Unkraut.

Die unliebsamen Pflanzen sprießen so schnell aus dem Boden wie Sebastian Vettel um die Kurve fährt.

Deine einzige Möglichkeit? Beete anlegen und Dich um Deinen Garten kümmern.

Früher war das noch einfacher, da hattest Du lediglich ein paar Pflänzchen in einem Kübel auf Deinem Balkon.

Doch seitdem Ihr in das neue Haus gezogen seid, steht viel mehr Grünzeug hinter den eigenen vier Wänden.

Wenn Dir ein Gärtner zu teuer ist und nicht alles zuwuchern soll, dann musst Du Dich darum kümmern.

So sieht es auch mit Euren Finanzen aus.

Als Du noch alleine gelebt hast, war das kein Problem. Du hattest vielleicht ein Konto, vielleicht auch zwei oder drei.

Mit einem gemeinsamen Haushalt, der doppelten Anzahl an Konten und der Ungewissheit was die Zukunft birgt, kann aus dem kleinen Durcheinander einer problematisches Chaos werden.

Doch wie bekommt Ihr diese Vergrößerung in den Griff und wir könntet Ihr der Situation vorbeugen? Wir stellen Euch unser Haushaltskonto-System vor und erkären Schritt für Schritt unseren Aufbau für eine faire und (finanziell) erfolgreiche Beziehung!

Diesen Artikel hat Mike für Dich verfasst.

 

Der richtige Kniff für Euer Haushaltskonto

Die Organisation der Kontenstruktur kann eine Herausforderung für Single-, Paar- oder Familienhaushalte sein. Mehr Haushaltsmitglieder bedeutet in den meisten Fällen auch mehr Konten.

Mehrere Konten bergen die Gefahr, dass zu viel Geld ausgegeben wird, da wir unser eigenes Vermogen überschätzen. Dazu hat Claudia Hammond in Ihrem lesenswerten Buch „Erst denken, dann zahlen“ eine Vielzahl an Studien dargelegt.

Selbst bei drei Konten geht die Übersicht flöten und wir geben mehr Geld aus als wenn wir lediglich ein einziges Konto hätten.

Doch, wenn wir uns mit einem Girokonten ohne oder gar negativ Zinsen nicht begnügen wollen, benötigen wir mehrere Konten.

Doch wie können wir diese Zwickmühle auflösen?

 

Hosen runter: Unsere Struktur unseres Haushaltskontos

Schon im Artikel „Vermögen aufbauen: 12 Schritte zu organisierten Finanzen in Eurer Beziehung“ haben wir auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hingewiesen, welche grundlegenden Varianten es für organisierte Finanzen geben könnte.

Unsere Basis – Haushaltskonto Stufe 1

Wir haben uns individuell für ein drei Kontensystem entschieden: Jeder hält ein Geldeingangs- und Rücklagenkonto und gemeinsam führen wir ein Geldausgangskonto.

Unser Gehälter und sonstige Einkünfte landen auf dem jeweiligen Geldeingangskonto.

Von diesem zweigen wir etwa 50 % ab und packen es in unsere individuelle Rücklage. Dies ist unsere Versicherung bei Arbeitslosigkeit oder sonstigen Zwischenfällen des Lebens genügend Geld für laufende Ausgaben zu besitzen.

Weitere 20 % fließen auf unser gemeinsames Ausgabenkonto. Davon zahlen wir Miete, Essen, Internet, gemeinsame Versicherungen, Rundfunkgebühren und gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Die übrigen 30 %  stehen für individuelle Ausgaben zur Verfügung oder werden in Schritt 2 für Investitionen genutzt.

Mit diesem System begannen wir, nachdem die Zettelwirtschaft und gegenseitiges Aufrechnen nicht mehr funktioniert haben. Seit Beginn sind wir bei der DKB und sind hochzufrieden mit den Leistungen.

Das kostenlose Gemeinschaftskonto empfehlen wir sehr gerne weiter:
Das Konto für zwei – DKB-Cash Gemeinschaftskonto
*

Dort bekommen wir zu unserem Girokonto eine kostenlose Kreditkarte, welche gleichzeitig als Tagesgeldkonto fungiert und als unser individuelles Rücklagenkonto herhält.

