davor verließen, im schwachen Börsenmonat August, vier Werte unser Depot. Vier Mal Gewinn, vier Mal frisches Kapital, das wir in aussichtsreichere Werte für eben diese Jahresendreally nutzen konnten.

Heute kommt endlich das lange angekündigte Fazit zu diesen vier Verkäufen. Denn wir möchten Dir nicht vorenthalten, wieso wir ausgerechnet diese vier Werte verkauft haben, wie gut das Ganze für unsere Geldbeutel war und ob wir wieder in diese Unternehmen investieren würden.

Verkäufe

 

Erfolgreiches Quartett – die Rahmenparameter

Die vier verkauften Aktien hatten wir allesamt einige Monate im Depot. Über drei von vier haben wir separate Aktienvorstellungen geschrieben. Das Quartett besteht aus:

  • TAG Immobilien – dies war die letzte Aktie, die wir noch ohne Strategie gekauft haben. Die anderen drei sind nach unserer Aktienstrategie ausgewählt und gekauft.
  • HeidelbergCement – dies war die Aktie, die wir nicht separat vorgestellt haben. Lange lag sie langweilig im Depot rum – jetzt haben wir sie mit dem geringsten prozentualen Gewinn verkauft.
  • Fuchs Petrolub – dies war die Aktie, die am kürzesten in unserem Depot war. Wir haben sie kurz vor Weihnachten 2016 erworben, als wir dreifach zugeschlagen haben.
  • Steico – dies war die Aktie, die definitiv als Überraschungserfolg durchgeht. Spätestens, als das erste Haus in unserem Bekanntenkreis mit Steico-Materialien gedämmt wurde, war uns die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens verständlich.

Die vier Aktien wurden alle samt im August verkauft. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Die Aktien lagen unterschiedlich lange in unserem Depot und wir hatten unterschiedlich hohen Erfolg damit.

 

TAG Immobilien

Auf die TAG Immobilien Aktie sind wir durch einen Artikel in der Börse Online aufmerksam geworden. Anschließend recherchierten wir und entschieden uns dafür in das Immobilien-Unternehmen als eines unserer ersten gemeinsamen Investments einzusteigen. Dies war im März 2016.

Wir konnten uns folglich sowohl im Juni diesen als auch letzten Jahres über die sagenhaften Dividenden von 55 bzw. 57 Cent freuen. Dies bedeutete eine Dividendenrendite von 4,84 bzw. 5,02 %. Damit waren wir natürlich sehr zufrieden. Denn gleichzeitig kletterte die Aktie langsam aber stetig nach oben.

Wir haben die Aktie im August mit 19,5 % Gewinn verkauft. Nach 17 Monaten und zwei kassierten Dividenden empfinden wir dies als eine solide Rendite.

 

Heidelberg Cement

Im Juli 2016 erreichte HeidelbergCement die nötigen Punkte auf Basis unserer Aktienstrategie. Wir informierten uns entsprechend über den Baustoffkonzern und waren überzeugt, dass wir hier ein solides Investment bekommen sollten. Ende Juli schlugen wir beim Stand von 71,20 Euro pro Aktie zu.

Die Entwicklung bis zum Jahresende war sehr zufriedenstellend. Wir waren stolz ein glückliches Händchen gehabt zu haben und einen gefühlt perfekten Einstiegszeitpunkt erwischt zu haben. Und wie ging es 2017 weiter?

Gar nicht!

Es ist nichts mehr passiert. Die Aktie schwankte monatelang zwischen 84 und 90 Euro. Im Mai stand die Hauptversammlung an und wir erhielten 1,60 € pro Aktie Dividende. Dies entsprach etwa einer Rendite von 2,24 % – akzeptal, aber nicht überragend.

Nachdem sich die Aktie weiterhin kaum bewegte, setzten wir einen Trailing Stopp Loss, um unseren Gewinn im Fall eines Absturzes abzusichern. Einige Wochen erholte sich der Wert noch, bevor ein deutlicher Rücksetzer im August, zu dem Verkauf geführt hat. Wir verkauften die Aktie mit rund 12 % Gewinn.

Damit waren wir weit von unserer „Mindest-Zielrendite“ von 20 % entfernt. Für lediglich eine einjährige Haltedauer sind wir dennoch zufrieden. Denn wie oft bekommst Du Dein eingesetztes Kapital derzeit noch mit über 13 % p.a. (oder in unserem Fall per 11 Monate) verzinst?

