1. Januar 2017 – 0:25 Uhr

Wir hatten das neue Jahr mit unserem traditionellen Pseudoballern eingeläutet. Dazu Glückwünsche, WhatsApp-Nachrichten und viele Bilder von Wunderkerzen.

2017 hatte begonnen und uns war sofort klar: dieses Jahr wird für uns wegweisend.

Wegweiser 1: Im Juni würden wir unsere Hochzeit feiern und Ende des Jahres im Flieger nach Australien sitzen.

Wegweiser 2: Gründung unseres ersten gemeinsamen Unternehmens.

Ja sagten wir wie geplant am 13. Juni 2017 und feierten am 17. Juni mit unseren Familien und Freunden. Darüber berichteten wir im Nachgang – Marielles Hochzeitserlebnis & Mikes Hochzeitsbericht.

Am 01. August errichteten wir Wegweiser 2 und radelten zur Stadt Oberursel, um unser Unternehmen zu gründen.

Nach 2 Monaten schreiben wir über die Gründung, das Finanzamt, unseren Gesellschaftervertrag, den Unternehmenszweck und was das für Dich alles bedeutet.

Dieses Update hat Mike für Dich verfasst

Gründung GbR

 

Gründung der Michael Schäfer und Marielle Schäfer GbR

Am ersten August begaben wir uns auf den Weg zum Rathaus mit dem Ziel unsere GbR anzumelden. Zuvor hatten wir uns ausgiebig über unsere Möglichkeiten informiert.

Was sollten wir gründen – die Auswahl ist groß: GmbH, GbR, eine OHG oder doch eine Mini-GmbH?

Schwierig – es hieß weiter vorne ansetzen: Was wollen wir anbieten und welche Voraussetzungen benötigen wir?

Eines stand jedoch von Beginn an fest: Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist eine Investitionsmöglichkeit, deren Herausforderung wir uns annehmen werden. Wir bauen also unser gemeinsames Hobby aus und freuen uns sehr auf die zukünftigen Erfahrungen und Erlebnisse.

 

Unternehmenszweck

Marielle: „Am besten wäre es, wenn wir als Zweck ‚Online-Unternehmer‘ eintragen lassen könnten. Dann hätten wir alle Bereiche abgedeckt – leider ist das sehr unwahrscheinlich. Was wollen wir also angeben?“

Mit dieser Fragestellung eröffneten wir im ersten Quartal 2017 die Richtung. Online-Unternehmer klang verlockend, aber zielführend wäre es nicht gewesen: Wer alles ist, ist nichts.

Was sind unsere bisherigen Produkte und was werden wir in Zukunft anbieten?

Wenn Du seit einiger Zeit mitliest und vor allem unsere Ziele-Updates (Update MarielleUpdate Mike) verfolgst, weißt Du vermutlich welche 3 Bereiche wir eingetragen haben.

 

Erstens: Erstellung und Vertrieb von Texten (z. B. Artikel, Bücher)

Als Blogger ist dies ein No-Brainer. Wir produzieren hunderte Seiten Text jedes Jahr und die Gefahr das Teile in den Tiefen des Internets versinken ist sehr real.

Daher werden wir einige Artikel als Grundlage verwenden und sie als Bücher zusammenfassen und mit weiterem Wissen anreichern.

Ebenfalls verdienen wir Geld durch Artikel auf den 1-und-1-Plattformen oder der VG-Wort.

Diese Einkommensquellen sollen über unser Unternehmen laufen und nicht separat abgerechnet werden müssen.

 

Zweitens: Affiliate-/Provisions-Marketing

Mit unserem Projekt „die besten Finanzbücher“ sind wir ins Affiliate-Marketing eingestiegen. Wir liefern einen Mehrwert durch die Zusammenstellung von Informationen und erhalten durch den Verkauf fremder Bücher eine Provision.

Mit diesem Unternehmenszweck öffneten wir uns eine Reihe an Möglichkeiten, da es sich nicht auf einen bestimmten Bereich beschränkt.