 

Individuelle Investitionen – Haushaltskonto Stufe 2

Im zweiten Schritten kamen bei uns Investitionen hinzu. Zur Vereinfachung habe ich unsere Sparpläne mit in diesen Schritt aufgenommen.

Wenn Du unseren Blog aufmerksam liest, weißt Du, dass unsere Sparpläne erst Ende 2015 das Licht der Welt erblickt haben. Unsere individuellen Investitionen laufen hingegen eine geraume Zeit länger.

Im Nachgang würde ich direkt mit Sparplänen beginnen, weshalb dieser Aufbau durchaus sinnvoll ist.

Für Schritt 2 haben wir 20 % unserer Sparquote aus den Rücklagen entfernt und schieben sie stattdessen in unser ETF-Depot.

Da wir von unseren 30 % – welche im ersten Schritt auf dem Eingangskonto verweilten – weit über die Hälfte übrig hatten, entschlossen wir uns diesen Anteil zu investieren.

Korrekterweise müsste noch eine gestrichelte Linie von unserem Rücklagenkonto ins Depot führen. Ab einem bestimmten Betrag – etwa dem 5-fachen Nettoeinkommen – ist das Konto voll. Weiteres Geld nutzen wir ebenfalls für Investitionen.

 

Das gemeinsame Depot – Haushaltskonto Stufe 3

Mit wachsendem Vertrauen entschlossen wir uns Kosten einzusparen und unsere Investitionen zusammen zu legen.

2016 stellten wir fest, dass unsere Investitionsgedanken sehr ähnlich sind. Wir entschieden uns eine gemeinsame Strategie zu entwerfen und nach dieser zu handeln. Heraus kam unsere Adaption der Levermann Strategie.

Damit konnten wir Kosten wie Ordergebühren und Recherchearbeit einsparen. Unter dem Strich ist es vor allem wertvolle Lebenszeit, die wir hier zurückgewinnen konnten.

Bereits gehandelte Werte verblieben in den Einzeldepots und werden nach und nach verkauft, sofern sich die Gelegenheit bietet.

 

Gemeinsame Rücklagen – Haushaltskonto Stufe 4

Dies ist gleichzeitig die bisher letzte Stufe. In unserer bisherigen Entwicklung haben wir unsere Ausgabenseite nie verändert. Nach wie vor verlassen etwa 20 % unseres Geldeingangskonto in Richtung gemeinschaftliches Ausgabenkonto.

Nach unserer Eheschließung haben wir uns entschlossen, ein gemeinsames Rücklagenkonto zu etablieren.  Wieso?

Mit weiteren potenziellen Lebensereignissen wie Schwangerschaft, Arbeitslosigkeit oder Unfällen kann es passieren, das einer von uns ein geringeres Einkommen hat als der Partner.

Dem wollen wir vorbeugen, sodass wir 10 % unserer Einnahmen in ein gemeinsames Rücklagenkonto legen. Auf diese Weise wollen wir zukünftigen Missverhältnissen vorbeugen und mögliche Diskussionen vermeiden. Dazu gleich mehr.

 

Haushaltskonto in der Beziehung: Vor- und Nachteile unseres Systems

Wir dachten viel über unser Konstrukt nach und für uns bedeutet es, in der aktuellen Lebenssituation die optimale Lösung. Die Vorteile überwiegen für uns eindeutig und uns ist gleichzeitig bewusst, dass ein derartiges System auch mit Nachteilen behaftet ist.

 

Langfristige Fairness in der Beziehung

Dies ist der wichtigste Vorteil unseres Haushaltskonto-Systems. Wir sind guter Dinge, dass unsere Ehe auch die nächsten 100 Jahre wachsen und gedeihen wird. Dies denken vermutlich fast alle Paare, die heiraten.

Dennoch liegt die Scheidungsquote bei aktuell 50 Prozent. Wie kann das sein?