Auf der anderen Seite ist es gut, dass wir die Seitwärtsbewegung nicht weiter aussitzen müssen, sondern das Kapital jetzt in ein Unternehmen mit höherem Wachstumspotential stecken konnten.

 

Fuchs Petrolub

Kurz vor Weihnachten 2016 erwarben wir drei Aktien – Amadeus Fire, Dürr und Fuchs Petrolub. Alle drei entpuppten sich als gute Investitionen – für Fuchs Petrolub war im August allerdings Schluss und sie mussten unser Depot verlassen.

Im Dezember 2016 stiegen wir zum Kurs von 39, 55 € ein. Die Aktie kannte in den folgenden Monaten nur eine Richtung: nach oben. Es lief wie geschmiert.

Im Mai ereilte uns dann die frohe Botschaft von 89 Cent Dividende je Aktie, was einer Dividendenrendite von 2,25 % entsprach.

Mit dem Frühsommer erreichte Fuchs Petrolub dann auch die magische 20 %-Grenze, ab der wir normalerweise unseren Trailing Stopp Loss setzen. Gleichzeitig sollte die Aktie eine Verschnaufpause einlegen. Und so wurde im August auch dieser Stopp Loss gerissen und wir verkauften die Aktien mit schlussendlich 17 % Gewinn.

Für den kurzen Haltezeitraum von nur 8 Monaten mehr als nur zufriedenstellend! Dennoch stellen wir uns die Frage, ob die nächste Really des Wertes nicht bereits bevorsteht. Wenn wir da nicht mehr dabei sind, wäre das schade. Aber lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, heißt es so schön.

 

Steico

Wir berichteten in der Vergangenheit von unserem glücklichen Händchen mit der bet-at-home-Aktie und unseres damit verbundenen ersten Kursverdopplung. Diesen Gewinn haben wir bis heute nicht realisiert. Mit Steico realisierten wir das erste Mal einen wirklich hohen Gewinn – und das fühlt sich super an.

Aber von vorne!

Für 11,11 € pro Aktie sind wir im Mai 2016 eingestiegen. Für 18,80 € haben wir unsere Anteile im August diesen Jahres wieder veräußert. Das bedeutet 60 % Gewinn in 15 Monaten. Dazu kommen die Dividenden von 15 bzw. 18 Cent, die jeweil im Juni unserem Konto gutgeschrieben wurden und eine zusätzliche Dividendenrendite von 1,35 und 1,62 % bedeuteten.

Während dieser 15 Monate hat Steico immer wieder den Turbo gezündet und sich dazwischen etwas ausgeruht und leicht zurückgesetzt. Als wir zuerst investierten, wurde noch kaum über das Unternehmen, das als Marktführer im Bereich der Holzdämmstoffe gilt, berichtet. Inzwischen lesen wir immer wieder von Artikeln inklusive Kaufempfehlungen für die Steico-Aktie.

Klar, dass wir unseren Gewinn absichern wollten und den Trailing Stopp Loss setzten. Dieser wurde im August bei einem erneuten Rücksetzer gerissen. Welcher inzwischen wieder ausgeglichen wurde. Dennoch sind wir froh, den Gewinn gesichert zu haben. Und vielleicht steigen wir wieder ein – dann mit einer größeren Position als das letzte Mal!

 

Vier Verkäufe – die nackten Zahlen

Wir bewerten eine große Anzahl an Aktien anhand unserer eigenen Levermann-basierten Aktienstrategie. Die vier Verkäufe im August erfolgten alle mit satten Gewinnen. Doch wären die Unternehmen nicht weiterhin interessant?

Schauen wir uns die aktuelle Punkte-Situation an:

August Quartett

Beim Blick auf die derzeitige Punktelage erscheint uns der Verkauf von Heidelberg Cement weiterhin sinnvoll. Die Aktie stagniert seit Monaten und entspricht damit nicht unseren Wachstumszielen.

Steico hat sich in den letzten Monaten prächtig entwickelt. Entsprechend hoch liegen inzwischen die KGV-Werte. Grundsätzlich ist Steico für uns weiterhin interessant – die Wahrscheinlichkeit, dass in naher Zukunft ein Rücksetzer kommen wird, ist jedoch in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Da die Werte (Gewinnwachstum, EK-Quote, aber auch Ebit-Marge und die EK-Rendite) weiterhin solide sind, behalten wir hier definitiv einen Blick auf die Aktie. Derzeit erscheint sie uns jedoch wirklich hoch bewertet.