Für die Zukunft könnte dies interessant werden, mittelfristig werden wir uns auf die besten Finanzbücher konzentrieren.

 

Drittens: Dienstleistung von Seminaren, Workshops und Coaching

Dies wird unser Projekt für 2018 sein. Noch läuft alles im Hintergrund und wir können keine genauen Informationen preisgeben, allerdings war uns dieser Eintrag wichtig.

Mit der Zeit werden wir mehr darüber schreiben und es in die Ziele für 2018 aufnehmen.

 

Ausschlussverfahren

Über unseren Unternehmenszweck konnten wir ausschließen, welche Gesellschaftsformen zu uns nicht passen. Wir sind zwei Personen, die Dienstleistungen (im Internet) im Beziehungs- und Finanzbereich anbieten werden, daher ist eine Kapitalgesellschaft (vorerst) ungeeignet. Diese wären bspw. mit einer aufwändigeren Buchführung verbunden und wir brauchen nicht noch mehr (unnötige) Arbeit. Daher entschieden wir uns für eine Personengesellschaft.

Auch werden wir keinen Handel betreiben. Eine OHG – offene Handelsgesselschaft – käme entsprechend ebenfalls nicht in Frage.

Am Ende blieb die GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts – übrig. Marielle und ich werden Gesellschafter der neuen GbR, fertigen eine Einnahmenüberschussrechnung an und laufen (zunächst) unter der Kleinunternehmerregelung.

 

Bürokratie und das laaaaaaaaaaaaange Geduldsspiel

Anfang August erfolgte unsere Anmeldung.

Mitte September versuchten wir das zuständige Finanzamt zu erreichen. Um es zehn Minuten später mit einer Email zu versuchen. – Erfolglos.

Erst zu Beginn der ersten Oktoberwoche bekamen wir einen Mitarbeiter ans Telefon. Innerhalb von 60 Minuten überraschte uns ein erneuter Anruf des Finanzamts. Sie hatten unsere Email gelesen und wollten Rücksprache halten.

Wie nähren uns unserer Umsatzsteuernummer – eine Grundvoraussetzung auf einigen Plattformen, um Guthaben ausgezahlt zu bekommen (z. B. Digistore24).

Beide Gespräche waren hilfreich und die Mitarbeiter nahmen sich Zeit für unsere Anliegen. Unser Auftrag: Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung sowie dem Bogen zu Angaben der Beteiligten. Für Hessen findest Du diese Bögen hier.

Das Ausfüllen würde unser Verfahren beschleunigen, da das Finanzamt uns beide Bögen nach Erhalt der Unterlagen durch das Gewerbeamt zugeschickt hätte. Allerdings sind wir im regulären Ablauf auf das Gewerbeamt angewiesen. Und das dauert wohl je nach Stadt unterschiedlich lange.

Auf diese Art freut sich das Finanzamt über alle Unterlagen in einem Umschlag:

  • Bescheinigung der Gewerbeanmeldung
  • Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
  • Angaben zum Beteiligten (2x – da wir zu zweit sind)
  • Gesellschaftsvertrag zur Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts

 

Gesellschaftsvertrag – optional oder verpflichtend?

Vor unserem Weg zum Gewerbeamt hatten wir recherchiert, welche Unterlagen wir benötigen würden. Leider gab es keine klare Aussage zum Gesellschaftsvertrag.

Um die Bearbeitungszeit kurz zu halten, entschieden wir uns zuvor einen Vertrag aufzusetzen. Hier benutzten wir einen Mustervertrag wie ihn beispielsweise die IHK aufsetzen würde und modifizierten ihn nach unseren Bedürfnissen und Anforderungen.

Ob der Vertrag Pflicht sei oder ein „Nice-to-have“ ist, erfuhren wir auch nicht vom Gewerbeamt. Dieses kommentierte unsere Frage: „Möchten Sie unseren Gesellschaftsvertrag sehen?“ mit einem bloßen Kopfschütteln.