Überschätzung: „Uns passiert sowas!“ – „Ja, aber das gilt nur für andere!“

Bei 50 % sind wir uns bewusst, dass auch wir darunter fallen können – denn wir besitzen keine Glaskugel und können nicht vorhersehen, wie die nächsten Sekunden, Tage oder Jahre aussehen werden.

Dies bedeutet, dass wir unnötige Diskussion bei Veränderungen in unserem Leben vermeiden wollen. Durch unser Konstrukt sorgen wir dafür, dass jeder einzelne in guten Zeiten mehr einzahlt und in schlechten weniger.

 

Anschaffungen bei (un)geplanten Einkommensausfällen

Das Vermögen auf dem gemeinsamen Rücklagenkonto gehört uns jeweils zu 50 Prozent.

Zukünftige Anschaffungen werden wir von diesem Konto bezahlen. Darunter fallen vor allem größere Beträge für Möbel oder Haushaltsgeräte.

Momentan ist unser monatliches Einkommen fast identisch, sodass wir Anschaffungen auch ohne gemeinsames Konto 50/50 aufteilen könnten und würden.

Nun kann sich unsere Situation von heute auf morgen verändern: Arbeitslosigkeit, Unfälle oder Schwangerschaft und anschließende Elternzeit führen (schnell) zu Einkommensausfälle. Einer von uns wird deutlich weniger verdienen und 8 Wochen später geht die Waschmaschine kaputt.

Die Einkommensverhältnisse sind nicht mehr 50/50 sondern 90/10 – wer bezahlt jetzt wie viel an der Waschmaschine? Richtig – es gibt keine Patentlösung und egal, welches Resultat – es wird sich vermutlich unfair anfühlen.

Das wollen wir vermeiden. Daher fließen 10 % unserer Einnahmen auf das gemeinsame Rücklagenkonto. Im Fall des Falles zahlen wir die anfallenden Kosten davon und die Gegenstände gehören uns dann dennoch 50:50.

Vorteil: Diskussion fand in ruhigen Zeiten statt. In schlechten Zeiten können wir uns auf Lösungen für vorhandene Probleme konzentrieren. Beide haben das Gefühl fair behandelt zu sein.

 

Klare Definition für mehr Fairness bei Trennung

Wie geschrieben, nehmen wir uns aus der aktuellen Scheidungsquote nicht aus. Dies bedeutet nicht, dass wir planen uns zu trennen. Lediglich akzeptieren wir, dass sich unsere Lebensumstände (dramatisch) ändern könnten.

Alles in einen Topf zu werfen, kann eine romantische Vorstellung sein, für uns bedeutet es eine Einschränkung, die wir nicht eingehen wollen.

Mit unserem Kontensystem ist klar definiert, welches Konto und welches Vermögen Marielle besitzt und welches meinem Eigentum zugeschrieben werden kann.

Kommt es hart auf hart, hat jeder von uns seinen Wohlfühlbetrag, über den er auch in schwierigen Situationen frei verfügen kann.

Sollten wir irgendwann auseinander gehen, können wir auch die finanziellen Töpfe relativ einfach wieder trennen.

Klingt das fair für Dich?

 

Diversifikation schadet der Übersichtlichkeit – das kostet Geld!

Hast Du gezählt, wie viel Konten wir in dieser Struktur besitzen?

In der letzten Darstellung erkennst Du 6 Konten und 3 Depots. Jedes Depot hat ein weiteres Verrechnungskonto, auf dem wir Geld parken, wenn wir Aktien kaufen oder verkaufen.

In Summe macht das 12 Konten auf denen potenziell Geld liegt und 9 Konten auf denen unser Vermögen aufgeteilt ist.

Dies führt dazu, dass wir nicht mehr auf einen Blick erkennen können, wie viel Geld wir alleine oder zusammen besitzen. Du denkst, das sei nicht so schlimm?

Menschen tendieren dazu, ihr Vermögen zu überschätzen, wenn es auf mehreren Konten verteilt ist. In Gedanken besitzen wir mehr Geld als auf unserem Konto. Das wirkt sich auf unser Konsumverhalten aus.