TAG Immobilien und Fuchs Petrolub kommen weiterhin auf 5 Punkte. Normalerweise wären das die Signale, auf die wir warten, um uns eine Aktie anzuschauen und uns für oder gegen einen Kauf zu entscheiden. Wir würden beide Unternehmen auch weiterhin als interessant bezeichnen. Für uns war jedoch im August erst einmal der Ausstiegszeitpunkt gekommen – ein Wiedereinstieg nach entsprechenden Rückgängen bei diesen beiden Unternehmen möchten wir definitiv nicht ausschließen.

 

Fazit zum August-Verkaufs-Quartett

Mit den vier vorgestellten Aktien haben wir gute Gewinne erzielt. Sie sind für uns die Bestätigung, dass unsere Strategie gut funktioniert. Da wir keine Buy-and-Hold-Anleger sind, gehört es für uns dazu uns von Werten aus unserem Depot zu trennen und Gewinne zu realisieren. Wir legen mit einem mittelfristigen Horizont in Einzelaktien an.

Entsprechend haben wir für die Jahresendreally andere Kandidaten in unserer Liste, denen wir noch etwas mehr zutrauen als TAG, Fuchs Petrolub, Steico und HeidelbergCement. Das Kapital, das durch die Verkäufe frei wurde, war gerne gesehen und wir haben reinvestiert oder tun dies noch. Das August-Erfolgsquartett lassen wir jedoch nicht aus den Augen – denn grundsätzlich hatten uns alle vier Unternehmen mit ihrem Geschäftsmodell überzeugt.

Wie siehst Du unsere Verkäufe? Hättest Du einen der Werte selbst gerne im Depot?

 

Viele Grüße

Marielle

Sell in August – Rückblick auf unsere Aktienverkäufe vor der Jahresendreally

4 Gedanken zu „Sell in August – Rückblick auf unsere Aktienverkäufe vor der Jahresendreally

  • 27. Oktober 2017 um 17:12
    Permalink

    Moin,
    Fuchs Petrolub ist wirklich ein schöner Wert.
    Das Unternehmen hat sich hervorragend in einer Nische platziert und erwirtschaftet dort gute Erträge.
    Seit Jahren wird eine solide Dividende gezahlt und der Aktienkurs enttäuscht ebenfalls nicht.
    Ich wünsche euch weiter ein glückliches Händchen und dass ihr von den jüngsten Kurssteigerungen gut profitiert habt. 🙂

    VG und schönes Wochenende
    Jan

    Antworten
    • 28. Oktober 2017 um 13:17
      Permalink

      Moin Jan,

      das klingt als wärst Du ebenfalls in Fuchs Petrolub investiert. Wie lange bist Du schon dabei?

      Beste Grüße und ebenfalls ein schönes Wochenende
      Mike

      Antworten
      • 1. November 2017 um 10:45
        Permalink

        Moin Mike,

        mit 2/3 bin ich in 2015 reingegangen und im Jahr 2016 habe ich für die Aktie einer meiner eisernen Regeln gebrochen und bei niedrigeren Kursen 1/3 nachgekauft um den Einstand zu verbilligen.
        Insgesamt habe ich so einen Einstand von ca. 38€ erreicht.
        Auch wenn meine Dividendenrendite noch nicht so hoch ist wie die von Peter stelle ich mir die selbe Frage nach einer besseren Alternative und bleibe daher baw investiert. 🙂

        Viele Grüße
        Jan

        Antworten
  • 29. Oktober 2017 um 23:36
    Permalink

    Auch hier wurde der Fuchs zu einer Gans, die jedes Jahr fetter wird und schöne Eier trägt.
    Er, der Fuchs darf auf jeden Fall bleiben und das macht er seit Oktober 2007.
    Auf den Einstiegskurs von ca. 11€ trägt er inzwischen eine Dividendenrendite von ca. 8% – die mehrere 100% Kursgewinne mal noch nicht erwähnt.
    Verkaufen könnte ich, aber wie immer stelle ich mir bei jedem Verkauf die Frage: finde ich etwas besseres???

    Peter

    Antworten

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