Hallo,

in der letzten Woche haben wir mit K+S das erste Mal seit einem halben Jahr eine Aktie verkauft. Bevor wir zur Geschichte hinter dieser Investition kommen, erfährst Du in diesem Artikel mehr über das Unternehmen:

 

K+S

Es geht um Rohstoffe – deutlicher gesagt: Kali und Salz sind das Geschäft der K+S Gruppe.

Wie man als größter Salzproduzent der Welt und als einer der international führenden Kalianbieter zum MDax-Unternehmen wird, ist eine längere Geschichte. Aber was hat es mit dem Salz denn überhaupt auf sich?

 

Exkurs: Salzmärchen

Kennst Du das Märchen vom Salz? Mir wurde es als Kind einmal erzählt oder es stand in einem Kinderbuch – genau weiß ich das nicht mehr.

Es geht um drei Prinzessinnen, die ihrem Vater (dem König) das wertvollste Geschenk machen sollen, das ihnen einfällt. Neben all den Schätzen bringt eine ihm lediglich eine kleine Schlüssel Salz. Der König wird wütend und verjagt seine Tochter. Das unscheinbare Salz verwandelt wenig später das Nachbarkönigreich (mit Hilfe der geflüchteten Prinzessin) in ein florierendes Land. Irgendwann fällt es auch dem König wie Schuppen von den Augen und er versteht, welchen Reichtum das Salz mit sich bringt.

 

Geschäftsmodell: Salz (und Kalisalze)

K+S bezeichnet sich selbst als internationales Rohstoffunternehmen, wobei der Fokus auf Kali und Salz bereits im Namen liegt. Der Ursprung des Geschäftsmodells liegt folglich im Bergbau.

Heute operiert das Unternehmen weiterhin vorrangig in diesen beiden Geschäftsbereichen:

 

Kali- und Magnesiumprodukte

Dieser Bereich baut in sechs Bergwerken in Deutschland Kali- und Magnesiumrohsalze ab. Diese werden dann zu End- oder Zwischenprodukten wie Düngemittel, zur Tierfutterherstellung und zu weiteren Industrieprodukten weiterverarbeitet.

In 2015 erwirtschaftete das Kali-Geschäftsfeld über 2 Milliarden Euro Umsatz und erzielte damit ein operatives Ergebnis von rund 540 Millionen Euro mit ca. 8400 Mitarbeitern.

 

Salz

In jeglichen Formen – Speisesalze, Gewerbesalze, Industriesalze und Auftausalze – wird in diesem Bereich in verschiedenen Ländern Salz produziert. Rund 32 Millionen Tonnen produzieren die verschiedenen Anlagen und Bergwerke der K+S Gruppe im Jahr.

Der Umsatz durch Salze lag in 2015 knapp unter den 2 Milliarden Euro. Die ca. 5000 Mitarbeiter in diesem Bereich erwirtschafteten damit ein operatives Ergebnis von rund 266 Millionen Euro – vergleichsweise bleibt im Salzbereich also weniger übrig als im Kalibereich.

 

Und sonst?

K+S verfolgt neben den beiden zuvor beschriebenen Geschäftsbereichen auch Aktivitäten in der Entsorgung und dem Recyling vor allem der durch die Rohsalzgewinnung entstandenen Hohlräume und Abfälle. Außerdem umfasst die Unternehmensgruppe ein eigenes Logistik-Unternehmen (als Betreiber einer Umschlagsanlage in Hamburg), die Produktion von Tierhygieneprodukten in einem stillgelegten Kaliwerk und den Handel von Basischemikalien.

Mit diesen zusätzlichen Aktivitäten, die von ca. 280 Mitarbeitern verfolgt werden, erwirtschaftete die K+S Gruppe zusätzliche 26,4 Millionenen Euro im Jahr 2015 (durch rund 160 Millionen Euro Umsatz).

 

Die harten Fakten – was sagen die Zahlen?

Folgend präsentieren wir Dir die aktuellen Zahlen nach unserer Levermann Strategie. Gleichzeitig sei erwähnt, dass wir die Aktien noch außerhalb dieser Strategie gekauft haben – dazu gleich mehr.

Eigenkapitalrendite:

11,5 % (0 Punkte)

EBIT-Marge:

18,72 % (1 Punkt)

Eigenkapitalquote:

51,9 % (1 Punkt)

Aktuelles KGV:

8,92  (1 Punkt)

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

13,18 (0 Punkte)

Analystenmeinung:

Halten (0 Punkte)

Reaktion auf Quartalszahlen:

4,73 % (1 Punkt)

Gewinnrevision:

-5,68 % (-1 Punkt)

Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

24,92 % (1 Punkt)

Aktueller Kurz vs. Kurs vor zwölf Monaten:

30,83 % (1 Punkt)

Kursmomentum:

Kein Trend (0 Punkte)

Durchschnittliche Dividendenentwicklung der letzten 10 Jahre

90,84 % (1 Punkt)

Gewinnwachstum:

-67,95 % (-1 Punkt)

 

Wir kommen aktuell auf 5 Punkte. Und dennoch haben wir die Aktie gerade verkauft.

