Der 21. des Monats. Das nächste Gehalt wird am 28. auf dem Konto erwartet.

Schon wieder ist der Monat länger als das Geld.

Und jetzt will der Partner auch noch Essen gehen und einen – eigentlich ja ganz schönen – Abend in einer Bar verbringen. Schließlich ist Wochenende und die Freiheit muss gefeiert werden.

Du willst nicht der Spielverderber sein und gehst mit, lädst ihn ein und bringst Dich selbst damit noch mehr in die Bredoullie.

Der nächste Wocheneinkauf fällt wohl sparsamer aus – und den Dispo des Kontos gibt es ja auch noch!

Nur noch sechs Mal schlafen und das Gehalt hat den Weg auf Dein Konto gefunden und Du hast es einen weiteren Monat geschafft zu verbergen: Du bist pleite!

 

Pleite in der Beziehung

Rund 6,7 Millionen überschuldete Menschen leben in Deutschland, das ist jeder 10. über 18 Jahren – wie vielen davon mag es wohl wie dem oben beschriebenen Herrn gehen?

In einer Beziehung, unter Umständen seit mehreren Jahren – und pleite. Die Partnerin oder der Partner weiß aber nichts davon? Gibt’s das wirklich?

Mit Sicherheit!

Ist die obige Situation ein Extremszenario?

Vielleicht – frage Dich, wie viele Menschen Du kennst, bei denen am letzten Tag des Monats das Konto anzeigt: +3,58 Euro

Oder schlimmer: 18,99 Euro

Die Beantwortung wie es bei anderen aussieht, ist simpel. Hat eben nichts mit Dir zu tun.

Hier die härtere Frage: Wie sieht es bei Dir am Monatsende aus?

Sollte bei Dir, Deinem Partner oder einem Freund der Kontostand am Ende des Monats an der Klippe zur Null stehen, dann sauge diesen Artikel auf und teile ihn mit allen, denen es ähnlich geht!

Wir präsentieren Dir unsere 5-Punkte-Strategie, um aus der Pleite in der Beziehung nachhaltig herauszukommen.

Diesen Artikel hat Marielle für Dich verfasst.

1) Ansprechen der Pleite in der Beziehung

Nicht über die finanzielle Situation miteinander zu sprechen ist fata und kann das Aus für Euch bedeuten.

Kommunikation ist die Grundlage – hier sind noch einige weitere Gründe warum Ihr mit Eurem Partner über Geld sprechen solltet.

Spätestens in unserem Beispiel wird es allerhöchste Zeit Deinen Mut zusammen zu nehmen, eine ruhige Minute zu suchen und Offenheit an den Tag zu legen.

Unsere wichtigsten Tipps, wie Du in der Beziehung ansprechen kannst, dass Du pleite bist:

  • Sage Deinem Partner, dass Du ein wichtiges Thema besprechen möchtest und vereinbart dafür einen festen Zeitpunkt
  • Nehmt Euch Zeit für dieses erste Gespräch
  • Verlagert die unangenehme Konversation auf einen neutralen Ort – ein Spaziergang tut dem heiklen Thema deutlich besser als das eigene Wohnzimmer

Spannend ist, wie Dein Partner reagiert. Verständnisvoll? Panisch? Mit direkten Lösungsideen? Agressiv? Verständnislos? Mitleidig? Mitfühlend?

Vielleicht geht es Euch beiden sogar ähnlich und Dein Partner ist froh, dass Du es ansprichst (und ihn damit von seiner Last befreist).

Ganz egal, wie die Reaktion ist. Hauptsache das Problem kommt auf dem Tisch.

Der Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, wenn Ihr Euch entscheidet an einem Strang zu ziehen, anstatt Euch durch unnötige Kosten immer weiter gegenseitig nach unten zu ziehen.

Denk dran, Dein Partner kann nicht riechen, was in Dir vorgeht. Möchtest Du unterstützt werden und mehr Verständnis erhalten, dann braucht es viel Offenheit.

Entscheidet Ihr Euch nicht, in die selbe Richtung agieren zu wollen, steht ein handfester Konflikt ins Haus – aber gilt in dem Fall nicht der gute Spruch: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende?

 

2) Feststellen des Ausmaßes der Pleitesituation in der Beziehung

Egal, ob einer von Euch beiden in der Beziehung pleite ist, oder ob Ihr beide der Pleite nahe seid. Ihr wollt gemeinsam an der Situation arbeiten und Euch unterstützen. Im nächsten Schritt gilt es das Ausmaß der Pleite in der Beziehung zu analysieren. Der Planungstisch füllt sich: Fakten kommen hinzu.

