Hallo,

Mitte April besuchte ich die IHK-Fortbildung „Der Weg in die Selbstständigkeit“. An fünf Abenden sollten die Grundlagen für eine selbstständige Tätigkeit gelegt werden. Seitens der Referenten war das übergreifende Ziel zu informieren, sodass die Teilnehmer in Zukunft bessere Entscheidungen treffen und zielführender Hilfe suchen können.

Meine wichtigsten Learning aus den 15 Stunden Fortbildung und den folgendenen Veränderungen stelle ich in diesem Artikel vor.

Diesen Artikel schrieb Mike für Dich.

Brain, musle, penis – use it or lose it

Diesen Spruch hatte mein Dozen im sportwissenschaftlichen Studium regelmäßig ausgepackt. Ohne kontinuierliches Training verweigern Geist und Körper die Arbeit. Flexibilität und Agilität verfallen in die Bedeutungslosigkeit und alles was bleibt ist ein reaktives Dasein auf äußere Impulse.

Kennst Du das Gefühl, täglich auf Deine Umwelt zu reagieren, ohne sie selbst gestalten zu können? Seit Febraur (2017) war ich in exakt diesem Zustand gefangen. Jeden Tag reagierte ich auf neue Hinkelsteine, die mir in den Weg gelegt wurden – ohne als Kind in den Zaubertrank gefallen zu sein.

Reagieren ist die Straßenwalze unter den Motivationsvernichtern. Mit einem Gewicht von 14 Tonnen zermalmt sie jede aktive Handlung im Kern. Am Ende hat die Demotivationswalze alle Unebenheiten auf eine Reaktionshaltung geebnet. Nach Schema F geht es vortan durch den Tag.

Das Gewicht von 14 Tonnen täglich herumzuschleppen zerrt an den Kräften. Nach wenigen Stunden Arbeit ist der Weg zum Sofa fertig gewalzt.

 

Und das Gehirn?

Nunja, dieses war den gesamten Tag ausgeschaltet – wozu sollte es am Abend noch hochgefahren werden?

Die Antwort auf die Frage ist die wichtigste Erkenntnis dieser Fortbildung. Wobei Erkenntnis das falsche Wort ist, da sie nicht neu für mich ist. Erinnerung ist deutlich treffender. Am Abend in den Dialog mit anderen Menschen zu gehen, über die eigene Zukunft und die eigenen Projekte nachzudenken, ermuntert das Hirn die eigenen grauen Zellen mit Strom zu versorgen.

Seitdem habe ich meinen Tagesablauf in Trainings-Klammern gesetzt. Morgens trainiere ich vor der Arbeit meinen Körper – eine Mischung aus Ausdauer und Krafttraining. Abends stimuliere ich meine geistigen Fähigkeiten – eine Mischung aus strategischer Planung und Wissensaufbau.

Mit diesem Trainingsplan bringe ich die 14 Tonnen schwere Walze zunehmend zum Stoppen. Damit bin ich in der Lage erneut aktiv auf meine tägliche Herausforderungen zuzugehen und die größten Schmutzflechen zu beseitigen.

Was hast Du in letzter Zeit vernachlässigt? Deinen Körper? Dein Gehirn? Oder sogar beides oder nichts? Poste Deinen Trainingsplan am besten in die Kommentare, damit alle von Deiner Erfahrung profitieren können!

 

Außenwahrnehmung als Feedback für den Trainingsplan

Marketing, Geschäftsberichte und Finanzkennzahlen gehören seit etwa zwei Jahren zu meinen Interessensgebieten. Bedingt durch meine Aufgaben beim TV 1862 Langen e. V., die getätigten Investitionen und den Blog mit Marielle bin ich immer tiefer in die Materie eingestiegen. Dazu gehört auch der Austausch mit Gleichgesinnten und Menschen, die deutlich mehr Wissen aufgebaut haben.

Unbemerkt hat sich bei mir verdammt viel Wissen aufgebaut. Vor dem Seminar war ich der Meinung, dass ich rudimentäre Kenntnisse in BWL hätte. Und ein strukturiertes Seminar wäre ein geeigneter Ort, diese zu vertiefen.

Allerdings wurde mir innerhalb des ersten Moduls bewusst, dass ich die Begrifflichkeiten und damit verbunden Prozesse schon kannte und (fast) täglich anwende.

Kennst Du dieses Phänomen? Wir vergleichen uns permament mit den Menschen, die uns umgeben. Und bemerken dabei nicht, wie schnell Meilensteine an uns vorbeifliegen. Erst, wenn wir aktiv in eine andere Vergleichsgruppe wechseln, werden die (Wissens-)Unterschiede salient.