 

Unser Investment in die K+S Gruppe

Tatsächlich war K+S ein irrationales Investment unsererseits. Wir entwickelte im letzten Frühjahr langsam unsere Levermann Strategie – waren allerdings noch nicht ganz fertig. Und dann lag bei uns beiden noch Geld unnütz auf dem Tagesgeld-Konto für keinerlei Zinsen herum.

 

Irrationalität durch Ungeduld

Wir wollten uns eine gemeinsame Aktie kaufen und haben geschaut, welche DAX- und MDAX-Aktien kurz vor ihrer Hauptversammlung standen und eine gute Dividendenrendite liefern sollten. Dabei fiel uns K+S ins Auge – damals erst seit einigen Wochen in den MDAX abgestiegen und mit einer Dividende von 1,15 € (Rendite über 4,5%) von uns als „sichere Bank“ identifiziert – und wir schlugen eine Woche vor der Hauptversammlung zu. Unser Plan war die Dividende mitzunehmen, die Kurserholung abzuwarten und mit leichtem Plus zu verkaufen (allein dieser Plan war sehr irrational!).

Die ersten Tage lief es gut. Direkt nach der Dividendenauszahlung ging es erst einmal runter – so weit so erwartet.

Nach einer schnellen Erholung, verpassten wir, die Aktie direkt wieder abzustoßen und uns über die erhaltene Dividende zu freuen. Ohne Plan, behielten wir die Aktie und mussten zusehen wie sie in den nächsten Monaten immer weiter runter gingen.

Nun hatten wir unsere Levermann Strategie nur zwei Wochen später weiterentwickelt, dass wir immerhin feststellten, dass die Punkte nicht für den Kauf gesprochen hatten. Fehler gehören zum Lernprozess dazu. Wir nahmen uns vor, die Aktie sofort zu verkaufen, wenn sie endlich wieder auch nur wenige Prozente im Plus war.

Schließlich wollten wir aus unseren Fehlern lernen, aber direkt ein paar neue hinterherschieben, damit der Lernprozess nicht aufhört. Wir waren von dem Unternehmen nicht überzeugt und unsere Erwartung zum damaligen Zeitpunkt lautete: Negativer Trend wird sich fortsetzen!

 

Das lange Warten

Es folgten Monate voller Zweifel, ob wir das Lehrgeld zahlen und die Aktie mit Verlust verkaufen sollten.

Zwischendurch aber immer wieder Hoffnungsschimmern mit mehr oder weniger kurzen Anstiegsphasen.

Dann wieder Nachrichten, über Klagen und Umweltvergehen, die den Kurs immer weiter rutschen liesen.

Wir haben erfolgreich gewartet – im Oktober begann endlich der Aufstieg. Seitdem ist die Aktie von 16 Euro zurück auf fast 25 Euro gestiegen.

Im Januar waren wir endlich in der Gewinnzone.

Die Irrationalität ist (nicht) zurück

Wir wollten uns an unseren Vorsatz halten und die Aktie mit minimalem Gewinn verkaufen. Doch jetzt haben wir plötzlich das erste Mal die 4-Punkte Grenze überschritten. Das bedeuted einen Kauf nach unserer Strategie.

Kurz haben wir gezögert und uns kritisch gefragt, ob wir den selben Fehler wiederholen wollen: Uns nicht an unsere Strategie halten?!

Nein, wollten wir nicht! Also beschäftigten wir uns mit dem Unternehmen und unsere Vermutung hat sich bestätigt – wir sind nicht vom Geschäftsmodell überzeugt. Viel wichtiger: Wir glauben, dass wir mit anderen Werten bessere Renditen erwirtschaften können.

Wir haben einen Stopp Loss gesetzt und nach nur einer knappen Woche hat dieser bereits gegriffen und wir haben am letzten Januartag unseren Ausflug K+S beendet.

Mehr Wert als der geringe Gewinn, die Erkenntnisse über die Salz- und Kalierzeugung und die unbedingt gewollte Dividende sind aber die Erfahrungen, die wir mit diesem Investment gesammelt haben.

In Zukunft halten wir uns an unsere Strategie!

Hast Du auch eine Strategie? Kannst Du dich immer zu 100% daran halten? 

 

Viele Grüße
Marielle

Süß oder Salzig: Unser Investment in die K+S Gruppe

2 Gedanken zu „Süß oder Salzig: Unser Investment in die K+S Gruppe

  • 10. Februar 2017 um 23:26
    Permalink

    Die Geschichte hat einen salzigen Nachgeschmack! 😃 Aber mir fällt es auch immer sehr schwer, mich an die Regeln zu halten. Man sagt sich, dass man nur dieses eine Mal von der Regel abweicht… aber insgeheim weißt du, dass das nicht das letzte Mal war. Aber nur mit System ist man erfolgreich… anders kann man ihn ja nicht reproduzieren. 😉

    Antworten
    • 11. Februar 2017 um 10:38
      Permalink

      Alleine ist es deutlich schwieriger sich an die Regeln zu halten als zu zweit. Einer von uns behält die Rationalität und weist den anderen daraufhin. Und beim gemeinsamen Kauf müssen beide zustimmen, sodass einer nicht entscheiden kann.

      Seit Auflage unserer Strategie sind wir in der Lage uns daran zu halten – wir zögern die erste Irrationalität heraus 😛

      Was war denn dein letzter irrationaler Moment?

      Antworten

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