Wenn wir denken, dass wir mehr besitzen, geben wir mehr aus – logisch oder?

Unsere Lösung: Ein Haushaltsbuch!

Monatlich erfassen wir unser Eingaben, Ausgaben und unsere Vermögensstände. Wir fassen unsere 12 Konten einmal monatlich auf ein Konto bzw. in einem Excel-Dokument zusammen.

Jetzt wissen wir, wie hoch unser Vermögensstand ist und müssen beim konsumieren nicht raten! Raffiniert – aber wie funktioniert das am Besten?

Tobias Lindner und Lars Wrobbel haben dazu „Geld sparen mit dem perfekten Haushaltsbuch geschrieben„. Wir können es wärmstens empfehlen. Wir hatten die leidenschaftlichen Sparer im Hörspiel der besten Finanzbücher zu Gast. Im Klappentext – unserem Newsletter für noch mehr Finanzwissen – erhältst Du das Interview exklusiv ab dem 23. November 2017.

Klappentext – exklusive Interviews und Aktionen für noch mehr Finanzwissen



 

Finanziell erfolgreicher in der Beziehung

Unser Haushaltskonto-System sorgt für Transparenz und Vertrauen – für uns bedeutender ist die Zusammenarbeit.

Wir schreiben ausführlich über unsere gesetzten Ziele. Eines davon ist der gemeinsame Vermögensaufbau, um unabhängiger agieren zu können.

Sowohl Kontenkonstrukt als auch Haushaltsbuch halfen uns den Turbo zu zünden. Wir können gemeinsam an einem Strang ziehen und behalten dabei die Übersicht.

Nachvollziehen kannst Du dies in unseren Monatsabschlüssen. Hier verzeichnen wir regelmäßig neue Höchstmarken und kommen somit unseren Zielen näher und näher.

Gleichzeitig kann jeder von uns auch mal eigene Wege gehen – so investiert Marielle in Crowdinvesting-Projekte und wir besparen unterschiedliche ETF-Sparpläne für unsere Altersvorsorge.

Hätten wir alles Geld in einem Topf wäre dies nur schwer möglich, wenn wir uns gleichzeitig das Gefühl von Transparenz und Fairness gegenüber dem Partner erhalten wollten.

Die dennoch vorhandenen gemeinsamen Konten dienen der Praktikabilität im Alltag und die totale Offenheit (nicht nur bzgl. der Finanzen) gegenüber dem Partner führt zu einer perfekten Vertrauensbasis und schlussendlich erfolgreicherem Vermögensaufbau – sowohl gemeinsam als auch für jeden indivduell.

 

Fazit zu unserem Haushaltskonto-System

Unser Kontensystem ist von einer strengen Trennung hin zu absoluter Offenheit gewachsen.

Unsere Lösung mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen. Unser Haushaltskonto ermöglicht uns eine faire und erfolgreiche Beziehung in Finanzangelegenheiten.

Jedes Paar braucht das beste System für den eigenen Alltag und die individuelle Situation.

Einmal eingerichtet, empfinden wir unsere Lösung als praktikabel. Dennoch wird das System sicherlich nicht für immer so aussehen, sondern sich wie in den letzten Jahren auch kontinuierlich weiterentwickeln – so wie sich die Prioritäten in unserer beider Leben fortlaufend verändern.

Wie sieht Euer Haushaltskonto aus? Und was hältst Du von unserem System?

Beste Grüße
Mike

Haushaltskonto: Unsere Lösung für eine faire und erfolgreiche Beziehung
Markiert in:                 

8 Gedanken zu „Haushaltskonto: Unsere Lösung für eine faire und erfolgreiche Beziehung

  • 11. November 2017 um 23:04
    Permalink

    Unsere Lösung ist euer ähnlich bzw. wird auf Dauer auf eure hinauslaufen. Wir haben unser eigenes Giro-Konto und ein Gemeinschaftskonto. Sparen läuft bei uns getrennt. Mit der Ehe mischen sich die Karten sicherlich noch mal, sodass wir gemeinsam Rücklagen bilden werden.

