Hey und willkommen zu 130 Jahre Erfahrung von Johnson and Johnson.

Letzte Woche wurde uns die zweite Dividende des U. S amerikanischen Pharma- und Konsumgüterherstellers überwiesen. Grund genug das Unternehmen heute vorzustellen.

 

Ein Blick auf die Homepage

Erwartet hatten wir eine Produktplatzierung neben der anderen. Denn so sieht es bei der Betrachtung der Internetauftritte deutscher Unternehmen aus.

Alternativ hätten wir eine Hervorhebung und Betonung der eigenen Leistung erwartet – auch dies ist auf Unternehmenswebseiten üblich. Zumindest auf denen wir bisher unterwegs waren.

Umso überraschender war der erste Eindruck des Auftritts von Johnson and Johnson.

Als Startbild strahlt eine junge Frau in einer weißen Winterwelt – dazu der Text: „7 suprisingly simple winter beauty hacks you can do in 5 minutes or less.

„Naja“, habe ich gedacht, „da werden einfach nur die Produkte des Unternehmens als Listposting angepriesen.“

Auch das war falsch, denn die Tipps und Tricks des Artikels sind alle ohne die Produkte von Johnson and Johnson realisierbar. Zwar werden bei vier von sieben Tipps die Produkte verlinkt, dabei wird aber ebenfalls von einer Hervorhebung des eigenen Produkts verzichtet.

Und so zieht es sich durch viele Artikel auf der Homepage. Ganz viele Tipps und Tricks und Blogeinträge, die dem/der Besucher/in einen Mehrwert liefern.

Wenn Du den direkten Vergleich möchtest, dann schaue Dir den deutschen Auftritt von Johnson and Johnson an.

 

Die Geschichte von Johnson and Johnson

Wenn Du in die Tiefen der Unternehmensgeschichte eintauchen möchtest, dann bietet Dir Kilmer House die passenden Einblicke. Hier findest Du viele historische Fotografien aus der Zeit der Unternehmensgründung und den darauf folgenden Jahren.

Da wir das gar nicht so gut zusammenfassen können, empfehlen wir Dir Dich durch die Seite zu klicken. Zum Beispiel findest Du hier die Entstehungsgeschichte von Johnson and Johnson.

 

„Caring for the world, one person at a time“

Mit diesem Ziel agiert Johnson and Johnson weltweit und bietet – nach eigener Aussage – den eigenen Mitarbeiter/innen eine Inspiration und Orientierung.

Klarer wird das Statement, wenn Du Dir das Credo des Unternehmens durchliest. Dort ist erkenntlich, dass Johnson and Johnson vier Zielgruppen hat:

  1. Menschen, die die Produkte des Unternehmens nutzen (Ärzte, Krankenpfleger, Mütter, Väter, …)
  2. Angestellte
  3. Communities (Gemeinden) auf der ganzen Welt (z. B. Unterstützung durch Charity)
  4. Stockholders

Ziel und Credo des Unternehmens sind auf der (amerikanischen) Webseite in der gesamten Struktur zu erkennen. Insgesamt bietet Johnson and Johnson auf diese Weise einen sehr soliden und stimmigen Auftritt, was auch in der strategischen Ausrichtung klar sichtbar ist.  Und signalisiert dabei, dass es im digitalen Zeitalter angekommen ist.

 

Johnson and Johnson

Drei Segmente bilden die Basis für den Erfolg für Johnson and Johnson: Consumer, Pharmaceutical und Medical Devices (S. 13, Annual Report 2015).

Unter dem Segment „Consumer“ befinden sich sehr bekannte Marken wie „Carefree“ oder „Listerine“. Angeboten werden Produkte zur Baby-, Mund- und Hautpflege sowie nicht verschreibungspflichtige Medikamente, women’s health und Wundpflege.