Dieses Phämomen trägt noch ein weiteres Kostüm. Hin und wieder werden mir Fragen gestellt, bei denen ich kein angelegtes Schema zur Verfügung habe. Mein erster Impuls in diesem Moment lautete: „Darüber habe ich mir noch keinen Gedanken gemacht“ oder „Uff, das weiß ich nicht“ oder „Ääääähm…..“

Deshalb habe ich für diese Art der Fragen ein separates Schema angelegt. Ich widerstehe meinem Impuls, atme ruhig und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Dies ist mit etwas Übung gut umzusetzen.

In uns steckt mehr Wissen, als uns (manchmal) bewusst ist. Daher versuche ich mir möglichst häufig Feedback von meiner Umwelt zu holen: Erstens spreche ich Personen an und bitte sie um eine Einschätzung. Zweitens wechsel ich zeitweise mein Umfeld und verändere dadurch meine Vergleichsgruppe. Drittens versuche ich Fragen, für die ich kein Schema parat habe, eine Antwort zu finden.

 

Jeder ist Verkäufer – und kaum jemand verkauft

5 Module – 5 (selbstständige) Berater – und nur zwei Verkäufer.

Inzwischen beschäftige ich mich ausgiebig mit Marketing und was es bedeutet zu verkaufen. Dies verändert meine Wahrnehmung und meine Erwartung an Verkäufer. Zuvor hörte und las ich davon, dass in Deutschland keine Verkäufermentalität existiert.

Immer, wenn ich micht tiefer mit einem Thema beschäftige, fällt mir auf, mit welchem Ramsch ich mehrheitlich abgespeist wurde. Meine Faszination für’s Kochen und gesunder und frischer Küche hatte dazugeführt, dass ich 98 % meiner Stammrestaurants nicht mehr besuchen konnte. Fleisch mit Soße und Pommes bekomme ich aus der eigenen Küche in höherer Qualität zu niedrigerem Preis mit geringerer Wartezeit. Warum kostet ein gesundes, frisches Gericht im Restaurant das doppelte von Fleisch mit Pommes? Bei mir zuhause ist es günstiger!

Verkäufersein bedeutet die Bedürfnisse des Kunden zu erkennen und diese zu befriedigen. Meistert dies der Verkäufer wird Geld nebensächlich.

Beispielsweise fahre ich für meine Laufschuhe über 80 Kilometer zu einem Schuhladen der immer überfüllt ist. Nach etwa eins bis zwei Stunden stehe ich an der Kasse und kaufe einen Schuh, von dem ich den Preis nicht einmal kenne. Erst durch das Eintippen in die Kasse erfahre ich, dass ich gerade 160 Euro in meine Gesundheit investiere.

Warum?

Mein Bedürfniss (schmerzfreies Laufen) wird ernstgenommen und adressiert. Während der gesamten Zeit habe ich das Gefühl, dass der Verkäufer mein Problem (Druckstellen im Schuh) lösen will. Und sollte er dies nicht hinbekommen, verkauft er mir lieber keinen Schuh als einen unangemessenen.

Übertragen auf das Seminar: Drei Berater platzierten ihre eigene Person und ihr eigenes Unternehmen in die Mitte des Moduls. Ausgeschmückt wurde dies durch oberflächliche Infos, die ich durch 30 Sekunden Google-Recherche finde. Mein Bedürfnis (Versteckte Hindernisse zu erfahren) wurde völlig ignoriert.

Zwei Berater waren zeitgleich Verkäufer. Sie adressierten die Fragen und Bedürfnisse der Teilnehmer vollumfänglich. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass das Buchen einer Beratungsleistung der einzige Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit bedeutet. Im Gegenteil: Ich begab mich äußerst zufrieden und mit der Gewissheit Hilfe zu bekommen, wenn ich weitere Fragen hätte, auf den Heimweg.

Und darin liegt der Irrglaube. Vertrauen wird nicht durch plumpe Selbstbeweihräucherung aufgebaut. Sondern vielmehr durch ernsthaftes Interesse die Bedürfnisse des Gegenüber zu adressieren und die einhergehenden Probleme zu lösen.

Hast Du ähnliche Beispiele? In welchen Bereichen hast Du zunehmend Wissen aufgebaut und Dich anschließend gefragt, wie einige Menschen mit ihrem Verhalten über die Runden kommen?

 

Fazit

150 Euro und 15 Stunden Lebenszeit waren gut investiert. Hauptsächlich habe ich viel Bestätigung für meinen Weg erhalten. Vereinzelt konnte ich zudem mein Wissen vertiefen und auffrischen.

Teilweise war es für mich zu sehr wie in der Schule. Die Teilnehmer fokussierten sich auf den Referenten und traten wenig in den Austausch. Zehn Minuten Pause pro Abend und die Veranstaltungsuhrzeit von 18 bis 21 Uhr boten dafür auch keinen ausreichenden Rahmen.