    Antworten
    • 15. November 2017 um 21:03
      Permalink

      Hi Jenny,
      genau an dem Punkt sind wir grade vorbei – die Karten haben sich mit unserer Eheschließung etwas neu gemischt; der nächste Schritt wird dann das erste Kind sein, wenn es irgendwann soweit ist. Wichtig ist, wie immer, dass man sich immer austauscht um die gemeinsam beste Lösung für beide Seiten zu finden.
      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 13. November 2017 um 18:55
    Permalink

    Das mit der „fairen Lösung“ mit dem Mehrkontenmodell im Trennungsfall wird nicht funktionieren. Da ist zuerst mal der Gesetzgeber vor, falls nicht ein notarieller Ehevertrag vorliegt. Ich empfehle dazu als abschreckendes Beispiel Jan Fleischhauer – Kolumnist des SPIEGEL und Bestsellerautor. Sein neuestes Buch über seine Ehescheidung „Alles ist besser als ein Tag mit dir“ zeigt deutlich, wie auch gebildetete, intelligente Gutverdiener in die materielle Schlammschlacht verfallen und sich dabei ruinieren können.

    viele Grüße
    Marion

    Antworten
    • 15. November 2017 um 21:10
      Permalink

      Hallo Marion,
      von dem Buch habe ich auch schon gehört und ein Interview mit Jan Fleischhauer bei Markus Lanz gesehen. Klingt sehr unterhaltsam und gleichzeitig wahrscheinlich lehrreich 😉 Genau wegen solcher Situationen macht eine regelmäßige Evaluation der Situation und des Ehevertrages ja auch Sinn. Damit die erarbeitete Lösung fair bleibt und offiziell dokumentiert und damit umsetzbar ist.
      LG
      Marielle

      Antworten
  • 15. November 2017 um 11:31
    Permalink

    Hallo Ihr Lieben,
    danke für eure Aufstellung. So haben wir es zu Beginn unserer beziehung auch gemacht. Schwierig wurde es dann bei Besitztümern mit Verschleiß, sprich in unserem Fall ein Oldtimer. Dieser gehört mir, wir fahren jedoch natürlich zusammenb. Und schon stellt sich die Frage: was wird gemeinsam gezahlt, was bezahle ich. Unsere Einigung war damals: Verschleiß- und Betriebsstoffe gemeinsam, Wertsteigerung (Restauration, besondere zusätzliche EInbauten, etc.) zahle ich.
    Nun sind wir verheiratet und alles ist eine Zugewinngemeinschaft. Damit verschwimmen die Grenzen wieder etwas mehr. Und dann kommen noch Kinder hinzu und es wird unglaublich schwierig. Private Krankenversicherung mit all ihren Beiträgen und Rechnungen, Kindergeld, Elterngeld, etc. Vielleicht noch an den Partner geliehenes Geld von vor der Ehe. Und schwupps – Chaos!
    Wir überlegen daher derzeit wirklich hin und her, ob wir nicht unsere Kontenstruktur auflösen sollen. Unsere derzeitige Idee: ein Eingangskonto für alle Einkünfte, Ausgaben, etc. und jeder behält ein „Spielkonto“ mit einem festen (oder doch prozentual? aber wie berechnen?) monatlichen Betrag. So muss kann jeder Weihnachtsgeschenke kaufen, ohne dass am Kontoauszug bereits die Überraschung dahin ist 😉
    Und klar, Altervorsorge, Anlageprodukte, etc. werden gemeinsam entschieden.
    Liebe Grüße,
    Tina

