Nachdem wie mit der Siemens AG unsere erste gemeinsame Investition vorgestellt haben, kommen wir heute zu unserem ersten Kauf nach unserer modifizierten Levermann-Strategie.
 

Fielmann AG

Ein klassisches Familienunternehmen hatte mehr als vier Punkte erreicht und wurde somit für uns interessant.

Damit stellen wir jetzt auch die erste Aktie vor, die nachwievor in unserem Depot vorhanden ist und die wir noch eine Weile halten werden.

 

„Brille: Fielmann“

Wohl eine der bekanntesten und langjährigesten Aussagen in der Werbung.  Die Assoziation zwischen Brille und Fielmann ist bei mir so stark ausgeprägt, dass ich bei einer Brille zuerst an Fielmann und bei Fielmann zuerst an Brillen denke.

Es ist zugleich auch das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal im Gegensatz zu Apollo oder Mister Spex.

Die Konditionierung war also sehr erfolgreich.

 

Wie präsentiert sich die Fielmann AG?

Fielmann versteht sich als Hersteller, Agent und Augenoptiker (Quelle: Fielmann). Mit dem prägnanten Werbespruch und der ausgeprägten Kundenorientierung verkauft Fielmann laut eigenen Angaben jede zweite Brille in Deutschland.

Bei 23 Millionen Brillenträger/innen in Deutschland kommt eine ordentliche Summe zusammen. Das zeigt sich auch in den Zahlen. Dazu aber nachher mehr.

Mit dem Leitsatz „der Kunde bist Du“ werden die Mitarbeiter/innen ständig daran erinnert, das ein kundenorientiertes Verhalten unabdingbar ist. Mitarbeiter/innen sollen sich also selbst als die Kunden des Unternehmens sehen und entsprechend handeln.

Fielmann präsentiert sich also als kundenorientiertes Familienunternehmen, dass aufgrund der eigenen Strategie zum Marktführer wurde.

 

Mit was verdient die Fielmann AG Geld?

Fielmann verdient Geld durch den Verkauf von Brillen.

Durch eine riesige Auswahl an verschiedenen Modellen und Arten bietet Fielmann eine Brille zu jedem Anlass. Selbst Sport- und Spezialbrillen sind im Sortiment enthalten.

Hinzu kommen Kontaktlinsen und Pflegeprodukte für Brillen und Kontaktlinsen.

 

Expansion bei Fielmann

Angestrebt wird eine Fillialdichte von einer Niederlassung pro 100.000 Einwohner in Deutschland um dabei einen gleichmäßigen Marktanteil von 50 Prozent zu erreichen.

In 2015 hatte Fielmann 695 Niederlassungen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Luxemburg , Niederlanden und Italien.

Mittelfristig plant das Unternehmen 700 Niederlassungen allein in Deutschland zu betreiben und damit 7,5 Millionen Brillen abzusetzen. Das würde einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro entsprechen.

Zusätzlich versucht Fielmann natürlich auch die Fillialdichte im europäischen Ausland auszubauen.

 

Wie sieht es mit dem Online-Handel aus?

In fast allen Bereichen boomt der Online-Handel, da durch wegfallende Niederlassungskosten und geringere Personalkosten Produkte deutlich günstiger angeboten werden können. Zeitgleich werden viele Millionen Menschen erreicht.

Durch die sozialen Medien wir es leichter mit den Kunden (zentral) in einen Dialog zu treten. Blogs können verwendet werden, um einen weiteren Nutzen zu bieten. Beides nutzt Fielmann nicht. Es gibt schlichtweg keine Facebookseite und keinen Unternehmensblog.

Der Webauftritt ist eine Darstellung des Produktes und des Mehrwertes, der dem Kunden durch Service und Produkt geboten wird.

Deutlich wird dies auch im Geschäftsbericht. Dort wird berichtet, dass in 2015 der Umsatz von Brillen und Kontaktlinsen im Online-Handel 0,2 Milliarden Euro betrug. Dies entspricht gerade einmal vier Prozent des Marktes.

Dies ist nicht weiter verwunderlich, da einige elementare Probleme noch nicht gelöst werden konnten: Die Bestimmung der Sehstärke und die Anpassung der Brille.

Ersteres wird bei Offline-Händlern wie Fielmann bestimmt, letzteres wird durch Versuch und Irrtum reguliert.

Definitiv spannend wird es in den nächsten Jahren sein, ob Anbieter wie Mister Spex Lösungen für die Probleme entwickeln werden. Und, ob Fielmann den Weg ins Internet schafft, verpasst oder mit der Prognose recht behält, dass Brillen ein Offline-Geschäft sind.

 

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Kommen wir endlich zum Eingemachten!