Bei meiner nächsten Fortbildung sollte daher der Austausch zwischen den Teilnehmern im Vordergrund stehen. Am 25. Juni – eine Woche nach unserer Hochzeit – geht es weiter. Dieses Mal zu zweit – wir werden berichten.

Beste Grüße
Mike

 

Weitere Beiträge unserer Ziele-Updates:

Ziele-Update: Master of Arts – Check!

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Ziele-Update: Der erste Immobilienkauf

3 Learnings aus 15 Stunden Fortbildung – Ziele-Update
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5 Gedanken zu „3 Learnings aus 15 Stunden Fortbildung – Ziele-Update

  • 14. Mai 2017 um 16:58
    Permalink

    Hallo Mike,

    ich finde es super, dass ihr beide immer wieder Aspekte der finanziellen, psychologischen, unternehmerischen und auch philosophischen (Weiter-)bildung auf eurem Blog bringt! Diese Beiträge gefallen mir besonder gut. Weiter so!

    Gibst du mir einen Tipp wie dein Laufschuhspezialist heißt (gern auch per Mail) ? Bin gerade auf der Suche….

    Liebe Grüße aus dem benachbarten Frankfurt 😉

    Antworten
  • 15. Mai 2017 um 01:24
    Permalink

    Hallo Mike,

    wieder ein super Beitrag zum Themenbereich der persönlichen Ziel-/Entwicklungsprozesse! Relativ kurz (für mich sind variierende Artikellängen absolut okay bzw. positiv), aber voller hilfreicher Impulse!
    Ich finde deinen Punkt zur (Fehl-)Einschätzung des eigenen Wissenstandes besonders interessant. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ich im Rahmen eines Lernprozesses das Gefühl für meinen Wissenstand immer mehr verliere und letztendlich deutlich unterschätze und denke, dass ich noch vieeeel mehr wissen müsste, um auf professioneller Ebene „mitspielen“ zu können. Daher danke für deinen Anreiz/Erinnerung, einfach immer wieder bewusst und aktiv die Vergleichsgruppe zu wechseln.
    Eine schwerwiegende Folge dieser Unterschätzung des eigenen Wissenstandes kann schließlich sein, dass man den Mut und das Selbstvertrauen für den letzten Schritt, z.B. die Unternehmensgründung, sehr spät oder meist sogar nie aufbringt, obwohl die Kenntnisse und die Idee allemal einen praktischen Versuch verdient hätten (hier spielen natürlich auch noch andere Faktoren und Prägungen mit hinein, die Marielle auch im Artikel zum Einfluss der Umwelt auf die Tendenz zur Zielsetzung beschrieben hat… Querverweis im Leserkommentar olé :D)
    So endet man leicht bei Gedanken wie: „Wenn das alles so (einfach) funktionieren würde, wie ich mir das denke, hätte das ja schon ein anderer der viel klügeren Köpfe gemacht/entwickelt!“
    Und so kommen leider viele gute Konzepte nie zur Umsetzung oder zumindest in die nächste Phase.
    Danke, dass eure Artikel immer wieder Reminder, Motivation zur Selbstanalyse und praktische Hilfen für mentale Entwicklungsprozesse sind!

    Liebe Grüße
    Elena

    Antworten
    • 16. Mai 2017 um 23:04
      Permalink

      Liebe Elena,

      es freut uns (und mich ganz besonders) von Dir zu lesen! Dein Querverweis im Leserkommentar ist ein absolutes Highlight für uns – dankeschön 😉

      Das Geringschätzen des eigenen Wissens und der eigenen Kompetenz ist glaube ich wirklich bei Frauen deutlicher ausgeprägt als bei Männern. Dein Beispiel in Bezug auf die Unternehmensgründung kann ich genau so bestätigen – ich hätte alleine noch nicht mal diesen Blog gestartet…denn wieso sollten sich denn Leute für mein Geschreibsel interessieren; aber glücklicherweise habe ich ja mit Mike jemanden, der da keine Ruhe gibt und mich zu meinem Glück und v.a. der Wertschätzung meiner eigenen Kompetenz pusht.

      Manchmal ist es aber gar nicht so einfach eine neue / andere Vergleichsgruppe zu finden…vielleicht reicht ja aber manchmal auch schon das daran denken und kurz auf den Vergleich zurückzubesinnen.

      Viele Grüße & bis ganz bald mal wieder.
      Marielle

      Antworten
  • 15. Mai 2017 um 09:05
    Permalink

    Hallo Mike,

    vielen Dank für deinen Blogartikel zum Thema „3 Learnings aus 15 Stunden Fortbildung – Ziele-Update“ und den Bericht über Deine Teilnahme an der IHK-Fortbildung „Der Weg in die Selbstständigkeit“. Ich habe im Oktober die gleiche Fortbildung besucht und sie hat mir damals Mut gemacht, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

    Viele Grüße

    Andreas von der Wunschschmiede

    Antworten

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