    Antworten
    • 15. November 2017 um 20:51
      Permalink

      Hallo Tina,

      vielen Dank für den Einblick in Euren finanziellen Werdegang!
      Das mit der Aufteilung der Kosten für Deinen Oldtimer finde ich sehr interessant. Wir haben ähnliche Gedanken bei unserer Wohnung. Diese wurde von meiner Mutter gekauft und inzwischen an mich überschrieben. Die (geringe) Miete (mit der meine Mutter aktuell den Kredit noch zu Ende abbezahlt) teilen wir uns 50:50 – obwohl die Wohnung am Ende ja mir gehören wird und Mike „nichts“ davon hat. Bisher teilen wir zusätzliche Ausgaben (Wandfarbe oder andere Kleinigkeiten) ebenso 50:50 – immer mit dem Argument, dass er ohnehin nicht so günstig in unserer Gegend mieten könnte, wenn es keine Eigentumswohnung wäre. Aber was passiert, wenn vielleicht doch irgendwann eine größere Investition ansteht, haben wir auch schon überlegt und diskutiert. Im Moment tendieren wir weiter zu 50:50, aber mal sehen wie es dann in der Situation selbst wird. Genauso im Fall, dass wir die Wohnung irgendwann verkaufen – gehört dann mir alleine der Gewinn, da es meine Wohnung ist oder kommt der Erlös aufs gemeinsame Rücklagenkonto / fließt in gemeinsame Neuinvestitionen?
      Ich denke, dass Du völlig Recht hast, dass sich die Situation mit Kindern und allem was dann folgt noch einmal deutlich ändern kann. Derzeit kann ich mir nicht vorstellen die Trennung in „mein Geld“ und „sein Geld“ aufzuheben – aber wer weiß was das Leben noch bringt.
      Aus meiner Sicht ist es einfach wichtig, dass man darüber redet und jede neue Situation auch wieder neu evaluiert. Aber das scheint bei Euch ja kein Problem zu sein! Ich wünsche Dir / Euch, dass Ihr Euch diese Offenheit erhalten könnt und weiterhin gute gemeinsame Entscheidungen fällt.
      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 15. November 2017 um 22:39
    Permalink

    Toller Artikel! Machen wir größtenteils auch so.

    Aspekt zum Ergänzen: du schreibst, ihr habt fast 50/50 Einkommen, aber was wenn man das nie hatte (wie nicht unüblich zwischen „Durchschnittsmann/-frau“ wegen Branchen und sonstigen Unterschieden? Oder was, wenn es später (einer steckt zurück mit Kind, Teilzeit,..etc.) viel länger so bleibt, als man sich heute vorstellen kann? Und damit die 50/50 Verteilung möglicherweise eher eine Ausnahme als die Regel ist.

    Das wirft nochmal die ganz neue Frage auf: was ist mein/dein/unser, was ist für uns in der Beziehung Gleichberechtigung, wird immer noch 50/50 geteilt? Einnahmen und Ausgaben? Oder prozentual nach Einkommen, wobei der Weniger-Verdiender dann auch immer absolut gesehen weniger Geld zum Sparen zur Verfügung hat? Nach meiner Meinung gibt es im Optimalfall eine Haushalts-Gesamtsumme nach Ausgaben für Beide, die 50/50 geteilt, egal wieviel man zur Gesamtsumme beigetragen hat. Dann kann jeder gleichviel Sparen etc. und das hat evt. nochmal Auswirkungen auf das Kontenmodell.

    Das ist für mich die oberste Frage, die es beim gemeinsamen Geld-Umgang zu klären gilt und um die ihr noch drumrumgekommen seit bisher 😉

    Antworten
    • 16. November 2017 um 07:36
      Permalink

      Guten Morgen Sonja,

      vielen Dank für Deine Gedanken. Wir sehen das genauso und haben uns daher beim Rücklagenkonto für eine prozentuale Einlage entschieden. Das Geld was auf diesem Konto liegt, gehört uns allerdings 50/50, auch wenn der Einlagenstrom bei 80/20 oder 99/1 liegen sollte.

      Unsere Haushaltskosten haben sich seit Beginn nicht verändert und sind extrem niedrieg, weshalb wir hier (noch) keine Notwendigkeit der Anpassung sehen. Vermutlich ändert sich dies allerdings mit dem nächsten Umzug.

      Seid Ihr denn schon an diesem Punkt angekommen und wenn ja, wie habt Ihr es für Euch gelöst?

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das: