Heute starten wir mit einer weiteren Serie auf dem Beziehungs-Investoren-Blog. Neben dem monatlichen Finanzabschluss und dem Hochzeitsupdate werden wir zukünftig zwei Mal im Monat eine unserer Aktien aus unseren Depots genauer vorstellen.

Eine Vorstellung wird von Mike und eine von mir sein. In welcher Reihenfolge wir unser Aktiendepot dabei durchgehen, kannst Du auch mit deinen Wünschen in den Kommentaren beeinflussen.

Nun möchte ich mit meiner ersten Aktienvorstellung beginnen:

 

GEA Group

 

Warum stelle ich Dir heute diese Aktie vor`?

Entschieden habe ich mich für die Aktie, da ich sie bereits zwei Mal für eine ganze Weile im Depot hatte. Einmal habe ich sie mit einem kleinen Verlust verkauft. Das zweite Mal habe ich mit einem tollen Gewinn im August verkauft. Bevor es also zu spät ist, möchte ich dir den Hersteller von Spezialmaschinen (vorrangig für die Nahrungsmittelindustrie) genauer vorstellen.

 

Was macht die GEA Group?

Wie gerade schon geschrieben ist das Unternehmen einer der größten Spezialmaschinenbauer weltweit. Laut der eigenen Unternehmensbeschreibung sieht sich GEA als ein internationaler Technologiekonzern, der seinen Schwerpunkt auf weltweit führende Prozesslösungen und Komponenten für anspruchsvolle Produktionsprozesse legt. (Quelle: GEA Group)

Neben der Nahrungsmittelindustrie werden die Maschinen und Technologien der GEA Group auch in anderen Industrien wie Chemie, Energie, Lufttechnik, Schiffsbau und Pharma genutzt. Laut finanzen.net entsteht etwa ein Drittel des Instantkaffees in Anlagen der GEA Group und rund jeder vierte Liter Milch wird mit Maschinen des Unternehmens gemolken bzw. weiterverarbeitet.

 

Warum überzeugt mich das Geschäftsmodell?

Der für mich entscheidende Punkt ist, dass ich daran glaube, dass GEA Maschinen herstellt, die wohl immer benötigt werden. Mit dem Fokus auf der Nahrungsmittelindustrie hängt das Unternehmen an einer konjunkturunabhängigen Branche und bietet für mich somit eine Gelegenheit eine Stufe vor den eigentlichen Nahrungsmittelherstellern in diese stabile Branche zu investieren. Durch die anderen Branchen, für die GEA Maschinen und Technologien anbietet, ist zudem eine gute Diversifikation gegeben im Gegensatz zu anderen Maschinenherstellern. Gerade in der Automobilindustrie gibt es bspw. Zulieferer / Maschinenhersteller, die nur einen einzigen Autohersteller beliefern und somit enorm abhängig sind. Dies ist bei der GEA Group aus meiner Sicht nicht gegeben.

 

Was sagen die aktuellen Zahlen?

Im Rahmen unserer Levermann Strategie beim Aktienkauf hast Du bereits erfahren, dass wir 10 verschiedene Kennzahlen betrachten. Um ein besseres Gefühl für das Unternehmen zu kommen, möchte ich die Kennzahlen mit heutigem Stand kurz vorstellen.

Eigenkapitalrendite:

12,72 % (0 Punkte)

EBIT-Marge:

6,72 % ( 0 Punkte)

Eigenkapitalquote:

46,47 % (1 Punkt)

Aktuelles KGV:

25,2 % (-1 Punkt)

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

24,4 % (-1 Punkt)

Analystenmeinung:

Kaufen (-1 Punkt)

Reaktion auf Quartalszahlen:

0,15 % (0 Punkte)

Gewinnrevision:

1,5 % (0 Punkte)

Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

13,6 % (1 Punkt)

Aktueller Kurz vs. Kurs vor zwölf Monaten:

39 % (1 Punkt)

Kursmomentum:

kein Trend (0 Punkte)

Dreimonatsreversal:

kein Trend (0 Punkte)

Gewinnwachstum:

10,6 %  (1 Punkt)

 

Was machen wir aus den Zahlen?

Insgesamt kommen wir bei der GEA Group auf einen Punkt. Das bedeuted nach aktuellem Stand keinen Kauf. Nichtsdestrotrotz sind die Zahlen aus meiner Sicht nicht schlecht; aktuell ist die Aktie für mich und uns jedoch kein Investment.

 

Mein bisheriges Investment in die GEA Group

Die Aktie hatte ich wie vorhin beschrieben, bereits zwei mal im Depot. Ursprünglich war sie mal ein Tipp von dem Freund meiner Mutter. Er hat mich auf das Unternehmen aufmerksam gemacht und vom Geschäftsmodell überzeugt. Ich habe also im Mai 2015 das erste Mal dafür entschieden in das Unternehmen zu investieren.