Nungut – wir hatten ihn dennoch aufgesetzt.

Zu welchen Anteilen und die GbR gehört, wurde nicht bei der Gewerbeanmeldung festgelegt. Stattdessen könnten im Gesellschaftsvertrag andere Anteilsverhältnisse als 50:50 festgehalten werden. Wir behielten die 50-%-Verteilung bei und bestimmten die Höhe der Einlagen in das Unternehmen.

Unsere Telefonate mit dem Finanzamt brachten Klarheit: Sie empfahlen uns neben der Bescheinigung und den Fragebögen auch einen aufgesetzten und unterschriebenen Gesellschaftsvertrag beizulegen.

Schlussendlich mussten wir ein wenig mehr Arbeit investieren, da unser angedachter Unternehmenszweck vom Gewerbeamt nicht übernommen wurde. Wir waren daher gezwungen unseren vorzeitgen Gesellschaftsvertrag zu revidieren und den Zweck der Gesellschaft anzupassen.

Die Unterlagen sind unterwegs und wir warten weiter auf die Fertigstellung des Anmeldeprozesses.

 

Fazit und Ausblick

Allmählich schreiten unsere Vorhaben voran. Mit der Unternehmensgründung gingen wir einen weiteren Schritt zur (finanziellen) Unabhängigkeit (vom Arbeitgeber). Die Zwischenschritte halfen uns, neue Erfahrungen zu sammeln. Wir bleiben dran und sind gespannt, wann wir unsere ersten Einnahmen überwiesen bekommen – noch hängt es an der mangelnden Umsatzsteuernummer.

Beim nächsten Update berichten wir ausführlich über unseren Launch der besten Finanzbücher und wie unser Podcast zum Erfolg beiträgt.

Mit diesem Artikel testen wir eine neue Serie auf unserem Blog. Interessieren Dich die Unternehmensthemen? Und welche Fragen würden Dich in weiteren Ausgaben interessieren?

Beste Grüße
Mike

Unternehmens-Update – Gründung einer GbR
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4 Gedanken zu „Unternehmens-Update – Gründung einer GbR

  • 7. Oktober 2017 um 19:47
    Permalink

    Huhu,
    Glückwunsch, dass ihr dieses Jahr Nägel mit Köpfen macht! Als was genau habt ihr euch denn nun angemeldet, wenn Online-Unternehmer nicht funktioniert hat?

    Liebe Grüße
    Jenny

    Antworten
    • 8. Oktober 2017 um 21:14
      Permalink

      Hi Jenny,

      danke Dir 🙂 Es fühlt sich auch echt gut an, endlich so vieles umzusetzen und die ersten Früchte zu ernten ! Aber das Gefühl kennst Du ja.

      Wir haben wie von der netten Dame auf der Stadt gewünscht alles eingetragen, was zu unserem Unternehmenszweck gehört – wie oben beschrieben: Autorentätigkeiten bzw. Veröffentlichungen on- und offline, Seminarveranstalter und Provisions- bzw. Affiliatemarketing.

      Liebe Grüße
      Marielle

      Antworten
  • 10. Oktober 2017 um 19:48
    Permalink

    Habt Ihr Euch bewusst dazu entschieden, alle Einkünfte gewerblich über die Zusammenfassung in einer GbR zu infizieren – also auch die selbständigen Einkünfte aus Autorentätigkeit und wenn ja warum?

    Antworten
    • 13. Oktober 2017 um 22:27
      Permalink

      Hallo Voyager,

      vielen Dank für Deine Frage. Ja – wir haben uns bewusst entschieden alle Einkünfte in der GbR zusammenzfassen. Über unsere Autorentätigkeit erhalten wir aktuell keine größeren Einkünfte und rechnen auch in Zukunft damit, dass dies der kleinste Teil beleiben wird. Daher ist der Mehraufwand durch eine separate Buchführung größer als die potenzielle Steuerersparniss.

      Beste Grüße
      Mike

      Antworten

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