 

Buchhaltung aus der Pleite

Eine Einnahmen und Ausgabenaufstellen ist der erste Schritt zur Offenheit und dem wirklichen Annehmen des Problems.

Zuerst wird eine Aufstellung der Fixkosten erstellt – Miete, Strom, Internet – und anschließend geht es ans Eingemachte: die zusätzlichen Ausgaben!

Mit Hilfe von Kontoauszügen ist ein erster Eindruck möglich. Um wirklich alle Ausgaben zu erfassen und nichts mehr durchrutschen zu lassen, empfielt es sich ab sofort ein Haushaltsbuch zu führen*. Ihr könnt dafür selbstverständlich ein einfaches Buch nutzen* und jeden Abend alle Ausgaben erfassen.

Genau so bin ich während meines Studiums vorgegangen. Jeden Abend habe ich alles notiert, was ich ausgegeben habe. Unmittelbar nach dem Auszug, wollte ich wissen, ob mein Einkommen aus dem dualen Studium alle Kosten abdecken kann oder ich automatisch an meine Waisenrenten-Zahlungen gehen musste.

Alternativ gibt es inzwischen eine Vielzahl von praktischen Apps. Das Smartphone ist ohnehin immer dabei und mittels der direkten Eingabe in die App geht nichts mehr verloren! Viel Gutes haben wir von Money Control* gehört, es gibt allerdings inzwischen auch viele Alternativen wie Daily Budget* oder MyBudget2*.

Wir selbst zahlen inzwischen fast alles mit EC-Karte und erfassen unsere Ausgaben am Monatsende in einem selbstgebauten Excel-Dokument.

Analyse der Pleite in der Beziehung

Bis Ihr zu diesem Punkt kommt, kann es eine Weile dauern. Unser Empfehlung: Bekommt einen Überblick der vergangenen 3 und der zukünftigen 2 Monate.

Damit bekommt Ihr einen ersten Eindruck über Euer Ausgabenverhalten. Je länger Ihr Eure Finanzen checkt, desto mehr Regelmäßigkeiten könnt Ihr feststellen.

Wir empfehlen für diesen Schritt erneut drei bis fünf ruhige Stunden zu nutzen. Geht gemeinsam alle Posten durch und beantwortet folgende Fragen individuell und gemeinsam:

  • Was hat Dich überrascht?
  • Welche Posten sind niedriger als gedacht? Oder höher?
  • Welche Ausgaben waren wirklich nötig? Und welche waren eher Impulskäufe?
  • An welchen Stellen könntest Du ohne Probleme weniger ausgeben und etwas einsparen? An welchen nicht?

Klar, dass die vier Party-Abende in dem Monat Spaß gemacht haben. Logisch, dass die neuen Schuhe super zum Bürooutfit passen. Selbstverständlich, dass die Einkaufsrechnung jedes Mal von der Schokolade nach oben getrieben wird.

Niemand – auch nicht Euer Partner – will Dir alles wegnehmen, das Dir Freude bereitet.

Genügen auch zwei Party-Abende im Monat? Hätten die alten Schuhe nicht auch noch ein halbes Jahr super gepasst? Und wäre es für die Figur nicht ohnehin besser auf die Schokolade zu verzichten?

Beantwortet diese Fragen ehrlich – auch wenn es an manchen Stellen schmerzt.

Die schmerzhaften Stellen bringen häufig die schnellste Heilung.

Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Ihr die Analyse Eurer Einnahmen und Ausgaben zusammen durchführt. Gegenseitige Kontrolle und die Notwendigkeit die Ausgaben und deren Rechtfertigung, dem Partner zu erklären, können Wunder wirken um aus der Pleite in der Beziehung herauszukommen.

 

3) Ausarbeitung des Schlachtplans gegen die Pleite in der Beziehung

Alle relevanten Fakten liegen jetzt auf dem Tisch. Und Ihr seid Euch über das Ausmaß des Problems im Klaren.

Und sind Euch bei der Analyse die ersten Handlungsmöglichkeiten aufgefallen?

Auch wir haben Posten, die wir uns monatlich sparen könnten – zum Beispiel Fast-Food-Besuche. Seitdem wir unseren Monatsabschluss verfassen, ist unser Burger & Co Konsum drastisch gesunken.

Punkt 3 unserer empfohlenen 5-Punkte-Strategie gegen die Pleite in der Beziehung baut stark auf dem vorherigen auf:

  1. Diskutiert miteinander, worauf Ihr verzichten könnt und worauf nicht
  2. Entscheidet gemeinsam, an welchen Stellen Ihr zukünftig sparen möchtet
  3. Haltet die Ergebnisse schriftlich fest, damit sie mehr Verbindlichkeit bekommen

Wählt die Zielsetzungstechnik, die für Euch beide am besten passt. Vielleicht startet Ihr auch mit individuellen Zielen und Plänen und bringt diese erst in einem zweiten Schritt auf einen Nenner?