Das pharmazeutische Segment unterteilt sich in weitere fünf Bereiche: Immunologie, infektiöse Erkrankungen und Impfstoffe, Neurowissenschaften und kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen. Die Produkte in dem Bereich sind mir namentlich nicht bekannt.

Damit ist das Unternehmen bezüglich der größten Killern der modernen Welt breit aufgestellt. An Kunden wird es daher in den nächsten Jahren nicht fehlen.

Im Segment „Medical Devices“ werden hauptsächlich Experten wie Ärzte und Krankenhäuser beliefert. Das Portfolio besteht aus Geräten zur orthopädischen, chirugischen, kardiovaskulären und diabetischen Pflege.

 

Warum ausgerechnet ein Pharma-Unternehmen?

Unser Depot beinhaltet bereits Henkel (Konsumgüterhersteller) und Morphosys (Pharmaindustrie). Warum dann also noch Johnson and Johnson?

 

Exkurs: Diese Frage ist ein wunderbares Beispiel, wieso das Betreiben eines Blogs zum reflektieren und nachdenken anregt. Im Vorfeld war mir zwar bewusst, dass wir ein weiteres Unternehmen aus den Branchen mit in unser Depot nehmen. Allerdings hatten weder ich noch Marielle diese Frage gestellt!

 

Unsere damalige Intention war den ersten Fuß in den U.S.-amerikanischen Aktienmarkt zu setzen. Laut unserer Levermann Strategie erreichte Johnson and Johnson die nötige Punktzahl. Bei einem der größten Unternehmen weltweit und einer Geschichte von 130 Jahren mit zukunftsorientiertem Auftritt, war uns klar, dass wir hier nur sehr wenig falsch machen konnten.

 

Der Unterschied zu Morphosys

Johnson and Johnson hat bereits eine Vielzahl von fertigentwickelten und patentierten Produkten auf dem Markt. Zudem ist das Unternehmen sehr innovativ, sodass im Hintergrund stetig an weiteren Wirkstoffen geforscht wird.

Morphosys hingegen hat zwar über 100 Wirkstoffe in der Pipeline, die teils sehr erfolgsversprechend sind, aber konnte bisher noch keines der großen Hoffnungsträger auf den Markt bringen. Oder gar die finale Stufe überstehen lassen.

 

Der Unterschied zu Henkel

Henkel ist in Deutschland vor allem durch die Waschmittelsparte vertreten. Und bildet damit einen ganz anderen Bereich ab als den von Johnson and Johnson. Die beiden Unternehmen sind zwar im selben Segement unterwegs, versorgen aber den Markt mit unterschiedlichen Produkten.

Beide Traditionsunternehmen sollten also genügend Expansionsplatz in den kommenden Jahren haben, um die Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen zu können.

 

Zahlen, Zahlen, Zahlen …

Wir haben unsere amerikanischen Aktien noch nicht auf das neue System umgestellt. Daher befindet sich hier nachwievor das Dreimonatsreversal in der Analyse. Dies hat einen einfachen praktischen Grund: in der online-Datenbank der Börse-Online sind die Werte aus dem Dow Jones nicht enthalten.

Dadurch wurden diese 30 Werte noch nicht automatisiert, sondern müssen von uns händisch aktualisiert werden.

Genaue Erläuterungen zu unserer Levermann Strategie und der Bedeutung der einzelnen Kennzahlen findest Du in unserem Strategieartikel!

 

Eigenkapitalrendite:

21,65 % (1 Punkt)

EBIT-Marge:

27,99 % (1 Punkt)

Eigenkapitalquote:

53,33 % (1 Punkt)

Aktuelles KGV:

21,14 (-1 Punkte)

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

19,66 (-1 Punkt)

Analystenmeinung:

Halten (0 Punkte)

Reaktion auf Quartalszahlen:

-1,34 % (-1 Punkt)

Gewinnrevision:

0,00 % (0 Punkte)

Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

4,64 % (0 Punkte)

Aktueller Kurz vs. Kurs vor zwölf Monaten:

15,21 % (1 Punkt)

Kursmomentum:

kein Trend (0 Punkte)

Dreimonatsreversal

kein Trend (0 Punkte)

Gewinnwachstum:

18,75 % (1 Punkt)

 

Damit erhält Johnson and Johnson momentan zwei Punkte und wir würden sie laut unserer Levermann Strategie nicht kaufen. Allerdings halten wir die Aktie bereits im Depot und der Punktabzug kommt vor allem durch das hohe aktuelle und 5-Jahres-KGV zustande.

Zudem existieren die Gründe für den Kauf der Aktie nachwievor, so dass wir kein Bedürfnis haben uns von dem Unternehmen zu trennen. Viel lieber erfreuen wir uns der quartalsmäßigen Dividende.

(Selbstverständlich sprechen wir nie Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus!)

Kursverlauf und Fazit

 

Seit unserem Kauf schwankt die Aktie recht stark zwischen 100 und 115 Euro mit einer Ruhephase von drei Monaten. Diese war wohl das Warten vor der Präsidentschaftswahl in den USA mit einer freudigen Reaktion zu deren Ausgang. Die Reaktion wurde allerdings in den folgenden Wochen fast komplett zurückgenommen, nur um jetzt erneut zu starten.

Naja, wir bleiben gelassen und sind gespannt wie die Aktie sich in 2017 entwickeln wird. Denn vorher werden wir sie auf keinen Fall mehr verkaufen.

Das war er, unser erster Schritt auf amerikanischen Boden. Hast Du diesen auch schon gewagt und was hat Dich dazu bewogen?

Beste Grüße
Mike

 

P. S.: Auf unserer Investitionsseite erfährst Du die aktuelle Entwicklung unseres gemeinsamen Depots. Zusätzlich haben wir dort eine Auflistung aller bisherigen Vorstellungen für Dich veröffentlicht.

 

 

 

Johnson and Johnson – 130 Jahre Erfahrung
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5 Gedanken zu „Johnson and Johnson – 130 Jahre Erfahrung

  • 13. Dezember 2016 um 20:54
    Permalink

    Also J+J braucht man nicht mit Punkten bewerten 😉
    Für das durchschnittliche Dividendenwachstum der letzten fünf Jahre (immerhin 13,7 %/Jahr) gibt es von mir 5 Punkte. Das Payout Ratio liegt auch nur bei knapp 50 %.

    Die könnt ihr vermutlich die nächsten 130 Jahre im Depot lassen. Ich bin damit sehr zufrieden. Wenn ich mir die Zahlen so anschaue, ich glaub ich kaufe noch welche…

    Antworten
    • 13. Dezember 2016 um 21:04
      Permalink

      Hi Alexander,

      naja wir wollen ja unserer Strategie treu bleiben und daher haben wir auch hier Punkte gezählt 😉 Das mit dem Nachkaufen überlegen wir aber ebenfalls – die Dividende ist einfach super und wie du bereits sagst, ist die Aktie wahrscheinlich auch in den nächsten Jahrzehnten eine sichere Bank 😉

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
      • 13. Dezember 2016 um 21:20
        Permalink

        Hallo Marielle,

        das sollte keine Kritik sein. Irgendwie muss man sich orientieren.
        Ich muss mich noch berichtigen JNJ hat die Dividende nur um 7 % pro Jahr gesteigert, ich bin da in meiner Exceltabelle in die falsche Spalte gerutscht.

        LG Alexander

        Antworten
      • 14. Dezember 2016 um 06:52
        Permalink

        Gutes, stabiles Unternehmen.
        Kurze Ergänzung für Angsthasen wie mich: J&J ist derzeit mit einem Anteil von 0,93% im MSCI World vertreten. Damit ist es der viertgrößte Posten im Index.

        „eine sichere Bank“ – ich glaube, diese Redewendung muss überarbeitet werden 😉

        Viele Grüße
        Felix

        Antworten
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