Bevor es aber wirklich an die Zahlen geht, sei noch erwähnt, dass Fielmann im MDAX gelistet ist.

Als wir Fielmann gekauft haben, wussten wir noch nicht, dass wir die damaligen Zahlen Mal für unseren Blog brauchen würden. Daher gibt es auch hier die Zahlen mit dem Stand vom 01.10.2016

Eigenkapitalrendite:

25,54 % (1 Punkt)

EBIT-Marge:

18,47 % (1 Punkt)

Eigenkapitalquote:

74,94 % (1 Punkt)

Aktuelles KGV:

35,77 % (-1 Punkt)

Durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre:

36,46 % (-1 Punkt)

Analystenmeinung:

Halten (0 Punkte)

Reaktion auf Quartalszahlen:

(0 Punkte)… in unserer neuen Tabelle haben wir den exakten Wert nicht mehr stehen, sondern subsummieren es direkt mit -1, 0, 1

Gewinnrevision:

0 % (0 Punkte)

Aktueller Kurs vs. Kurs vor sechs Monaten:

9,93 % (1 Punkt)

Aktueller Kurz vs. Kurs vor zwölf Monaten:

23,77 % (1 Punkt)

Kursmomentum:

kein Trend (0 Punkte)

Durchschnittliche Steigerung der Dividendenrendite der letzten 10 Jahre:

3,33 % (0 Punkte)

Gewinnwachstum:

4,45 % (-1 Punkt)

 

Ergibt alles zusammen  zwei Punkte. Die Aktie wäre aktuell also kein Kauf. Wir halten Fielmann aber schon eine ganze Weile und sie ist für uns definitiv kein Verkauf. Obwohl es das strenge Levermann-System verlangen würde.

 

Eine neue Kennzahl

Die durchschnittliche Steigerung der Dividendenrendite der letzten zehn Jahre hat den Platz des Dreimonatsreversals übernommen.

Warum?

Der Dreimonatsreversal zeigt, ob eine Aktie drei Monate in Folge beser oder schlechter als der dazugehörige Index performt hat.

Damit gibt es eine weitere Kennzahl zum Trend in der Strategie, denn auch das Kursmomentum ist eine Trendkennzahl. Wir haben uns daher entschlossen einen Ersatz zu finden.

Herausgekommen ist eine Betrachtung der Dividendenrenditesteigerung der letzten zehn Jahre. Unternehmen, die in der Lage sind über Jahre hinweg eine positive durchschnittliche Steigerung zu generieren, sollten im Fundament solide sein.

Da wir Unternehmen, die keine Dividende ausschütten nicht bestrafen wollen, haben wir uns für folgende Verteilung entschieden:

Mehr als fünf Prozent Steigerung jedes Jahr = 1 Punkt

Zwischen null und fünf Prozent Steigerung jedes Jahr = 0 Punkte

Unter null Prozent Steigerung jedes Jahr = -1 Punkt

 

Warum wir Fielmann gekauft haben

Ende Februar hatte Fielmann die magische Grenze von vier Punkten überschritten und wir haben uns daraufhin das Unternehmen näher angeschaut.

Als Marktführer mit soliden Zahlen und einem nicht akut gefährdeten Burggraben ist Fielmann ein attraktives Familienunternehmen.

Zu denken gibt uns aber, dass Fielmann gar nicht im Online-Bereich aktiv ist. Soziale Medien, Online-Handel oder erweiterete Informationen auf der Internetseite sind kein Bestandteil der Agenda.

Durch die hohe Ausschüttungsquote von 88 Prozent an die Aktionäre in Form der Dividende sind keine großen Sprünge durch Investitionen und/oder Expansionen zu erwarten. Fielmann setzt auf organisches und langsames Wachstum.

Daher ist es – mit den genannten Problemen der Online-Händler – ein solider mittelfristiger Kauf für uns gewesen.

Unsere Kaufgründe sind auch die Gleichen, warum wir Fielmann weiterhin halten, obwohl es nur noch mit zwei Punkten in unserer Strategie bewertet wird. Die Abzüge kommen durch das hohe KGV zu stande. Hingegen sind die Eigenkapitalquote und -Rendite sowie die Ebit-Marge sehr stabil. Ein Verkauf wäre zum jetzigen Zeitpunkt übereilt.

 

Die Grafik soll nicht fehlen…

Zwar halten wir die Aktie noch, aber den Verlauf wollen wir Dir natürlich nicht vorenthalten (Quelle: Go Guidants).

 

Fielmann AG

 

Jetzt interessiert uns natürlich, was Du von Fielmann hälst? Wie siehst du die Konkurrenz von MisterSpex und wie bewertest Du die Haltung gegenüber dem Online-Handel?

Beste Grüße
Mike

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