Der gemeinsam erarbeitete Schlachtplan gegen die Pleite in Eurer Beziehung sollte für beide Partner umsetzbar und akzeptabel sein.

Es tut keiner Beziehung gut, wenn einer ständig zurückstecken oder der andere immer aushelfen muss. Bei der Ausarbeitung dürfen selbstverständlich Diskussionen entstehen und ausgefochten werden. Am Ende hilft Euch lediglich eine Einigung weiter, ob eine neue Sparsamkeit oder Unerstützung bei der Erhöhung des Einkommens Euer Mittel der Wahl sein soll – oder beides!

Schreibt alles auf, sodass niemand den anderen falsch verstehen kann und die Fronten wirklich geklärt sind. Setzt Euch ein Datum zur Evaluation Eures Erfolges bei dem Weg aus der Pleite in der Beziehung. Zielsetzung ist in der Beziehung nicht nur in Finanzdingen wichtig – das Thema kann aber ein erster Schritt sein.


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4) Höhere Einnahmen und niedrigere Ausgaben als Geheimwaffe im Kampf gegen die Pleite in der Beziehung

Neben dem Sparen gibt es die Möglichkeit, die andere Seite zu erhöhen. Gerade, wenn Du bisher ein sehr geringes Einkommen und alle Sparpotentiale aufgedeckt hast, lohnt ein Blick in die Zukunft und die Erschließung neuer Einkommensquellen.

Doch wie soll das aussehen mit dem höheren Einkommen oder den niedrigeren Ausgaben in der Beziehung?

 

Niedrigere Ausgaben gegen die Pleite in der Beziehung

Aus Euren individuellen Ausgabenaufstellungen werdet Ihr viele Sparpotentiale selbst erkennen können. Zusätzlich könnt Ihr Eure Ausgaben aufgrund Eurer Beziehung evaluieren. Stellt Euch beispielsweise folgende Fragen:

  • Lädt immer derselbe, den anderen ein? Ist das fair?
  • Überdenkt Ihr bei der Planung Eurer Freizeitaktivitäten auch das Budget des jeweils anderen?
  • Werden Ausgaben des Einen regelmäßig durch gemeinsames Einkommen bezahlt, obwohl sie dem anderen überhaupt nicht wichtig sind?

Diese drei Fragen verdeutlichen, dass hier Konfliktpotential herrscht. Für eine faire Lastenverteilung ist es jedoch essentiell diese offen und ehrlich zu beantworten.

Ist es für den Partner wirklich in Ordnung gewisse Kosten zu übernehmen oder sollten wir an manchen Stellen die Ausgaben lieber sauber trennen? Oder manchmal auch dem Partner und dessen Geldbeutel zur Liebe einen schönen Tag zuhause verbringen?

Gemeinsame Freizeit brauch nicht teuer sein. Gerade im Sommer gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten, die gemeinsame Zeit kostengünstig zu gestalten und zu sparen. Wenn Ihr gemeinsam überlegt, was Euch Spaß machen könnte, ohne viel Geld auszugeben, findet Ihr sicherlich genügend Dinge – es bedarf lediglich einen zweiten Gedanken, den wir uns oft nicht nehmen.

 

Höhere Einnahmen gegen die Pleite in der Beziehung

Neben dem eigentlichen Job das Einkommen zu erhöhen, geht mit weiterer Arbeit einher.

Die einfachste Möglichkeit ist ein Nebenjob – allerdings kann die Zeit schnell eine knappe Ressource werden. Zur Überbrückung eines kurzfristigen Engpasses oder dem Aufbau eines ersten Sicherheitspolsters mag ein Nebenjob eine gute Option sein.

Eine andere Idee ist der Aufbau eines eigenen Nebengewerbes*. Vielleicht gibt es etwas, das Du schon immer umsetzen wolltest – ob online oder offline. Jetzt ist die beste Zeit dafür! Im Gegensatz zu einem Nebenjob, ist ein eigenes kleines Unternehmen etwas, an dem Du wahrscheinlich länger festhalten wirst. Wenn Du ein Produkt oder Thema hast, hinter dem Du voll und ganz stehen kannst, wird es sicht oft nicht als zusätzliche Arbeit, sondern als Hobby anfühlen.