Versuch Nummer 1

Gekauft habe ich damals zum Kurs von 44,55 €. Meine damalige „Strategie“ war Unternehmen, deren Geschäftsmodell mich überzeugt hat zu kaufen und mit einem bestimmten Gewinn zu verkaufen. Gleichzeitig setzte ich von Anfang an einen Stopp Loss, der relativ eng am Einstandskurs war. Im Nachhinein war das wohl ein Fehler – meine GEA Aktien wurden nur knapp einen Monat später für 42,10 € wieder verkauft. Der Verlust ärgerte mich natürlich – aber ich wollte ja an nach einer Strategie handeln und nicht nach meinem Bauchgefühl.

Versuch Nummer 2

Ich konnte die Finger jedoch nicht von der Aktie lassen und stieg im November 2015 bei 37,92 € wieder ein. Auch hier ohne einen wirklichen strategischen Hintergrund, aber dennoch mit mehr Erfolg. Die Aktie stieg in den folgenden Monaten langsam, aber stetig. Ende 2015 starteten Mike und ich gemeinsam unsere Levermann Strategie zu entwickeln. Dabei bewertete ich zum ersten Mal die Zahlen des Unternehmens und musste feststellen, dass sie nicht zu den Top-Werten gehören.

Da sie dennoch stetig stiegen, lies ich mich davon nicht stören und behielt die Aktie im Depot. Im April 2016 freute ich mich über 0,80 € Dividende je Aktie. Inzwischen war der Aktienwert auf rund 43,00 € gestiegen. Ende Juni zündete die Aktie dann einen Turbo und stieg in wenigen Wochen auf rund 48 € an. Ich hatte inzwischen rund 25% Gewinn im Depot stehen. Diesen wollte ich natürlich sichern. Besonders da die Werte im Hinblick auf unsere Levermann Strategie nach wie vor zu wünschen übrig liesen. Ich setzte also wieder einen Stop Loss.

Ich starte mit einem Traling Stop Loss 45 € mit 4% Abstand. Noch einige Wochen stieg die Aktie und damit mein Stop Loss. Ende August fiel die Aktie von über 49 Euro auf knapp 48 Euro. Damit griff mein inzwischen angestiegener Stopp Loss und ich verkaufte die GEA Group bei 48,16 € mit fast 27 % Gewinn.

gea-group_neu

Fazit

Insgesamt bin ich mit diesem Investment sehr zufrieden gewesen. Irgendwann investiere ich vielleicht wieder in das Unternehmen – denn grundsätzlich stehe ich nach wie vor hinter dem Geschäftsmodell. Ich denke jedoch, dass die aktuellen Zahlen und der kürzliche Kursanstieg dafür sprechen, dass es für mich besser ist aktuell nicht mehr investiert zu sein.

Aktienvorstellung: GEA Group – Beziehungs-Investoren
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3 Gedanken zu „Aktienvorstellung: GEA Group – Beziehungs-Investoren

  • 21. September 2016 um 20:06
    Permalink

    Hallo,

    die GEA Group hatte ich mir bis jetzt noch nicht so genau angeschaut. Dank diesem Artikel bin ich ein wenig schlauer und weiß jetzt was die GEA Group macht. Die Kennzahlen sind nicht so schlecht, bin aber auch der gleichen Meinung wir ihr, dass die Aktie zur Zeit nicht Kaufenswert ist. Nach meiner Meinung einfach zu teuer.

    Beim lesen mußte ich zudem etwas schmunzeln. Seit einigen Monaten stelle ich regelmäßig Aktien vor die mir gut gefallen. Und das mache ich sehr ähnlich wie ihr. Scheinbar haben wir da eine Gemeinsamkeit.
    Hier mal ein Link dazu:

    http://mein-geldanlage-vergleich.de/category/blog/aktientipps/

    Viele Grüße Klaus-Dieter

    Antworten
    • 25. September 2016 um 11:26
      Permalink

      Hallo Klaus-Dieter,

      danke für deinen Kommentar.

      Das mit den Kennzahlen und dem zu teuer ändert sich ja vielleicht irgendwann auch wieder – ich werde die Aktie in jedem Fall im Auge behalten 🙂 Aber genau dieser Zwiespalt zwischen „ich finde es ein tolles Unternehmen“ und „die Zahlen sind einfach aktuell nicht gut genug“war für mich der Anlass, die Aktie als Erste vorstellen zu wollen.

      Danke für deinen Link – da schauen wir auf jeden Fall mal rein – wir freuen uns nämlich auch immer, wenn wir neue Titel kennenlernen!

      Viele Grüße
      Marielle

      Antworten
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