Egal für welche der beiden Optionen (oder auch eine ganz andere – wie ausmisten und verkaufen von nicht mehr benötigten Gegenständen) Du Dich entscheidest. Sorge dafür, dass Dein Partner hinter Dir steht. Wenn Ihr all die vorherigen Schritte gemeinsam absolviert habt, werdet Ihr auch hier eine gemeinsame Linie finden. Ein Nebenjob oder Nebengewerbe bindet viel Zeit – Zeit, die für die Beziehung verloren geht.

Bei einem Nebenjob wird es schwer, bei einem eigenen Unternehmen könnt Ihr die Gemeinsamkeit eventuell umsetzen und das Projekt zusammen angehen. Der Aufbau eines Nebengewerbes zur Steigerung Euer beider Einkommen hat noch die positiven Nebeneffekte, dass Ihr zusammen etwas erreicht und weniger Zeit habt, Geld auszugeben.

Verständnis füreinander ist der Schlüssel zum Erfolg – egal für welchen Weg Ihr Euch entscheidet!

5)  Die Pleite nachhaltig aus der Beziehung verjagen

Der Plan steht und Ihr seid mitten in der Umsetzung. Plötzlich ist mehr Geld vorhanden und der Gedanke an frühere Zeiten rückt weiter nach hinten im Gedächtnis.

Jetzt gilt: Weiter machen! Nachhaltig wirtschaften!

Die neue komfortable Situation bleibt, wenn Ihr langfristig vorausschaut.

Euer zusätzliches Geld könnt Ihr absofort sinnvoll und überlegt investieren. Aktien, Immobilien, Anleihen, ETFs – Möglichkeiten gibt es viele.

Wenn Ihr noch keine Ahnung vom Investieren habt, gibt es sehr gute Anlaufstellen im Internet. Zum Einstieg empfehlen wir Daniel den Finanzrocker oder Albert den Finanzwesir. Hier erhaltet Ihr geballtes Finanzwissen – kostenlos! Oder Ihr besucht unser nächstes Lesertreffen.

Wir raten Euch am Monatsbeginn den von Euch definierten Sparbetrag auf ein Sparkonto zu überweisen. So gewöhnt Ihr Euch schnell daran, diesen Betrag nicht mehr zur Verfügung zu haben.

Das Gefühl die Ersparnisse wachsen zu sehen, wird Euch nachhaltig motivieren, dran zu bleiben und Eure Sparquote vielleicht sogar zu erhöhen. Wenn Ihr den für Euch definitierten Sicherheitspuffer aufgebaut habt, könnt Ihr beginnen ans Investieren zu denken.

Aktien, Immobilien und alle anderen Anlageformen stehen Euch zur Verfügung – es müssen nicht immer Anlageprodukte sein, in die Ihr Eure Ersparnisse investiert!

Ihr seid gemeinsam aus der Pleite in der Beziehung herausgekommen, also solltet Ihr die neue komfortable Situation auch für Eure Beziehung nutzen und in diese investieren!

Zeit füreinander, Gespräche über anstehende Projekte, auch ein gemeinsames schönes Erlebnis (das durchaus auch mal etwas kosten darf) sind wichtige Investitionen in Eure Beziehung. Ihr seid einen weiten Weg miteinander gegangen, um aus der Pleite in der Beziehung in eine bessere Situation zu kommen. Beide Partner mussten Einschnitte machen und bestimmt einmal über ihren Schatten springen – belohnt Euch dafür!

 

Fazit

Unsere 5-Punkte-Strategie zur Bekämpfung der Pleite in der Beziehung habe ich hier nochmal für Dich zusammengefasst:

  1. Offene Kommunikation – das Geldproblem sollte lieber heute als morgen auf Tisch
  2. Haushaltsbucherstellen – welche Ausgaben und Einnahemn stehen sich gegenüber
  3. Ziele formulieren – Ausarbeiten eines klaren Vorgehens mit Terminen zur Evaluation
  4. Einnahmen steigern & Ausgaben senken – Umsetzung Eures Schlachtplans
  5. Nachhaltige Investitionen – Überschüßiges Geld zur Seite packen

Mike war vor zwei Jahren noch in einer sehr ähnlichen Situation. Am Ende des Monats war sein Geld aufgebraucht – Schulden hatte er keine.

Mit dem vorgestellten Plan zündete er den Turbo. Und bricht fast monatlich alte Höchstmarken.

Und auch bei mir kam mehr Schwung in den Vermögensaufbau. Ich war zwar schon vorher ein Sparbrötchen, aber mir fehlte die Disziplin alle 5 Punkte Monat für Monat umzusetzen.

Kennst Du das Gefühl am Monatsende im Dispo zu sein? Was sind Deine wichtigsten Tipps, um aus der Pleite in der Beziehung zu kommen?

Viele Grüße

Marielle

Pleite in der Beziehung – unsere 5 Punkte-Strategie zum Erfolg
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